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Nr. 305 Zweites Blatt

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 31. Dezember 1931

Form hoffen.

die besten Neujahrswünsche!

Tanz-Lehr-Znst. Bäulke, Gießen

886 ID

9109 D

RestaurantPostkeller

beste Neujahrswünsche!

Äeinrich Dahmer und Frau

9050 D

07661

Unserer verehrten Kundschaft die besten Glückwünsche z. neuen Jahr

Burg Gleiberg

Restauration Niebergall

Meiner werten Kundschaft sowie Freunden und Bekannten ein frohes neues Jahr! Gg. Börding, Schuhmacher, u. Frau Gießen, Teufelslustgärtchen 3 Leuchelheim, Friedrichstraße 16 9059 D

Vrühl'sche Universitäts-Buch-u.

Steindruckerei, N. Lange, Gießen

-----................... 0610 D

Meiner Kundschaft, allen Freunden und Bekannten

Rußland: wird für uns das große Absatzgebiet.

Silberpreis: wird im Frühjahr 1932 seinen

Höchstkurs erreichen, im Sommer abbröckeln und

Meiner

Kundschaft, Freunden u. Bekannten

Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten

Unseren werten

Schülern, Freunden und Bekannten

Heinrich Balser und Frau

Elektroinstallateur

Zum Jahreswechsel wünsche ich meiner verehrl. Kundschaft, allen Freunden und Bekannten ein gesegnetes glückliches neues Fahr I

Die besten Wünsche

fürs neue Jahr!

Schuhmach^meister

B.Amendu. Frau, Hundsgasse 4

9069 D

die herzlichsten Glückwünsche

zum neuen Jahr!

die herzlichsten Glückwünsche

zum neuen Jahr!

Unseren werten Gästen, Vereinen und Freunden die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel.

Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel!

L. Best und Frau, Bleichstr. 11

........................... 9113D

Richard Bornemann Motorrad- und Fahrradhandlung und Frau S. Bornemann

Damenschneidermeisterin

9052 o

Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr!

Ludwig Becker und Familie

Maler- und Anstreichermeister Frankfurter Straße 33

....................... 9076 D

MkämpsensürDeuffchland.

Gedanken an der Jahreswende.

Von Dr. W. A. Krannhais.

Immer strebe zum Ganzen, Und kannst du selber k.in Ganzes Werden, als dienendes Glied Schließ' an ein Ganzes dich an.

(Schiller.)

Welch Stückwerk aller menschlichen Ordnung weiser Bedacht ist, neu lehrt es uns jede Jahres­wende. Fubel ist und Rausch, wenn die zwölf Schläge von den Türmen niederhallen, und fast ist es wie ein Taumel, und doch wie ein Suchen.

Ungewißheit und Hoffnung, Fragen und kaum eingestandene Antworten, Vergessenwo'.le:i, De- grabenwollen, das Alte hinter sich lassen und zum Reuen streben, all das ist an diesem künst- lichen Einschnitt, den wir, schon fast gelöst vom natürlichen Gang der Dinge, in unser Leben machen. Solange wir Menschen versuchten, Ord­nung in die scheinbare Sinnlosigkeit all unseres Tuns zu bringen, legten wir diesen Haltepunkt einmal hierhin und einmal dorthin, und mxt) bis heute nicht sind wir übereingekommen, wann nun eigentlich einReues Fahr" anfängt.

Zeigt uns nicht das schon, welch Stückwerk solchFahr" ist, daß es eigentlich ein Richts ist, sondern daß es nur um unsertwillen von uns selbst gemacht wurde, und daß es darum eigentlich recht töricht ist, wenn wir sprechen: Was wird das neue Fahr uns bringen? Als obdas Fahr" ein Ding wäre außer uns, ja so etwas Aehnliches wie einSchicksal", von dein wir hoffend Gutes er­flehen, zagend Döses befürchten. Das ist so echt menschlich und zeigt so recht, wie wir doch in unserem Innern so sehr klein sind, daß wir immer und immer wieder uns Gebilde, Worte, Begriffe, schaffen, denen wir die Verantwortung für un­ser Tun und Lassen und für das, was aus ihm wird, auf die Schultern wälzen!

Das ist ein Fatalismus, der nicht germanischen Gepräges ist. Strebende Tat, h i m m e l st r e - bende Tat, das ist germanischer Geist! Richt banges Fragen vor der Sphinx: Schicksal! Was ist denn Schicksal? Fst denn Schicksal wirklich ir­gend eine außerhalb stehende übernatürliche Macht, der wir nicht entrinnen können? Fst Schicksal nicht etwas Anderes? 27t Schicksal nicht ein Handeln, ein Tun, ein Wegefinden, ein Abrechnen, ein Auswägen zwischen dem. was mein Sein ist, meine Wesenheit, und der Wesen­heit, dem Sein des großen Ganzen, dem All, Gott?!

Fa, diesem Schicksal kann ich im Dösen und im Guten nicht entrinnen: denn es ist eben das Er­gebnis dessen, was ich bin, was ich sein will, mehr noch, was ich sein soll, kurz: meines Lebens", und der Erkenntnis, der gläubigen Erkenntnis wie ich dieses Leben, das ich als ein Ganzes leben soll, dem großen Ganzen zu ver­knüpfen habe.

Solch Schicksal kann tragisch sein, wird tragisch sein, wenn mein. Ganzes in der Reinheit seines Wollens zerbrechen muh um des Einklangs mit dem All willen.

Solches Schicksal kann freudig sein, wenn Einzelleben undAlleben eines sind. Aber wo ist das der Fall? Sind das nicht die großen Leuchtpunkte der Menschheit, wo der Mensch, fast schon Gott, sagen kann: Es war doch schön!

Fst es aber nicht gerade die Schwäche unserer Zeit, daß wir um alle Tragik herum- gehen, daß wir vergessen, vergessen wollen, daß es eigentlich der tragische, der faustische Mensch ist, der allein den RamenMensch" verdient?!

Aber ist es nicht vielleicht gerade diese unein­gestandene Erkenntnis, die uns alljährlich, und sei es im Taumel, an der Wende des Fahres still stehen heißt, die uns einen Augenblick lang, wie hilfesuchend, die Hände ineinanderlegen läßt, die uns auf Sekunden dem pochenden «Schlage un­seres Gewissens lauschen läßt, das die ewige Frage in uns hämmert: Hast du alles getan, daß du ein Ganzes seiest, und hast du alles getan, daß du dich dienend dem großen Ganzen einfügest? Hier als Mensch in deiner Familie, in deinem De- ruf, in deinem Amt? Dort als Glied deines Vol­kes, als Teil deines Vaterlandes, als Träger seines Lebens, seiner Ehre, seiner Freiheit, seiner Würde? Lind dort wieder als ein Wesen, das ein Bild Gc-ttes 'sein soll, eine Erlösung der Welt zu Gott, ein Kind des Allgeistes?

Fst solch mahnende Frage in dir lebendig, dann wird j e d e r T a g dir Fahreswende fein!

Einmal aber nur stehen wir und reichen uns helfend die Hände. Schauen vorwärts und schauen rückwärts, schauen die Fahre des Kampfes und Der Schwäche, der Rot und des Riederbruches und heben unsere Augen auf zu den Bergen, von wannen uns H.l.e kommt. Denn Geweh h it und Sitte, sie sind in dem kleinen engen Kreis unseres Lebens mächtige Helfer dem Einzelnen, vernicht allein zu stehen vermag.

Daß der Kreislauf sich rundet und vollendet, fern dem Geschehen, in unabänderlichem Gleich­maß, wie der Sonne Lauf, wie dec Gang der

Edgar Borrmann Eisenwaren-, Werkzeug-, Laus- und Küchengerätehandlung

...................... 9131 D

Frankreich: Um die Mitte des Fahres 1232 ent­stehen neue Differenzen zwischen Deutsch­land und Frankreich.

Frühling: kommt diesmal sehr spät.

Fndustrie: Die deutsche Fndustrie erlebt einen unerwarteten Aufschwung.

Mark: Die deutsche Mark bleibt stabil.

Makart Zeitalter: ^hn gehen wir cn gegen Versimpelt und gemütlich wer en wir w.rden. immer auf der Flucht vor dem Trommelfeuer der Ungemütlichkeiten dieser Zeit.

Rechtsruck: kommt! Jedoch wird der Rational- Sozialismus sich in weit gemäßigterer ~ m durchsetzen, als manche fürchten oder

... und wer hat recht?

Das Jahr 1932 im Orakel der Geheimwiffenschasten. Hellseher, Astrologe und Kartenlegerin sind sich nicht einig!

Sterne am ewigen Himmel, es liegt doch wieder Großes in diesem kleinen Kalendergedanken. Großes, das zum Stillesein mahnt und zur Demut. Was sind wir in den Fahrmillionen unserer Erde? Groh steht die Zeit und klein sind nur wir Men­schen. Werm sie den Zeiger rückt um Haaresbreite, sinken Reiche dahin. Throne stürzen, Kulturen vergehen: wenn sie den Zeiger rückt, schweigen jauchzende Lieder, gerinnen Tränen, und Gedan­ken vergehen: Wort wird «Schwert, Liebe wird Haß, Freund wird Feind. Eines Haarstriches Breite rückt der Zeiger der Weltenuhr, und immer ist das Eine in allem gleich, gleich klein und gleich groß: Mensch sein!

Vor dem Vorhang aber stehen Tausende, bange Fragen in den Augen. Klingen ist von Ferne, Glocken der Heimat. Fern unserer Seele! Aber es ist da und läutet stäicker, so daß wir hoffen! Die Harrenden aber hören es und den Tätigen ist es Verheißung: ihr Blick geht hinauf aus der Tiefe des Tales zur Höhe und bringt ihnen den stolzen Mut! Daß die Glocken der Heimat, daß die Glocken unseres Vaterlandes wieder klingen, ist unser Werk!

Schaffet, daß sie dröhnen tm neuen Fahr, daß sie Einheit rufen und Freiheit, Deutschfein von Turm zu Turm! Ihr könnt es, ihr alle, wir alle, du und du! Du Mann, du Frau, du Füngling, du Mädchen! Schaffet, daß

frei die Glocken des deutschen Friedens läuten! Roch ist nicht Friede!

Sturm sollensie läuten! Sturm, der die Herzen zusammendrängt, Sturm, der dahin­fährt und alles bricht, was undeutsch ist und morsch!

Sturm sollen sie klingen! Sturm, der Lug und Trug zerweht, auf daß die Wahrheit leuchte!

Sturm sollen sie singen! Sturm, der um unser Haus weht, daß es fest stehe, eines jeden Deutschen Herz ein Stein in seiner Mauer! Daß es fest werde wie Stahl, heute und immer, wie deutscher Stahl!

1914 schlug die Glocke der Zeit, 1918 tönte sie dumpf, wann wird sie hell klingen zum neuen, zum deutschen Fahr?

Solche Frage ist die Frage nach deinem deutschen Sein. Wie der Wanderer, der ge­fahrvolle Schluchten, stürmende Meere, dunkle Wälder und öde Wüsteneien überwunden hat. nicht innehält, nun da er seine Kraft erprobt hat, da er wie eine Verheißung den Beginn eines Er­folges seiner Bemühungen sieht, nicht zagen Fußes stehen bleibt, sondern vorwärts strebt, dem leuchtenden Gipfel zu, so wollen auch wir nicht innehalten, zu kämpfen für Deutschland!

Wollen nicht und werden nicht!

(Rachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Wir möchten alle so gerne wissen, was uns das Fahr 1932 bescheren wird. Run gibt es ja Men­schen, die behaupten, hinter die Kulissen der Zeit schielen zu können: Hellseher, Astro­logen, Kartenlegeri Rur, daß die sich manch­mal leider auch irren! Linser Berliner P. ^.-Mit­arbeiter jedoch wollte es ganz genau wissen und hat sich deshalb entschlossen, bekannte Vertreter aller drei Fakultäten derZukunftsgucker" aufzu­suchen. Lind dabei ist das Peinliche passiert, daß jeder von ihnen etwas anderes sagte! Aber wir geben Fhnen den Rat: schneiden Sie sich diese «Seite aus, heben Sie sie auf! Lind Silvester 1332 vergleichen Sie einmal! Dann wer­den wir ja sehen, wer recht gehabt hat: der Astro­loge, der Hellseher oder die Kartenlegerin?

1932 hellgesehen!

Öin Gespräch mit Erik Jan Hanussen.

Berlin-Kurfürstendamm! Das schönste Schild hier in der ganzen Gegend ist das weiße, auf dem in großen Buchstaben die Worte stehen: Sekre­tariat Erik Fan Hanussen Ein Fahrstuhl bringt mich zu dem berühmten Hellseher. Fn der An­meldung sitzt eine bPdhübjche Sekretärin zwischen lauter langweiligen Aktenbündeln: sie bringt mich zum Sekretär.

Rach langer Rücksprache komme.ich insGe­schäftszimmer": hier sitzt Erik Fan H ^aussen! Er sitzt an einem großen Schreibtisch, und unter sei­nen buschigen Augenbrauen sehe ich seinen festen Blick auf mich gerichtet. Plötzlich durchzuckt mich die Frage: «Sieht er am Ende jetzt schon hell, und weiß er vielleicht bereits schon meine tiefsten Gedanken... ? Der Sessel, auf dem ich sitze, ist zwar fabelhaft bequem, aber...

Da kommt schon m t scharfer Stimme fein: F.age: »Was wollen Sie eigentlich wissen?" Run bin ich beruhigt, älnfere älnlerhaltung war lang und interessant. Hier das Ergebnis, nach Schlag­worten alphabetisch geordnet:

Berlin: wird mächtig altdeutsch. Sehr zum Wohle unserer Rachkommen.

Bolschewismus: macht im Fahre 1932 einen letz­ten Versuch zur Machtergreifung, der jedoch mißglückt. Damit bricht der Kommunismus in Deutschland völlig zusammen.

Courths-Mahler-Renaissance: steht uns bevor! Richts wie Schäfereien und Lieblichkeiten in der Literatur. Völlige Abkehr von den Kriegsbüchern. Ganghofer und Rosegger werden wieder gefressen werden.

Familienleben: wird wieder modern.

im Herbst wieder steigen. Ein weiteres Absinken ist nicht zu befürchten.

Sommer: wird diesmal h ei ß und dürr.

Theater: Rückkehr zu mit hochdramatischen Kon­flikten überhäuften Stoffen.

Tonfilm: wird noch nicht durch den Raumton­film verdrängt. Das passiert erst im Fahre 1933. Auch der Farbtonfilm kommt im neuen Fahre noch nicht.

Weihnachten 1932: werden wir sagen: Fn all den Fahren haben wir nicht so viel Sensationen erlebt, wie in diesem einen Fahr.

Winter: des Fahres 1932 ist mild.

1932 kartomantisch!

Ein Besuch bei Frau Theres Wendler.

Die weiß alles: da müssen Sie hingehen!", hatte mir meine Portierfrau gesagt.Fa. die weiß alles!", sagte auch meine Bäckerfrau. A.so ging ich hin. Mietshaus. «Seitenaufgang. Drei Trep­pen. Dann endlich die Tür mit dem gesuchten Schild:

Kartomontie

Karten und Blei deutet Frau Theres Wendler gewerblich, behördlich genehmigt.

Fch klingelte. Schritte näherten sich schlurfend: Frau Theres Wendler persönlich stand vor mir, sagte:Grüß' Gott, Herrchen!" und bat mich her­ein. Sie ist eine rundliche, gemütliche und freund­liche Frau. Fetzt führt sie mich an ihre Arbeits­stätte. Das war also das geheimnisvolle Kabinett. Reben dem Ofen flatterte ein Kanarienvogel. Unö auf dem Tisch lagen die Wunderkarten. Die 32 Karten, aus denen Frau Theres Wendler mir alles erzählt hat, was uns im Fahre 1932 passieren kann.

Sie griff nach ihnen, legte sie zusammen, mischte sie, hob ab, ließ mich mischen, lieh mich dreimal mit der linken Hand abheben, legte auf.

Dann mischte sie nochmal und sprach: Das Fahrzehnt der Alten!

Herrchen", sie nannte mich immer so »sehen Sie mal, Herrchen, heben Sie hier drei­mal ab. So, danke!

Fch sehe einen großen Mann. Er reckt weit seinen Arm. Er schreitet vorwärts auf ein Haus, ein mächtiges Haus. Das ist der Staat. Sehr einfluß­reiche Freunde stehen ihm bei. Heben Sie mal mit der linken Hand ab! Rein, hier sehe ich nur den Gerichtsvollzieher... Heben Sie noch­mal ab!

Run aber Wirren im Ausland. Australien stürzt sich in Konflikte. Brände, Katastrophen. Fch sehe, daß eine europäische Macht eingreist.

Das Alter kommt wieder. Wohl nicht nur in der Mode. Das muh eine gründliche Wandlung sein, das sehe ich hier. Die Menschen werden wie­der in die Kirchen gehen, und die Ehemänner ihren Frauen treu bleiben. Die Kinder werden Vater und Mutter ehren und dann auch die Altersrenten werden heraufgesetzt. Die Zeit des Kindes wurde abgelöst durch die Zeit der Fugend. Fetzt aber bricht das Fahrzehnt der alten Leute an.

Mischen Sie! Die Menschen, denen es gut gegangen ist in den letzten Fahren, werden sich hüten müssen, ihnen droht Gefahr. Die aber, bei denen es mal so, mal so war, die immer kämpfen muhten und trotzdem nicht zugrunde gegangen sind, das Fahr 1932 wird ihnen endlich das ver­diente Glück bringen.

Bei den Pferderennen steht eine Lleberroschung bevor, wie wir sie bisher kaum noch erlebt haben! Run wollen Sie bitte drei Häufchen legen!

Max Schmeling bleibt Weltmeister. Ein deut­scher Boxer jedoch, kleiner als er, etwas schwerer, Süddeutscher, wird ihm ernstlich zu schaffen machen.

Glückszahlen für das Jahr 1932 sind: 2, 9, 28, 99, 103, 247!

1932 astrologisch!

Em Gespräch mit Arthur Schuhmacher.

Arthur Schuhmacher zählt heute zu den bekann­testen Astrologen Deutschlands: Sein Rame ist durch einige verblüffende Treffer so bekannt ge­worden, daß ihn die Humboldt-Hochschule zu ihrem Dozenten machte. Er fällt auf durch seine angenehme, ungezwungene Art: ihm fehlt jede Wichtigmacherei, der man in diesen Kreisen nur zu oft begegnet.

Aus seinem Schreibtisch nimmt er einige Zeich­nungen: Kreise, Zahlen, Sternbilder find darauf, die Berechnungen für das kommende Fahr.

Rach dem heutigen Stande der astrologischen Wissenschaft sind wir noch nicht in der Lage, präzisierte Ereignisse vorauszusehen, es sei denn, man nähme seine Zuflucht zu Allgemein­plätzen. Was wir Astrologen aber heute schon mit ziemlicher Sicherheit vorauszusagen vermögen, das sind öie Grundtendenzen der kom­menden Entwicklung.

Diese sehen für 1932 wesentlichgünstiger aus, als in den Vorjahren! Fn der weltwirtschaft­lichen Lage wird eine grundlegendeDesse- r u n g eintreten. Während der Fanuar und Fe­bruar noch ernste Auseinandersetzungen bringt, wird der Umschwung voraussichtlich Ende F e b ru a r eintreten und Mitte Fuli als Impuls besonders stark in Erscheinung treten.

Die allgemeinen Auswirkungen d efer Besserung werden sich für uns allerdings nicht gleich bemerkbar machen. Eine Erleichterung dör te erst im Juni spürbar werden. Die extremen Richtun­gen werden bis dahin noch weiter anwachsen. Auch weist der Monat Februar noch einige bedenkliche Zeichen auf: Auffallend ist, daß in diesem Monat auch das Horoskop Brünings sehr ungün­stig aussieht. Fhm wird die Zeit vom Mai bis zum 20. Funi mutmaßlich Unannehmlichkeiten bringen, die vor allem durch eine Mißstimmung in den Volksmassen verursacht sein dürften.

HitlersHoroskop sür das Fahr 1932 steht im Widerspruch zu den allgemeinen Erwartungen. Der Oeffentlichkeit erscheinen seine Chancen im kommenden Fahre so groß wie nie zuvor. Sein Horoskop aber läßt feine Stellung ernstlich gefähr­det erscheinen. Vor allem im Februar und im Ok­tober wird er Differenzen mit seinen Anhängern auszufechten haben, die seine schwerste Macht­probe darstellen dürsten.

Da in der Fahresfigur für Deutfchland der Saturn das Gestirn der Gefährdung auf den Platz des Mondes fällt, der das Symbol des Volkes ist, muh mit Krankheiten epidemischen Cha­rakters gerechnet werden

Stark tritt im Fahreshoroskop die Verbindung mit dem Ausland hervor. Expeditionen dürften jedoch nur schwerlich den gewünschten Er'o'g zo­tigen, da für sie im Fahre 1932 in besonders star­kem Maße die Gefahr eines vorzeitigen Abbruchs besteht. Der Film hat gute Chanren für seine Entwicklung. Das Theaterchaos jedoch wird weiter fortschreiten. Ganz komische Autoren werd:n zu Worte kommen, die aber nicht den Beifall des Publikums finden

Wie gesagt, die durch die allgemeine Besse­rung der Weltwirtschaft hervorgerusene C r - leichter ung wird in Deutschland erft spä­ter merklich fühlbar werden. Fm Oktober und Rovember wird sie jedoch schon so weit fort­geschritten fein, daß wir in den Winter 1932'33 nicht mit jenen Sorgen schreiten werden, die uns in den letzten Fahren nicht verlassen haben.

Wettervoraussage.

Mit dem Kaltluftzustrom ist der hohe Druck im Westen nach Deutschland vorgedrungen und hat eine Zunahme des Frostes bewirkt. Gegen­wärtig hat sich über Holland eine flache Störung entwickelt, durch deren Beeinflussung etwas Be­wölkung und vereinzelt auch noch geringe Schnee­fälle zu erwarten sind. Im ganzen kommt aber der hohe Druck zur Geltung, der das Frostwetter bestehen läßt. Lieber Frland rückt jedoch ein neues Tief heran, dessen Ausläufer vielleicht bis zu Beginn der nächsten Woche sich bemerkbar machen und wahrscheinlich Milderung verursachen dürften.

Aussichten für Freitag: Leicht wolkig, mehr aufklarend, jedoch noch vereinzelt leichte «Schneeschauer, Frost.

Aussichten für Samstag: Vorwiegend trocken, zeitweise etwas wolkig, sonst vielfach auf­klarend, Wetter mit Frost.

Lufttemperaturen am 30. Dezember: mittags 0,2 Grad Celsius, abends7,1 Grad; am 31. Dezember: morgens5,6 Grad. Maximum0,1 Grad, Mini mum8,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Dezember: abends0,2 Grad: am 31. Dezember: morgens 0,2 Grad Celsius. Son. nenfcheindauer % Stunde.