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4.7.1932 Erstes Blatt
 
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rn. 154 M« Blaff * (82.3afrgang IHonlag, 4. Juli IM

Gletzener Anzeiger

General-Anzeiger für Vberhesfen

Vlutige Zusammenstöße im Reich.

Kommunisten schießen auf Polizei.

Berlin, 4. Juli. (TA.) Während der Sonntag in Berlin verhältnismäßig ruhig verlaufen ist, und auch eine kommunistische Lustgartenkundgebung zu keinen besonderen Zwischenfällen geführt hat, wer­den aus den verschiedenen Teilen des Reiches blutige Zusammenstöße gemeldet. So wurden in Essen nach einer Mitteilung des dortigen Po­lizeipräsidiums gelegentlich eines Roten Sport­festes einige Polizeiabteilungen von kommuni st ischenSportlernmit Stei­nen beworfen und beschossen. Dabei wurde der Polizeiwachtmeister Sommer durch einen Kopf- und Bauchschuß getötet. Den Tä­tern gelang es zu entkommen. Die Veranstaltun­gen der roten Sportler wurden sofort verboten und der Sportplatz polizeilich abgeriegelt. Gegen 22 Uhr wurde in der Stoppenberger Straße ein Trupp von 25 Rationalsozialisten von etwa 80 Personen überfallen wobei von beiden Sei­ten zahlreiche Schüsse fielen. Der Rationalsozialist Fritz Karpinski aus Stoppenberg wurde durch zwei Schüsse tödlich verletzt, während zwei Kom­munisten ebenfalls Verletzungen erlitten. Rach den Ermittlungen der Kriminalpolizei handelt es sich um einen vorbereiteten kommunisti­schen il e E> e r f a 11 auf die Rationalsozialisten.

Ein weiterer kommunistischer Feuerüber- fall auf Strahenpassanten ereignete sich gegen 2 Uhr früh in der Schederhofstraße. Stra­ßenpassanten, die den kommunistischen Gruß nicht erwiderten, wurden von einem Trupp Kom­munisten beschossen, wobei zwei Arbeiter schwer verletzt wurden.

In Reuruppin kam es zwischen Reichs­bannerangehörigen und SA.-Leuten zu einer Schießerei, wobei fünf SA.°Männer und zwei Reichsbannerleute verletzt wurden. Gleichzeitig wurde die Polizei, als sie eingreifen wollte, mit Pflastersteinen beworfen. Rachdem die Beamten scharfe Schreckschüsse abgegeben hatten, konnten die Streitenden getrennt werden. Auch in Stutt­gart kam es in den frühen Morgenstunden des Sonntags wiederholt zu Reibereien zwischen po­litischen Gegnern, so daß die Polizei mit den schärfsten Mitteln vorgehen mußte. Insgesamt wurden 80 Beteiligte festgenommen.

Brüning beginnt den Wahl­feldzug im Rheinland.

Köln, 4. Juli. (TU.) Die Zentrumspartei leitete am Sonntag den Wahlkampf für die Reichstagswahl ein, den im Rheinland der frü- here Reichskanzler Dr. Brüning eröffnete. @r sprach zunächst in Siegburg und dann in Bonn. Am Rachmittag sprach Dr. Brüning in der überfüllten Rheinlandhalle in Köln. ®r betonte, baß es nicht angenehm für einen Politiker sei, der aus der Verantwortung scheide, sofort wieder in einen neuen Wahlkampf ziehen 8U müssen So zu sprechen, wie man es von ifjm erwarte, werde, er nicht können und nicht wollen. Cs werde kein Wort über seine Lippen kommen, das die Position unserer Ab­ordnung in Lausanne auch nur im ge­ringsten irgendwie erschüttern werde. Bleibe die deutsche Abordnung auf der Linie, die vorher vorbereitet und festgelegt worden sei, so werde sie in diesem Punkt öie Unterstützung der Zentrumspartei auch in Zukunft be­halten. Mache man aber taktische Ungeschicklich­keiten, dann müsse er darauf aufmerksam machen, daß das, was konzediert werde, was aber nicht notwendig gewesen sein sollte, zu konzedieren, die Rechtsopposition im neuen Reichstag dies­mal f ü r sich allein annehmen müsse.

Brüning wandte sich noch besonders gegen die Behauptung, er hätte es abgelehnt, grundsätzlich mit der Rechten zufammenzugehen. Er sei von Haus aus konservativ eingestellt und pflege sich nicht zu ändern. Er sei der Aeber- zeugung getoefen, daß nach den Preußen­wahlen zu nächst ein Kabinett mit der Rechten zu bilden sei. Er habe diese Verhand­lungen selbst eingeleitet, ohne eine Illoyalität nach der anderen Seite zu begehen. Manche Leute hätten aber in den berühmten fünf Mi­nuten vor Schluß nicht mehr warten kön­nen.

Dr. Brüning befaßte sich dann besonders ein­gehend mit dem Problem der Siedlung im O st e n. Die bisherigen Maßnahmen zur Rettung ^s deutschen Ostens hätten alle einen großen Sinn gehabt, aber es gehe nicht an, daß man eine kleine Anzahl von Gütern des Großgrund­besitzes alle zwei oder drei Jahre neu entschulde aus Mitteln, die der Westen und der Süden auf­gebracht hätten. Wenn es einen kleinen gewissen Prozentsatz von Gütern gebe, die nicht bewirt- r Serben könnten, dann sei es kein Sied­lungsbolschewismus, wenn man dem Westen auch mOrr einrnji"^?Lbben Land" im Osten zuteilen toolle. Auch s«i es kein Siedlungsbolschewismus, wenn man Bestimmungen, die im alten preußi- pi>en Landrecht 100 Jahre Geltung gehabt hätten, erneut aus der Rot der Zeit für solche Zwecke gesetzgeberisch wieder einführt. Er weise es weiter als eine Infamie zurück, als ob die Absicht be­standen Mtte irgendwo in den protestantischen Gebieten des Ostens vorwiegend katholische Sied­ler heranzuziehen.

OerVorwärts" auf fünf Taqe verboten.

Berlin, 2. Juli. (WTB.) Der Polizeipräsident hat das Erscheinen desVorwärts" auf Grund der Notverordnung vom 4. bis 8. Juli ver­boten.

Der Stand in Genf.

Die Neutralen werden ungeduldig.

Genf 3. Juli. (WTB.) Die Vertreter Spa° nieiis, Belgiens, Hollands, Schwedens, Rorwe- gens, Dänemarks, der Schweiz und der Tschecho­slowakei sind beim Präsidenten der Abrüstungs­konferenz. Henderson, vorstellig geworden, um ihm Vorschläge zur W e i t e r f ü h r u n g der Konferenzarbeiten zu machen. Gegen eine einfache Vertagung, für die insbesondere Frank­reich und England zu sein schienen, wenden sich eine Reihe von Staaten. Die Konferenz müsse wenigstens einige konkrete Abrü- tungsmahnahmen beschließen. Schon jetzt könnten über folgende Punkte Beschlüsse der Konfereiiz herbeigeführt werden:

1. Absolutes Verbot des Bomben wer­fens aus Flugzeug en einschließlich der Hebungen und Vorbereitungen zum Bomben krieg;

2. Beschränkung der Maximaltonnage für Mi­litärflugzeuge auf 1600 Kilogramm;

3. Beschränkung der Heeresausgaben

4. Schaffung einer ständigen Rüstungskon­trolle.

Rach den bisherigen Dispositionen ist die Ein­berufung des Büros der Konferenz für Diens­tagnachmittag und des Hauptausschusses vorläufig für Donnerstag in Aussicht genommen. Wie verlautet, soll der Präsident der Konserenz den Vorschlägen der kleinen Staaten sympathisch gegenüberstehen. Die gemeinsamen amerikanisch- ranzösisch-englischen Besprechungen ruhen augen­blicklich vollständig.

Irlands Veisehnng in Cocherel.

Paris, 3. Juli. (WTB.) Bei strahlendem Sommerwetter wurde Aristide B r i a n d in Co- cherel auf dem kleinen Dorffriedhof zur letzten Ruhe gebracht. Tausende von Freun­den des verstorbenen Staatsmannes hatten sich versammelt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Die gesamte Regierung, Vertreter von Senat und Kammer, das diplomatische

K o r p s, darunter der deutsche Botschafter v. H ö s ch und viele Vereinigungen waren ver­treten. Die Feier war schlicht und eindrucksvoll.

Ministerpräsident H e r r i o t feierte in feinem Rachruf vor allem den Menschen Briand, dessen staatsmännisches Werk erst die Geschichte richtig würdigen werde. Briand sei der geistige Führer aller Friedensbestrebungen gewesen. Mit dem Briand-Kellog-Pakt habe Briands Werk uni- versellen Charakter erhalten.Ich für mein Teil", erklärte Herriot,habe niemals mehr die Bedeutung der Ratschläge Briands und seines Beispiels verspürt als gegenwärtig bei den Ver­handlungen, die, wie ich glaube, zur Befriedung Europas und der Welt beitragen werden."-

Ebenso schlicht, wie die Feier war, wird auch die Grabstätte Briands fein. Ein riesiger, ous seiner Heimat, der Bretagne, stammender Felsblock, der die InschriftAristide Briand" trägt, wird die Gruft decken.

Der letzte König von Portugal t.

Der ehemalige König Manuel II. von Portugal ist am Samstagnachmittag in fei­nem Palais in Twickenham bei London gänz­lich unerwartet gestorben. König Manuel ent­stammte dem Hause Braganza-Sachsen- Coburg und Gotha und wurde 1889 als Sohn des Königs Karl l. und der Prinzessin Amalie von Bourbon-Orleans geboren. Am 1. Februar 1908 wurden sein Vater und sein Bruder, der Kronprinz Louis Philipp in Lissa­bon ermordet, während Manuel leicht ver­wundet wurde. Als nächstberechtigter Agnat be­stieg Manuel den Thron. Die steigende Unzu­friedenheit des Volkes nötigte ihn jedoch schon am 16. Oktober 1910 vor der Revolution nach England zu fliehen, wo er sich in Twickenham niederließ. 1913 heiratete er seine Cousine, die Prinzessin Auguste Viktoria von Hohen- zollern-Sigmaringen. Die Ehe blieb kinderlos, so daß mit dem jetzigen Tode des Königs Ma­nuel das Haus Coburg-Draganza erloschen ist.

Wie in einer amtlichen Verlautbarung mit­geteilt wird, litt König Manuel von Portugal am

Die Mer-Milliarden-^orderung der Gläubiger.

Die Vier-AIilliarden-Foröerung

Lausanne, 3. 3uli. (013.) Der Vorschlag der Gegenseite wurde uns gewissermaßen inoffiziell zur Kenntnis gebracht. Dieser Vorschlag deckt sich weitgehend mit den bereits gemeldeten, aus verschiedenen Quellen stammenden Angaben: Er fordert vier Milliarden Goldmark, zahlbar in Bonds, die der BIZ. als Treu­händer übergeben würden und von dieser nach Ablauf von drei Iahren auf den Markt gebracht werden könnten, wenn das nach der der Finanzlage Deutschlands für möglich gehalten und ein Ausgabekurs von min- bestens 90 Prozent für diese 5p r o 3en t i- gen mit mindestens 1 Prozent jährlich zu tilgenden Obligationen erreicht würde. Der Zinslauf würde jeweils erst von dem Tage der Emission einer Tranche beginnen, also nicht etwa mit Uebergabe an die BIZ. Der Erlös würde jeweils einem Spezialfonds zur Verfügung gestellt, dem fonds commun, der im wesentlichen für den Wiederaufbau bestimmt ist.

Unter dieses Abkommen sollen nicht fallen die Verzinsung und Tilgung der Young- und Dawes- Anleihen, die belgischen Mark- Verpflichtungen und die Verpflichtungen ge­genüber Amerika aus den sogenannten mixed Claims (41 Millionen Mark) und den amerikanischen Bcsahungskosten (25 Millionen Mark), wohl aber der gesamte Rückstand aus dem hoover-Iahr, also nicht nur die gestundeten und in zehn Jahresraten nachzahlbaren geschützten Beträge, sondern auch die ungeschützten Annuitäten, die in Form von Vorschüssen bisher als eine neu­entstandene Sdjulb der Reichsbahn gestundet waren. Rach deutscher Auffassung sollte mit die­sem Abkommen die Gesamtheit der deut- schenReparationsverpflichtungenab- gelöst und damit der Teil VIII des Versailler Vertrags erledigt sein, der die Bestimmungen über dieWiedergutmachungen" enthält, und die Artikel 231 bis 244, beginnend mit dem berüchtigten Kriegs­schuldartikel umfaßt.

Krankreich fühlt sich isoliert.

Paris, 4. Juli. (WTD. Funkspruch.)Echo de Paris" vertritt die Ansicht, daß die Verhand­lungen noch die ganze Woche in Anspruch nehmen werden, es sei denn, daß eine Regierung es auf sich nehme, die Beratungen abzubrechen. Macdonald werde feine Schiedsrichterrolle in den Vordergrund schieben, um zu versuchen, den Vorschlag der fünf Mächte den deutschen Wünschen anzupasfen. Rur Frankreich we rde gegen dieses Manöver an» kämpf e n, denn Italien gehe in gewisser Hinsicht über die englische Politik noch hinaus. D e l g i e n sei stumm und Japan gleichgültig. Die deutsche Delegation versuche, die Verbindung zwischen Schulden und Reparationen zu verhin­dern. Aber in dieser Frage könne Frankreich

nicht zurückweichen. Wenn es Frankreich nicht gelinge, England und die übrigen Gläubigerstaa­ten zu bewegen, den Lausanner Vertrag nicht zu ratifizieren, bevor eine R e - gelung der Schulden bei Amerika un­ter sei ebnet fei, bestehe die Gefahr, daß Frankreich übertölpelt werde. Das Blatt warnt schließlich vor jedem Eingehen auf eine Revision der Schuldparagraphen des Versailler Vertrages, weil auf diesen der ganze Versailler Vertrag aufgebaut sei.

Die Auffassung in London.

London, 4. Juli. (WTB. Funkspruch.) In ihren Telegrammen aus Lausanne berichten die Blatter ausführlich über die Vorschläge der fünf Mächte und die deutschen Einwendungen. Sie glau­ben, daß die Aussichten auf eine Eini­gung nicht schlecht find, erwarten aber, daß

D e f f a u , 3. Juli. (TU.) Das mitteldeutsche Tref­fen der Nationalsozialisten begann mit einem Fackel- gug der anhaitischen Nationalsozialisten, nach dessen Abschluß der Reichstagsabgeordnete Hauptmann a. D. Loeper-Dessau eine Rede hielt.

21m zweiten Tage fanden zunächst Rund - und Geschwaderflüge über dem Junkersflugplatz statt. Um 13 Uhr schritten Dr. Goebbels, Straßer und der Gauleiter von Magdeburg- Anhalt, Hauptmann Loeper, die Reihen der etwa 25 000 SA.- und SS.-Leute ab. Der Vorbei­marsch an den Führern der NSDAP., dem Minister­präsidenten Dr. reg berg und dem deutschnatio­nalen Staatsminister Dr. Knorr dauerte 2% Stunden.

Aus dem früheren Rennplatz hielt bann

Or. Goebbels

eine Ansprache. Noch vor drei Monaten, so erklärte er, erdreistete sich eine deutsche Regierung, die Drga» nisation unserer SA. und SS. zu zerschlagen. Die Männer, die Deutschland 14 Jahre lang in einer beispiellosen Mißwirtschaft bis an den Rand des Ruins gebracht haben, diese Männer möchten sich heute in der Opposition verkriechen. Wenn die SPD. heute in ihrem Organ erklärt, die Nationalsozialisten hätten die letzte Notverordnung angenommen, um mit den Erträgnissen der Rentenkürzungen ihre Uniformen zu bezahlen, so wisse man, welch eine schamlose Lüge das sei. Die SPD. ist von der pani­schen Angst besessen, baß mit dem Nationalsozialis­mus jenes historische Strafgericht kommt, das in seinen Ausmaßen nur gemessen werden kann an dem Verbrechen, das die Systemparteien in den vergangenen 14 Jahren begangen haben. Wir Nationalsozialisten haben nie ein Kabinett toleriert und werden nie ein Kabinett tolerieren, das nicht von Adolf Hitler geführt ist.

Wieder einmal erhebt das Gespenst des lanbes- verräterischen Separatismus sein Haupt. Wieder einmal wird in den marxistisch regierten Ländern der Polizeiterror gegen uns mobil gemacht. Aber

die Verhandlungen sich noch mehrere Tage hinziehen werden.Financial News" betont indes, daß man von einer Vereinbarung weiter entfernt sei denn je. Wenn Deutsch­land den Vorschlag in seiner jetzigen Form an- nehme, könnte man nicht mehr von einer end­gültigen Lösung sprechen, die nur in einer völligen Annullierung der Reparationen bestehe. Eine Der- tagung der Konferenz wäre besser als eine halbe Lösung. Die Summe von 4 Milliarden Mark sei übertrieben hoch. An und für sich übersteige dies nicht Deutschlands Zahlungsfähigkeit, wenn Deutschland seine wirtschaftliche Stabilität wieder erlangt habe. Man müsse aber als Maßstab nicht die Zahlungsfähigkeit, sondern die Wieder- Herstellung des Vertrauens anlegen. Es sei zu hoffen, daß die britische Delegation ihren Einfluß gebrauche, um eine Verminderung ber Summe zu erreichen.

es ist die letzte Kraftprobe, das letzte Aufbäumen einem Systems, das im Sterben liegt.

Gregor Straßer

forderte für den Rationalsozialismus die Füh­rung, damit all das, was von da ab in Deutsch- land geschieht, von nationalsozialistischem Geiste getragen und von Männern durchgeführt werde, die ein zwölfjähriger Kampf mitleidlos und hart gemacht habe. Die letzte große Tat, mit der wir die Basis des Vertrauens erweitern werden, ist, so führte der Redner aus, die Lösung des großen deutschen Problems der Arbeitsbeschaf- f un g. Arbeit müssen und werden wir schaffen. Wir werden an das Problem der Arbeitsbe­schaffung gehen, nicht vom Standpunkt liberaler Geldverleiher aus, sondern von jener alten Lehre, ehe Geld und Reichsbankdiskont auf die Welt kamen: Arbeit und Bodenschätze. Ein Volk, wie das deutsche, sauber und gerecht regiert, wird und muß vorwärts kommen. Wir sind heute die größte Partei Deutschlands und unsere Ver­ven werden nicht versagen, wenn wir nach zehn­jährigem Kampf das ausführen, was wir ge­predigt haben. Es lohnt sich zu kämpfen für ein Deutschland, in dem es unseren Kindern einmal besser gehen soll, als es uns gegangen ist.

Appell 6er NSDAP, in Darmstadt.

Darmstadt, 3. Juli. (WSN.) Etwa 1400 SA.- und SS.-Leute der NSDAP, in Darmstadt waren am Sonntagnachmittag zu einem Appell auf bem Marienplatz angetreten, den Gruppen­führer Schneidhuber (Koblenz) mit einer An- spräche eröffnete. Er übergab den neuen Sturmab­teilungen 21 und 22 ihre Sturmfahnen. Hierauf setzten sich die SA- und SS. zu einem Marsch durch die Straßen in Bewegung, der mit einer Kundgebung auf dem Paradeplatz endete. Kreisleiter Heß sprach über Sinn und Bedeutung der kommenden Reichs­tagswahlen. Das gemeinsam gesungene Deutschland­lied und das Horst-Wessel-Lied beendeten die ohne jeden Zwischenfall verlaufene Kundgebung.

Mitteldeutsches SA-Treffeu in Dessau.

Samstagmorgen an Schmerzen in der Kehle. Sein Arzt wies ihn an, sich zu Bett zu legen. Gegen 13 Ahr ging der Patient zu Bett. Rach dreiviertel Stunden trat plötzlich Atem­losigkeit ein, die sich dann außerordentlich schnell verschlimmerte. Der Tod trat infolge einer Wassergeschwulst in den Stimmritzen ein. Am Sterbebett befand sich die Königin Auguste Viktoria. Ein Arzt war nicht zugegen. Bald nach dem Tode traf der Hofarzt des eng­lischen Königs ein. König Manuel war am Freitag bei den Tennis-Spielen in Wimbledon anwesend. Das englische Königspaar erhielt die Rachricht in Wimbledon, kurz bevor es den Tennisplatz wieder verlassen wollte. Sofort sank die Königsstandarte auf Halbmast und kurz dar­auf senkten sich auch die Klubflaggen zu Ehren des verstorbenen Königs.

DerReichsttiegertag inDortmund

Der dritte Tag des Reichskriegertages wurde am Sonntagvormittag mit einer kirchlichen Er- innerungsfeierfürdieGefallenenim Stadion eingeleitet, bei der Geistliche beider Kon­fessionen sprachen. Der offizielle Festakt begann um 14 Ahr. Weit über 100 000 Krieger mit meh­reren Fahnen und zahlreichen Musikkapellen stan­den Kopf an Kops, während das umliegende Ge­lände von einer riesigen Menschenmenge gefüllt war. Für die Bundesführer und die geladenen Gäste war ein besonderer Platz reserviert. OHS der Aufmarsch beendet war, begrüßte der Dun- desvorsitzende General v. Horn die Kameraden und besonders auch die Wordnung der Reichs­wehr aufs herzlichste. Er widmete den gefalle­nen Kameraden warme Worte des Gedenkens. Darauf erklang bei gesenkten Fahnen das Lied Ich halt einen Kameraden". Als die erste Strophe des Deutschland-Liedes erklungen war, erfolgte der Vorbeimarsch der Ehrenkompanie mit den Fahnen und Standarten der alten Armee. Darauf defilierte die erste Kompanie des Reichs- wehrregiments Rr. 18 in Münster im Parade­marsch an der Tribüne vorbei, womit das vater­ländische Schauspiel feinen Abschluß fand.

Der Reichskriegertag sandte dem Reichs-