wäre, die vielen mit der geplanten Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs auftauchenden Probleme mit der Schnelligkeit zu erledigen, die angewandt werden muh, wenn etwas Gedeihliches zustandegebracht werden soll.
Oie Finanzlage -er Gtädte.
Sparkassen und Zahlungeverkehr.
Berlin, 28. Juli. (I1L) Der engere Dorstand des Deutschen und des Preußischen Städtetages beriet erneut die Finanzlage der Städte und der öffentlichen Kreditinstitute. Bekanntlich war es den Städten im Wege rigoroser Ausgabensenkung gelungen, den ordentlichen Haushalt für 1931 in Einnahmen und Ausgaben auszugleichen bis auf die Kosten der Wohlfahrtserwerbs- losen, deren Zahl seit Jahren trotz gelegentlicher konjunktureller Besserungen des Arbeitsmarktes andauernd in besorgniserregender Weife gestiegen ist. Eine Befreiung von diesen La st en, die den Gemeinden in dieser Größenordnung nicht zugemutet werden können und auf die der Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden nicht zugeschnitten ist, war von maßgebender Stelle in Aussicht genommen, sobald die im Juni begonnenen außenpolitischen Verhandlungen eine Erleichterung der Finanzlage des Reiches gebracht hätten. Der Zusammenbruch in der Bank- Wirtschaft und die Vertrauenskrise im Ausland und im Inland vernichteten diese Hoffnungen und stellten die Gemeinden und die öffentlichen Kreditinstitute vor neue und schwerste Aufgaben.
Im Vordergründe stand und steht die Erhaltung der Zahlungsfähigkeit der Gemeinden und ihrer Sparkassen. Der engere Vorstand des Städtetages empfahl der Reichsregierung eine Reihe von Maßnahmen, die diese Zahlungsfähigkeit sichern können und die Wiederingangsetzuna des Zahlungsverkehrs bei den Sparkassen und Landesbanken vorbereiten sollen. Diese Frage ist deswegen besonders wichtig, weil von der Zahlungsfähigkeit der Gemeinden weiteste Kreise nicht nur der Beamten, Angestellten und Arbeiter, sondern auch des gewerblichen Mittel st andes, des Handels und der Industrie abhängen. Die deutschen Sparkassen sind gesund: ihr Kapital ist in sicheren Werten angelegt und wird - von den Gemeinden und Gemeindeverbänden mit deren gesamten Vermögen garantiert. Die Schwierigkeiten bei den Sparkasien sind ausschließlich auf die Zahlungsmittel- k n a p p h e i t zurückzuführen. Der Vorstand sprach die bestimmte Erwartung aus, daß von Reichs- reaierung und Reichsbank die Kreditinstitute der öffentlichen Wirtschaft in gleicher Weise behandelt werden, wie die privaten Banken.
Oie Bedingungen für eine Anleihe an Deutschland.
Die von Frankreich geforderte Regierungsgarantie Englands und Amerikas ist unmöglich.
Berlin, 28. 3uli. (CAD.) Gegenüber den von einigen Blättern erhobenen Forderungen, man solle doch, um eine langfristige Anleihe für Deutschland zu erhalten, den französischen politischen Forderungen entgegenkommen, wird von Berliner maßgebenden Kreisen betont, daß ein solches Entgegenkommen der deutschen Regierung noch in keiner Weise die Sicherung einer langfristigen Anleihe bedeuten würde. Die französische Regierung, insbesondere Finanzminister Flandin, hat wiederholt erklärt, daß eine Anleihe für Deutschland in Fraickreich nur dann aufgelegt werden konnte, .wenn die französische Regierung eine Regierungsgarantie für diese Anleihe übernehmen würde. Die Uebernahme einer solchen Garantie hat aber die französische Regierung von einem gleichen Schritt der amerikanischen und der englischen Regierung abhängig gemacht. Aus Ver- fassungsgründen ist es deramerikanischen Regierung nicht möglich, diese Garantie zu übernehmen, und in England bestehen die bekannten Kapitalschwierigkeiten. Menn also Deutschland wirklich den politischen Forderungen der Franzosen entgegenfommen sollte, so wäre damit eine Anleihe noch keineswegs gesichert, abgesehen davon, daß die Regierung Brüning es nach wie vor ablehnt, über ein Rachgeben gegenüber den französischen Forderungen in Verhandlungen zu treten.
Weitgehende Sparvorschläge in England.
Conbon, 29.3uli. (WTB. Funkspruch.) „Daily herald" zufolge wird bet Bericht zur Erzielung von Ersparnissen, bet am Freitag veröffentlicht werben soll, voraussichtlich aus einem Mehrheits. nnb einem Rlinberheilsberlcht bestehen. Der Mehrheitsbericht enthalte Vorschläge, bie Ersparnisse von mehr als 90 Millionen Pfund Sterling ergeben würben. Die Ersparnisse werben sich burch weltgehenbe Verminderung ber Arbeitslosenunter st ühung unb anbe- rerAusgabenfürbieöffentlicheTvohl- fahtt sowie aus einer lOprozentlgen Ver - minberung ber Gehälter unb Cöhne ber Staats an ge st eilten unb burch eine Verminberung ber Zahl bet Beamten ergeben.
Starke Llnruhe im bulgarisch-südslawischenGrenzgebiet
Sofia, 28. Juli. (TU.) Rach Meldungen bulgarischer Zeitungen ist auf der Strecke R i s ch— Skvplje, auf der bereits vor einigen Tagen ein Anschlag auf eine Eisenbahnbrücke verübt worden war, ein zweites Attentat verübt worden. Eine über den Morawafluh führende Brücke wurde in die Luft gesprengt. Rach der Auffindung der Attentäter, deren Herkunft unbekannt ist, entstand ein lebhaftes Gefecht zwischen südslawischem Militär und der Bande. Die Kämpfe dauerten zwei Tage. Auf beiden Seiten gab es Verluste. Einige Mitglieder der Bande sollen entkommen sein. An der bulgarischen Grenze treffen zahlreiche Flüchtlinge ein, die über umfangreiche Maßnahmen der südslawischen Behörden, sowie über Massenverhastungen bulgarischer Dauern und weitere Verstärkungen der Truppen an der Grenze berichten. Der kleine Grenzverkehr soll ebenfalls gesperrt worden sein.
Oie Begegnung zwischen,,Malygin" und „Gras Zeppelin"
Hochbetrieb beim neuen Hauptpostamt Arktis.
Direkte Schiffs- unb Luftschiffverbinbungen nach allen Teilen der Erbe.
Moskau, 28. 3ulL (WTB.) Der Korrespondent ber Telegraphenagentur ber Sowjet-Union an Vorb bes Eisbrechers „Malygin" berichtet über bie Begegnung bes Luftschiffes „Graf Zeppelin" mit bem Eisbrecher: Am 27. 3ull, um 20.10 Uhr, tauchte über ben blauen Gletschern bei ben Brook-3nseln ein schwarzer Punkt auf. von Deck bes Eisbrechers erscholl ber Ruf: „Zeppelins" Der schwarze Punkt würbe immer größer, unb alsbalb erblickte man in bet Sonne ben silbern glänjenben Rumpf bes Riesenluftschiffes. Alle Flaggen bes „Malygin" grüßten bas Luftschiff, von bem eine Fahne zurückgrühte. Die Begegnung zwischen bem Luftschiff unb bem Eisbrecher erfolgte in ber Rähe ber polarfieblung ber im Arktisgebiet überroin- ternben Sorojetegpebition. Der Zeppelin überflog bie Bucht unb rüstete in ber Melenius- Strafje zum Niedergehen. Ohne bas Gleichgewicht zu verlieren, näherte ber Zeppelin sich im verlaufe einer Stunbe bem Wasserspiegel. Langsam
tauchtebieZeppelinganbelinbaswas- s e r neben einer treibenben Eisschicht. Die „Maly- gin"-Mannschaft tauschte mit ber Zeppelin-Mannschaft unb ben Sowjetgelehrten an Borb bes Luftschiffes m ü n b l i d) e Grüße aus. Plötzlich stieg bas Lustschiff roieber auf, ohne Post vorn „M a - lygin" auf genommen zu haben. Der Zeppelin lieh barauf ein Boot mit Post unb einem F i l rn o p e r a t e u r herab. Zehn Minuten später erfolgte ber Po st austausch, hieraus stieg ber Zeppelin roieber in bie höhe unb verschroanb hinter bem Seboro-Kap. Professor wiese erklärte bem Korrespondenten, es sei zu bebauem, baß Dr. Eckener bie außerordentlich günstigen Verhältnisse wegen bes kleinen Eises, bas bie Bucht be- beckte, nicht habe ausnuhen können. „Graf Zeppelin" ging an einer Stelle nieber, wo Meeresströmungen trieben. Einzelne Eisschollen brängten sich gegen bie Gonbel, so baß bas Luftschiff vorzeitig auf st eigen muhte.
Frankreichs Spiel mit den silbemen Kugeln politische Forderungen für eine Anleihe an Llngarn. — Llm die Vorherrschaft auf dem Balkan.
L o n b o n, 28.3uli. (lelegrapfjen-Union.) 3n sehr groher Aufmachung bringt „Daily Expreß" bie Melbung, bah Ungarn in Berbinbung mit ber Gewährung ber Sieben-Millionen-Pfunb-Anleihe politische Zugestänbnisse an Frank- reich habe machen müssen. Ungarn habe sich verpflichtet, alle nationalistische Propa - ganba einzusteilen., bie gegen Frankreich gerichtet sei, unb habe versprochen, seinen Heere s- haushalt einzuschränken. Politische kreise sprächen baoon, bah sich Ungarn tatsächlich unter französischen Einfluß begeben habe. Das bebeute einen Schlag für Mussolini unb eine vollstänbige Aenberung ber Machtverhältnisse in Zentraleuropa. Wieberum, so schreibt „Daily Expreß" in einem Leitartikel, habe Frankreich bie
Macht seines Golbes bazu benutzt, um seine militärische unb politische Vorherrschaft in Europa zu festigen. Mit einer Beteiligung von 40 v. h. an ber ungarischen Anleihe habe es sich Zugestänbnisse gesichert, bie unmittelbar seinen politischen Zielen in Europa bienten. Die Tatsache, bah Ungarn bem französischen Block in $ ü b o ff - unb 0 st - europa einoerlelbt werbe, bebeute, bah englisches Golb dazu benutzt worben sei, um bie Vorherrschaft Frankreichs in Europa zu festigen. Andererseits glaube aber niemanb, bah Frankreich jemals einen Sou hergeben werbe, um englische 3nteressen zu förbern. Englanb werbe nur tiefer in bie europäische Politik hineingezogen unb sollte sich so halb wie möglich aus Europa zurückziehen.
Aufmarsch zum Volksentscheid in Preußen
Das Programm des Stahlhelms.
Pressekonferenz bei Seldie.
Magdeburg 27. Juli. (TU.) 3m Rahmen einer Pressekonferenz setzten die Stahlhelmführer die Ziele des Preußen-Volksentscheids auseinander. Der Bundesführer Se l d t e sprach von dem völligen Zusammenbruch der marxistischen Lehre, dem Versagen sozialistischer Wirtschaftsformen und von dem Scheitern sowjetrussischer Experimente. Die Erfahrungen der vergangenen 13 Jahre genügten dem deutschen Volke. Auch der Stahlhelm bilde sich nicht ein, Deutschlands Schicksal von heute auf morgen ändern zu können. Aber das eine sei gewiß: Wenn sich die Frontsoldaten von 1914 und die deutsche 3ugend zusammenschlössen und sich in dem heißen Willen zum Sieg vereinigten, dann müsse es gelingen, im Kampf gegen den unheilvollen Marxismus den Sieg davonzutragen, nicht um negativer Zwecke willen, nicht im Kampfe gegen den Staat, nicht um einen Streit aller gegen alle heraufzubeschwören, sondern man wolle aus der Tiefe des Volkes herdus fechten im Geiste des Fronter^bnisses von 1914.
Bundeskanzler Wagner sagte, dem Stahlhelm sei es trotz des Wahlsieges der nationalen Rechten im vergangenen September klar gewesen, daß das Heil unseres Vaterlandes nicht auf parlamentarischem Wege zu erringen sei, sondern daß man daneben die Kampfgrundlage außerparlamentarisch verbreitern müsse. So habe man sich zum Volksbegehren entschlossen, um die nationale Welle vorwärts zu treiben. Daß dieses Vorgehen richtig gewesen sei, bewiesen der Erfolg des Volksbehrens und die günstigen Aussichten für den Volksentscheid. Die nächsten Monate seien entscheidend für das Schicksal Deutschlands. Rach dem Volksentscheid gelte es zunächst, die zersetzenden parteipolitischen Parlamentswah- l e n abwettern zu lassen, um dann in einem großen geschlossenen nationalen Block einig über alle Parteien hinweg die Präsidentenwahl durchzuführen. Bevor im nächsten 3ahre die internationale Abrüstungskvnfe renz zusammentrete, müsse Deutschland eine nationaleRegie- rung besitzen. Er schloß: „Wir wollen Deutschland wieder zu einer souveränen Macht machen,
zu einer Kultur- und Zentralmacht, die Mitteleuropa schützen, tragen, umfrieden soll. Wir wollen einen Friedenszustand und keinen Versailler Pakt."
Nie Oeuischnaiionafen.
Ein Ausruf Hugenbergs zum Volksentscheid
Berlin, 28. 3uli. (TU.) Der Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Dr. Hugenberg, erläßt einen Aufruf zum Volksentscheid, in dem es u. a. heißt: Die Ereignisse der letzten Wochen geben Deutschland ein verändertes Gesicht. Rie ist einem Volke ein klarerer politischer Anschauungsunterricht erteilt worden, als dem deutschen und preußischen in dieser Zeit der Zusammenbruche. Dor dem Zusammenbruch steht auch die Macht der bisherigen Preuhenkoalition und ihrer verderblichen Politik. Rot uni) Elend geht um. — Millionen von Arbeitslosen — Zusammenbrüche nunmehr auch großer Wirtschaftsunternehmungen — Geldkrise — Unerträgliche Steuerlasten und -strafen — Gehaltskürzungen der Beamten — Verzweiflung des Arbeiters, Gewerbetreibenden und Bauern — Kürzung selbst des Ehren- und Opfersoldes der Kriegsbeschädigten. Alles, wie wir es vorausgesagt haben. Alles, wie es kommen muhte, wenn man so regierte, wie es geschehen ist. — Reue Kredite! Das ist das einzige Rezept, mit dem man sich glaubt helfen zu können. Reue Kredite sind neue Knechtschaft. Sie führen nach kurzer Gnadenpause zu noch schlimmerer deutscher Rot und zu noch schlimmerer deutscher Arbeitslosigkeit, aber nach einem gerechten Naturgesetz auch zu noch schlimmerer Weltwirtschaftskrise. Inzwischen geben Kirche, Schule, Kultur und Wirtschaft in Preußen und Deutschland zugrunde. Bringen wir den jetzigen Preußischen Landtag ju Fall, in dem sich alles zusammendrängt, was Reaktion gegen den Freiheits- und Rettungswillen des Volkes ist! Reuwahlen sollen den wahren Willen des Volkes finden. Wer Umkehr und Rettung will, ganz gleich, welcher Partei und welchem Berufe er angehört, der helfe am 9. August dazu! Preußen in Deutschland voran!
Aus aller Wett.
Lloyd George ernstlich ertrankt.
Llvyd George hat seine sämtlichen Verpflichtungen absagen müssen, da er mit erheblichen Rie- ren- und Dlasenbeschwerden ans Bett gefesselt ist. Ein am Dienstag von dem Büro der Liberalen Partei veröffentlichtes Kommunique besagt, daß sich sein Zustand nach einer recht unruhig verbrachten Rächt nicht wesentlich geändert habe und daß, toenn sein Zustand auch nicht ernst sei, in Anbetracht seines Alters — Lloyd George ist 68 3ahre alt — gewisse Besorgnisse nicht von der Hand zu weisen wären. — Rach einem Funkspruch von heute früh ist Lloyd George heute früh operiert worden. Unter den Aerzten, die der Operation beiwohnten, befand sich auch der Leibarzt des Königs, Lord D a w s o n.
Professor A. Forel t-
Prof. Dr. August Forel ist in seinem Heim in Vvorne am Genfer See im Alter von 83 Jahren gestorben. Forel war Professor der Psychiatrie an der Universität Zürich und gleichzeitig Direktor der bekannten schweizerischen Irrenanstalt Burghölzli. Hier kam ihm der Gedanke zu dem Werk, das ihn in der ganzen Welt bekannt! gemacht hat, zu seinem berühmten Buche „Sexuelle Fragen". Sein Lieblingsstvdiurn war aber die Entomologie. So entstand u. a. ein bedeutendes Werk über die Bienen. Forel war Lebensreformer großen Stils. Auch in der Freidienst-Bewegung spielte er zeitweise eine führende Rolle.
„Siegfrieb“-2luffüf)rung in Bayreuth.
Mer Wochen vor Beginn der Festspiele enb- schloß sich die Leitung, den ersten Akt des Siegfried szenisch neu ju gestalten, um damit die in den letzten Jahren begonnene Erneuerung des Ringes der Nibelungen zu Ende zu führen. Für die neue Felsenhöhle Mimes lagen Skizzen Siegfried Wagners vor. Sie ist von stark plastischer, wuchtiger Wirkung. Die Siegfried-Aufführung stand unter einem günstigen Stern. Gott- >hels P i st o r gab einen jungfrrschen Siegfried, gewinnend durch sein natürliches Spiel und glücklich in der Wandlung des jungen Helden zum Mann. Gesanglich führte er mit Ranny Lar - sen-Todsen (Brunhilde) den großen Zwie- gesang zu einem die Vorstellung herrlich krönenden Ende. Scharf charakterisiert in Gesang und Spiel gab Erich Zimmermann den Mime. Des weiteren wurde die Aufführung getragen von Friedrich Schvrrs großzügigem Wotan-Wanderer und dem von Erna Berger lieblich gesungenen Waldvöglein. — Aus einer Zusammenstellung der amtlichen Fremden- liste ergibt sich, daß die ausländischen Festspielbesucher 25 v. H. der Gesamtbesucherzahl auS- machen. Die Ausländer verteilen sich auf achtundzwanzig Staaten.
Ausreise bes .^Nautilus".
Von Plymouth aus ist Sir Robert W i l k i n s' Unterseeboot „Nautilus" zu seiner Polarfahrt, bie es zunächst nach Bergen führen wirb, ausgelaufen.
Bombenattentate in Rumänien.
In den letzten 24 Stunden sind eine Reihe von Dombenattentaten gegen rumänischeDahn- l i n i e n verübt worden. So ist in der Rähe von Hermann st adt eine Bombe auf einem Gleis explodiert, als ein Personenzug die Stelle passierte. Dabei wurde die Lokomotive schwer beschädigt. Zwei Dahnbeamte erlitten erhebliche Verletzungen. An einer andern Stelle explodierte gleichfalls eine Bombe. Hier wurde aber kein Schaden angerichtet. In der Rähe von Jassy wurden durch eine explodierende Bombe einige Eisenbahnwaggons zertrümmert. Die Polizei ist der Ansicht, daß hier kommunistische Anschläge vorliegen die die Aufmerksamkeit auf den roten 1. August lenken sollen. Alle bekannteren Kommunistenführer sind verhaftet worden, um die angesagten Massendemonstrationen zu vereiteln.
Riefenbranb in einem ungarischen Dorf.
In bem Dorfe Resznek brach ein Feuer aus, bas bei bem sehr heftigen Winbe rasch um sich griff. Die Löscharbeiten sind durch Wassermangel erschwert. Ein Feuerwehrmann, eine 82jährige Frau unb ein siebenjähriger Knabe fanben in ben Flammen ben Tob. Mehrere Personen erlitten schwere Brand- rounben. 40 Häuser ftanben in Flammen.
Das Tilsiter Proviantamt in Flammen.
In einem größeren Magazingebäude des Proviantamtes in Tilsit brach Feuer aus. In kurzer Zeit stand das ganze Gebäude in Flammen. Haushohe Feuersäulen schlugen aus dem bis unter die Dächer mit Heu gefüllten Magazin empor. Das Feuer ergriff auch das große Körnermagazin. Die Wehren standen dem Riesenbrande machtlos gegenüber. In den Magazinen befanden sich 300 Tonnen Preß- stroh 270 Tonnen diesjähriges und 160 Tonnen vorjähriges Stroh. Auch die Bäckerei, die sich in dem Häuserkomplex befindet, hatte Feuer gefaßt. Die Wirtschafts- und Wohngebäude einer nahegelegenen Möbelfabrik schwebten zeitweise in größter Gefahr. Die Feuerwehren des Proviantamtes und der Zellftoffabrik sowie zwei Züge des Tilsiter Reiterregiments wurden zur Hilfeleistung herangezogen.
Blitzschlag in eine Kirche.
Während eines heftigen Gewitters schlug ein Blitz in ben Turm ber Olaikirke in Reval' ein, ber sofort in Brand geriet. Es gelang jedoch nach sechs- ftünbiger Arbeit in 80 Meter Höhe bas Feuer zu löschen. Der Kirchturm, ber einer ber höchsten in Osteuropa ist, hat jeboch schwer gelitten. Man befürchtet insbesonbere, baß bas große Kreuz auf ber Spitze bes Turmes herunterstürzen könnte. Die Olaikirche befinbet sich i m Besitz einer beut- schen ©emeinbe unb ist eins ber schönsten Bau- bentmäler Revals.
keine Absage des Marine-Bundestages in Kassel.
Der Presseausschuh des Marine-Bundestages teilt mit: „Der Marine-Bundestag, verbunden mit Seesoldaten- und Flandernkämpfertag und 40jährigem Bestehen des Bundes Deutscher Marine-Vereine, findet programmgemäß in der Zeit vom 31. Juli bis 3- August in Kassel statt. Alle anderslautenden Rachrichten sind aus der Luft gegriffen. Zahlreiche Anmeldungen aus aUen Gauen des Vaterlandes liegen bereits vor. Sogar aus den abgetretenen Gebieten sind die Anmeldungen sehr zahlreich eingegangen. Es wird in erster Linie eine Wiedersehensfeier der „blauen Jungens^ werden, zugleich aber auch eine Kundgebung der treuen Waffenbrüderschaft, die unS tn Krieg und Frieden, auf sturmbewegtem Meer und unter heißer Tropensonne verbunden hat."


