(Für Form und
Banknoten.
Nachdruck verboten.
19 Fortsetzung,
räumt, Schweine über Notiz.
Dresden. 29. Aug. (W.T.D.) Sn der Heu- tigen außerordentlichen Generalversammlung der Dresdner Bank, die über bte Erhöhung des Grundkapitals von bisher 100 Mill. Mk. um 300 Mill. M k. Bor- zugsaktien und die Ermächtigung des Vorstandes zur Begebung dieser
Vorzugsaktien an das Deutsche Reich gegen Gewährung von Schahanweisungen im gleichen
Nennbeträge
zu beschließen hatte, legte der Aufsichtsratsvorsitzende, Bankier Fritz Andreae, die Ursachen dar, die zur Vornahme dieser Transaktion führten. Nachdem der Redner darauf hingewiesen hatte, daß die Generalversammlung in der Geschichte der Dresdner Bank einen Wendepunkt bringe, der die großen Veränderungen anzrige. die seit dem Versailler Frieden im deutschen Wirtschaftsleben vor sich gegangen seren, gab er einen Rückblick auf die jüngsten Ereignisse rm internationalen Finanzleben, die dazu geführt haben, daß die Dresdner Bank ihre Bedenken und Sorgen der Reichsregierung mitteilte. Diese habe nach Anhörung hervorragender Sachverständiger des In- und Auslandes der Dank ein neues Kapital von 300 M ill. M k. zur Verfügung gestellt, und dieses Kapital zunächst in Schahanwcisungen des Reiches, und zwar mit einer Laufzeit für 100 Mill. Mk. von einem Jahre, 100 Mill. Mk. von zwei Jahren und 100 Mill. Mk. von drei Jahren.
Die Bank werde, dies sei der Wille der Reichsregierung, in streng privatwirtschaftlichem Sinne weitergeführt werden.
Im weiteren Verlaufe der Generalversammlung wurde der zwischen der Reichsregierung und der Dresdner Dank abgeschlossene Vertrag, wonach die Reichsregierung 300 Mill. Mk. 7pro- zentige Vorzugsaktien der Dresdner Dank übernimmt, verlesen.
Hierauf sprach Rechtsanwalt Dr. Alfred Friedmann -Derlin. Der Kernpunkt der heutigen Verhandlungen sei der, daß ein kerngesundes Dantinstitut dem Fiskus ausgeliefert werden solle. Rur infolge des Beides der Großbanken untereinander habe es zu den heutigen Verhältnissen kommen können. Die treibende Kraft dabei sei die l)l)-Dank gewesen. Die Dresdner Dank hätte einen Anspruch auf den Schutz des Reiches gehabt, zumal das Reich der Danatbank diesen Schuh gewährt habe. Der Vertrag zwischen Reich und Dresdner Dank verstoße gegen die guten Sitten, da das Reich die Rotlage der Dank ausgenuht habe.
Als Vertreter des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Dankangestellten setzte sich M a r x, Derlin, für die Schaffung eines Banken- a m t e s ein, um eine wirksame Kontrolle der Kreditgewährung zu garantieren, damit derartige Vorkommnisse, wie in der letzten Zeit, sich nicht wiederholen förrntcn. Der Redner begründete sodann eine Anzahl Anträge, die sich mit den Bezügen der Vorstandsmitglieder, der Gewährung von Krediten über 500 000 Mk., der Gröhe des Aufsichtsrates und u. a. mit der Auffüllung des Reservefonds auf 100 Prozent des Grundkapitals beschäftigen.
Rachdem noch eine Reihe von Aktionären zu Worte gekommen war, die sich vor allem gegen P eine Verstaatlichung der Dresdner Dank aussprachen, setzte sich Rechtsanwalt Dr. Hachen- 7 bürg mit den Ausführungen Dr. Friedemanns auseinander. Ein Anfechtungsprozeß
Aufsichisratssihung.
Im Anschluß an die Generalversammlung der Dresdner Dank fand eine Sitzung des Aufsichtsrates statt, in der Herr Fritz Andreas als Vorsitzender und Generaldirektor Oskar Oliven als stellvertretender Vorsitzender bestätigt und der Platz eines dritten stellvertretenden Vorsitzen- den noch offengehaltcn wurde. Ferner wurde ein Kredit- und Personalausschuh gebildet, bestehend aus Dankdirektor Ritscher als Vorsitzender, Dankier Fritz A n d r e a e, Generaldirektor Oskar Oliven, Geheimrat Rorden und Geheimrat Claussen. Dankier Pferdmenges und Dankdirektor P i l st e r, sowie Reichsminister a. D. Dr. Der nburg als beratende Mitglieder.
Reue Oiskoutsenkung in dieser Woche?
Derlin , 31. Aug. (ERD.) Da die 11 l t i m o- beanspruchung der Reichsbank sich voraussichtlich wieder in normalenDahnen bewegen wird und Anfang dieser Woche auch die Stillhalteverhandlungen ein gutes Stück vor- wärtsgekommen sein werden, ist, wie die „Germania" berichtet, anzunehmen, daß sich die Reichsbank nach Dekanntgabe des Ultimoausweises, der am 2. September vorliegen wird, zu einem neuen Diskontabbau entschlichen werde. Beschlüsse des Reichsbankdirektoriums seien bisher noch nicht gefaßt worden. Deshalb lasse sich auch über das Ausmaß der bevorstehenden Diskontsenkung noch nichts sagen.
* Die Abwicklung der Terminengagements an der Frankfurter Dörse. Der Frankfurter Dörsenvorstand hat sich in seiner Sitzung vom Samstag den vom Berliner Dörsenvorstand bestimmten Prolongationszinssätzen an- geschlossen. Dei der Einteilung der Abnahme- und Lieferungsbereitschaften hat der Frankfurter 'Dörsenvorstand davon abgesehen, einheitliche Prozentsätze festzusehen. Es wurde bei der Einteilung darauf gesehen, daß in jedem Falle usance- mäßige Mindestbeträge zur Erledigung gebracht und kleine Salden möglichst ausgeglichen werden konnten.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H.
Das bißchen Erde.
Vornan von Richard Skowronnek.
Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart.
geringer Ueberftand, Kälber und Schafe ruhig, ge- ~ ' ruhig, ausoerkauft; Fettschweine
Eingesandt.
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Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Äer war sie und wo kam. sie her? Roch vor einer Viertelstunde hatte er nichts von ihr gewußt, jetzt hatte irgendeine launische Welle^ sie zusammengetragen. Für wie lange? Die nächste führte sie wieder auseinander, nichts blieb zurück als die Erinnerung an ein flüchtiges Abenteuer ...
An seinem Halse spürte er ein merkwürdiges feuchtwarmes Gefühl. Für einen Augenblick lockerte er die rechte Hand und griff hin. Als er sie wieder zurückzog, war sie voll Dlut. Und vom Halse rann es ihm weiter am Körper entlang. Da ging er mit langen Schritten dahin, die zu Anfang so leichte Last in seinen Armen wurde schwerer und schwerer. Ein seltsames Dangen schnürte ihm die Brust. Halb um das Leben, das hier vielleicht neben seinem Herzen verrann, halb um sich selbst. 2hm war es, als trüge er sein Schicksal ...
Im Forsthause war noch Licht, Gott sei Dank. Er lehnte sich mit der Schulter an die Planken des Hoftores und wollte rufen, aber nur ein pfeifender Laut kam aus seinem Halse. Die Hunde schlugen an und stürmten wieder gegen den Gartenzaun, Hektor antwortete von der Straßenseite her, und es gab einen wahren Höllenspektakel, der mißtönend die Stille der Frühlingsnacht zerriß. Am Hause öffnete sich ein Fensterflügel, der Förster steckte den grauen Kopf heraus und fragte ärgerlich, was der Lärm zu bedeuten hätte.
„Ich bin es, Graf Römnitz", rief Malte zurück, „und rasch. Es hat ein Unglück gegeben!"
„Um Jesu Darmherzigkeit willen", schrie die Frau Förster auf, die hinter ihrem Manne gestanden hatte, und flink wie eine Kugel schoß sie zur Tür heraus, über den Vorgarten hinweg. Mit zitternder Hand schob sie den Riegel zurück, fragte nicht lange erst, sondern griff zu, half die Verunglückte ins Haus tragen. Ihren Gatten aber blies sie zornig an, er sollte nicht herum- stehen wie der dumme August im Zirkus, sondern Riechsalz aus der kleinen Hausapotheke herlangen, Verbandszeug und Karbolwasser. Und als die Dewußtlose auf dem säubern Bette lag im Schlafzimmer, schickte sie die beiden Männer hinaus, machte sich mit flinken linden Händen an ihr Samariterwerk ...
Malte steckte sich eine Zigarette an nach all der Aufregung und gab dem Förster einen kurzen Bericht. Fragte zum Schluß, wer die unbekannte junge Dame Wohl sein könnte. Der Alte blickte zuerst verwundert auf, dann aber verbesserte er sich.
„Ja richtig, Herr Graf, Sie können es natürlich nicht wissen. Das ist die Frau Gemahlin von dem Berliner Bankdirektor, wo ich Ihnen vorhin erzählte, daß er die Alten-Krakower Jagd und das Schloß gepachtet hat. Und von. uns verlangt, wir sollen das Gatter niederlegen gegrni eine angemessene Entschädigung. Da möchte ich benn doch befürworten, was geht das uns an, ob sich dieser Herr Dankdirektor nun mit der Pachtung reingelegt hat? Soll es vielleicht wieder dieselbe
Reben dem blonden Kopfe der Gertrud Köhne- mann sah er einen widerlichen Greis, wie einen jener Gnomen, die in der Sage spukten. Der reckte seine dürren Finger aus, sie aber fand keinen Widerstand ... Statt ihr keusches Magdtum mit dem Tode zu verteidigen, unterwarf sie sich. Und wie ein Makel war es an ihr, den keine Wasser abwaschen konnten. Dis ihm mit einem Male einfiel, daß er wie ein Pharisäer sich über die andre erhob. Weil er sein kümmerliches Leben mehr geliebt hatte als seine Ehre, war er vor jenen zwei Jahren in die Fremde gegangen. Draußen lief man ganz leidlich herum, in der Heimat aber galt das alte Recht. Mit dem neuen Leben war es nichts, die Vergangenheit hob ihre starke Hand und forderte den Zins ... Da lehnte er sich mit dem Rücken gegen eine der alten Eichen, die die Straßen zu beiden Seiten säumten, und ein Aufschluchzen erschütterte seinen starken Körper. Andern ging das Leben dahin in glatter Dahn, kaum der Schatten einer Sorge trübte ihren Weg. Ihm aber türmten sich Hindernisse und Verhaue überall, und schließlich wurde man müde, dagegen anzurennen ...
Hektor, der Drauntiger, hatte im Grabenrande ein Karnickel aufgestöbert, und da ihn kein mahnender Pfiff zurückhielt, hatte er sich das Vergnügen einer kleinen Privatjagd geleistet unb war dem flinken Ausreißer bis zu dem schützenden Erdloche nachgeprescht. Jetzt hielt er ein paar hundert Schritte voraus auf der mond- beschienenen Straße und gab Standlaut. Stürmte mit hellem Hals und rief wie bei einem verendeten Wild, das er tot verbellte. Da wischte sein Herr sich über die Augen uni) eilte vorwärts ...
Mitten auf dem Wege lag eine Frauengestalt in dunklem Reitkleide, platt auf dem Gesicht und die Arme vor sich gestreckt, wie sie im Sturze hingeschlagen sein mochte. Ein paar Schritte dahinter aber stand ein edler Gaul, wieherte leise auf und hob den rechten Vorderlauf, der unterhalb des Kniegelenkes lose hin und her schlenkerte. Ein zierlicher Schimmel war es mit Araberblut in den Adern, und in seinen klugen Augen war deutlich die Ditte um Hilfe zu lesen ... Ein Jammer war es um das prächtige Tier, und „armer Kerl" muhte Malte denken, während er sich über die bewußtlos am Doden Liegende beugte, „dir kann kein Mensch mehr helfen, du bist erledigt" ...
Ein jäher Schreck flog ihm durch die Drust, denn das Haar, das da vor ihm in lockern Strähnen unter dem runden schwarzen Hute her- vorquvll, war blond. Mit zitternden Händen griff er zu und drehte den Frauenkopf vorsichtig
würbe kaum Erfolg haben. Einen öffentlich- rechtlichen Anspruch gegen bas Reich als Hoheits- Vertretung gebe es nicht.
Der Aufsichtsratsvorsihenbe Anbreae wies den Vorwurf zurück, daß die Situation durch den Reid der Danken untereinander herbeigeführt worden sei. Die Reichsregierung habe versichert, daß die Dresdner Dank rein privatwirtschaftlich weitergeführt werden wurde.
Von der Ausnutzung einer Notlage durch das Reich könne gar nicht die Rede fein, ebensowenig von einer Bankensozialisierung.
Das Reich sei nicht zur Dresdner Dank, sondern die Dresdner Dank sei zum Reich gekommen. Auf eine weitere konkrete Anfrage erklärte Bankier Andreas, daß die Dresdner Dank die 300 Mill. Mk. brauche, wenn man auch nicht wisse, wann man sie verwerten werde. Don einem Plan der Reichsregierung, eine neue Genossenschaftsbank zu gründen, sei ihm nichts bekannt. Direktor Götz von der Commerz- und Privatbank werde neu in der Vorstand der Dresdner Dank eintreten. Die Annahme der Einträge würde die E»istenz der Dresdner Dank garantieren und ihr eine gesunde Arbeit in der Wirtschaft ermöglichen.
Ein Aktionär gab sodann den Wunsch zu Protokoll, daß das Reich sich bereitfinden möge, den Stammaktionären ein befristetes Angebot zu machen, wonach sie ihre Stammaktien gegen Reichsschahanweisungen mit Fälligkeitsdatum vom 1. August 1932 im Verhältnis 1000:1000 Zug um Zug umtauschen können.
Der Vertreter der schweizerischen Aktionäre gab eine Erklärung zu Protokoll, in der die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Reichsregierung den Charakter der Dresdner Dank als eines privatwirtschaftlichen Dankinstituts unangetastet lassen und dazu beitragen werde, ihre Unabhängigkeit sobald als möglich wieder Hertz u st e l l e n, weil nur Danken, die frei von politischen Einflüssen in ihrem Handeln rein ökonomischen Gesehen unterworfen sind, ihre geldwirtschaftlichen Funktionen richtig zu führen vermögen.
Die Abstimmung ergab die Annahme der Anträge der Verwaltung mit 3 621 893 Stimmen gegen 11515 Stimmen bei 12 405 Enthaltungen.
Der Aktionär Rechtsanwalt Dr. F r i e d m a n n, der 4500 Stimmen vertrat, gab Protest zu Protokoll. Die von dem Vertreter des Allgemeinen Verbandes der deutschen Dankangestellten eingereichten Anträge wurden auf dessen Wunsch dem Aufsichtsrat zur Derücksichtigung und zur Verwertung in der nächsten Generalversammlung überwiesen. Reu in den Aufsichtsrat treten ein: Dankdirektor Ritscher (Reichskreditgesellschaft), Dankdirektor P i l st e r (früher Commerzbank), Dankdirektor Pferdmenges (Köln), Ministerialdirigent Geh. Rat Rorden (Reichs- finantzministerium), Ministerialrat Claussen (Reichswirtschaftsministerium), Ministerialdirektor R u p p e l, Direktor D a ch e m (Arbeiterbank), Prof. Dr. S t e i u (Deutscher Genossenfchaftsver- band).
Der Aufsichtsratsvorsihenbe teilte bann noch mit, bah
die Gerüchte über eine Fusion der Dresdner Bank mit der Eommer;- und prioat-Banf unzutreffend
seien. Dei ber Verwaltung ber Dresbner Bank sei hierüber nichts bekannt.
Das Reich und die Dresdner Bank
Außerordentliche Generalversammlung.
zur Seite, aber — Gott sei Dank wollte er fast sagen — bas blasse kleine Gesicht war ihm jremb. Wie das Gesicht einer schlafenden Puppe sah es aus mit den geschlossenen Augen, dem runden Oval und dem zierlichen Stumpfnäschen über dem kleinen, sanftgeschwungenen Mund. Die aber, an die er zuerst gedacht hatte in jähem Erschrecken, hatte ein schmales Antlitz mit dunkeln Augenbrauen über einer feinen geraden Rase ...
Eine kleine Weile lang kniete er ratlos in dem noch vom letzten Regen her feuchten Sande. Wie das Unglück gekommen sein mochte, war ziemlich leicht zu erklären. Zu beiden Seiten der Straße im dichten Brombeergestrüpp lagen Hunderte von Karnickelbauen, die unterirdischen Gänge der kleinen Wühler liefen weit ins Feld hinaus und wohl auch unter dem Wege hin. Die tremde Dame da hatte nicht darauf geachtet, war womöglich in Karriere über die gefährliche Stelle gesprengt, und der Sturz war fertig. Der arme Gaul brach sich in einem der heimtückischen Löcher das Vorderbein, seine Reiterin aber flog in weitem Dogen vornüber aus dem Sattel ...
Ob sie sich bei dem Sturze verletzt hatte, war nicht zu erkennen, eine schwere Erschütterung aber hatte es wohl gegeben, sonst wäre diese tiefe, einer Erstarrung gleichende Ohnmacht nicht zu erklären gewesen. Das Zartgefühl eines innerlich anständigen Menschen jedoch hielt ihn davon ab, die fremde junge Dame zu untersuchen. Rur ganz leise legte er fein Ohr an ihre Drust, und als er vernahm, daß das Herz noch mit schwachen Schlägen trieb, atmete er erleichtert auf. Aber was jetzt weiter? 2ns Dorf zurücklaufen, um einen Wagen zu holen, ging nicht an. Wer mochte wissen, wie lange sie in dem dünnen Kleide schon auf dem feuchtkalten Erdboden gelegen hatte ... Also da blieb nichts andres übrig als ein rasches Zugreifen. Dis zum Dorfe waren es vielleicht zweitausend Schritte, aber so weit getraute er sich das zierliche Persönchen wohl zu tragen ... Er nahm sie vorsichtig in die Arme, legte ihren Kopf auf seine linke Schulter und ging mit behutsamen Schritten den Weg zurück, den er gekommen war. Dei der Bewegung hatte sich ihr lockeres Haar vollends gelöst, hing ihm wie ein langer blonder Schleier über den Arm, und der Wind wehte es ihm im Vorwärtsschreiten um die Knie. Hinter ihm aber erklang ein unsicheres Trappen, und er brauchte sich nicht umzuwenden, um zu wissen, woher es kam. Der brave Schimmel schleppte sich mühsam auf drei Deinen hinter seiner Herrin her, aber niemand konnte dem Getreuen mehr Helsen. Rur die mitleidige Kugel gab es noch, die ein nutzlos gewordenes Leben auslöschte ...
Von dem weichen Frauenkörper in Maltes starken Armen ging eine wohlige Wärme aus, die ihm das Dlut rascher durch die Adern trieb. Und ein seltsames Zärtlichkeitsgefühl regte sich in feinem Herzen für die hilflose Unbekannte, die ihm ein Zufall in den Weg geworfen hatte.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 31. Aug. Die Frankfurter Getreidebörse verkehrte zu Beginn der neuen Woche in ruhiger Haltung. Die schwache Weizen-Tendenz des Berliner Marktes übertrug sich auch auf hier, so daß dadurch eine gewisse Unternehmungslust zu verzeichnen war, die noch durch den schwachen Wei- zenmehlkonsum verstärkt wurde. Weizen war stärker angeboten während Roggen kaum offeriert wurde und im Preise höher lag. Die verlangten Preise waren jedoch nicht zu erfüllen, da von Norddeutschland Roggen weit billiger zu haben ist. Im Mehlgeschäft besteht nach altern Weizen- und Roggen- mehl in effektiver Ware etwas Nachfrage. Am Futtermittelmarkt liegen Hafer, alte Ernte, und Mais recht fest, dagegen ist neuer Hafer kaum abzusetzen, da die Qualitäten stark zu wünschen übrig ließen. Hafer neuer Ernte wurde heute erstmals notiert. Kleie bei ruhigem Geschäft auf dem vorwöchigen Preisniveau unverändert. Die Allgemeintendenz der Getreidebörse war nachgebend. Es notierten: Weizen 237,50 bis 238,50, Roggen 212,50, Sommergerste für Brauzwecke 180, Hafer (inländischer) 175 bis 180, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0. alte Mahlung) 39,50 bis 40,25, Sondermahlung 35^-bis 36,25, Weizenmehl (niederrheinisches, alte Mahlung 39,75 bis 40, Sondermahlung 35,60 bis 36; Roggenmehl 29,50 bis 31, Weizenkleie 10, Roggenkleie 9,75, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 32 bis 37, Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 25 bis 65, Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocfenl 4, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 3, Weizen- und Noggenstroh (gebündelt) 2,75 bis 3, Treber (getrock- net) 10,50 bis 11 Mark. — Tendenz: nachgebend. In Weizen und Hafer werden abfallende Qualitäten zu entsprechend billigeren Preisen angeboten.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a.M., 31. Aug. Auftrieb: 1539 Rin- . der (352 Ochsen, 240 Bullen, 488 Kühe, 430 Färsen), 531 Kälber, 97 Schafe, 4627 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 42 bis 46 Mark, (ältere) 37 bis 41, sonstige vollfleischige 32 bis 36; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 33 bis 36, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 27 bis 32; Kühe: jüngdre, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 33 bis 36 sonstige vollfleischige oder ausgemästete 29 bis 32, fleischige 24 bis 28; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 42 bis 46, vollfleischige 37 bis 41, fleischige 32 bis 36; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 53 bis 56, mittlere Mast- und Saugkälber 48 bis 52 geringe Kälber 41 bis 47; Schweine: vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 57 bis 60, von etwa 200 bis 240 Pfund 57 bis 60, von etwa 160 bis 200 Pfund 56 bis 60, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 50 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder schleppend.
Fahrräder vor der Stadlpost.
Das Pvlizeiamt wies im „Gießener Anzeiger" darauf hin, daß F a h r r ä d e r b e i m S t a d t p v st- amt in der Neuen Säue nicht auf dem Bürgersteig abgestellt werden dürfen und bemerkte, daß ein Platz zum Abstellen nicht vorhanden sei. Könnte der B o r - garten vor dem Stadtpostamt nicht dazu benutzt werden? __________________L. K.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Ayr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.
Schweinerei geben wie früher? Wo der Herr Daron Köhnemann uns das ganze Kahlwild abgeschlachtet hat im Winter und manchen braven Hirsch? Wenn wir ihn nicht vorher gekiegt hatten. Und überhaupt, erst seit das Gatter steht, kann man doch daran denken, sich einen ordentlich heranwachsen zu lassen im Geweih, bis er richtig zum Abschüsse reif ist. In Hohenrömmh wird nicht geludert, in den großher^oglichen Staatsforsten auch nicht, und jetzt soll das womöglich wieder anders werden? Das Gegnietsche wieder anfangen um jeden jagdbaren Hirsch, kaum daß er sich den Dast von den Stangen gefegt hat?"
So sprach der grauköpfige Förster tn zornigem Eifer, Malte aber hatte von der langen Rede nur den Anfang vernommen, und der hatte ihm einen fliegenden Stich durchs Herz gegeben. Die Blondhaarige da hinter der braungestrichenen Schlafzimmertür war eine verheiratete Frau, das Eigentum eines andern hatte er in seinen Armen getragen. Der kam her und bedankte sich, das Abenteuer war zu Ende ...
Am Gartenzaun vor dem offenen Fenster erklang ein schmerzliches Wiehern. Malte hob die Hand. „
„Da draußen steht einer, den wir vergessen haben. Sehen Sie mal nach, ob noch was zu Helsen ist. Der arme Kerl hat in dem verdammten Karnickelloch das rechte Vorderbein gebrochen. Ich hatte keine Zeit, mich um ihn zu kümmern ...
„Zu Befehl, Herr Graf" ... Der Forster nahm die Hacken zusammen, ging vor die Tür hinaus...
Und nach wenigen Minuten kam er zuruck, zuckte mit den Achseln.
„Der Röhrenknochen gesplittert, em ganzes Stück herausgesprungen, Hängt nur lose an einem Hautfetzen. Alles mit Sand verschmiert, es ist ein Jammer um so ein prachtvolles Tier" ... ilnö er ging zum Gewehrschranke, holte den Drilling heraus. Malte aber wandte sich ab und preßte die Handflächen vor die Ohren. Den Schuß, der einem edeln Leben das Ziel setzte, mochte er nicht hören ... Mitten aus kraftstrotzendem Sein heraus ... Der muskelgeschwellte Körper war gesund, nur einer der schlanken Vorderläufe hing zerschmettert herab. Mit dem Rennen war es vorbei für alle Zeiten, aber zum Karrengaul hätte es vielleicht noch gereicht nach einem langwierigen Heilungsprozeß. Rur lohnte das nicht die Kosten ... Und was war er selbst denn viel andres als ein so mühsam zurechtgeflickter Karrengaul? Auch bloß eine Kleinigkeit war an ihm damals kaput gewesen, das bißchen Ehre ... Sophisterei war es doch nur, sich das wegzudisputieren, und gerade gut genug für die Fremde, wo niemand fragte: Hast du nicht vielleicht einen bösen Fleck auf der weißen Hemdenbrust? In der Heimat wehte eine schärfere Luft, aber der Teufel sollte das ewige Grübeln und Denken holen! (Schließlich trieb es einen doch noch zu einem rühmlosen Ende...
(Fortsetzung folgt.)
29. August
31 .August
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
»rief
Geld
»rief _
Helsingfort .
10,59
10,61
10,59
10,61
Wien....
59,18
59,30
59,17
59,29
Prag . . .
12,468
12,488
92,468
12,488
Budapest . .
73,43
73,57
73,43
73,57
Sofia . . .
3,057
3.063
3,057
3,063
Holland . .
169,73
170.07
169,74
170,08
Oslo....
112,53
112,75
112,54
112,76
Kopenhagen.
112,53
112,75
112,54
112,76
Stockholm .
112,61
112,83
112,63
112,85
London. . .
20,458
20,498
20,463
20,503
Buenos Aires
1,203
1,207
1,204
1,208
Neuyork . .
4,209
4.217
4,209
4,217
Brüssel. . .
58.68
58,80
58,69
58,81
Italien. . .
22,03
22,07
22,03
22,07
Pari; . . .
16,50
16,54
16,50
16,5g
Schweiz . .
81,27
82,13
81,92
82,08
Spanien . .
38,16
38,24
38,16
38,24
Danzig. . .
81,82
81,98
81,80
81,96
Japan . . .
2,078
2,082
2,078
2,082
Rio de Ian..
0,255
0,257
0,256
0,258
Iuaoslawien.
7,413
7,427
7,413
7,427
Lissabon . .
18,55
18,59
18,55
18,59
Berlin, 29 Au-ust
Geld
»rief
Amerikanische Noten.......
4,20
4,22
Belgische Noten..... • • .
58,52
58,76
Dänische Noten ........
112,30
112,74
Englische Noten .........
20,403
20,483
Französische Noten........
16,465
16,525
Holländische Noten ........
169,31
169,99
Italienische Noten........
22,06
22,14
Norwegische Noten........
112,30
112,74
Deutsch» Oesterreich, * 100 Schilling
59,08
59,32
Rumänische Noten........
2,46
2,48
Schwedische Noten ........
112,37
112,81
Schweizer Noten. ........
81,79
82,11
Spanische Noten. ........
37,82
37,98
Ungarische Noten........
72.85
73,15


