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Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen.

Fahrt in den Gpeffari.

' Don Emil Baader.

Das gehört zum schönsten, was der Mensch erleben fann: geruhsame Fahrt durch sommer- blaue deutsche Landschaft. Glocken läuten festlich aus der Wallfahrtsstadt Walldürn am Rand des Odcnwaldcs Weihe Wolken stehen barock über der alten Stadt. Die Türme des Wall­fahrtsdoms ragen hoch ins Blaue. Durch grün- silberne Wälder bin ich von Walldürn nach Amorbach gefahren. Oleanderstöcke blühen weih und rot in allen Gassen. Eine goldene Madonna thront mitten in der Stadt- Akazien-. Holunder- und Lindenbäumc umsäumen Kloster und Kloster­kirche. Gebannt steht man vor der verwilderten Phantastik der Domfassadc. Ich komme ins abend­liche Maintal. Rast am Miltenberger Markt, wo efeuumsponncne Treppen hinauf zu sagenaltcn Schlössern führen. Bei Kleinheubach, wo cm Sch loh im abendstillen Parte prangt, lasse ich mich vom Fährmann übersehen über den Strom.

Morgen am Main. Ich sitze unter strahlend blauem Himmel am blauen, morgcnfrischen Main. Schwalben sausen über die schimmernde Fläche. Im Weidengebüsch halten Frösche Morgcnkonzcrt. Kloster Engelberg grüht von der Höhe über'm Strom. Ich nehme Abschied vom Main. Run steigt das Strählein mählich an zu den Bergen des Spessart. Hügelauf. hügelab geht die Fahrt, von Dors zu Dorf. In Mönchberg schlanke Rosenbäumchcn an jedem Bauernhaus. In Sommerau grüht ein unter gewaltigen Baum­kronen verstecktes Wasserschloh. Hohe Platanen- Alleen führen über Brücken und durch halb­zerfallene Tore hin zu diesem Schloh. Zyklopische Mauerrcstc der alten Burg, die im Bauernkrieg zerstört wurde, stehen neben dem wappen­geschmückten Barockschloß. Enten ziehen gemäch­lich durch die grünschimmernden Wasserlinsen- wiescn des Schloßgrabens.

Das Spessarttal wird enger und stiller. Ich komme in ein weit verstreutes Gebirgsdorf nach. Hcimbuchental. Frauen, trachtcnmähig ge­kleidet. gehen einzeln oder gruppenweise. Rosen­kränze und Gebetbücher in Händen, zur Kirche. Malerisch sind die Brunnen des Dorfes. In grohe ausgehöhlte Baumstämme flicht wie im Schwarzwald das Wasser einer frischen Berg- quelle.

In der prächtigen Kirche des Gebirgsdorfcs H c s s e n t a l sind schöne Grabmäler der früheren Grafen von Mcspelbrunn. Unvergeßlich das Steinbild einer Gräfin von Werdenberg und Heiligenberg aus dem Jahre 1536: ein Bild von dantcskcr Strenge und Schönheit.

Gegen Abend komme ich zum Wald- und Wasserschloh Mkspelbrunn, diesem wunder­vollen Traum- und Zaubcrbild. diesem schönsten Märchcnschloh des deutschen Waldes. Amseln und Rachtigallen sangen im Wald und im Ge­büsch. Das Schloh spiegelte sich in den traum­dunklen Wassern. Bis die Rächt dunkle Tücher über das Waldmärchcn gelegt hatte, sah ich vor dem Wasserschloh. Die dunkle Silhouette des Ritters, der Wache hält vor dem Schloh. zeichnete ich in mein Fahrtenbuch. In später Stunde wanderte ich hinunter, in meine Her­berge im Dorf.

Run kommen Wandertage durch ewige Wälder. Wo dir keine Menschenseele begegnet. Wo cs dunkel ist wie in einem mittelalterlichen Dom. Wo du nichts hörst als das Pochen deines eigenen Herzens und deinen eigenen Wanderschritt. Hinter Mespelbrünn beginnen die Wälder und ziehen sich endlos hin Du rastest bisweilen in der Waldcsstille und hörst Tannenmeisen zärtlich singen in hohen Wipfeln. Endlos wie das Meer erscheinen dir diese Wälder. Wohl kann es ge­schehen. dah nach stundenlanger Waldwanderschaft ein einsames Forsthaus auftaucht -- Echters- pfahl. Rohrbrunn. Silvan. Diana - l u st -- aber- bald bist du wieder versunken in tiefe Waldeinsamkeit. Hier bist du gelöst von aller ilnraft lauten Welt!

Wie war es doch, da ich nach tagelanger ein­samer Waldwandcrschast eines Abends wieder eintrat in ein Menfchendorf! Da ich plötzlich wieder im weiten Tal des Maines stand! Da ich gelbe Seerosen.im Mainstrom blühen und rote Häuser im Strom sich spiegeln sah! Da die Burg Wertheim mir plötzlich wie ein rosa Wickenstrauß in der Ferne entgegenleuchtete! Da ich rastend bei würzigem Frankenwein in einem Wertheimer Gasthof sah! Da ich durchs Taubcrtal. an schmucken Dörserii. alten Klöstern und Höfen vor­bei heimkehrte in mein Dorf! O, da war das Herz immer noch trunken von der Märchen­schönheit des «Spessartwaldes. und ich trage die Beglückung als köstlichen Besitz noch im Herzen.

Wandert in -er Heimat!

Es ist bekannt, daß viele Leute sich weit draußen in der Welt umgejehcn haben, daß sie viele land­schaftliche und städtebauliche Schönheiten des Jn- und Auslandes kennen, leider aber in der engeren Heimat nur wenig Bescheid wissen. Solchen Leuten pflegt man den Rat zu geben, die Heimat zu entdecken. Und viele sind bei der Befolgung dieses Rates reichlich auf ihre Kosten gekommen!

Oie Reichsbahnverwaltung hat diesmal auch dafür gesorgt, daß dieEntdeckung der Heimat" immer weitere Personenkreise mährend der Urlaubszeit in diesem Sommer beschäftigen wird. Denn die Som- incrurlavbskarten der Reichsbahn, die erst bei einer Entfernung von über 200 Kilometer und bei einem Urlaub von mehr als 11 Tagen verwendet werden können, sind neben der allgemeinen Geldknappheit ein gutes Mittel zur Wiederbelebung des verstärkten Interesses der Sommerurlauber an den Schönheiten des engsten Heimalsgebietes. Und in der Tal gibt es hier soviel. Schönes in den Städten und Dörfern, in Wald und Feld zu schauen, daß es sich reichlich verlohnt, in diesem Sommer einmal den Urlaub in der engeren Heimat zu verleben. Man wird dabei Gelegenheit haben, weit über die gemeinhin bekann­ten Ausflugsstätten hinaus, die Schönheiten der oberhessischen Heimaterde kennenzulerncn. Wie man­cher weiß ;. B. nicht, wie genußreich eine Wande­rung im Lumdatal, oder durch die Waldungen bei Lich, oder ein Gang in der Gegend von Kriinberg uiw. sein kann! Wie viele wissen noch nichts von den vielfältigen Sehenswürdigkeiten unserer kleinen Landstädtchen, sowohl in städtebaulicher, wie auch in historischer Hinsicht. Und wie vielen sind die reiz­vollen Ausblicke unbekannt, die man beispielsweise von den Höhen bei Buseck und Bersrod, bei Rein- hardshain, bei der Ganseburg, vom Hardtberg bei Lich usw. in die Landschaft und auf den Vogelsberg hin genießen fann! Fürwahr, man kann in dieser Notzeit seine Urlaubswochen reichlich und schön aus-

fullen mit der Freude an der heimatlichen Land­schaft und Kleinstadt, ohne deswegen teure Reisen in entfernte Gegenden oder gar nach dem Ausland machen zu müssen. Darum hat auch der Mahnruf: Wandert in der Heimat!" heutzutage be­sondere Bedeutung.

Die Freude an derartigen Wanderungen wird vertieft, wenn man in der Lage ist, sich mit allen wichtigen Einzelheiten der heimatlichen Bezirke ge­nau vertraut zu machen. Ein vortreffliches Mittel dazu hat ein bekannter Gießener, Rektor i. R. Va­lentin Müller, allen Heimatfreunden und wan­derfrohen Zeitgenossen geschaffen. Er hat in der vom Verlag Emil R o t h in Gießen herausgegebe- nenHeimatkunde vom Volksstaat Hessen" als Heft Nr. 8 eineHeimatkunde des Kreises Gießen" mit 39 Abbildungen^ erscheinen lassen, die in ausgezeichneter Weise Führerdienste bei der Entdeckung der Heimat leisten kann. Der Verfasser schildert zunächst dasAntlitz" unserer Heimat und gibt sodann einen kurzen lieber- blick über die Bodenschätze, das Wetter und Klima, sowie die Pflanzen und Tiere in unserem Heimat­bezirk. Hierauf schildert er in fesselnder Weise die einzelnen Siedlungsgebiete, er berichtet weiter über die Ortsnamen, bringt einiges von Kultur, Wirt­schaft und Verwaltung und schließt mit einem kur­zen statistischen Anhang, der in den wesentlichsten Zügen interessanten Aufschluß über das Wachstum der Gemeinden und über die Bedeutung der Orts­namen gibt. Der geringe Anschaffungspreis des Büchleins es kostet nur 45 Pfennig gestattet auch bei bescheidenen Einkommensverhältnissen den Bezug dieser fesselnd geschriebenen und lehrreichen Schrift, mit deren Hilfe die Heimat recht nahe­gebracht wird. Wir möchten allen in Stadt und Land empfehlen, sich dieses Heftchen zu besorgen und es vor ober bei den Wanderungen aufmerksam zu lesen.

Reisewinke.

Rordseebad Borkum.

Borkum, die grüne Insel, bietet alle Vorzüge, welche man von einem modernen Seebad erwarten fann. Borkum hat die reinste und staubfreieste Luft und den stärksten Wellenschlag. Es verfügt über einen schönen, sauberen, steinfreien Strand, eine prächtige Strandpromenade, verlängert durch eine 4 Kilometer lange Strandmauer, auf der sich herr­liche Spaziergänge am Meer-entlang machen lassen. Die Badeanlagen sind modern und vorbildlich. Bor­kum bietet seinen Gästen vollkommene Ruhe und Entspannung der Nerven,' doch ist auch für Ab­wechslung gesorgt.

Wanderfahrten.

Gießen Kinzenbach Schwalbenbachial Bubenrod Königsberg Bieber.

Wir-wandern die Rodheimer Straße entlang und folgen schwarzen Dreiecken, die uns an der Heuchel­heimer Mühle vorbei durch Kinzenbach hinauf zum Wald führen, an dessen Rand wir einen sehr hüb­schen Fernblick haben. Nachdem wir den schönen Hochwald, an der verlassenen Grube Morgenstern vorüber, durchschritten haben, gelangen wir in das liebliche Schwalbenbachtal, an dessen Ende uns das Zeichen in die Höhe leitet zum Hof Bubenrod, der erfreulicherweise seine gastlichen Pforten wieder ge­öffnet hat (Milch und Aepfclwein). Durch das An­wesen fühlt unser Zeichen nach Königsberg, von dessen Ruine man einen prächtigen BliiL in das Biebertal und namentlich auf den Dünsberg genießt. Ohne Zeichen gehen wir jetzt die Landstraße hinab, an den Mühlen vorbei, nach unserem Endziel Bieber. Dauer der Wanderung 4% Stunden.

Gelnhausen Haingründau Büdingen.

Mit dem Frühzuge fahren wir nach Gelnhausen (Sönntagskarte), das eingebettet zwischen den Aus (äufern des Vogelsbergs, der Rhön und des Spes­sarts liegt. Wir besichtigen die alte Kaiserstadt, vor allem die herrliche Marienkirche, das Romanische Haus (ältestes Rathaus Deutschlands), den Hexen­turm und die efeuumrankten Ruinen der Barbarosfa- burg. Mächtige Sandsteinbrüche geben der Stadt ein besonderes Gepräge. Durch ehemalige Weinberge über die Dürich, einen Ausläufer des Vogelsbergs, steigen wir empor, bewundern von oben noch,einmal die reizend gelegene Stadt und lassen unsere Blicke bis zu den Höhen des Spessarts schweifen. Bald nimmt uns der prächtige Büdinger Wald auf; rote Kreuze zeigen uns den Weg. Nach 1X>stündiger Wanderung kommen wir über Gettenbach, das in

einem idyllischen Gebirgstale liegt- und in feinem oberen Dorfteile ein schmuckloses Schlößchen birgt, in einer weiteren Viertelstunde nach Haingründau. Stets durch Wald wandern wir weiter, überschreiten d'e Refsenstraße, einen alten Verbindungsweg von Nord nach Süd, und kommen am Tiergarten, einem stillen Waldwinkel mit Jagdschloß und großem Weiher vorüber zum Wilden Stein, einer mächtigen Basaltgruppe, wo sich uns nunmehr ein prachtvoller Blick über Büdingen, das oberhesfische Rothenburg, erschließt. Wi^ steigen hinab und unterziehen vor der Heimfahrt die köstlichen Perlen mittelalterlicher Schönheit, wie Stadtmauer, Mühltor, Steinernes Haus, Rathaus. Schloß und Park usw. einer gebüh­renden Besichtigung. Wanderzeit knapp 4 Stunden.

Reifeliieraiur.

Neuer Harz führe r. Für das vielbesuchte, an Sehenswürdigkeiten reiche Wander- und Reise­gebiet des Südharzes und Kyffhäusers ist auch in diesem Jahre ein Führer in neuer Auflage erschie­nen. Das ansprechende Büchlein, das mit mehr als 50 trefflichen Bildern, sowie mit cinc^ Harzkarte^und einem Wegweiser durch die tausendjährige Stadt Nordhauscn ausgeftatet ist, enthält alles Wissens­werte in libersichtlicher Anordnung. Der kleine Füh­rer wird jedem Harzbesucher gute Dienste leisten.

Rlin-funkprvqramm.

Sonntag, 5. Juni.

6.15 bis 8 (Von Hamburg): Hafenkonzert auf dem Dampfer ..Hamburg" der Hamburg-Amerika- Linie. 8.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Evang. Landeskirche Frankfurt a. M. 10: Stunde des Chorgesangs. 11.30 (Von Leipzig): Reichs­sendung: Katate zum 2. Sonntag nach Trinitatis: Sei Lob und^Ehr dem höchsten Gut". 12.10; Unterhaltungskonzert des Orchesters Georges Boulanger. 13: Mittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16 (Von Baden- Baden): Konzert des Städtischen Orchesters. 18: Reues Bauernland durch den freiwilligen Ar­beitsdienst", ein Hörbericht vom Westerwald. 18.50:Erlebte Zeit; Erinnerungen an Wilhelm Busch", von Oberschulrat Henhe, Wiesbaden. An­schließend, Sportnachrichten. 19.30: Große Schau­spielerinnen. 20: Volkstümliches Konzert. 22.45 bis 24 (Aus Wien): Tanzmusik.

Montag, 6. Juni.

7.05 (Aus Bad Mergentheim): Frühkonzert. 12: Schrammelmusik. 13: Mittagskonzert 15.20:Die

Schutzarbeit der deutschen Frau im Osten", Vor­trag von Studiendirektorin Margarethe Skrodzki. 17: Konzert. 18.25:Kolonien als wirtschaftliche Ergänzungsräume", Vortrag von Professor W. Behrmann. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorche­sters. 20.30: Goldrausch auf Alaska, Hörfolge von Alice Fliegel. 21.30: Die Entwicklung des deut­schen Streichquartetts, Brahms-Abend. 22.55 bis 24 (Aus München): Rachtmusik.

' Dienstag, 7. Juni.

7.05: Frühkonzcrt. 12: Konzert der Kapelle Horvath Sandor. 13: Konzert auf Schallplatten. 15.20 bis 15.50: Hausfraueir-Rachmittag. 17: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25 (Aus Freiburg):Modebücher", Vortrag von Hans Arens. 18.50Philosophische Binsenwahr­heiten", Vortrag von Dr. Beate Berwin. 19.30: Die Geschichte des Affen Wun, Komisches Hör­spiel von Leo Matthias. 20.25: Pläne zur Ar­beitsbeschaffung. 21: Aus unbekannten Opern. 22.45 bis 24: Rachtmusik.

Mittwoch, 8. Juni.

7.05: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: Streichquartett op. 76, Rr. 3, Thema mit Varia­tionen von Joseph Haydn. 12: Konzert. 13: Kon­zert auf Schallplatten. 15.15 bis 16: Stunde der Jugend. 17: Tänze und Märsche. 18.25: Stunde der Arbeit:Freizeitgestaltung des Arbeitneh­mers", Vortrag von Dr. Pappcnhcim. 18.50: Mohammed", Vortrag von Oberbibliothekar Dr. von Seeger. 19.30: Raturschutzpark der Mund­arten. 20: Symphonie-Konzert. 21: Schwäbischer Suppentopf, ein schwäbisch-volkstümlicher Hei­matabend.

Donnerstag, 9. Juni.

7.05 (Don Bad Hersfeld): Frühkonzert 12: Konzert auf Schallplatten. 13: Llnterhaltungs- konzert. 15.30: Stunde der Jugend. 17 (Don Bad Kreuznach): Konzert. 18.25: Fahrlehrer und Fahr­schüler unterhalten sich. 18.50: Zeitfragen. 19.30: Durch deutsche Gaue, heitere Schallplattenplau­derei. 20.30: Zwei Hörspiele. 21.30: Reue Musik. 22.45 (Don London): Rachtmusik.

Freitag, 10t Juni.

7.05 (Don Hersfeld): Frühkonzcrt. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. Der Westerwald, ein Hörbild. 12: Konzert des Rundfunkorchesters. 13; Mittags­konzert. 17: Konzert. 18.25: Adolf Stoltze: Zum 90. Geburtstag des Frankfurter Dichters. 18.50: (Don Mannheim): AerztevortragHeber Des­infektion". 19.20: Eine Viertelstunde Deutsche Reichspost:Die Luftpost im Jahre 1932", Vor­trag von Oberpostinspektor Trageser. 19.30: Volkslieder aus dem Osten. 20.15; Leichte Kaval­lerie, Komische Oper von Karl Köster, Musik von Franz von Suppe. 21.15: Eine Schulstunde im Jahre 3000. 22.45 bis 24: Rachtmusik.

Samstag, 11. Juni.

7.05: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Austausch­sendung: Hebertragung von der Rorag Hamburg; Aus der Lotsenstation. 12: Hnterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 13. Mittagskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 15.30: Stunde der Jugend: Er ist an allem schuld, Komödie in drei Szenen von Leo Tolstoi. 17: Konzert. 18.25: Vortrag. 19: Koblenzer Abend, Hörbild auf Schallplatten. 20 (Von Wien): Groß­konzert der vereinigten Militärkapellen der Gar­nison Wien, Soldatenlieder und Militärmusik aus drei Jahrhunderten. 22.45 bis 24: Rachtmusik.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 3. Juni. Ein bei einem Ehepaare des Untermieters wohnender älterer Mann hatte mit diesem Streitigkeiten wegen der Miete be­kommen. Die Eheleute verwehrten ihm daher den Zutritt zu dem Zimmer, bis er die rückständige Miete gezahlt habe. In einem in dem Zimmer befindlichen Kleiderschrank hatte der Mann einen größeren Geldbetrag (über 800 Mark) aufbe­wahrt, den er später nicht mehr vorfand. Wegen Unterschlagung dieses Betrages hatte das Amtsgericht Gießen die Eheleute zu namhaften Geldstrafen verurteilt. Die Berufung der Ehefrau war von Erfolg; sie wurde dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend mangels aus­reichenden Beweises freigesprochen, da ihre Mitschuld einwandfrei nicht nachzuweisen war.

Ein mehrfach vorbestrafter früherer Eisenbahn­beamter hatte einige Dierkanthölzcr entwendet, um sie bei dem Bau eines Stalles zu benutzen. Wegen Rückfalldieb st ahls war er von dem Amtsgericht Gießen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil wurde bestätigt.

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