Ausgabe 
5.7.1932 Frühausgabe
 
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rd und damit die

In ausländischen Streifen

st jetzt der Plan auf­

halten ist. Worauf es aber unserer Delegation in erster Linie anzukommen scheint, das ist die Be- sertigun,- 1 ......

f a k to r s. 9

Schwierigkeiten für das Kabinett Herriot schaffen könnte. Rur dem energischen Eingreifen Mac­donalds sei es gelungen, die ursprünglichen For­derungen Frankreichs von 25 Milliarden auf 4 Milliarden herabzusehen. Die weitere Dermittlertätigkeit Macdonalds in dieser Frage stoße auf große Schwierigkeiten, da mit unge­wöhnlicher Schärfe und Hartnäckigkeit alle bis­herigen Dermittlungsvorschläge deutscherseits a b - gelehnt worden seien und daher die Der- mrttlungstätigkeit Macdonalds jetzt nahezu er- schöpft sei.

teiligung Deutschlands an der Wiederaufbaukafse möglich sei. Jedoch stoße die endgültige Festsetzung der Höhe dieser finan­ziellen Beteiligung Deutschlands cruf große Schwierigkeiten, da die französische Regierung an der bisherigen Höchst- grenze von 4 Milliarden festhält und es nach englischer Auffassung außerordentlich schwierig ist, die französische Regierung von dieser Höchstsumme herabzubringen. Man befürchtet in englischen Kreisen, daß eine weitere Vermin­derung dieser Summe neue, außerordentlich ernste

Hern'ots Haushalissorgen.

Jetzt auch in Frankreich der Zwang zum Ausgleich des Etats.

pen) in der politischen und parlamentarischen Arena paradieren. Sie denken, daß man ihnen die Dinge nicht so genau nachrechnet. Wenn man von diesen Psychologischen Motiven absieht, so muß man fest- stellen, daß im Sachlichen man sich in Lausanne so erheblich nahe gekommen ist, daß ein Bruch auch nur in der Form der Vertagung nicht mehr leicht zu verantworten wäre.

Politisch entspricht der deutsche Vorschlag mehr der Notwendigkeit, daß endlich der große Schwamm- strich dercoup dgponge" gemacht wird. Dazu gehört natürlich auch die formelle Streichung des ganzen Teils 8 des Versailler Vertrags mit Einschluß derKriegsschuldlüge und eine befriedigende Verabredung, die dieDiskrimination" aus dem Teil 5 des Vertrages beseitigt, hier scheint man aber auch schon die Formeln vorbereitet zu haben.

Londoner Stimmen.

London, 4. Iuli. (TU. Funkspruch.) Politische Kreise Londons drückten am Montag unumwun­den ihre Zufriedenheit aus, daß es der deutschen Abordnung in Lausanne mittelbar gelungen sei, Herriot zur Rückkehr n ach Lausanne zu veranlassen. Trotz der Schwierigkeiten werden die Konfercnzaussichten noch immer hoffnungsvoll beurteilt. Gegenüber den deutschen Gegenäußerungen verhalten sich die amtlichen Stellen zurückhaltend, verkennen aber mcht die Sachlichkeit der deutschen Gegengründe, ausgenommen vielleicht die Forderung nach Streichung des Kriegsschuld- Paragraphen als solchen.Evening Rews" bringt den Bemühungen der deutschen Abordnung, die bestmöglichsten Bedingungen zu erhalten, volles Verständnis entgegen. Das Blatt meint aber, daß wohl nach deutscher Auffassung die beste Verwendung für die zum Wiederaufbau Europas bestimmten Gelder darin liege, sie zunächst zum Aufbau Deutschlands zu verwenden.

Oie deutsche Auffassung schriftlich dargelegt.

Lausanne, 4. Juli. (TU. Funkspruch.) Reichs­kanzler von Pa pen hat durch Legationsrat Thomsen dem Präsidenten der Konferenz, Mac- donald, ein Schreiben überreichen lassen, in dem der Standpunkt der deutschen Abord­nung zu dem Gläubigeroorschlag schriftlich d a r g e l e g t wird. Das Schreiben enthält eine zu- sammenfafsende Darlegung der Auffassung, die die deutschen Vertreter in den gesamten Verhandlungen der letzten Tage dem Gläubigervorschlag gegenüber dargelcgt hat und umschreibt noch einmal den grundsätzlichen deutschen Standpunkt in den zur Verhandlung stehenden Hauptfragen.

Die Zukunst der deutschen privatschulden

Reichswirischastöminister Dr. Warmbold über Wege zur Krisenlösung.

Feste Zahlen oder gleitende Skala?

Auf der Suche nach der rechnerischen Brücke.

Von unserem Q.-Korrespondenlen.

utfrage endgültig begra­ben ist. Unter diesen Umstanden würde es sich also nur noch um eine deutsche Beteilt-

Die Tributverhandlungen sind bis zum Eintref­fen Herriots am Dienstag ins Stocken geraten, da die französische Abordnung vorher eine Stel­lungnahme zu den heute schriftlich Macdonald übermittelten deutschen Aeußerungen, die all­gemein als deutscherGegenvrrschlag" bezeichnet wert en, a b g e l e h n t hat. QH)an darf annchmen, daß in diesen schriftlichen Aeußerungen eine äußer st e Zahlungsgretzze eine Rolle ge­spielt hat, bis zu der sich die deutsche Regierung unter bestimmten Voraussetzungen an den Wie­deraufbau Europas beteiligen zu können glaubt, wobei die Häuptbedingung fein müßte, daß Teil 8 des Versailler Ver­trages samt dem berüchtigten Kriegsschuld­paragraphen gestrichenmii' ganzeTrib

Lausanne wartet auf Herriots Rückkehr

Kein Fortschritt -er Konferenzarbeiten am Montag.

g des letzten Unsicher!) eits« k s. Wir ziehen das Risiko fixer Zahlungen dem andern Risiko vor, daß man uns zu irgend­einem Zeitpunkt mit der Ausgabe von Bonds droht, wenn wir uns einmal in einem politischen Streit nach der Meinung der andern nicht brav betragen. Dazu kommt noch ein anderes. Sowohl Herr herriot wie Herr von Papen suchen nach einer geschickten psychologischen Einklei- dung. Man soll sich nicht gegenseitig etwas vor­machen. Jeder möchte, wenn er heimkehrt, mit der großen Ziffer (herriot) oder mit der kleinen (Pa-

Kampf mit -er Kammer.

BessereAussichtenfürdasFinanzprogramm

Paris, 4. Juli. (TU.) Am Montagabend trat ein Ministerrat unter dem Vorsitz des Präsi­denten Lebrun zusammen, um sich mit dem Finanzprogramm der Regierung und mit der Lage in Lausanne zu beschäftigen. Im Finanzausschuß der Kammer verteidigten Herriot und der Haushaltsminister P a l m a d e das Fi­nanzprogramm und klärten den Ausschuß über die finanzielle Lage der Staatskasse auf. Sie betonten die Rotwendigkeit, in kürze st er Frist die für die Wiederherstellung des Haus­haltsgleichgewichts notwendigen Maßnahmen zu treffen. Herriot betonte dabei, daß die Regierung drei Ziele, Regelung der Reparations­frage, Regelung der Abrüstungsfrage und Ausgleich des Haushalts verfolge. Es sei ihm unmöglich, das Finanzprogramm in der vom Ausschuß abgeänderten <5 o r m vor die Kammer zu bringen. Er bitte deshalb um eine zweite Lesung der Re­gierungsvorschläge in enger Zusammen­arbeit mit Palmade. Die auf Grund dieser Zu­sammenarbeit auf gestellten Vorschläge sollen in der Kammer zur Beratung gelangen, sobald die Lausanner Konferenz ihm die Möglichkeit zur Rückkehr nach Paris bietet. Der Finanzausschuß beschloß darauf, den Haushaltsminister erneut anzuhören. Herriot wird auf alle Fälle am Montagabend nach Lausanne abrei­sen, wo seine Anwesenheit dringend notwendig geworden ist.

Ein Appell an das Volk.

Paris, 4.Juli. (TU.) Ministerpräsident her- r i o t hat am Montagabend folgenden Aufruf an das französische Volk erlassen:

gung an den Beerdigungskosten handeln, über deren Art und Höhe verhandelt werden könnte.

Entgegen andersartigen Ausdeutungsvcrsuchen wird deutscherseits daran fetgehalten, daß die Gegenbemerkungen des Reichskanzlers zum Gläu­bigervorschlag juristisch keineswegs die Form eines deutsch «n Gegenvor­schlages haben. In den khten vertraulichen Besprechungen über die Frc^e von Zahlungen, die Deutschland gegebenenfalß zum Wiederauf­bau Europas leisten sollte, find inzwischen die Bedingungen für di ^Durchführung dieser Zahlungen nach den verschiedensten Seiten hin durchberaten Wochen. Schon hieraus Seht hervor, daß ein deutscherGegenvorschlag" im festumrissenen Sinne tatsächlich nicht vor­liegt. Auf deutscher Seite ift immer wieder der Standpunkt vertreten worden, daß eine deutsche »Abschlußzahlung" nach deisi vorgesehenen drei­jährigen Moratorium nur: in Frage kommen tonnte, wenn diese Zahlung im Verhältnis zu 2er finanziellen Tragfähigksit der deutschen Ge- samtlage steht. Eine bediitzslose Verpflichtung, eine Abschlußzahlung in jedem Falle vorzuneh- nen, war bisher auf deutsch r Seite auf das Ent­schiedenste abgelehnt tt orden.

werde die Weltwirtschaftskonferenz ausdrücklich auf öie Gefahren Hinweisen, die sich aus einer solchen Entwicklung ergeben.

Neuerdings scheine die Erkenntnis zuzunehmen, daß man die Geld- und Kapitalangelegenheiten der Welt nicht in Ordnung bringen könne, wenn es nicht glücke, vermöge der Ausräumung der sich dem Waren- und Geldoerkehr entgegenstellenden Hinder­nisse ein größeres Volumen für den in­ternationalen Warenhandel und ein höheres Preisniveau zu erreichen. Das allgemeine Vertrauen könne aber erst wieder her­gestellt werden, wenn das Reparations­problem in Uebereinftimmung mit der deutschen Auffassung endgültig geregelt werde. So- lange man die Wiederherstellung des Vertrauens nicht ermögliche, werde die Befreiung des in Deutschland f eftgelegten Kapitals nur sehr lang­sam vor sich gehen können. Der Minister erklärte schließlich noch, daß der Reichsregierung viel daran gelegen sei, den aus der Da wesanleihe und der Pounganleihe sich ergebenden Verpflich­tungen unter allen Umständen nachzukommen.

Ich kehre nach Lausanne zurück um dort nach bestem Können im Interesse Frankreichs und des Friedens die schweren Verhandlungen z v Crnöe z u führen. Ich hätte es oorgezogen, nach den wichtigen Vorgängen der beiden letzten Tage, nicht nach dort zurückzukehren. Aber ich lasse mich nicht beirren und ich bewahre die Ruhe, die ich brauche. Unsere Regierung, die sich ihrer Pflicht bewußt ist, sieht sich einer undank­baren Ausgabe gegenübergestellt in­mitten ernster wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Und gerade um diese Schwierigkeiten zu beheben, muß sie bas Gleichgewicht des lausenden Haushalts wiederher st eilen und die Bedürfnisse der Staatskasse decken. Ich habe mir im Laufe der letzten Woche darüber Rechenschaft abgelegt, daß dieses Werk unerläßlich ist. Die Augen auf dieses Ziel gerichtet, werde ich mich nicht einschüchtern lassen, wenn ich auch weiß, daß ich unangenehme Maßnah­men vorschlage. Es wäre geschickter gewesen, sie zu verzögern. Die Pflicht verlangt jedoch, daß sie unverzüglich durchgeführt werden. Ich er­warte von meinen Gegnern, daß sie sie mit Mut entgegenehmen, ebenso wie die Regierung selbst dringende gebieterische, wenn auch oft harte Not­wendigkeiten annimmt. Ich habe Vertrauen in bas Parlament und in die Nation."

Falsche Hoffnungen.

Pariser Presse-Echo.

Paris, 4. Juli. (TU.) Die Pariser Preffe er­klärt, die Reichsregierung habe durch die Über­mittlung ihrer Vorschläge den Grundsatz einer Restzahlung anerkannt. DerJn- tranfigeant" betont, daß man nach der Anerkennung dieses Grundsatzes durch die deutsche Abordnung den weiteren Verlauf der Verhandlungen mit größerem Optimismus entgegensetzen könne

. . . feststeht, in der Weise

ju regeln, daß Deutschland mach Ablauf des drei­jährigen Moratoriums zunächst eine geringe be» dingungslos vorzunehmende Zahlung über­nimmt und der Rest der Swlußzahlung bedingt erfolgt, d. h. nur nach So/r liegen beftimm- ter wirtschaftliche rJ23 oraussetzungen entsprechend der deutschen Wirtschaftslage. Die Ver- foinblungen über diesen ganzen komplizierten Fra- genbereid) sind aber n och völlig in der schwebe und werden ef ft nach Der Rück- tefjr Herriots in eine tntscheidende Phase ein- fielen. Eine selbstverständliche Voraussetzung ist nach deutscher Auffassung natürlich, daß der gesamte Teil VIII des 23 e r f a i m e r Vertrages aus tom Vertragswert herausgsiöst und als e n d g ü l - tig erledigt erklärt wich.

getaucht, die deutsche Abschloßzahlung, deren end­gültige Höhe noch keineswegs

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Lausanne, 4. Juli.

Der berufliche deutsche Beobachter bei den Lau­sanner Verhandlungen sieht sich heute und vielleicht in noch stärkerem Maße morgen vor die fragende Verlegenheit gestellt: Wie sag ichs meinen Lesern? Man möchte es mit dieser Formel ver­suchen: Es gibt keinen Vorschlag der Gläubiger- müchte und keinen deutschen Gegenvorschlag, aber dieser Vorschlag und dieser Gegenvorschlag sind in ihrer rechnerischen Bedeutung im letzten Ende nicht mehr so weit voneinander entfernt, wie die verschiedenen und weit voneinanderliegen- den Zahlen es auf den ersten Blick erscheinen lassen. Vielleicht merkt der Leser, welche Erwägun­gen und Tatsachen sich hinter diesem scheinbar wider­spruchsvollen Satz verbergen.

Man kann die Aufregung nur schwer begreifen, die heute imDeaurivage" und imLausanne- Palace" nach dem Bekanntwerden der letzten deutschenDarlegungen" undAnregungen" immer, hübsch diplomatisch zur Schau getragen wurde. Man tat so, als ob es eine (Sensation gegeben hätte, als ob die deutsche Delegation mit ihren also mit ihren Anregungen" die bisherige Verhandlungsgrundlage völlig verlassen habe. Was ist denn in Wirklichkeit geschehen? Die Gläubigermächte hätten ihre Ansprüche an Deutschland gern in einer gleitenden Skala zwischen 2 und 7 Milliarden untergebracht. Die Forderung nach 4,2 Milliarden deutscher Bonds wäre noch nicht mit unwider­ruflichen Iahreszahlungen auf dieser Grundlage gleichzusehen gewesen. Die Baseler Bank wäre bei der Hinterbringung dieser Bonds auf dem internationalen Kapitalmarkt an die Auf­nahmebereitschaft zu einem fest ge­legten Kurs gebunden gewesen diese Sicherung hätte zum mindesten erreicht werden können und Deutschland hätte nur den be­gebenen Teil der Bonds verzinsen und einlösen müssen. Würde es unserer Wirtschaft weiter schlecht gehen, so hätte der Kapitalmarkt die Auf­nahme ton 4,2 Milliarden deutscher Bonds natür­lich verweigert und unsere Zahlungsverpflich­tungen wären entsprechend verringert worden. Wenn anderseits ein ungeahnter" Aufschwung unsere Wirtschaft zu neuer Blüte bringen würde und wenn außerdem Amerika seinen Schuldschein nicht zerreißen wollte, so hätte nach dem Plan der Gläubigermächte die Möglichkeit bestanden, noch weitere zusätzliche Bonds in Höhe von 3 Milliarden unterzubringen. Mit dieser Wahrscheinlichkeit scheint aber bisher kein Mensch in Lausanne gerechnet zu haben.

Gegenüber diesem Plan hat bie deutsche Delega­tion zu erkennen gegeben, baß sie nur eine Lö­sung ohne jeden Unsicherheitssak t o r annehmen könne und lieber ein festes Zah­lung s v e r s p r e ch e n von 2 Milliarden machen werde, Verzinsung und Tilgung dieser zwei Milliarden waren etwa in der Form vorgesehen, daß nach einem dreijährigen Moratorium entweder 20 Jahre lang 160 Millionen oder 10 Jahre lang 250 Millionen bezahlt werden sollten. Man könnte sich durchaus vorftellen, daß die Franzosen uns gie­rig und eilig auf ein solches Angebot festgelegt hät­ten. Der Sperling in der Hand nämlich diefixen" 2 Milliarden müßten doch eigentlich besser er­scheinen als bie Taube auf dem Dach, will sagen die 4,2 Milliarden, bie an allerhand Voraussetzun­gen geknüpft bleiben. In den ersten 13 Jahren würbe bas. Bild bei einer Tilgung der zwei Mil­liarden im kürzeren Zeitraum genau so aussehen wie bei der Verteilung unserer Leistung auf der Grundlage von 4,2 Milliarden über den vorgesehenen längeren Zeitraum von 37 Jahren. In beiden Fällen würden wir in den Jahren von 1935 bis 1945 jähr­liche Zinsen und Tilgungslasten von 2 5 0 Mill ionen zu übernehmen haben, in denen die Beträge aus dem Hoovermoratorium enthalten wären. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit würden sie nach dem Gläubigervorschlag diese Höhe nicht er­reichen, während wir nach unserem eigenen Ange­bot nicht mehr darunter gelangen könnten. Das englische Erstaunen ist also bis zu einem gewissen Grade berechtigt. ImBeaurivage" scheint man direkt bie Frage gestellt zu haben, ob wir denn wirklich auch erfüllen könnten, was wir anböten.

Es ist klar ersichtlich, daß in den deutschen An­regungen ber deutliche Ansatz ber rechnerischen Brücke zu dem Verlangen der Gläubigermächte ent-

Amsterdam, 4. Juli. (ENB.) Der Sonder­berichterstatter des Nieuwe Rotterdamsche Courant hat den in Lausanne weilenden Reichswirtschafts- minifter Prof. Dr. Warrnbold über bie in­zwischen bementierten Gerüchte von einer A b - Wertung deutscher Privatschulden be­fragt. Der Reichswirtschaftsminister versicherte mit größter Entschiedenheit, baß bei der beutschen Reichsregierung keinen Augenblick der Plan einer Derartigen Maßnahme bestanden habe und daß ein solcher Gedanke niemals in Erwägung gezogen worden fei. Im übrigen erklärte ber Minister, daß bie An­gelegenheit mit eine internationale Frage fei. Nach ber Darstellung Des Korrespondenten hat Reichsminister Dr. Warmbolb weiterhin noch aus­geführt, wenn das Mißverhältnis zwischen dem Wert des Geldes und dem Wert der Produkte noch andauere und die Deflation sich noch weiter verschärfe, werde vielleicht nichts anderes übrig bleiben, als daß in Schwie­rigkeiten geratene Unternehmungen privatim und auf geschäftlicher Basis mit ihren Gläubigern unterhandeln. Die deutsche Regierung

Macdonald ist müde.

Schwierige Vermittlung, da Frankreich an 4M lliarven festhält.

Lausannc, 4. Juli. (TU.) Macdonald Lf..a^.c "ach dem Schluß der Sitzung der fünf Claumgermächte, die Verhandlungen seien außerordentlich schwierig und müh­sam und erforderten viel!Geduld und Arbeit auf a-ilen Setten. Er müsse unter allen Umständen a n D,n nerstagabtnd nach London iV V*.e $ r.f n- da feile Anwesenheit zu der Vorbereitung der Ottatoafr Konferenz unerläßlich " 'CL $.c rriot werde gleich nach seiner lÄuatebr am Dienstagvormittag eine Unter- Jtoung mit ihm hoben. Macdonald erklärte dann weiter, er wäre sehr müde von den ^wieri^n und langtoietigen Verhandlungen und muffe sich letzt zunächst einige Stunden ausruhen.

Man vertritt in mahgrbenden englischen Krei- ;e-n die Auffassung, daß bie von Deutschland Der- £iigte völlige Streichung des Teiles VIII des Arscnller Vertrages (der Tribute und Kriegs- IDilldluge) zu erreichen fei, weiter daß in der iNage des Zusammenhanges zwischen den inter- Qlluerten Schulden und der Tributfrage der deutsche Standpunkt Berücksichtigung finden !°mnte, ja dah auch ein Entgegenkommen in der jjiage der endgültigen Bedingungen für die Äisgabe der Bonds und der finanzieUen De-

nr.|55 Lrüharrsgabe 182 labraana . 4 B

j 9 -^rgang Dienstag, 5. Juli 1932

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen MZ

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