Einkauf beim Gießener Einzelhandel
Aus Der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 4. Juni 1932.
Oie Bautätigkeit in Gießen.
Erfreulicherweise ist im Laufe der letzten Wochen die Bautätigkeit in unserer Stadt in ziemlich beträchtlichem Umfange in Gang gekommen. Dadurch wurde mancherlei Arbeitsmöglichkeit sowohl für das Baugewerbe selbst, wie auch für die Nebengewerbe erschlossen und dem Arbeitsmarkt eine Entlastung verschafft-
Gegenwärtig wird an folgenden Neubauten gearbeitet' Einfamilienhäuser für Friedr. Schön an der Rödgencr Straße, Wilh. Röhrsheim am Nahrungsberg, Heinrich Hinkler am Nahrungsberg, Frau Dr- K l e w i tz am Nahrungsberg (zur Zeit im Ausbau, der Rohbau wurde bereits im vorigen Jahre errichtet) und für Balentin, Hinter den Schießgärten: Mehr- farnilienhäuser im Ausbau (der Rohbau wurde im vorigen Jahre schon errichtet) für Traut- toein, Ebelstrahe. und. Mattern. Wartweg: ein Kleinfamilienhaus für B- Nuhn, Lollar, hier in der Sicher Straße: ein Kirchenbau mit Wohnhaus und Garage für die Neuaposto- lische Gemeinde in der Händelstraße.
An Um- bzw. Anbauten wird zur Zeit gearbeitet für die Bauherren Bertram, Land- mannstrahe (Um- und Anbau am Wohnhaus), Heck mann, Kaiserallee (Aufbau auf das Wohnhaus), Roth, Marburger Straße (Aufbau auf das Woynhaus), Holland, Hamm- strahe (Lagerhaus und Garage), Häuser, Neustadt (Ladenumbau), Dorrmann, Neustadt (Ladenanbau), ©tritt er. Bahnhofstraße (Ladeneinbau), Spieß, Neustadt <Ladeneinbau), Wehrum, Wiesecker Weg (Garagen). Schell, Schubertstraße (Wohnhausanbau).
Für die nächste Zeit vorgesehen sind folgende Bauunternehmungen' für Greb.Grün- jjerger Straße (ein Zweifamilienhaus), für die Baugenossenschaft 1894 mehrere Kleinfamilienhäuser in der Sicher Straße und ein Ausbau des Provinzial-Kinderheims in der Sicher Straße.
Neben dieser privaten Bautätigkeit hat die Stadtverwaltung erfreulicherweise jetzt auch die Arbeiten zur Fertig st ellung der Rinderkuttelei im Schlachthof wieder in Angriff nehmen lassen.
Vom Zugendherbergswerk.
In Limburg fand der Gautag desGaues Main - Rhein - Lahn-Fuldai mR eich s- verband für deutsche Jugendherbergen unter Leitung von Stadtrat I a s p e r t, MdL., (Frankfurt a.M.), statt. Welche Bedeutung der Verein seit feiner Gründung erlangt hat, beweist die Mitarbeit der Vertreter zahlreicher Behörden, die in dem Verwaltungsausschuß des Vereins tätig sind. Dank der Arbeit dieser Männer war es im vergangenen Jahr möglich, die Mittel zur Erhaltung des Jugendherbergs- netzes zu beschaffen, denn wie überall, lastet auch auf dem Jugendherbergswerk die wirtschaftliche CZlot.
Neben Ergänzungswahlen, Kassenbericht und Entlastung des Vorstandes stand der Jahresbericht zur Aussprache, aus dem folgendes von allgemeinem Interesse sein dürfte. Im Jahre 1931 waren dem Gau 34 Ortsgruppen (1930: 30) angeschloffen, die über einen Mitgliederstand von 3969 Cinzelmitgliedern (3854) und 1229 (1138) körperschaftlichen Mitgliedern verfügten. Die Zahl der Hebernachtungen im gesamten Reich belief sich auf über 4 Millionen, die sich auf 2106 Jugendherbergen verteilen. Aus die Gießener Jugendherberge entfallen hiervon 3057 Hebernad)tungen, die Hoherodskopfherberge 1039, Herchenhainer Höhe 4251, während sich die übrigen, oberhessischen Herbergen zwischen 100 und 1000 halten. Wenn jedoch, im ganzen gesehen, die Hohenrad)Umgriffet etwas gegen die des Vorjahres zurückgegangen ist, so liegt der Grund im Rückgang des Schulwanderns. Es ist dies um so bedauerlicher, als trotz Wirtschaftsnot die Schulwanderungen nicht aufgegeben zu werden brauchten. Den Beweis liefert eine Zusammenstellung erfahrener Schulwanderführer: „Sind mehrtägige Schulwanderungen heute noch möglich?" Es sind hier Beispiele und Berechnungen ausgeführter Wanderungen aus den letzten zwei Jahren gegeben, die manchem Lehrer den Mut zu Schulwanderungen zu erwecken vermögen.
Der Wert des Wanderns ist hinreichend bekannt. doch scheint die Mahnung notwendig: Wandere und erhole dichinDeutsch- land! Linser an alten Kulturgütern reiches, landschaftlich überaus schönes Vaterland verdient unserer Jugend erschlossen zu werden. Schulen, Jugendverbände und weitere Kreise sollten durch Wort und Bild unsere Jugend zum Wandern in deutschen Gauen erziehen. Ein Blick auf die Bilder an den Wänden in den Jugendherbergen zeigt dem Wanderer den Reichtum seiner Heimat, der ihm auch jetzt noch nicht genommen werden kann.
Reben der Aufnahme von Wanderern fällt den größeren Jugendherbergen in der ruhigen Zeit eine weitere Aufgabe zu, den Erwerbslosen im freiwilligen Arbeitsdienst Unterkunft zu gewähren. So wurden in Bad Homburg und Rüdesheim solche Arbeitsdienst Wochen mit Erfolg durchgeführt Maßgebend für derartige Veranstaltungen ist keineswegs die Produktivität der Arbeit, sondern die erzieherischen Werte, die mit einer solchen, wenn auch nur vorübergehenden Lebensgestaltung verknüpft sind. Durch die bevorstehende Neuregelung des freiwilligen Arbeitsdienstes seitens des Reiches wird hoffentlich größeren Kreisen die Zulassung zum freiwilligen Arbeitsdienst ermöglicht.
Bei der Aussprache über kleine und große Dinge des Jugendwanderns klang der Wille zur helfenden Tat hindurch. Es geht um unseren kostbarsten Besitz, um unsere Jugend: sie hinzuführen zu Gesundheit, Reinheit, Kraft und Heimatliebe.
K.H.
** Diehmärkte in G'i e ß e n. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh- (Nutzvieh.) Markt, am Mittwoch Schweinemarkt stat.
** Die Gießener Herbstmesse findet vom 2. bis 9. Oktober statt. In einer Bekanntmachung der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil werden die Plätze für die Schausteller ufro. ausgeschrieben. Interessenten seien auf die Bekannt machung besonders hingewiesen.
Die Impftermine für bie Impfungen tn unserer Stadt werden von der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Die Eltern der impfpflichtigen Kinder mögen die Bekanntmachung beachten.
•* D i e Alhambra-Revue L. Knie eröffnete gestern abend in ihrem Zelt auf Oswalds- Wirten bei ausverkauftem Hause ihr erstes Gast- picl in Gießen. Die Leistungen der Künstler bewegten sich durchweg auf hohem Niveau der artisti- chen Kunst: alle Darsteller können sich unbedingt ehen lassen. Die Dortragsfolge leiteten Tänzerinnen mit recht beachtenswerten Leistungen ein, die ver
dientermaßen volle Anerkennung fanden. Die Artisten brachten bei ihren Darbietungen auf dem Seil und auf dem Boden mit verblüffender Sicherheit und Eleganz die schwierigsten Leistungen einwandfrei zustande. Für kräftige Bewegung der Lachmuskeln sorgte der Humorist Wildau, der seine Zuhörer durch allerlei Witze und Schnurren famos unterhielt. Direktor Knie selbst produzierte sich unter den Seiltänzern mit geschickten artistischen Künsten, die sehr ansprechend waren. Auch alle übrigen Mitwirkenden verdienen volle Anerkennung und trugen wesentlich zu dem vollen Erfolg der in allen Teilen wohlgelungenen Eröffnungsvorstellung bei. Das Publikum spendete mit Recht lebhaften Beifall.
•• Das Fundsachen - Verzeichnis über die im Mai gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf-Philipp-Plah 1, ein- gesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.
Helst uns helfen!
3um Roikreuztag 1932.
Von I. von Winterfeldt-Menkin, Präsident des Deutschen Zftoten Kreuzes.
Einmal im Jahre tritt das Deutsche R o t e Kreuz mit einem Ruf und einer Bitte für sich selber an die Öffentlichkeit. Es ist am Rot- kreuztage. der im Juni feit einer Reihe von Jahren eine ständige Einrichtung geworden ist.
Die Werbekraft des Rotkreuztages richtet sich vor allem auf die Verbreitung und Vertiefung des Rotkreuz gedankens in allen Schichten unseres Volkes. Die Mitwirkung an der Rotkreuz arbeit erscheint dann als die selbstverständliche Verpflichtung eines jeden, der für die Röte seines Mitmenschen in dieser schwersten Zeit Verständnis. Teilnahme und Hilfsbereitschaft empfindet. Der Rotkreuzgedanke scheidet nicht auseinander, sondern einigt zusammen. Er seht das unmittelbar Menschliche für die Hilfe am Nächsten ein und schafft so eine Opfergemein, schäft, die in ihrer Betätigung in den nationalen Grenzen im höchsten Sinne Volksgemeinschaft ist. Daß wir uns in einer drückenden Zeit wie der jetzigen auf die Notwendigkeit dazu besinnen, ist der erste Zweck und das vornehmste Ziel des Rotkreuztages in Deutschland.
Zu solcher Siniff eit in der Gesinnung rufe ich auch heute alte Kräfte auf. Die Rotkreuz, arbeit wird darunter mehr und mehr wachsen und mehr und mehr Segen an Seele und Leib des deutschen Menschen stiften. 3m Geben und Opfern hat immer mehr Gewinn gelegen, als im Nehmen. Das Deutsche Rote Kreuz zählt heute weit über eine Million Mitglieder. Hunderttausende von Sanitätsmännern und Rotkreuzschwestern sind erfüllt vom Dienst am Kranken. Schwachen und Hilfsbedürftigen und fragen nicht, was und wer er ist. Keiner von ihnen hat je Dank gefordert oder erwartet, jeder hat ihn verdient. Ihre nicht nach Tagesstunden gemessene und an Tagesstunden gebundene Arbeit, ihre Opfer, die keine nach Tarif bestimmte Entlohnung kennt, nimmt man zumeist als selbstverständlich hin. Man erkennt auch kaum, welch persönliche Selbstentäuße- rung und Heberwindung, welch Verzicht auf eigene Wünsche, ja auf menschliche Empfindungen diese Arbeit verlangt. Nichts ist schneller vergessen als eine empfangene Wohltat. Ich möchte wünschen, daß die Millionen, die einmal in Krankheits-. Wirtschafte oder sonst einer Lebensnot die Hilfe des Roten Kreuzes erfahren haben, sich am Rotkreuztage daran erinnern und
in ihnen der Rotkreuzgedanke seine Wurzeln schlägt zum Besten anderer. Wem geholfen wor- den ist, der dankt im Sinne des Roten Kreuzes, wenn er anderen hilft.
Das Deutsche Rote Kreuz hat außer Krankenanstalten, Heimen, Kindergärten und dem Rettungsdienst der Sanitätskolonnen noch mannigfache andere Einrichtungen zur Durchführung feiner weitverzweigten Arbeit der Hilfe. Jede Not dringt an uns heran und jeder suchen wir nach Kräften zu steuern. Die Erhaltung dieser Einrichtungen kostet Geld. Mit der freiwilligen und uneigennützigen Tätigkeit unserer Schwestern, Hortnerinnen, Sanitätsmänner und ehrenamtlichen Mitarbeiter ist es allein nicht getan. Ohne sie wäre es uns überhaupt nicht möglich, unsere Anstalten und Einrichtungen aufrechtzuerhalten und die Kosten für die Unterbringung und ‘Betreuung unserer Pflegebefohlenen auf ein Mindestmaß zu beschränken. Wir dürfen jedoch nicht stehenbleiben in dem Ausbau unserer Krankenpflege, Heimfürsorge, Jugendbetreuung usw., wenn wir den »neuzeitlichen Forderungen und Fortschritten auf diesen Gebieten gerecht werden sollen. Auch wir sparen jetzt bis an die Grenze der Möglichkeit, aber müssen uns hüten, zum Schaden der Volksgesundheit und des Volkswohls die Mittel schematisch abzustreichen. Wir brauchen bei der anwachsenden, alle Kreise und Schichten unheilvoll tressenden Notlage mehr Freiheiten und Freiplähe in unseren Anstalten und Heimen. Von allen Seiten strecken sich leere Hände nach uns aus.
Wir dürfen sie ihnen nicht leer entgegenstrecken. „Helft uns helfen!" heißt es dringender als früher diesmal am Rotkreuztag. Helft uns mehr helfen als sonst! Beispiellos ist die Hilfswelle, die gegenwärtig durch das trdtz seiner Not opferbereite deutsche Volk geht. Sie ist der stärkste Beweis seines ungebrochenen Selbsterhaltungswillens. Ein Organ seiner Selbsthilfe ist das Rote Kreuz. *
Der Rotkreuztag ist mit einer Sammlung verbunden, die behördlich genehmigt ist. Der Ertrag der Sammlung kommt restlos den Einrichtungen des Roten Kreuzes und damit unmittelbar den Hilfsbedürftigen zugute.
Oberbeffen.
Landkreis Gießen.
3 Lollar, 3.Juni. Auf Veranlassung des hiesigen Ortsgewerbevereins sprach am Mittwochabend in einer öffentlichen Versammlung Geschäftsführer Kirchner. Gießen, über das aktuelle Thema der E i n h e i t s w e r t e. Obwohl von der Neubestimmung der Einheits- Werte nicht nur die Gewerbetreibenden, sondern auch die Hausbesitzer und die Eigentümer von landwirtschaftlich genutzten Grundstücken betroffen werden, hatte die Versammlung nur einen schwachen Besuch aufzuweisen. Die Belehrung durch diesen Vortrag wäre zweifellos für viele an dieser Neuregelung interessierte Mitbürger sehr wertvoll gewesen, da eine große Anzahl Eigentümer die Einheitswert-Listen während der Offenlegungsfrist nicht eingesehen hat, und infolgedessen über den für sie vorgesehenen Einheitswert ihres Besitzes nicht unterrichtet ist, ferner aber die in zahlreichen Fällen sehr unterschiedliche Wertfestsehung bei durchaus gleichartigen Verhältnissen den Gedanken einer Revision unbedingt in den Vordergrund rücken muß. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache an, in der ebenso wie bei den Darlegungen de» Redners die hier geltend gemachten Gesichtspunkte zutage traten.
. . Reiskirchen, 3. Juni. Die Arbeiten am hiesigen Sportplatz, die bekanntlich im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes durchgeführt werden, sind in vollem Gange. Es werden zur Zeit 22 junge Leute beschäftigt, von denen 16 aus Reiskirchen, 6 aus Beuern und einer aus Grohen-Duseck sind. Hinzu werden noch neun Leute kommen, die seither im freiwilligen Arbeitsdienst der Gemeinde Großen-Buseck beschäftigt waren.
I Watzenborn-Steinberg, 3.Juni. An der Straßenkreuzung Grüningen — Gießen - Leih, gestern— Garbenteich stießen am Mittwoch gegen Abend zweiMotorradfahrerzusammen. Dabei wurde der Lenker des von Leihgestern kommenden Kleinkraftrades von der von Grüningen
kommenden DKW=2Rafd)ine zur Seite geschleudert, zum Glück aber ohne Schaden für den stürzenden Fahrer. Während die DKW-Maschine unversehrt blieb, wurde das Kleinkraftrad beschädigt und mußte zur Reparatur gebracht werden.
* Nonnenroth, 3. Juni Dem Bericht über den Sängertag des Gaues Chattia- W e t t e r t a 1 am vorigen Sonntag in Ettingshausen („Gießener Anzeiger" Nr. 126 vorn 1. Juni) ist nachzutragen, daß unter der Leitung des Gauchormeisters Lehrer Müller, Nonnenroth, die drei Massenchöre „Das Heideröslein", ,.O. du mein Deutschland" und „Wo gen Himmel Eichen ragen“ bei der Sängerkundgebung zum Vortrag kamen Die Massenchöre wurden von den stark interessierten Zuhörern mit lebhaftem Beifall ausgenommen.
s. /Sj u n g e n, 3. Juni. Die Lichtbildstelle da^Kreisschulamts Gießen sührt den hiesigen und den umliegenden Schulen den Film ..Chang, der König des Dschungels" vor, der die Schüler mit der Welt Hinterindiens bekannt macht. Die Vorführungen leitet Lehrer Reinheimer (Großen-Linden). An ihnen nehmen teil die Klassen von Trais-Horloff, Inheiden, Htphe, Langd, Rodheim. Steinheim, Rabertshausen, Bellersheim und Obbornhofen.
s. Htphe, 3. Juni. Dieser Tage feierte eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Landwirtswitwe Marie Sack, ihren 84.Ge- burtstag. Die Greisin ist körperlich und geistig noch sehr rüstig.
s. Aus der nördlichen Wetterau, 3.«3uni. Allenthalben sieht man jetzt die Landwirte mit dem Setzen der Dickwurz- pslanzen beschäftigt, da diese infolge der reichlichen Niederschläge jetzt leicht anwachsen. Man geht immer mehr dazu über, Dickwurzkörner zu stecken, da bei großer Trockenheit diese Pflänzchen besser gedeihen, als umgesetzte. Ganz besonders stark tritt in diesem Jahre das lästigste Hnkraut der Wetterau, der Hederich, auf.
Kreis Büdingen.
r Ranstadt, 3. Juni. Die Bautätigkeit in unserem Orte ist jetzt wieder im Gange. Zur Zeit
wird in dem vom Spenglermeister und Elektroinstallateur Heinrich Jakob im Vorjahre errichteten Neubau an der Hauptstraße die Jnnenarbeit fertiggestellt. Das Haus, das im Erdgeschoß Geschäftsräume enthält, wird noch in diesem Jahrbezogen werden. Der Landwirt August Knopp läßt gegenwärtig ein neues Wirtschaftsgebäude er- richten. Der Fußballverein hat seinen in den Gemeindewiesen liegenden Sportplatz mit Maschen» draht umzäunen lassen, um dadurch Flurschäden der Anlieger vorzubeugen. Die Gemeinde läßt int Wege des freiwilligen- Arbeitsdienstes einen Weg, der selbst bei trockenem Wetter schlecht zu befahren war, chauffieren. Die Steine dazu werden in dem Basaltbruch des Landwirts und Müllers Konrad Schwarzhaupt gebrochen.
Kreis Alsfeld. --
l. Nieder-Ohmen, 3. Juni. Auf eine 25jäh- rige ununterbrochene Tätigkeit in dem Herrnbeklei- dungsaeschäst von G e b r. Stamm in Gießen kann in diesen Tagen det^ Schneidermeister Hch. Sommerkorn zurückblicken. Der Jubilar versieht seit einigen Jahren das Amt eines Beigeordneten, ebenso ist er Mitglied des Kreisausschusses für den Kreis Alsfeld.
> Appenrod, 3. Juni. Gestern vormittag ereignete sich hier ein schwerer Unglücks- f a I I. Der Landwirt B. von .hier war mit feinem Knecht beim Holz schneiden an seiner Kreissäge beschäftigt. Während der Knecht ein Stuck Holz heranholte, drückte B. allein ein kurzes Holzstück gegen die Säge, das sich aber plötzlich drehte, wobei B. mit der linken Hand in die Kreissäge kam. Dem bedauernswerten Manne wurde der Daumen ganz und der Zeigefinger zur Hälfte abgeschnitten, während der Mittel-' und der Ringfinger so schwer verletzt wurden, daß sie vielleicht auch no chverloren sein werden.
preuhen.
Kreis Wetzlar.
> Wißmar, 3. Juni. Die Eheleute Georg Wagner (Nr. 54) feierten im Kreise von 5 Kindern und 10 Enkeln das Fest der goldenen Hochzeit. Die Wünsche der Kirchengemeinde überbrachte der Ortspfarrer, die der Staatsregierung mit einem Jubiläumsgeschenk von 50 Mark Bürgermeister Brockmeier von Krofdorf. — Am kommenden Sonntagnachmittag begeht die hiesige E h r i st l i ch e Gemeinschaft bei der Kirche ihr I a h r e s f e ft.
3 Dutenhofen, 3. Juni. Aus der jüngsten Sitzung der OemeinbeDertretuhg ist u. a. zu berichten: Zu der Forderung der Unternehmer D e r l i ch - Wetzlar und Müller- Dutenhofen auf Bewilligung einer Fro st zutage für den im Frühjahr 1931 ausgeführten Bau der Ge- meindewasserle'itung ist, nachdem die Gemeindevertretung diese Forderung abgewiesen hatte und das nach der Verdingungsordnung vorgesehene Schiedsgericht angerufen worden war, ein Vergleich zwischen den beiden Parteien vorgeschlagen worden, der jetzt zur Beschlußfassung stand. Die Gemeindevertretung lehnte ein st i mmig auch diesen Vergleich ab, da sie die Gemeinde keinesfalls für zahlunaspflichtig hält. Nunmehr muß das Schiedsgericht entscheiden.
# Aus dem Kleebachtal, 3. Juni.' Durch den Regen der letzten Tage ist auf den schweren Böden viel Lagerfrucht entstanden. Die Sommerfrucht, die im allgemeinen einen guten Stand zeigt, leidet in diesem Jahre gan» besonders unter der Verunkrautung durch Hederich. Der erste Futterschnitt hat dieser Tage begonnen. Für eine reichliche Heuernte besteht gute Aussicht. Die Kartoffeln sind gut aufgegangen. Mit fcm Stecken der Runkelrüben wird jetzt begonnen. Der Ansatz der Kirschbäume ist recht gut, so daß eine reichliche Ernte zu erwarten steht. Die Zwetschenbäume haben schlecht angesetzt.
Kirche und Schule.
Hessische Missionskonferenz.
y. M a i n z, 3. Juni. Die diesjährige Tagung der hessischen M i s s i ons k o n f e r e n z, die hier unter sehr zahlreicher Beteiligung stattfand, stand unter einem günstigen Stern, weil sie verbunden war mit der im Völkerpädagogischen Institut auf der Zitadelle eröffnetenM issions- druck-Aus st ellung. Die Hauptversammlung wurde im großen Hörsaale des Pädagogischen Institutes von dem Vorsitzenden, Professor Werner (Friedberg), eröffnet. Es schloß sich ein Vortrag von Professor Dr. Westermann (Berlin) an über „Das Sprachenproblem in der evangelischen Mission". Von allgemeinerem Interesse war zu hören, daß an den mehr als 700 Sprachen Afrikas 300 Sprachen die Bibel in eigener Heberfetjung haben, dank der vieljährigen, treuen deutsch-evangelischen Missionsarbeit. Deutschland, dem man die Kolonien geraubt hat, hat mehr Lehrstühle für afrikanische Sprachenforschung als die großen Kolonialvölker, so daß Engländer und Amerikaner bei uns fernen. Nach gemeinsamem Mittagessen auf beq Zitadelle führte Schulrat Niemann die Gäste durch das Pädagogische Institut, das einzig in seiner Art ist und vom Auslande bereits stark besucht wird.
Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten sprach Oberkirchenrat Zentgraf (Mainz) über „Die Bedeutung der Missionsdruck-Ausstellung". Am Abend beendete im großen Hörsaale des Pädagogischen Institutes Professor D. Dr. Schlunk (Tübingen) die interessante Tagung mit einem Vortrage über „Die Hauptprobleme der evangelischen Mission in der Gegenwart".
Drei Monate Gefängnis wegen Gtraßenschmiererei.
Darmstadt, 3. Juni. (WSN.) Wegen Straße n m a l e r e i wurde heute der 26jährige Schrift- sctzer Heinrich A v e m a r i c, der mit weißer Oel- farbe Pfeile auf die Straße gemalt hatte, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.
Ist Bürgerpflicht und Notstandswandel


