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Nr. 221 Drittes Blatt

Siebener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gberheften)

Dienstag, 29. September 1931

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Wirtschaft.

Neue Durchführungsverordnung zur Devifenverordnung. Die fünfte Durchführungsverordnung zur Devifenverordnung stellt zunächst fest, dost die den Gegenstand des Stillhalteabkommen- bildenden Rechtste ziehun- Sen zwischen inländischen Danken und inländi- hen Schuldnern, ausländischen Dankgläubigern und ausländischen Schuldnern durch btt Reichs­bant zu überwachen sind. Ferner wird verord­net, dah im Inlande ansässige Personen Wert­papiere in die Depots von Ausländern nur mit schriftlicher Genehmigung der Stelle für Devisen­bewirtschaftung einlegcn dürfen, und dast inlän­dische Danken gleichfalls eine solche Genehmigung benötigen, um Wertpapiere, die Ausländern ge­hören. zu verkaufen, es fei denn, die Desiher ver­sichern, dast diese Wertpapiere einem Inländer gehören. Die« deshalb, um zu verhindern, dast

Inländer sich bic den Ausländern zugeftandene Freigabe deS Erlöse« aus Sffektenverkäusen zu­nutze machen.

Kein Stützungsgesuch des Horb» deutschen Lloyd. Zu gleicher Zeit mit der Mitteilung, dast die amcr kanischen Frcigabegcldtr auf der .Dremcn" an den Norddeutschen Lloyd unterwegs feien, wurden Gerüchte verbreitet, die D e r l u ft c der Norddeutschen Lloyd infolge de? Psundentwcrtung seien so grob, dah eine Stützung durch das Reich notwendig werde. Don der Dcrwaltung de« Rorddeutfchen Lloyd wird dazu erklärt, der Rorddcutfche Lloyd habe keine derartig groben Vrrluste durch die Pfund- cntwertung erlitten, dah er eine Stützung durch das Reich notwendig habe. Es fei auch nicht be- absichtigl, eine Stützung zu beantragen.

Bis aus weiteres keine Börse.

Berlin, 28. SepL (1DIB.) Dem Börfenoorhand log bei feiner heutigen Sitzung ein Lriah des preu- ßischcn Ministers für handel und Gewerbe vom 28. September 1931 vor, in welchem dieser im Ein­vernehmen mit der Beichsregierung und dem Belch»- bnnkpräsidenten er au» dringenden allgemeinen Interessen für notwendig erklärt, die Börsen- versammlungen bi» aus weitere» aus- fallen zu lassen, und den Börsenvorstand ersucht, einen entsprechenden Beschluß herbeizuführen.

Der Börsenvorstand hat diesem Ersuchen mit der folgenden Bekanntmachung entsprochen, in dem Be­richt an den Minister aber dem dringenden Wunsche Ausdruck gegeben, dah den Bedürfnissen der Wirt­schaft nach baldiger Fortsetzung de» amt­lich en Börsenverkehr» Bechnung getragen wird und dah alle» geschieht, um aus eine schleu- nige Beseitigung der jetzt der Abhaltung von Bor- senversammlungen etwa entgegenstehenden Gründe hinzuwirken.

Die Börsenoersammlungen der Abteilung Wert­papierbörse fallen vom 29. September 1931 ab bi» auf weitere» au». Die Börsenräume wer­den deshalb für die Besucher der Abteilung Wert­papierbörse vorläufig geschlossen gehalten werden.

Die Feststellung der Devisenkurse erfolgt in der Beich » bank."

Frankfurt und München folgen.

Frankfurt a M., 28. Sept. (WTB.) Der Fvankfurter Börsenvorstand hat sich dem Beschluß des ^Berliner Börsenvorstandes. die Börfenräume bis auf weiteres zu schließen, a n ge­schlossen.

München, 28. Sept. (WTB.) Die Börsen- Derfammlungen fallen ab Dienstag, 29. Sep­tember 1931, bi s auf weiteres aus Die Bär- ,erträume bleiben deshalb für die Besucher der Effektenbörse geschlossen.

Frankfurter Börseiistimmungöbild.

Frankfurt a. M., 28. Dept. Zu Deginn der neuen Woche zeigte die Dörse ein sehr ruhiges Di 1 d. 3m Laufe des Dormittags hatte es im telephonischen Verkehr zwischen den 'Lankbureaus den Anschein, als ob sich eine festere Ctwnmung herauskristallisieren wollte, wo­für allerdings keinerlei äußere Momente ange­führt werden konnten. Man dachte wohl in erster Linie an den Besuch der französischen Minister in Berlin. aus deren freundlicher Ausnahme man Schlüsse auf daS Zustandekommen eines befrie­digenden Ergebnisses bei den kommenden Ver­handlungen ziehen wollte. Später aber wurden wieder wesentlich schwächere Kurse genannt, da das Wahlergebnis in Hamburg mehr in den Vordergrund der Erörterungen gestellt wurde. Man kann nicht umhin, die Tatsache der wei­teren Radikalisierung der Devölse- r u n g als ein wenig erfreuliches Zeichen an»u- sprechen. Von verstimmendem Einfluh waren fer­ner die Schwierigkeiten bei der Dank Rationale de Credit in Paris. Recht drückend auf die Stim­mung wirkte es, dast über die Wiedereröffnung der Dörse immer noch keine Beschlüsse gefaßt worden find und baß man auch in dieser Hinsicht nicht weih, was die Zukunft bringen wird. Arn Aktienmarkt nannte man IG.-Farben mit 99 nach 103, Siemens mit 109 nach 112. Pfandbriefe waren anscheinend heute weniger offeriert, doch macht sich in diesen Werten andauernd Schwäche­neigung geltend. Der Tagesgeldsah ging von 7,5 auf 7 v. S>. zurück. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Reuyork 3,86, gegen Paris 93,75, gegen Mailand 76,50, gegen Madrid 42,50, gegen Schweiz 19.75, gegen Holland 9,62' <>.

Or. Ernst Reichskommiffar für das Bankgewerbe.

(Berlin, 28. Sept. (WTD.) Der bisherige Ministerialdirektor im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, Dr. Ernst, ist zum Reichskommissar für das Dank­gewerbe ernannt worden.

Die Flucht vom Goldstandard.

Dänemark folgt Schweden und Norwegen.

Kopenhagen, 29. Sept. (WTD.) Hm Mit­ternacht gab Ministerpräsident Stauning fol­gende Erklärung über die im Lause des Tages geführten Valuta-Verhandlungen ab:

Nachdem die Reichsbanken und die Regierun­gen von Schweden und Norwegen am Sonntagabend beschlossen' hatten, die Pflicht der Einlösung der Geldscheine mit Gold aufju- heben, war es einleuchtend, daß Dänemark seine Valutapolitik nicht in der Richtung fort- sehen konnte, die in den ersten Tagen nach den Ereignissen in London einzuschlagen war. Die Nationaldank hatte im Laufe des Montag eine Reihe von Verhandlungen und richtete Montag­nachmittag ein Ersuchen an die Regierung, von der Pflicht der G o l d e i n I ö f u n g be­freit zu werden. Die Regierung hat beschlossen, vorzuschlagen, daß dem Wunsche der National­bank durch ein besonderes Gesetz entsprochen wird. Diese Gesetzesvorlage dürfte DienStagfrüh ein­gebracht werden.

Nach den letzten Verhandlungen mit den Par­teiführern erklärte Ministerpräsident Stau- n i n g. daß diese sich mit den geplanten Da - lutamaßnahrnen einberfTanöcn erklärt hätten. Die vorzulegende Gesetzesvorlage wird eine Bestimmung über die Aufhebung der Goldeinlösungspflicht bis einschließlich 3 0.November in Hebereinstimmung mit den von Schweden getroffenen Maßnahmen enthalten. Weiter wird darin eine Destimmung enthalten sein betr. die Einsetzung eines Reichstagsaus­schusses von vier Mitglieder zur Kontrolle des Valutahandels. Durch eine königliche Verordnung wird es möglich sein, dem Wunsche der Nativnaldank auf Herabsetzung des Deckungsverhältnisses von 50 auf 3 3 i,3 Prozent entgegenzukommen.

Diskonterhöhung in Holland.

A m st e r b a m . 28. Sept. (WTD.) Die Nieder­ländische Bank hat den Diskont mit Wirkung ab 29. September von 2 auf 3 Prozent er­höht. Der Sah von 2 Prozent war seit dem 16. Mai 1931 in Geltung.

Zahlungsbeschränkung der Schweizerischen Volksbank.

Bern, 28. Sept. (WTD.) Die Schwei­zerische Dolksbank mit dem Sitz in Bern bat, wie die Schweizerische Depeschenagentur Bern mittedt. für ihre Zweigstelle Zürich die kün­digungslose Auszahlung von Spar­kassenguthaben bis zu 800 Franken be­schränkt.

In einer vom Derwaltungsrat der Schwei­zerischen Dolksbank veröffentlichten Erklärung wird betont, trotz gewisser Verluste, die heute alle Danken erleiden mögen, dürften alle der Dank

anvertrauten Gelder als gesichert angesehen Werdern cs bestehe kein Grund zur Dcunruhi- gung. Gewisse Einschränkungen in der Auszah­lung der Spar- und Depositengelder müßten vor­genommen werden, um den Auswirkungen un- fontroUierbarer Gerüchte zu begegnen.

Die holländischen Exporteure wehren sich.

Amsterdam. 28. Sept. lWTD.) Die Ver­einigung der holländischen Exporteure hat heute den Beschluß gefaßt, ihren englischen Abnehmern mitflutcilen, daß sie sich mit einer De- zahlung ihrer Lieferungen nach England zum ge­genwärtigen Pfundkurs nicht zu­frieden geben können. Sie stünden vielmehr auf dem Standpunkt, daß die laufenden Kontrakte nod) Aum Goldkurs abgeschlossen seien, sodaß auch die Bezahlung auf demselben Stande erfol­gen müsse, wie er vor der Suspendierung der Goldwährung in England gewesen sei.

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Banknoten.

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Holland

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Buenos flirrt

3.998

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4,209

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Italien . . .

21.73

21.77

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Pari« . .

16.68

16.72

16,68

16,72

Schweiz

82.17

82.33

82.32

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cDcnien

37.26

37,34

37.26

37.34

Xrnnig

81.92

82,08

81.97

82,13

Japan

2,078

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2.078

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0,219

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0.234

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Loiador

14,59

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Berliner Effektenfreiverkehr.

Berlin, 28. September

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15.94

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16,67

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HoUä»diIche Noten.......

69,46

170.14

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21.81

21.89

Norwegische Noten .......

92,71

93.09

Deutsch-Lekterreich, 4 100 Schilling

59,02

59.26

Raeiäotiche Noten .......

2,49

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Sch-vedtlche Noten........

99.65

100,05

Schweizer Noten.........

81.99

82,31

Spanische Noten.........

36.83

36.97

Ungarische Roieo .......

72.75

73.15

Be r I i n, 29. Sept. (WTB. Funkspruch.) Schon in den heutigen Vormittagsstunden war eine gewiße Enttäuschung zu erkennen, die daraus resul­tierte, daß aus den gestrigen Beschlüssen des Börsen- Dcrftanbes nichts über einen evtl. Wiedereröffnungs­termin des Bärsenoerkehrs zu ersehen war. Die ur-

Dberbeffen.

Landkreis Gießen.

Heuchelheim. 28. Sept. Dieser Tage hielt der Gewerbeverein Heuchelheim im Gasthaus .Zum Treppchen' eme Versammlung ab, zu der auch auf Einladung der Vorstand de« Kre­ditvereins Heuchelheim erschienen war. Der Rechner des Kreditvereins. Ferd. Volkmann, hielt einen interessanten Vortrag über den Konto- korrentverkehr und über die gegenwärtigen Geld­beschaffungsverhältnisse. Direktor H. Rinn be­tonte. die in einzelnen Handwerksberufen herr­schende Sitte, die Rechnungen über gelieferte Ar­beiten nach einem zu langen Termin zuzustellen, sei heute nicht mehr tragbar. Alles entbehrliche Geld müsse zur Kasse getragen werden, um dadurch der Wirtschaft Erleichterungen zu verschaffen. Herr D v l k m a n n beantwortete noch eine Reihe von Anfragen.

X Klein-Linden, 28. Sept. Die Bau- t ä t i g f e i t in unserem Orte war in diesem Jahre infolge der.Geldknappheit sehr gering. Fertig- gestellt wurde von privater Seite ein Wohnhaus mit drei Wohnungen. Mit dem Bau eines weiteren Wohnhauses wurde begonnen. An mehreren Wohn­häusern und Wirtschaftsgebäuden wurden Anbauten geschaffen. Durch denBauderWasserleitung und die Ausführung der Kanalisation fanden viele Erwerbslose für längere Zeit Arbeit.

X A11endors (Lahn), 28. Sept. Die hiesige Gemeinde - Ob st ver st eigeruna erbrachte trotz reichlichen Angebots annehmbare Preise. Tafel­apfel am Baum kosteten durchschnittlich 3 bis 5 Mk., Wirtschaftsäpfel 1,50 bis 2,50 Mk., Zwetfchen 3 bis 4 Mark pro Zentner. Der Gesamterlös für Ge­meindeobst betrug etwa 940 Mark.

:/: Beuern, 28. Sept. Seinen 80. Geburts­tag beging heute Heinrich Lepper bei voller geistiger Frische. Verschiedene Ehrungen wurden ihm zuteil. Wie alljährlich, so sand gestern am Ein- weihungstage des Gefallenendenkmals die Ge­dächtnisfeier für die Kriegsopfer unserer Ge- meinbe statt. Die Schüler der 1. Klasse und sämtliche Vereine wirkten mit. Vom Bürgermeister und den Vereinen wurden Kränze niedergelegt.

* Hungen, 28. Sept. In der verflossenen Nacht gegen 23 Hhr kam es hier in einer Gast­wirtschaft während einer Tanzfestlichkeit zu einer kurzen Prügelei zwischen mehreren Desuchern, die durch das energische Eingreifen des Wirtes, der die Kampfhähne schleunigst vor die Tür setzte, rasch beendet wurde. Vermutlich davon aus­gehend, kam es einige Stunden später, gegen 2 Hhr, vor demSolmser Hof" zu einem erneuten Zusammenstoß, an dem Nationalsozialisten aus Gießen und Reichsbannerleute beteiligt wa­ren. Dei der Schlägerei auf der Straße wurden

zwei Nationalsozialisten verletzt, die später in der Gießener Klinik ärztliche Hilfe aussuchten. Bei dem Krawall wurden durch Steinwürse eine Anzahl Fensterscheiben de« »Solmser Hoies" zer­trümmert. Ferner soll bei dem Vorfall, über helfen Entstehung bi« jetzt noch keine völlige Aufklärung vorliegt, auch mit Dier- und Wein­flaschen geworfen worden sein. Durch die Gen­darmerie. die im Verlaufe der Nachtstunden noch durch Beamte au« zwei Nachbarorten verstärkt wurde, konnten Weiterungen für den Rest der Nacht verhindert werden. Die polizeiliche Haier» suchung des bi« jetzt noch ziemlich dunklen Vor­fall« ist im Gange.

Mrcie Büdingen

+ Nidda, 28. Sept. Die Ob st Versteige­rung an der,Provlnzialstraste KohdenHnler- schmittenRabertshausen Hlfa hatte, obwohl Händler nicht vertreten waren, eine Menge Käufer au« den anliegenden Orten angelodt. SS wurde flott geboten. Goldparmäne stellte sich auf 2 bis 4 Mark pro Zentner am Baume, Har- bertS-Renette wurde geringer bezahlt. Von klei­neren Verkäufen an apfelweinproduzierende Gast­wirte abgesehen, die 1,50 biS 2 Mk. pro Zentner Schüttelobst bezahlen, ist saft keine Nachfrage nach Aepfeln vorhanden. Für den Zentner Goldpar­mäne werden 5 Mk. geboten.

Ärcie -llojcld

cL Flensungen, 28. Sept. Wiederher­steilungsarbeiten an unserer Kirche sind nahezu vollendet. Lediglich die Innendekoration ist noch sertigzustellen. Die Kirche macht in ihrem neuen Verputz einen sehr freundlichen Eindruck.

preutzen.

Kreis BZcylar.

0 Krofdorf. 28. Sept. Am Sonntag diente der 74,äh.ige Philipp Schmidt zum letztenmal der evangelischen Kirchengemeinde Krofdorf-Glei­berg als Küster. Infolge seines Alters sah er sich genötigt, sein Amt, das er lange Jahre mit großer Gewissenhaftigkeit auSübte, niederzulegen. Zum neuen Küster hat da- Presbyterium Ehristian D e h u s gewählt. Die Ausstel­lung des ncugcgrunöetcn Obst- und Gar­te n b a u v e r e i n s im Saale der Wirtschaft Moos sand lebhafte« Interesse. Die einzelnen Aussteller zeigten in bunter Abwechselung reich­haltige Zusammenstellungen von au-erlesenem Obst, erstklassigen Gartendauerzeugnissen und vie­len Dlumensorten. Sterilisierte Früchte, Beeren­weine und -safte vervollständigten die Schau. Starke« Interesse sand auch eine aus moosigem Grund aufgebaute P i l z s a m m l u n g, die die vornehmlichsten eßbaren und giftigen Pilze un­serer Gegend auftoic«.

Neues für den Büchertisch.

Dr Curt Thesing: Die Gesetze der Fortpflanzung 272 Seiten 8°. Volksver­band der Bücherfreunde. Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2 (322) In leichtverständlicher Darstellung behandelt der international anerkannte Fachgelehrte hier die großen Fragen der Fortpflanzung und Ver­erbung. Ausführliche Literaturhinweise bieten dem Leser die Möglichkeit, sich weiter mit den ange­schnittenen Fragen vertraut zu machen. Dies auf­schlußreiche Werk, das die weitgreifenden und komplizierten Tatsachen und Probleme der Fort­pflanzung und Vererbung in einer überzeugend klaren, auch für Laien verständlich abgefaßten Gesamtdarstellung bildhaft vor Augen führt, er­scheint im Rahmen der Wissenschaftlichen Iahres- reihe des Dolksverbandes der Bücherfreunde. Preis in Halbleder 2,90 Mk.

Handbuch des deutschen Staats­rechts, herausgegeben von Gerhard Anschütz und Richard Thoma, Verlag von I. C. B. Mohr <Paul Siebeck in Tübingen). Don dem hier schon mehrfach besprochenen Sammelwerk liegen neu vor die Lieferungen 23 und 24, die den zweiten Dand fort- führen. Die Abschnitte behandeln das Haushalts­recht.

D i e Handelshochschule, Lehrbuch der Wirtschaftswissenschaften, herausgegeben von Professor Dr. Schmidt, Frankfurt a. M.. Indu­strieverlag Späth & Linde, Derlin W 10. Don dem vier Bände umfassenden großen Lieferungs­werk sind jetzt die beiden letzten Lieferungen 98 und 99 erschienen, die das Kapitel Kaufmännische Werbelehre, behandelt von Professor Seyssert, Köln, abschließen und das 96 Seiten umfassende Sachregister bringen. Damit liegt nun ein Werk abgeschlossen vor. das unter Mitarbeit erster

Autoritäten alle Gebiete de« kaufmännischen Wis­sens erschöpsend behandelt, und das nicht nur dem Handelshochschüler und dem angehenden Kaufmann, sondern auch dem erfahrenen Manne der Praxis Anregung und Belehrung in reicher Fülle bietet.

Meyers LuftreifeführerM i 11 e l europa". Herausgegeben unter Mitwirkung der Deutschen Luft-Hansa AG. 556 Seiten Mit 83 Streckenkarten und einem Luftverkehrsplan. Ganz- leinen 15 RM. (318) Zum erstenmal werden hier alle wichtigen Strecken des dichtesten Flugnetzes der Erde ausführlich beschrieben zunächst die großen internationalen dann sämtliche Jnlandsluglinien Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns, der Tjchecho- slowakei und der Schweiz. Das Inhaltsverzeichnis weist die stattliche Zahl von 173 Strecken auf. Die Darstellung des Geographen A. Radö, der sämtliche Strecken beflogen hat, ist kurz und knaop. Bei jeder Strecke wird die genaue (Entfernung in Milometer an­gegeben, Flugzeit und Preis und zum Vergleich die schnellste Bahnverbindung. Es folgt eine Beschreibung aller vom Flugzeug aus sichtbaren Besonderheiten der Landschaft^ alle wichtigen Punkte sind durch Fett- druck heroorgehoben. Links und rechts des Textes ist in einer besonderen Spalte bie jeweilige (Entfernung angegeben, fo daß man nacy der Flugzeit stets sofort ermitteln kann, wo man sich befindet. Besonders wertvoll sind die neuartigen Kartenskizzen, die nur die Blickpunkte aufweisen, nach denen man sich leicht orientieren kann. Eine alphaoetische Uebersicht der Städte mit Flugverbindung nennt Zubringerdienst und Auskunflsstellcn. Im Anhang findet sogar der Sportflieger praktische Angaben über Wetterwarten. Werkstätten, Peildienst, Flugsunlftellen und Aehn- liches Ein Verzeichnis empfehlenswerter Hotels macht den Schluß.

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fprünglid) bestehende Meinung, daß es sich nur um eine vorübergehende Maßnahme zur Ueberwindung des Quartalsultimos handeln würde, wurde jetzt schon bezweifelt, da man für die Reichsbank keinen Ausweg sieht, wie sie um den Austausch von Markgeldern auf die an Ausländer verkauften Effekten und Devisen herumkommen will. Solange die Börse aber geschlossen ist, besteht für sie keine Verpflichtung, die im Freioerkehr gehan­delten Effekten nachher in Devisen umzuwandeln. Ein weiterer verstimmender Faktor war die Schwäche der gestrigen Neuyorker Börse, und drittens zeigte man über den französischen Ministerbesuch heute schon weniger Optimismus. Man ist, nachdem uns der Besuch wieder verlassen hat, schon etwas skeptischer, sieht in den Verhandlungen noch nichts Positives und hält sie im günstigsten Falle für Zukunftsmusik. Die kleinen Fragen des Alltags treten wieder in den Vordergrund. Besonders die Hilfe für die in Not geratenen Börfenbefucher ist dringend, und nach langen und schwierigen Verhand­lungen haben das Reich und Preußen den An­trägen der vereidigten und freien Makler auf U n - t e r ft ü ß u n g stattgegeben. Beide stellen je 50 000 Mark zur Verfügung, wobei der Hauptanteil der Beihilfe Berlin zugute kommen dürft«, da an der Berliner Börse die größte Zahl der Makler tätig ist. Etwas günstiger stehen sich eigentlich nur die Tele­phonmakler, die einen, wenn auch kleinen Freioerkehr vermitteln können. 3m Verlaufe gingen nach gut behaupteter (Eröffnung die Kurse mehrpro- zeatig zurück, und die Stimmung wurde recht s cd w a ch. Man nannte Farben mit 95,26, Siemens mit 105, Reichsbank mit 104, AEG. mit 42, Schult­heis mit 84 ufw. Für 8projentige Goldpfandbriefe bestand bei 81 bis 83 Prozent Interesse. Anscheinend verspricht man sich zu dem bevorstehenden Anlage­termin einige Nachfrage. Für die Kuponzah»

lungen vom 1. Oktober sind übrigens alle Befürchtungen unbegründet, da Vorkehrungen für eine reibungsloseBegleichung der Fäl. ligkeiten getroffen sind. Die neue Reichs- bahnanleihe, die angeblich den Zweck hat, flüssige Steuergelder nach Deutschland zurückzubrin- gen, wird heute von der Reichsbank zur Zeichnung ausgelegt. Sie ist 4,5 prozentig und steuerfrei: die Zeichnungsfrift lauft voraussichtlich bis zum 15. Okto, ber bzw. 31. Dezember.

'Rinfrermarff in Gießen.

Auf dem heutigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 960 Stück Großvieh, 175 Stück Fresser und 254 Kälber zum Derkaus. Es kosteten a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 400 bis 475 Mark, 2. Qualität 250 bis 350 Mark, 3. Qualität 150 bis 250 Mark; b) Schlachtkühe 70 bis 300 Mark; c) Rinder, 1/I- bis :i «jährig 60 bis 125 Mark, »/.- bis 2jährig 93 bis 180 Mark, tragend 200 bis 375 Mark; d) Kälber, das Pfund Lebendgewicht 30 bis 40 Pfennig. Markwerlauf: sehr schleppend, Heberstand.

Lchweincmarkt in Hungen.

L Hungen 28. Sept. Heute fand in unserer Stadt Schweine-, Dullen- und Zucht­viehmarkt statt. Aus dem Schweine­markt standen 660 Ferkel zum Derkaus. Man bezahlte für Ferkel bis zu sechs Wochen alt 8 bis 10 Mark, sieben bis acht Wochen alt 11 bis 15 Mark, neun bis zwölf Wochen alt 16 bis 25 Mark. Da der Desuch von Käufern nur schwach war, entwickelte sich bei dem großen Angebot nur mäßiges Geschäft so daß der Markt Heber- stand hinterließ. An Dullen, Kühen und Rindern waren 73 Stück zur Prämiierung und zum Verkauf ausgetrieben. Heber die Preise find nähere An­gaben nicht bekannt.