Ausgabe 
2.12.1932 Erstes Blatt
 
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Freitag, 2. Dezember 1952

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger fürGberhesien)

Ur. 284 Zweites Blatt

Wirtschaft

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er dort bis vor etwa vier Wochen in einer Auto­schlosserei beschäftigt war. hier halte er sich auch seine erste Straftat zuschulden kommen lassen. Aus einem in der Schlosserei unlergestclllen wogen eines Herrenfahrers stahl er eine 6,35 - williMe­ter p i st o l e und gab aus dieser bei einem Streit mit einem Arbeitskollegen einen Schuh ab. wegen dieser Straftat sollte er sich demnächst vor Gericht verantworten. Er war aus freiem Fuß gelassen worden und muhte sich zweimal wöchentlich bei der Polizei melden, zuletzt am word- toge. 3n Wiesbaden hatte er eine Braut und einen Freund. Die Nachforschungen bei dem Mädchen ergaben, dah sie knirsch in den letzten Tagen nicht gesehen hatte. Sie machte jedoch den Freund namhaft. Auch hier war knirsch zuerst nicht anzutressen. Die Mutter des Freundes wurde von der Polizei verständigt, und sie gab dann auch, als knirsch bei ihr einlraf, der Polizei Nachricht, die ihn in der Wohnung verhaftete und ihm die Tot auf den Kopf zusagte, worauf knirsch ein Geständ­nis oblegte. Es wurden noch 2 5 6 4 Mark bei lhm vorgesunden.

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Frankfurt a.HL, 1. Dez. (WSN) lieber die Ermordung des Geldbriefträgers Hoffmann sind nach der ersten Vernehmung des Mörders Knirsch folgende Einzelheiten zu berichten: Unmittel­bar nach der Tat schleiste Knirsch sein Opfer vom Hausflur in die Küche und raubte dort die Geldtasche aus. Die Zahlungsbelege, die er bei dem Beamten oorfand, verbrannte er im Küchenherd, wo bei der Durchsuchung noch Blutspuren gefunden wurden. Die Patronenhülse wurde in einem Kohleneimer gefunden. Unter­dessen kam die G r o h m u l t e r Knirschs heim und erblickte dos grausige Bild. Als sie schreien wollte, sprang knirsch aus sie zu und hielt ihr den Mund zu. Die alte Frau erlitt einen Jler- venchock, so dah sie später ins Krankenhaus gebracht werden muhte. Dann flüchtete der Mörder, kaufte sich in Frankfurt noch einen neuen Mantel, fuhr dann nach Mainz, wo er verschiedene Kleinig­keiten cinkauftc, und dann weiter nach Wies­baden.

Dah seine Spur-nach Wiesbaden führte, er­gab sich für die Kriminalpolizei sofort daraus, dah

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Eine Hebe des Staatspräsidenten Adelung.

Daten für Freitag, 2. Dezember.

1547: Fernandez Cortez, der Eroberer Mexikos | yest. 1805: Sieg Napoleons über die Russen \ und Oesterreicher bei Austerlitz (Dreikaiserschlacht). 1852: Proklamierung Louis Napoleons als Na- I poleon III. zum erblichen Kaiser der Franzosen.

wirtschaftlich wieder von Menschen aus zu den­ken und die neue Ordnung der Volkswirtschaft unter die Idee der Humanität zu stellen.

hiermit öffnen sich dem Handwerk und dem Ge­werbe neue Weiten, aber auch neue Auf - goben. Die Zeiten der Beschaulichkeit des alten Handwerks, der Beschränkung auf den örtlichen Be­zirk der Stadt oder des Dorfes sind norbei. Die An­forderungen an Umfang und Qualität der Leistung werden sehr viel höhere sein, wie früher. Dies er- fordert die Heranbildung eines zu solchen Leistungen fähigen Nachwuchses. Da es eine natürliche Folge unserer Wirtschaftslage ist, daß das Handwerk, dem Aufträge und. Beschäftigung fehlen, non sich aus diese Erziehungsaufgabe nur in unzulänglichem Umfange erfüllen kann, ist es Pflicht der ge­werblichen l^nterrichtsan st alten, sich dieser Aufgabe in enger Verbindung mit Handwerk und Gewerbe mit doppelter Sorgfalt anzunehmen. Diese Aufgabe ist vielleicht das schönste Geschenk, das den Technischen Lehranstalten zu ihrem hum dertjährigen Geburtstag zuteil werden kann.

Der Staatspräsident gedachte sodann des Leiters der Technischen Lehranstalten, Professor Eber- Ha r d t, der vor 25 Jahren seine Offenbacher Tatia- keit begonnen hat, und sprach ihm die Glückwünsche und den Dank der hessischen Staatsregierung für das aus, was er während seiner 25jährigen Dienst­zeit in nie ermüdender Tätigkeit geleistet hat. Wei­ter gedachte er der Schaffung des Deutschen Ledermuseums durch Prof. Eberhardt

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Berlin befestigt.

(Berlin, 2.Dez. (WTB. Funkspruch.) Die weiter überwiegend günstigen (Nachrichten aus der Wirtschaft traten heute zu (Beginn der Börse un- ter dem Eindruck der Meldungen von einer Ber- schärsung der Regierungskrise etwas in den Hin­tergrund. Ebenso blieben die Besserung des eng- Hfd en Pfundes, der festere Verlauf der gestrigen (Neuyorker Börse und der relativ günstige Ultimo- ausweis 'her (Reichsbank ziemlich cm* drucks 1 os.

Obwohl auch bei den Danken neue Kaufauftrage der Kundschaft vorlagen, konnten diese nicht ver- hindern, dah Abgaben der Spekulation, die von gestern her Ware übrig zu haben schien, Kurs­verluste bis zu 1 Prozent zur Folge hatten. Die herauskommende Ware wurde aber meist schlam ausgenommen und die Abschwächungen dadurch gemildert. Lediglich Siemens, Deutsche Kabel und Bogeltelegraph waren mit einem Berlust von 2 bis 2 25 Prozent etwas stärker rückgängig, wah­rend bei den übrigen Spezialwerten, wie Conti- cumnit Dessauer und Schlesische Gas, Leopold- grübe, Kunstseideaktien, (Rheinstahl und Harpener die (Rückgänge nur bis zu 1,75 Prozent betrugen. Die übrigen Montanpapiere lagen sogar relativ behauptet. Lahmeyer konnten bei größeren 11m- sätzen 1,75 Prozent gewinnen. Auch nach den ersten Kursen war es zunächst ruhig. Auf die Meldung dah Herr von Schleicher mit der Kabinettsbildung beauftragt sei, wurde es jedoch allgemein lebhafter, und die Mehrzahl der Kurse zog bis zu 1,5 Prozent an. Damit er­reichten die führenden Werte im allgemeinen wie­der ihre Höchstkurse von gestern.

Der (Rentenmarkt lag demgegenüber ver­nachlässigt und eher schwächer. Goldpfandbriesc wurden bis zu 0,5 Proz. niedriger taxiert, auch Industrieobligationen und (Reichsschuldbuchforde- rungen büßten bis zu 0,5 Pro-, ein. und die Alt- besihanleihe setzte ihre Abwärtsbewegung um 60 Pfennig fort. 3m Verlaufe trat allerdings auch bei den letzteren dann eine leichte Erholung ein. Am Markt der Auslandsrenten überwogen die Abschwächungen, die Bosnischen Eisenbahnrenten verloren bis zu 1 Prozent.

Die Erleichterung amGeldmarkt nach dem Ultimo machte heute weitere Fortschritte. Ta­gesgeld war an der unteren Grenze bereits mit 4 75 Proz. erhältlich. Monatsgeld blieb unverän. d'ert 5 bis 7 Prozent. Am Privatdiskontmarkt überwog die Nachfrage, die auch für Aeichswech- sel per 28. Februar und (Reichsschahanweisungen per 18. April bestand.

Frankfurt nach unsicherem Beginn befestigt.

F r a n k f a r t a. M., 2. Dez. (WTB. Drahtmel­dung.) Die heutige Börse eröffnete zunächst aus Grund abermaliger Derschiebung der Entschei­dung in der innerpolitischen Situation sehrzu - rückhaltend und unsicher, und auf Matt­stellungen der Kulisse neigten die ersten Kurse überwiegend von 0,50 bis 1 Prozent zur Schwäche. Spezialwerte wie Harpener, (Rheinstahl, Deutsche Erdöl, (Rütgerswerke, Sjemens-Schuckert, (Reichs­bank und Zellstoff Waldhof gaben darüber hin­aus bis zu 1,50 Prozent nach. Dagegen lag die Mehrzahl der (Rebenwertc gut behauptet und ver­schiedentlich noch etwas fester. So Scheideanstalt, Metallgesellschaft, Goldschmidt, Felten, Lahmeyer, Contilinoleurn-Zürich, Süddeutsche Zucker und Aschaffenburger Zellstoff, bei denen Erhöhungen von 0,50 bis 1 Prozent zu verzeichnen waren. Das Geschäft war dabei sehr klein, zumal die Kund-

Offenbach, 1. Dez. (WSN.) Aus Anlaß des 100jährigen Jubiläums der Techni­schen Lehranstalten Offenbach a. M. Kunstgewerbeschule, Höhere Bauschule, Maschinen, bauschule wurde heute nachmittag in Anwesen heit des hessischen Staatspräsidenten Dr. A d c l u n g eine Ausstellung der Klassengruppen in den Räu­men des Schulgebäudes durch eine den Zeitver- hältnissen entsprechende bescheidene Jubiläumsfeier eröfsnet. Bei der Feier hielt Staatspräsident Dr. Adelung eine Ansprache, in der er, nachdem er der Stadt Offenbach und den Technischen Lehran- stallen die Glückwünsche der hessischen Negierung Überbracht hatte, u. a. ausführte: Die schwere Not­lage der Wirtschaft hat uns deutlich werden lassen, wie wichtig ein blühender Gewerbestand für das öffentliche Gemeinwesen ist. Nicht nur in steuerlichem Interesse obgleich man dazu neigt, heute hieran zuerst zu denken weit mehr darum, weil es für die Wohlfahrt und die innere Gesund­heit eines Staates unerläßlich ist, daß ein blühen­des Gewerbe die Menschen mit einem das Leben wohltätig erfüllenden Beruf verbindet und weil ein derart gefestigter Gewerbestand mit die Grund­lagen der Stetigkeit und Sicherheit, gewissermaßen den Mutterboden, bereiten Hilst, aus denen sich ein höheres geistiges und politisches Leden des Volks­tums allein entwickeln kann.

wir wissen heule aber auch, daß die wieder- belebung der deutschen wirtschaft keinesfalls nur eine Frage des Kapitals und der Bilanzen ist, sondern dah es in erster Linie darum geht, den Menschen wieder zu Arbeit und Brot zu verhelfen. 3o diesem Zusammenhang gewinnt das Handwerk, d. h. die Handarbeit, besondere Bedeutung. Ls ist fürderhin nicht mehr möglich, die Maschine allein herrschen zu lassen, auch wenn sie mehr und mehr die menschliche Arbeit entbehrlich macht. Vir müssen lernen, auch

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schast ebenfalls Zurückhaltung an den Tag legte.

Gleich nach Feststellung der ersten 'Kotierungen setzte eine förmliche Haussebewegung ein, wobei die (Nachricht, dah 'Reichswehrminister von S ch 1 c i ch e r mit der Kabinettsbildung beauftragt worden sei, starke Anregung gab. Die Spe­kulation und auch die Kulisse schritten zu raschen (Rüdbedungcn, verschiedentlich beobachtete man auch kleine Meinungskäufe. 3m Vordergründe des Interesses standen naturgemäß wieder Spe- zialwertc, doch auch die übrigen Werte schlossen sich der Aufwärtsbewcgung an, wobei sehr leb­hafte Umsätze zu verzeichnen waren. So lagen z. B. I.-G. nach einem Anfangslurs von 96,50 aus 98,25 Prozent befestigt und auch bei den übrigen Spezialwerten war die Bewegung ähnlich

Der (Rcntcnmartt lag weiterhin vernach­lässigt. Deutsche Anleihen und späte (Reichs- schuldbuchsorderungen neigten bis zu 0,25 Pro­zent zur Schwäche. Am Psandbriefmarkt war die Stimmung dagegen etwas freundlicher. Bei klei­nem Geschäft zogen die Kurse meist leicht an. Stadtanlcihen lagen unter den Nachwirkungen der Zahlungsschwierigkeiten der Stadt Duisburg ver­nachlässigt und säst ohne Eindrud.

3m Verlause unterlagen die Kurse mehrfachen Schwankungen. Doch blieben die höchsten Kurie behauptet. Das Geschäft wurde recht still, da man hinsichtlich der Zusammensetzung des Kabinetts eine abwartende Haltung einnahm.

Am Geldmarkt war die Lage noch nicht ent­spannt. Tagesgeld war zu 4,50 Prozent un­verändert.

Gememderat in Büdingen.

< Büdingen, l.Dez. 3n der jüngsten Sit- zung des Gcmcinderats wurde die Aus­losung der Ablösungsanleihe mit Auslosungsrechten der Gemeinde Büdingen für das Jahr 1932 vorgenommen. Es wurden gezogen sieben Stück je 50 Mark, vier Stück je 2o Mark und fünf Stück je 12,50 Mark. Die Erhebung der Bier st euer in der seitherigen Höhe fand die Genehmigung des Gemeinderats. Weiter wurde beschlossen, die Gewerbesteuer für 1 932 nach den Besteuerungsgrundlagen des Jahres 1931 zu erheben und mit (Rücksicht auf den starken (Rückgang der Gewerbeeinkommen auf Antrag denjenigen Gewerbetreibenden, die nach­weisen, daß ihr Gewerbeeinkommen mehr als 25 v. H. gegen das Vorjahr zurückgegangen ist, einen Erlaß von der Gewerbeertragssteuer in dem gleichen (Maße zu gewähren, wie ihii das Finanzamt für die staatliche Gewerbeertrags­steuer gewährt. Das Finanzamt wird ermächtigt, bei Entscheidung der Anträge die Erlässe für die Gemeindeumlagen mit zu erledigen. Die Zah­lung von Feldbereinigungskosten für die Zuteilung von Gelände zum Garten des neu­erbauten Kreisamts lehnte der Gemeinderat ab. Zn den diesjährigen Holzverkaufsbedin- g u n g e n wird die Bedingung ausgenommen, daß die Gemeinde bei Barzahlung des Steig- -preises innerhalb 30 Tagen 4 v. H. (Rabatt ge­währt.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 1. Dez. Die hiesige Geldsammlung zum Testen der Deut­schen Kriegsgräberfürsorge erbrachte 34,55 Mk. Für die Winterhilfe sammelten einige Erwerbslose im Auftrag der Bürgermei­sterei und des evangelischen Psarramts zirka acht Zentner Kartoffeln, 3 Zentner Gemüse, 30 Pfund Fett, 10 Pfund (Reis und Hülsenfrüchte, einige Pfund Speck und Wurst, außerdem getragene Kleider.

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