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Aus der Schachwelt.

3m Meisterturnier de- Deutschen SchachbundeS zu CtoinemünDc um die Meisterschaft von Deutsch- land siegten gemeinschaftlich Dogoljubow und QtobL Der junge Rürnberger. der erst vor zwei Jahren im Hauptturnier zu DuiSburg den Meistertitel erwarb, hat sich im ersten größeren Turnier hervorragend bewährt und eine Reihe ausgezeichneter Leistungen geltesert: man darf auf sein künftiges Auftreten gespannt sein. Der Schluststand ist folgender: Dogoljubow und Rödl 4- 8. Richter7%, AhueS Helling und Rell- stob 4-7. Särnisch +67», Förder und Mieses + y/i, Weißgerber +5. Engels und Koch + 4V,. Moritz + 2 Punkte. Der Stichkampf um den TitelWeister von Deutschland" wirb später zwischen Dogoljubow und Rbbl au-getragen werden.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom Redaktion-tisch.

Gelachter nach Roten.

Der Wiener Hoskapellmeister Helme-- 6 c r g c r war seine- Spotte- wegen allgemein gefürchtet. Selbst seine Freunde verschonte er nicht mit bissigen Reden. Sines Tages besuche« ihn sein Freund Fuchs und zeigte ihm eine Sere­nade, die er komponiert hatte. Interessiert ver» tiefte sich Helmesberger darin. Rach einer Weile gab er sie dem Freunde mit den Worten zurück: ..Juchs, d i e hast du ganz gestohlen!"

Der Komponist Grötrh hörte einst auf einem Spaziergang in Paris eine Melodie, die ihm sehr btfannt vor kam. Gin Leiermann spielte eine Arie au- seinemRichard Löwenherz". Grstrh trat zu demKünstler", der die Weise viel zu langsam drehte, heran und sagte zu ihm: Lieber Mann, da- Lied muh schneller gespielt werden. Sehen Sie. so!" Damit ergriff er selbst die Kurbel. Al- ihn der Leiermann erstaunt musterte, meinte der Meister lachend:Ra ja. ich verstehe schon ein bißchen davon, ich bin der Komponist Grötrh selbst."

Am andern Taa sahen die verblüssten Pariser auf dem Kurbelkasten de- Leiermannes ein Schild mit der Aufschrift:Mascarelly. Schüler Gr^tryS!"

Der verstorbene große Dirigent Arthur R i - kisch war in feinen Lehr- und Wanderjahren einmal an einem Theater tätig, mit dessen Inten­danten er sich nie und nimmer verstehen konnte,

so daß er, obwohl ihn ein mehrjähriger Dertrag band, nichts sehnlicher wünschte, als bald triefe Stätte verlassen zu können. Endlich, auf einer Meistersinger"-Probe, zeigte sich dle erwünschte Gelegenheit, fortzukommen. Schluß des zweiten Aktes. Rachtwächterauftritt. Un6 zugleich tritt auS der Kulisse der Intendant. Woraus Rikiich abklopft und höflich auf die Dühne ruft: ..Der« zeihung. Herr Intendant, in der Partitur ist nichts von einem zweiten Rachtwächter vermerkt." Mnb noch des selbigen Tags hatte Rikisch die langersehnte Entlastung in der Tasche.

Amtsgericht Gießen.

Das Au-verkaufswefen in Gießen ist durch eine Bekanntmachung der Stadt vom 25. August 1927 geregelt worden Ein Kaufmann hat dagegen, sowie gegen das Gesetz, den unlauteren Wett­bewerb tetr., verstoßen, indem einmal das von ihw an die Handelskammer einzusendende Waren­verzeichnis unvollständig war. dann aber, indem er Waren zum Verkauf nachschob, und zwar da­durch. daß er neue Waren gegen solche, die keinen Abnehmer beim Ausverkauf fanden, bei einem Großhändler eintauschte und auf diese Weise feine Derkaussmöglichkeiten erweiterte. Gr erhielt eine Desamtgelb st rase von 30 Mk.

Sin Wirt hat der Verordnung über das Ar- beitszeitgesetz und dem Tarifvertrag für das Gaststättengewerbe zuwidergehandelt indem er fein Küchenmädchen an bestimmten Tagen über die festgesetzte Arbeitszeit weit hinaus beschäftigte. Sr hat in einer gewissen Rotlage gehandelt, da seine wirtschaftlichen Verhältnisse die Din» ftellung eines zweiten Mädchens, wie die- schließlich bei seinem zeitweise umfangreichen Ge­schäftsbetrieb notwendig gewesen wäre, kaum zu­ließen Dies konnte die Strafe mildern, ihn aber nicht von einer solchen befreien Sie lautete auf 10 Mark

Einer Schuldnerin war ihr Klavier gepfändet worden Sie verkaufte es und machte sich dadurch der Pfandveräußerung schuldig, wollte aber frei­gesprochen sein, unter anderen Gründen deshalb, weil zwischen ihr und den Gläubigem nach der Psändung ein Vertrag zustande gekommen sei, inhaltlich dessen die Schuld, wegen deren die Pfändung erfolgt war. in Raten getilgt werben sollte. Sie will gemeint haben, damit sei die Pfändung aufgehoben GS ergab sich aber bei der Deweisaufnahme eine Reihe von Um» ständen, aus denen einwandfrei geschlossen wer­den konnte, daß sie recht wohl wußte, daß daS Klavier nach wie vor gepfändet war. so daß der äußere und innere Tatbestand des Ver­gehens der Pfandveräußerung vollauf erfüllt war. Sie trug der Angeklagten eine Geldstrafe von 80 Mark ein, die im Falle der Hnein» bringlichkeit mit zehn Tagen Gefängnis zu ver­büßen ist.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 die 1233 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen

Wirtschaft.

Die wirtschaftliche Lage des Handwerks im Monat Juli.

Der Reichsoerband des deutschen Handwerks teilt u. a. mit: Die Entwicklung der politischen, wirtschaft­lichen und finanziellen Verhältnisse im Monat Juli hat das Handwerk auf das schwerste in Mitleiden­schaft gezogen. Die Zahlungsstockung im ganzen Banksystem und der Mangel an Zahlungsmitteln ließen Auftragsbestand und Umsatz in den meisten Gewerben rasch zurückgehen, Sogar bereit» erteilte Aufträge wurden häufig zurückgezogen. Vereinzelt wird allerdings daraus hingcwiesen, daß durch Angstkäufe des Publikums das Schneider- sowie auch das lischierhandwerk eine vorübergehende Be­lebung des Absatzes zu verzeichnen hatten, lieber- wiegend waren jedoch die Berichte über die Wirt­schaftslage des Handwerks wenig zufriedenstellend.

Das Bauhaupt- und Baunebengewerbe litten sehr unter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen sowie unter der regnerischen Witterung. Für dieses Jahr wird mit einer Besserung des Baumarktes nicht mehr gerechnet. Die Preisgestaltung für Er­zeugnisse des Handwerk» war derart gedrückt, daß vielfach die Gestehungskosten nicht mehr gedeckt wurden. Erschwerend kommt hinzu, daß das Borg- wesen fleh weiter ausdehnte. Die empfindlich« Stockung des Zahlungsverkehrs wirkte sich beson­ders hart au», weil für jede verspätete Steuer­zahlung Verzugszinsen von 5 o. H. im Monat er­hoben werden können. Da in den meisten Hand­werkszweigen Gesellenentlassungen notwendig wur­den, haben fidj die Verhältnisse auf dem Arbeits­markt erheblich verschlechtert. Im engsten Zusam­menhang damit steht die -Zunahme der Schwarz­arbeiter, durch die namentlich für Reparaturen der Auftragseingang im Handwerk erheblich beschränkt wird

Diskonterhöhungen in England und Schweden. Die Bank von England hat, wie WTB. meldet, den Diskontsatz von 3,5 auf 4,5 v. H. und die schwedische Reichsbank um 1 o. H. auf 4 vH. erhöht.

* Di ertägigc Arbeitsruhe bet Opel. Infolge der allgemeinen starken Absatzstockung auf dem Automobilmarkt, die infolge der gegenwärtigen Wirtschaftskrise eingetreten ist, haben die Opelwerke in Rüsselsheim beschlossen, ihren Betrieb ab Don­nerstag bis einschließlich Montag ruhen zu lassen. Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgt am Diens­tag, 4. August. Die Exportaussichten werden nach wie vor als gut bezeichnet.

Lchwcinemartt in Wetzlar

l. Wetzlar, 30. Juli. Der gesteriae Dchweine- marft war mit 371 Ferkeln und 17 Läufern be­schickt. Der Markt wurde fast geräumt. Gs tour- ben' folgende Preise bezahlt: für fünf bis sechs Wochen alte Ferkel 12 bis 16 Mark, für sieben bis acht Wochen alte Ferkel 17 bis 22 Mark: für neun bis zehn Wochen alte Tiere 22 bis 25

Mark je Stück. Läufer und Springer kosteten fe nach Qualität und Stärfe 28 bis 40 Mark.

Berliner Produktenmarkt.

Derlin. 30 Juli. Am Prvbuktenmarkte kfctcn sich die Preisrückgänge heute weiter fort, da bi® Käufer nur die notwendigsten Anschaffungen vor­nahmen und ihre Gebote um 2 bi- 3 Mark gegen den gestrigen Dörfenschluh ermäßigt hatten. Das erst händige Inl an dan gebot von Weizen und Rog­gen ist allerdings im allgemeinen mäßig, was in der Hauptfach« darauf zurückzuführen ist, daß nunmehr die Erntearbeiten bei fast allen Halm­brüchen Zusammentreffen und infolgedessen nur wenig Material on die Märkte kommen kann: teil* weife dürfte auch der Ausruf des Reichslandbun­des nicht ohne Beachtung geblieben fein. Das Gefchäft in Brotgetreide gestaltete sich ziemlich schleppend, zumal auch der Mehlabsatz nach wie vor nicht über die Deckung des notwendigen Be­darfes hinau-geht. Die Mehlpreise waren gleich­falls kaum behauptet: auch Kleie ist schwer unter- zubringen und liegt schwächer Der Hafermarkt zeigte bei mäßigem aber ausreichendem Angebot stetige Veranlagung. Don Winter- und Sommer­gerste finden nur sernste Qualitäten Beachtung.

Aus oder Welt

Zusammenstoß eine» Autos mit einem Kleinbahnzug.

Am Bahnübergang der Lokalbahn auf der Durmersheimer Landstraße bei Forchheim in Ba­den stieß ein Personenkraftwagen mit der in Richtung Forchheim fahrenden Lokalbahn zusam­men. Dabet wurde der Wagenführer töd - l i ch verletzt. Die beiden Insassen deS Wagens wurden durch Glasfplitter schwer verletzt und mußten ins städtische Krankenhaus verbracht wer­den. Der Kraftwagen wurde völlig zertrümmert, der Triebwagen der Lokalbahn stark beschädigt.

Der frühere König von Spanien will flch In Frankreich nlederlafsen.

König 21 If vnS von Spanien scheint sich end­gültig in Frankreich niederlassen zu wollen. Je- denfalls berichten verschiedene Blätter, daß er das ans dem Mittelalter stammende Schloß Senlis nicht weit vom Schloß von Thantilly. zum Preise von 18 Millionen Francs aus dem Rachlaß einet Baronin Rotschild käuflich erworben habe und dorthin überzufiedeln gedenk«.

(Schluß des redaktionellen Zells.)

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Frau Katharine Volk. geb. Stamm

im Alter von 34 Jahren.

Für die trauernden Hinterbliebenen:

Wilhelm Volk.

Grofien-Linden, den 30. Juli 1931.

Die Beerdigung findet Samstag, den 1.August, nachm. 37, Uhr statt.

04330.

Gießen (Asterweg 56), den 31. Juli 1931

04328

Matt Karten. Danksagung.

Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Ent­schlafenen

Herrn Friedridi Althol, Zugführer LR.

sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte am Grabe, dem Fahrbeamten­verein Gießen für den ehrenvollen Nachruf sowie für die überaus zahlreichen Kranz-, Blumen- und Kartenspenden.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen.

I.d.N.: Lieette Althof, geb. Bernhardt, u. Kinder.