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setzendem Ausmaß. Ausgenommen von dieser Schutzbestimmung soll lediglich dasjenige Gelände sein das als Luftfahrtstü tzPunkt oder zur Aufstellung weittragender Geschütze dient. An den Küsten soll mit Ausnahme. Luftfahrtstützpunkte und der Artilleriebatterien jedes Luftbombardement gleichfalls hinter einer noch festzusehenden Zone verboten sein.

Organisationsbedingungen des Friedens.

3m fünften Abschnitt heißt es über die Organi­sationsbedingungen des Friedens: Die französische Regierung ist sich bewußt, daß die vorstehend ge­machten Vorschläge politischeMahnahmen bedingen, die allein ihre Auswirkungen er­möglichen und sichern. Sie betont nochmals, daß nicht durch empirische und technische Verfahren eine wesentliche Herabsetzung der Rüstungen her­beigeführt werden kann- Man muh den Plan ändern und von nun an in der gemeinsamen Aktion die Sicherheit erstreben. Die gegenwärtige Konferenz liefert die beste Gelegen­

heit, endgültig zwischen einem mit Exekutiv­gewalt ausgestatteten Völkerbund und einem Völkerbund zu wählen, der durch unnachgiebige Souveränitäten ge­lähmt ist. Frankreich hat seine Wahl getroffen. Die Maßnahmen, ohne die die obigen Vor­schläge unwirksam und selbst undenkbar werden, setzen u. a. voraus: die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit, die Begriffsbe­stimmung des Angreifers, Garantien hinsicht­lich der raschen Entscheidung über die Verwendung der Streitkräfte und eine internatio­nale Kontrolle der Regelung der Rü­stungen. Die französische Regierung hat in ihrem Memorandum vom 15. Juli 1931 genaue Angaben über die Entwicklung der französischen Rüstungen und über die Herabsetzungen geliefert, die sie bereits freiwillig vor­genommen hat. Diese Herabsetzungen, die Frankreich durch das auf der bestehenden Ord­nung begründete politische Statut ermöglicht wurden, sind bas älnterpfand seiner Entschlossenheit, wenn die gegenseitige Hilfeleistung an die Stelle der Isolierung getreten sein wird, neue Herabsetzungen anzustreben.

Schärfste Knük in der Berliner presse.

Oer Völkerbund als Machtfakior der französischen Politik für Verewigung von Versailles.

Berlin, 6. Febr. (TLl.) Der französische Vorstoß gegen die Abrüstung wird von den Ber­liner Blättern eingehend besprochen. DieGer­mania" weist darauf hin, daß die fran­zösische Regie auf der Abrüstungskonferenz vorzüglich sei und betont, die von Frankreich geforderten Machtbefugnisse könne nur ein Völkerbund besitzen, dessen Mitglieder in jeder Beziehung gleichberechtigt seien und der nicht unter dem Einfluß einer einzelnen Mächtegruppe stehe. Dem heutigen Völkerbund fehlten diese Eigenschaften. DieD A Z." bezeichnet das französische Schriftstück als eine Denkschrift gegen d i e Abrüstung und sagt, wohl noch niemals seien auf ein Stück Pa­pier soviel ebenso gewöhnliche wie dreiste Unwahrheiten gedruckt worden. Frankreich habe einen neuen Weltrekord auf­gestellt. 3n derVossischen Zeitung" wird hervorgehoben, daß die französischen Vor­schläge schon deshalb für Deutschland nicht annehmbar seien, weil sie einen Teil der Kriegsmittel, die für Deutschland ver­boten seien, bei den Einzelstoaten beließen, und weil keine Rede davon fei. daß Deutsch­land a u f dem Fuß der Gleichberechti­gung an den Vorbereitungen für die Völker- oundsarmee beteiligt sein solle. DerLokal- anzeiger" schreibt, das ganze System Frank­reichs laufe darauf hinaus, daß der Völker­bund weiter ein Machtfaktor der französischen Politik sein solle und daß dieser Machtfaktor zur Aufrechterhaltung des Diktats von Versailles unter Einsatz militärischer Mittel mit einem Schein des Rechts für Frank­reich verwandt werden solle. Rach derBör­se n z e i t u n g" bezweckt Frankreichs «Sicher­

heitsprogramm" nichts weiter als die Rieder­haltung Deutschlands und die Stabili­sierung von Versailles. Deutschlands Rein sei ihm sicher. DieDeutsche Zei - t u n g bezeichnet Frankreichs phantastische Vor­schläge als eine Ablenkung von der Ab­rüstung. Man wisse nicht, ob man den offenen Hohn auf die Abrüstung oder die älnverfroren» heit dieser Vorschläge mehr bewundern solle, die offensichtlich die Verhandlungen in Genf auf ein überhaupt nicht zur Erörterung stehendes Gebiet lenken sollten. DerBörsen-Cou- r i e r spricht von einem unmöglichen Sicher­heitsvorschlag. DerVorwärts" allein ver­tritt die Auffassung, daß es klug gewesen sei, den Gedanken einer Völkerbundsarmee in Genf in die Debatte zu werfen und behauptet, gerade Deutschland, das militärisch schwach sei, müsse einen starken Völkerbund roollen. Daß dieser starke Völkerbund nicht einer Macht oder einer Mächtegruppe, sondern allen gleichmäßig dienen müsse, verstehe sich von selbst.

Senator Borah

gegen die französische Oenkschrist.

Washington, 6. Febr. (WTD. Funk­spruch. Reuter.) Senator Borah lehnt die ge­stern veröffentlichte Denkschrift Tardieus über die Reuorganisierung der Welt ab und sieht darin den Versuch, Europa in eine Zw angsjacke zu stecken, um den Versailler Vertrag und die anderen Verträge gewalt­sam aufrechtzuerhalten. Borah erklärt Wetter, es sei erfreulich, daß ein solcher Vorschlag nicht die Unterstützung einer nennenswerten Zahl von Regierungen finden werde.

MeWiisnng-ZM tonbenlo lern eingenommen

China seht den Widerstand fort.

Schanghai, 6.Febr. (2BIB.) Die Japaner haben die Wusung-Forls eingenommen. Die Einnahme erfolgte durchdieersk kürzlich gelandete japanische Brigade, die 3000 Blann zählt, und 800 japanische Marinesoldaten. Die Besetzung der Forts wurde so schnell durchge­führt. daß die Schiffahrt durch die militärischen Operationen nicht gestört wurde. Japanische Kriegs­schiffe und Flugzeuge haben die Forts von wusung vollständig zerstört. Der deutsche DampferHannover", der sich auf der Fahrt nach Manila befand, hat auf der höhe von Dusung den Piloten eines japanischen Flugzeuges aufge­nommen, das infolge einer Motorpanne abgestürzt war. Mehrere Bomben sind in die Inter­na f io n a (e Riederlassung gefallen, wobei verschiedene Personen verletzt wurden. In der französischen Niederlassung wurde von einem Auto aus eine Bombe geworfen, die mehrere Personen verwundete. Man behauptet, daß es sich dabei um ein kommunistisches Attentat handelt.

Dangtschingwen. der Leiter der Ranking- regierung. erklärte: wir schicken in größter Eile Verstärkungen und Kriegsmaterial

noch Schanghai. Die Politik der chinesischen Regierung, so fügte er hinzu, basiert auf zwei Prin- jlpicn: 1. niemals einen Vertrag zu unterzeich­nen. der unsere territoriale Souverä­nität beeinträchtigt und 2. den wider st and gegen die angreifende japanische Armee sartzu- sehen.

Charbin beseht.

Chardin, 5. Febr. Nachdem heute morgen be­reits die japanische Vorhut in Eharbin e i n g e r ü ck t war, Hal nunmehr auch das Gros der Truppen des Generals ha- seb e die Stadt erreicht. Nach zweistündigen,außer- ordentlich heftigen Kämpfen mit den Chinesen haben die Japaner die Alt- und Neustadt von Charbin be- seht, und verfolgen nunmehr die Armee des Gene­rals T i n g t s ch a u . die sich eilig i n n ö r d l i ch e r Richtung zurückzieht. Charbin, mit 230 000 Ein­wohnern die größte Stadt der nördlichen Man­dschurei, ist der wichtige Eisenbahnknotenpunkt DairenMukden-Charbin und Wladiwostok Charbin-Tsitsikar.

Kommunistische Kundgebungen in USA.

R e u h o r k, 5. Febr. (TU.) Am Donnerstag- nachrntttag veranstalteten die Kommunisten in allen größeren Städten der Ver­einigten Staaten Kundgebungen. 3nReu- Y o r k zogen mehrere tausend Personen- mit roten Fahnen zumRa t h aus, das von einem starken Polizeiaufgebot beseht war. Die Kommunisten wurden am Eindringen in das Gebäude verbin- ö.cfL 2n Philadelphia muhten 500 Poli- aUten aufgeboten werden, um das Rathaus äu famtien. Auch in Washington wurde ein Ttarfeö Polizeiaufgebot bereitgestellt, um ein Vor- Dringen der Dernonstrctten gegen das Weiße S)au$, das Palais des Präsidenten, zu ver- $ * £ a 9 0 ^uden mehrere kornmu-

nistlsche Massenversammlungen statt. An einigen ©teilen wurden Tränenbomben verwendet, um die Menge zu zerstreuen.

Erste Sitzung des Beirats für Bausparkassen.

Berlin 5. Febr. (CNB.) Der Beirat für Bau° fporfaffen trat am 3. und 4. Februar zu seiner ersten Sitzung zusammen. Zn lebhaftem Meinungs­austausch wurde besonders die Frage erörtert, in- wieweit eine Möglichkeit für Sanierungs- ma »nah men bei Barsparkassen gegeben ist, und wie in den Fällen, in denen die Liquidation ober ber Konkurs ber Bausparkasse unvermeidbar ist eine Derschleuderung ber Bauspar- Huttenhypotheken vermieden werden kann. Der Beirat äußerte sehr starke Beden- ken über die nicht ber Aufsicht des Reichsauf-

fichtsamtes für Privatoersicherung unterüegenben fog. Mobiliarzwecksparkassen (insbeson­dere Automobil- und Möbelzwecksparkassen) unb bat. diese Bebenken dem Reichswirtschaftsminister zu übermitteln. '

Kleine politische Nachrichten.

3m Prozeß wegen der Erschießung des R ationalsozialisten Felgendreher °5nMLrn^t-n wurden wegen gemein­schaftlichen Totschlags m Tateinheit mit Rauf- handel und versuchten Totschlags die Angeklag- ten Wolf mit zehn 3ahren Zuchthaus a<$)th 2^CrCn Zuchthaus, Zingel mit

Ä bestraft (5$ukr mit acht 3ahren Zücht­

er Reichswehrminister hat d i e B e st j m m u n g aufgehoben, wonach R a t i o n a l s o z i a l i. st en nicht als Rekruten in das Heer in die Marine aufgenommen werden dürften (Ehemalige Nationalsozialisten können also nunmehr

Rekruten emaestellt werden, müssen aber selbst- verständlich auf jede politische B e t ä t - gung verzichten. ' 11

r , sächsische Lcndesleitung der Wirt- . chaftspar tei, u. a. der Vorsitzende, der frühere Finanzminister Dr. h. c. W e b e p. der biS- h^rige Leiter der sächsischen Landtagsfraktion der Wirtschaftspartei. Obermeister K a i s e r, und das Vorstandsmitglied Diplomvolkswirt Fussel haben Übertritt » u t Se u 1n « H o n a .

len Dolkspartei vollzogen.

Wer 500000 Sinlragungcn für ßinbenburg.

Verlängerung der Frist um acht Tage.

Berlin, 5. Febr. (WTB.) Der Hindenburg- Ausschuß teilt mit, daß die Zahl der Ein­zeichnungen bisher insgesamt 515 000 beträgt, die von heute allein 164 000. Ober­bürgermeister Dr. Lahm erklärte einem Ver­treter derKölnischen Zeitung", daß das bis­herige Ergebnis der Einzeichnungen seinen Er­wartungen voll entspreche. Dem von vielen Sei­ten geäußerten Wunsche um Verlängerung der Einzeichnungsfrist Folge leistend, habe Dr. Sahm sich nun entschlossen, die Frist bis Samstag, den 13. Februar, zu ver­längern. Weiterhin führte Dr. Sahm aus, daß die -Mitwirkung der Presse bei der Aktion sich aufs beste bewährt habe. Es habe sich gezeigt, daß er, als er das Rundschreiben an die Zeitungen herausgehen ließ, die S e l b st - losigkeit und Entschlußkraft der deut­schen Presse nicht unterschätzt habe. Soweit es sich bisher übersehen lasse, hätten sich 3 5 0 d e u t- sche Zeitungen sofort in den Dienst der Sache gestellt. Zum Schluß gab Dr. Sahm der Hoffnung Ausdruck, daß sich an den weiteren Einzeichnungstagen noch recht viele Deutsche für Hindenburg bekennen möchten. Auch hätten sich noch viele bekannte Persönlichkeiten, deren Ramen alsbald veröffentlicht würden, zur Unterzeichnung des Ausrufes bereit- erklärt.

Oie Dozenten der Universität Marburg für Hindenburgs Wiederwahl.

Il Marburg, 5.Febr. Die Dozenten ber Phi- lipps-Universität zu Marburg haben einen Aufruf für die Wiederwahl Hindenburgs erlassen, in wel­chem es u. a. heißt: In tiefer vaterländischer Sorge nehmen die unterzeichneten Hochschullehrer vor ber

deutschen Oefsentlichkeit das Wort. Es geht um btt Wahl Hindenburgs. Wie kein anderer Name verkörpert er alles, was groß, ehrwürdig und achtunggebietend ist an unserem Vater- lande. Seine Persönlichkeit, vom Schicksal dem deut­schen Volke in der Stunde der größten Not ge­schenkt, ist die einzige, die uns Deutschen jen­seits aller Kritik steht und letzte Ehrfurcht gebietet. Der Generalseldmarschall und Reichspräsi­dent o. Hindenburg ist für die ganze Welt bas Sinn- bild bes unbeirrbaren und unbefieglichen deutschen Lebenswillens. In dieser Stunde, in ber unter seiner Führung bas beutsche Volk ben entscheiben- den Kampf um seine Freiheit ausgenom- men und sich zur Durchführung dieses Kampfes die härtesten Opfer auferlegt hat, darf es nicht geschehen, daß die Wiederwahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten unter den trüben Vorzeichen in­nerpolitischer Kämpfe vor sich geht. Wir dürfen der Welt in diesem Augenblick nicht das schmähliche Schauspiel bieten, daß die Deutschen sich nicht einmal in diesem größten Namen über alle Parteiungen hinweg.zusamrnen- finden können. Wir dürfen nicht selbst das kost­bare Gut an echter Autorität unb*de, bas uns in ihm anvertraut ist, entwerten. Die deutsche Hochschule ist schon einmal in schicksalsschwerer Zeit das Gewissen ber Nation gewesen. Diesem Berufe getreu forbern wir Hochschullehrer, daß bie Volkswahl Hindenburgs jenseits aller Parteigrenzen und Streitigkeiten als ein großer einmütiger Akt des Dankes, des Der- trauens unb der Liebe vollzogen wirb. Dann wirb, dessen sind wir gewiß, Hindenburgs Name über dem Eingangstor zur deutschen Freiheit stehen! An der Unterzeichnung dieses Aufrufs beteiligten sich mit wenigen Ausnahmen alle Dozenten.

Aus aller Well.

kommunistische Demonstrationsverfuche In Berlin-Moabit.

In Moabit kam es zu kommunistischen Demon- strationsversuchen. Demonstranten, die sich unter bas Publikum gemischt hatten, formierten sich plötz­lich zu einem Zug, dessen Teilnehmer Niederrufe auf die Regierung ausbrachten. Die Polizei setzte starke Kräfte ein. Die aufgelösten Züge versuchten sich jedoch immer wieder aufs neue zu formieren. Die Polizeibeamten mußten Schreckschüsse abgeben. Schließlich wurde der Wasserwerfer in Aktion gesetzt. An den Demonstrationen, die sich auch gegen biebrohenbe Kriegsgefahr im Osten" richteten, nahmen insgesamt etwa 1000 Personen teil.

Große Sturmflulverheerungen in der Danziger Bucht.

3m ganzen Danziger Küstengebiet wütet eine Sturmflut. Sämtliche Vordünen sind von der Brandung überspült. Zwischen Weichselmünde und Heubude wurde die sonst weit von der See ab­liegende Strandpromenade von den Flu­ten in 80 Meter Länge durchbrochen. Die Wellen drangen in die tiefergelegenen Ländereien. 3n den Ostseebädern Brösen und Glettkau wurden die S e e st e g : in etwa acht Meter Lange von den Wellen fortgerissen. 3n Zoppot ist seit 1913 der größte Schaden am 400 Meter langen Seesteg, der bekanntlich die größte Schiffs­brücke der ganzen Ostsee ist, zu verzeichnen. ANe Motorbootanlegestellen und große Teile des un­teren Laufsteges sind fortgerissen worden. Der große Wellenbrecher am Seesft.-g, der aus 40 Weter langen Pfählen besteht, wurde schwer mit­genommen. Die Pfähle sind zum Teil fortgeris. sen. Die Gaslatemen und Bänke wurden weg­geschwemmt. Das Dach eines Hauses wurde vom Sturm a b g e d e ck t. Auf der Halbinsel Hela sind weite Strecken überflutet. Bei Kußfeld drang dieSeebis an dasEisenbahngleis. Der Bahnverkehr zwischen Gdingen und Hela ist un­terbrochen.

Die Insel Reunion vom Wirbelwind verwüstet.

Die 3nsel Reunion im Osten Madagaskars ist von einem schweren Wirbelsturm vollkommen verwüstet worden. Der Ver­lust an Menschenleben soll gering sein.

Bergsturz In den hohen lauern.

Zwischen Gastein und Mallnitz in den Hohen Tauern ist einTeildesAnkoaelgipfels abgestürzt. Das den Alpenbesuchern wohl- bekannte charakteristische Horn des Ankogel ist dadurch verschwunden. Durch den Gesteins­sturz ist niemand zuschaden gekommen.

Trauerfeier

für eine deutsche Lebensretterin im Haag.

3n der Kapelle des Städtischen Krankenhauses im Haag fand eine ergreifende Trauerfeier für öad bei dem gemeldeten Großfeuer in einem E a f ö ums Leben gekommene 18jährige deutsche Dienstmädchen Helene K o 11 m a n n aus Oberhausen statt. Der Gottesdienst wurde von dem deutschen Pfarrer Heinemann geleitet. Der deutsche Gesandte Graf Zech legte einen Kranz an der Bahre nieder und gab dem tiefen Mitgefühl aller Anwesenden mit dem tra­gischen Los des jungen Mädchens, das, selbst schon außer Gefahr, in unübertrefflichem Pflicht­eifer sich noch einmal in die Flammen gewagt hatte, um andere zu retten, und dabei den Tod fand, beredten Ausdruck. Die sterbliche Hülle Helene Kottmanns wurde sodann in einem Leichenauto nach Oberhausen überge­führt.

Paris in Erwartung eines Goldmacher- Experiments.

Paris lebt in Erwartung eines großen Gold- macher-Experiments. Der Mann, der angeblich bie fabelhafte Kunst, Golb zu machen, versteht, ist bies- mal ein polnischer Ingenieur unb Chemiker namens Dunikowski. Seine Anhänger unb befonbers seine Geldgeber glauben fest an ihn. Sie erklären, wenn er seine Kunst noch nicht im großen ausgeübt habe, so sei bies barauf zurückzuführen, baß ihm Zweifel gekommen seien, ob seine Interessen in ben von ihm abgeschlossenen Verträgen genügenb ge- wahrt seien. Dunikowski hat es bisher abgelehnt, vor Sachverstänbigen unb vor dem Untersuchung^ richter zu experimentieren. Er behauptete, man höbe »hm weder bas erforderliche Material zur Verfügung aestellt, noch die nötigen Garantien für die Wahrung fernes Geheimnisses gegeben. Diese Schwierigkeiten sollen jetzt aus dem Wege geräumt sein, denn Duni- kowski will nun in einem Laboratorium der Stadt Paris unter Ausschluß ber Oeffentlichkeit einem klei-

nen Kreise von Sachverständigen in Anwesenheit des Untersuchungsrichters seine geheimnisvollen Künste veranscl-aulichen. Vielleicht kann dem golb- Hungrigsten Lande ber Welt auf bem Wege über Herrn Dunikowski geholfen werben.

Schwerer Autounfall.

Bei einer Uebungsfa-Hrt von Staats- anwälten unb Richtern auf einem Wagen des Polizeiinstitutes für Technik unb Verkehr ge­riet der mit 6 Personen voll besetzte Wagen zwi­schen Rathenow und Nauen (Proo. Bran- benburg) ins Schleubern, überschlug sich unb blieb vollkommen zertrümmert liegen. Sämt­liche sechs Insassen stürzten auf bas Chausseepfla- fter. Der Staatsanwaltschaftsrat Seltner würbe auf ber Stelle getötet. Die anberen In­sassen trugen Verletzungen bavon.

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Äsettervoraussage.

Sehr rasch ist der hohe Druck mit seinem Kern über Skandinavien südwärts nach Ostdeutschland und Polen gewandert, so daß ebenso schnell Kalt­luft unb Aufklaren über Mittel- unb Westdeutsch- lanb Platz gegriffen haben unb Frost brachten. Der Einfluß bes Hochs mit feiner kontinentalen Kaltluft wird zunächst noch ftanbhalten unb unserem (Be­btet Frostoerschärfung brinaen. Jedoch steht zu Be­ginn der kommenden Woche wieder Abschwächung des Frostes und Milderung in Aussicht, denn mit dem weiteren Abzug des Hochs und mit dem Ein­fluß neuer Störungen im Norden fließt mildere Luft zu.

Aussichten für Sonntag: Zunahme des Nachtfrostes, nur stellenweise etwas dunstig ober leicht wolkig, sonst heiter, trocken.

Aussichten für Montan: Wieder Frost- rückgang, mehr dunstig und wolkig, aber auch auf heiternd, im ganzen trocken.

Lufttemperaturen. Am 5. Februar: mittags 6,2, abends 4,4: am 6. Februar: morgens minus 3,2: Maximum 6,5, Minimum minus 3,7 Grad Celsius. Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 5. Fe­bruar: abenbs 3,4; am 6. Februar: morgens 1,4 Grad Celsius.

Amtliche Dinterfporlnachrichten.

Vogelsberg, Hoherodskopf: Klar, minus 10 Grab, kein Schnee, keine Sportmöglich­keit.

® warzwald, Feldb era: Klar, minus 6 Grab, 20 an Schnee, gekörnt, Ski und Rodel gut

Alpen, Schneefernerhaus: Klar, minus 7 ®rab, 240 an Pulverschnee, Ski unb Rodel gut Wetteraussichten für die Berge: Stel­lenweise neblig, trocken, einsetzende föhnisch« Ep.