Die deutschen Leichtathletikmeisterschasten
am 1. und 2. August in Berlin.
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Oben, von links nach rechts: Dr. Peltzer, der sich aus den Mittelstrecken nun wieder in bester Form befindet: Lammers, der ausgezeichnete Turnersprinter; Kurt Weiß, der famose Zehnkämpfer. — Unten, von links nach rechts: Ein Bild von dem letztjähriaen Meisterschaftskampf im 110-Meter-Hurden- Lauf links der Meister von 1930, Welscher, in der Mitte T r o ß b a ch, der langsahrige Inhaber des deutschen Hürdenrekords über 110 Meter; weiter nach rechts B e s ch e tz n i k, der neue Rekordinhaber im HO-Meter-Hürden-Lauf, und Wegener, der letztjährige Meister im Stabhochsprung.
Zum ersten Male seit ihrem Bestehen tragen die Deutsche Sportbehörde und die Deutsche Turnerschaft ihre Meisterschaften gemeinsam aus. Die Sieger und Siegerinnen in den einzelnen Wettbewerben werden unangefochten mit dem Titel „Deutscher Meister" geschmückt. Diesen Meisterschaften kommt noch eine zweite Bedeutung zu. Sie sind die Vorschau des Jahres 1931 für die Olympischen Spiele, die im nächsten Jahre in Los Angeles abgehalten werden und den Beweis erbringen sollen, daß Deutschland die in Amsterdam erworbene Stellung zu behaupten versteht.
Zum ersten Male werden die deutschen Meisterschaften, die für Männer im Deutschen Stadion zu Berlin-Grunewald und für Frauen im Kricke- ter-Sportpark zu Magdeburg am Samstag und Sonntag zur Durchführung gelangen, sich zu einer wörtlichen Heerschau der großen deutschen Spitzenklasse gestalten.
Frauenmelskerschaften in Magdeburg.
Die Frauenmeisterschaften genießen besonderes Interesse durch die internationale Qualität des deutschen Frauensports. Heber 100 Meter erwartet man mit Interesse den Start von Frau Thymm-Junkers, der aussichtsreichen Vertreterin der DT., gegen ihre Kolleginnen vom anderen Lager. Auch über 200 Meter hat die Turnerin die meisten Aussichten. Frl. Dollinger und Frau Radtke werden sich die 800 Meter streitig machen, wahrend es über 80 Meter 'Hürden einen Dreikampf Becker — Pikch — Haux geben wird. Im Hochsprung kommen Frl. Brau- ' müller und Rotte, im Weitsprung Frl. Grieme und T Weigele für den Endsieg in Frage. Kugelstoßen und Diskuswerfen dürften sich zu Duellen zwischen Heub- lein und Fleischer zuspitzen, während Fleischer und
Schumann im Speerwerfen die besten Aussichten haben. Frl. Alpen und Groth kandidieren im Schlag- ballweitwerfen, Frl. Braumüller und Grieme im Fünfkampf.
Gchüler-Tunien im Turngau Lahn-Oünsberg (AOT.)
Am Sonntag findet in Dorlar das Schülerturnen des Turngaues Lahn-Dünsberg (ADT) statt. Es werden etwa 250 Zehn- bis Vierzehnjährige zum edlen Wettkampf untreten. Es wird ein Sechskampf, bestehend aus einer Reck-, Darren- und Pferdpflichtübung, einer Pflichtfreiübung und Hvchsprung und Weitsprung in zwei Klassen ausgetragen, außerdem wird eine 4X100- Meter-Staffel gelaufen.
In Dorlar findet am gleichen Tage das G a u - Wettschwimmen statt, zu dem ebenfalls zahlreiche Meldungen vorliegen.
Handball im Gau Hessen (O.T.)
Turn- und FechtNub Frankfurt a. M. Ib in Grohen-Linden.
Für den kommenden Sonntag hat sich die erste Elf des Tv. Grohen-Linden die Ib-Mann- schaft des Frankfurter Turn- und Fechtklubs eingeladen. Die erste Elf der Gäste gehört zu den besten Mannschaften des Mittelrheinkreises und auch der Reservemannschaft geht ein vorzüglicher Ruf voraus. Die Grohen-Lindener dürften sich mit dieser Verpflichtung etwas zu viel zugemutet haben. Vorher spielt eine kombinierte Mannschaft sowie die Schüler gegen die Jugend und Schüler des Tv. Hochelheim.
Sparia bei Eintracht. ,
Eintracht Frankfurt hat sich für den 2. August die bekannte Berufsspielermannschaft der Prager Sparta zu einem Fuhballkampf verpflichtet. Die Süddeutschen wurden in Prag im Vorspiel 3:2 knapp geschlagen, so daß jetzt in der neuerlichen Begegnung Gelegenheit zur Revanche gegeben ist.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Am Samstagabend hat die 1. Mannschaft von Wieseck die erste von Lollar zum Freundschaftsspiel verpflichtet. Wieseck wird in diesem Spiel in veränderter Aufstellung antreten. Der Ausgang ist offen. r .
In Gießen stehen sich am Samstagabend eine Dezirksschiedsrichterelf und eine kombinierte Elf von Gießen in einem Lehrspiel gegenüber.
Am Sonntag wird Gießen mit seiner 1. Mannschaft und Jugendmannschaft eine Rückspielverpflichtung in Steinbach im Taunus erledigen. Ob es den Gästen gelingt, in beiden Spielen Sieger zu bleiben, ist nicht sicher.
Gießen II wird auf dem Trieb der I. Mannschaft von Grohen-Linden im Freundschaftsspiel gegenüberstehen. Den Gästen ist ein Plus zuzusprechen.
Großen-Buseck empfängt die erste und zweite Mannschaft von Watzenborn zum Freundschaftsspiel. Ob es den Einheimischen gelingt, die erlittene Schlappe vom Vorspiel auszugleichen, ist noch nicht vorauszusagen.
Hungen I. hat Hausens I. zum Gegner. Die Einheimischen dürften hier die glücklicheren sein. Vorher spielt Hungens H. gegen die U. Mannschaft von Wetzlar.
Marburg weilt mit seiner ersten und zweiten Mannschaft in Kinzenbach und wird in beiden Spielen auf einen gleichwertigen Gegner treffen.
Fronkenbachs I. spielt gegen Wißmars I. und wird den Gästen wohl den Sieg überlassen müssen. Grünbergs II. hot Lich zum Gegner. Auch hier werden die Gäste die besseren sein.
Jugendspiele: Beuern — Annerod II.; Wieseck II. — Lollar.
TeririiH.
Die Freie Dennisvereinigung Gießen empfängt am Sonntag die Tennis- und Wintersportvereinigung von Offenbach zum Serienwettkampf. Eine Anzahl interessanter Spiele in Sportler- und SporÜerinnen-Mnzel, Sportler- und Sportlerin- nen-Doppel sowie Gemischtes Doppel kommen zum Austrag. Die besseren Aussichten haben die Gäste. _
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 298.
Don N. Sardotsch, Triest.
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Weiß.
Schwarz.
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Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt.
Weih 9 Steine: Ke8; De4: Tb7, el; Lf7, gl;
Sc3, e7; Bd4.
Schwarz 12 Steine: Kd6; Dg4; Tf2; Lg3, h7;
Sa7, g6; Baß, c5, c6, d7, e5.
Partie Nr. 222
Die nachstehend« Kombinationspartie wurde ian Meisterturnier des Deutschen Schachbundes zu Swinemünde um die Meisterschaft von Deutschland im Juni 1931 gespielt.
Damengambit.
Weiß: Samisch, Berlin.
Schwarz: Koch, Berlin.
1. d2-d4 1. Sg8-f6
2. c2-c4 2. e7-e6
3. Sbl -c3
4. Lei - g5
5. e2-e3
6. Ddl-c2
7. a2-a3
8. Sgl-f3
9. Tal-dl
10. Lg5-h4
11. Lfl-d3
12. Ld3xc4
13. Lc4-a2
14. a3xb4
15. Lh4xe7
16. La2xd5
17. Sc3-a2
18. b4xa5
19. Sa2-<3
20. Kel -d2
3. d7-d5
4. Sb8-d7
5. Lf8-e7
6. 0-0
7. c7-c6
8. Tf8-e8
9. a7-aö
10. Sd7-f8
11. d5Xc4
12. b7-b5
13. b5-b4
14. Sf6-d5
15. Dd8-e7
16. c6xd5
17. a6-a5
18. Ta8xa5
19. Lc8-a6l
20. e6-e5?
Bis hierher hat Schwarz ausgezeichnet manö- veriert und durch Bauernopfer den Verlust der weihen Rochade erzwungen. Mit dem Textzug jedoch geht er zu rasch zum Angriff vor, wodurch er um die Früchte seiner bisherigen guten Spielführung kommt. Ein sehr guter Plan bestand jetzt in 20.....Tb8 und z. B. auf 21. Tal,
Db4 nebst späterem 16 und e5l
21. Sf3xe5 21. Sf8-e6
22. Se5-c6 22. De7-f6
23. Sc6xa5 23. Se6xd4l
Jnterefiant, jedoch nicht ausreichend
24. Dc2-a4
Ein Fehler wäre natürlich 24. exd4 wegen 24.....Df4 matt.
24.. .. 24. Te8-b8
25. Kd2—el! Am besten.
25... . 25. Sd4-e6
26. Da4-c2 26. d5-d4
27. Sa5-c6 27. Tb8-e8
28. Sc3-d5 28. Df6-g5
29. Sd5-e7-|- 29. Kg8-h8
30. f2-f4! 30. Dg5-h4+
Jnterefiant ist hier folgende Fortsetzung: 30. ..., Sxf4 31. exf4, Txe7 + 32. Sxe7, Dxe7 -f- 33. K beliebig. 34. De3 matt. Weiß läßt sich jedoch nicht auf diese Fortsetzung ein, sondern spielt 31. Txd4l usw.
31. g2-g3 31. Dh4-h5
32. Kel-f2 32. d4Xe3-F
33. Kf2xe3 33. Dh5-b5
Eva am Strand
Vornan von Hermann Weick.
23 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Sie glaubte nun ihren Weg zu kennen. Sie würde an einem der nächsten Tage abreisen. Vielleicht würde, wenn sie ihm ferne wäre, ihre Liebe langsam sterben, vielleicht würde sie Helbing vergessen lernen und wieder Ruhe fin- den.
Rur einmal wollte sie noch mit ihm sprechen, bevor sie von ihm schied. Vielleicht konnte sie ihm sagen, wie töricht sie gehandelt habe, damit er nicht in Groll oder Verachtung an sie
Ein großes Fest im Kurhaus mit Tanzturnier, Modenschau, Dail und anderen Vergnügungen sollte Höhepunkt und Krönung der diesjährigen Saison werden. Man mußte sich damit beeilen; die letzten Tage waren regnerisch und kalt gewesen, so daß die Mehrzahl der Kurgäste sich ernsthaft mit dem Gedanken an baldige Abreise trug.
Vorerst freute man sich aber auf das Fest, das ganz besondere Genüsse verhieh und das man sich nicht entgehen lassen wollte.
„Werden wir übermorgen auch zu dem Kurhaus-Rummel gehen?" fragte Fritz Jason-
Elsbeth Jason sah von der Handarbeit, mit der sie beschäftigt war, nicht auf.
„Ich danke!"
„Etwas Abwechslung würde uns bei dem ewigen Einerlei dieser Regentage nichts schaden!"
„Wenn ihr Abwechslung braucht, könnt ihr ja gehen!" erwiderte Frau Jason schnippisch, und «in wütender Dlick traf Lotte, die beim Fenster saß.
„Ra, na, Elsbeth, verfalle nicht schon wieder in diesen Ton!" sagte Jason darauf tadelnd; seitdem er die Wahrnehmung gemacht hatte, daß seine Frau in manchen Augenblicken die frühere Sicherheit und die von ihm so sehr gefürchtete Energie, die keinen Widerspruch duldete, vermissen ließ, war fein eigenes Auftreten um einige Grade männlicher geworden-
Frau Jason gab keine Antwort.
Für eine Weile herrschte betretenes Schweigen. Dann sagte Lotte entschlossen:
„Habt ihr es euch jetzt überlegt? Kann Herr
-Bertram euch seine Aufwartung machen?"
„Mir ist es recht," meinte Jason, schon wieder etwas kleinlaut.
Elsbeth Jason richtete sich steil auf.
„Aber mir nicht! Der Herr kommt mit nicht Über die Schwelle! Er existiert für mich nicht! Wievielmal soll ich euch das noch sagen?"
„Sei doch nicht so starrköpfig, Elsbeth!" sprach Jason beschwichtigend. „Wenn Lotte nun einmal Herrn Bertram gerne hat und glaubt, mit ihm glücklich zu werden ..
Lotte, die sich erhoben hatte, unterbrach ihn.
„Gib dir keine Mühe weiter, Papa, es ist doch vergebens! Mama hat sich eben in den Kopf gesetzt, daß ich nicht glücklich werden soll!" Sie schickte sich an, das Zimmer zu verlassen; an der Türe wandte sie sich nochmals zurück: „Du, Mama, trägst die Verantwortung für alles, was nun geschieht!"
„Auch noch Drohungen! Es wird immer besser!" stieß Frau Jason höhnisch hervor, während Lotte rasch die Türe hinter sich zuzvg.
Jason trat auf seine Frau zu und legte ihr die Hand auf die Schulter.
„Warum willst du gar keine Vernunft annehmen, Elsbeth?" sagte er eindringlich. „Ich gebe ja zu, daß es für dich nicht leicht war, deinen Plan einer Heirat Lottes mit Dr. Kröger aufzugeben. Run ist aber die Sache einmal ins Wasser gefallen, Dr. Kröger ist abgereist, jetzt solltest du dich ins Unabänderliche fügen! Schließlich und endlich muß der Mann, den Lotte heiraten wird, ihr gefallen; wir kommen da erst in zweiter Linie!"
„Wenn dieser Schauspieler nicht dazwischen gekommen wäre, hätte Lotte an Dr. Kröger sicher nichts auszusetzen gehabt!"
„Er ist aber nun einmal dazwischen gekommen! Da nützt alles Jammern und Schelten nichts!"
Der Ausdruck des verbissenen Trotzes vertiefte sich wieder in Elsbeths hagerem Gesicht.
„Wenn es wenigstens ein anderer Mann wäre! Aber ausgerechnet ein Schauspieler!"
„Warum soll ein Schauspieler nicht ein ebenso ehrenwerter Mann sein wie ein Ministerialrat? Das sind veraltete Ansichten, Elsbeth, damit kommen wir heute nicht mehr weit! Wenn ich offen sprechen soll: auf mich macht Herr Bertram einen ausgezeichneten Eindruck! Ich glaube, daß Lotte bei ihm in guten Händen ist!"
Frau Jason lachte in beißendem Spott auf.
„Der Herr Ijat in dir ja einen vortrefflichen Fürsprecher! Schade, daß Lotte dich nicht gehört
„Warum soll ich nicht gerecht sein?" Jason legte einen warmen, bittenden Klang in seine Stimme: „Run mache einen Strich unter die Affäre Kroger, Elsbeth! Lass« Lotte ihren Schauspieler. den sie lieb hat! Gönne dem Mädel das Glück! Sie ist ja schließlich unser einziges Kind!"
Für wenige Sekunden schien Frau Jason schwankend zu werden. Dann aber raffte sie ihre Arbeit zusammen und erhob sich brüsk.
„Gerade weil sie unser einziges Kind ist, haben wir Eltern die Pflicht, die Augen offen zu
halten und nein zu sagen, wenn wir es notwendig finden!" Der Gedanke, in diesem Streit nachgeben zu sollen, verseht« sie in krankhaft« Erregung, die ihre innere Unsicherheit erkennen ließ. „Jetzt haben wir oft genug dieses unerquickliche Thema erörtert; von heute an will ich nichts mehr davon hören!"
Jason zuckte mit den Schultern, sagte aber nichts mehr. Rach einer Weile verließ er das Zimmer. Als er hinunterkam, ging Lotte vor dem Hotel hin und her.
„Run? Wie ist das Wetter droben?" fragte sie.
„Unveränderlich, mit geringer Aussicht auf Besserung!"
„Ich hab« vorhin mit Paul gesprochen. Morgen früh mit dem ersten Schiff fahre ich!"
Bestürzung malte sich auf Jasons Antlitz.
„Willst du nicht lieber damit noch warten, Lotte? Du darfst den Dogen nicht Überspannen! Wenn ich Mama noch ein paar Tage lang weiter gründlich bearbeite, wird sie ohnehin nachgeben; sie ist jetzt schon sehr mürbe!"
Lotte stampfte mit dem Fuße auf.
„Ich will nicht mehr länger warten! In zwei Wochen muß Paul wieder in "Berlin sein, wir werden nach Hause reisen, dann sind wir, vielleicht für längere Zeit, getrennt, Und da sollte ich die wenigen Tage, die uns hier noch bleiben, mit dieser Heimlichtuerei verbringen? Ich will für diese kurze Zeit Paul ganz für mich haben!"
„Dedenke den Schreck, die Angst, die du Mama zufügst!"
„Mama hat es sich selbst zuzuschreiben. Oft genug habe ich es mit Worten versucht, sie umzustimmen!"
Jason schüttelte den Kops.
„Du bist ein rabiater Kerl, Lotte! Früher warst du so nachgiebig, und jetzt willst du mit dem Kopf durch die Wand! Ich fürchte fast, daß Mamas Dickschädel bei dir zum Vorschein kommt! Wenn du dich so weiter entwickelst, kann mir Herr ‘Bertram eigentlich leid tun!“
Trotz der aufgewühlten Verfassung, in der sie sich befand, mußte Lotte lachen.
„Da kennst du Paul schlecht, Papa.' Selbst wenn es in meiner Absicht läge, was aber ganz und gar nicht der Fall ist, würde Paul sich nicht so leicht kleinkriegen lassen, wie ein gewisser anderer Herr, den wir beide gut kennen, von seiner Frau!"
„Danke für das Kompliment!"
Lotte wurde wieder ernst.
„Es bleibt also bei unserem Plan: ich verschwinde so lange, bis Mama nachgibt. Du weißt von nichts, auch Paul, den Mama wohl sofort als Schuldigen verdächtigen wird, hat keine Ahnung, wohin ich geraten bin.
„llnö wenn Mama gleich das ganze Hotel mobil macht? Wenn Sie zur Polizei rennt? Bedenke den Skandal, der dann entsteht!"
„Bei Mamas Angst vor allem, was nach unliebsamen Aufsehen gar oder Skandal aussieht, wird sie sich schon die nötige Zurückhaltung auferlegen. Zudem bist d u ja da; wenn es nötig werden sollte, kannst du etwas abbremsen! Auf keinen Fall komme ich aber von Juist zurück, bevor ich nicht ein Telegramm von dir4 erhalte, daß Mama gegen Paul nichts mehr einzuwenden hat!"
Jason war nicht recht wohl bei der Sache. Er verbrachte den Rest des Tages in starkem Unbehagen. In der Rächt schlief er schlecht; er erwachte mehrmals schweißgebadet und war nahe daran, in Lottes Zimmer hinüberzugehen, di« Tür« abzuschließen und den Schlüsse an sich zu nehmen.
Plötzlich fuhr er erschreckt aus dem Schlafe auf. Seine Frau stand vor dem Bett.
„Was ist los?" fragte er und hatte unbändiges Herzklopfen.
Frau Jason befand sich in ungeheurer Aufregung.
„Lotte ist nicht in ihrem Zimmer!" stieß fie atemlos hervor. „Dieser Zettel lag auf ihrem Tisch!"
Jason las die wenigen Worte:
„Da Mama meinem Glück im Wege steht, ich aber ein Leben ohne den Mann, den ich liebe, nicht ertrage, gehe ich von Euch. Lebt wohl!"
Jason sprang aus dem Bett.
„Das ist ja furchtbar! Das ist nicht auszudenken!" Hastig zog er seine Kleider an. „Hast bu nichts gehört, als Lotte ihr Zimmer verlassen hat?"
„Rein ..."
„Ich werde sofort hinuntergehen und mich beim Portier erkundigen; vielleicht weiß er etwas!"
Er verschwand und kam nach wenigen Minuten wieder.
„Der Portier sagte, daß Lotte kurz vor sechs Uhr, als er gerade das Portal aufgeschlossen hatte, das Hotel verlassen habe."
Fahle Blässe bedeckte Elsbeth Jasons Antlch.
„Hat er irgend etwas ... Besonderes an ihr bemerkt?"
„Ich bin aus seinem Gerede nicht reri&t Lug geworden. Zuerst behauptete er, Lotte habe einen sehr erregten Eindruck gemacht, dann wieder meinte er, es sei ihm vielleicht nur so vov- gekommen, weil die junge Dame es anscheinend eilig gehabt habe; zudem sei es noch Halbdunkel! gewesen ..."
(Fortsetzung folgt.)


