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Dienstag, 51. März 193 (
Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen)
Nr. 76 Zweites Blatt
Der Gießener Aerschichverein im Zchre 1930
(Nicht ohne Dank fei auch der zuständigen Behörden sowie der Presse gedacht, von denen der Verein stets wirksam unterstützt wurde.
Der vom Verbände der Tierschutzvereine des
£ocbfd)utnarfiricf)fen.
Das Ordinariat für Geschichte an der Technischen Hochschule in Stuttgart ist dem Privatdozenten Dr. phil., Dr. rer. pol Helmut Göringan der Uni» oersität Köln übertragen worden
Amtlich wirk die Versetzung des ordentlichen Professors Lr Otto Beckervon der Universität Halle in gleicher Eigenschaft noch Kiel bestätigt, Professor Becker übernimmt in .Kiel den Lehrstuhl der mittleren und neueren Geschichte als Nachfolger von Profefsoi? Friedrich Wolters.
Zeitschriften.
— Das 2nselschiss. Eine Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlags. 12. Jahrgang. 2. Heft. Ostern 1931. — Aus dem Inhalt des vorzüglich redigierten und ausgestatteten HesteS heben wir die folgenden Beiträge hervor: Albert Kösters lebendig und eindringend geschriebene Würdigung der Frau Bat, zum 200. Geburtstage: ein ungemein lesenswertes Kapitel über Freud aus (Stefan Zweigs jüngstem Buche „Die Heilung durch den Geist": neue Gedichte von Billinger aus dem Bande „Sichel am Himmel", wiederum ein Beispiel für die Rückkehr zur (Natur in der gegenwärtigen deutschen Kunst (nicht nur in der Literatur): Albrecht Schaeffers kluges, von Güte und Verständnis durchleuchtetes Prosastück „Mensch und Tier" aus einem neuen Bilder- werk -Roh und Reiter. Ihre Darstellung in der plastischen Kunst": ein Abschnitt aus dem „Bienenroman" von Georg Aendl, einem durch den Insel-Verlag eingeführten neuen Autor ... auf Maeterlincks Spuren: eine interessante Abhandlung „Vom chinesischen Urtext zur Weltliteratur" von Franz Kuhn: Hubert Mumelters Selbst- anzeige seines Minnesänger-Romans „Zwei ohne Gnade": Aphorismen von Hermann Graedener. dem Schöpfer des Dauernkriegfrieses „Utz Urbach". -
Deutschen Reiches herausgegebene Kalender für j 1931 wurde in 3700 Exemplaren bezogen. Den | Mitgliedern wurde er als Geschenk, den hiesigen
Ein Brief, der laut Poststempel am 1. April 1895 in Berlin aufgegeben wurde, trug als Adresse lediglich die Worte: An Ihn
Der Berliner Postbeamte fügte hinzu: vermutlich Se Durchlaucht Fürst von Bismarck, Friedrichsruh, und hat sich auch in seiner Kombination nicht geirrt.
Bruckners „Elisabeth von England" im Zranksurter Schauspielhaus.
Bruckners Schauspiel wurde hier aus Anlaß seiner Uraufführung in Darmstadt schon ausführlich besprochen. Die Frankfurter • hatten zwar für die Rolle der Elisabeth keine Hermine Körner zur Verfügung, aber trotzdem wird man sagen dürfen, daß auch die Frankfurter Aufführung bei gerechter Würdigung der großen Schwierigleiten an Szenerie wie Besetzung starke Eindrücke vermittelte, die eine wärmere Anerkennung verdient hätten, als das nur mäßig besuchte Haus spendete. Felbers Regie hatte die große Auseinandersetzung zwischen Philipp und Elisabeth in den Vordergrund, geschoben, die Auseinandersetzung zwischen der religiösen Besessenheit der ..allerkatholischsten Majestät", in deren Staajsidee Machtpolitik des Hauses Habsburg und fanatischer Glaubenseifer eins werden, und der praktischen Vernunft der britischen Königin die als Kind der neuen reformierten Lehre selbst daran zweifelt, ob ihre Politik von einer höheren Idee beherrscht wird, wenn es nicht der real-nüchterne Gedanke an Freiheit, Größe und materielle Wohlfahrt ihres Landes ist. So waren die großen Parallelszenen London-Madrid (der Entschluß zum Kriege, die Nachricht vom Untergang der Armada. Philipps Tod) szenisch wie darstellerisch Höhepunkte der Aufführung. Gegenüber diesem welthistorischen Ringen Philipp-Elisabeth trat das Esser-Drama zurück, und in ihm interessierte wieder mehr das politische als das erotische Moment. Vielleicht eine ungewollte Ausw r.ung der Besetzung. Lilli Kann als Elisabeth fand wohl in dem Philipp Gerhard Ritters einen kongruenten Gegenspieler, nicht aber in dem schwachen Eftex des Herrn Arie. So fielen die Essex-Szenen, im Boudoir, im Park, am Schaffotk am schwäch-
Der Gießener Tierschuhverein hielt im Kauf- männischen Dereinshause seine ordentliche Hauptversammlung ab. in der festgestellt werden konnte, daß auch im verflossenen Jahre eifrig aus dem Felde des Tierschutzes gearbeitet worden ist.
Dem Jahresbericht, erstattet vom l.Schriftfuh- rer des Vereins, Oberreallehrer i. R. G. S t r au b, war zu entnehmen: Die Mitgliederzahl des Vereins betrug am 31. Dezember 1930 376 (1929: 372). Im Lause des Jahres wurden 6 Sitzungen (4 Vorstands- und 2 Ausschußsihungen) abgehalten. Vorstand und Verein erlitten schwere Verluste durch den Tod. Am 5. August 1930 Dcr- schicd zu Füßen am Lech der verdienstvolle erste Vorsitzende. Lehrer i. R. W. Fritzel, und am 25 November 1930 entschlief das bewährte Vorstandsmitglied Stadt-Oberveterinärrat Dr. I. M o d d e. Am 25. August 1930 wurde der zweite Schriftführer, Berufsschullehrer H. M ü I le r. einstimmig zum 1. Vorsitzenden, und Universitäts- Reitlehrer L. Sch öm bs am 23. März 1931 zum zweiten Schriftführer gewählt. Da die sahungs- gemäß ausscheidenden Mitgl'"^^"" in der Hauptversammlung wiedergewählt wurden so traten im Vorstände keine anderen Aeu^e^angen mehr ein.
Häufig wurden dem Vorsitzenden und Mitgliedern des Vorstandes Tierquälereien mit der Bitte gemeldet, die Bestrafung dieser Rohlinge in die Wege zu leiten. Es bedarf zwar des Hinweises nicht, daß jede Anzeige möglichst oald geprüft wurde, wohl aber der nachdrücklichsten Forderung, daß alle schriftlichen Anzeigen mit vollem Namen unterschrieben sein müssen, zumal da sie streng vertraulich behandelt werden. Anonyme Anzeigen sind unfein und erschweren unnötig die mühsamen Nachprüfungen. Strafantrag wurde stets bei der zuständigen Behörde gestellt, wenn Verfehlungen grober Art vorlagen, oder wenn Belehrung und Verwarnung versagt hatten.
Dankbar fei hervorgchoben, daß nicht selten Mißhandlungen durch zweckmäßige Maßnahmen besonnener Tierschüher verhütet wurden.
Bortraa in der Gießener Hochschulgeselischast. Die Gießener Hochschulgesellschaft hatte am vergangenen Samstag ihre Mugtieder und Freunde in den Saal des Studentenhauses zu einem Vortragsabend geladen dem cr- freulicherv-eise auch aus der näheren ilmgcbung Gießens Interesse entgegengebracht wurde.
Der Vorsitzende der Gesellschaft. Provinzlal- direktor ® tacf. gab in seinen einleitenden Worten davon Kenntnis, daß die Gesellschaft auch für den kommenden Winter die Abhaltung von Vorträgen in Gießen in Aussicht genommen habe, um auch auf diese Weise die Beziehungen zu ihren Mitgliedern zu pflegen. Nach der Begrüßung der Versammlung durch S. Magnifizenz, den Rektor, Professor Dr. Eger, der zugleich als Vorsitzender der Studentenhilfe die Gaste im neuen Heim willkommen heißen konnte, hielt der Redner des Abends, Professor Dr. M o m b e r t. einen hochaktuellen Vortrag über „Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise". Der Redner ging nach kurzen Vorbemerkungen zunächst auf die Ursachen der großen Arbeitslosigkeit ein. Er hob einmal hervor, in welchem Umfang seit Kriegsende das Angebot an Arbeitskraft zuge- nominen habe: Rückwanderung aus den abgetretenen Gebietsteilen, Verminderung des stehenden Heeres, Zunahme der Frauenarbeit und der Zahl der Erwerbstätigen infolge der großen Geburten- überfchüsse der Vorkriegszeit und der Wandlungen im Altersaufbau der Bevölkerung. Von 1907 bis 1925 nahm die Volkszahl um 13,5 v. H., die Zahl der Erwerbstätigen dagegen um 27,2 v. H. zu. Diesem steigenden Angebot an Arbeitskraft gegenüber konnte nun angesichts der schweren Wirtschaftskrise, wie sie im Jahre 1929 ausbrach, die Wirtschaft nicht die genügende Nachfrage auf dem Arbeitsmarki entwickeln. Diese Krise selbst hat mannigfache Ursachen: Die Verknappung auf dem deutschen Kapitalmarkt, der Sturz der Preise für Agrar- und Rohstoffe in den Ueberseegebieten, die Verknappung der verfügbaren Goldvorräte in der Welt und schließlich der Ausbruch der schweren wirtschaftlichen Störungen in den Vereinigten Staaten. Für die weitere Entwicklung, wenn auch nicht für sofort, zeigen sich gewisse Anzeichen einer Besserung. Als Folge des großen Geburtenausfalls in den Kriegsjahrcn wird im Gegensatz zu der Periode 1925 bis 1930 kein neues Angebot an Arbeitskraft auf den Arbeitsmarkt kommen: im Gegenteil wird die Zahl der im erwerbsfähigen Alter stehenden in der Periode von 1930 bis 1935 um jährlich 40 000 abnehmen. 2ftuh für die weitere Entwicklung der Konjunktur lassen sich einige günstige Merkmale fest stellen. Der Tiefpunkt der Krise scheint überwunden, und man kann vielleicht mit einer langsamen Besserung der wirtschaftlichen Lage rechnen, wenn nicht irgendwelche unvorhergesehenen. außen- oder innenpolitischen Störungen auf treten.
Den bei aller Vielseitigkeit der behandelten Frage auch für den Laien erfreulich durchsichtigen und tiefgründigen Ausführungen des Vortrages fchlliß sich eine interessante Aussprache an, in der Praktiker des Wirtschaftslebens die Probleme von ihrem Standpunkt auS beleuchteten. Der Abend wurde in geselligem Beisammensein der Mitglieder in den schönen Räumen des Studentenheims beschlossen.
Wiesecker Rechnungsabschluß.
L Wies eck. 28. März. Gestern aber stand im Gemeinderat der Rechnungsabschluß für 1 929 zur (Beratung. Rach der Vorlage betragen die Einnahmen aus Rechnungsrest 30 803,98 Mark. Bei Gebäuden stehen einer Ein- nähme von 8253 Mark 6758,82 Mark Ausgaben gegenüber. Grundstücke: Einnahmen 16 729,24 Mark, Ausgaben 1871,14 Mark. Waldungen: Einnahmen 35519,03, Ausgaben 18 176,96, Jagden: Eimrahmen 1550, Ausgaben feine; Schäfereien, Weiden: Einnahmen 1854,64, Ausgaben 1294.48, Messen und Märkte: Einnahmen 273.25, Ausgaben feine, Waagen: Einnahmen 853,78, Ausgaben 245,90; Wasservorsorgung Einnahmen 16 524,59, Ausgaben 33 035.46; Verkehrswesen: Einnahmen 67 838.76 (Rückzahlung vom Zweckver- band geliehener Kapitalien). Ausgaben 11 840.96; Gasvers orgung Einnahmen 30 997,53, Ausgaben
Heiteres von Bismarcks Geburtstagstisch.
Aus dem Nachlaß von Hans B. Grube.
Wenn man in der Einsamkeit des heut so füllen Friedrichsruher Waldes die Erinnerung ihre rZaden spinnen läßt, schweifen die Gedanken in die neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zuruck. Damals war der Ort gar oft von brausendem Leben erfüllt, besonders wenn zur Feier von B i s m a ras Geburtstag aus allen Weltrichtungen die Sdjar Der Verehrer des greifen Kanzlers herbeistromte. Von Mitte März bis lange nach Dem 1 2lprtl oerging oft kein Tag der mich nicht, als Chronist Des Blattes, Das Dem Fürsten Bismarck nabeftanD, in Den Sachfenwald führte.
Da kamen schon viele Tage vorher aus allen Ge gcnDcn Del Erde Zeichen der Liebe und Verehrung für den Altreichskanzler Bon der ungewöhnlichen zlufgabe, Lie damals das Postamt in Friedrichsruhe zu bewältigen halte, geben einige Zahlen des Wahres 1895 einen ungefähren Begriff In den drei Tagen vom 31. März bis 2. April wurden nicht weniger als 8390 Telegramme, deren Wortzahl ftch aus 277 697 belief, aufgenommen Die Zahl der Briese betrug ungefähr 50 000, die der Postkarten 120 000 Darin sind aber noch nicht die Sendungen sm- geschlossen, die an Personen aus der Umgebung des Fürsten gerichtet waren Zum eigentlichen Ge- burtstagszimmer war regelmäßig das erste große Vorzimmer im rechten Schloßflügel ausersehen Geschenk stand an Geschenk, Kunstfachen, Luxus- und Gebrauchsgegenstände, Eßwaren, (betraute «noer, Adressen waren über die Tische verteilt, jedes fachen war besetzt, und alle Möbelstücke der beiden Zimmer mit Dingen aller Art beladen
Viele Gaben waren von dichterischen Ergüssen begleitet, unter Denen sich natürlich auch aller et Lustiges fanD Ein wohlausgestatteter Jtaudjtiirt) trug auf Dem Aschenbecher, Der das Ansehen einer Stiefelwichsschale hatte Den Vers
Daß Deine Wichse gut, unD lang ihr Glanz sich bau Darob ging längst schon auf ein Licht Der ganzen Welt Ein lederner Tabaksbeutel, mit einer seidenen Schlafmütze überzogen, trug in Seidenstickerei Die Worte:
und Verpflegung finden.
Schulen indesfcn nur auf Bestellung und gegen Bezahlung zugestellt. Obwohl der Winter verhältnismäßig mild war, so zog er doch für Die Tierwelt manchen Schaden nach sich. Leichte Fröste und geschlossene Schneedecken brachten den Vögeln öfters Tage der Not. Herr L. Die hl versah alsdann Die öffentlichen Futterhauschen und -Bretter reichlich mit geeignetem (üogelfuttcc und zahlreiche private Futterh''uschen und -ftang- fein, Meisendosen und -ringe kündeten, daß milde- Frauen- und Kinderhände sich Der darbenden Vögel nicht minder rege erbarmten. Um den Vereinsmitgliedern die Beschossung von Nistkasten zu erleichtern, ließ der Vorstand 15 bis 20 Nisthöhlen kommen.
Freiwillige Spenden ermöglichten dem Vorstände den Beschluß, auch in diesem Jahre prämier, für treue Tierpflege und wachsamen
Tierschutz
zu verleihen. Die Verteilung der Diplome und Geldspenden wurde am 1. Weihnachtstage im Kausmännischen Vereiirshause vorgenommen. Zur schlichten Feier hatten sich außer dein Vorstande etliche Freunde und Gönner des Vereins eingefunden. Nach der Ansprache des ersten Vorsitzenden, worin er Zweck unD Ziel des Vereins erläuterte, wurden 6 Polizeibeamte durch Geldspenden und 6 Fuhrleute durch Diplome ausgezeichnet Nach 25jähriger treuer Dienstzeit (am 11. April 1930) war bereits dem vorbildlichen Tierpfleger C. Müller vom Vorstand ein Diplom zuerkannt worden. Nicht ohne Dank sei auch jener ehrend gedacht, die durch ihre freiwilligen Beiträge den Verein befähigten, Not und Qual der Stere nachdrücklich zu bekämpfen.
Der Dorfihende hatte Herrn Llmv -Pros. Dr. H. Kraemer für einen Vortrag mit Lichtbildern gewonnen. Der Gelehrte sprach am 31. März in glänzendem Vortrage über Tierpsychologie und Tierschutz.
Nach dem Kassenbericht des Rechners, Beamtenanwärter W. L e i t ne r, betrugen die Einnahmen des Vereins am 31. Dezember 1930 3228,45 Mark seine Ausgaben 3205,73 Mk., so daß em Barvorrat von 22,72 Mk. verblieb. Sein Gesamt- vermögen ergab den Stand von 1426,22 Mk. Die Rechnung wurde von den Herren D. Heil unö I W. Riebel geprüft und richtig bekunden. Ohne | Einspruch wurden Kassen- und Jahresbericht genehmigt.__
sten aus, während die kultivierte Kunst Taube S (Eecil) und Derhoevens (Daeon) die großen politischen Szenen in der Kirche, im Kronrat und im Kabinett der Königin stark heraushoben.
28 984,51, Allgemeine Verwaltung: Einnahmen 1911,53. Ausgaben 28 749,54; Oessentliche Sicherheit: Einnahmen 335,69, Ausgaben 6856.71 Mk.; Wohlfahrtseinrichtungen Einnahmen 486,86 Mk., Ausgaben 5305.84 Mk., Feuerlöschwesen: Einnahmen 222, Ausgaben 180,13; Armenpflege: Einnahmen 6662,27,. Ausgaben 14 908,37; Schulen: Einnahmen 1945,62, Ausgaben 9209.30; Evcmge- lische Kirche. Einnahmen 81 Pfecknig, Ausgaben 3974,56, Gemeindefriedhöfe: Einnahmen 284,50, Ausgaben 2274,62; Straßen: Einnahmen 15 037,35, Ausgaben 26 890,62; Kanäle: Einnahmen 37 070,20, Ausgaben 66 130,95: Landwirtschaftszwecke: Einnahmen 2638,58, Ausgaben 11 445,55. Grenzverhältnisse Einnahmen 5652.24, Ausgaben 8657,60; Oesfentliche Anlagen Einnahmen 5,50, Ausgaben 2005,50, Soziale Fürsorge usw.: Einnahmen 13 322,88. Ausgaben 23 489,97, Wohnungsfürsorge: Einnahmen 7852 Mark, Ausgaben 15 473,08 Mark: Steuern und Abgaben: Einnahmen 28,50, Ausgaben 11 525,23; Sondersteüern: Einnahmen 4843,50, Ausgaben 34,30. Anteile an Reichssteuern: Einnahmen 27 151,75. Ausgaben keine. Mobiliarerneuerungs- sonds Einnahmen 39. Ausgaben 39. Kapitalzinsen. Einnahmen 1439,99. Ausgaben 2395,56; Gemeindeumlagen: Einnahmen 60 470,11. Ausgaben 5066,87, Ausgleichsfonds: Einnahmen keine, Ausgaben 8435.64 Mark. Die Gesamteinnahmen betragen 398 598.68, die Ge - samta usgaben 357072.88 Mark, so daß em Einnahmere'st von 41 525.80 Mark verbleibt, der in einem baren Vorrat von 40 539.40 Mark und in liquidierten Außenständen von 986,40 Mark besteht. Die Vermögensrechnung stellt sich wie folgt: Einnahmen: Gebäude 3500, Kapitalien und Erneuerungsfonds 105 603,14 Mark, gleich insgesamt 109 105,64 Mark: Ausgaben: Gebäude 1600, Grundstücke 6384,34, Kapitalien und Er» neuerungssonds 98 000,55. Schulden (Auswertung) 31 210,75 Mark, gleich insgesamt 109 105.64 Mark.
Kunst und Wiffenschast
3ubiläum im SfäDel.
Frankfurt a.M., 30.März. (WSN.) Der Generaldirektor Der Frankfurter Museen, Professor Dr. Georg Swarzenski, kann am 1.April auf eine 2 5jahrigc Tätigkeit als Leiter des Städel- schen Kunstinstituts zurückblickcn. Professor Swarzenski, Der in Der kunstgeschichtlichen Welt einen guten Namen hat, hat sich um Den Ausbau Der Frankfurter Sammlungen außerordentlich verdient gemacht. Vor einigen Jahren wurde er zum Gene» ralDircftor Der Frankfurter Museen ernannt.________
„An unsere Stärke yal man erst geglaubt, Seit Du Die Michelmütze uns zogst vom Haupt." Die Durchsicht Der brieflichen und telegraphischen GlückwunschtorresponDenzen an Den Fürsten Bismarck nahm natürlich Wochen in Anspruch Manches Kuriosum befand sich Darunter. Ein amüsantes Stück von kindlicher Naivität bildet ein Schreiben, Das wie der Poststempel zeigte, aus Der Stadt Braunschweig kam, wo das Verständnis für gute Speisen dank Der weltberühmten Braunschweiger Honigkuchen-, Wurst und Konseroenindustrie, natürlich schon bei Der Heranwachsenden Jugend ausgebildet ist Das Brieflein war adressiert: „Herrn Bismarck in Friedrichsruh bei Hamburg" und lautete: Lieber Herr Bismarck! Mein Papa hat mir erzählt. Du hättest einen Baumkuchen, so groß wie unser Apfelbaum, zum Geburtstag gekriegt Ich gratuliere Dir auch vielmals und bitte Dich ganz freundlich, schick mir doch ein Stück davon für mich und meine beiden kleinen Brüder, wenn Du ihn nicht alle aufkannst Wir haben noch nie Baum- suchen gegessen Dielen Dank von Deinem Ma- riechen."
Drei mit Glücksgütern anscheinend wenig gesegnete, doch kecken Humors nicht bare Gesellen in Hörde in Westfalen hatten Die Kühnheit, am 1 April 1895 eine Postkarte, auf die 1,50 Mark Nachnahme genommen war. an Den Fürsten Bismarck abzusen- den. Die folgenDen Inhalt hatte:
Zum 80 Geburtstag fenbet im Namen Drei armer Dürftiger Kehlen die herzlichsten Glückwünsche unter gleichzeitiger Nachnahme von 1 Mark 50 Pf., welche Kühnheit wir in Anbetracht Der Derzeitigen Ver- hältnisse edelmütig zu entschuldigen bitten.
3.21.: (Unterschrift) Maschinenbauer
Die Postkarte ist damals in Würdigung des durch sie zum Ausdruck gekommenen originellen Einfalls unter Einzahlung des Nachnahmebetrags vom Adressaten angenommen worden, und der Betrag den durstigen Maschinenbauern mit einem „Prosit" über« sandt worden
Als Dank für Bismarckeichen aus Dem «ochsen- roalDe kam aus Mittelhufen Der hübsche Spruch „Von Den geschenkten Drei Eichen Wird keine Dir jemals gleichen Gegen Dich alten Necken Bleiben sie alle nur Stecken."


