Ausgabe 
1.9.1932 Erstes Blatt
 
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S.Jt.-'fpoit

Tagung des Verbandes Mitteldeutscher Gki-Vereine.

Der Verband Mitteldeutscher Ski-Vereine (VMS.) hielt am Samstag und am Sonntag seine 20. Ver­treterversammlung in Aschaffenburg ab. Dem VMS. gehören u. a. der Ski-Gau Vogelsberg mit seinen oberhessischen Ski-Vereinen und der Schnee­schuh-Abteilung des Turnvereins 1846 an. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des VMS., Kurt Jenifch, Frankfurt a.M., wurden der Jah­resbericht und Kassenbericht erstattet. Trotz der chwierigen Zeiten war das Ergebnis zufrieden- tellend. Es folgten sodann die Berichte der Aus- chüsse. Hauptmann Klug- Würzburg, Sportwart des DMS., betonte die Notwendigkeit des Vortrai­nings für den sportlichen Ski-Läufer. Er werde im kommenden Winter enge Fühlung nehmen mit den Vereins- und Gaufportwarten. lieber die Lehrtätig­keit im vergangenen Winter berichtet Prof. Ratzel, Frankfurt. Der DMS. besitzt 45 vom Deutschen Ski- Verband anerkannte DSD. - Ski - Lehrer, die ver­pflichtet sind, in den Vereinen und Gauen Kurse abzuhalten. (Davon gehören 6 dem Ski-Klub Gie­ßen an.) K a r t h a u s, Gersfeld (Rhön), sprach als Jugendwart. Die Zahl der Jugendlichen hat auch im vergangenen Winter etwas zugenommen. Der Vorsitzende des Ausschusses für Touristik, West- Hof- Betzdorf, wies auf die zahlreichen Hochgebirgs­fahrten hin, die von den Vereinen und Gauen (darunter auch vom Ski-Klub Gießen) im letzten Winter unternommen worden sind. Für den Werbe- und Presseausschuß sprach W. Braun, Frankfurt.

Für den kommenden Winter wurden folgende Veranstaltungen beschlossen: Jugend-Skitag in Gersfeld (Rhön), Ende Dezember; Verbands­wettläufe in Gersfeld am 22.Januar; ©taf­fe II a u f im Taunus am 29. Januar; 3 0- Kilometer-Lauf am 5. Februar. Außerdem finden noch zahlreiche Gau- und Vereinswettläufe statt. Zwischen Weihnachten und Neujahr wird im Walsertal (Tirol, jedoch deutsches Wirtschaftsgebiet), ein Trainingskurs abgehalten. Auch die Ski-Lehrer­prüfungen sollen nur im Hochgebirge (Walsertal) abgelegt werden können, nachdem ein Dorbereitungs­kurs im Mittelgebirge vorausgegangen ist. Es wer­den hohe Anforderungen gestellt. Insbesondere soll alpine Technik verlangt werden. Weiter befaßte sich die Versammlung mit den Fragen der Unfall-Haft- pflicht- und Ski-Bruchversicherung, sowie mit dem neu zu bildenden Ski-Gau Westerwald. Die Tagung 1933 soll in Bingen stattfinden.

Der Samstagabend sah etwa 500 Ski-Läufer im FestlokalFrohsinn". Der Wintersportverein Aschaf­fenburg hatte ein außerordentliches Programm vor­gesehen und unterhielt die Gäste auf das Ange- nehmste. Der Sonntag Nachmittag vereinigte die Teilnehmer in derFasanerie". Unter sachkundiger Leitung wurden ferner die Sttftskirche, das Schloß und das Pompejanum besichtigt.

Handball im Lahn - Oünsberg - Gau.

Gauklasse:

Londorf I.Atzbach I. 6:2 (3:0). Die erste Spielhälfte stand im Zeichen der Plahbesiher. Zur Pause stand das Spiel 3:0 für Londorf. Nach der Pause wurde Atzbach besser und tarn, nachdem Londorf auf 4:0 erhöht hatte, zu zwei Treffern. Londorf stellte aber bald wieder den früheren Stand her. Drei Tore wurden aus Straf­stößen erzielt. Atzbach vergab viele Chancen.

Dorlar I.-Allendors I. 6:5 (4:2)! Der Gaumeister verlor. Die Mannschaft verlor dazu verdient. In hartem Kampf sicherte sich Dorlar durch die bessere Spielweise den Sieg. Die Allen- dorser Verteidigung war schwach.

Staufenberg 1. Wieseck I. 3:4 (1:1). Beide Mannschaften lieferten sich ein gleich­wertiges Spiel. Es wurde sehr fair gekämpft. Bis zur Halbzeit erzielte jede Mannschaft je ein Tor. Nach dem Wechsel kam Staufenberg auf und führte mit 3:2 Toren, Wieseck ging aber zum' Endspurt über, erzielte zwei weitere Tore und damit den knappen Sieg.

Bezirksklasse:

Waldgirmes I. Launsbach 1. 2:11 (2:3). Auf schlüpfrigem Boden fanden sich die Gäste schneller, legten bis zur Pause drei Tore vor, während Waldgiriges nur zwei erzielte. Waldgirmes hatte sich bald ausgegeben, und mit weiteren acht Toren bewiesen die Gäste ihre äleberlegenheit.

Rodheim 1. und Erda I. trennten sich nach hartem Kampf mit dem für Rodheim glück­lichen Ergebnis von 4:3 Toren.

Atzbach l.Wißmar I. 4:4 (2:2). Das Spiel zeigte in hartem Kampfe die Plahbesiher von der besten Seite. Wißmar hatte am Bortag ein anstrengendes Spiel und erzielte ein Unent­schieden, das einen glücklichen Ausgang bedeutet.

Kinzenbach I. G a r be n he im 1. 2:10 (2:5). Der Platzverein trat nur mit 9 Mann an. Garbercheim war komplett. Die Gäste führten bald mit 2 Toren, aber die Plahbesiher wurden auch einige Male mit ihren drei Stürmern ge­fährlich. Kinzenbach mußte sich aber doch der Liebermacht beugen.

Allendors II. Mainzlar I. 4:4 (2:2). Beide Mannschaften lieferten sich einen fairen Kampf. Besondere Leistungen wurden nicht ge­zeigt. Mainzlar lag stets etwas mehr im Angriff.

Tvgg. Ruttershausen Allerts- P Hausen 0:0. Das Spiel verlief sehr ruhig.

Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen, während in der zweiten Hälfte mehr oder weniger der Platzbesitzer überlegen spielte. Erfolge blieben aus.

R o r d e ck I.Kes selb ach I. 6:2 (5:0). Der Plahbesiher war den Gästen stets etwas über­legen und führte bereits zur Pause mit 5 Toren. Nach dem Wechsel holt Kesselbach zunächst zwei Tore auf, dem der Plahbesiher einen weiteren Erfolg entgegensetzt. Kesselbach trat mit nur neun Spielern an.

Hausen I.-Alb ach I. 1:11 (1:8). Das Spiel wurde von beiden Seiten hart durchgeführt. Hausen fand sich während der ganzen Spielzeit überhaupt nicht zusammen und brachte nur einen einzigen Erfolg zuwege. Albach siegte nach Be­lieben.

D u r kh a r ds f e lde n I.De ue r n I. Das Spiel kam nicht zum Austrag, da Beuern nicht antrat. Die Punkte gingen kampflos an die Platz­besitzer.

Schüler!.Tv. Garbenheim Tv.Dor­lar 3:0.

Zugendwettkämpfe (AOT.) in Kinzenbach.

In Launsbach wurde am vergangenen Sonntag in einer Sitzung des Verbandes für Leibesübungen der Gruppe Krofdorf beschlossen, die bisher abgehal- tenen Jugendwettkämpfe, an denen bisher auch Aktive teilnahmen, zu reinen Jugendwettkämpfen auszugestalten. Durch diesen Beschluß fällt in Zu kunft der Dreikampf der Aktiven fort. Es wurde daraus hingewiesen, daß Vereinsoorsitzende und Turnwarte bestrebt sein müssen, möglichst alle Ju­gendliche zu entsenden, um die Veranstaltung zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die Turnsache der ADT. gestalten zu können. Als Austragungsort wurde Kinzenbach bestimmt. Die Wettkämpfe werden am 18. September stattfinden.

Rad-Welimeisterschasten in Hom.

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Der Franzose Paillard vermochte bei den Welt­meisterschaften im Steherrennen zu Rom zum zweitenmal die Weltmeisterschaft zu erringen.

Tenniskampf Sidney-Mannheim 3:0

Auf den Plätzen des TC. Mannheim kam am Mittwochnachmittag ein Tennisklubkampf Sid­ney-Mannheim zum Austrag. Bei schönem Wet­ter und ausgezeichneten Plahverhältnissen, aber überraschend schwachem Besuch kam es sowohl in dem Einzel-, wie auch in dem Doppelspiel zu dem erwarteten glatten Erfolg der beiden austra­lischen Davispokalspieler. Lediglich im Doppel konnten die Mannheimer dank des sehr guten Spieles von Ofan einen etwas stärkeren Wider­stand leisten, sie nahmen hier sogar den Gästen einen Satz ab. Die Ergebnisse waren: Sproule (Sidney) gegen Klopfer (Mannheim) 6:3, 6:3; Hopmcm (Sidney) gegen Dr. Buh (Mannheim) 6:2, 6:2; Hopman-Sproule gegen Dr. Butz-Ofan 6:8, 6:1, 6:4.

Tilden und Kozeluh kommen nach Berlin.

Zu der Tennislehrer-Weltmeisterschaft vom 20. bis 25. September in Berlin haben bisher schon die bedeutendsten Berufsspieler der Welt ihre Mel­dungen abgegeben. Neben Tilden, Barnes (USA), Kozeluh (Tscheche!), Burke (England), Plaa, Ramttlon (Frankreich), Gebr. Schmidt (Un­garn), Najuch, Nüßlein, Bartelt, Richter, Messer- schmidt (Deutschland) wird außerdem noch eine englische und Schweizer Mannschaft erwartet.

10. Schleizer Oreiecksrennen.

Das Ncnnungsergebnis zum 10. Schleizer Drei­ecksrennen, das am 11. September ausgefahren wird und zugleich den Abschlußlauf der deutschen Motorrad-Meisterschaft bildet, ist ganz hervorragend ausgefallen. Alle bekannten Fahrer haben gemeldet, u. a. sindKahr- mann-Fulda, Winkler-Chemnitz, Kohfink-Dietig- heim und Pätzold-Köln in der kleinsten Klasse, Leh - Nürnberg und Loof - Godesberg in der 350er, Tom Bullus, Bauhofer-München und Klein-Frankfurt in der Halbliter- und Rüttchen-

Erkelenz und Röse-Düsseldorf in der Literklasse besonders zu erwähnen.

CaracciolastarieibeimMasaryk-Hennen

Bei dem am nächsten Sonntag auf dem Ma- saryk-Ring bei Brünn zur Entscheidung gelangen­den Masaryk-Rennen werden die bekanntesten eu­ropäischen Rennfahrer an den Start gehen. Der Alsa-Romeo-Stall ist mit Caracciola, Nuvolari, Borzacchini und Brivio vollständig vertreten und wird in v. Drauchitsch (Mercedes-Benz), Chiron, Barzi, Burgaller (Bugatti) und noch verschiede­nen anderen Klassefahrern eine schwere Konkur­renz finden.

Kurze Sportnotizen.

Der deutsche M ar a t h o n rn ei st er, Geißler-Charlottenburg, nimmt am kommenden Sonntag an einem Marathonlauf in Antwerpen teil. e

Die Olympischen Spiele 1 936 in Berlin sollen nach einer Aeußerung des Ge­neralsekretärs Dr. Diem genau nach dem Muster von Los Angeles aufgezogen werden, da es nach dem Urteil des deutschen Sportführers nichts Bes­seres gebe.

Wirtschaft.

Berlin uneinheitlich und schwächer.

Berlin, 1. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Börse stand nicht unerheblich im Zeichen rein technischer Schwierigkeiten durch die notwendige Limiterneuerung. Sonstige Momente wirtschaftlicher resp. politischer Natur traten demgegenüber etwas in den Hintergrund. Der eher schwächere Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse wurde kaum beachtet, auch der an und für sich optimistischere Bericht des Institutes für Konjunkturforschung fand nicht ine richtige Würdigung. Dagegen wurden die außen­politischen Spannungen mit Frank­reich hinsichtlich der Rüstungsfrage interessierter verfolgt, zumal vielleicht bei einer evtl. Aufrüstung einige Industrien hiervon profitieren könnten.

Schon gestern abend lagen Montanwerte weiter in Front, und auch im heutigen Dormittagsoerkehr hörte man noch für Spezialwerte recht feste Kurs­taxen. Diesen Taxen gegenüber brachten die ersten Kurse dann allerdings eine gewisse Enttäuschung. Ein Teil der bei den Banken vorliegenden Orders war nämlich nur als Limiterneuerung gegeben wor­den, und das efsektive Geschäft stellte sich cfann zum offiziellen Börsenbeginn als wesentlich klei­ner heraus, als man vorher angenommen hatte. Auch im Vergleich zu den Vortagen haben die Um­sätze weiter nachgelassen. Sa kann man im allge­meinen sagen, daß das Frankfurter Abendniveau nur behauptet war, daß also die meisten Pa­piere 1 bis 2 v. H. über gestern mittag lagen. Zell­stoff Waldhof waren mit plus 3 v. H. und Chade- aktien mit plus 3 Mark allerdings fester. Auch die Kalinebenwerte waren bis zu 5,50 v. H. gesteigert. Anderseits büßten z. B. Niederlausitzer Kohle 3 v. H. und Siemens 2,50 v. H. ein. Bei letzteren sprach man von Tauschoperationen gegen einige im Kurse niedriger stehende Montanpapiere. Aus weiter an­ziehende Kupferpreise waren Otavi Minen erneut um 0,75 v. H. gebessert. Die Farbenaktie hatte etwas lebhafteres Geschäft und kannte 1 v. H. gegen ge­stern gewinnen.

Der Verlauf war uneinheitlich und eher schwächer. Einige Papiere, wie Waldhof, Felten, Bekula und Contigummi büßten bis zu 2 v. H. ein. Renten blieben dagegen weiter gefragt, Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen waren bis zu 0,25 v. H. gebessert. Die variabel gehandelten Jndustrievbligativnen lagen bis zu 2 v. H. höher. Auch das Interesse für Auslandsrenten un­ter Bevorzugung von Mexikanern und der 4pro- zentigen Ungarischen Goldrente hielt an.

Die G e l d s ä tz e erfuhren heute noch keine Ver­änderungen. Eine Erleichterung war nach dem Ultimo noch nicht festzustellen, im Gegenteil, die Lage war auf Grund von notwendigen Lombard­rückzahlungen eher noch steifer.

Srantfurf freundlich, aber uneinheitlich.

Frankfurt a.M., l.Sept. (WTB. Drahtmel- dung.) Tendenz: uneinheitlich. Die Börse zeigte im Anschluß an die Abendbörse weiterhin feste Grund­stimmung, doch war die Kursgestaltung wieder recht uneinheitlich. Vom Publikum lagen weitere Kauforders besonders für Nebenwerte vor, dagegen verhielt sich die Spekulation im Hinblick auf die innerpolitische Situation eher abwartend. Etwas Anregung erhielt die Börse von dem neuesten Be- rid't des Instituts für Konjunkturforschung, das zu dem Schluß kommt, daß die Weltwirtschaft am tiefsten Punkt angelangt sei, in Deutschland aber dieWeiterentwicklungvon der Politik abhängen werde.

Bei relativ lebhaften Umsätzen überwogen Kurs­besserungen bis zu 1 v. H. Mehr befestigt waren von Clektronebenwerten Felten, Gesfürel, Rhein. Elekto, Licht & Kraft und Elektrische Lieferungen mit Besse­rungen bis zu 2,25 v. H. Siemens gingen dagegen zu 1 o. H. zurück, AEG. und Schuckert waren gut gehalten. Am Montanmarkt kam die gestrige Auf­wärtsbewegung zum Stillstand, und die Kurse waren meist nur gehalten. Nur Klöcknerwerke, Mansfelder Bergbau, Phönix, Stahlverein und Otavi Minen er­zielten noch kleine Erhöhungen. Von Nebenwerten lagen AG. für Verkehrswesen, Deutsche Linoleum und Gebr. Junghans bis zu 2 v. H. höher. Chemie­aktien gewannen bis zu 0,75 v. H., Kunstseide- und Schiffahrtspapiere 0,25 bis 0,50 v. H. Leicht abge­schwächt waren Reichsbank, Goldschmidt und Conti- gummi. Nach den ersten Notierungen konnte sich die Mehrzahl der Aktien bis zu 0,50 v. H. befestigen.

Am Rentenmarkt lagen Deutsche Anleihen bis zu 0,50 v. H. freundlicher, Reichsschuldbuchforde­rungen blieben gut behauptet. Interesse zeigte sich auch weiterhin für einige Auslandsrenten, besonders für Türken, Ungarn-Renten und Rumänen. Am P f a n d b r i e f m a r £ t hat sich die Tendenz ge­bessert. Goldpfandbriefe lagen etwa 0,50 bis 1 v. H. höher. Liquidationspfandbriefe zeigten nur wenig Veränderung. Sehr fest tendierten Kommunalobliga­tionen, die bis zu 3 o. H. anzogen. Auch Städte­anleihen und Jndustrieobligationen lagen fest.

Nachdem auf Abgabe der Banken die Kurse zu­nächst bis zu 1 v. H. schwächer geworden waren,

setzte sich im Verlaufe eine neue Befestigung durch, so daß die Anfangskurse meist wieder erreicht wurden. Anregung bot hierbei die starke Aufwärts­bewegung der Altbesitzanleihe, die bei größeren Ilm- sätzen bis zu 0,50 o. H. gewannen. Auch Schutz­gebiete und die Neubesitzanleihe lagen fester, ebenso Reichsschuldbuchfarderungen.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a.M., l.Sept. Austrieb: 179 Rin­der, 1202 Kälber, 204 Schafe, 672 Schweine. Es wurden bezahlt: Kälber: beste Mast- und ©aug« -kälber 39 bis 42 Mk., mittlere Mast- und Saug­kälber 34 bis 38, geringe Kälber 28 bis 33. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast, 25 bis 28, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe, 20 bis 24. Schweine: voll­fleischige Schweine von zirka 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 43 bis 48; vollfleischige Schweine von zirka 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 40 bis 48; fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 37 bis 45. Marktverkauf: Kälber und Schafe mittelmäßig geräumt, Schweine lang­sam, geringer Ueberstand.

Schweinemarkt in Friedberg.

WSN. Friedberg, 31. Aug. Bei lebhaftem Handel wurden auf dem heutigen Schweine- markt bezahlt: für sechs Wochen alte Tiere 8 bis 10 RM., für sechs bis acht Wochen alte Tiere 10 bis 15 RM., für acht bis zwölf Wochen alte Tiere 15 bis 22 RM. Bei einem Auftrieb von 682 Jungtieren ver­blieb etwas Ueberstand.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Münchholzhaus en, 30. Aug. In seiner gestrigen Sitzung beschäftigte sich der Ge­rn e i n d e r a t mit der Beratung desEtats für das Rechnungsjahr 19 3 2. Die Ge­meindeumlage wurde wie folgt festgesetzt: Grund­vermögenssteuer 350 Prozent, Gewerbekapital- und Gewerbeertragssteuer 400 Prozent. Die Bür­gersteuer wird nach dem einfachen Landessahe er­hoben. Für Wegebauzwecke wurden 500 Mark zur Verfügung gestellt, über deren Ver­wendung sich der Gemeinderat die Beschlußfas­sung vorbehielt. Cs soll ein Trocknungsmast für die Feuerwehrschläuche ausgestellt werden. Der Gemeindefriedhof soll nach der Südseite eine Er­weiterung erfahren. Die wegen Erteilung der landespvlizeilichen Genehmigung erforderlichen Schritte sollen sofort unternommen werden. Der Etat wurde in Einnahme und Ausgabe auf 56 630 Mark festgestellt.

H Groß-Rechtenbach, 31.Aug. In der gest­rigen Sitzung des Gemeinderats stand der Haushaltsplan für das Rechnungs­jahr 1932 zur Beratung. Der Gemeinderat be­schloß, die Gemeindebiersteuer und die Bürger st euer nach den einfachen Sätzen zu erheben. Der Gemeindezuschlag auf die staatliche Steuer vom Grundvermögen wurde auf 350 Pro­zent, derjenige auf die Gewerbekapital- und Ge­werbeertragsteuer auf 400 Prozent festgesetzt. Der Vereinbarung über die Beteiligung an den Ge­werbelohnsummensteuer-Anteilen der Stadt Wetz­lar wurde zugestimmt. Ferner wurde die Her­stellung eines Drandweihers aufdekn Gemeindebleichplatz am Weimerbach an der Straße Groß-RechtenbachWeidenhausen ge­mäß dem vom Kreistiefbaumeister aufgestellten Kostenanschlag beschlossen. Für Wegebau­zwecke wurden 1200 Mk. zur Verfügung ge­stellt, über deren Verwendung sich der Gemeinde­rat die Beschlußfassung vorbehält. Zur Ergän­zung der Feuerlöschgerätschaften soll eine aus­ziehbare Feuerwehrleiter beschafft werden. Der Haushaltsplan wurde in Einnahme und Ausgabe auf 36 430' Mk. festgestellt.

0 K l e i n - R e ch t e n b a ch 31. Aug. Die Ver­kehrsdispositionen auf der K r a f t p o st lin i e Gießen Hochelheim entsprechen nicht immer den Wünschen der Fahrgäste. Klein-Rech­tenbach wird nur einmal am Tage, und zwar meist abends, berührt. Dabei scheint man jedoch nicht planmäßig zu verfahren, denn als dieser Tage acht Fahrgäste aus Groß- und Klein-Rech­tenbach und nur ein Fahrgast aus Hörnsheim den Omnibus benützten, berührte der Wagen weder Klein- noch Groh-Rechtenbach. Unter sol­chen Verhältnissen schwindet hier das Interesse für die Kraftpost und außerdem auch die Nei­gung, für die Linie auf dem Wege der Garantie­summe Opfer zu bringen.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 3. September. Freitag abend 6.40 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 7.55. Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 6.30 Uhr.

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