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4.11.1932 Erstes Blatt
 
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Freitag, 4. November 1932

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheyeii,

Nr. 260 Zweites Blatt

S.jlxfport

Spitzenleistung

Breitenarbeit

Grundsätzliche Kragen in Leichtathletik und Kußball.

Wirtschaft

lichst beide Kategorien, dre -- -

Jubiläums - Verkauf!

* n^iu. a« n..a|jt ät ist das Prinzip des Kaufhaus Schneider

1932

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Nach § 22 durften neueingestellte Arbeitnehmer, die mindestens 24, aber nicht 40 Stunden in der Woche beschäftigt werden, nur dann mitgezahlt wer­den, wenn ihre Arbeitszeit der durchschnittlichen Ar­beitszeit der Arbeiterschaft oder der Angestellten- schäft entsprach. Nach der neuen Fassung wird nur verlangt, daß die Neueinqestellten trie gleiche Ar­beitszeit haben, wie die Gruppe von Arbeitneh­mern, der sie nach der Art ihrer Arbeit zugehoren. Wenn beispielsweise in einem Textilbetrieb die Spinner und die Weber verschiedene Arbeitszeit haben, so müssen neueingestellte Weber, um mit- qezählt zu werden, die Arbeitszeit der Weber, neu- eingestellte Spinner die Arbeitszeit der Spinner

ew, das einen guten -sentlich für die Kurs­sache, daß heute keine

Preußen.

Kreis Wetzlar.

(D Atzbach, 3. Nov. Der Gemeinderat beschäf­tigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Ange­legenheit der Nichtauszahlung^ eines vom Kreis früher zugefagten, infolge von Sparmaßnah­men jetzt aber gesperrten Zuschusses zum Neubau der Klein! inder sch ule. Von den bisherigen diesbezüglichen Verhandlungen mit der Kreisbehörde wurde Kenntnis gegeben. Durch einstimmigen Beschluß ersucht nunmehr die Ge­meindevertretung die Verwaltung, den Anspruch der Gemeinde auf diesen Zuschuß geltend zu machen und eventuell eine gerichtliche Ent­scheidung herbeizuführen.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

immer kaufen

Außerdem ist es ja gar nicht der Sinn des Durch- I schnitts, im Vordergrund zu stehen. Ganz abgesehen davon, daß die Schaffung kleiner Spitzenklassen im- I

Die Aenderungen entsprechen den Wünschen der beteiligten Wirtschastskreise.

*

*BetriebsstillegungbeiderJlseder Hütte und dem Peiner Walzwerk. Von der Ilseder Hütte in Groß-Ilsede und dem Walz­werk in Peine wird bekanntgegeben, daß tue beiden Betriebe aus Mangel an Aufträgen am 6. November auf einige Monate in demselben Umfange wie bei der letzten Schließung stillgelegt werden. Von dieser Maßnahme werden etwa 1800 Arbeiter betroffen. Berlin freundlich, bei ruhigem Geschäft.

Die Breitenarbeit wurde also übertrieben, und wenn man sie weiterhin auf Kosten der Spitzen­leistung übertreibt es sieht beinahe danach aus wird man erstaunt feststellen, daß auch sie weniger stoßkräftig wird! Es klingt paradox, ift aber 10: je mehr man sie forciert, desto ^weniger leistet sie. Wir können nun gleich diesen Satz auf den Kops stellen und finden eine neue Wahrheit: ,e mehr man di» Spitzenleistung forciert, d. h. ihre Züch­tung allein betreibt, desto weniger wird erreicht Denn wenn man nur noch an die Kanonen denkt und nicht mehr an die, die gern nacheifern wollen, so werden die Kanonen von selbst aussterben.

Im Fußball hat man in Deutschland ein ähnliches Bild. Der Durchschnitt ist durchweg er­heblich besser geworden, aber an Spitzenmannschas- ten sind wir, erst recht im Verhältnis zum guten Durchschnitt, sehr arm. Das werden die Leute vom (Fußball) Bau sicherlich bestätigen.

In der Praxis wird also eine erfolgreiche An­wendung der beiden Systeme so auesehen, daß mög­lichst beide Kategorien, die Spitzenkonnerunb^solche^

haben. . . ..

Zugleich mit dieser Verordnung wird die^Be­stimmung der Saison- und Kampagnegewerbe vom 26 September 1932 in erweiterter Fastung neu er­lassen. Die wichtigste Aenderung ist die Aufnahme des gesamten Einzelhandels (mit Ausnahme des Handels mit Drogen und Apothekerwaren) in die Liste der Saisongewerbe. Das ermöglicht, die Son­derbestimmung -des § 23 Abs. 2 Satz 2 der Durch­führungsbestimmungen zu streichen, wonach Aiehr- befchäftigung vm Zusammenhang mit Sonderverkau­fen oder Saisonschluß- oder Jnventurverkaufen oder mit dem Weinachtsgeschäft nicht mit anzurechnen ist.

mer ein Ansporn sind und dadurch, dieMasse" mit Ehrgeiz durchsetzen.

In der Leichtathletik liefe es also auf eine stär­kere Beachtung der überragenden Leute hinaus, wobei allerdings auf eine große Gefahr geachtet werden muß. Es zeigt sich nämlich zu oft, daß die Cracks auch Crackallüren anneh­men und dadurch der Führung aus den Händen gleiten.

Italien kann uns in vielem ein Vorbild sein. Dort hat Mussolini die Sportregimenter nur so aus der Erde gestampft. Es besteht beinahe staat­liche Sportpflicyt, und trotz dieses Massenbetriebes wird die Spezialisierung der Spitzenkönner nichl vergessen. Hier haben wir in den letzten Monaten studieren können, wie beides richtig ineinander­greifen kann Breitenarbeit und Spitzenleistung und wie es sich gegenseitig befruchtet. Auch Ja­pan hat das richtige Prinzip verfolgt. Auf der einen Seite Massenaushebungen vorgenommen, auf der andern die bedeutendsten Sportsleute der Welt ver­pflichtet, um mit ihrer Hilfe, sei es durch Training, sei es durch Vorbild, die Kanonen zu züchten, die dann zur schweren Artillerie in Los Angeles wur­den. In Deutschland neigt man leider dazu, ent­weder das eine oder das andere zu sehr zu ver­fechten.

Zwei Schlagworte machen Sportaktiven und Sporttheoretikern in neuerer Zeit viel Kopfzer­brechen: Breitenarbeit und Spitzenleistung. Tat­sächlich verbergen sich hinter diesen Ausdrücken wichtige Probleme, die namentlich nach den Olym­pischen Spielen akut geworden sind. Auch beim letzten Fußball-Bundestag gab es über Breiten­arbeit lebhafte Debatten.

Meist wird bei der Behandlung dieses Themas aneinander vorbeigeredet. Man vergißt oft, daß Breitenarbeit zum guten Teil von der Spitzen­leistung abhängt und umgekehrt. Damit haben wir eigentlich schon die Lösung. Die Frage kann nicht lauten, ob Breitenarbeit oder Spitzenleistung, son­dern wie bringt man beideSysteme" in Ein­klang miteinander.

Die deutsche Leichtathletikführung hat besonders viel mit ihrer Breitenarbeit agitiert. Sie kam zum Ausdruck im quantitativen Anwachsen der Bewe­gung, namentlich aber auch in den größeren und durchschnittlich wesentlich besseren Feldern bei den deutschen Meisterschaften. Oder populär gesagt, man hatte nicht mehr wie einst nur einen Hauben, einen Dr. Peltzer, 'einen Bedarfs, sondern konnte von Jahr zu Jahr mit mehreren Spitzenkönnern aufwarten.

Die Front war überall breiter geworden, man hatte größere Auswahl unter guten Sönnern. Diese Entwicklung war solange erfreulich, wie die eigentliche Spitzenleistung darunter nicht litt, resp. mit der Entwicklung der ausländischen Konkurrenz Schritt hielt. Als zwar der Durchschnitt immer noch besser wurde, uns aber Koryphäen vom Schlage der eben genannten Meister mehr und mehr fehlten, fand die Breitenarbeit, starke Kritik. Los Angeles bewies, daß sie berechtigt war.

Es mußte also ein Fehler gemacht worden sein, und der lag in der Uebertreibung der Breitenar­beit und der Vernachlässigung der Propaganda! Gerade in Führerkreisen vertritt man heute allzu oft noch die irrige Auffassung, man könne der Masse mit breiter Front, mit Quantität, mit gu­tem Durchschnitt imponieren. Da fällt natürlich die sportfeindliche These von der Minderwertigkeit des Rekordttims, des Cracktums auf nahrhaften Bo­den. Es wird darüber vergessen, daß auch die ideal gedachte Breitenarbeit Schiffbruch erleidet, wenn Spitzenleistung ihr nicht eben durch Propaganda in der Masse die Wege bereitet. Die Erfahrun­gen der Deutschen Turnerschaft, die mit Vorliebe Spitzenleistungen verschleiert, sprechen nicht gegen die Äuffassüng, denn

das Turnen ist seiner Natur nach weit weniger aufRekord" eingestellt als jegliche sportliche llebung.

leicht anziehen. Das Renteninteresse scheint heute eher etwas nachgelassen zu haben. Deut» sche Anleihen waren ebenso wie Reichsschuldbuch­forderungen bis 0,25 v. H. gebessert, auch Industrie­obligationen besserten sich, mit Ausnahme der Höscy bonds, die 1 v. H. verloren. Der Markt der Steuer­gutscheine lag sehr ruhig. Auslandrenten erfuhren im allgemeinen keine Veränderungen.

Die Tendenz am Geldmarkt war heute als weiter leicht zu bezeichnen, doch traten Ver­änderungen in den Sätzen nicht ein. Die Nachfrage nach Privatdiskonten hielt an, auch Schatzwechsel und Reichsschatzanweisungen blieben zu den bekann­ten Terminen gesucht.

Frankfurt freundlich, aber still.

Frankfurt, 4. Nov. (WTB. Drahtmeldung.) Nachdem sich die freundliche Grundstimmung der gestrigen Abendbörse schon auf den Vormittags­verkehr übertragen hatte, stand Die heutige amtliche Börse gleichfalls im Zeichen einer leichten Be­festigung. Der Grund hierzu lag wohl einerseits in der optimistischen Beurteilung des Wahlaus­gangs, anderseits in der Geringfügigkeit des An­gebots. Günstig wirkten ferner verschiedene Mel­dungen über Neueinstellungen und die etwas ge­besserte Lage am Stickstoffmarkt. Das Geschäft wurde indessen in seiner Entfaltung gehemmt durch die immer noch bestehende Unsicherheit bezüglich des Berliner Verkehrsstreiks und der innerpolitischen Sage überhaupt.

Es waren daher nur fleine Umsätze zu ver­zeichnen. Die Besserungen hielten sich im all­gemeinen im Rahmn von 1 v.H. Von Chemiewerten gewannen I. G. 0,13, Scheideanstalt und Rütgers- werke je 2,5 v. H., Deutsche Erdöl 1 v.H. Von Elek- troroerten waren Bekula behauptet, AEG. lagen 0,13, Licht & Kraft 1,75 und Siemens 2 v. H. fester. Weniger Interesse zeigte sich für Montanpapiere, Rheinstahl zogen 0,75 und Buderus 1,5 v.H. an. Don Nebenwerten gewannen Junghans 0,5 0. H.

Der Renten markt lag gleichfalls freund- (ich, wenn auch wenig angeregt. Etwas Interesse bestand für späte Reichsschuldbuchforderungen, Neu­besitz waren gehalten, Altbesitz etwa 0,40 0. H. höher. Auch Schutzgebiete konnten eine Kleinigkeit profi­tieren Von Jndustrieobligationen lagen Stahlver- einbonds gut und Reichsbahnvorzugsaktien knapp behauptet. Am Pfandbriefmarkt war das Geschäft rege. Nachfrage bestand besonders nach Goldpfand­briefen der Franksufrter Institute. Auch Liquida­tionspfandbriefe waren beachtet und etwas höher, während Kommunalobligationen ziemlich unver­ändert blieben.

Im Verlaufe war die Stimmung am Aktien-, wie am Rentenmarkt weiter freundlich. Die Um­sätze blieben gering. Tagesgeld war zu 4 v. H. un­verändert.

Neue Berechnungsgrundlagen der Steuergutscheine für Mehrbeschästigung

Im gestrigenReichsanzeiger" wird eine Ver­ordnung zur Aenderung der Durchführungsbestim­mungen zur Steuergutscheinverordnung vom 31.Oktober veröffentlicht, welche die Berech­nung der Belegschaftszahlen verein- facht, entstandene Zweifel und Härten be­seitigt und die Berechnungsart in Uebereinstim- mung mit derjenigen der Tariflockerungsverordnung bringt.

Steuergutscheine werden gewährt, wenn im Durchschnitt eines Kalendervierteljahres mehr Ar­beitnehmer beschäftigt werden, als im Durchschnitt der Monate Juni, Juli und August 1932, oder bei Saisongewerben im Durchschnitt des entsprechenden vorjährigen Kalendervierteljahres. Dieser Durch­schnitt wird nach der neuen Fassung des § 19 so berechnet, daß festgestellt wird, wieviel Arbeitsver­hältnisse durchschnittlich an jedem Tage bestanden haben. Es kommt also nicht auf die tatsächliche Be­schäftigung, sondern auf das Bestehen eines Ar­beitsverhältnisses an, so daß Zweifel über die Be­rücksichtigung der Sonntage, der Feierschichten, der kranken oder beurlaubten Arbeitnehmer nicht mehr entstehen. Krümper werden immer mitgezählt, auch wenn in der Zeit des planmäßigen Aussetzens ihr Arbeitsvertrag nicht fortbestanden hat.

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Im allgemeinen war das Geschäft aber noch nicht sehr umfangreich, auch die Kursbesserungen hielten sich in bescheidenen Grenzen und gingen nur bei Spezialwerten über 1 v.H. hinaus. So konnten Reichsbankanteile um 1,65 0. H., Allgemeine Lokal & Kraft um 1,75 Kunstseidewerte bis zu 2,75 v. H-, Contigurnrni um 3 0. H., Rheinstahl um 1,25 v. H. und verschiedene Elektrowerte, unter Führung von Siemens und Licht & Kraft, bis zu 2,5 0. H. an­ziehen. Einen größeren Markt hatten Autowerke unter Bevorzugung von Daimler, die 1,75 0. H ge­wannen. Auch Maschinenaktien lagen mit plus 1,7.) v.H. unter Berücksichtigung ihres niedrigen Kurs­standes recht fest. Nennenswerte Abschwächungen waren demgegenüber eine Seltenheit, nur Dort­munder Unionbrauerei notierten 2 v.H. unter gestern. Lebhafteres Geschäft hatten Farbenaktien, die 1 v. H. gewannen.

Auch im Verlaufe blieb die Allgememtendenz freundlich, und die Kurse konnten meist weiter

17 .. rninHt;at7 ail<? war es uns möglich, auch über die schweren Zeiten hinwegzukommen. Auf diese Grundlage hm

Von diesern Grundsatz aus war es un g 60 Jahren aufgebaut und ist von uns in diesem Leitfaden weiter­

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die im Begriff sind, es zu werden, auf der einen, die breite Masse des Nachschubs (Nachwuchses) auf der anderen Seite getrennt zu behandeln sind. Das heißt praktisch, um ein Beispiel zu nennen, geson­derte Kurse für die verschiedenen Kategorien zu schaffen. Im Fußball die großen Ligen aufzulösen und kleine Klassen zu schaffen, in der nur die Elite spielt. Es ist ein Irrglauben anzunehmen, die breite Masse der Vereine, der Aktiven würde so zu sehr in den Hintergrund gedrängt.

Durch die Propaganda der Spitzenleistung wird die Masse nur gefördert.

B e r l i n , 4. Nov. (WTB. Funkspruch.) Nicht nur aus marktte'chnischen Gründen setzte sich zu Begimi der heutigen Börse eine Befestigung durch. Auch rein stimmungsmäßig war nach der Vertagung der Kontingentsentscheidung, nach dem Dementi über die Brüsseler Bankschwierigkeiten und nach dem Schiedsspruch im Berliner Verkehrsstreik eine Beruhigung festzustellen, die in kleinen Käufen des Publikums und Deckungen der Kulisse zum Ausdruck kam. Dem wieder eher schwächeren Neu- york standen verschiedene günstigere Berichte aus der Wirtschaft gegenüber. So hält die Belebung am Montanmarkt an, so hat sich der Stick­stoffabsatz im Oktober weiter gebessert, so konnten Neueinstellungen beim Leunawerk und bei der Deutschen Erdöl AG. vorgenommen werden, so fand die Belebung im R e i ch s b a h nv e r k e h r Beachtung usw.; u. a. verwies man noch auf das von Herrn von Papen der französischen Zeitung Excelsior" gewährte Interview, das einen Eindruck machte. Nicht unroef gestaltung war auch die Tats , . weiteren Lombardlösungen zu beobachten waren.

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