Ausgabe 
4.4.1932
 
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Nr. 78 Erstes Blatt

Montag, 4. April 1952

182. Jahrgang

GietzenerAiijeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen.

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Der Wahlkampf beginnt.

Aufmarsch zum zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl.

Kardorff im Wahlfeldzug für Hindenburg.

Düsseldorf, 3. April. (CAD.) Der Dussel- dorfer Hindenburg-Ausschuß eröffnete den Wahl­kampf zum zweiten Gang der Reichspräsidenten­wahl am Sonntagabend- mit einer Kundgebung im Kaisersaal der Tonhalle, in dqr der Vizeprä­sident des Reichstags, v. K o r d o r f f, sprach. Von Kardorff würdigte einleitend die politische Wirk­samkeit des Reichspräsidenten v. Hindenburg, der immer bewiesen habe, daß ervollkommenun- parteiisch das gesamte deutsche Volk vertrete. Die Geschichte beweise, das; man nicht einen Kanz­ler stürzen könne, wenn man keinen besseren an kine Stelle sehen könne. Es gebe aber keinen an­deren Kanzler, kein neues Ministerium, kein neues Programm und keine neue Mehrheit. Die jetzige Steuergesetzgebung in den Vereinigten Staaten be­weise erneut, daß die Krise eine Weltkrise sei, die natürlich Deutschland nach dem verlorenen Kriegam schwer st en tre ffe. Der Kanzler habe also mit einem Wcltschicksal zu kämpfen, mit dem Hugenberg und Hitler bestimmt nicht besser fertig werden könnten.Ihnen am Rhein sage ich", so erklärte v. Kardorff,wenn heute die Franzosen noch am Rhein st ä n d e n , dann wäre die Reparationsfrage über­haupt nicht mehr zu lösen und der Rhein für immer verlöre n." Sehr scharf setzte v. Kar­dorff sich mit der Agitation der Rationalsozialisten auseinander. Wünschenswert ki eine wirkliche nationale Einigkeit, ober nicht eine sogenannte na­tionale Front, die verkappter Ausdruck des Bür­gerkrieges sei. Die Wunden einer blutigen Aus­einandersetzung in Deutschland würden sich nie wieder schließen.Reichspräsident v. Hindenburg ist", so schloß der Redner,dasangesehen st e Staatsoberhaupt, das die Erde trägt. Er verkörpert in sich alle großen Eigen­schaften des deutschen Volkes, nicht zuletzt eine tiefe, nach außen hin zur Schau getragene Re­ligiosität. Als ein Charakter von antiker Gröhe wird er in der Weltgeschichte zu den Gro­ßen und Größten zählen. Er ist das Symbol der deutschen Einheit. Wir werden gemeinsam gerettet werden vder gemeinsam un­tergehen. Riemals ist das Reich verloren, wenn ihr einig seid und treu." Die Veranstal­tung fand mit einem Hoch auf das deutsche Va­terland, den Reichspräsidenten v. Hindenburg und dem Deutschlandlied ihren Abschluß.

Stegerwald spricht in Vreslau.

Breslau, 3. April. (WTB.) Sn einer Kund­gebung der Zenrrumspartei sprach Reichsarbeits­minister Dr. Stegerwald über die bevor- stehencrr Rcichspräsidentenwahl. Er führte u. o. aus: 'Es ist blutiger politischer Dilettantismus, zu behaupten, daß die unbefriedigenden gegen­wärtigen deutschen Verhältnisse lediglich auf ein falsches politisches System zurückzuführen seien. Ist es etwa eine Fo'ge der verfehlten deutschen Politik, daß dieDereinigtenStaaten von Amerika im letzten Jahr in ihrem Staatshaushalt ein größeres Defizit aufzuweisen hatten, als der ganze deutsche Staatshaushalt überhaupt beträgt? Ist es eine Folge der angeblich ver­fehlten deutschen Politik, daß Amerika heute acht Millionen Arbeitslose hat, daß England, Italien, die Tschechoslowakei, Polen usw. relativ eine gleich große Ar­beitslosigkeit aufzuweisen haben wie Deutschland? Ist es eine Folge des angeblich falschen politischen Systems der letzten 13 Iahre, daß es der Landwirtschaft in Amerika, in Italien, auf dem Balkan in Ungarn, in Polen uw. noch unvergleichlich schlechter geht als in Deutschland?

Kein Mensch hat etwas dagegen, daß die Ra­tion alsozialisten auf legalem Wege die Verfas­sung zu ändern suchen. Das ist das gute Recht eines jeden Staatsbürgers und jeder politischen Partei. Der Streit geht aber um etwas anderes. Die Rationalsozialisten sagen, sie wollen auf legalem Wege zur Macht kommen. Roch kein Rationalsozialist aber hat ausgesprochen, daß. wenn man an der Macht sei. man von der Macht auch legal Gebrauch machen werde. Im Gegenteil: Man will die Dik­tatur, man will, wie in Italien, neben der Staatsarmce eine Parteiarmee schaffen und mit dieser dem übrigen deutschen Volk den politisch dilettantenhasten nationalsozialistischen Willen aufzwingen. Die Reichspräsidentenwahl vom 13. März d. I. hat eine Weser- und Main-Linie klar herausgestellt. Glaubt man, daß der Westen und der Süden eine nationalsozialistische Dik­tatur ruhig hinnehmen würde? Glaubt man, daß die Gewerkschaften und die Arbeiter in den Werkstätten sich mit einem solchen Regime ab­finden würden? All das, was wir im letzten Iahrzehnt erlebt haben, würde eine Kleinigkeit sein im Vergleich zu dem, was uns bei einem Hitler-Regime in den nächsten Iahren noch be­vorstehen würde.

Am 10. April kommt es darauf an, daß Hindenburg mit überwältigender Mehrheit gewählt wird und daß aus den Köpfen der breitesten Schichten des deutschen Volkes die nationalsozialistischen politischen Phan­

tastereien gründlich herausgebracht werden. Ie- nachdrücklicher das geschieht, um so schneller er­folgt die deutsche Gesundung. Wir haben 1932 noch a l s ein sehr schweres Iahr vor uns. Lind in diesem Iahre gilt es nicht, das deutsche Volk auseinander-, sondern cs zu­sammenzureißen und damit wieder feste Grundlagen für die deutsche Zu­kunft zu schaffen. Hindenburg ist heute wie kein Zweiter das Symbol der deut­schen Einheit. Er hat in seinem arbeits­reichen Leben den Rachwcis erbracht, daß er in schweren Stunden Gemeinschaften der verschie­densten Art zusammenzuhalten versteht, und darum muß er am 10. April mit überwälti­gender Mehrheit wieder Reichspräsident werden.

Ein Aufruf

von Beamtenverbänden.

Berlin, 2. April. (WTB.) In den Spitzen» organisationen der parteipolitisch neutralen Be­amtenschaft. im Deutschen Deamtenbund, war es nach dem Wahlausfall nach dem 13. März zu lebhaften Auseinandersetzungen über die Frage gekommen, ob der Bund als solcher eine Wahlparole für Hindenburg aus­geben sollte. Rachdem aus Gründen der sahungsmäßig geforderten Reutralität von einem solchen Beschluß Ab st and genommen wurde,

tritt jetzt eine größere Anzahl von Fachver­bänden des Deutschen Bcamtenbundcs zu einem gemeinsamen Aufruf zur Wahl Hindenburgs vor die Oeffcntlichkcit. Dieser Aufruf ist u. a. unter­zeichnet vom Reichs verband der P o st - und Telegraphenbeamten, vom Verband preußischer Polizcibeamter, vom Beamten- Zentralverbond. Den der Gewerkschaft der Eis e n- bahnfahrbeamten, den Organisationen der Gendarmeriebeamten, der Weichen- st e l l e r, der Arbeitsgemeinschaft der Polizei­beamtenverbände und anderen Organisationen. In dem Aufruf heißt es:Es geht für die Beamtenschaft um ihre Rechte, die sie in jahre­langem Ringen sich erkämpfen mußte. Lernt aus den Vorgängen in Braunschweig, wo man den Polizeibeamten das Koolitionsrecht rücksichtslos und ohne jeden stichhaltigen Grund genommen hat." Weiter heißt es in dem Aufruf:Hin­denburg ist nicht Repräsentant einer Partei, er ist der Repräsentant des deutschen Volkes. Er ist der Kandidat aller deutschen Staatsbürger und Volksgenossen, die den inne­ren Frieden in Deutschland wollen. Die beispiellose Hingabe Hindenburgs für das Wohl des ganzen deutschen Volkes verpflichte vor allem die Veamtenschaft. die in einem besonderen Treueverhältnis zum Staat stehe, und nicht einer Partei verpflichtet sei. am 10. April durch die Stimmabgabe für Hindenburg ihre staatsbürgerliche Pflicht in gleicher Hin­gabe zu erfüllen.

Hitlers Wahlfeldzug in Sachsen.

In Dresden.

Dresden, 3.April. (TU.) Die Nationalsozia- listen begannen nach Ablauf des Osterfriedens in allen Teilen des Reiches am Sonntag den Kampf um die Reichspräsidentenwahl mit großen Kund­gebungen. In Dresden, Leipzig, Ehern- nitz und Plauen sprach der nationalsozialistische Führer Hitler. In Dresden sagte Hitler vor etwa 50 000 Menschen u. o. folgendes: seine Gegner hätten in den 13 Iahren ihrer Herrschaft nichts auf­zuweisen vermocht, auf das sie stolz sein könnten. Deshalb könnten sie nur noch durch die Verleum­dung des Nationalsozialismus für sich werben. Die Parteiherrschaft, die sich 1918 an die Stelle der Herrschaft der Monarchen gesetzt habe, habe nicht ein einziges Mal das deutsche Volk zur Ein­mütigkeit zusammenfassen können. Wie könne man da einer Bewegung, die dreizehneinhalb Millionen Menschen unter einem politischen Gedanken vereinigt habe, den Vorwurf machen, sie zersplittere Deutsch­land? Man habe gesagt, daß der Nationalsozialis­mus Chaos und Bürgerkrieg bedeute und Friede und Ordnung gefährdet. Wo" sei bisher etwas von Friede und Ordnung zu sehen gewesen? Hun­derte von Toten und zehntausende von Verletzten habe der Nationalsozialismus geopfert. Man habe gesagt, der Nationalsozialismus bedeute Ver­schärfung der Klassengegensätze. In Wirklichkeit habe der Nationalsozialismus zum ersten Male seit langem Bürger, Arbeiter, Bauern, Hand­werker, Kaufleute und Beamte zusammenge­faßt. Man habe gesagt, Nationalsozialismus be­deute Inflation. Dies könne schon deshalb nicht sein, weil die Spezialisten der Inflation im an - deren Lager säßen. Die Angst dieser Leute vor dem Nationalsozialismus sei deshalb so groß, weil dieser seit jeher Sühne für das durch die Inflation begangene Verbrechen fordere. Der Vorwurf, der Nationalsozialismus werde die Wirtschaft zer- st ö r e n , sei deshalb nicht stichhaltig, weil die herr­schenden Klassen seit 13 Iahren an dieser Zerstörung der Wirtschaft g e a r b e i t e t hätten. Der National­sozialismus habe den Kampf gegen das System, das alles Unheil in den letzten Jahren verschuldet habe, auf seine Fahne geschrieben. Hitler schloß mit den Worten: Man könne Nationalsozialisten töten, man könne auch ihn töten, aber kapitulieren werden weder er noch seine Bewegung. Der Kampf, den der Nationalsozialismus geführt habe, werde weiter­gehen bis zum Sieg.

Ln Leipzig.

In Leipzig sprach zunächst Prinz August Wil­helm von Preußen, der Hitler denFührer des kommenden Deutschland" nannte. Dann ergriff Adolf Hitler das Wort, der u. a. ausführte: Die regierenden Parteien wagen heute nicht, die Auf­merksamkeit des Volkes auf das hinzulenken, was das Ergebnis ihres Schaffens sein sollte. Im Ge­genteil, sie wagen zu hoffen, daß die Ration sich mit ihren Gegnern beschäftigt. Llnsere Gegner sagen, wir würden der Bürgerkrieg fein. In einem Deutschland, in dem wir herrschen, wird es keinen Bürgerkrieg geben. (Brausender Beif.) Sie sagen: Wir seien das Chaos. In einem Deutschland, das unsere Fahne trägt, werden vollste Disziplin und Ordnung Gesetz des Lebens sein. Es werden Haussuchungen bei uns durch» gesührt. Aber haben Sie je gehört, daß man einen Inflattonsverbrecher verhaftet hätte oder daß man bei ihm Haussuchung hielt, um über die inneren Gründe feines Handelns sich klar zu wer­den. Rein, sie lügen heute, wenn sie sich aufspie­len, als Wahrer "der Interessen der Ratton. Sie

. wissen, daß die Stunde kommt, in der auch über diese Verbrecher zu Gericht gesessen wird. Daß ich heute hier Herkommen und Sie bitten mußte, sich einzufinden, ist das Ergebnis der Unter- ueüdung und des Llnrechts. Sie brauchen mir nur den Rundfunk zur Verfügung zu stellen. Ich würde schon sprechen können. Ich weih aber auch, war­um sie mir das verweigern: weil sie Angst und Furcht besitzen vor der Wahrheit. Sie glauben wohl, daß sie am Ende uns doch treffen können. Abcrr sie werden sich täuschen. Sie können mich knebeln, sie können unsere Zeitungen verbieten, können Flugblätter beschlagnahmen und unsere Plakate herunterreihen oder Redeverbote ausspre- chen, sie können mir den Rundfunk versagen alles können sie tun. Sie können Hunderte, sie können Tausende von uns töten, auch mich; aber kapitu­lieren: Riemals! Ich kämpfe in einem vder in zehn Iahren, bis Deutschlands Feinde im Innern am Boden liegen.

Goebbels spricht in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 4. April. (Lpd.) Die Rattonalsozialisten eröffneten den Wahlkampf nach dem Oster-Burgfrieden mit einer stark be­suchten Massenversammlung in der Festhalle. Als Redner sprach der Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels, der u. a. ausführte, daß mit dem Iahre 1932 in Deutschland eine Machtentwicklung eingesetzt habe, die am 13. März ihren ersten drastischen Ausdruck gefunden habe, die am 10. April weiter anwachsen und am 2 4. April ihren vorläufigen Höhepunkt er­reichen werde. Träger dieser Entwicklung sei der Rattonalsozialismus. Die Meinung, daß auf das rasche Ansteigen ein ebenso schneller Verfall eintreten werde, sei irrig, da der Rattonalsozia-» lismus nicht aus den augenblicklichen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen geboren sei. Er sei weltanschaulich begründet, auch werde er deshalb nicht so schnell absteigen, weil sich eben die wirtschaftlichen und politischen Ver­hältnisse nicht ändern liehen, ohne daß man dem Rattonalsozialismus die Macht gebe. Wenn die Regierung feststellen wolle, ob die Opposition etwas leisten könne, so brauche sie ihr ja nur den Platz zu räumen und ihr die Macht zu geben. Der Rationalsozialismus wolle die Macht. Wenn gesagt werde, die Rational­sozialisten wollen nur Minister werden, so gebe er darauf die Antwort: nicht nur. aber auch. Das Rur-Minister-werden hätten wir ein­facher haben können. Die Rationalsozialisten seien nicht verwundert über die Einstellung der übri­gen Mitglieder der Harzburger Front, doch würden sie auf ihrem Standpunkt beharren: das Ziel sei nicht geändert worden, es müsse weiter angegriffen werden.

Eine Erklärung des ehemaligen Kronprinzen.

Berlin, 2. April. (TU.) Der ehemalige Kron­prinz erläßt folgende Kundgebung:Wahlent­hal t u n g im zweiten Wahlgang der Reichspräsi­dentenwahl ist unvereinbar mit dem Gedanken der Harzburger Front. Da ich eine geschlossene nationale Front für unbedingt notwendig halte, werde ich im zweiten Wahlgang Adolf Hitler wählen.

Schloß Oels, den 1. April 1932.

gez.: Wilhelm, Kronprinz."

So sieht der Stimmzettel zum 2. Wahlgang aus.

Neichspräsickentcnwahl

Srotittr roablflang.

Paul von hlnckenhurg

Äeid)»präfibtnt, (3<ncral!elbmarid)all. Berlin

Adolf Hiller liernng8mt im brounlchwcigilchen Staat#bferi|l München

krnst Thälmann

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Nur diese amtlichen Stimmzettel dürfen bei der Wahl verwendet werden

Der deutschnationale Parteivor­stand zu den kommenden Wahlen.

Berlin, 2. April. (CRB.) Lieber die Sitzung des Parteivorstandes der DRVP. wurde folgen­der Bericht ausgegeben: Der Parteivorstand legte die Kandidatenlisten für die Län­derwahlen fest. Er billigte in allen Punkten die Politik des Parteifühttkrs und die zur Reichs­präsidenten- und Preußenwahl ausgegebenen Pa­rolen. In einer Beteiligung an dem durch das Ergebnis des 13. Marz bereits praktisch entschiedenen Reichspräsidentenwahl­kampf sieht der Parteivorstand nur eine nutz­lose Demonstration, die lediglich geeignet ist, dem schwarz-roten System zu einem billigen Triumph zu verhelfen. Für den W a h l k a m p f um Preußen legte der Vorstand die Richtlinien fest. Das Bekenntnis der Partei zum Lebensrecht der Länder und der Selbstverwaltung kam in einer besonderen Erklärung zum Ausdruck. In einer weiteren Erklärung wurde ein nachdrück­licher Appell an den Reichspräsidenten und die Reichsregierung gerichtet, jeden Mißbrauch des preußischen Staatsapparates zugunsten der be­drohten Regierungsparteien im Wahlkampf zu verhindern.

Ein Ausruf für Hitler.

Berlin, 2. April. (TU.) Die nationalsozialistische Parteikorrespondenz veröffentlicht eine Kundgebung, die von 48 bekannten Persönlichkeiten unterzeichne! ist. Darin heißt es u. a.:

Wir gehören der Nationalsozialistischen Arbeiter Partei nicht an. Wir verstehen auch manche Kritik an ihr, aber wir erblicken im Nationalsozialismus die größte deutsche Freiheitsbewe a u n g seit 100 Jahren. Wir kritisieren nicht, wenn Organisationen als solche im zweiten Wahlgang nicht eingesetzt werden. Aber wir haben fein Ver­ständnis dafür, wenn ein Duesterberg-Wähler zum Hindenburg-Wähler und damit eine Stütze des schwarz-roten Systems wird. Auch der Nichtwähler stützt dieses System. Wie jeder nationale Deutsche bei den Landtagswahlen nur die Gegner dieses Systems wählen kann, so muß er folgerichtig sich auch im zweiten Reichspräsidentenwahlgang für den einzigen Gegenkandidaten gegen das System, für Adolf Hitler entscheiden.

Den Aufruf haben u. a. unterzeichnet: Otto von Below, General der Infanterie a. D., Kassel; Ge heimrat Prof. Dr. Bier, Berlin; Dr. Bordet, Generaldirektor, Bochum; von der Dam er au- Damdrowski, Vizeadmirala.D., Dresden; Frau von Dirksen, Berlin; Kauert, Bergwerks- direktor, Essen; Küsel, Konteradmiral a. D., nigsberg; Lehmann, Generalmajor a. D., Dres den; von Levetzow, Konteradmiral a. D., Wei­mar; o. Mackensen, Oberst a. D., Dresden; von Natzmer, Konteradmiral a. D.; Bogislao von Selchow, Berlin; Enrique Slomann, Ham­burg; Friedrich Magnus Graf zu Solms, Wil­denfels ; von Sommerfeld und Falken­hain, Generalmajor a. D., Berlin; Dr.-Jng. Wal - lot, Fabrikdirektor, Dresden; Friedrich Fürst zu Wied in Neuwied am Rhein; Dr. phil. Wild grübe, Fabrikbesitzer, Dresden; Winnacker, Bergwerksdirektor, Hamborn; E. Witzemann, Fabrikbesitzer, Pforzheim.

Hessischer Landbund und Nationalsozialisten.

Friedberg, 2. April. (WSN.) Nach ein gehenden Verhandlungen zwischen Vertretern der NSDAP, in Hessen und des Hessischen Äindbundes haben sich beide auf folgende Erklärung geeinigt: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei erkennt den Hesshchen Landbund als dieberufs - ständische Organisation der Land wirtschaft an. Der Hessische Landbund weist erneut auf seine satzungsgemäße parte ipofi tische Neutralität hin. Er erkennt an, daß