Ausgabe 
5.7.1932 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Brand in der Marburger Frauenklinik.

Seegrasmairatzen durchKaminschadeninBrandgeraien.-OerOachstuhlzerstöri

LPD. Marburg (Lahn), 5. Juli. Aus bisher ungeklärten Gründen entstand gegen 2 Uhr mor­gens in der Marburger Frauenklinik, die unter der Leitung des Geheimrats Kehrer steht, ein Brand, der sich rasch vergrößerte. Die Feuerwehr ist gegenwärtig unter Mitwir­kung der Bürger- und Studenten­schaft bemüht, den Brand zu lokalisieren und zu löschen. Die Patienten haben sämtlich die Klinik verlassen, ebenso das Personal. Der gesamte D a ch- sk u h l steht bereits in Hellen Flammen. Man hat sich an die Gießener Feuerwehr um Unterstüt­zung bei den Löscharbeiten gewandt.

wie wir von Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r ö in Gießen noch hören, wurde die Gießener Feuer­wache von der Marburger Polizei zu Hilfe gerufen

und mit einiger Sicherheit auf das Zustandekommen einer Endlösung rechnen dürfe. Auch derTemps" weist auf die besondere Bedeutung der angeblichen grundsätzlichen Anerkennung der fron- zösischen Forderung hin und meint, daß man sich über die Gegenvorschläge der Reichsregierung nicht wundern dürfe, da es der Geisteshaltung des beut* schen Volkes entspreche, mit Worten zu spielen, um aus diesen Manövern möglichst große Vorteile zu ziehen. Das nationalistischeJournal des Debats" gibt der Hoffnung Ausdruck, daß man in Lausanne keine Zeit mit den Beratungen der deutschen Gegen­vorschläge verlieren werde.

Grand» fordert Schwamm drüber"

Keine Ausnahme für Frankreich.

Lausanne, 4. Juli. (TU.) (Funkspruch.) Der italienische Außenminister G r a n d i hat dem Lausanner Vertreter desPetit Parisien" eine Erklärung übergeben, in der u. a. folgendes auS- geführt wird: Die einzig mögliche Lösung, die im Interesse aller liegt, ist nach den dreiwöchentlichen Verhandlungen der Konferenz nur die Lösung: Schwamm drüber (coup deponge). Die Lausanner Konferenz war nicht einberufen wor­den. um zukünftige -Zahlungen zu sichern, die nur die anormale und künstliche Lage der Gegenwart weiter aufrecht erhalten und verschärfen könnten, sondern um die unerläßliche Rückkehr zum Vertrauen und die Wiederauf­nahme des allgemeinen Handelsver­kehrs zu ermöglichen. Die Moratoriumserklä­rung der Lausanner Konferenz vom 16. Juni, durch die die Reparations- und Kriegsschulden­zahlungen zwischen den europäischen Mächten aufgeschoben wurden, hat den jetzt einzu­schlagenden Weg gezeigt. Dieser Weg muh jetzt zu Ende gegangen werden. Die Regelung, Die auf der Konferenz gefunden wird, rüuh ein-» endgültige Regelung fein. Die Annul­lierung der Zahlungen muh sich auf sämt­liche europäischen Gläubiger- und Schuldnermächte er st recken. Rur auf diese Weise kann eine allgemeine Regelung vor­bereitet werden, auf die in der Moratoriumser­klärung vom 16. Juni hingewiesen wird. Es ist jetzt der Augenblick gekommen, die Worte des Evangelisten anzuwenden: Vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern.

Oie Arbeit der Londoner Stillhaltekonferenz.

London, 4. Juli. (TU.) Am Schluß der Mon­tagssitzung der Stillhaltekonferenz wurde folgende Mitteilung herausgegeben: Der Ausschuß, der auf Grund des Stillhalteabkommens von 1932 eingesetzt wurde, hielt eine Sitzung zusammen mit den deutschen Vertretern ab. Die haupt­sächlichsten Fragen, die zur Erörterung standen, waren die Frage der Vorschußzahlungen, wie sie in dem Abkommen vom 1. März für die­jenigen Schuldner vorgesehen waren, deren Ver­schuldung noch nicht um die vollen 10 v. H. herab­gesetzt war und ferner die von der deutschen Ab­ordnung gestellte Forderung nach einer Revision

Zn der Hellseher-Werkstatt.

Don Prof. Ludwig Jahn, Köln.

Einen Künstler, Maler oder Vildhauer haben Sie wohl schon einmal bei feinem Schaffen beob­achtet, aber wohl keinen Hellseher?! Die Ge­legenheit ist gegeben: wir ergreifen sie und treten in die Werkstatt ein, denn auch ein solcher Künstler und Könner darf nicht im Verborgenen bleiben.

Ein traulicher Raum umfängt uns. Dicht am Fenster der Arbeitstisch, angehäuft mit Literatur: Literatur auch in Schränken, auf Regalen und Tischen eine Werkstatt des Geistes! Und der Meister?

Ludwig Aub bringt dem Besucher eine herzgewinnende Freundlichkeit entgegen; er sucht sogleich in Kontakt mit ihm zu kommen, studiert dessen Gesichtszüge und horcht auf Ton und Stimme.

Ihm sitzt ein Student gegenüber.

Aub:Sie machen Ihren Doktor?"

Student:Ja!"

Aub:Ich kann Ihnen sagen, über welches Thema."

Student:Das können Die nicht!"

Aub:Heber einen Vorfahren Shakespeares Keat!"

Student:Das ist ja fabelhaft!"

Aus persönlichem Gespräche auf musikalischem Gebiete.

Aub:Sie schätzen Beethoven ... und Wagner? Von Wagner nicht alles."

Ja alles!", sage ich übereilt.

Seine Frage in ungläubigem Ton.Rienzi, Parsival?"

Ich:Sie haben recht, ich mache Unterschiede."

Aub:Ihre Lieblingsoper ist ... .Tristan und Isoldes" And nun wieder plötzlich:Jetzt ver­stehe ich die Linie SchopenhauerWagner."

Lotte P l a a t gebe ich einen kleinen zu- fammengefalteten Zettel in die Hand und lasse £ 9lci<^ schließen, obwohl nichts am Ob- iekt »st was ihr irgendeinen Fingerzeig über seinen Inhalt oder seine Bedeutung geben könnte. Unverzüglich sagt Frau Plaat folgendes aus:

und rückte um 3.30 Uhr nach Marburg aus. Dort brauchte sie aber bei der Bekämpfung des Brandes nicht mehr e! n z u g r e i f e n, da die örtliche Feuerwehr bereits die Oberhand über den Brand erlangt hatte. Die Gießener Wehr kam um 5.30 Uhr wieder hier an.

Der Brand ist anscheinend durch Schaden am Kamin entstanden, von wo aus die Flammen eine Anzahl auf dem Hausboden lagernder Seegrasmatrahen ergriff en. Der D a ch - st u h l des Gebäudes ist niedergebrannt, teil­weise sind auch die Decken eingestürzt, heute früh war der Brand so weit bereits bekämpft, daß mit den Aufräumungsarbeiten begonnen werden konnte.

der Zinssätze. Der Ausschuß nimmt an( daß er seine Arbeiten am Dienstag beendigen wird.

Oer englisch-irische Streit.

Thomas fordert Londerzoll auf irische Waren.

London, 4. Juli. (WTD.) Der Staatssekre­tär für die Dominions, Thomas, teilte im Unter­haus mit, aus de Valeras Antwort gehe unzweifelhaft hervor, daß dieser entschieden ein Schiedsgericht ablehne, das sich nur aus Vertretern des britischen Reiches zusammen­sehe und daß er eine Beseitigung deseng­lisch-irischen Vertrags erstrebe. Der bri­tischen Regierung bleibe daher nichts anderes übrig, als heute, wie dies bereits vorgesehen sei, die angekündigte Entschließung über die Erhe­bung von Sonderzöllen auf irische Ware im Unterhaus einzubringen. Der Regie­rung soll Vollmacht erteilt werden, Sonder­zölle auf irische Einfuhren nachEng- land bis zu 100 v. H. zu erheben, um ben Vetrag der von Irland verweigerten Iahreszah- lungen in Höhe von rund 5 Millionen Pfund ein­zutreiben. Thomas erklärte, daß England mit sei­nen Zugeständnissen bis an die äußerste Grenze gegangen sei. Es gäbe jetzt keinen anderen Weg mehr, als die Erhebung der Son­derzölle. Die Erhebung dieser Sonderzölle werde eingestellt werden, sobald der England vom iri­schen Freistaat geschuldete Betrag erreicht ist. Ein Mitglied der Arbeiterpartei erklärte im Unter­haus, der irische Freistaat beabsichtige, die Eng­land geschuldeten Landannuitäten in einen Sonderfond einzuzahlen, bis der eng­lisch-irische Konflikt durch einen Schiedsspruch beigelegt sei.

Der Staatssekretär für die Dominions, Tho­mas, erwiderte darauf: Ich habe erst vor einer halben Stunde davon Kenntnis erhalten. Wenn De Valera die Land-Annuitäten einbehält, weil er alaubt, daß es zu einer schiedsrichterlichen Ent­scheidung kommen wird, dann ist die Aus­gabe bedeutend einfacher. Es wäre mir lieb gewesen, wenn ich vorher von De Valeras Ab­sicht etwas gewußt hätte, Henn jetzt handelt es sich nur noch um die Frage der Zusammensetzung des Schiedsgerichts.

DaS Unterhaus hat in früher Morgenstunde die Entschließung über die Erhöhung von Sonder- zöllen auf irische Waren unverändert mit 223 gegen 31 Stimmen angenommen.

Neue englische Zollverordnung.

London, 4. Juli. (STIL) Die vorläufigen ZölleaufEisen- und Stahlerzeugnisse, die 33% Prozent betrugen, wurden am Montag durch eine neue Verordnung des Schatzamtes, die in der Nacht zum Donnerstag in Kraft tritt, bis auf weiteres verlängert. In derselben Verord- nung werden Abänderungen der Einfuhrzölle für Rasierklingen und durchsichtige Zellulose- hüllen angekündigt. Auf die Rasierklingen wird zu den bestehenden 20 o. H. ein Zusatzzoll von zwei Schilling je Groß erhoben. Der Zoll auf sich- tlge Zellulosehüllen wird auf 20 v. ch. e r h ö h t. Der

Sa ist etwas darauf geschrieben!" Und dann in rascher Folge:Ich empfinde ein Gewühl von Menschen. Ich höre Stimmen, besonders Frauen­stimmen; die Menschen laufen alle auf einen Haufen. Ich höre Lachen, ja gar nichts Trauriges; es sind alles Menschen in guter Stimmung, Frauenstimmen in einem großen Raum spezielle Personen kommen gar nicht in Frage. Immer wieder dieses Gedränge, als wenn jeder etwas haben möchte" sie macht die Bewegungen nachlauter Geräusche und ©rängen. 2m Gedränge bin ich und bleibe

Genug!" sage ich.Genug! Ditte öffnen Sie Ohre Hand, falten Sie den Zettel auseinander und überzeugen Sie sich selbst, was für ein Zettel das ist."

Der Zettel war ein Wiegefchein (mit aus­geschriebenem Datum und Gewicht) zu einer Waage, die in der Vorhalle des Kurhauses zu Wiesbaden aufgestellt ist und wo zwei Kassen sich befinden!

Kommentar ist wohl überflüssig!

Dieselbe Dame wird zu einem Arzt gebeten und sieht auf dem Tisch zwei Briefe liegen.

Um Gottes willen! Da ist etwas Furchtbares geschehen!"

Sie nimmt den Brief in die Hand.

»Ich sehe den Mann, der diese Briefe schrieb, in Berlin gehen." Das wird abgestritten. Frau Plaat bleibt dabei.

Ich bin in Berlin! Bestimmt. Jetzt bin ich in einem großen Gehölz mit vielen (Seen." Und nun sagt sie plötzlich:Der Mann hat Selbst­mord verübt!" Auch dies wird als unmöglich hingestellt. Da klingelt das Telephon. Es meldet sich das Krankenhaus Derlin-Westend, das Rach- richt gibt, daß der Betreffende soeben eingeliefert worden ist! (Wurde eben noch vom Tode er­rettet.)

Gr« st v on Lorenzo. Ein Bankier besucht den Hellseher. Es kommt ein Geschäft zur Sprache, das ein Bauer mit dem Bankier macyen will. Cs handelt sich um einen Grundstücks­verkauf, bei dem Holländer beteiligt sind. Lo­renzo bedeutet dem Bankier, den Bauer mal mitzubringen. Kaum sieht der Hellseher den Bauer, als er ihm auf den Kopf zusagt

beratende Zollausschuß teilt mit, daß es noch nicht möglich war, die beabsichtigten en d g ü l t i g e n S cy u tz z ö l l e für die englische Eisen- und Stahl­industrie sestzusetzen, da infolge der Reorganisation dieser Industrie außergewöhnlich verwickelte Fragen zu lösen seien.

Gegen Auswüchse der Wah'propaganda.

Berlin, 4. Juli. (WTB.) Der Reichsinnen­minister hat bei den Landesregierungen angeregt, entsprechend dem Vorgehen bei der Reichstags­wahl 1930 und der Reichspräsidentenwahl 1932 zu erwägen, ob es sich nach den Bedürf­nissen der einzelnen Reichsteile emp­fiehlt, für den Tag der Reichstagswahl und den Vortag den Ausschank von Brannt­wein und den Kleinhandel mit Trinkbranntwein zu verbieten. Ferner hat der Reichsinnen­minister die Aufmerksamkeit der Landesregierun­gen auf den Aufruf des Deutschen Bundes Heimatschuh gegen d i e Verschandelung des Heimatbildes durch Auswüchse der Wahlpropaganda gelenkt. Er hat zur Erwägung gegeben, ob sich nach den Er­fahrungen bei früheren Wahlen polizeiliche Vorschriften zum Schutze des Heimat­bildes und des Denkmalschutzes wie des Schuhes des Eigentums überhaupt gegen die Auswüchse der Wahlpropaganda emp­fehlen.

Reinhold Spitzenkandidat der Staatspartei in Hessen.

WSN. Frankfurt a. M., 4. Juli. Die Staats­partei in Hessen hielt in Frankfurt einen außerordent­lichen Parteitag ab, der der Vorbereitung der Reichs- tagswahl galt. Nach einer eingehenden Aussprache,

in der man kih u. a. auch mit der hessischen Land­tagswahl besl! astigte, und in der der entschiedene Wille zum Aufdruck kam, die Nationalsozialisten von der Regierung, gleich welcher Form, fernzuhalten, wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt:Der Parteitag ist der Auffassung, daß die Partei allein und entschieden den Wahlkampf zu führen hat. Darüber hinaus wird von der Reichs­parteileitung verlangt, nichts unversucht zu lassen, damit bie 9te ft ft Immen nicht verloren gehen." Der Parteigtag beschloß ferner, den Reichs- sinanzminifter a. D. Dr. Reinhold, der an der Spitze der staatsparteilichen Kandidatenliste in j) e f sen - Nassau steht, auch für den Wahl­kreis Hessen an er st er Stelle aufzustellen. An zweiter Stelle steht der Wohlkreisvorsitzende Oberstudiendirektor Dr. Weiner (Offenbach).

OieFrauenfroni 1932*

an den Reichspräsidenten.

Hamburg, 4^ Juli. (ERD.) Die am SamS- tag gegründeteFrauenfront 1932" hat an den Herrn Reichspräsidenten ein $ele<- gramm gerichtet, in dem sie mitteilt, daß sich Frauen der verschiedensten politi­schen Richtungen in Hamburg in der Frauenfront 1932 zur Verteidigung der Frauen­rechte im Staat, Familie und Beruf zufammen- geschlossen hätten. Ihr Kampf richte sich insbe­sondere gegen Geist und Methoden der G e waltinunserempolitischenLeben. Diesem bedrohlichen Treiben müsse unverzüg­lich Einhalt geboten werden. Die Er­wartung, daß nach Aufhebung des Uniform» Verbotes der uniformtragenden Verbände eine Beruhigung des politischen Lebens eintreten werde, habe sich nicht erfüllt.

Lungdeutsche Vorschläge für Arbeitsdienst und Siedlung.

Reichsführeriagung des

Berlin, 3. Juli. (ERD.) Der Iungdeutsche Orden hielt unter dem Vorsitz seines Hoch­meisters Arthur M a h r a u n eine Reichsführer­tagung ab, die sich vor allem mit den Fragen des Freiwilligen Arbeitsdienstes und der Siedlung beschäftigte. Die Sachbearbeiter aus den einzelnen Landesstellen berichteten über die Erfahrungen, die in über 13 0 jung- deutschen Kolonnen des Freiwilligen Ar­beitsdienstes sowie in der jung deutsch en Sied­lungsarbeit gemacht worden sind. Auf Grund dieser Erfahrungen forderten die jungdeutfchen Führer, daß endlich der weitere Ausbau des Freiwilligen Arbeitsdienstes beschleunigt werde. In den jungdeutschen Forderungen Küßt es u. a.:

Für den Freiwilligen Arbeitsdienst müssen unterstützte Arbeitslose jeder Llnterstühungsart, besonders alle Jugendlichen bis zu 25 Jahren zugelassen werden. Die Frage der Bedürftigkeit darf nicht einengend für die Aus­dehnung dieses volkspolitisch sehr wichtigen Ge­bietes wirken. Die zulässige Förderungs­dauer für den Arbeitsfreiwilligen muß von 20 Wochen auf mindestens ein Jahr, für die Leiter von Arbeitsgruppen auf vier Jahre verlängert werden. Die nach Presse­meldungen geplante Schaffung eines Reichs- k o m m i s s a r s und eines Beirats für Frei­willigen Arbeitsdienst im Reichsarbeitsministe­rium wird von den jungdeutschen Führern grund­sätzlich begrüßt, aber jede einseitige parteipolitische Besetzung des Reichs- kommissariats muß auf das Schärfste ab- gelehnt werden.

Die Führer des Jungdeutfchen Ordens be­faßten sich ferner mit der Frage der bäuer­lichen Siedlung und forderten eine um­gehende Freigabe der 2 Millionen Morgen des nicht mehr sanierungs­fähigen Großgrundbesitzes im Osten für die Siedlung zu erträglichen Landpreisen. Auch die jetzige Reichsregierung habe die Pflicht, das Versprechen der Regierung Brü­ning zur bäuerlichen Aufsiedlung dieser Län­dereien einzulösen. Die preußische Staats- regierung müsse ferner das in der Dezember-

Zungdeutschen Ordens.

Rotverordnung gegebene Versprechen, 2 00 000 Morgen Domanenland kostenlos für die Siedlung zur Verfügung zu stellen, so­fort durchführen. In den Vorträgen auf der Reichsführertagung wurde aus mehreren Pro­vinzen berichtet, daß die wilde Siedlung von landhungrigen Bauernsöhnen und Landarbeitern mit unzuläng­lichen Mitteln unheilvoll zu wachsen be­ginne. Das Reich habe die geschichtliche Ver­pflichtung, im Sinne des Freiherrn vom Stein eine Ostsiedlung von bisher ungewohnten Ausmaßen durchzuführen, wenn der Osten überhaupt gerettet werden solle. Die jungdeutfchen Forderungen wur­den der Reichsregierung und dem Reichspräsi­denten übermittelt.

Aus aller Wett. _

Rumänische Leprakranke revoltieren.

Aus dem Lepralaaer in E i r p h i l e st i brachen die dort untergebrachten Leprakranken in der letz­ten Rächt aus und tauchten in der kleinen rumä­nischen Stadt Isaceä auf, wo ihr Erscheinen eine Pani kauslöste. Alle waren in Lumpen geklei­det und halb verhungert. Sie gaben an, daß de« Lagerarzt vor einem Monat nach Bukarest gefahren sei, um Geld und Lebensmittel zu holen, aber nicht zurückgekehrt sei. Die alarmierte Polize itrieb die Kranken zusammen und trans­portierte sie ins Lager zurück.

Ueberschwemmungen in Japan.

Wolkenbruchartige Regengüsse haben im meft- lichen und südlichen Japan Hochwastser und ausgedehnte Ueberschwemungen her- voraerusen. In der Nähe der Stadt Kobe werden 30 Personen, die wahrscheinlich ertrunken sind, ver­mißt. Bei K a g o s ch i m a stehen 9000 Häuser unter Wasser. 14 Brücken sind weggespült worden-. Die ganze Stadt Okasaki war mehrere Stunden lang überschwemmt. Im Bezirke Mitschi wurden 3000 Häuser unter Wasser gesetzt und 15 Brücken zerstört. 43 Personen werden vermißt.

Sie sind ein Betrüger! Die Sache mit den Holländern ist erfunden!"

Der Bauer war sprachlos in wahrstem Sinne des Wortes: er verließ das Zimmer ohne einen Gruß.

Warum haben Sie diesem Schwindler Geld gegeben?, fragt darauf Lorenzo.

..Ich habe dem Manne kein Geld gegeben!, erwiderte der Bankier.

Dann haben Sie mich belogen, denn ich »sehest wie Sie dem Bauer Geld geben!

Tatsächlich hatte der Bankier dem Bauer Geld gegeben, was er aus naheliegenden Gründen verschweigen wollte.

Frau Wieghardt wird ein verschlossener Briefumschlag gereicht. Sie legt diesen auf ihren Schoß und bedeckt ihn mit der rechten Hand. Ihr Gesicht nimmt einen gütigen, frohen Aus­druck an. Sie betont das Gute und Liebe, das vom Briefe komme und behauptet plötzlich, es handle sich um eine Dame und diese Dame sähe dem Fragesteller ähnlich! Kurz darauf wird ihr Gesichtsausdruck traurig, und sie sagt:Sie ist tot; aber noch nicht lange, denn ich s^he sie noch ,hew hinter Ihnen fiepen!

Die Dame hatte richtighell gesehen, denn der Briefumschlag enthielt eine Photographie der verstorbenen Schwester des Fragestellers, dessen Aehnlichkeit mit der Photographie hinter­her von den Anwesenden einwandfrei festgestellt wurde.

Der Hellseherin wird jetzt ein in Papier gut eingewickelter Gegenstand überreicht.

Frage:Was ist in diesem Papier?"

Frau W:Ein Buch, ein gutes Buch von einem Heben, guten Menschen!"

Frage:Was für ein Buch ist dies?"

Frau W.:Ein Gebetbuch! Sie hat das Buch nicht gekauft, sondern geschenkt bekommen von einer Dame, und hat in Holland gelebt. Sie hat das Buch an einem wichtigen Tage geschenkt er­halten. Ich kann Ihnen auch sagen, wie die Dame aussah und wie sie gekleidet war: Hoch am Halse geschlossenes Kleid mit Dörichen, dar­unter eine Reihe Knöpfe. Rock weit, bauschig und

gerafft. Die Aermel sind an der Schulter weiter, auch bauschiger und werden nach unten hin enget; das Haar ist in der Mitte gescheitelt. Die Haare sind einmal seitlich und einmal mehr nach hinten, und dann ist es wie ,mit Zöpfen' gemacht!!''

Sämtliche Aussagen waren genau zutreffend.

Der eingewickelte Gegenstand war ein holländi­sches Gebetbuch von des Fragestellers Mutter, die solches in Holland anläßlich der Kommunion geschenkt bekommen und viel benutzt hatte, linb was die Porträtierung im ganzen anbetraf, ft> könnte man danach fast ein Gemälde von ihr malen; sie entspricht genauestens den betreffen­den Iugendbildern aus der Mitte der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts! Die Dame trug gedrehte Locken (holländisch:Krullen"), daher die Bezeichnungwie mit Zöpfen gemacht".

Wohlzutun und mitzuteilen.

Je höher die Zahl der Arbeitslosen steigt, je län> der die Krise dauert, desto häufiger werden die Fälle, wo Familien wegen Mietsschulden exmit­tiert werden müssen. Die Betroffenen wehren sich gegen diese Zwangsmaßnahme und in Berlin wohnt in einem Hause ein Arbeitsloser, der, trotzdem seit einem Vierteljahr ein Exmissionsbeschluß vorliegt, nicht exmittiert werden kann. Wenn der Gerichts­vollzieher mit seinen Leuten kommt, rotten sich all« Bewohner des Hauses vor der Tür zusammen und lassen den Beamten nicht durch. Einige Häuser da­von entfernt steht ein Haus, dessen sämtliche Mieter arbeitslos sind. Der Besitzer des Hauses ließ am 1. Juli keine Miete einkassieren, sondern ließ jeder Familie, die in seinem Hause wohnt, einLebens- m i t t e l p a k e t überreichen, enthaltend ein Brot, ein Pfund Butter, eine Wurst und ein halbes Pfund Konfekt. Bravo! Auch ein Hausbesitzer soll in dieser Zeit nicht vergessen, wohlzutun und mitzuteilen. Er muß aber dazu in der L a g e sein. Die Exmittie­rungen find in der Regel keine Schikane gegen Er­werbslose, denn hinter dem Hausbesitzer lauert auch die Gefahr der Zwangsmaßnahmen gegen ihr und sein Haus, wenn er infolge Fehlens der Miet« nicht in der Lage ist, die fälligen Zinsen und Steuern zu bezahlen.

Str $ -r.Sbe zoSeblii Doll un vocden w * Dienst > Seine 2 Jahrzeh acwun'i' o

uni) 0sfrnb len gelten s fahl! nw nach 24 U wechsel mit

bah" W glitt* ritlf Ifl I) *

Personenzu werden Au Bad-Nau rück 1,50 2 Bad Sa!, rück 2,10 1 Bräunst!

3. Klasse hii Kahensui preis 3. Kl

Lich, Fa üJlarburi 1,60 Marl Wetzlar,

Der G sechsten 2 Durg @1 Wirken t Hurganla, bemüht, d Reihen sei Mitglieder unb Land auch der stattfinden! genannt 6 betragen. 1 Werbung i Gleibergfre wenn (inan Erfolg gebu der alljähr unterhaltun 6o hielt diesjährige rigen Mitt neten Der!

fette vom f

schein die k Land grüß« auf seine ( kvrei'yelt m M. Tc beim Qhuna letzte Stich Fahrzeuge, angenehme Schatten sp än kühler recht bald

Mit schm stücken kil Mufikkahel Sum Tanz, Anze den ner Anshrc Dereinsvor

Ausgab, mattreue , Sleibergh^ Anschauung genommenen ner. Drohen .Lahntal" n>°tliedern set

> Dicht

des t U.-n a r, t ?andvlin «WM

5?»5 ten x^en a s* leine

»Sy s<

rK

tot tev

Wt,aen