Dachdruck verboten!
26 Fortsetzung.
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Verein Frohsinn 1864.
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RASSOL
findet Samstag, den 6. August,
ZK
um 11 Uhr statt.
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Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand
Kamerad
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Möbelwerkstätte
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Heinrich Vetter • Wiesenstr.4
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anläßlich des 32. Stiftungsfestes
Kinderspiele, Preisschießen für Damen und Herren usw. — Tanz — Eintritt freil
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stets gewesen ist.
Gießen, den 5. August 1932.
mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffst in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke (Bieben. Ju haben in allen Apotheken.
Die Beerdigung findet am Samstag, dem 6. August, vormittags 11 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt.
um mit einem Wanderzirkus ärmlichster Art mit* zuziehen, jetzt als hochelegante Dame vor ihm saß und ganz ruhig erklärte, sie könne zweimal- hundevttausend Mark ausgeben? Außerdem schon große Summen bezahlt hatte für die Restschulden ihres Vaters. Sie war nicht verheiratet, wodurch wurde sie so reich? Denn wer die Mittel besaß, di« wertvolle Villa zu erwerben, besaß auch die Mittel, sie zu erhalten.
So selten es vorkommt, daß jemand einen Riesentreffer in der Lotterie macht oder irgendeine Spielbank sprengt, mußte Lil Körner doch das eine oder das andere geglückt sein. Oder hatte sie jemand beerbt, eine Person, die sie irgendwo draußen in der Welt kennen gelernt?
Er blickte aufs Lils Hände, die ein paar Dinge mit schönen reinen Brillantsteinen schmückten, auch ihre Ohrgehänge waren sehr wertvoll, ihre Kleider entstammten bestimmt einem erstklassigen Atelier.
Er versicherte: „Ich hoffe, Ihren Wunsch erfüllen zu können, gleich nachher telephoniere ich Frau Raumann an, bis morgen kann ich Ihnen wahrscheinlich schon Bestimmtes mitteilen, gnädiges Fräulein."
Lil nickte. „Ich würde mich sehr freuen, wenn alles nach Wunsch geht. 3m Notfall soll der Kauf nicht scheitern, falls sich der Kaufpreis durch die Möbel ein wenig erhöht."
Lil nannte ihre Wiesbadener Adresse, fügte hinzu: ..Zehn Tage bleibe ich noch dort, dann muß ich nach Köln. Von Köln aus nach Amsterdam. Antwerpen, Brüssel und Marseille, Bordeaux und Paris. Darauf nach Straßburg und Berlin. Vor dem Sommer könnte ich leider kaum für länger als ab und zu einen flüchtigen Tag hier bleiben im Vaterhaus. Aber ein Tag im Vatevhause ausgeruht, wird mir das Ausruhen von vielen Tagen anderswo ersetzen."
Der Iustizrat war verblüfft. Köln, Amsterdam, Antwerpen. Brüssel und Marseille, Straßburg und Berlin! klang es in ihm nach.
Er schüttelte den Kopf.
„Aber warum reisen Sie denn so viel herum, gnädiges Fräulein? Das muß Sie doch furchtbar ermüden?"
Lil lächelte: „Wenn ich nicht soviel reisen würde, ginge es mir nicht so gut, daß ich Vaters Andenken wieder hätte rein waschen können, und ich dürfte jetzt nicht daran denken, unser liebes schöires Haus wiederzuerwerben."
Das Gesicht des Iustizrats glich einem lebendig gewordenen Fragezeichen.
Lil drückte ihren Rücken fester gegen die Stuhllehne. Obwohl sie einsah, ihr alter Freund Melchior Stampferl hatte recht, sie durfte auf ihren Beruf stolz sein, war es ihr jetzt doch etwas peinlich, dem Iustizrat zu erzählen, auf welche Weise sie ihr Geld erworben hatte und noch erwarb. Aber schon im nächsten Augenblick schämte sie
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Gießen (Marktstraße 1), Dahme (Mark), Frankfurt a. M., den 4. August 1932.
In tiefer Trauert
Marie Schmidt, geb. Zimmermann Dr. Otto Schmidt
Fritz Schmidt
Karl Schmidt
Mie Burger, geb. Schmidt
Elly Schmidt, geb. Altner Minni Schmidt, geb. Appel Hans Carl Burger.
Erste Reichsknrx- schrifigesellscbait e. V„ Gießen.
Samstag, 6. August, 8'/, Uhr
Vereinsabend in der Stadt Lick. Ausgabe d. Divlome vom Verbands- und Bezirks-Wettschreib.
Die Beerdigung unseres lieben Kameraden
Otto Schmidt
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DieAug.-Versarnrn- lung ßndet
Betens mö.M. um 20.30 Uhr im Vereinslokal„Aaua- rium" statt. An die Autofahrtn. Braunfels, Anmeld, in der Versammlung, wird erinnert. Näheres in der Bundeszeitg. v. 5. August und in der Versamml. mhD
Union
Morgen Samstag
Vortrag i
Bekanntmachung.
Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag für das Rj. 1932 liegt vom 6. L 2H. ab eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. 5671D
Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll oorge- bracht werden.
Großen-Linden, den 4. August 1932.
Hessische Bürgermeisterei.
Lang.
Lil erwiderte ernst: „Ich habe bisher kein Engagement hierher annehmen wollen. Unter uns, Herr Iustizrat, da Sie doch mit meinem Vater befreundet waren, ich habe mich vor den Frankfurtern geniert."
Der Iustizrat schlug wieder die Hände zusammen.
„Dazu haben Sie wahrhaftig keinen Grund, mein gnädiges Fräulein. Im Gegenteil! Was glauben Sie, wie man Sie bewundern und anstaunen würde, wenn Sie hier aufträten. Heutzutage denkt man im allgemeinen doch nicht mehr so rückständig. Und wenn ein paar alte Klatschschwestern versuchen sollten, Ihnen ein paar Federn auszurupfen, so kann Ihnen doch verflixt wenig daran liegen, denn wen interessiert das Gewäsch von ein paar verschrobenen Weibsen. Weltruf ist eine Sache, die bringen altfränkisch oder neidisch denkende Menschen nicht ins Wackeln. Ich bin entzückt und ganz Frankfurt wird mit mir entzückt sein, wenn Sie sich hier zeigen."
Lil atmete freier. Das war mit anderen Worten eigentlich dasselbe, was ihr Melchior Stampferl gestern abend gesagt hatte, und doch machte es auf sie einen stärkeren Eindruck. Melchior Stampferl stammte aus ganz kleinen Kreisen, er war früh Clown geworden und hatte kein Urteil, wie man in gutbürgerlichen Kreisen dachte. Der Iustizrat, der aus gutem altfrankfurter Patrizierhause stammte, war ihr doch maßgebender.
Lil lächelte. „Im Frühjahr werde ich vielleicht hier auftreten, ich will mich jedenfalls nicht mehr weigern, wenn mir ein Vertrag nach Frankfurt vorgelegt wird."
Schon am nächsten Tage telephonierte der Iustizrat nach Wiesbaden an Lil, das Haus samt den Möbeln, die aus dem Besitz ihres Vaters stammten, stände ihr für die genannte Summe sofort zur Verfügung.
Schneller war wohl selten ein Kaufvertrag abgeschlossen worden wie dieser. Roch ehe Lil nach Köln reiste, wurde das prachtvolle, große Haus, in dem sie geboren, ihr Eigentum.
Sie ging dann eines Tages mit Melchior Stampferl und dem Iustizrat durch die weiten Räume, in ihren Augen glänzten Freudentränen. Jetzt gehörte ihr das Vaterhaus, jetzt besaß sie ein schönes „Ruhdichaus", wenn sie ab und zu nichts hören und nichts sehen mochte von der bunten Welt, in der das Artistenvölkchen lebt und arbeitet.
In Frankfurt verbreitete sich die Reuigkeit mit Windeseile, daß Lil Körner das Haus in der Bockenheimer Landstraße erworben hatte, und auch Werner Sturm hörte davon. Celia brachte die Reuigkeit mit in das kleine Haus der Lindenstraße und dazu die andere Neuigkeit, daß Lil Körner der berühmte Clown „Fix" wäre von der Clownsnummer „Fix und Rix", über die man öfter lese.
(Fortsetzung folgt.)
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Lil bestätigte: „Rein, es geht mir nicht schlecht, obwohl ich nid>t reich verheiratet bin; es geht mir sogar so gut, Herr Iustizrat, daß ich mich mit dem Gedanken trage, mein Vaterhaus zu kaufen, wenn die Möglichkeit dazu besteht."
Der grauhaarige Iustizrat machte eine lebhafte Bewegung des Erstaunens. „Wirklich? Oh, dann haben Sie Glück, mein gnädiges Fräulein, denn die reiche Witwe Raumann, die es kaufte, will es wieder verkaufen, weil sich ihre Tochter nach Italien verheiratet und sic dorthin übersiedeln möchte. Sie klagte mir gerade vor ein paar Tagen, es wäre sehr schwierig, das große Haus loszuschlagen, und sie wolle doch nur ein Spottgeld dafür. Sie kaufte damals auch einen großen Teil der Möbel mit und Sie könnten wahrscheinlich alles wieder miterwerben. Ich glaube, wenn man der Dame ein leidlich annehmbares Gebot macht, greift sie mit beiden Händen zu. Soll ich mich für Sie gleich mal mit ihr in Verbindung sehen?"
Lil nickte lebhaft.
„Cs ist ja wunderbar, daß es gerade verkäuflich ist. das liebe Haus. Hoben Sie eine Ahnung, was es kosten soll?" Sie fügte lächelnd hinzu: „Ganz unbeschränkt sind meine Mittel ja auch nicht."
Lil sah den Iustizrat an, er brannte darauf, zu erfahren, woher ihre Mittel überhaupt stammen, aber er wagte es nicht, sie geradeheraus danach zu befragen. Lind die Erklärung hatte auch Zeit.
Er beantwortete ihre Frage: „grau Raumann, die es ja damals sehr billig gesteigert hot, will nur zwcimolhunderttausend Mark für das Haus haben. Da sie aber keine Käufer dafür findet, weil das Geld sehr knapp ist, bin ich überzeugt, sie gibt es mitsamt den Möbeln, die sie mit- Übernommen, für die Summe her."
Er sah sie erwartungsvoll an.
Lil lächelte: „Die Summe könnte ich ausgeben, und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn es Ihnen gelänge, das Haus mitsamt den Möbeln zu kaufen, die aus unserem früheren Haushalt stammen. Durch die Möbel käme erst die richtige Behaglichkeit in das Haus. Ich möchte es recht traulich und heimisch haben, so wie es gewesen, als Vater und ich darin lebten."
Der Iustizrat überlegte verwundert, wie es kam, daß Lil Körner, die vor einigen Jahren das Haus der Baronin Sturm verlassen hatte.
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Heute morgen entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater und Großvater Herr Otto Schmidt Uhrm achermeis ter.
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Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem unerwarteten Ableben unseres allverehrten Freundes und Ehrenmitgliedes
Otto Schmidt
geziemend in Kenntnis zu setzen. In vorbildlicher Treue gehörte er über 53 Jahre unserem Verein an und werden wir nie vergessen, was er uns
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Herr Christian Emde.
Die Trauerfeier fand in der Stille am 3. Juli statt. Allzufrüh ist der treusorgende Ernährer seiner Familie entrissen worden. Auch wir betrauern den Heimgang des freund). Kameraden und werden sein Andenken in Ehren halten.
sich ihrer Schwäche, denn im Geist hörte sie den f alten Clown sagen: Stolz müßtest du sein auf das, was du erreicht hast!
Ihr Kopf ruckte ein wenig zurück, als sie fragte: „Haben Sie schon einmal etwas gehört von „Fix und Rix", Herr Iustizrat?"
Der Gefragte bejahte etwas verwundert.
„Ratürlich, und gesehen habe ich die Rümmer auch. In Hamburg. Ich habe mich über die Kerle fast krank gelacht, und ein dortiger Freund von mir meinte, der kleine Fix wäre das Vollendetste in seiner Art. Er meinte —"
Der Iustizrat brach kurz ab, murmelte etwas, sah Lil plötzlich an, als hätte er sie bisher noch nicht richtig betrachtet und stieß dann verwundert hervor: „Mir dämmert mit einem Male etwas. Aber das ist doch wohl nicht möglich, das wäre ja ganz unglaublich!"
Lil nickte: „Es ist wahr, Herr Iustizrat, das Unglaubliche ist wirklich wahr, Lil Körner und der kleine Fix sind ein und dieselbe Person."
Der Iustizrat schlug die Hände zusammen.
„Weiß der Himmel, darauf wäre ich von selbst niemals gekommen." Er streckte Lil über den Tisch die Rechte entgegen: „Ich gratuliere Ihnen, gnädiges Fräulein, ich gratuliere Ihnen von ganzem Herzen, denn „Fix und Rix" sind ja zur Zeit, wie ich weiß, die berühmtesten Clowns. Ich habe schon öfter Artikel über das Paar in den Zeitungen gelesen und nun erinnere ich mich auch, einmal gelesen zu haben, Fix wäre eine junge blonde Dame von ausgezeichneter Bildung, die mehrere Sprachen fließend beherrsche, aber so zurückgezogen lebe, daß sich schon ein ganzer Sagenkreis um ihre Person gebildet habe. Es wurde unter anderem behauptet, sie wäre eine waschechte Prinzessin."
Lil nahm die Hand des Iustizrats. „Ich freue mich, da Sie anscheinend kein Vorurteil gegen mich haben, weil ich Clown geworden bin.“ — Der Iustizrat wehrte ab: „Ich bitte Sie, nach Ihrer Mitteilung sind Sie, wenn das noch möglich wäre, höchstens in meiner Achtung gestiegen. Einen Heidenrespekt habe ich jetzt sogar vor Ihnen." Er spielte mechanisch mit einem Bleistift. „Es ist eine Leistung, die Sie vollbracht haben. Alle Achtung! Ein verwöhntes Mädel wie Sie verläßt ihre Kreise und zieht mit einem erbärmlichen Wanderzirkus los." Er schaltete ein. „Es kam nämlich heraus, daß Sie mit einem Wanderzirkus, der sein Zelt am Schönhof aus- geschlagen, Frankfurt verließen. Ein verwöhntes Mädel wie Sie", begann er noch einmal, „gerät unter den schlechtesten Aussichten in die Artistenwelt und bringt es darin so überraschend schnell zu etwas ganz Besonderem. Von „Fix und Rix" hat fast jeder gehört, und schon mancher Frankfurter hat gebrummt, wir wären hier rückständig in der Kultur, weil wir uns das famose Paar noch nicht hergeholt, wir wären geizig und die beiden wären uns wohl zu feuer."
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