ihre Verufsaufgabe zu erfüllen: Deutschlands Grenzen zu schützen und seine na- tionale Sicherheit zu gewährleisten. Ich werde ferner dafür sorgen, daß diejenigengei- stigen und physischen Kräfte unseres Volkes gestärkt werden, welche die unent- b ehrliche Grundlage der Landesverteidigung bilden. Ich bin überzeugt, daß im Innern die Tatsache, daß wireinegeschlos ene und überparteiliche Wehrmacht be itzen, allein genügen wird, um die Autorität des Reichs vor jeder Erschütterung zu bewahren. Ich vertraue darauf, daß jeder Angehörige der Wehrmacht mir dabei helfen wird, das mir anvertraute Erbe einer großen Vergangenheit zum Besten von Volk und Vaterland zu verwalten.
Der Reichswehrminister: gez. von Schleicher.
Die Deutschnationale Volkspartei zur Lage.
Berlin, 3. Juni. (TU.) Die deutschnationale Reichstagssraktion hielt eine kurze Sitzung ab. Die Fraktion faßte eine Entschließung, in der es heißt: J Die Fraktion begrüßt es, daß jetzt nach dem Sturze I der Regierung Brüning als erste Maßnahme die |
Auflösung des Reichstages erfolgt. Die DNVP. ist an der Bildung und Zielsetzung der neuen Reichsregierung unbeteiligt. Sie hat also der Regierung gegenüber keinerlei Bindungen. Ihre Haltung wird nicht von der Erfüllung propagandistischer Forderungen oder von wahlpolitischen Gesichtspunkten abhängig sein, sondern allein von der sachlichen Arbeit, die für das Vaterland geleistet wird. Die bisherigen Nutznießer der Gewalt, Zentrum und Sozialdemokratie, warten darauf, aus Fehlern der neuen Regierung alsbald wieder Kapital zu schlagen. Der Wahlkampf muß die System- parteien aus der Gestaltung der deutschen Politik ausschalten. Die endgültige Entscheidung über die Richtung der deutschen Politik wird erst nach den Reichstagswahlen fallen. An dieser Entscheidung werden die in der Deutschnationalen Dolkspartei verkörperten Kräfte ihren Anteil beanspruchen und durchsetzen. Wiederaufer st ehung der deutschen Nation wird das Kennwort dieser Wahl sein. Die DNVP., die, wie bisher, unter diesem Kennwort ficht, vereinigt damit ein anderes lebenswichtiges Ziel: Abwendung des drohenden Chaos.
Herriot bildet fein Kabinett.
3m wesentlichen die alten Mitarbeiter aus der ersten radikalen Regierung. paul-Boncour wird Kriegsminister.
Paris, 4. Juni. (MTB) Der Präsident der Republik hat dem Abgeordneten h e r r i o t die Kabinettsbildung angeboten, herriot hat die Kabinettsbildung übernommen, wie kurz nach Mitternacht bekannt wird, wird sich das Kabinett herriot folgendermaßen zusammensehen:
Ministerpräsident und Außenminister: herriot
(Rad.).
Oesfentliche Arbeiten: Da la di er (Rad.).
Inneres: Lhautemps (Rad.).
Krieg: Senator Paul-Boncour (ehemaliger Sozialist).
Luftschiffahrt: Painlev^ (So;.Rechte).
Kriegsmarine: L e y g u e s (Rad. Linke).
Landwirtschaft: Senator Gardey (Rad.).
Pensionen: B e r t h o d.
Justiz: Senator Renoult (Rad.).
Budget: p a l m a d e (Rad.).
Oeffentlic^r Unterricht: Senator de M o n z ie.
Kolonien: Senator Albert S ar raut (Rad.). Arbeit: D a l i m i e r.
Handelsmarine: Leon Meyer (Rad.).
Volkswohlfahrt: Senator G o d a r d (Rad.).
handel: Julien Durand (Rad.).
Poft: O u e u i l l e (Rad.).
Finanzen: Germain-Marlin (Rad.Linke).
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Das Ministerium Herriot, das heute nacht gebildet worden ist, hat, wenn man die Namen betrachtet, eine engere Basis, als man bis jetzt hatte annehmen können. Denn es gehören ihm außer den Radikalen nur wenige Parlamentarier aus anderen Gruppen an. So fällt auf, daß d i e Radikale Linke, also die ehemalige Fraktion Lvucheur, nur mit einem Minister (Germain Martin) und zwei Unterstaatssekretären, darunter dem Neger Candace für die Kolonien, vertreten ist, die Partei Painlöve nur durch PainlSve selbst und dierechtsstehendenSozialisten ebenfalls nur mit einem Vertreter (De M o n zi e). Eine besondere Rolle spielt Marineminister L e y - gues, der aus persönlichen Gründen trotz seiner Zugehörigkeit zu den Linksrepublikanern stets gegen Tardieu gestimmt hat und deshalb auch in dem kurzlebigen Ministerium Steeg ein Portefeuille übernommen hatte. Auffallend ist ferner, daß vor der Bildung des Kabinetts nicht einmal eine Unterredung zwischen Herriot und dem Sozialistenführer Blum stattfand, so daß also dieses Minderheitskabinett sich gegenüber den Sozialisten seine Unabhängigkeit bewahrt hat, die bis letzt kein einziges links gerichtetes Kabinett hatte. Interessant ist auch, daß kein einziges Mitglied des linken Flügels der Radikalen einen Posten im neuen Kabinett erhalten hat mit Ausnahme von Mi stier, den man im
Ministerium für schöne Künste als Unterstaats- s e k r e t ä r untergebrächt hat.
Will die Tatsache dieser schmalen Grundlage besagen, daß das Ministerium nicht von Bestand sein wird? Keineswegs. Die innerpolitische, namentlich die finanzielle Lage, ist derart, daß eine sachliche Behandlung aller Probleme in der neugewählten Kammer zu erwarten ist, so daß also vorläufig die Parteitaktik in den Hintergrund tritt.
3m übrigen muß man das neue Ministerium nach seinem Programm beurteilen, das diesmal wegen der kritischen Lage in der Außenpolitik von ganz besonderer Bedeutung ist. Die Stellungnahme Herriots zur Außenpolitik ist hinlänglich bekannt. Er hat sich mit allen den Männern umgeben, die schon das letztemal, als er 1924 Ministerpräsident war, seine Mitarbeiter gewesen sind. Man findet neben einem D a l a d i e r, allerdings nicht im Kriegsministerium, wie man gehofft hatte, auch Chautemps, Senator Bene Renoult, Albert Sarraut, Dalimier und im Kriegsministerium Paul-Boncour, der jetzt also am Ziel seiner Wünsche angelangt ist. Er, der den Sozialisten den Rücken kehrte, sich aber in letzter Zeit deutlich von der Außenpolitik Tardieus distanzierte, wird jetzt der maßgebende Leiter der französischenDe- legation auf der Abrüstungskonfe- r e n z. Für Lausanne kommt außer Herriot vor allen Dingen der Finanzminister Germain Martin, von Beruf Professor der Finanzwissenschaft, in Frage, ein Mann, der ein außerordentlich reiches Wissen mit großem Wirklichkeitssinn verbindet und wie kaum einer innerhalb des Kabinetts von der Rotwendigkeit einerdeutsch-französischenBerstän- d i g u n g, für die Frankreich Opfer bringen müsse, durchdrungen ist. Hoffentlich gelingt es ihm, seinen Standpunkt innerhalb der neuen Ministerkombination zur Geltung zu bringen.
Herriot ist ein Mann der Verständigung, aber seine internationale Politik leidet unter gewissen Hemmungen, die schon durch seine Erziehung — er ist Sohn eines Offiziers und war selbst Professor — und vielleicht auch durch die mehr doktrinäre Art seiner demokratischen Auffassung gegeben ist. Man kann nur hoffen, daß er sich fernhalten wird von den Ratgebern, die vor der englischen Initiative einer Weltwirtschaftskonferenz warnen, und statt dessen den angelsächsischen Gedanken mit mehr Wärme und Begeisterung aufgreifen wird, als ihm anempfohlen wird. Mit der Fortsetzung der Negation ist nichts getan, die das charakteristische Merkmal der Außenpolitik derer ge- wesen ist, die seit 1926 in Frankreich wirkten. Schwer wird es die neue Regierung haben, wenn Ende des Jahres dieBudgetberatungen beginnen und damit die Frage des Etatsausgleichs auf die Tages- ordnuna gelangt, wenn diese nicht früher durch die Ereignisse akut werden sollte.
Das Kabinett Braun erscheint nicht im Landtag. Mißtrauensvotum gegen die geschästsführende Regierung. - Erleichterung der Wahl des Ministerpräsidenten abgelehnt.
B e r I i n, 3. Juni. (VDZ.) Im Preußischen Landtag wurde die politische Aussprache unter lebhafter Anteilnahme auch des Publikums fortgesetzt mit einer Rede des Aba. Lohse (Rats.): Es ist eine UnifteUung in der -Wirtschaftspolitik nötig, die zu- ruckfuhrt zur Binnenwirtschaft, zu einer zlrt Autarkie, einer Nationalwirtschaft, in der das Arbeitslosenproblem gelöst werden wird. Nicht Ka- pital schafft Arbeit, sondern nur sleißigste Arbeit oermag Kapital und Arbeit zu schaffen. Wir Nationalsozialisten sind Anhänger auch der Ar- b e i t s d i e n st p f l i ch t. Wenn die ältere Generation Volk und Vaterland verteidigen mußte, so können wir von der jüngeren verlangen, daß sie mindestens ein Jahr Arbeitsdienst leistet. Wenn eine Million arbeitsloser junger Menschen in den Arbeits- dienst eingestellt wird, so wird damit auch einer weiteren Million Arbeit gegeben. Wir denken gar nidjt daran, das Tarifrecht und die sonstigen Rechte per Arbeiter anzugreisen. Gegenüber dem Vorwurf, daß unserWährungsprogramm zur Inflation führe, stellen wir fest, daß die Re- gierungsparteien nicht nur die erste Inflation durch- geführt haben, sondern daß sie heute bereits w> e der in der gleichen Situation sind. Eine Wahrung braucht nicht abhängig zu sein vom Golde, wie wir es in England und in den nordischen ®^a°tcn sehen. Auch unsere Rentenmark war nicht durch Gold gedeckt, sondern durch den deutschen Grund und Boden. Warum sollte das bei einer neuen Währung nicht auch möglich sein? Solange wir von der Weltfinanz abhängig sind, werden wir nicht gesunden. Dieser Zustand kann abgeändert werden durch eine neue Währung. Eine Inflation gibt es nur dann, wenn Geldmittel in Umlauf gesetzt werden, ohne daß produktive Arbeit geleistet wird.
Abg. Kaiser (Komm.): Der Rationalsozialist Lohse hat zwar Worte für die Erwerbslosen ge
sunden. Unternehmer aber, die der RDDAP. angehören, helfen in der Tat das Elend steigern. Der Redner nennt den Ramen eines ilnter» nehmers aus dem Harzgebiet, der gleichzeitig Leiter der Ortsgruppe der RSDAP. sei und den Jungarbeitern einen Stundenlohn von 4 Pfennig gafjle. (Stürmisches Hört! Hört! bei den Kommunisten. — Lärm bei den Rationalsozialisten.) Dafür stehe auf der Lohntüte „Wählt Hitler!" (Hört! Hört! bei den Kommunisten. — Lachen bei den Rationalsozialisten.)
Abg. Ruschke (Stp.): Von den Rationalso- zialisten, die im Preußischen Landtag die stärkste Partei sind, haben wir bisher noch keinen einzigen positiven Antrag zu Gesicht bekommen, Der Theaterdonner, den sie veranstalten, soll über ihre Impotenz auf sozialpolitischem und wirtschaftlichem Gebiet hinwegtäuschen. Auf die Dauer wird srch aber das deutsche Volk nicht täuschen lassen, und es kann Deutschland einst erwachen in einem ganz anderen Sinne, als Sie (zu den Rationalsozialisten) es sich' denken.
Abg. Freister (Rats.): Die Rechtsprechung hat sich auf dem gesamten politischen Gelder zur Dienerin eines parteipolitischen und einseitigen Systems gemacht. Eie (nach links) können das nicht verstehen, denn Sie waren nicht Objekt dieser Rechtsprechung. Mit verfassungswidrigen Mitteln will man sich auf dem Amts- sessel noch einige Zeit halten. Sie sehen Ihre Arbeit so lange fort, bis wir es Ihnen endgültig unmöglich machen werden. (Händeklatschen bei den Rattonalsozialisten. — Stürmische Kundgebungen bei den Kommunisten.) Das deutfche Volk hat sich von Ihnen abgewendet. Wer das Ergebnis einer 13jährigen Regierungstätigkeit bucht, muh verschwinden. Tun Sie das nicht dann bitte zum nächsten Tanz! Der nächste Tanz wird Ihnen endgültig klarmachen, daß Sie ab-
ErfieAvfnahme desnevenReichskMM
Sitzend von links nach rechts: Freiherr oonBraun, Freiherr von Gayl, von Papen, Freiherr von Neurath. — Stehend von links nach rechts: Dr. Gürtner, Professor Warmbold, General von Schleicher.
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gewirtschaftet haben und das neue Deutschland Adolf Hitlers marschiert. (Anhaltendes stürmisches Händeklatschen bei den Rationalsozialisten.)
Abg. Koenen (Komm.): Wir vermissen, daß auch nur ein einziger nationalsozialistischer Redner außer den Phrasen und der Kritik auch nur einen einzigen Vorschlag zur Besserung des Loses dec Erwerbslosen gemacht hat. Sie (zu den Rattonalsozialisten) machen für Thyssen und 2a- husen Politik. Weil Sie die Interessen der Ausbeuter und Börsenjobber vertreten, deshalb müssen Sie auf der Straße Arbeiter niederschlagen und Streik brechen.
Brauns Antwort an den Landtag.
Keine Revision der Geschäftsordnung.
Präsident Kerrl verliest die Antwort des Ministerpräsidenten auf den gestrigen Beschluß des Landtages auf Herbeiruf u n g des Staats Ministeriums. 3n dem Brief heißt es, daß das Kabinett die Rechtsfrage dahingestellt sein lasse, ob die Möglichkeit, das Staatsministerium herbeizuzitieren, auch für die geschäftsführende Regierung gelte. Aus den gestrigen Verhandlungen habe sich ergeben, daß es den Arttragstellern nur um eine Verunglimpfung der Staatsregierung zu tun gewesen sei. Es widerspreche dem Geist der Verfassung, Mißtrauensanträge gegen eine zurückgetretene Regierung im Parlament zu verhandeln. Das Staatsministerium würde es begrüßen, wenn der Landtag recht bald verfassungsmäßige Ausgaben erfüllen und einen neuen Ministerpräsidenten wählen würde.
Der deutschnationale Antrag, die Geschäftsordnung des alten Landtages in der Fassung zu Übernehmen, die vor Erschwerung der Wahl des Ministerpräsidenten bestanden hat, wird in namentlicher Abstimmung mit 212 Stimmen der Regierungsparteien und der Kommunisten gegen 202 Stimmen der Rationalsozialisten und übrigen Rechts- >arteien abgelehnt.
Der kommunistische Antrag, dem Geschäftsministerium Draun-Severing dasMihtrauen auszusprechen, wird mit 253 Stimmen der Rationalsozialisten, Deutschnationalen, Deutsche Volkspartei und der Kommunisten angenommen. Die anderen Parteien nahmen an der Abstimmung nicht teil, weil sie diese nicht für zulässig hielten.
Del der Abstimmung über den Antrag der Kommunisten, alle Zahlungen auf ©runb des Voungplans und die Zinsen- und Tilgungszahlungen für die Dawesanleihe einzustellen, ergibt sich die Beschlußunfähig- keit des Hauses.
Die nächste Sitzung wird voraussichtlich am 2 2. 3 u n i stattfinden.
Kleine politische Nachrichten.
Die Kandidatenliste der SPD. für d i e Landtagswahl in Hessen ist bis auf das Ausscheiden des schon seit einiger Zeit kränklichen Abgeordneten K a u l. (Offenbach) unverändert. Die Liste der SAP. und der Ko m m u n i st i s ch e n Opposition wird geführt von dem Abg. Galm (Offenbach), während an zweiter Stelle Redakteur O y l h o f f (Mainz) rangiert.
Die Federal Reserve Bank von Reuhork hat in Gemeinschaft mit den übrigen Zentralbanken derVerlängerungdes90-Millioncn- Dollar-Kredits an die Reichsbank um drei Monate, dessen Zinsah auf 5 Prozent herabgesetzt werden wird, zugestimmt.
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Die Bauerngemeinde Legerbuch im Lavanttal (Kärnten) hat Adolf Hitler zum Ehrenbürger ernannt „in Anerkennung seiner Verdienste um die geistige und seelische Wiederaufrichtung des deutschen Volkes".
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Der Gesundheitszustand Macdonalds, der sich seit zwei Wochen in Lossiemouth zur E r - holung nach seiner Augenoperation aufhält, hat sich soweit gebessert, daß ihm der Arzt gestattete, seinen Urlaub um einige Tage abzu. kürzen. Macdonald wird daher bereits am Montan Lossiemouth verlassen und nach London zurück- kehren.
Argentinien hat infolge der weitgehenden Abstriche im Militärhaushalt die 3st-Stärke des Heeres von 18 000 auf 12 000 und die der Marine von 6000 auf 4000 Mann herabgesetzt. Die Zahl der Infanterie-Regimenter ist auf 10, die
der Kavallerie auf 8, die der Arttllerie auf 3 her-« abgefetzt worden, während der Dauer von zwei 3ahren wird der Eintritt von Kadetten in die Militär- und Marineschulen gesperrt. Sämtliche Zulagen und Aufwandsgelder der Offiziere sind gestrichen worden. •
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Auf Malta hat der Führer der konstitutionellen Partei, Lord S t r i ck l a n d, den Bischöfen sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß er in einigen Parlamentsdebatten gegen die Kirche opponierte. Mit diesem Schritt wird unter den langwierigen Zwist zwischen Staat und Kirche ein Schlußstrich gesetzt.
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3n Griechenland hat die Regierung Papanast a f i u dem Staatspräsidenten ihr Rück- t r i t t s g e s u ch überreicht. Venizelos wird voraussichtlich die Bildung der neuen Regierung übernehmen.
Aus öfter Wett.
Schweres Unwetter im SotfinggebieL
„Am Freitag ging über Llslar (Solling) unnähere Umgebung ein schweres LInwetter nieder, das schweren Schaden angerichtet hat. Die Obsternte ist vollkommen vernich- t e t und auch die Getreide- und Kartoffelfelder haben schweren Schaden genommen. Die Wucht der niedersausenden Hagelkörner, die taubeneigroß waren, war so gewaltig, daß neben Fensterscheiben auch Telephon- und Telegraph enleitungen zerschlagen wurden. Ein gleichzeitig niedergehender ungewöhnlich starker Regen überschwemmte verschiedene Keller, so daß die Llslarer Motorspritze in Tätigkeit treten mußte.
Zwei Frauen vom Blitz getötet.
Btt Gudensberg (Bez. Kassel) wurden vier auf dem Felde beschäftigte Frauen, die unter einem Birnbaum Schutz gesucht hatten, vom Blitz getroffen. Zwei Frauen wurden getötet, eine schwer und die vierte leichter verletzt.
Zwtt Todesopfer eines Gewitters.
Bei Sangerhausen wurde der 61jährige Berginvalide Reinhard Vollrath aus Gonna mit seinem 15jährigen Sohn Paul vom Blitz erschlagen. Sie hatten sich in der Nähe des Ortes unter eine Buche geflüchtet, in die der Blitz einschlug. Beide waren sofort tot.
Kunstflieger Kaletsch tödlich verunglückt.
Zwischen Rotendorf und Lengfeld bei Würzburg qt der aus Westfalen stammende Flieger K a l e t s ch von der Würzburger Fliegerschule, der in 1000 M e t e r Höhe K u n st f l ü g e a u s f ü h r t e, abgestürzt. Etwa 50 Meter über dem Boden sprang der Pilot aus der Maschine, doch öffnete sich der Fallschirm nicht mehr. Das Fluazeüg, dessen Absturz durch Flügelbruch verursacht wurde, ist vollkommen zertrümmert.
Schweres Erdbeben in Mexiko.
Fast das gesamte Gebiet der Vereinigten Staaten van Mexiko ist von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden. Nach den ersten Meldungen beläuft sich die Zahl der Todesopfer auf 23.
(Eine ganze Jagdgesellschaft von einem Eisenbahnzug überfahren.
Der Kraftwagen einer Jagdgesellschaft wurde in der Nähe von Klausenburg (Siebenbürgen) bei einem Bahnübergang von einem Schnellzug erfaßt. Das Fahrzeug wurde 50 Meter weit mitgerissen und völlig zertrümmert. Die fünf Insassen mürben getötet. Der Schrankenwärter wurde verhaftet. Er erklärte, daß die Gesellschaft in fehr heiterer Stimmung gewesen sei und die Schranke eigenmächtig geöffnet habe.
Internationale Organisation der psychischen Hygiene.
3n diesen Tagen findet in Paris eine internationale Reunion für psychische Hygiene statt unter dem Vorsitz von 3uftin Godart, dem früheren Minister der Hygiene. Eine Geschäftssihung für die offiziellen Abgesandten der europäischen Verbände und Ligen für psychische Hygiene, soll dem Ausbau der internationalen besonders europäischen Organisation der psychischen Hygiene dienen. Professor Rüdin, München, hält ein Referat über Eugenik und psychiatrische Prophylaxe. Geheimrat Professor Dr. Sommer, Gießen, Vorsitzender des deutschen Verbandes für psychische Hygiene hält in der Sorbonne einen Vortrag über die Abstammung von Goethe mit Protektion von physiognomischen Bildern.


