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li ch en Bekenntnis für ben Feldmar- schall -u machen. Auch ein mit noch so scharfer Leidenschaft geführter Kampf könne Hindenburgs Größe keinen Abbruch tun. Die Spreu der Natio­nalsozialisten werde verfliegen, sobald es wie­der mehr Arbeit und Brot geben werde. Auch die Nationalsozialisten wüßten genau, daß sie die Weltwirtschaftskrise in Rechnung sehen müßten. Frick, ein Diensch wie alle anderen Mi­nister, Hobe in Thüringen dieselben Fehlbeträge gehabt wie jedes andere deutsche Land. Deutsch­land werde nur dann wieder groß und frei wer­den, wenn es die Zähigkeit aufbringe, sich Schritts ürSchrittvorwärtszukämp- f e n. Hierbei gebe es kein besseres Symbol als Hindenburg.

Vertreter des deutschen Bauernstands bei Hindenburg

Berlin. 5.April. (WTB.) Reichspräsi­dent v. Hindenburg empfing eine größere Abordnung von Landwirten undländ- lichen Gcmeindevor st ehern aus allen Tei­len Deutschlands sowie auch des österreichischen Landbundes. Die Abordnung brachte übereinstim­mend das unerschütterliche vertrauen des deutschen Landvolks in die Per­son und das Dirken Hindenburgs zum Ausdruck und nahm zugleich Gelegenheit, dem Herrn Reichspräsidenten die Dünsche der deutschen Landwirtschaft, insbesondere der bäuerlichen Wirtschaft, in eingehender Besprechung dar­zulegen.

Reichspräsident v. Hindenburg dankte für das ihm ausgesprochene vertrauen. In seiner Erwiderung auf die landwirtschaftlichen Forderun­gen gab der Herr Reichspräsident einen Rückblick über die Maßnahmen, die seit seiner Oskerbotschast des Jahres 1930 zum Schutze der Landwirtschaft getroffen worden sind. Er versicherte, daß er nach wie vor in der Diederherstellung der Rentabilität der deutschen Catiöroitl- schäft eine unerläßliche Voraussetzung für die Gesundung unseres Vaterlandes erblicke. Der Emp­fang schloß mit einer gemeinsamen Erklärung der anwesenden Vertreter des deutschen Bauerntums, daß sie die Parole des Rcichslandbundes ablehnen, um in ge­schloffener Front sich in alter Treue zu dem Ehrenmitglied des Reichslandbundes. dem Feldmarfchall und Reichsprästdenten v. Hinden­burg, zu bekennen.

Ein konservativer Aufruf für Hindenburg.

Das Beispiel des Kammerherrn von Oldenburg.

Berlin, 5. April. ($11.) DieLandvolknach- richten" übergeben folgenden Aufruf konserva­tiver Politiker der Ocffentlichkeit:Die Führung der Deutschnationalen und des Stahlhelms haben festgcstellt, daß der Reichspräsident von Hindenburg tatsächlich schon durch den ersten Wahlgang wiedergewählt ist. Damit haben sie die Stimmen ihrer Mitglieder für den zweiten Wahlgang freigegeben. Die Unterzeichneten for­dern alle konservativ-monarchisch Gesinnten im Lande auf, im zweiten Wahlgang ihre Stimmen für den Feldmarschall von Hindenburg abzugeben nach dem Beispiel des Kammerherrn v. Oldenburg-Ianu- s ch a u, Bodo Graf v. Alvensleben, Neu­gattersleben: Dr. Ad am eh, Berlin: Graf Bassewitz. Lühburg: v. Berg-Morkie- nen: v- Böttinger, Arensdorf: Christoph Martin Fürst zu Stolberg-Rohla: Kor­vettenkapitän a.D. Nikolaus Graf zu Dohna, Hamburg: Graf Finken stein, Tressin: Graf Finken st ein, Parnäckel; Baron Bölkersamb, Rolandseck; Freiherr Gün­ther v. Hammerstein: v. Jordan, Berlin; Graf v. Lynar: v. d. Marwitz, Frieders- dorf: Graf Shlgius-Pückler, Friedland: v. Waldow, Königlicher Staatsminister a. D.

Die Votkspartei tritt erneut für Hindenburg ein.

Berlin, 5. April. (TLl.) Die Nationallibe­rale Korrespondenz veröffentlicht einen Wahlauf­ruf des Parteiführers Dingeldey, in dem es u. a. heißt:

An dem erfreulichen Ergebnis des ersten Wahl­ganges vom 13. März haben sich die Wähler der Deutschen Volkspartei einen hervorragenden An­teil erworben. Wir haben keinen Zweifel darüber gelassen, daß wir an der Opposition gegen das Kabinett Brüning aus wohlerwoge­nen politischen Gründen festhalten, daß wir aber unsere ganze Kraft für die Wie­derwahl desjenigen Mannes zum Staatsoberhaupt einsetzen, dessen Name, dessen Persönlichkeit, dessen Verdienste die Ver­körperung des deutschen Einheits­wille n s sind. Linser Eintreten für Hindenburg wird in keiner Weise die fernere Tatsache verdun­keln, daß wir bei den preußischen Land­tagswahlen mit aller Entschlossenheit den Kampf gegendie Regierung der Wei­marer Koalition zu richten haben, erfüllt von dem Willen, an die Stelle der Parteiregie­rung eine vom nationalen Geiste ge­tragene Preußenregierung zu stellen. Diese beiden Wahlen erfordern die ganze Kraft und die volle Opferwilligkeit unserer Anhänger in Stadt und Land. Ich richte an alle Gesinnungs­genossen, Männer und Frauen, den dringenden Appell, nicht müde zu werden, sondern sich mit ganzerHingabe in denDienst der großen Sache zu stellen.

Oer Präsidentschastskandidai von 1925.

Eine Rede des ehemaligen Reichkanzlers Dr. Marx.

Berlin, 5.April. (TU.) Auf einer Kund­gebung des Hindenburgausschusses sprach der frühere Reichskanzler Dr. Marx. Er erklärte, wenn er 19 25 schon gewußt hätte, was Hindenburg für ein Mann sei, würde er seine damalige Kandidatur nicht angenommen haben. Alle seine damaligen Gegner hätten sich in Hindenburg getäuscht. Aber auch seine Wähler hätten sich geirrt. Es sei beschämend, zu sehen, welch niederträchtige Lügen heute gegen ihn vorgebracht würden. Mit

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Sie jüngste Ausnahme des Reichspräsidenten.

Der Unermüdliche am Schreibtisch seines Arbeitszimmers.

Ein Aufruf

-es Gießener Hin-enburg-Ausfchuffes.

Der Gießener Hindenburg - Ausschuß bittet uns um Veröffentlichung folgenden Aufrufs zum zweiten Wahlgang der Präsidentenwahl:

So groß auch die Stimmenzahl gewesen ist, die Hindenburg am 13. März erhalten hat, sie hat nicht ausgereicht zum vollen Sieg. Das deutsche Volk ist daher zu einem zweiten Wahlgang gezwungen.

Wähler Hindenburgs! Erlahmt nickt in eurem politischen WillenI Ihr habt euch am 13. März, indem ihr Hindenburg wähltet, nicht nur entschieden, treu und dankbar zu sein, ihr seid auch für die Sache des gesunden Men» chenverstandes und der politischen Vernunft eingetreten. Deutschland braucht in dieser Zeit schwerster Entscheidungen dringender denn je an der höchsten Stelle des Reiches eine unabhängige, erfahrene und feste Persönlichkeit, deren Namen überall in der Welt Ansehen und Vertrauen ge­nießt wie Hindenburg. Indem ihr am 13. März für Hindenburg eintratet, habt ihr euch f ü r H i n d e n - burgs überparteiliche Regierungs- führungausgesprochen und dadurch den einzigen Weg beschritten, auf dem Deutschland oorangebracht werden kann. Verlaßt am 10. April diesen' Weg nicht! Kommt alle wieder zur Wahl und werbt für die Wahl! Hindenburgs Stimmenzahl darf nicht kleiner werden'

Ihr anderen aber, die ihr Hindenburg nicht wähl­tet, überlegt es euch noch einmal recht genau! Auch den meisten unter euch ist Hindenburg die große ehrfurchtgebietende Persönlichkeit, die Verkör­perung des besten Deutschland. Diele unter euch haben wohl unter dem Zweifel gelitten, ob sie nicht doch den altbewährten Führer wählen sollten. Nun aber ist Hindenburgs Wahl gesichert, daran werdet auch ihr nicht zweifeln. Auch ihr wer­det wünschen, daß die endgültige Wahl das deut- che Volk in möglich st großer Geschlos- e n h e i t zeigt, damit das Deutsche Reich bei den o wichtigen außenpolitischen Entscheidungen der nächsten Zeit sein volles Gewicht in die Waagschale werfen kann. Je größer die Zahl der Stimmen ist, die sich am 10. April für Hindenburg entscheiden, um s o größer wird der Eindruck draußen in der Welt sein, um so fester wird die Reichsregierung, gleichviel aus welchen Parteien sie hervorgeht, f ü r d i e Sache der Freiheit von Reich uni) Volk eintreten können.

Das ist ja auch euer Wunsch! Die Zahl der Wähler Hindenburgs muß um Deutschlands willen diesmal noch größer werden! Dazu helft auch ihr!

Der Reichskanzler spricht in Stuttgart.

Stuttgart, 5. April. (WTB.) Reichskanzler Dr. Brüning setzte seinen in Karlsruhe begonne­nen Redefeldzug in Stuttgart in der bis auf den letzten Platz von 10 000 Menschen gefüllten Stadt­halle fort. Von der Versammlung mit nicht enden wollendem Jubel begrüßte, erklärte der Kanzler, daß diese Wahlkampfwoche keinen Gewinn für die deutsche Zukunft bedeute, weil man mit Schaudern feststellen müsse, in welch fortschreitender Gemeinheit und Ge­walttätigkeit die Agitation sich von Tag zu Tag entwickle. Aber nach einer anderen Richtung wird dieser Wahlkampf doch einen starken Gewinn brin­gen. Sein Form wird vielen Kreisen, die heute noch irre gehen, für immer d i e Augen öffnen

Die städtische Bevölkerung ist gegenüber den Lockungen der Nationalsozialisten viel skeptischer geworden. Aber auf dem Lande finden sie immer noch viele Gläubige. Um die Landwirt­schaft zu retten, haben wir in den vergangenen zwei Jahren den Zoll für Meizen auf die dop­pelte Höhe heraufgebracht. Aber alle Maßnah­men haben ihre Grenzen in der finkenden Konsumkraft der städtischen Bevölkerung. Die Landwirtschaft muh auch ver- st'ndnis für die Notlage der städti- schen Bevölkerung haben. Die Reichs­regierung will durch gemeinsame Opfer aller die Grundlage schaffen, um zu dem Ziel in der Reparations- und Abrüstungsfrage zu ge­langen, das wir alle als elementares Recht de» deutschen Volkes beanspruchen.

Die eingeleiteten Auseinandersetzungen in der Außenpolitik haben nur Erfolg, wenn die Politik der vergangenen zwei Jahre unter allen Tlmstän- den schärfftens durchgehalten wird. Aller Erfolg hängt von dem Kredit des Rei­ches ab, und dieser Kredit hängt davon ab, daß es der Reichsregierung gelingt, den Etat auszu- gleichen und das Vertrauen des In- und Auslan­des in die stabile Währung zu erhalten.

Alles, was man tun kann in den kommenden

Monaten, ist der unermüdliche Versuch, zu ver­hindern, daß das deutsche Volk völlig durch eine gewissenlose Agitation auseinandergerissen wird, und zwar 100 Meter vor dem Ziel, was den seelischen Zusammenbruch bedeuten würde.

Wenn ein Volk eine Persönlichkeit hat von über­ragender welthistorischer Bedeutung, eine Persön­lichkeit, deren historische Geltung von niemand auf der Welt mehr angezweifelt wird, und wenn diese Persönlichkeit in hohem Älter sich seinem Volk zum weiteren Dienst zur Verfügung stellt, dann müßte es bei einem Volk, das in seiner Mehrheit noch gesund und von kulturellen Idealen noch durch­drungen ist, überhaupt gar nichts anderes mehr geben, als daß sich eine überwältigende Mehrheit gleich vomer st en Tage an auf seine Seite stellt und ihn leidenschaftlich gegen jeden Angriff und gegen jede Ver­leumdung verteidigt. Ich bin überzeugt, wenn jeder seine Pflicht tut, der ein ernstes und tiefes Gefühl hat für die Bedeutung der nächsten Monate, dann wird gewiß am nächsten Sonntag dem Herrn Reichspräsidenten ein Vertrauensbeweis geliefert werden von viel mehr Millionen, als es im ersten Wahlgang bereits geschehen ist.

Die Mahl des Herrn Reichspräsidenten, wen« sie mit weit größerer, mit übecwa tigender Mehr­heit am nächsten Sonntag erfolgt wi d ge­wissen Ländern zeigen daß alle» Ge­rede, als ob das deutsche Volk jeden Tag irgend­einer anderen extremen Richtung erliegen könne, unsinnig ist, und daß man uns ruhig zutrauen kann, daß wir unsere Geschicke selb st regeln können, well wir in uns selbst stark genug sind.

Wenn Sie mit mir in den nächsten Tagen alle Kräfte einsetzen, bann haben Sie nicht nur jetzt das Vaterland gerettet, sondern Sie haben auch die Grundlagen gelegt für das Glück und für die Frei­heit kommender Generationen (Langanhaltender stürmischer Beifall.)

scharfen Worten wandte sich Dr. Marx gegen die Kandidatur Hitlers, des Mannes, der wegen Hochverrats zu fünf Jahren Freiheitsstrafe ver­urteilt worden sei. Wie könne ein Volk, von Leuten, die nichts geleistet hätten, so hinters Licht geführt werden. Ein großer Teil feiner Wähler sei bolschewistisch eingestellt und daher erkläre sich auch die geringe Zunahme der kommunistischen Stimmen. Die Zahl der für Hindenburg abgegebenen Stimmen müsse im zweiten Wahlgang bedeutend erhöht wer­den. Mindestens 20 Millionen müßten für ihn zur Wahlurne gehen und seinem Gegner eine solche Niederlage bereiten, daß es am 10. April vollends aus mit ihm sei.

Beide Angeklagte im Moskauer Attentatsprozeß zum Tode verurteilt.

m o »k a u, 6. April. (WTB. Funkspruch.) In dem Prozeß gegen Siern und wassiljeff wegen de» Attentats auf den deutschen Botschaftsrat von Twardowski wurde heule in früher Morgen­stunde das Urteil verkündet. Es lautete auf I o bes­trafe für beide Angeklagte. Das Urteil ist endgültig.

vor der Verkündigung des Urteils führte Volks­kommissar 6 r y l e n k o aus, das Attentat sei d u r ch eine warschauer Anti-Sowjet-Ter-

ror-Organisation veranlaßt worden, wassiljeff habe wahrscheinlich schon seil 1928 mit dieser Gruppe in Fühlung geslant. n, deren Ziel e» gewesen sei, die außenpoliti' chen Vezie- hungen der Sow jelunion zu stören und Terror zu verüben, um die Politik der Sowjetunion zu durchkreuzen und außenpolitische Konflikte zu pro­vozieren. Die Verteidiger hatten um ein niedrige» Urteil gebeten.

wassiljeff halte sich als Feind der Sowjet­union bekannt und erklärt, von dritten Per­sonen beauftragt wordev zu fein, einen An­schlag auf den deutschen Botschafter zu organisieren. Er habe Stern zur Ausführung des Attentats be­stimmt. Die Schwester Sterns, Karassina, hatte bestätigt, daß ihr Bruder sich der Sowjetmacht gegen­über stets feindlich verhalten und dies in Gesprächen mit ihr nicht verheimlicht habe, wiederholt habe er den Wunsch geäußert, die Sowjetunion zu verlassen. Seine scharfe Einstellung gegenüber der Sowjetmacht habe besonders seit 1930 ernsten Charakter ange­nommen.

Tordiens Besuch in London.

Keine restlose englisch-französische Nebereinstimmung erzielt.

London, 6. April. (WTB. Funkspruch.) Morning Post" schreibt, hellte erscheint der fran­zösischen Presse das Maß der zwischen Macdv- nald und Tardieu erreichten Äebereinstimmung etwas übertrieben. Die Annahme, daß die Erörterungen vom Montag über einen freund­schaftlichen Meinungsaustausch hinausgingen, sei falsch.Daily Telegraf" sagt: Die Besprechun­gen vom Montag führten zu einer Annähe­rung des englischen und des französischen Stand­punktes hinsichtlich der wirtschaft­lichen Seite des Donauproblems. Die finanzielle Seite dagegen wird noch einer sorgfältigen Prüfung bedürfen. Die Londoner Bankiers sind, wie es heißt, nicht geneigt, ohne ein'd Regierungsgarantie weite­res Geld zum Donaugebiet zu investieren. Für die finanzielle Wiederherstellung der Donaustaa­ten haben die französischen Sachverständige« einen Plan großer Anleihekonver- sionsoperationen ausgearbeitet, durch den die bestehenden finanziellen Verpflichtungen ge­wisser Donaustaaten deren jetzigen wirt­schaftlichen Hilfsquellen an gepaßt werden. Dies würde bedeuten, daß es eine sehr beträchtliche Verminderung ihrer Schul­den geben wird entsprechend der Verminderung der Weltpreise ihrer landwirtschaftlichen Produkte. Zugleich würde eine strenge internatio­nale Kontrolle der Finanzen der nutznießen­den Staaten eingerichtet werden.

Auch dem Sonderberichterstatter desPetit P a r i s i e n" in London erscheint die etwas z u optimistische Beurteilung der Verhand­lungen Macdonalds mit Tardieu durch die offi­ziöse Berichterstattung unangebracht. Die englisch-französisch-italienisch-deutsche Aussprache allein werde über das Schicksal des Planes einer Hilfeleistung für die Dvnauländer entscheiden. E r e N o u v e l l e" schreibt, unbestreitbar habe die Londoner Konferenz noch nicht die in Frankreich gewünschte französisch-eng­lische Einheitsfront schaffen können.

Graf Ottokar Czernin f.

Wien, 5. April. (WTB.) Der frühere öfter* reichisch-ungarische Außenminister Graf Czer- n i n ist gestern nacht im 60. Lebensjahr einem Herzschlag erlegen. Czernin entstammte einer altett böhmischen Abelsfamilie. Er gehörte vor bem Kriege als Mitglieb bes Böhmischen Landtags ber Verfassungspartei an unb ftanb bem ermorbeten Thronfolger Franz Ferbinand sehr nahe. Im Jahre 1912 würbe er Herrenhausmitglieb unb ein Jahr später auf besonberen Wunsch Franz Ferbi- nanbs Gesanbter in Bukarest. Nach bem Tobe Kaiser Franz Josephs würbe Graf Czernin 1916 M i n i st e r bes Aeußern, als solcher hat er ßielbewußt auf einen möglichst frühen Friedens- schluß hingearbeitet, um für bas Haus Habsburg zu retten, was sich noch retten ließ. Er war einer ber stärksten Befürwortet bes Bünbnisses mit Deutfch- lanb, nur merkte er etwas zeitiger als feine Mit­arbeiter in Wien, daß Oesterreich-Ungarn sich all­mählich bem Enbe seiner Kräfte näherte. Er hat denn auch ben Friebensschluß mit Rußlanb unb Ru­mänien betrieben, konnte aber seine politischen Ziele nicht mehr erreichen, weil er burch bie Friebens- politik bes Kaisers Karl, noch mehr aber burch bas Hineinreben ber Kaiserin Zita in ein Netz von Intrigen hineingeriet, burch bas er zu Fall kam. Es läßt sich wohl nicht bestreiten, baß er von ben Sonberfricbensbeftrebungen bes Kaisers Karl Kenntnis erlangt hatte, er hat aber nicht gewußt, baß ber Kaiser ben Bestanb Oesterreich-Ungarns auf Kosten Deutschlands retten wollte. Czernin hat benn auch in seinen Erinnerungen sehr scharf mit bem Kaiser Karl, noch mehr aber mit ber Kaiserin Zita abgerechnet.

Aus aller Wett.

Goethe-Ehrung ber italienischen Akademie.

In einer Festsitzung der Akademie von Italien wurde dem deutschen Botschafter das erste Exemplar der im Auftrag der Akademie von Italien erstmals veröffentlichten italie­nischen Reise übergeben, die der Vater Goethes im Jahre 1740 als Tagebuch in italienischer Sprache niedergeschrieben hat.

van-Gogh-Fälschungen en gros.

Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte beginnt der Prozeß gegen den Künstler W a ck e r, dem Llrkundensälschung, versuchter und vollendeter Be­trug vorgeworfen wird. Es handelt sich um nicht weniger als 30 gefälschte van Goghs, bie Wacker zum Teil zu sehr hohen Preisen verkauft hat. Die Bilder sind selbst von Kunst­sachverständigen als echt begutachtet worden. Die Fälschungen wurden erst bei einer Ausstellung entdeckt, als die Fälschungen neben echten van Goghs hingen. Der hoUändische Sachver­ständige de la Faille stellte nun Nachforschungen an und ermittelte, daß von Wacker insgesamt 30solcher Fälschungenauf den Markt gebracht wurdell. Wacker behauptet, die Bil­der aus dem Besitz einer in der Schweiz lebenden russischen Emiarantenfamilie erworben zu haben, die sie aus Rußland herausgefchmug- g e l t habe. Die Anklage wirft Wacker vor, daß er die Bilder durch seinen in Düsseldorf lebenden Bruder, den Kunstmaler Bernhard Wacker, nach der Vorlage eines echten van Goghs unfertigen lieft