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S.J.-fpor/

Zwei Gporisensationen in Gießen.

In aller Stille hat der neugegründete SchwimmvereinR e p t u n" für seine mor­gige große Gründungsveranstaltung eine Sport­sensation ersten Ranges in die Wege geleitet. Um das kostspielige Unternehmen aus breitere Basis zu stellen, hat er sich mit dem ebenfalls ncugegründelenSC. Olympia" ins Einver­nehmen gesetzt, damit auch dieser Verein eine größere Werbeveranstaltung durchführe. Beide Organisationen werden morgen um 15 Uhr mit einer Doppelveranstaltung vor die breite Ocffent- lichkeit treten. Die drei Prominenten des Schwimmsports, Erich Rademacher (Magde­burg), der Breslauer Schubert und der Kölner B u d i g, werden in einem Wettschwimmen in der Lahn ihre Kräfte messen; Start an der Lahnbrücke, Wendepunkt am Wehr beim Elektrizitätswerk, Ziel wiederum an der Lahn- brücke. Der erste Sieger wird Ehrenmitglied des Städtischen Ausschusses für Leibesübungen in Gießen, der zweite Sieger erhält die Ehrenmit­schaft des Gießener Mrkehrs- und Verschöne» rungsvereins und einen Freiflug nach Frankfurt. DerSC. Olympia" hat die bekannten Läufer Dr. Pcltzer, Körnig und I o n a t h verpflich­tet, die von der Lahnbrücke aus einen Lauf Rund um Gießen" über die Westanlage, Südanlage, Ostanloge und Rordanlage durch­führen werden. Der erste Sieger erhält die Chren- standarte der Stadt Gießen, der zweite Sieger erhält das Protektorat über das Fußball-Länder­spiel (Rückkampf) Deutschland Frankreich in Gießen. Da es sich morgen -bei beiden Veranstal­tungen um Werbungen der neuen Vereine han­delt. ist der Zutritt für jedermann frei Stadimannschast A gefällt in Fulda.

Borussia Fulda Gießen 2:1.

Mancher pessimistischen Erwartung entgegen, kehrte die Stadtmannschaft A aus Fulda nur mit einer knappen Niederlage zurück, bot aber dem Geg­ner ein Spiel, das im Ergebnis ebensogut zu Gun­sten der Hiesigen lauten' konnte, wenn nicht der Torhüter der Platzbesitzer eine ganz große Partie geliefert, und so die besonders in der zweiten Halb­zeit oft sehr gefährlichen Angriffe der Gießener zu­nichte gemacht hätte. Die Gießener bestritten den Kampf in folgender Aufstellung: Müller (1900); Seiler (1900) Bingel (VfB.); Henrich (1900), Kreß 1 (VfB ), Glitsch (1900), Balser (19t)0), Arnold (1900), Haupt (VfB ), Lehrmund (VfB ), Ritter (VfB.). Die Mannschaft fand sich zur allgemeinen Ueberraschung sehr gut und vor allem auch verhältnismäßig schnell zusammen, raffte sich zugleich zu einheitlichen Aktio­nen auf, so daß sich ein überaus flotter und an spannenden Momenten reicher Kampf entwickelte, der die Zuschauer in hohem Maße fesselte und oft lebhaften Beifall auslöste. Besonders gut gefiel in der ersten Halbzeit Seiler in der Verteidigung, er machte dem <5turm des Gegners schwer zu schaffen. In der Läuferreihe gefiel Glitsch mit seiner rationellen Arbeit, im Sturm war es Haupt, der die Mannschaft immer wieder nach vorne reißen half, während sich Arnold mit seinen wuchtigen Schüssen als sehr brauchbar erwies. Kreß hatte als Mittelläufer gegen die beweglichen Borussen einen schweren Stand

Das Spiel begann zunächst bei sichtlicher Ueber- legenheit der Borussen mit einem flotten hin und her,' bald aber fanden sich die Gießener zusammen, rückten mehr und mehr auf und vermochten ein Gleichgewicht im Feldspiel zu schaffen, das das Spiel ganz besonders reizvoll machte Die Borussen zeich- nekkn sich ^urch eine sichere Ballbehandlung aus und tarnen schließlich zum Führungstreffer, der durch eirön Kopfball aus hoher Vorlage erzielt wurde Der Anegleich ließ jedoch nicht allzu lange auf sich war­ten Arnold gelang es, aus schwierigster Situation heraus eine Flanke von links zu verwandeln. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt

Nach der Pause arbeiteten teilweise die Gießener eine leichte Uebcrlegenheit heraus, die sichtbar durch die größere Anzahl an Torchancen zum Ausdruck kam Aber was nicht die Beute des Torwarts wurde, ging knapp über oder neben die Latten. Haupt und

Arnold Überboten sich dabei in Bombenschüssen, ohne daß ihnen jedoch der Erfolg beschiedcn gewesen wäre, der ein gerechtes Unentschieden hätte bringen kön­nen. Diel mehr gelang es den Borussen noch einmal einen Treffer für sich zu buchen. Müller, im Tor der Gießener, erwies sich als durchaus zuverlässig, lief aber einmal aus seinem Heiligtum heraus um die Situation vor dem Tor zu klären, vermochte sich aber nicht durchzusetzen und der Ball fand den Weg in das verlassene Tor.

Der Kampf wurde sehr fair durchgeführt und litt lediglich etwas unter einer ungenügenden Schieds­richterleistung, obwohl die beiden Mannschaften dem Spielleiter fein Amt nicht schwer machten. Das Publikum, etwa 800 Personen, verfolgten den schönen Kampf mit großer Spannüng

In Anbetracht des ehrenvollen Ergebnisses, das die Mannschaft in dieser Aufstellung zu erzielen ver­mochte, in Anerkennung der harmonischen Zusam­menarbeit, der sich die Fußballspieler der beiden hiesigen Vereine befleißigten, erscheint es angebracht, zu erwägen, ob es nicht möglich wäre, des öfteren derartige Spiele in der kommenden verbandsfpiel- freien Fest auszutragen. Für den sportlichen Ruf der Gießener Ligamannschaften könnte das zweifellos nur von bester Auswirkung fein, um fo mehr als man die Mannschaft noch etwas verstärken könnte und bann auch schwerere Gegner nicht zu scheuen brauchte. Die Vereinsvorstände sollten sich mit dieser Angelegenheit (auch über eventuelle Be­denken hinweg) einmal ernsthaft befassen.

Oie Segelfliegerin von Nanzenbach.

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Frau Helga Badde-Keller aus Ran­zenbach bei Dillenburg hat, wie wir bereits kurz berichteten, als erste Frau ihre Fahrprüfung im Segelfliegen bei der Srgelflugschule Hirzerchain abgelegt und bestanden.

Handball.

2. Kompanie Rot-weiß Frankfurt 8:6 (5:1).

Am Sonntag standen sich auf dem VfB.-Platz die Handballmannschaften der hiesigen 2. Kompanie und Rot-Weiß Frankfurt im Handballrückspiel gegenüber. Das Vorspiel endete 5:2 für Frankfurt. Im Spiel am Sonntag gelang es den Soldaten jedoch, Re­vanche zu nehmen und die Frankfurter mit 8:6 zu schlagen. Ausführlicher Bericht folgt.

Geräie-Wettka ps Launsbach - Staufenberg - Wieseck im Arbeiter-Turn» und Sportbund.

21m Samstagabend fand in Staufenberg ein Gerätewettkampf der Vereine Lausbach, Staufen­berg und Wieseck im Arbeiter-Turn- und Sport­bund statt. Geturnt wurde am Barren, am Pferd und am Reck. Die von den einzelnen Mannschaften gezeigten Hebungen bewiesen, daß auch das Geräteturnen im Bund noch stark ge­fördert wird. Besonders waren es die Wiesecker Turner, die prächtige Leistungen zeigten und starken Beifall sanden.

Das Ergebnis des Wettkampfes, bei dem die vier besten Turner gewertet wurden, ist folgendes: Wieseck 437 Punkte, Launsbach 389 Punkte, Staufenberg 363 Punkte. Die besten Einzel- leistungen zeigten Karl Betin, Wieseck, 117 Punkte; Alfred Oßwald und Adols Krei­

ling, Wieseck, je 107 Punkte; Ernst Schöfs - mann, Wieseck, 106 Punkte; Leib, Launsbach, 104 Punkte; Wagner, Launsbach, 101 Punkte.

Vom weißen Sport.

Der Gießener Tennisktub 1922 wird Mitte April seine diesjährige Spielzeit eröffnen. Auch in diesem Jahr spielt der Klub auf den städtischen Plätzen hinter dein Schützenhaus, die neu her­gerichtet werden. Mit Rücksicht auf das ständig wachsende Interesse an dem weißen Sport hat sich der Klub entschlossen, einen Trainer anzu­stellen, um auch den Anfängern Gelegenheit zu geben, von Anfang an stilgerechtes Tennis zu erlernen. Eine Reihe von Städtewettspielen mit namhaften Klubs sind abgeschlossen, die für Spie­ler und Zuschauer gleich reizvolle Kämpfe ver­sprechen.

Sport im Film.

Werbeveranstaltung der Spielvereinigung 1900.

Die Sport-Werbeveranstaltung der Spielvereini­gung 1900, die gestern vormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße oonstatten ging, fand leider nicht das erwartete Interesse. Der Filmvorstellung wäre ein besserer Besuch zu wünschen gewesen. Immerhin waren etwa 300 Personen erschienen. Der Vor­sitzende des veranstaltenden Vereins Herr G u y o t begrüßte die Besucher. Der Vortrag über Schule und Sport wurde abgesagt und soll erst bei einer größeren Elternveranstaltung am 3. Mai gehalten werden.

Sodann wurden vier verschiedene Filme gezeigt, die einen interessanten Einblick in die Arbeit der Leibesübung treibenden Verbände, die in der DSB. vereinigt sind, gab. Zunächst zogen unter dem Titel Ein Tag der Jugend" Bilder von einem frisch­fröhlichen Jugendtreffen der Nürnberger Schulen an den Augen der Besucher vorüber. Knaben und Mädchen rangen in Spiel und Leichtathletik um den schlichten Eichenkranz und boten dabei ein Bild sprühenden Lebens. Der zweite Film zeigte den Iugendtac; der rheinischen Jugend in Nideggen. Eine Reihe sehr feiner Aufnahmen von einem großen Stafsellauf, Ausschnitte aus dem bewegten Treiben auf der großen idyllischen Festwiese zu Fußen einer alten Burg, Bilder von den in Ver­bindung mit dem Jugendtag durchgeführten Wan­derungen in die Eifel gaben dem Filmstreifen das Gepräge.

Mit besonderer Spannung sah man dem Film entgegen, der die Leichtathletikmeisterschaften von 1930 im Bilde wiedergeben sollte. Die Besucher wurden nicht enttäuscht. Die maßgeblichsten Größen

Rund um de

Eintracht Frankfurt Spvg. Fürth 0:0.

Auf diese Begegnung hatte man in Frankfurt ganz besondere Erwartung gesetzt, so daß es keine Heberrachsung bedeutete, daß .das Frankfurter Stadion ausverkauft war. Rund 35 000 Zuschauer verfolgten den rassigen Kampf, der sich bei präch­tigem Frühlingswetter auf dem Spielfeld ab­wickelte. In der ersten Halbzeit konnten die Für­ther dank ihres besseren SteUungsspiels und aus- gereifteren Könnens leicht überlegen sein. Erst in der Schlußviertelstunde kamen die Frankfurter stärker auf. Doch Erfolge blieben beiden Parteien versagt. Rach dein Wechsel dominierten dann die Frankfurter und drängten mit geringen Unter­brechungen die Gäste in die Defensive zurück. Doch auch jetzt kam es zu keinem Erfolg, so daß man sich in die Punkte teilte. Bedauerlich war, daß die Fürther in der Abwehr dito allzu scharfe Rote ins Spiel trugen.

Italien und Schweiz spielen unentschieden 1:1.

Mit einer Riesenübexraschung endete der am Sonntag in Bern vor 20 000 Zuschauern ausge- tragene Fußballkampf der Rationalmannschaften von Schweiz und Italien. Man hatte mit einem überlegenen Siege der Italiener gerechnet, die Eidgenossen erreichten jedoch ein verdientes Un­entschieden von 1:1

Suddeutschland Westdeutschland am Karfreitag

Zu dem Freundschaftsspiel gegen Westdeutsch­land am Karfreitag hat der Süddeutsche Ver­band die folgende Mannschaft nominiert: Gisbert (Wormatia Worms); Heidlauf, Burkhardt (beide

des Deutschen Sports waren bei ihren Rekord­leistungen festgehalten. Man hatte Gelegenheit, Wegener beim Stabhochsprung zu bewundern. Kör­nig, Jonath u. a., die Meister im 400-, 800-, 10 000- Meter-Lauf zu beobachten und den Deutschen Mei­ster des klassisck)en Marathonlaufs kennenzulernen. Zeitlupenaufnahmen gestatteten eine Beobachtung der Technik der Leichtathleten im Laufen, Springen, Kugelstoßen, im Speer, und im Diskuswurf. Der vierte Film führte schließlich in das Reich des Königs Fußball, man sah bekannte Fußballer unter der Leitung des Reichslrainers Nerz üben, lernte, sofern das noch nicht jedermann bekannt fein sollte, die Funktionen der einzelnen Mannschaftsteile in übersichtlicher Form kennen und bewunderte dann schließlich Ekuhlfaut, Kalb, Leinberger und andere in derHohen Schule" des Fußballs. Auch hier förderten die Zeitlupenaufnahmen das Verständnis und gestatten genaueste Beobachtung der einzelnen Aktionen. Ausschnitte aus den Spielen von Hertha- BSC. gegen den Hamburger Sportverein um die Deutsche Meisterschaft im Berliner Stadion und aus einem Länderkampf Deutschland gegen Schwe­den auf dem Sportplatz des 1. FC. zu Nürnberg bereicherten den Film. Die Bildstreifen, die sicher­lich nicht unter leichten Umständen ausgenommen wurden, waren sehr geschickt zusammengefügt.

Kurze Gporinoiizen.-

Beim internationalen Tennistur­nier in Cannes feierte Cilly Äußern wieder einen Doppelerfolg. Das Dameneinzeln ent" ied sie gegen die Schweizerin Fahot mit 6:3, 6:3 für sich und im Doppel gewann sie mit ihrer ständigen Partnerin Miß Ryan über das Paar Satter- thwaithe/Thomas 6:0, 6:2.

Die Europameisterschaften im Rin­gen vom 27. bis 30. März in Prag haben ein ausgezeichnetes Meldeergebnis gefunden. Vier­zehn Rationen, darunter auch Deutschland, nann­ten insgesamt 86 Einzelbewerber.

Einen neuen Motorboot-Welt­rekord schuf der Amerikaner Garwood am Strande von Miami (Florida). Er durchbrauste auf seinem RennbootMiß Amerika IX" die abgesteckte Strecke zuerst mit einer Geschwindig­keit von 161,800 Stunden-Kilometer und erhöhte diese bei der zweiten Fahrt auf 162,675 Stunden- Kilometer. Damit hat Garwood den alten Rekord des tödlich verunglückten Engländers Sir Henry Segrave von 158,580 Stunden-Kilometer erheblich verbessert.

i Rasensport.

Germania Brötzingen); Hergert (FK. Pirmasens), Dretzing (SV. Waldhof), Größte (Ph. Ludwigs­hafen); Weidinger (Waldhof), Cyrich, Burkhardt (Spfrde. Frankfurt, Hörnle (Ph. Ludwigshafen). Walz (Waldhof).

Hockey-Länderkamvf der Damen.

Westdeutschland schlägt Holland 2:1.

Vor 1200 Zuschauern gelangte am Sonntag in Krefeld der Hockey-Länderkampf der Damen von Westdeutschland und Holland zum Austrag. Beide Mannschaften lieferten sich einen flotten Kampf, bei dem in der ersten Spielhälfte die Hollän 'e- rinnen durch ihren Rechtsaußen in Führung gc'cn konnten. Rach dem Wechsel gewannen aber die Westdeutschen immer mehr an Boden. Ihre An­griffe häuften sich, so daß die Holländerinnen sich meist in die Defensive zurü Ziehen mußten Be­reits in der 15. Minute fiel von Rechtsaußen der Ausgleich. Fünf Minuten später schon glückte dann der Linksaußen der siegbringende Treffer, so daß der Kampf mit einem verdienten 2:1-Sieg von Westdeutschlands Vertreterinnen endete.

kreuznacher Osterhockey-Turuier.

Für das alljährlich an den Ostertagen statt- findende Hockeyturnier in Kreuznach haben sich 30 Herren» und 12 Damenmannschaften einge­schrieben. Unter ihnen befindet sich auch die Herrenmannschaft von Red So? Zürich, so daß das diesjährige Turnier einen internationalen Anstrich erhält.

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