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Die Nationalpost sieht in diesem Verhalten der Deutschnationalen ein deutliches Zeichen da­für. tote man In Wirklichkeit über Hitler denke. Man weigere sich, ihn auf den Schild zu erheben, weil man ihm die Führereigenschast abstreite. Damit sei für die Nationalsozialisten der Fall Harzburg geklärt. Man sei nicht nach Harzburg gegangen, um aus den deutschnationalen Kreisen neue Führer und neue Gedanken zu suchen. Adolf Hitler sei der Träger eines nationalen Sozialis- mus, also einer dem bürgerlichen Ka­pitalismus schroff entgegengesetz ten Weltanschauung. Richtschnur ihres zu­künftigen Handelns sei für die Nationalsozialisten die Erkenntnis, daß es kein Harzburg mehr gebe.

Oie amtliche Kandidatenliste.

Berlin, 4. März. (ÖIB.) Das Büro des Reichswahlleiters teilt nachstehend die Kandidaten für die Reichspräsidentenwahl mit:

TheodorDüsterberg, Oberstleutnant a. D., Halle (Saale).

Paul v. Hindenburg, Reichspräsident, Ge- neralfeldmarschall, Berlin.

Adolf Hitler, Regierungsrat im braunschwei­gischen Staatsdienst, München.

Lrnst Thälmann, Transportarbeiter, Ham­burg.

Adolf Gustav Winter, Belriebsanwalt, Grohjena bei Naumburg (Saale).

Für Hindenburg im Wahlkampf.

Derlin, 3. März. CSU.) Die Vereinigten Hindenburgau s s chü ss e hatten für Don­nerstagabend zu einem Presseempfang einge­laden, bei dem der Vorsitzende des Arbeitsaus­schusses, Landrat a. D. Dr. G e r e k e einige grund­sätzliche Ausführungen machte. Er erklärte u. a., die Vereinigten Hindenburgausschüsse hätten dem Reichspräsidenten von Hindenburg gelobt, dah sie den Wahlkampf so führen würden, wie es dem hohen Amte und der Persönlichkeit eines Hinden­burg entspreche: Ritterlich und sachlich. Recht und Pflicht der Ausschüsse sei es jedoch, zahlreichen falschen Behauptungen und Gerüchten entgegenzutreten, die sowohl über die Kandidatur Hindenburgs, wie über den Hin- denburgausschuh im Umlauf seien. Die U n - einigkeit der Harzburger Front habe in jedem Falle die A u s st e l l u n g e i n e r E i n- heitskandidatur verhindert. Mit Na­turnotwendigkeit wäre ohne Hindenburg um die Entscheidung gekämpft worden zwischen den extremen Richtungen und der Aus­gang einer solcher Präsidentenwahl hätte uns unter allen Umständen ins Chaos oder in den Bürgerkrieg gestürzt. Hindenburg wollte lieber den Passionsweg persönlicher An­griffe gegen sich gehen und die Herabsetzung seines Namens in Kauf nehmen, als daß er Deutschland sehenden Auges den Passionsweg des Bürgerkrieges beschreiten lieh.

Das Bitterste für Hindenburg sei gewesen, dah man gegen ihn einen Kampfblock Schwarzweihrot eingesetzt habe und dah an der Spitze dieses Kampfblockes ein alter Offizier, der Führer einer Frontsoldatenorganisation stehe, deren Ehrenmitglied Hindenburg sei und für die sich Hindenburg beim Verbot des Stahlhelm im Rheinland in einer Weise eingesetzt habe, die treu und rit­terlich gewesen sei. Man habe völlig ver­gessen, daß Hinderrburg seit 1925 ständig in der stärksten Form versucht habe, eine tragfähige, auf

breite Mehrheit sich stützende Reichsregierung zustandezubringcn. Er habe es sehr schmerzlich empfunden, dah ihm bei seinen Bemühungen immer das WortPartei", aber nicht Vaterland" entgegengeklungen sei. Weder der Reichspräsident, noch der Hindenburgausschuh betrachten die erneute Kandidatur des Feld­marschalls als eine Parteiangelegenheit. In den Vereinigten Hindenburgausschüssen und in dem Arbeitsausschuh sind eine grohe Reihe von Par­teien, Bünden und Organisationen vertreten, die heute genau so für Hindenburg ein­treten, wie sie es bereits 1925 getan haben. Einem Manne, der mehr als ein Menschenalter hindurch nur seinem Volk und Vater­land gedient hat, der als Sieger von Tan­nenberg in der Geschichte steht, der das unbe­siegte Heer in die Heimat zurückführte, der 1925 das schwerste Amt in Deutschland auf sich nahm, der muh zum mindesten verlangen können, dah jeder Deutsche, der noch einen Funken Ehrgefühl und Treue in sich trägt, die Gröhe seines letzten Sckrittes zu würdigen weih.

Man macht Hindenburg den Vorwurf, er diene dem S y st e m. Mit dem System ist es so eine eigene Sache. Der deutschnationale Abgeordnete Dr. Everling hat nach Hindenburgs Vereidi­gung 1925 erklärt, dah damit Hindenburg selbst­verständlich verpflichtet sei, entsprechend der Weimarer Verfassung zu handeln. Denselben Eid hat jetzt der Präsidentschafts­kandidat Adolf Hitler als braunschweigischer Regierungsrat geleistet.

Es sprach weiter General v. W i n t e r s e l d t, der im Kriege als Vertreter der Obersten Heeres­leitung beim Reichskanzler dem Generalfeldmar­schall dienstlich und menschlich nähergetreten ist. Er sagte: Wenn man Hindenburg als den Ver- körperer eines Systems bezeichnen will, so ist es das Sy st em der unerschütterli chen Pflichttreue bis zum letzten Atem­zuge, des Dienstes an Volk und Va­terland.

6inbenbura - So$iaibemotratie unb Mgerlum.

Aufklärende Diskussion konservativer Männer.

In einem AufsatzSozialdemokratie und Reichs- Präsidentenwahl" antwortet der alte konservative Führer und Mitbegründer der Deutschnationalen Volkspartei, Graf Westarp, dem General­obersten v. C i n e m, der imTag" geschrieben hatte, er könne es nicht über sich gewinnen, bei der Präsidentenwahl dem Kandidaten seine Stimme zu geben, der von der So­zialdemokratie gewählt wird, auch Westarp habe ja bis Kriegsendemannhaft und furchtlos gegen die Sozialdemokratie gekämpft", ob er denn jetzt noch ein Gegner der Sozialdemo­kratie sei. Darauf erwidert Graf Westarp, dah die Anhänger der Kandidatur D u e st er­be r g s. für die Herr v. Einem eintritt, ihr Ziel des ersten Wahlganges nur durch die kom­muni st ischen Stimmen erreichen können. Sie wollen ihr durch die Zählkandidatur Duester- berg erlangtes Gewicht erst im zweiten Wahl­gange in die Wagschale werfen. Zu diesem kommt es nur, wenn die K o m m u n i st e n, die bei der Reichstagswahl von 1930" rund 4,5 Millionen Stimmen gehabt haben, den nötigen Zu­wachs erfahren. Dem entsprach die Politik der Harzburger Front in den letzten zwei Jahren. Keines ihrer vielen Mihtrouensvoten konnte ohne die Stimmen der Kommuni st en auf Annahme rechnen. Wer betont, dah Brüning am 26. Februarnut 24 Stimmen Mehrheit ge­habt habe, stellt die Kommunisten als vollwertige Gegner Brünings in Rechnung; bei den nicht- kommunistischen Parteien hatte er 101 Stimmen Mehrheit. Er sei weit entfernt davon, den Ra- tio..uuozialisten und Deutschnationalen vorzuhal­ten, ihr auf kommunistische Stimmen gestützter Kampf zeige, dah sie nicht mehr Gegner des Bolschewismus seien. Ebenso unberech­tigt sei es, aber auch zu behaupten, sein Eintreten für die Hindenburgwahl sei ein Bund mit der Sozialdemokra­tie.

Westarp schreibt dann u. a.: Die Sozialdemo- kratw bekämpftden Faschismus"; sie will die Wahl Hitlers verhindern. Ich will den unersetz- lrchen Wert, den die Persönlichkeit und der Name des Siegers von Tannenberg hat, für das Va­terland cinsetzen. Die Sozialdemokratie betont täglich, dah Hindenburgs Weltanschau­ung in schärfstem Gegensatz zu der ihrigen stehe. Sie hat vollkommen recht. Hin­denburg macht kein Hehl daraus, dah er eine

rechts stehen de Persönlichkeit ist. Mir ist er ein Vorbild konservativer Le­bensführung. Er ist der in den heiligsten Ueberlieferungen der preußischen und deutschen Geschichte wurzelnde deutsche Mann; deshalb will ich, daß er, so lange die Vorsehung ihn und seine- Kraft uns schenkt, Führer des Volkes bleibt. DerVorwärts" ruft seinen Wäh­lern zu:A jo geht hin und werbt für Hinden­burg, und tut ihr es nicht aus Liebe, so tut es aus Hah I" Ich will, dah der Rest von Vereh­rung und Liebe für die große geschichtliche Per­sönlichkeit und von Ehrfurcht vorder eige­nen Geschichte, der noch nicht aus dem Her­zen des deutschen Volkes und seiner Jugend ge­rissen ist, bei der Wahl des Staatsoberhauptes und gerade bei ihr zu neuem Leben erwacht. Viel­leicht wirkt bei der Führung der Sozialdemokra­tie ein unausgesprochenes Motiv für ihre Hal­tung mit. Unzählige deutsche Jünglinge und Männer, die sich der Sozialdemokratie angeschlos­sen hatten, haben ihren vollen Anteil an der Pflichterfüllung und dem Hel­dentum des deutschen Heeres im Weltkrieg gehabt. In Erinnerung daran ha­ben bei der Wahl von 1 925 sehr viel so­zialdemokratische Frontkämpfer entgegen der Parteiparole Hindenburg ihre Stimme gegeben. Wenn aus solchem Grunde die Sozialdemokratie glaubt, ihren Wählern die Wahl Hindenburgs leichter zumuten zu können, so kann ich das nicht zurückweisen. Als Geg­ner des Systems der demokratischen Parteiherrschaft halte ich für entscheidend, was geschieht, nicht, von wem es ge­schieh t.

Die von v. Einem aufgeworfene Frage, ob er noch ein Gegner der Sozialdemokratie sei, bejaht Graf Westarp auch für diesen Wahlkainpf und sagt dann weiter:Ebenso zweifellos ist mir, daß ich mich durch das Eintreten für Hindenburg n . cht zu ihrem Steigbügelhalter mache". Die vom Reichspräsidenten in den letzten zwei Jahren gestützte Politik hat d a s S h st e m der Partei Herrschaft und den Einfluß der Sozialdemokratie im Reiche nicht ge­stärkt, sondern wesentlich zurückge­drängt. Die Macht der Sozialdemokratie hätte in vielen wichtigen Fragen noch mehr ausie- schaltet werden können, wenn die Rechte «ich nicht versagt hätte."

Kunst und Wissenschaft.

Eugen d'Albert f.

InRiga ist gestern nachmittag der Komponist Eugen d' A l b e r t im Alter von 68 Jahren un­erwartet einem Herzschlag erlegen. D'Albert weilte seit einigen Monaten in Riga zur Durchführung einer Scheidungsklage gegen seine sechste Frau, Hilda, geb.Fels, aus Mann­heim. Die inzwischen eingelegte Berufung seiner in der ersten Instanz bereits geschiedenen Gattin soll den Komponisten in größte Aufregung ver­seht haben; d'Albert war in letzter Zeit auch heftigen und nicht ganz unberechtigten Angriffen ausgesetzt, weil er seiner geschiedenen Gemahlin nur sehr geringfügige Unterhaltsgelder gewäh­ren wollte, so daß diese sich genötigt sah, sich um Unterstützung an das schweizerische Konsulat zu wenden.

Eugen d' Albert wurde am 10. April 1864 in Glasgow geboren. Er erhielt den ersten Musik­unterricht von seinem Vater und auf der National Training School in London. Mit 17 Jahren hatte er schon eine Reihe von Werken geschaffen; 1881 wurde ihm der Mendelssohnpreis zuerkannt. In Wien nahmen sich Hans Richter und Brahms des jungen Musikers an. Während Brahms das kom­positorische Talent d' Alberts Pflegte, verstand es Liszt in Weimar die Eigenschaften, die man in London an d' Albert getadelt hatte, $u veredeln: seine temperamentvolle Art und das eigene Durch­denken der Komposition. Bald öffneten sich dem Neunzehnjährigen die berühmtesten Konzertsäle. Cs folgten Konzertreisen durch die ganze Welt, allenthalben feierte man d'Albert als einen der größten Pianisten. Sein Repertoir erstreckt sich von Dach bis Liszt. Abgesehen von seiner kaum zu überbietenden Technik lobte man besonders an sei­ner Vortragskunst, daß er jeden Komponisten in

Oer Schanghaikonflikt vor der Vötterbnndsversammlung. China lehnt Vie Waffenstillstandsbevingungen ab. - Japan will über Vie Mandschurei in Senf nicht sprechen.

Genf, 3.März. (WTB.) Die auf Antrag Chinas einbcrufene auherordentlicheDöl- kerbundsversammlung ist heute 11 Uhr vom amtierenden Ratspräsidenten Paul-Don- c d u r eröffnet worden. Rach Einsetzung des Ausschusses zur Prüfung der Vollmachten sprach Paul-Boncour in mehr als einstündiger Rede über das bisherige Verfahren im Völkerbundsrat. Er nahm indirekt Stel­lung gegen Japan, indem er von der Notwendig­keit der Anwendung der Verträge unter voller Berücksichtigung der besonderen Umstände, von Mangel an internationalem Geist, von Mißver­hältnis zwischen dem Appell des Völkerbundes und dem Lärm der Waffen und schließlich von Erklärungen, die durch die Tatsachen dementiert worden seien, sprach. Paul-Boncour ging dann auf die in Schanghai in Gang befindliche Ver­mittel u n g s a k t i o n ein. Die Umstände für eine Beendigung des Streites seien als günstig anzusehen.

Oer chinesische Gesandte Hen machte zu Beginn seiner großen Anklagerede gegen Japan die Mitteilung, daß die Waffen- stillstandsverhandlungen zwischen Ja­pan und China abgebrochen seien, da die ja­panische Reg.erung Bedingungen gestellt hätte, wie fie ein Siegerstaat einem vesieg- t e n Staate aufzuerlegen pflege. Diese Be­dingungen seien für China untragbar. Die Wiederaufnahme der Feindselig­keiten stünde bevor. In seiner Rede erhob er die schwersten Vorwürfe gegen die japanische Regierung und schob die gesamte Ver­antwortung für die Ereignisse im Fernen Osten der japanischen Regierung zu. Er gelangte zu folgenden Feststellungen:

1. Die Haltung Japans in den letzten Monaten ist eine ununterbrochene Herausforde­rung des Völkerbundsrates. Es be­steht nicht der geringste Zweifel, dah der Völker- bundspakt, insbesondere die im Artikel 10 er­wähnten gegenseitigen territorialen Ga­rantien von Japan verletzt seien.

2. Japan weigert sich, den Konflikt einer schiedsgerichtlichen Regelung zu un­terbreiten.

3. Japan hat den Kelloggpakt und den Neunmächtevertrag gebrochen. In dem Augenblick, wo die Vollversammlung des Völkerbundes zusammentritt, sind Gebiete von der Größe Deutschlands, Japans und Frank­reichs zusammen mit Waffengewalt be­seht, sind ungeschützte Städte bombardiert, sind 7000 Zivilpersonen den Bombenangriffen zum Opfer gefallen.

Der chinesische Gesandte richtete darauf an die Vollversammlung des Völkerbundes folgende vier Forderungen:

1. Die außerordentliche Versammlung muß un­verzüglich alle Möglichkeiten einer Regelung des Konfliktes erschöpfen.

2. Die Dölkerbundsversammlung muh Ein­stellung der Feindseligkeiten und Zurückziehung der japanischenTrup- p e n herbeiführen.

3. Der Völkerbundsrat muß feststellen, dah Japan den Völkerbundspakb gebro­chen hat.

4. Die Völkerbundsverfammlung hat feierlich zu erklären, daß China in keiner Weise für die grausigen Folgen der Lage in Schanghai und im Mandschureigebiet verantwortlich ist.

Oer japanische Botschafter Maisudeira begann mit der Mitteilung, daß das japanische Ober­kommando die E i n st e l l u n g der Feind- s e l i g k e i t e n zu 14 Uhr Schanghaier Zeit an­gekündigt habe. Die Ursprünge des gegenwärtigen Konfliktes mit China lägen bereits io. den revolu­tionären Ereignissen des Jahres 1911. In den letz­ten Jahren wären in China ununterbrochen d i e verschieden st en Militärdiktaturen aus­gestellt worden, die sich gegenseitig sehr stark be­kämpften. Der chinesische Nationalismus sei schließlich in eine ausgesprochene Fremdenfeindschaft ausgeartet, die sich hauptsächlich gegen Japan richte und zu einem organisierten Boykott und einer hetzerischen Propaganda ge­gen Japan geführt habe. Die letzten Ereignisse im Fernen Osten seien die unvermeidlichen Folgen der japanfeindlichen Bewegung des chinesischen Vol­kes.

Trotz des ergebnislosen Verlaufes der bis­herigen WafsenstiUstandsverhandlungen sei eine neue Begegnung zwischen der japanischen und der chinesischen Truppenleitung für Freitag­vormittag vorgesehen. Die japanische Regierung habe nicht die Absicht, die gegenwärtige Lage im Sinne politischer oder territorialer Ziele in Schanghai auszunützen. Die japanische Regie­rung lehne es aber ab, die mandschu­rische Frage aus der Vollversamm­lung des Völkerbundes zur Ver- ha n Ölung zu stellen. Die Mandschurei sei der Schlüssel für die Lage im Fernen Osten. Japan habe derartig weitgehende Interessen in der Mandschurei, daß es unmöglich auf dieses Gebietes verzichten könne. Die japanische Regierung verfolge keine terri­torialen Ziele in der Mandschurei und werde sich auch weiter an den Grunds atz der offenen Tür halten. Cs sei deshalb nicht weise, in den Vockerbundsverhandlungen dieAus- sprache über diese Frage zu eröffnen, da hier­durch nur neue Verwirrungen und Ge­fahren entstehen könnten. Der japanische Bot­schafter schloß mit der Beteuerung, daß die gegen­wärtigen Schwierigkeiten zwischen Japan und China zweifeUos in kurzer Frist f reun d- schaftlich geregelt werden könnten.

seinem eigenen Stile zu Worte kommen lieft.

Die kammermusikalischenKompositionen d Alberts haben sich nur langsam weitere Kreise erobert, weil seine Schreibweise nicht leicht verständlich und nicht eigentlich populär war. Zu erwähnen sind etwa die Sonate in Cis-Moll und die beiden gro­ßen Klavierkonzerte (Op. 2 und Op. 12). Wirklich populär wurde d'Albert als Opernkomponist. 1881 erschien fein musikalisches MärchenspielDer Ru­bin"; es folgten u. a.Ghismonda",Gernot", Kain" und 1903 sein erfolgreichstes WerkTief­land". Von den späteren Opern sind hervorzu­heben:Die toten Augen",Der Stier von Olivera",Rxvolutionshochzeit" undSeirveco'' (Darmstadt 1921).

Oas Zittauer Stadttheater abgebrannt

Zittau (Sachsen), 4. Mar;. (MTB. Funk- spruch.) Das Stadttheater ist heute früh zwischen 2 und 3 Uhr abgebrannt. Sämtliche Kulissen, Garderoben usw. find vernichtet worden. Das gesamte Bühnenhaus wurde ein Raub der Flammen. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch nicht bekannt. Den Feuerivehren gelang es, das Uebergreifen des Feuers auf die benachbarten Gebäude zu verhüten. Gegen 6 Uhr früh war der Brand lokalisiert. Den Flammen zum Opfer gefallen sind vorwiegend die Zuschauer- und Bühnenräume, während die Garderoben- und Büroräume erhalten geblieben sind. Menschen sind bei dem Brande nicht zu Schaden gekommen.

Rücktritt des Intendanten Legal.

Intendant Legal hat dem Kultusminister ein Gesuch eingereicht, ihn von der Leitung der Berliner Staatlichen Schauspiele zu entbinden. Minister Grimme hat dem Ge­such stattgegeben und sich weitere Entschlie­ßungen Vorbehalten.

Aus aller Well.

Fieberhafte Suche nach dem Kinde Lindberghs.

Die Suche nach dein Kinde Lindberghs wird fieberhaft fortgesetzt. Rund 100 000 Beamte sind an den Nachforschungen beteiligt. In allen 48 Staaten, selbst im Golf von Mexiko und in Kanada wird unter Zuhilfenahme von Flugzeugen unb Schiffen nach dem geraubten Kind gesucht. Das Ereignis wird in allen Zeitungen der Bereinig­ten Staaten in großer Aufmachung wiedergegeben. DieNewyork Times" und dieNewyork Herold Tribüne" widmen den Vorgängen nicht weniger als vier volle Seiten. Die Pfarrer aller Konfessionen erflehten in Gebeten, die durch Rundfunk wieder­gegeben wurden, die Auffindung des Kindes. Von den Entführern fehlt bisher noch immer jede Spur. Lindbergh glaubt jedoch, daß er sein Kind in allernächster Zeit wohlbehalten Wiedersehen wird. Er erhielt am Donnerstag einen Droh­brief, in dem für die Rückgabe des geraubten Kindes 50000 Dollar gefordert werden. Zugleich wurde er vor der Zusammenarbeit mit der Polizei gewarnt. Die Handschrift des Drohbrie­fes wird zur Zeit mit der Notiz verglichen, die die Räuber am Fensterrahmen des Kinderzimmcrs zu, rückaelasfen hotten. Es ist ferner gelungen, am Fenster des Kinderzimmers Fingerabdrücke zu finden, die wertvolle Hinweise ergeben dürften.

Ein in Boston von einer unbekannten Frau auf- gegebener Brief an Lindbergh enthält die Angabe, daß das Kind in einem Hause in einer kleinen Stadt in Massachussctt von zwei Männern und einer Frau fe st gehalten werde.

kleine Havarie des hapagdampfersBayern".

Am Eingang zu dem portugiesischen Hafen L e i c o e s ist der HapagdampferBayern" auf seiner Reise nach Buenos Aires während eines Gewittersturmes auf einen Felsen gestoßen. Das Schiff konnte jedoch in den Hafen einlau­fe n, wo der Schaden untersucht und repariert werden wird.

Mieder ein schweres Blindgänger-Unglück.

In einem Dorfe des Kreises Lublin (Polen) fand ein Bauer auf seinem Feld einen Blind­gänge r aus dem Weltkrieg. Er brachte ihn nach Hause und wollte ihn auseinander­nehmen. Dabei explodierte das Geschoß,, und der Bauer wurde vollständig zerrissen. Seine drei Kinder, die dem Vater zusahen, erlitten lebensgefährliche Verletzun­gen.

Die Bluttat in Sondelsingen aufgeklärt.

Die schwere Bluttat, der am Dienstag auf dem Bahnhof Sondelfingen sWttbg.) der 58 Jahre alte Reichsbahnassistent Veit zum Opfer fiel, ist auf­geklärt. Als Täter kommt der 26 Jahre alte Mo­dellschreiner Weiß in Reutlingen in Frage. Weiß hat unmittelbar vor seiner Festnahme in seiner Wohnung durch Einatmen von Gas Selbst­mord verübt. Ein an der Tat zweifellos mit­beteiligter 25 Jahre alter Hilfsarbeiter be­findet sich in Haft.

Wettervoraussage.

llefeer Nordwestdeutschland liegt eine flache (Störung, durch die zum Teil ozeanische S2uft vordringt, welche Bewölkung und Dunstbildung, aber auch nächtliche Milderung gebracht hat. Mittel- und Ostdeutschland hingegen werden noch von kontinentaler Luft überflutet, die kräftigen Nachtfrost verursachte. Unterem Gebiet dürfte vorerst mehr maritime Luft zuströmen, so daß dadurch die nächtlichen Froste zurückgehen. Sonst kommt es zu Dunstbildungen und Bewölkung wechselnd mit Aufheiterung.

Aussichten für Samstag: Wolkig mit Aufheiterung, trocken, Temperaturen nachts um Null und etwas darunter.

Lufttemperaturen am 3. März: mittags 6,4 Grad Celsius, abends1,5 Grad; am 4. März: mor­gens 5,4 Grad. Maximum 6 9 Grad, Minimum 5,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 3. März: abends0,6 Grad, am 4. März: morgens0,6 Grad Celsius. Sonnen­scheindauer 7'/9 Stunden.

Amtliche Wintersportnachrichten.

Vogelsberg, Hoherodskopf: Klar, minus 5 Grad, im Walde 10 bis 12 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit im Walde vorhanden.

Schwarzwald, Hornisgrinde: Be­wölkt, minus 1 Grad, 30 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit gut.

Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, minus 2 Grad, 10 Zentimeter Schnee, gelernt, Sportmöglichkeit gut.