slnMchen. yur Forksührung eines Betriebes geeigneten Einrichtungen vereinbaren. Rach den Ausführungen deS Reichsfinanzhofes ist hier an Fällen gedacht, in denen der Erwerber, der das Unternehmen fortsühren will, seinen Zweck schon vollständig dadurch erreicht, daß er das Grundstück mit Einrichtung erwirbt, der Erwerb der weiteren» sonst mit einem Betriebe verbundenen Werte, wie Firma, Kundschaft u. dgl. für ihn also bedeutungslos ist. Cs kann in solchen Fällen allerdings zweifelhaft sein, ob tatsächlich der bestehende Betrieb fortgeführt, oder ein neuer Be- trieb begründet worden ist.
Einer Veräußerung des Unternehmens im ganzen ist die Verpachtung gleichzuachten. Auch der Rückfall an den Verpächter ist so zu behandeln, als ob der Verpächter das ilntcrnehmen vom Pächter zurückerworben habe. Bei der Weiterverpachtung durch den Verpächter kann aber der zweite Pächter, der nichts vom ersten Pächter übernimmt, für Steuerschulden des ersten Pächters nicht in Anspruch genommen werden. (Urteil des Reichssinanzhofs vom 25. Oktober 1929.)
Die Haftung aus § 116 der Reichsabgabenordnung geht jedoch nicht soweit, dah der Erwerber für alle Steuerrückstände des Veräußerers in Anspruch genommen werden kann, sondern nur für Rückstände, bei denen sich diß^Steuerpflicht auf den Betrieb eines Unternehmens gründet. Es' kommen hier insbesondere die Umsatzsteuern und Verbrauchssteuern in Betracht. Richt in Frage kommen z. B. Personalsteucrn (Einkommen-, Vermögenssteuern u. dgl.). Auch bei etwa rückständigen Lohnsteuerbetrügen, für deren Entrichtung der Veräußerer als Arbeitgeber dem Reiche gegenüber haftet, hat der Reichsfinanzhof die Haftung nach § 116 der Reichsabgabenordnung verneint. Rach der Begründung des Urteils ist diese Stellungnahme darin zu suchen, daß die Lohnsteuer nicht das Unternehmen belastet, da sie vom Arbeitnehmer zu tragen ist: durch die Bestimmungen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn ist dem Arbeitgeber lediglich die Verpflichtung zur Einbehaltung und Abführung dec Steuerabzugsbeträge auferlegt. Run könnte man allerdings für den Fall, daß der Arbeitgeber Lohnsteuerbeträge einbehalten und im Unternehmen verwendet hat, davon sprechen, daß nunmehr das Unternehmen mit der Verpflichtung zur Abführung der einbe- haltencn Lohnsteuer belastet ist, und unter diesem Gesichtspunkte ließe sich auch eine Haftung des Erwerbers des Unternehmens rechtfertigen. Es ist aber zu bedenken, daß der Arbeitgeber für die Lohnsteuer auch dann haftet, wenn er den Steuerabzug nicht vorgenommen hat, sondern den Arbeitslohn voll ausbezahlt hat. In diesem Falle stecken die betreffenden Beträge nicht im Unternehmen, eine Haftung wäre wirtschaftlich nicht begründet. Eine Begrenzung der Haftung des Erwerbers auf diejenigen rückständigen Lohnsteuern, die vom Veräußerer einbehalten und nicht, abgcführt wurden, dürfte aber nicht angebracht' sein, da hier der Erwerber weder eine klare Uebersicht über die Steuern, für die er haftet, hätte, noch sich diese Uebersicht ohne umständliche Rachprüfüng verschaffen könnte.
OerKampfzwischenHandwerk und Handwerkskammer.
WSR. Groß-Gerau. 2. Mai. Die Han 6- werkskammer Darmstadt hat, wie berichtet, den. Bezirksverband Groh- Gerau für Handwerk und Gewerbe wegen seines Protestes in der Angelegenheit der Rhein- und Ruhrgelder ausgeschlossen und' seine Beamten angewiesen, jeden Verkehr mit dem Dezirksverband einzustellen. Am Sonntag fand nun in Darmstadt eine gemeinsame Vor- stondssihung der De zirksverbändeDarm- st a d t und Bensheim-Heppenheim statt, in der folgende Entschließung einstimmig gefaßt wurde:
„Die Vertreter des Handwerks der Kreise Darmstadt. Bensheim und Heppenheim beharren nach wie vor auf dem Beschluß der Vollversammlung und erwarten, daß der Untersuchung s- ausschuß umgehend zur Untersuchung der An-
Gießener Gtadttheater.
Gastspiel des Mainzer Stadttheaters: „Der Bogelhändler" von Karl Zeller.
Das Bestreben der Theaterleitung, den Spielplan elastisch und vielseitig zu gestalten und.möglichst ollen Wünschen und Geschmacksrichtungen des Publikums Rechnung zu tragen, ließ die (wenn auch nur einmalige) Aufführung einer Operette älteren Stils empfehlenswert erscheinen. Die Wahl war auf den „Vogelhändler" gefallen, und die sehr freundliche Aufnahme des Mainzer Gastspiels schien zu beweisen, daß die Intendanz damit das Richtige getroffen hatte.
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Zeller, geboren 1842 zu St. Peter in der Au (Niederösterreich), gestorben in Baden bei Wien, war von Haus aus Jurist und brachte es als Beamter immerhin bis zum k. und k. Ministerialrat im Wiener Unterrichtsministerium. Don seiner amt- lict)en Tätigkeit ist nichts mehr bekannt, doch gilt er noch heute als einer der begabtesten und zu seiner Zeit populärsten Vertreter der älteren Wiener Operette. Er begann als Komponist mit Liedern und Chören, eroberte die Bühne mit der komischen Oper „Joeonda" und hatte dann mit den Operetten „Der Vogelhändler" (1891) und „Der Obersteiger" (1895) feine größten Erfolge, die sich bis in unsere Zeit hinein bewährt haben.
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Das Buch zum „Dogelhändler" stammt (noch einer Idee von Bieville) von ' W. W e st und L. H e l d, mit denen Zeller mehrfach und mit Glück zusammengearbeitet hat. Sie haben ein handfestes und wirksames Libretto geschrieben, welches im heiteren Kostüm des rheinpfälzischen Rokoko, in einer gefällig geschürzten Liebes- und Verwechslungs- Handlung aus der ländlichen Sphäre in die Salon- laenene des kurfürstlichen Schlosses einmündet und im kurzen Schlußakt die Verwirrung harmonisch u^nPärchenweise zur allgemeinen Zufriedenheit zu
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Die Partitur von Zeller ist so beschaffen, daß man in ihren Haupt« und Schmuckstücken — tnie etwa dem Auftrittslied des Vogelhändlers und dem Nachtigallenwalzer — fast überrascht die volkstümlichen Nummern einer ehemals viel gespielten Programm-Musik freundlich wiedererkennt: also das ist aus dem „Dogelhändler" - so geläufig und vertraut klingt die ganz auf eine sehr sangbare und tanzgerechte, ausgesprochen österreichische Note ein
gelegenheit zugezogen wird. Zum Abbruch der Beziehungen mit dem Bezirksverband Groß-Gerau verstehen wir nicht, dah die Herren einen derartig folgenschweren Schritt unternommen haben, der das gesamte Handwerk empören muß. Wir erwarten umgehend die Aufhebung des Kriegszustandes mit dem Dezirksverband Groß- Gerau. Die Schärfe dec Resolution des Dezirks- verbandes Groß-Gerau ist sicher lediglich darauf zurückzuführen, daß der Vor st and der Kammer gegen den einstimmigen Willen des Großen Ausschusses sich eingestellt hat. Eine Aburteilung nach dieser oder jener Seite kann erst nach endgültiger Klärung der Angelegenheit erfolgen. Wir protestieren daher aufs schärfste gegen ein derartiges Verfahren, fordern strengste Untersuchung und erwarten das unverzügliche Eingreifen der Regierung. Unerläßlich ist die sofortige Einberufung der Vollversammlung der Hessischen Handwerkskammer, sowie einer außerordentlichen Haupttagung des Hessischen Handwerks« und Gewerbeverbandes."
Oie Versetzung
des Kreisdirektors Or. Stammler.
Man schreibt uns aus Al-sfeld: Ein amtlicher Bericht der hessischen Regierung über die am Samstag, 30. April, bei dem Herrn Staatspräsidenten Dc. Adelung stattaefundene Besprechung mit der aus dem Kreise Alsfeld gewählten Abordnung enthält am Schlüsse die
gestellte, licbenswürßjge und melodienfreudige Vertonung noch heute.
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Die Aufführung, mit der das Mainzer Stadt- theater unter der Spielleitung von Alfred v. Krebs bei uns gastierte, machte einen frischen und ge« fchlossenen Eindruck: dos Ensemble spielte flüssig zusammen, das Ganze war bei gutem Tempo auf einen angeregt-heiteren Ton gestimmt und brachte die theatralischen Effekte der Operette — zumal in dem ergiebigen Mittelakt — hübsch zur Geltung. Die musikalische Leitung hatte Diktor Urbantschi tsch: er dirigierte mit gesundem Temperament und hatte sein Orchester und die anerkennenswert sauber singenden Chöre strasf in der Hand. Dom einheimischen Regiestab unterstützten Löffler (Bühnenbild) und Keim (Beleuchtung) die Spielleitung aufs veste.
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3m Mittelpunkt des Ensembles stand Friedrich Kempf, der als Adam, Dogelhändler aus Tirol, die in jeder Hinsicht dankbare und ausbaufähige Partie umsichtia und mit Humor betreute; sein naturburschenhaftes und ungekünsteltes Spiel verband sich mit einer geschmeidigen Gesangskultur — besonders im Eingangslied „Grüß Euch Gott alle miteinander" und dem Walzer vom Ahndl und der Nachtigall — zu einer runden und sehr beifällig aufgenommenen Leistung.
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2Ks Kurfürstin Marie gab Elly Spieß eine gesanglich ausgeglichene, darstellerisch recht repräsentative Partie. Herta Greeff. eine gewandte ©oubrettenbeaabung, sang die Briefchristel — „Ich bin die Christel von der Post" — mit munterem Temperament; ihr Spiel und ihre Stimme entfalteten sich übrigens von Akt zu Akt freier und gelöster, das bekannte Walzerduett und di; heitere Schlußszene dürfen besonders hervorgehoben werden.
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August Stier gab mit guter Haltung und wohltemperiertem Humor den kurfürstlichen Wald- und Wildmeister Baron Webs; die derbkomischen Poin- ten brachte das Professoren-Duett der Herren Erich Keddy und Alfred von Krebs, das alsbald wiederholt werden mußte, und die von Anny Pe- t e r s-drastisch ausstaffierte Baronin Adelaide; während Hans Schnabel, wesentlich seriöser und gedämpfter, um die nicht sehr operettenmäßig geratene Figur des Grafen Stanislaus kavaliermäßig bemüht war.
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Das Haus war gut besetzt; es gab viel Beifall, Wiederholungen und Blumen. hth.
Bemerkung! „Diese Auffassung fand auch die Billigung der Herren der Deputation." 3m Zusammenhang mit den übrigen Ausführungen über die Linker redung muh dieser Schlußsatz den Eindruck erwecken, als ob die Mitglieder der Abordnung sich auch mit der gegen Herrn Kreisdirektor Dc. Stammler verfügten Maßregelung einverstanden erklärt und gewissermaßen die Auffassung der Regierung im Falle Dr. Stammler als richtig anerkannt hätten. Dies entspricht aber in keiner Weise den Tatsachen. Die amtliche Auslassung läßt die eingehend begründeten Darlegungen der Abordnung zu dem vorliegenden Falle vollständig unerwähnt. Richtig ist, daß lediglich die allgemein e n Ausführungen des Herrn Staatspräsidenten über die persönliche politische Betätigung von Beamten unter besonderer Hervorhebung einiger schwerwiegender Beispiele die Billigung der Mitglieder der Abordnung gefunden haben. Die hier geschilderten Fälle lassen sich aber in keiner Weise mit der Angelegenheit des Herrn Kreisdirektors Dr. Stammler vergleichen. Die Abordnung steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die gegen Herrn Kreisdirektor Dr. Stammler verfügte Maßnahme eine unangebrachte Härte bedeutet, und daß dem Verlangen des weitaus größten Teiles der Bevölkerung des Kreises nach Rücknahme dieser Maßnahme im Interesse der Gerechtigkeit unbedingt Rechnung getragen werden müßte.
Liebe auf -en ersten Blick.
Don Lothar Sachs.
An der Ostsee haben wir uns kennengelernt. Es war — sozusagen — in dieser poesielosen Zeit eine Liebe auf den ersten Blick. Ja, so was gibt’s noch. Jeden Tag treffen wir uns zur selben Stunde — meine neue Freundin und ich. Dann wandern wir Hand in Hand durch den weißschimmernden Dünensand wie zwei Verzauberte. Marion heißt sie und ist ein ebenso reizendes wie anspruchsvolles Person- chen. Während sie sich im Strandkorb rekelt, muß ich im Schweiße meines Angesichts unsere „Burg" bauen. Aber was tut man nicht alles, wenn man verliebt ist.
Sie spricht nur gebrochen und fehlerhaft deutsch, ich weiß aber trotzdem ganz genau, was sie will. Und das muß geschehen. In dem Punkt versteht sie keinen Spaß. Widerspruch duldet sie nicht. In solchen Fällen vergißt sie sogar ihre gute Kinderstube. Da stampft sie auf, schmollt, bittet bettelt, bis sie ihren Kopf durchgesetzt hat. Haben Sie eine Ahnung, wie mich meine Freundin piesackt! Ich habe überhaupt nichts mehr zu sagen. So weit ist es schon gekommen. Geschenke nimmt sie wohlwollend und freundlich, so zahlreich wie möglich, entgegen, aber mit einer gewissen Selbstverständlichkeit. Den Wert des Geldes kennt sie nicht. Jeder Wunsch ist Befehl.
Ihre Mutter, eine sehr schöne Frau, duldet unsere zarten Beziehungen, ich möchte beinahe vermuten, sie begünstigt und fördert sie. Sie sieht es auf jeden Fall nicht ungern, daß ich mich so hingebungsvoll ihrer Tochter widme. Der Grund ist mir inzwischen infolge eingehender Beobachtungen völlig klar geworden. Sie hat dadurch besser Gelegenheit, sich ungestört und ausschließlich dem Flirt zu widmen, ohne dauernd durch familiäre Verpflichtungen und Rücksichtnahme auf ihre Tochter von dem Hauptzweck ihrer Reise, dem Amüsement, abgelenkt zu werden. Man kann also mit dem besten Willen nicht behaupten, daß der erzieherische Einfluß der Mutter auf die Tochter einen wesentlichen Faktor im Leben Marions bildet.
Marion legt offenbar auch keinen besonderen Wert darauf, ist vielmehr zu sehr mit sich selbst und ihren eigenen Verehrern beschäftigt, als daß sie diesen Dingen eine allzu große Bedeutung beimessen würde Sie scheint im übrigen das große Herz ihrer Mutter S-rbt zu haben. Sie kokettiert, wie ich immer wieder stellen kann, mit allen Männern, läßt sich von em ansprechen, Schmeicheleien sagen, Bonbonnieren schenken. Sie ist mit allen nett, um es mit feinem zu verderben. Zerspringen könnte man vor Eifersucht, wenn es nicht so zwecklos wäre.
Bei diesem ersten Sportfest gibt auf alle Fälle noch zu großen Hoffnungen für die weitere Saison Anlaß.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Am Sonntag weilte die 1. Elf von Dreihausen zu einem Rückspiel bei 1900s Ligareserve. 1900s Reserven gewannen nach einem interessanten Spiel knapp aber verdient mit 1:0 (1:0), denn sie waren meistenteils tonangebend. Der einzige Treffer fiel gleich zu Beginn durch den Gießener Halblinken. . 1900s 3., 4. und 5. Mannschaft kämpften vormittags gegen Lollars 1., 2. und 3. Mannschaft. Ueberraschen tonnte dabei der Sieg der 3. (Lehr-) Mannschaft, aber auch ebenso die Niederlagen der 4. und 5. Elf. Die Lehrmannschaft spielte zunächst gegen den Wind, ließ sich aber in dieser Periode nur einen Treffer gefallen, denn die Schlußleute waren auf dem Posten. Nach dem Seitenwechsel und erfolgter Umstellung klappte es besser. 1900 hatte jetzt bedeutend mehr vom Spiel. Schack sorgte für die beiden Treffer und damit für den 2:l«Sieg. Bei der 4. Mannschaft wollte es nie richtig klappen. Die eifrigen Gäste siegten 8:4 verdient. In der 5. Mannschaft fehlte der Mittelläufer, und das nahm der Mannschaft den Halt, Keiner hielt Platz. 1900 verlor nach ausgeglichenen Leistungen 2:1.
Tanzturnier um die Meisterschaft des Main-Gaues.—
Das Tanzturnier, das der Tanzklub „Rot-Weiß" im Oktober v. I. veranstaltete, war für den Verein ein großer Erfolg: das Tanzturnier, das am Der- gangenen Samstag stattfand, war nicht weniger eindrucksvoll. Tanzpaare aus Köln, Kassel, Frankfurt, Bad-Nauheim und Bad-Homburg waren erschienen und verhalfen durch ihre außerordentlichen geschliffenen tänzerischen Leistungen der Veranstaltung zu besonderer Bedeutung. Auch der Tanzklub Gießen hatte seine besten Tanzpaare zu den Wettbewerben gemeldet und konnte durch seine Teilnehmer allein zwei 1. Preise erringen.
Herr Hartmann- Emersen, der Gauleiter des Maingaues im Reichsverband zur Pflege des Gesellschaftstanzes, hielt einleitend eine Ansprache, in der er kurz den Sinn der Veranstaltung kennzeichnete, die weniger ein glänzendes Fest sein wolle, denn sportliche Veranstaltung, deren Rahmen eben anderer Art sei, als der, den man gemeinhin mit sportlichen Veranstaltungen in Verbindung bringe. Es gelte den Gesellschaftstanz zu pflegen, zu kulti- vieren und ihm zu der Bedeutung zu helfen, die ihm gebührt. Der Abend bewies in feinem Verlauf, daß ernsthafte Arbeit geleistet wurde. Die klar bemessene Bewegung, zu beobachten, tzem beschwingten Rhyth- mus, dem tänzerischen Elan und der Disziplin der Haltung zu folgen, der Uebersetzung musikalischer rhythmischer Werte in die schreitende, schwingende Bewegung des Tanzes bei aller individueller Ge- ftaltung durch die unmittelbar Beteiligten, nachzu- , gehen, war für die Zuschauer nicht nur ein schönes ästhetisches Erlebnis, sondern auch nachahmenswertes Beispiel. Besonders in der Sonder, und ^-Klasse sah man Außerordentliches. Getanzt wurde in drei Klassen. Punkt- und Schiedsgericht hatten kein leich- tes Amt. Die Namen der Preisträger (Herren je-, weils zuerst genannt) seien nachstehend wieder- gegeben:
Sonder-und ^-Klasse: 1. und Gaumeister des Maingaues Fernand-Geurts (Bad-Nauheim); 2. Jacoby-Gabler (Köln); 3. Paraschivescu-Salz- mann (Bad-Nauheim).
6 . Klasse : 1. Kobel-Schupp (Gießen): 2. Labe- renz-Wehrum (Liehen); 3. Heinzelmann-Sch iscr (Bad-Nauheim). w
L-Klasse: 1. Noll-Driesch (Gießen); 2. Bram- mer-Baroneß von Maucler (Bad-Nauheim); 3. Seipp und Frau (Gießen); 4. Feith-Lauenstein (Bad Homburg).
Der Tanzklub „Rot-Weiß" Gießen dürfte mit den Erfolgen, die seine Mitglieder auf diesem Turnier erringen könnten, zufrieden sein. Das Turnier nahm einen in jeder Hinsicht befriedigenden Verlauf. Die Jazz-Symphoniker der Kapelle Seitz trugen nicht unwesentlich zum Gelingen bei.
Unlängst komme ich dazu, wie sie — man stelle sich vor — gerade auf dem Schoß eines Herrn sitzt und sich ohne Sträuben einen Kuß geben läßt. Als ob das die selbstverständlichste Sache von der Welt wäre! Ich bin empört, aber sie rührt sich nicht vom Fleck und lacht mir noch keck ins Gesicht ... Eins weiß ich: In meinem ganzen Leben hat mich noch kein weibliches Wesen so tyrannisiert und unter dem Pantoffel gehabt ... wie meine drei Jahre alte Freundin Marion.
Neues vom Nil.
Ein großartiger Plan-zur Errichtung eine- Staudammes in Ostafrika mit einem Kostenaufwand von 200 Millionen Mack, der eine völlige Reuregulierung dec Rilsluten bringt, wird jetzt von der ägyptischen Regierung näher erwogen. Die Möglichkeit und Durchführbarkeit dieser gewaltigen Bewässerungsanlage ist durch Zft>r- schungen der letzten 3ahre erwiesen worden, die zum großen Teil im Flugzeug vorgenommen wurden. Man sucht gegenwärtig nach den geeigneten Felsfundamenten für den Damm, und wenn diese gefunden sind, will man mit den Arbeiten beginnen. Es soll ein Staudamm quer durch den Albert-See bei Pakwach errichtet werden, und durch die Stauung der Gewässer dieses Sees wird es möglich, einen regelmäßigen Zufluß zu den Ril-Quellen zu erhalten und so den Wasserstand des Rils zu kontrollieren. Der Damm muh breit genug fein, um Eisenbahnen und Kraftwagen zu tragen, denn er soll eine neue nördliche Verbindung zwischen, dem Kongo-System und den Kenja- und Tlganda-Eisenbahnen bringen, um so einen Teil des Handels nach der Ostküste zu leiten, der jetzt nördlich nach Aegypten geht. Sodann soll das große Sudd-Gebiet am oberen Ril, das gegenwärtig eine sumpfige Wüste darstellt, beseitigt werden. Diel kostbares Wasser wird in diesen Sümpfen festgehalten, und eine Entwässerung würde ein riesiges Reuland fruchtbar machen. Wenn das Sudd-Gebiet, das durch Flieger genau erforscht worden ist, beseitigt werden könnte, dann würde alles Wasser aus dem Albert-See. das in den Weißen Ril flieht, für die Bevölkerung des Sudans und Aegyptens ausgenutzt werden körmen. Daher besteht ein Teil des riesigen Lln- temehmens darin, einen breiten und tiefen Kanal durch die Sudd-Sümpse zu legen, der das ganze Wasser des Weihen Rils in den Hauptstrom leiten würde. Gegenwärtig werden mindestens zwei Drittel des Wassers von den Sümpfen zurück- gehalten.
SJixfpoit
Große Erfolge des Männer-Turnvereins Gießen.
Mer 1. und zehn 2. Siege.
Bei bestem Wetter kam am Samstag und Sonntag als erstes Sportfest in der diesjährigen Saison das der Turngemeinde Frankfurt-Rödelheim zur Durchführung. Die traditionellen Wett« kämpfe hatten -wiederum eine gute Beteiligung aufzuweisen; die erzielten Leistungen waren sehr gut. Auch die Farben des Mtv. Gießen waren bei dieser Veranstaltung würdig vertreten, könnten doch die nach dort entsandten Turnerinnen und Turner insgesamt 18 Siege — hiervon vier 1. und zehn 2. — erringen. Als einzige 3ugend- turnerin wirkte K. Körner mit und erzielte im Hochsprung mit 1,30 Meter den 2. Sieg, und im Weitsprung mit 4,00 Meter den 3. Sieg'. 3n der Turnerinnen ° Oberstufe wartete Frl. Bickelhäupt wieder mit einer fabelhaften Leistung auf. Ihre alte vor zwei Jahren aufgestellte Mittelrhein-Kreis-Höchstleistung verbesserte sie auf 1,535 Meter und überbot mit dieser Leistung sogar die bei den vorjährigen Deutschen Meisterschaften (DT. und DSB.) erzielte Höhe. 2. bzw. 3. Siegerin wurden Frl. Schäfer bzw. Frl. Fuchs, beide von der Tgs. Frankfurt- Sachsenhausen, während Frl. Espach vom Mtv. Gießen mit der auch noch recht ansehnlichen Leistung von 1,40 Meter nur den 4. Platz,be- legen konnte. Frl. Röhmig konnte mit 4,53 Meter im Weitsprung nur 4. werden. 3m 100-Meter-Endlauf der Turnerinnen konnte Frl. Bickelhaupt mit 13,4 Sekunden hinter Frl. Brückner, Mainz (Kreis- meifterin 1929'30) 2. werden; außerdem wurde sie im Dreikampf (100 Meter, Kugelstoßen, Weitsprung) mit 53 Punkten 2. Siegerin. Die 4xl00°Meter-Turnerinnen-Staffel konnte.in der altbewährten Aufstellung Frl. Espach, Amen d, Röhmig, Bickelhaupt einen glatten 1. Sieg erringen, vor Tv. 1817 Mainz, Tv. Bad Homburg und Tgm. Ffm.-Bockenheim.
Sehr schöne Erfolge erzielten auch die Turner, doch merkte man bei diesen besonders, daß noch nicht genügend geübt werden konnte. Richt weniger wie in sieben Konkurrenzen lagen die Männerturner in den Vorkämpfen glatt an
1. Stelle, um bann, vom Pech verfolgt, in der Entscheidung auch jeweils siebenmal nur.2. zu werden. Den Reigen der 2. Siege eröffnete A. Decker, der brustbreit hinter Dörflinger, Offenbach, beim 100-Meter-Lauf 2. wurde.
Für dem 50-Meter-Zwischenlauf hatten sich Fernau — der die beste aller Dorlaufzeiten erzielt hatte — und Ploch qualifiziert. Während Ploch in den Endlauf kam, mußte Fernau durch Leichtsinn im Zwischenlauf ausscheiden. E- Ploch errang so im Endlauf über 50 Meter einen 3. Sieg und konnte außerdem noch im 800-Meter-Lauf nach überlegenem Lauf als 1. durchs Ziel gehen. O. L i-n d e n st r u t h wurde im Weitsprung mit 6,07 Meter 2. hinter Beyer („Dorwärts" Bockenheim), der 6,09 Meter erzielte; ferner konnte er im Dreikamvf (Oberstufe) den 5. Sieg und im Schleuderbauwurf mit 48,55 Meter einen 4. Platz erringen. 3m 100- Meter-Lauf (Oberstufe) errang R. Fernau mit nur handbreit hinter Simon („Dorwärts" Docken- Heim) in der guten Zeit von 11,4 Sek. einen ehrenvollen 2. Sieg. L. Malkomesius konnte sich im 60-Meter-Hürdenlaufen (worin er erstmals startete) nach siegreichen Dorläufen für die Entscheidung qualifizieren. Auch er wurde nach einem Brust-an-Drustrennen hinter P. Garbe (Tgs. Ffm.-Sachsenhausen) nur 2. Sieger in 10,2 Sekunden. Sehr gut hielt sich auch F. Petry, der im Dreikampf überlegener 2. wurde; im Hochsprung (1,59 Meter) reichte es nur für den 4. Platz. Die 4xl00-Meter°Staffel (S e h b, Kirchheimer, Malkomesius, Linden- struth) brachte es, nachdem sie unter neun Mannschaften die beste Dorlaufzeit erzielt hatte, eben'o wie die Schwedenstaffel (Fernau, Sehb, Linden st ruth, Malkomesius) jeweils nur zu einem 2. Sieg.
Den größten Erfolg konnten die um den 4X100 - Meter - Staffel - Wanderpreis lausenden Männerturner Ploch. Decker, Seyb, Fernau erringen, konnten sie doch nach schönem Lauf vor der hervorragenden Staffel des Turnvereins „Dorwärts" Dockenheim, wie vor Tv. Dad Homburg und Tgm. Ffm.-Dockenheim als l. durchs Ziel gehen und somit erstmals den wertvollen Dismarck-Wanderpreis nach Gießen bringen. Auf diese großen Erfolge kann der Mtv. stolz sein und das gute Abschneiden der Mtv.er


