Oicns'ag, ZO.Zuni 1951
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien)
Kr. (50 Mstes Blatt
Wirtschaft
Bantnolen.
2>eriii
Schluß-! Anlang- tur<< I Kurs
29.6.
30.6
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133
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Devlfenmarft Berlin — Frankfurt
20
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15
30 Teilnehmern besucht wird sprach mit Rücksicht auf die fast alle landwirtschaftlich als Kleingärtner interessierten Hörer Landwirtschaflsassesior Dr. Lug (Großen-Linden). Er behandelte in zwei Vorträgen das Thema „Obst- und Gortenbauschädlinge und ihre Bekämpfung". Der Vortrag, der durch eine große Anzahl von Lichtbildern und Präparaten ergänzt wurde, brachte reiche Anregungen. Es wurde gewünscht. die vorgeführten Anschauungsmittel, zu denen auch die hervorragendsten Schädlingsbekämpfungsmittel gehören, im Nachsommer in einer A u s> st e l l u n g einer größeren Oefsentlichkeit zugänglich zu machen.
4% Oesterreichtsche Goldrente . . 4,20% Deflcncichlidie SUbenentc 4% Ungarische Goldrente ....
4°o Ungarische StaatSrente v. 1910 4'3% desgl. von 1913.....
5% abgeft. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleibe
Serie l...........
4% desgl. Serie II
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4t4%Rufttän.vercinh.Rcntev.lgl3 4co Rumänische vereinh. Rente 2*4% >. Anatolier......
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14
Riebeck Montan . . .
Vereinigte Stahlwerke . Ltaoi Minen Kaliwerke Aschersleben . Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth .
I. G. Farben-Industrte. . .
Verein, chcm. Industrie Frank- surl a. .........
Scheideanstalt
Goldschmidt
RütgerSwerke
Metallgelellschast
.tronnun a. . | Dertin
Jtinöermarff in (ließen.
2luf dem heutigen Rinder-Ruhviehrnarkt in Gießen waren 1029 Stück Großvieh und 234 Kälber zum Verlauf aufgetrieben. Cs kosteten: Milchkühe oder »hochtragende Kühe: 1. Qualität 475—575 Mk„ 2. Qualität 325-425 Mk., 3. Qualität 200-250 Ml., Schlachtkühe 80-350 Mk.: Rinder x/2—3/4jäf)riQ. 100—200 Mk., s/4—2jäf)rig 150-250 Mk., tragend 300-425 Mk: Kälber das Pfund Lebendgewicht 35—45 Pf. Marktverlauf: etwas lebhafter, Qusverkauft.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 30. Juni. Tendenz: unregelmäßig. An der Börse hat sich die Rervosi- tät und Zurückhaltung infolge der erneuten Verzögerung in der Entscheidung der amerikanischfranzösischen Verhandlungen weiter verstärkt. 3m Anschluß an die bereits weiter abgeschwächte Abendbörse nannte man an der Dorbörse weitere 3 bis 4 Prozent niedrigere Kurse. Zu Beginn des amtlichen Dörsenbeginns ergaben sich zwar noch überwiegend Kursrückgänge, doch hielten sie sich im Rahmen von 1 bis 2 Prozent. Obwohl zum heutigen Zahltag und Semesterultimo keine besonderen Schwierigkeiten erwartet werden, lagen vom Publikum weitere Verkaufsorders vor. Da bei der Spekulation im Hinblick auf die ungeklärte politische Lage keine Aufnahmelust bestand, kam es zu ■ den oben erwähnten Kursverlusten. Weitere Derstimmungsmomenie b.ldeten noch die durchweg schwächeren Auslani b rsen und ein möglicher Dividendenausfall bei den Klöcknerwerken. Das Geschäft war sehr gering, zumal es der Börse an Anregungen fehlte. Rach den ersten Kursen wurde die Stimmung auf Käufe der Berliner Arbitrage rmd der Banken etwas freundlicher, so daß die Anfangsverluste meist wieder aufgeholt wurden. eine gewisse Unsicherheit war indessen unverkennbar. Etwas stärker abgeschwächt waren am Elektromarkt Licht L Kraft mit minus 3,75 Proz. und Elektrische Lieferungen mit minus 4,25 Proz. Kunstseideaklien tendierten uneinhei.l'.ch. Aku konnten sich nach der Abschwächung im Abendverkehr um 1,25 Proz. erholen, während Demberg weitere 2,5 Prozent einbüßten. Bemerkenswert schwach lagen Dankwerte, bei denen Rückgänge bis zu 2 Prozent zu verzeichnen waren. Gut behauptet blieben Siemens und Metallgesellschaft. An den übrigen Märkten kam es zu den vorgemerkten Abschlägen. Anleihen behauptet. Pfandbriefe ruhrg und unverändert. Reichsschuldbuchfvrderungen gaben leicht nach. 3m Verlaufe blieben die Kurse von den Aktienmärkten auf dem leicht gebesserten Riveau nach Schwankungen behauptet. Die Um- satztätigkeit hielt sich in engsten Grenzen da die Kulisse eine abwartende Haltung einnahm, und die Dersteifung am Geldmarkt etwas ungünstig einwirkte. Tagesgeld stellte sich zum Zahltag und Halbscchresultimo auf 8 Proz., Monatsgeld blieb unverändert. Am Valutenmarkt blieben Devisen gegen Mark ziemlich unverändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2140, gegen Pfund 20,4950. Von Usancen lag das Pfund etwas schwacher Devisen, Schweiz schwächer, während Madrid auf den guten Ausgang der Wahlen befestigt■ bxrt. London gegen Aeuyork 4,8635, gegen Paris 124,24, gegen Mailand 92,94, gegen Madrid 50,50, gegen Schweiz 25,1350, gegen Holland 12,09.
Berliner Börse.
Berlin, 30. 3uni. Schon am Vormittag war deutlich zu erkennen, daß die Börse heute wieder in schwächerer Haltung eröffnen wurde waren doch die vorliegenden Momeiite faftburd)ti>eg ungünstiger Ratur. Vor allem verstärkte sich die Rervosität der Börse durch die Mitteilung, daß auch bei den gestrigen Verhandlungen tUme Einigung zwischen de n F r anz o sen und den Amerikanern erzielt wurk^ und die Situation sich sogar zu gespitzt haben soll.
Man zeigt jedenfalls an der Börse keine Reigung, vor Abschluß dieser Verhandlungen am Mittwoch Rcuengagements einzugehcn. Hinzu kam die Rach- richt von weiteren Stillegungen in der 3ndustrie, die Meldung, daß auf der 3nternatio- nalen Stickstoffkonferenz keine Einigung erzielt wurde, ferner die schwache Reuyorker Börse, wenig gute Abschlüsse verschiedener Gesellschaften usw. Der Monatsbericht der Commerz» und Privatbank wurde zwar mit 3nteresse ausgenommen, ohne aber irgcnb einen Einfluß auszuüben. Es kam zu den ersten Kursen überwiegend Material heraus, das anfangs bei der herrschenden Aufnahmeunlust der Spekulation nur zu_ ge- drückten Kursen Llnterkunft fand. Die Rückgänge betrugen 1 bis 3 v. H., bei Spezialwerten sogar 4 v. H. Rur Kunstseideaktien und HEW. waren je 1 v. H. befestigt. Hugo Schneider konnten sogar bei Plus-Plus-Rotiz 4,5 v. H. anziehen. Stärker abgeschwächt waren Salzdetfurth, die 6 v. H. verloren. Deutsche Anleihen lagen schwächer, besonders Altbefih. Auch Ausländer waren meist rückgängig, nur Mexikaner lagen wieder fest, vierprozentige erschienen mit Plus-Plus-Zeichen. Am Pfandbriefmavkt lagen 3ndustrieobligationen , schwächer. Reichsschuldbuchforderungen verloren 0,5 bis 1 v. H. Geld war am heutigen Zahltag und Ultimo sehr steif. Tagesgeld, gleich Geld über Ultimo, stellte sich auf 8 bis 10 v. H, vereinzelt darüber, Mvnatsgeld auf 7,5 bis 8,75 v. H., Warenwechsel unverändert etwa 7,5 v. H. 3m Verlaufe konnten sich durchweg Erholungen durchsetzen. Die Spekulation schritt auf Meldungen, daß die Auslandbörsen nach schwächerem Beginn im Verlaufe fester tendierten, zu Deckungen, so daß sich allgemein 1 bis 3 prozentige Besserungen ergaben. Chade gewannen 4,50 Mark, Salzdetfurth vorübergehend 5 v. H. Später wurde es wieder etwas ruhiger.
Zeitschriften.
— Südv steurvp a und die Zollunion. Die von Frankreich betriebene politische Zuspitzung der Genfer Erörterungen über das Projekt der deutsch-österreichischen Zollunion ist geeignet, die eigentlichen Triebkräfte der europäischen Reuordnung zu verdecken. Doch wird die französische Absicht, vom wirtschaftlich-politischen Kern des Problems abzulenken, auf die Dauer nichts daran ändern können, daß die südosteuropäischen Länder im Grunde auf eine Reugestal- tung ihrer Gesamtbeziehungen hinarbeiten, der die deutsch-österreichische 3nitiative in richtiger Voraussicht der künftigen Entwicklung entgegenkommt. Das ergibt sich mit wünschenswerter Klarheit auch aus einem im Maiheft der „Europäischen Gespräche" (Derlin-Grunewald, Dr. Walther Rothschild) erschienenen Aufsatz von Harald Roos über die „Donauländer in der europäischen Politik". Während Frankreich und 3talien sich machtpolitisch auf dem Balkan den Rang ablau- fen, fördert Deutschland durch sein betontes politisches Desinteressement ein organisches Zusammenwachsen von Mittel- und Südosteuropa. — Die Grundlinien einer Mandatsgemeinschaft im mittelafrikanischen Raum entwickelt M. Mendelssohn Bartholdy aus der kritischen Analyse des zersplitterten und ungerechten Zustands, den das heute noch vorherrschende kolonialpolitische System wider das Wohl der Eingeborenen und damit auch zum Schaden der weißen Siedler zu erhallen bestrebt ist. — 3m Rahmen dtzr vielbeachteten Aufsahveihe über die Ursachen und Folgen der modernen Kriege untersucht Alfred Dagts die Entstehung des chinesisch-japanischen Krieges von 1894/95.
— Die deutsche Oft not ist keine lokale Angelegenheit, sondern eine nationale Frage von allergrößter Tragweite. Mit diesem großen Thema
Oberheffen.
Gemeinderat in Büdingen.
S Büdingen, 29.3uni. Aus der jüngsten Demeinderatssihung ist u. a. zu berichten:
3m Hinblick auf die finanzielle Auswirkung verzichtet der Gemeinderat auf die 2atig- keit der Hebammen als Helferinnen bei den Säuglingsberatungen und <7^sucht die Bezirlsfürsorgestelle beim Kreisamt Büdingen, eine Fürsorgcschwester unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. . t r , «
Die Bürgermei sterei wird beauftragt, b«.n weiteren Ausbau der Wasserleitung einschl. der Errichtung eines Pumpwerks und den Umbau der Kläranlage als Rot- standsarbeiten anzumelden. .
In der Angelegenheit: A n ste 11 u n g e i n e s Berussbürgermeisters, hat dec Bürgermeister den am 29. Mai gefaßten Beschluß bean- standet. Unter Aushebung dieses Beschisses beschließt der Gemeinderat wie folgt: „Den porr liegenden Einwendungen kann nicht stattgegeben werden." < 2
Weiter hat der Bürgermeister den Gemeindc- catsbeschluß vom 29. Mai wegen Vergebung oonLieferungenundArbeitenbean- standet. Die Angelegenheit wird zur Behänd» lung an die Finanz- und Rechtskommifsion ver» wiesen. , r .
Der Gemeinderat hat seinerzeit die E n 11al - sung des Schuhmanns Metzger be- schlossen, das Kreisamt hat dieser Entlassung die Genehmigung versagt. Reuerdings erhobene Deichwerden veranlaßten den Gemeinderat, heute nochmals in der Angelegenheit zu verhandeln. Der Gemeinderat hat erneut die Dienstentlassung beschlossen.
Dem LerkaufdesGendarmenhauses in der Hindenburgstraße an den Staat für den Preis von 10 000 Mark hat der Gemeinderat zugestimmt.
Die Erhebung eines Zuschlags in Hohe von 50 Prozent zur staatlichen Wanderlager- {teuer wurde genehmigt, ebenso wurde der Doranschlag des Wolfgang Ernst - Gymnasiums für 1931, der einen Zuschuß der Gemeinde mit 23 632 Mark vorsieht, genehmigt.
Mit Rücksicht auf die finanzielle Lage der Gemeinde wurden einige Anträge auf Zuschu ß- leiftungen abgelehnt.
Landkreis Gießen.
4- Grün berg, 29. 3uni. Durch die Angliederung des Feldbereinigungsamtes Gießen an das hiesige Dermessungsamt und die damit verbundene Uebersiedlung einer Anzahl Beamten nach hier war es erforderlich, Wohnungen zu beschaffen. Da nur für einzelne Beamte Mietwohnungen vorhanden waren, trat der Staat an den Bauunternehmer Bock heran, der nun an der Ecke Bismarck«—Diebs- turmstrahe ein Deamtenwoh n h aus für zwei Familien errichten will. Er erhält dazu ein staatliches Arbeitgeberdarlehen zu verbilligtem Zinsfüße. 3n aller Kürze soll mit dem Dau begonnen werden. Cs ist dies bis jetzt der einzige Rcubau, der für dieses 3ahr geplant ist, während im vorigen 3ah re noch drei Reubauten errichtet wurden.
!-Grünberg, 30. 3uni. Am heutigen Tage vollendet unser Mitbürger, Rendant L R. 3u- liusKar 1, in körperlicher und geistiger Frische sein 8 0. Lebensjahr. Als Rechner der hiesigen Bezirkssparkasse, welches Amt er von 1877 bis 1923 bekleidete, sowie als Dekanatsrechner des Dekanats Grünberg und Gemeinde- und Kirchen- rcchner verschiedener Rachbarorte, desgleichen als Rechner der Oberrealschule ist er weit über die Grenzen unserer Stadt eine bekannte und geachtete Persönlichkeit. Er ist Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr und des DHC.: bei beiden Dereinen zählt er mit zu den Gründern.
* Ettingshausen, 29. 3uni. Den Gemeinden Queckborn und Ettingshausen droht wieder eine neue Verschlechterung ihrer Verkehrsmöglichkeiten. Rachdem anfangs eine Postkraftverbindung von Grünberg aus geplant war, wurde plötzlich das Projekt umgestoßen, und die beiden Orte sollen in den Bezirk Gießen-Land eingegliedert werden. Das bedeutet für unsere beiden Dörfer, daß ihre Derbindung mit Grünberg sehr beeinträchtigt wird. Wenn man dazu noch weih, daß der Betrieb der Butzbach— Sicher Eisenbahn gerade auf unserer Strecke zum mindesten sehr unsicher geworden ist, so daß man immerhin mit einer Aufgabe des Personenverkehrs rechnen muß, so wäre die Postverkraftung noch die einzige Möglichkeit
deS Verkehrs nach Grünberg, auf den viele Bür- iier in beiden Gemeinden angewiesen sind. Wir hoffen deshalb, daß die Behörde ihre Zentra- lifierungsabsichten zugunsten der 3nter- essen des flachen Landes auf gibt. Bei der großen Entfernung von (Ziehen kommt der Per- onenverkehr mit dem Postwagen, der noch weite ilmtoege macht, nicht in Frage, während man die Kraftverbindung nach Grünberg mindestens für den Hinweg, oder den Rückweg benutzen könnte.
* L e i h g e st e r n, 29. Juni. In der Arbeitsgemeinschaft der Arbeitslosen, die auch im Sommerhalbjahr weiterbesteht und von ungefähr
29.6. | 30.6.
Schultheis Patzenhoser . . . Aku «Allgemeine Kunstleide) Bemberg.........
Zellstoss Daldhos Zellstoss Aschassenburg . . . Dessauer GaS.......
Daimler Motoren.....
Deutsche Linoleum
Lrenstein L Koppel . . . .
Leonhard Tietz......
Svenska.........
Chade..........
Frankfurter Maschinen . . . Gritzner .....
Mainkrastwerke Höchst a. M.. Süddeutscher Zucker . . . .
;<rtant<ur>
Schluß»! 1 lurrf I
eröffnet Ehr. Fischers Aufsatz ..Das Problem der deutschen Ostprovinzen" das Iuniheft der „Zeitwende^ (Ber.ag C. H. Deck. München». Der Der- asser enlw.rst ein in seiner Sachiich.eil erschütterndes Bick) der deutschen Ostnot und zeigt dann in eindriisgiichen Ausführungen, daß die viel erörterte Osthi.fe nicht nur ihre wirtschaftliche, sondern auch ihre kulturelle und seelische Seite hat, dah sie nicht nur eine verwaltungstechnische Aufgabe der Regierungen und Par.amente darstellt, ondern Sache des ganzen Voiles fern müfote, das an der grohen nationalen Aufgabe der Osthi.se den für seine Auferstehung nötigen (Sian gewinnen könnte. — Der Generalsekretär des Gustav-Adolf-Dereins, Bruno Geisler, erzählt in der Umschau des gleichen HesteS von den Siebenbürgener Sachsen und ihrer Rot. — Daß der Weltkrieg eigentlich ein Seekrieg hätte fein müfpen, daß Deutschland aber in Verkennung der Sachlag: seine große Floite in ihm überhaupt nicht einsetzte, das spricht Gerhard von 3an- on in peinem Beitrag „Vom Sinne der Seemacht" aus. — Condottieri des Wirtschaftslebens waven gewissermaßen die Fugger und Welfer, die ihren Llnternehmungsgeist und ihr Gewinn- tneben mit der Rücksichtslosigkeit des Renais- änoernenschen durchsetzten. Heute, wo der Kapitalismus weithin zum Problem wird, ist es aus- chlußveich, sein Wesen in seinen Anfängen zu betrachten. Das zeigt der Essay des Heidelberger Historikers Willy Andreas über „Deutschs Handelsleben beim Anbruch der Reformation". — Heber die Frage „Kirche und Krieg" schreibt KavI Ole, der die Friedensbotschaft des Evangeliums scharf und deutlich gegen allen humanitären Pazifismus und seine wirklichkeitsfremden 3llusionen abgrenzt und die überweltliche Erlösungserwartung jener Botschaft klar und eindringlich herausarbeitet. — Paul Schulz steuert eine beiter-anmutige orientalische Reise-Erinnerung bei. Die wuchtige und erschütternde Erzählung Fritz Basils vorn „Pfarrer vom Peude' zeigt das menschlich tief gefaßte Problem von Schuld und Sühne auf dem grandiosen Hintergrund des Bolschewistenkampfes.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
P. k. in Gießen. Bei einer vereinbarten Miete kommt eine Erhöhung von 2 v. H., wie dies bei Zahlung der g e s e tz l i ch e n Miete der Fall ist, nicht in Betracht.
Letzte Nachrichten.
Botschafter Dr. Stharner t-
Hamburg, 30. Juni. (MTB. Funkspruch.) Der frühere deutsche Botschafter in London, Senator a. D. Dr. S t h a m e r. ist in der vergangenen Nacht iw 75. Lebensjahre einem Herzschläge erlegen.
*
Stharner wurde 1856 als Sproß einer alten Hamburger Patrizierfamilie geboren, studierte Rechtswissenschaft und ließ sich dann 1879 als Rechtsanwalt in Hamburg nieder. Die Rotabeln sandten ihn 1901 in die Bürgerschaft. Schon nach drei Jahren wurde er an Stelle von Bürgermeister Dr. hachmann in den Senat gewählt, in dem er namentlich als Nachfolger des Bürgermeisters O'Swald Präses der Deputation für handel, Schiffahrt und Gewerbe wurde. Außerdem vertrat er Hamburg als Bundesrats- bevollmächtigter diplomatisch in Berlin. Während des Weltkrieges, in dem er drei Söhne verlor, wurde er als Nachfolger von Senator Strandes zum Zivilgouverneur von Antwerpen ernannt. Nach dem Kriege, im Jahre 1919, wurde er zum ersten Bürgermeister Hamburgs für das Jahr 1920 erwählt. Jedoch übernahm er dann schon im Januar 1920 den Posten zunächst eines deutschen Botschafters in London. Dort vollzog sich die Neugestaltung der deutsch- englischen Beziehungen, die auf den persönlichen Be- Ziehungen der beiden Diplomaten zu den leitenden Kreisen Englands beruht. Der Locarno-Vertrag und der Abschluß eines neuen deutsch-englischen Handelsvertrages waren die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit. Die zehnjährige Wiederkehr der lleberreichung seines Beglaubigungsschreibens brachte ihm in England wie in Deutschland Beweise der Anerkennung seiner persönlichen Verdienste um den Wiederaufbau des deutschen Ansehens und des Vertrauensverhält, nisses in den deutsch-englischen Beziehungen. Obgleich das Normalalter für den Rücktritt eines deutschen Botschafters 65 Jahre ist, wurde Stharner bis in fein 73. Lebensjahr auf seinem Posten in London gehalten. Am 1. Oktober 1930 wurde zu seinem Nachfolger der deutsche Botschafter in Rom, Freiherr von Neurath, ernannt.
Philipp Hohmann 8
Zementwerk Heidelberg. . . . 7
Cementwerk Karlstadt.....<
Wayb & Freyrag......0
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Sie hinter »en Papieren angeführter, Ziffern geben die Höhe der zu.etz. befchlqffenen -iaidende an. - Meich-dan-dia-an, 7 °.H.. L°mbardzw-futz 8 °.H.
135,5
51
124,5
42
44
62
Hamvurg-Amenta Pate, - Hamburg-Südam. Dampsschiss. o Hansa Dampsschisi .....u
Norddeutscher Llostd . ■ - • ■ b
51.0. füt Verkehrswesen Akt. .
Berliner HandclsgeieUschast . 8
Commerz- und Pnvat-Bank . 7
Darmstadter und Nationawank 8 Deutsche Bonk und
DiSconto-Gesellschast... ”
Dresdner Bank "
Reichsbank........12
A.E.G ’
Bergmann •• • ■ “ Elckrr. Lieserungsgesellschast. io Licht und ftraft......
gelten L Guilleaume. . . . 6¥i
Sesellschast für Elektrische
Unternehmungen .... s
Rheinische Elektrizität . . . . 9 Schuckert & (So.......
Siemens L HalSle "
Lahmever L Co.......12
Buderus ♦
Deutsche Erdöl ° Gelsenkirchener =
Harpener..........C
Hoesch Eisen ® Ilse Bergbau U
Klöcknerwerke . '
Köln-Neuesten ......6y,
Mannesmann-Röhren . . . . t Mansselder Bergbau.....<
Lberschlel. Kolewerke . ... t Phönix Bergbau *¥i Rheinische Braunkohlen. . . 1( Rheinstahl (
iviam.ur. u. 2)1.
2)crhb
Gchluß-
1-Uhr-
Schluß-
Antaug-
lurS
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iure
Kurö
Datum
29.6.
30.6.
29.6.
30.6.
Ö% Deustche Reichsanicihe d.192.
78,75
—
78,25
——
7% Deutsche Reichsanicihe 6.1929
95,9
—
95,9
——
5¥.% Doung-Anletbe von 1930 . Deutsche AnI.-AbtöI..Lchuld mit
71,5
—
71,5
52,13
51,65
AuSlos.-Rechten.......
52,2
52,05
Desgl. ohne Auelos.-Rechte . . . 8% Hess. VollSstaat von 1929
5,35
5,35
5,45
89
5,35
(rückzahlb. 102%)......
Lberhejsen Provinz-Anleihe mit
89
—
Auslos.-Rechlen.......
Deutsche Komm. Eammelabl.
49,5
—
—
—
Anleihe Serie 1.......
8% Franks. Hvp.-Bank Goldpse
50,1
—
49,9
—
15 unkündbar bis 1935 .... T» Hranks. Hnp.-Bank Goldpse
98
—
—
— •
unkündbar bis 1936 Serie 16 .
4\VV<. Franks. Hyp.-Bank Liqu. Psandbriese........
92
—
—
87,9
—
- ----
—
4!i% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu
Goldpse..........
8% Pr. Landespsandbikesanstalt
88,4
—
100
Psandbriese R. 19.....
7% Pr. Landespsandbriesanstal
100
—
95,5
Psandbriese R. 10.....
95,5
—
Zcrlln, 29.3uni 1
Geld
Dries
Amerikanische Noten.......
4,212
4,232
Belgische Noten.........
58,53
58,77
Dänische Noten.........
112,48
112,92
Englische Noten.........
20,49
20,57
Französische Noten........
16.465
16,525
Holländische Noten........
169.33
170,01
Fialienische Noten........
22.10
22,18
Norwegische Noten........
112.48
112,92
Deutsist-Oesterreich, ä 1OO Schilling
59.08
59.32
Rumänische Noten........
2,48
2,50
Schwedische Noten........
112,88
113,32
Schweizer Noten.........
81,37
• 81.69
Spanische Noten.........
39,57
39.73
Ungarische Noten........
73,25
73,55
Gchluß«! lurd |
1-Uhr- fturd
Schluß-^ iurd 1
Antang» Kurs
29.6.
30.6.
29.6
30-6.
50
49
50
48,5
107,5
—
—
78,25
51,75
—
51,5
50,13
49
—
49,4
46,75
107
—
107,9
106,5
102.5
101,5
102
101,5
112
110
112
110,5
101,5
—
101,5
101
101.5
100.5
101,5
101
138
137
138,4
136,5
94,75
93,5
94,9
92,75
70,75
68,75
109.25
113,5
110.25
117
113,25
116,75
113.4
75
76
73,75
109
107,25
108,75
105
—
110
—
—
126,5
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125,4
158
158,5
158,25
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-
116
—
45
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45,25
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——
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55
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67
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—
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—
48
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—
158,5
155.5
76,75
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74,5
61,75
44'5
61,75
44
29.3unl
30.3unl
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
78,5 57
80
79,5
Geld
Briet
Geld
Briet
HelstngsorS . Wien. . .
10,591
10,611
10,591
10,611
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——
59,165
59,285
59.175
59,295
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25,5
—
Prag . .
12,473
12.493
12.473
12.493
Budapest . .
73,43
73,57
73,42
73,56
135,5
132,25
Sofia . .
3,050
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3.050
3.056
—
Holland . . £6to . . .
169,35
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169,33
169,67
80.25
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78,5
112,69
112,91
112,69
112,91
87.5
90
87,5
Kopenhagen
112,70
112,92
112,71 .
112.93
69,25
70,75
70
Stockholm
112,86
113,08
112,86
113,08
—
70
66
London. .
20,475
20,515
20,472
20,512
—
123,65
121,75
Buenoo Aires
1,364
1,368
1.355
1,359
—
25,75
25
Reunork .
4,209
4,217
4.209
4,217
—
65
64
Brüssel. .
58,61
58,73
58.61
58.73
—
43
40,5
Italien. .
22,035
22,075
22,025
22.065
——
87,5
85,5
Paris . .
16,471
16,511
16.474
16,514
—-
241
236,5
Schweiz .
Spanien .
81,38
81.54
81,48
81,64
——
257
257,5
39,88
39,96
41,01
41,64
Danzig. .
81,86
82,02
81,86
82,02
—-
11
| Japan . .
2,079
2,083
2,097
2.083
_
31,75
_
Rio de Ian.
0,322
0.324
0,324
0,326
66,13
110,5
109
Jugoslawien 1 Lissabon .
7,431
18,61
7,445
18,65
7,431
18,61
7,445
18,65


