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Nr. 255 viertes Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, 3L Oktober Ml

Buntes Allerlei.

Die dicksten Männer.

Der schwerste Mann Deutschlands, Robert Ruggr?.-ors. der kürzlich in Duisburg gestorben ist, war trotz seiner 250 Pfund durchaus nicht das höchste menschliche Lebendgewicht, das je­mals die Erde gedrückt hat. Es hat berühmte Schwergewichtler" gegeben, die ihn bei weitem übertrafen. Der Engländer Edward Bright wog 270 Pfund, als er starb. Er mast 178 Zentimeter um die Brust und 210 Zentimeter um den Bauch, und seine Armmitte hatte einen Umfang von 75 Zentimeter. Dieser mächtige Fleischberg hat sich niemals öfsentlich zur Schau gestellt, sondern war als Kaufmann tätig, bis sein immer wachsendes Gewicht ihn schließlich aus seinem Laden auf das Totenbett brachte. Bright, der glücklich verhei­ratet war und fünf Kinder hatte, war ein lusti­ger Mann, sein Appetit nicht größer als der eines Durchschnittsmenschen, aber er trank täglich Jahre hindurch seine fünf Liter Bier. Dieser Mammut- Mensch wird aber noch übertroffen durch einen an­deren Engländer, der den Rekord der Dicke auf­gestellt haben soll. Das war Daniel Lambert, der wenige Tage vor seinem Tode 340 Pfund wog. Lambert maß um den Leib herum 285 Zenti­meter und um die Wade 95 Zentimeter. Sein Schneider, der ihm billige Preise machte, nahm ihm doch 400 Mark für den Anzug ab. Dieser dickste Mensch, der aus Leicester stammte, ver- sügte zugleich über große Kräfte, war ein aus­gezeichneter Schwimmer und trug auf seinen mächtigen Fleischmassen noch zwei gewöhnliche Menschen sicher über die Wellen. Lamberts Bater hatte eine durchschnittliche Figur und war Ge­sangenwärter im Zuchthaus von Leicester. Sein Sohn folgte ihm in diesem Beruf und behan­delte die Gefangenen so gut, daß er zum Direktor ernannt wurde. Aber sein immer größere Dimen­sionen annehmender Umfang zwang ihn frühzei­tig, sich zur Ruhe zu setzen, und nun widmete er sich wohl oder übel der Schaustellung. Es blieb ihm nämlich nur die Wahl, sich lebenslänglich einzuschließen oder für seinen Anblick Geld zu erheben, denn wo er sich zeigte, war er sofort von einer wachsenden Menge umgeben, die ihn anstarrte und anstaunte. Um diesen Anblick nicht umsonst gewähren zu müssen, ließ er sich für Geld sehen. Lambert starb mit 40 Jahren und Bright

mit 30, ein Beweis dafür, daß man, mit solchen Fettmassen behaftet, nicht alt wird.

Elefanten-Karmen.

Cs gibt jetzt zwei Elefanten-Farmen im Bel­gischen Kongo, in denen die großen Dickhäuter zu nützlichen Arbeitstieren abgerichtet werden. Die beiden Farmen, die von dem belgischen Acker­bauamt eingerichtet wurden, befinden sich zu Api und Gangara Ra Dodia im Welle-Bezirk, in der Rähe der Grenze des anglo-ägyptischen Sudan. Auf diesen Stationen werden 120 Elefanten im Alter von 15 bis 35 Jahren gehalten: sie sind alle zahm und verrichten nützliche Arbeiten, wer­den beim Ackern, beim Baumfällen und beim Transport benutzt. Man beabsichtigt, auch einige für militärische Zwecke zu verwenden, besonders für das Tragen von Maschinengewehren und Munition durch den Urwald. Das System, die wildey Elefanten in einen Kraal zu treiben und so einzufangen, das in Ceylon und Birma an­gewendet wird, ist am Kongo nicht möglich, da die afrikanischen Elefanten, männliche und weib­liche Tiere, äußerst gefährliche Stohzähne haben. Die-Belgier haben daher ein ganz anderes Ver­fahren ausgebildet. Sie fangen die jungen Ele­fanten, wenn sie höchstens eine Höhe von Vj» Me­ter erreicht haben. Die Jäger gehen in Trupps von 11 Mann vor, geführt von Europäern auf Pferden. Sie folgen einer Herde, bis sich Gele­genheit bietet, ein solches Jungtier abzuschnei­den, das dann an den Ohren, am Schwanz und an den Beinen gepackt wird, um auf diese Weise überwältigt zu werden. Dann wird das Tier mit Stricken gebunden, und während dieser Zeit muß eine andere Abteilung beständig schießen, um die Herde fern zu halten. Das gefangene Tier wird von einem zahmen Elefanten ins Lager gebracht, und dann beginnt sofort die Erziehung, bei der auf jede Gewalt verzichtet wird. Man macht den jungen Elefanten durch große Zärtlichkeit, durch Gesang zutraulich und gibt ihm reichliche Rah- rung. Die Abrichtung aus der Elefantenfarm dauert etwa ein Jahr. Während die asiatischen Elefanten in der Gefangenschaft niemals Junge bekommen, hat man bereits auf den Farmen am Kongo zwei Geburten von solchen zahmen Ele­fanten erzielt und hoffte, eine richtigen Elefaiv- tenzucht ausbilden zu können.

Wirtschaft.

Frankfurt schwach.

Frankfurt a. M., 30. Okt. Im heutigen Essektenfreiverkehr von Bureau zu Bureau neigte die Tendenz zur Schwäche, nachdem bereits gestern nachmittag auf Gerüchte über Konzern- schwierigkciten, die bis jetzt noch keine Bestätigung gesunden haben, stärkere Kursrückgänge zu ver­zeichnen waren. Heute verstimmte vor allem das anhaltende Angebot in einzelnen Montanaktien, die zum Teil neue Tiefst- iurfc erreichten. Man brachte dieses Angebot Tiit Exekutionen zusammen, jedoch scheint auch der Ausgang der englischen Wahlen, durch den die Schutzzöllner die absolute Mehrheit bekommen haben, nicht ohne Einfluß geblieben zu sein. Verstimmung ging ferner von der schwachen Hal­tung der deutschen Werte an der gestrigen Reu- Lorter Börse und den neuerlichen Schalter- Schließungen von Bankfirmen im In- und Aus­lande aus. Bei etwas lebhafterem Geschäft er» zaben sich für Montanpapiere Kurs- «inbu ß en von 1 bis 3 v. H. I. G.-Farben »erkoren etwa 1,5 v. H. und Elektrowerte 1 bis 2 v. H., wobei Siemens, die ziemlich behauptet »lieben, eine Ausnahme machten. Bankaktien lagen kaum verändert, nur Reichsbank neigten um etwa 2 v. H. zur Schwäche. Auch im Rach- «littagsverkehr setzten sich die Kursrückgänge Wei­ler um 1 bis 2 v. H. fort, da weiterhin Exeku- lionsrnaterial auf die Märkte drückte. Das Ge- Ichäft wurde indessen etwas ruhiger.

Arn Rentenmarkt war die Umsahtätigkeit etwas reger. Einiges Interesse bestand für Liquidationsvfandbriefe zu unveränderten Kur­ffen. 8prozentige Goldpfandbriefe wurden weiter offeriert und bröckelten leicht ab. Don Reichs- cmleihen standen Altbesih unter Kursdruck, Reichsschuldbuchsorderungen im Einklang mit dem Aktienmarkt ebenfalls etwas schwächer. Äuslands- wenten sehr still. Don Jndustrieobligationen lagen Larbenindustrie auf angebliche Jnterefsenkäufe gut gehalten.

Berliner Börse.

Berlin, 31. Okt. (WTB. Funkspruch.) Zum Wo- Henschluß herrschte die übliche Zurückhal- tu n g, das Geschäft kam nur sehr zögernd in Gang. Obwohl die Schultheis-Angelegenheit immer weitere Kreise zu ziehen scheint, war die Stimmung im heutigen Vormittagsoerkehr auf Grund des gestrigen festen Neuyork eher freundlicher, und man taxierte zunächst die gestrigen Abendkurse (Geld). Am De- oisenmarkt nannte man Pfund gegen Kabel 3,8575, gegen Schweiz 19,80, gegen Paris 98,25.

Oer gestrige Devisenmarkt.

An den internationalen Devisen­märkten konnte sich gestern das Pfund wieder eine Kleinigkeit erholen, es zog auf 3,86 an, doch blieb es noch unter seinem vorgestrigen Schluß­kurs. In Amsterdam schloß es mit 9,75, in Zürich mit 19,83 und in Paris mit 98,50. Der Dol - Ca r blieb weiter fester, in Amsterdam zog er auf 247,95 an, in Zürich auf 513,25 und in Paris 25,4350. Die Reichsmark hat sich gut behauptet und wies keine Deränderungen auf. Der fran­zösische Frank war knapp gehalten, die Rord- Devisen waren ebenfalls kaum verändert.

Schließung der Federation Bank and Trust Company, Neuyork.

WTB. Neuyork, 30. Okt. Die Federation Bank and Trust Company, Neuyork, die größte G e - werkschaftsvank des Landes, wurde heute von der staatlichen Aufsichtsbehörde geschlossen. Oie Bank, die 1923 gegründet worden ist verfügt über Kapital und Reserven in Höhe von 15 Millionen Dollar. Die Schließung erfolgte wegen Illiquidität und Entwertung der Aktiven, die sich auf 18,143 Millionen Dollar beliefen. Die Aufsichtsbehörde Hal die Uebernahme der geschlossenen Bank durch die Manufacturers Trust Company arrangiert, die den

Einlegern der insolventen Bank sofort zwei Drittel ihrer Guthaben zur Verfügung stellt.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt o. 2H.

Banknoten

30 Oktober

31. Oktober

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

CiSElO

»rief

Geld

»rief

Hetfingsor» .

8,49

8,51

8,49

8,51

Wien . .

58,94

59,06

58,94

59,06

Brog . . .

12,47

12,49

12,47

12,49

Budapest . .

73,28

73,42

73,28

73,42

Sofia . .

- ,072

3,078

3,072

3,078

Holland . .

170,58

170,92

170,43

170,77

Oslo ...

90,91

91,09

90,41

90,59

ffopenhagea.

91,91

92,09

91,66

91,84

Stodbolm

93,81

93,99

93,41

93,59

London . .

16,20

16,24

16,14

16,18

Buenos Aires

0.978

0,982

0,988

0,992

Neunori

4.209

4,217

4,209

4,217

«rüffel . .

58,74

58,86

58,69

58,81

Italien . . .

21,68

21,72

21,68

21,72

Paris . . .

16,59

16,63

16,58

16,62

Schweiz . .

82,12

82,28

82,02

82,18

Spanien

37.31

37,39

37,26

37,34

Danzig . .

12,62

82,78

82,57

82,73

Japan . .

2,058

2,062

2,058

2,062

Rio de 3an..

0,259

0,261

0,259

0,261

Jugoslawien.

7,473

7,487

7.473

7,487

Lissabon

14.84

14.86

14,79

14,81

Gietzcnct oryenmarktpreise.

Gießen, 31. Okt. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Butter 120130, Matte 30 bis 35 Pf. das Pfund, Kochbutter von 1 Mk. an das Pfund, Käse 10 Stück 60140 Pf., Wirsing 810, Weißkraut 67, Rotkraut 810, Gelbe Rü­ben 810, Rote Rüben 8-10, Spinat 1520 Römischkohl 810, Unter-Kohlrabi 5-6, Grün­kohl 15, Rosenkohl 2025, Feldsalat 80100 Tomaten 35-40, Zwiebeln 810, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 3035, Kürbis 56, Kar­toffeln 4, Aepfel 810, Dirnen 810, Dörrobst 3035, Honig 4050, Rüsse 2530, Junge Hähne 90100, Suppenhühner 80100, Gänse 8090 Pf das Pfund, Tauben 5060, Eier 1213, Blumen­kohl 2060, Salat 1015, Salatgurken 2025 Endivien 1015, Ober-Kohlrabi 810, Lauch 5 bis 10, Rettich 1015, Sellerie 1040 Pf. das Stück, Kartoffeln 3,203.50. Aepfel 4,006 00 Weißkraut 2,002,50, Wirsing 4,005,00, Rot­kraut 4,005,00 Mk. per Zentner.

Geld

4,20

58,58 91,72

16,16

16,58

1.0,21 21,66

90,72

58,68

2,52 93,61 81,94

37,18 72,75

i 8 v. h.

10 v. h.

23rlcf

4,22 58,82 92,08 16,22 16.64

170,89 21,74 91,08 58,92

2,54 93,99 82,26 37,37 73,15

gcrlin, 30.Ol ober I Amerikanische Noten.....

Belgische Nolen

Dänische Nolen

Englische Nolen

Französische Nolen

Holländische Noten

Italienische Nolen

Norwegische Nolen

Deutsch-Oesterreich, 100 Schilling Rumänische Noten........

Schwedische Noten

Schweizer Noten

Spanische Noten ...

Ungarische Noten .......

Reichsbankdiskont Lombardzinsfuß :

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarki. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt verzeichnete noch keine grundlegende Besserung des Preisniveaus, wenn auch hier und da kleine Teilerholungen ein- traten. Die allgemeine Situation des Viehmarktes ist nach wie vor sehr unklar.

Die stärker einsetzende Konkurrenz von Gänsen und Wildbret ist fühlbar. Der Kälbermarkt litt be­sonders darunter. Etwas besser war das Geschäft am Großvieh markt, obwohl der Auftrieb mit 1601 Stück (1578 Stück in der Vorwoche) größer war. Die Nachfrage erstreckte sich wiederum auf billiges Fleisch, so daß der Rindermarkt geräumt werden konnte. Die Preise blieben gegen die Vor woche behauptet. Sehr stark waren die Zufuhren zum Kälbermarkt: sie betrugen 1649 gegen 1282 Stück. Das Geschäft war sehr schlecht, und der Markt konnte nur zu erneuten Preisverlusten um bis zu 3 Mark geräumt werden. Auch am Schaf- markt ergaben sich erneut Preisnachlässe von 1

bis 3 Mark. Der Handel war ruhig. Der Austrieb stellte sich mit 696 Stück um etwa 150 Stück gegen die Vorwoche höher. Am Schweinemarkt war die Beschickung mit 5719 Stück etwas geringer. Nach anfangs etwas lebhafterem Geschäft wurde es später wieder wesentlich ruhiger, doch konnte der Markt ausverkaust werden. Gegen die vorwöchentlichen scharfen Preissenkungen trat in allen Gewichtsklassen eine Besserung um etwa 2 Mark für den Zentner ein. Fette Schweine waren dabei besser gefragt. Im einzelnen notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 3639, a2) 3235, bl) 2731; Bullen a) 2832, b) 2427; Kühe a) 2831, b) 2427, c) 1823; Färsen a) 3539, b) 3234, c) 2731; Kälber b) 4044, c) 3539, d) 3034; Schafe al) 2730, b) 2226, c) 1721; Schweine a) 4650, b) 4550, c) 4650, d) 4549, e) 42 bis 47, g) Sauen 3543.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 1. November.

7.00 Uhr. Don Hamburg. Hafenkonzert. 9.30 bis 11.00: Aus der Stadtkirche Wittenberg: Re­formations-Gottesdienst. 11.30: Don Leipzig: Reichssendung: Kantate. 12.00: Schallplattenkon­zert. 14.00: Stunde des Landes. 15.00: Stunde der Jugend. 16.00: Marschmusik. 17.00: Das Ochfenmenuett. Singspiel in einem Akt von G. v. Hoffmann. 18.00:Bildung oder Erziehung?", Dreigespräch zwischen Dr. Weil. Dr. Gg. Schmitt und Kurt Hirsch,e'd. 19 30: Im Flu e u n'die Welt: USA. III., Im Urwald der Großstadt. 20.45: Franz Liszt zum Gedächtnis. 22.35 bis 24.00: Unterhal­tungskonzert der Funkkapelle Haas.

Montag, 2. November.

7.20 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 17.05: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40:Als deutscher Student in Grenoble", Dortrag von Rob. Hain. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.45: Zitherkonzert. 20.15: Eine Viertelstunde Lyrik. 20.40: Russische Musik. 22.15: Von Wien: Allerseelen in der Ka­puzinergruft.

Dienstag, 3. November.

7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50: Haussrauen- Rachmittag: 1. Wochenschau, 2. Von der Koch­tante:Billiges Essen in der Zeit der Rot", 3. Einrichtung des Gartens für den Winter", Vor­trag von Dr. L. Corel!. 16.30:Aus dem Leben der höheren Schule: Grundkräfte des geschichtlichen Werdens". 17.05; Rachmittagskonzert des Rund­funkorchesters. 18.40.Der Himmel im Rovember und Dezember. Was uns die Sternschnuppen er­zählen", Vortrag von Professor Edmund Sittig. 19.05:Die Generation von 1899", Vortrag von Olfel Eggebrecht. 19.45:Musikalische Grund­begriffe. Einführung in ihr Wefen und ihre Be­deutung", Vortrag von Hans Rosbaud. 20.15: Hei­terer Abend: Dela Lyinskaja. 21.45: Sportkämpfe. Eine Schallplatten-Revue, Leitung. Dr. P. Laven. 22.35: Briefkasten. 0.30 bis 1.30: Auf den Kurz­wellensender: Rachtkonzert.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 1. Rovember, von 14.30 bis 17.30 Uhr; Im weißen Rößl; von 20 bis 22.30 Uhr: Der Ring des Ribelungen. Vor­abend: Das Rheingold. Montag, 2. Rov., von 19 bis gegen 23.30 Uhr: Der Ring des Ribelun­gen. Erster Tag: Die Walküre. Dienstag, 3. Rov., von 19.30 bis nach 21.30 Uhr. Don Pasquale Mittwoch, 4. Rov., von 20 bis 23 Uhr: Im wei­ßen Rößl. Donnerstag, 5. Rov., von 20 bis 22 45 ilfjr: Cavalleria rusticana. Hieraus: Der Ba­jazzo. Freitag, 6. Rov., von 20 bis 23 Uhr: Im weihen Rößl. Samstag, 7. Rov., von 19.30 bis gegen 23 Uhr: Carmen. Sonntag, 8. Rov., von 15 bis 18 Uhr: Im weißen Rößl.

Schauspielhaus. Sonntag, 1. Rov., von 16 bis nach 18.25 Uhr: Pygmalion; von 20 bis gegen 23 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Montag, 2. Rov., von 20 bis gegen 23 Uhr: Der

Kaufmann von Venedig. Dienstag, 3. Rov., von 20 bis nach 22.15 Uhr: Bobby weint, Bobby lacht. Mittwoch, 4. Rov., von 20 bis gegen 22 Ahr: Vögel, die am Morgen fingen... Don­nerstag, 5. Rov., von 20 bis gegen 23 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Freitug, 6. Rov., von 20 bis nach 22.15 Uhr: Bobby weint, Bobby lacht. Samstag, 7. Rov., von 20 bis gegen 23 Ahr: Der Kaufmann von Venedig. Sonntag, 8. Rovember, von 14.30 bis nach 17.45 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; von 20 bis gegen 22 Ahr: Einmaliger Tanzabend: Riddh Impekoven.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

M. B., Gießen. Den monatlichen Durchschnittsoer­brauch an Wasser für eine Familie anzugeben, ist leider nicht möglich, da natürlich die Kopfstärke der Familie und das Ausmaß des Wasserkonsums ganz verschiedenartig sind. Zur Aufklärung der starken Schwankungen im Wasserverbrauch Ihres Hauses wenden Sie sich am besten an die Direktion des Wasserwerks. Diese wird Ihre Angelegenheit durch­aus objektiv und sorgfältig prüfen, ebenso eine fach­männische Nachprüfung der Wasserleitungsanlagen in Ihrem Hause vornehmen lassen.

Letzte Nachrichten.

Oie Ausschußberaiungen über die Kredii-Gtillhattung.

Berlin, 31. Oft (LNB. Funkspruch.) Wie wir erfahren, ist der Stillhalteausschuß des Wirtschaftsbeirates heute um 10.30 Uhr in der Reichskanzlei zu feiner er ft en Sitzung zu fammengetreten. Der Kanzler hat außer den gestern bekanntgegebenen vier hauptmitgliedern auch noch einige Spezialsachleute hinzugezogen, und zwar außer dem Reichsbankpräsidenten Dr. L u t h e r die Bankiers Oskar Wassermann von der Deut­schen Bank, Dr. I e i d e l s , Geschäftsinhaber der Berliner Handelsgesellschaft, Direktor Bachem von der Arbeiter-Bank, Gustav S ch l i e p e r (DD-Bank), Fran; v. Mendelssohn, Präsident der Berliner Industrie- und Handelskammer, Samuel Ritscher. Vorstandsmitglied der Reichskreditgesellschaft, Rudolf Löb (Bankhaus Mendelssohn) und Otto Wolff (Köln), weiter nimmt natürlich auch der Reichs- f i n a n ; m i n i st e r an der Sitzung teil. Besonders wichtig dürfte auch die Anwesenheit des Botschafters v. h o e s ch sein, der über die politische Seite des Problems besonders gut informiert ist. Die Dring­lichkeit in den Stillhalteberatungen spiegelt sich deut­lich in der heutigen Auslandpresse wider, die in erster Linie von dem Thema der kurzfristigen Schulden beherrscht wird. Das zeigt jedenfalls, wie notwendig es ist, einen sorgfältigen Aktions­plan auszuarbeiten. Er wird im Prinzip darauf hinauslaufen müssen, daß die Kreditabzüge, die über die Stillhaltevereinbarungen hinausgehen, wirksam abgetrennt werden. Außerdem wird man die Möglichkeit einer rechtzeitigen verlänge­rn n g des Stillhalteabkommens ins Auge fassen und überlegen müssen, ob nicht ein Teil dieser kurz­fristigen Schulden in langfristige Anleihen umgewandelt werden kann. Darüber hinaus wird man auch die grundsätzlichen Fragen nicht übergehen, die die Basis des ganzen Kredit- und Stillhalteproblems bilden, wie sie ja im Laylon- Bericht mit aller Eindringlichkeit behandelt wor­den ist.

Verbindlichkeitserklärung im Reichsbahnlohnstreit.

Berlin, 31.0ft. (WTB. Funkspruch.) 3m Lohn- ftreit bei der Deutschen Reichsbahngesellschaft ist der Schiedsspruch vom 27. Oktober 1931 im öffentlichen Interesse für verbindlich erklärt worden.

Neues für den Büchertisch.

sachlichen Art, die man an ihm kennt. Leiser Humor überglänzt hier und da die Erzählung, die unerbitt­lich wie die Bergwelt, in der sie sich abspielt vor uns steht.

Stirb und Werde. Aus Briefen und Kriegstagebuchblätter des Leutnants Bernhard v o n ö er Marwitz. Herausgegeben von Harald von Koenigswald. Ganzleinen 5,80 Mark. (Wilhelm Gottl. Korn Verlag, Breslau.) 327.Der Glaube und das geistige Ringen der Generation, die im Krieg ihr Blut gab, ist in diesem Buche lebendig. Marwitz, der Freund von Rilke und Paul Claudel, fies 1918 auf französischem Boden. Sein Buch ist das Bekenntnis eines Frühvollendeten, der mit sei­nem Schicksal um seiner künstlerischen Bestimmung willen ringt und sich gläubig beugt vor der höheren Pflicht, die das Vaterland von ihm fordert. Ein Buch, in dem der Krieg Hintergrund eines großen menschlichen Reifens ist. Aus der Trauer um den Tod des Freundes und des Bruders, die beide zu Anfang des Krieges fielen, und aus der Verbunden­heit mit einer stolzen lebendigen Tradition kommt die Opferbereitschaft, sich selbst ganz einzusetzen, um in der schwersten Stunde dem Vaterland mit dem Blute zu dienen Der Krieg wird zur tiefempfun­denen Leidensstation, in der sich die Liebe zu Heimat und Volk zur höchsten Reinheit verklärt. In der Ucberwindung der geistigen und körperlichen Auf­gaben des Krieges glüht die Idee eines heiligen Kampfes um die Seele des Volkes.

Gustav Schröer; Schicksalshände. Preis geb. 4,80 Mark. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh.) 325. Der Hände Gestalt ist We­sensausdruck des Menschen. Hände sind Schicksal und prägen Schicksal. Dem durch herbes Geschick frühreifen Lehrerssohn strecken fidj überall helfende Hände entgegen. Mancherlei Menschen bestimmen sein Werden, das Gottsuchen seiner Jugend bis zum Gottfinden an der Schwelle des Mannesalters, schüchternes Fragen des Knaben, zweifelndes Rin­gen des Primaners, Drängen auf fertige Lösungen und endlich demütiges Sichbeugen des jungen Chi rurgen und Stillefein vor einem persönlichem Gott.

3n Georg Frhr. v. OmptedasKlei­ner Zinne" (Verlag Ullstein, Berlin, Preis 1,8-5 Mark, 342) wird Anklage auf Mord gegen einen ruhig lebenden Gelehrten und Bürger erhoben. Fern aller Zeugen soll er vor Jahr und Tag aus einer Hochtour in der Einsamkeit der Alpen seine erste Frau von schmalem Grat hinabgestürzt haben. Zehn Jahre später erheben sich drückende Indizien gegen ihn, daß Justiz und Freunde, selbst die zweite Frau seine Unschuld, einen Unglückssall, bezweifeln, Ompteda erzählt diesen Kriminalfall in der ruhigen

«TT "? V Kinderlein komme t." Advent im Klnderkreise in Feierstunden und Alltagstun. Von Mane C o p p i u s. Mit 11 Abb. Kart. 1,60 Mark. (SJerlag von B. G. Teubner in Leipzig.) 272 mtr das Kind zur Krippe führen" davon er^^«r?a5 Büchlein. Das Büchlein zeigt, wie weihe­volle Adventsstimmung den Alltag durchfließen kann, wie alle die Adoentssymbole die Kinder zum Mit­erleben und zum Darftellen führen. Es schließen sich zwei größere Aufführungen an, ferner eine An- Ipradje am Adventsmütterabend, die außer der Kin- dergartnerin auch mancher Mutter und Kinderschwe­ster willkommen sein wird.

Dr. Otto toeesmann: Grundfra q-e n Handelspolitik. Preis kart. 0,80 Mark. («runnen-'Berlag, Willi Bischoff, Berlin SW. 68.) 7? fj8; ~ D'e Handelspolitik ist für unsere wirt- schaftliche und politische Zukunft von ausschlaqqeben- der Bedeutung. Die Ausführungen beginnen mit einer Auseinandersetzung über die alte Streitfrage Freihandel oder Schutzzoll. Besondere Erwähnung verdient der Abschnitt über die geschichtliche Entwick­lung der deutschen Handelspolitik vom Zollverein bis jur Gegenwart Auch die statistischen Zusa.nmen- stettungen vermitteln lehrreiche Aufschlüsse. Der Ver­fasser beschrankt sich jedoch nicht auf die Darstellung des Vergangenen und Gegenwärtigen, sondern er 3eigt auch die Wege auf, die zur Gesundung führen. (Schluß des redaktionellen Teils.)

Der Selektionsschalter - auch für Sie wichtig. Die bisher überall vorhandene getrennte Ein- ^eUrmg des Wellenbereiches und der Antennen- kopplung ist bet den neuen Gleichstrom-Reh- empfangern der Rora-Radio G. m. b. H, (Berlin- gbarlottenburg, in einem Griff, dem Selektions- schalter. zusammengefaht worden, wodurch die ^^.'Luung außerordentlich vereinfacht wird. Die 3-Rohren-Reyempfänger für Gleichstrom. Form j30 unö so r m G30L besitzen eine wohl immer genügende Reichweite und eignen sich nicht nur aus diesem Grunde zum einwandfreien Fern­empfang; die Geräte enthalten einen eingebauten Sperrkreis, der einen etwa störenden Orts' oder Semfender ausschaltet und einen abstimmscharfen Europa-Empfang gestattet. 7343V