Einzelbild herunterladen

Aus der Provinzialhauptstadt.

(Sieben, den 29. Sufi 1931.

Termine

für den gewissenhaften Steuerzahler.

Der 29. und der 31 Sufi - dazu der 31. August. da- sind sozusagen schwarzeTage für den Sleuerzahler. Wer b.Sher schon gewissenhast den letzten Heller seine- Sinlom- menS. 'eines Umsatzes. seine- VewerbeertrageS oder seines Vermögens angezeigt und versteuert hat, wird zwar an sich weiter rufiig schlafen ton­nen, was braucht er sich um Begriffe wie Steuerflucht Sreueramnest.e und Steueraussichl AU kümmern! Doch, halt unter der Flut von Rotverordnungen ist eine dabei, die auch die Interessen deS peinlich genauen vteuerAahlers berührt. Steuern müssen pünktlich ent- richtet werden, nie aber so pünktlich wie ge­rade in diesen Tagen, da das (Seid an sich knapp ist und langsam den ihm vorgeschriebenen Kreis­lauf durchmacht. Wer eine Steuerzahlung. die vor dem 1. August 1931 fällig geworden ist, nicht oder nicht vollständig biS zum Ablauf dieses 31. Sufi leistet, muh erbarmungslos für jeden angefangenen halben Monat deS Verzugs fünf Prozent deS Rückstandes bezahlen, und für di« später fällig werdenden Steuern gilt danach die gleiche harte Bestimmung. Dabei ist der (Begriff der Steuerschuld sehr weit gesaht: es fallen dar­unter (Bintommenfteuer, Körperschaftssteuer, Erb­schaftssteuer. Umsatzsteuer. AufbringungSumlage, Grund-, Gewerbe- und Hauszinssteuer. Krisen­steuer und auch alle gesetzlich zugelassenen und sestgesetzten Zuschläge zu diesen Steucrarten. Au den Verzugszuschlägen kommen dann noch die Der,ugs-'.nsen in Höhe von zwei Prozent mo­natlich! Und bei bewilligtem Zahlungsaufschub davs man jährlich zehn Prozent Zinsen ent­richten, während die eigentlichen Stundungs- Ainsen zwischen fünf und zwölf Prozent schwan­ken das liegt im Ermessen des Finanzamts.

Wer aber Devisen oder ausländisch« Roten im Betrag« von wenigstens AwanAigtausend Mark besitzt, hat schleunigst bis spätestens 29. Sufi der Reichsbank oder einer von ihr beauftragten Stelle dazu gehören alle Großbanken diese Werte zum Ankauf anzubieten; zu gleicher Zeit und bis zum gleichen Stichtage müssen Meldun­gen über dies« Dermdgenswerte beim Finanzamt erstattet werden-. Devisen und Roten tnt Werte von weniger alS zwanzigtausend Mask, die an sich auch nach der Rotvervrdnung vom 18. Sufi 1931 anzeigepflichtig sind, werden noch durch be­sondere AuSsührungsbestimmungen aufgerufen. DaS kann freilich jeden Tag eintreten daher Zeitungen lesen! Fristvcrsäumnifs« sind kost­spielig und strafbar.

Wer auS Lässigkeit oder schwerwiegenderen Gründen es mit der Vollzähligkeit seiner Steuer- Pflichten nicht genau genommen hat, wer dem Finanzamt die Mitteilung über bi« vollständige Höhe feines Einkommen-, feines Vermögens oder seine« Dewerbeertrages zu machen vergast, be­kommt jetzt noch einmal durch die Rotverordnung über Kapital- und Steuerflucht «ine letzte große Thance. Dis zum 31. August 1931 must er seine Angaben über Einkommen. Vermögen und De- werbeertrag vervollständigen oder berichtigen. Was bis zum 31. Dezember 1930 auf diesen Ge­bietenhinterzogen" ist wir gebrauchen nur den steuerlichen FachauSdruck! das gilt als ausgelöscht und verziehen, die ©teuer- amn « stie verzichtet auf alle Straf«. Aber da­für auch heraus mit der ganzen Wahrheit: vom 1. Ianuar 1931 an (bei der Gewerbesteuer vom 1. Apr:l 1931 an) must jeder steuerpflichtige Be­trag genau angegeben und entsprechend ver­steuert werden, sonst werden schwere Freiheits­strafen (biS zu zehn Jahren Zuchthaus!) und ebenso drückende Geldstrafen über den Säu­migen verhängt. Damit ein« genau« Kontrolle möglich ist, hat die Rolvevordnung den Finanz­ämtern die Ermächtigung zu einer erweiterten Steueraufsicht gegeben: Es können die Bücher und sonstigen geschäftlichen Unterlagen eines jeden Unternehmers und Arbeitgebers daraufhin ge- prüft werden, wie weit er Zahlungen an Dritte geleistet hat. die für den Empfänger als steuer­pflichtig gellen. Diese ..Rachschau" erstreckt sich auch auf die Smpsäng r von Lohn. Gehalt Honorar oder sonstigen lohnähnlichen Bezügen, die längst aus dem Betriebe oder aus der bestehenden Geschäfts- verbindung ausgeschieden sind.

Oie weitere Regelung des ZahlungS- Verkehrs.

WTB. Der Rest dieser Woche ist dadurch gekenn­zeichnet, daß zu den für die regelmäßigen Lohn- und Gehaltszahlungen bereitzustellenden Zahlungs­mitteln noch die Anforderungen des Monatsendes hinzutreten. Es erschien daher nicht ratfam, darüber hinaus für die nächsten Tage eine umfangreichere Auflockerung des bisherigen Zahlungsverkehrs vor- zunehmen. Eine gestern crlaffene Verordnung der Reichsregierung sieht daher nur unwesentliche Erhöhungen der zahlbaren Beträge vor. Die beteiligten Stellen werden dafür sorgen, daß vom Beginn der nächsten Woche ab die Wieder­aufnahme eines normalen Zahlungsverkehrs ein­tritt.

Die Erleichterungen, die bis zum Wochenende eintreten, betreffen einmal die Erhöhung der Bar­auszahlungsgrenze von 200 auf 300 Mark bei Konto Korrentguthaben, während es hinsichtlich der Auszahlungen auf Sparkonten und Sparbüchern bei 30 RM. verbleiben mußte. Die Auszahlung auf Kreditbriefe ist ebenfalls auf 300 RM erhöht wor­den. Freigegeben zur unbeschränkten Barauszahlung und folgeweise auch Heber- Weisung sind, über die bisher bestehenden Falle hinaus, die Mietzinsen für Wohnungen und ge ro e r b l i d) e Räume, sofern der Konten­inhaber nicht Einnahmen aus Lohn, Gehalt, Ruhe­geld usw. bezieht, ferner zur Einlösung von Zins- reuten und Gewinnanteile Die Ueberweifungen sind im allgemeinen auf 4000 RM. täglich, also insgesamt 16 000 RM., bis zum Wochenende erhöht worden, und dem Heberweisungsverbande wird der Tagesbetrag auf 50 000 RM. voraussichtlich auch weiter erhöht werden. Zur Wechseleinlösung sollen täglich 8000 RM., also 32 000RM. bis zum Wochen^ ende, ausgezahlt werden dürfen. Die Wechsel- Protestfristen find entsprechend den bisherigen Regelungen wieder staffelweise etwas hinaus- geschoben worden, während eine Verlängerung der Dorlegungsfrist für die nach dem 21. Juli 1931 ausgestellten Schecks nicht mehr notwendig ist. fer­ner ist vorgesehen, daß die Bankinstitute Wechsel­verbindlichkeiten nicht nur wie bisher aus eigenen Akzepten, sondern auch aus ihrem Giro erfüllen dürfen.

«owfoerfammhmg des vnsaewewevereins.

Der Ortsgewerbeverein Gi« tz « n frielt am Montagabend im KrauSmüllersaal (Docthe- ftratze 7) seine diesjährig« Hauptversamm­lung ab.

Der erste Vorsitzende, Schreinermeister H a u - bach, erstattete zunächst den Iahresbericht, umrih in kurzen Zügen die Tätigkeit des Verein«, wies betau' hin, daß die Vortragsabende, die der Verein in Gemeinschaft mit dem Kaufmänni­schen Verein veranstaltete, gut besucht waren und manches Interessante gebracht hätten. Der Mitgliederstand des Verein« belaufe sich zur Zeit auf 316 Mitglieder.

Der Rechnungsprüfer. Oberreallehrer i. R. Haggenmüller, gab sodann den Rech­nungsbericht bekannt, der in Einnahme mit 88 329.21 Wk., in Ausgabe mit 83 00452 Wk. ab- schlicht, mithin einen Ueberschuß von 5394,69 Mk. verzeichnet. Mit dem Ergebnis der Kassen­führung dürfe man zufrieden sein, so führte er aus. denn un Voranschlag war mit einem Heber- schuß von nur 4344 Mk. gerechnet. Dem Rechner Weih wurde einstimmig Entlastung erteilt.

Im Anschluß daran brachte Oberreallehrer i. R. Haggenmüller den Voranschlag für das DeschäftSjahr 1931/32 zum Vortrag der in Ein­nahme 11301 Mk., In Ausgabe 6600 Mk. ver­zeichnet. so dah ein äleberschuh von 4701 Mk. verbleiben müht«. Der Voranschlag sand wider­spruchslose Annahme. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, den QKitgfieM- beitrag in der bisherigen Höhe zu erheben.

Die sahungsgemäh ausscheidenden Vorstands­mitglieder Mar«. Lenz und Wagner wurden einstimmig wiedergcwählt.

Sm Anschluß an di« Erledigung bet geschäft­lichen Angelegenheiten hielt

Syndikus Röhr

von der Handwerkskammer-Rebenstell« Dietzen einen Vortrag, in dem er die augenblickliche Lage des Handwerks, die wirtschaftliche und insbeson­dere die finanzpolitische Lage in Deutschland be­handelte. Die augenblickliche Situation berech­tige, so führt« er u. a. aus, au keinerlei rosigen ZukunftShoffnunyen. Die Verhandlungen in Lon­don hätten crw'.esen, dah in 6er Machtkonstel- lation unserer Tage Frankreich den Mittelpunkt in Europa darstelle, und dah selbst England unb Amerika die französische Position nicht erschüttern könnten.

Das deutsche Volk müsse erkennen, daß cs nach wie vor auf Selbsthilfe angewiesen sei.

Ein Hauptmittel hierzu sei di« Drosselung der Ausgaben in Verwaltung und Wirt­

schaft. Unsere Währung sei sichet. Leidet habe di« Herfttifung auf dem Geldmärkte eine Form angenommen, die di« schwerwiegendsten Folgen hatte. Trotzdem dürfe das Vertrauen au den Geldinstituten nicht verloren gehen, vielmehr müsse das Kapital nach wie vor au' die Danken und Sparkasien und auf d.esem Wege in Um­lauf gebracht Werdern Es wäre gerade -um jetz.gcn Zeitpunkt grundverkehrt. das Geld in den Strumpf zu stecken. Man steh« zur Zcht vor wichtigen Entscheidungen. Vor allem gelte es. Ruhe zu bewahren, jede Gerüchtdudung im Keime zu verhindern, um nicht unnötige Unruhe hetaufzubefchwören. Der ge- wervliche Mittelstand, der ein wichtiger Pfeiler der deutschen W.rtschaft überhaupt fei. müsse sich auch Aum ietzaen Zeitpunkt seiner Verantwortung bewußt fern. Allerdings sei heute auch der Z u - sammenschluh des Handwerks nö­tiger. alS je zuvor. Der Mittelstand muffe sich einsetzen gegen «in« ungct-xbifertigte Steuer­politik. gegen Die neuer.ichen scharfen Bestim­mungen, die für die Erhebung von Steuerrück­ständen geschaffen feien; es gelte weiter, sich für «ine Aenderung der VerficherungSgefetzgebung einzusetzen und die

Schaffung einer einheitlichen Front gegen Zwangsbewirtschaftung und Regiebetrieb

in die Weg« zu leiten. DaS Handwerk, daS in dieser Zeit unter so schweren Röten zu leiden habe, müsse enbficb das Vertrauen z u sich selb st gewinnen, einen einheitlichen Geist bekunden, sich enger alS je zuvor zusammenschliehen, um sich jene Beachtung und Bedeutung zu erringen, auf die der gewerblich« Mittelstand alS der am stärk­sten mit Steuern belastete Teil unserer Volks­gemeinschaft berechtigten Anspruch habe. An die Obermeister der Snnungcn sei die Aufforderung gerichtet, sich einAusctzcn für einen engen Zu­sammenschluß i m Gewerbeverein al« StandeSverlretung.

Der Vortrag wurde mit großem Interesse auf- genmnmen. Die von dem Redner ausgestellten Forderungen wurden von den Zuhörern durchaus anerkannt. Einige Mitglieder nahmen zu verschie­denen Punkten besonders Stellung, betonten je­doch, daß es dem Handwerk heute nicht mehr möglich sei, noch wettere Einsparungen an den schon auf ein Mindestmaß reduzierten Ausgaben durchzuführen Zur Beratung deS engeren Zusammenschlusses der Gießen« r ge­werblichen Kreise soll demnächst eine Zu­sammenkunft der Obermeister der Innungen her­bei gesührt Werdern

Schließlich stellt die Verordnung sicher, daß be­stätigte Verrechnungsschecks auch noch in den ersten Tagen des August ausgestellt werden dürfen, und daß die Einlösung auch durch Gutschrift auf einem Konto erfolgen kann, das nicht bei dem bezogenen Kreditinstitut geführt wird. Selbstverständlich kann die Gutschrift nur im Rahmen der für lieber- Weisungen freigegebenen Beträge stattfinden. Im übrigen bleiben auch diesmal die Vorschriften über den Schuldnerschutz, über die Ausnahme der Reichs­post, Reichsbank und der Deutschen Golddiskont­bank von den Vorschriften der Verordnung und die Vorschriften über die unbeschränkte Dersugungs- freiheit über neue Konten und über überwiesene Gchaltsteile aufrechterhatten.

Oie Wechselprotestfnsten.

In her sechsten Verordnung über die Wieder- aufnahme des Zahlungsverkehrs heißt es im Art. 2 über die Wechselprotest fristen: Bei Wechsel, deren Fälligkeitstag in der Zett vom Sonntag. 19. bis Donnerstag, 23 Iuli 1931 einfchl. liegt, kann die Erhebung des Protestes nicht vor dem dritten Werftag und darf noch am vierten, fünften und sechsten Werftage nach dem Zahlungstage geschehen. Bei Wechseln, deren Fälligkeitstag in der Zeit vom Freitag, 24. bis Dienstag, 28 Iuli 1931 einschl. liegt, kann die Erhebung deS Protestes nicht vor dem dritten Werktag und darf noch am vierten unb fünften Werktag nach dem Zahlungstag« ge­schehen. Bei Wechseln, deren Fälligkeitstermin in der Zeit vom Mittwoch, 29. Iuli bis Samstag, 1. August 1931 einschl. liegt, kann die Erhebung des Protestes nicht vor dem dritten Werftag und darf noch am vierten und fünften Werftag nach dem ZahlungStage geschehen. Für die Kreditinstitute gelten hinsichtlich der Erfüllung ihrer eigenen Verbindlichkeiten aus Wechseln vom Mittwoch. 29. Iuli 1931 ab keine Beschränkungen des Zahlungsverkehrs.

In dem amtlichen Wortlaut ist nichts davon gesagt, daß die äleberweisungen im allgemeinen auf 4000 Mk. täglich, also insgesamt 16 000 Mk. bis zum Wochenend«, erhöht werden, sondern es wird nur von äleberweisungen biS insgesamt 16 000 Mk. gesprochen.

Oie Anmeldung von Devisen.

WTB. Die Frist zur Ablieferung ober Anzeige von Devisen im Gesamtbeträge von 20000 Mark unb ba r ü b e r für ben einzelnen Anzeigepflichtigen unter Hinzurechnung ber Devisen seiner Ehefrau unb ber mit ihm in häuslicher Ge- meinfd/aft lebenden Kinber läuft am 29. Juli ab. Eine Verlängerung biefer Frist ist nicht beabsichtigt.

Für bie Inhaber von Währungskonten bei inländischen Strebitinftituten ist mit Rücksicht barauf, baß bie Verpflichtung dieser Inhaber zur Ablieferung ober Anzeige ihrer Wäh- rungsguthaben erst in der zweiten Durchiührungs- uerorbnung zur Kapitalfluchtoerorbnung klargeftellt worben ist, bie Frist bis zum 5. August 1931 erstreckt worben. Auch hier besteht jeboch Abliese- ruags- ober Anzeigepflicht bis zum 5. August nur in den Fällen, in denen bas Währungskonto zuzüg­lich bes sonstigen Devisenbesitzes bie Höhe von 2OO0O RM. erreicht, ober übersteigt.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. VfB. 08: 21 Uhr, außerordentliche Generalversamm- hing und Spieleroerfammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Jfinber vor Gericht"

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als 8. Vorstellung des Sommer- abonnemc»ts wird die Intendanz des Stadttheaters dem Publikum einen besonderen Genuß künstleri­scher Art bieten. Die Intendanz hat für Dienstag, 4. August, die Kuban-Kosaken zu einem ein­maligen Gastspiel verpflichtet. Dieser Kosaken-Chor mar bereits von zwei Jahren in der Dolkshalle zu Gast und wurde, wie überall, auch bei uns be­geistert gefeiert. Dor allem werden die musiklieben­

den Streife unserer Theaterbesucher dieses Gastspiel begrüßen, das durch seine Eigenart ein besonderes Ereignis zu werden verspricht. Das Gastspiel be­ginnt um 20 Uhr. Es gelten gewöhnliche Sommer- preise.

Großes M a r i n e - K o n z e r t in der Dolkshalle. Am Samstag, 1. August, konzer- tiert das aefamte Musikkorps des Befehlshabers der Linienschiffe (LinienschiffSchlesien") in ber hiesi­gen Dolkshalle. Unter der Leitung von Obermusik­meister Melge wird die Kapelle, der ein guter Ruf oorausgeht, eine Reihe musikalischer Darbietun­gen (insbesondere Märsche) zum Dortraa bringen. Veranstalter bes Konzertes ist ber Hessen-Verein Wilhelnwhaven - Rüstringen. Der Reinertrag bes Konzertes, bas sicherlich auch in Gießen viele Zu­hörer finden wirb, ist für bas Marine-Ehrenmal in Laboe bestimmt. Näheres in ber heutigen Anzeige.

* Dienstleistung der Beamten bei öffentlichen Wahlen. Das hessische Ge­samtministerium hat in einem Rundschreiben an sämtliche staatlichen Dienststellen Hessen- mitge­teilt, daß bei ösfentlichen Wahlen, die bekannt­lich an Sonntagen stattsinden müssen, die Beam­ten und Angestellten des Landes unb der Ge­meinden verpflichtet sind, ihre Dienste unentgelt­lich zur Verfügung zu stellen. Das gilt insbeson­dere für die Tätigkeit bei den Wahlkommissionen.

** Straßens pekrung mitgeteilt vom Ober- hessischen Automobil-Club ED. (A. v. D.), Gießen: Die Ortsdurchfahrt Dberfeemen ist vom 3. bis 31. August für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über GedernHartmannshain. Die Sperre auf der Provinzialstrahe Butzbach Hochwelfel Ist wieder aufgehoben.

Di« Leistung von Beitragen zur Invalidenversicherung. Vom Vorstand der Landesversicherungsanstalt Hessen-Rassau wird mit-geteilt: In den Rotverordnungen der Reichsreglerung über die Regelung des Zah­lungsverkehrs ist ausdrücklich hervorgehoben, dah die zur Leistung von Beiträgen zur Invaliden­versicherung erforderlichen Mittel von allen Geld­instituten den Arbeitgebern aus ihren Guthaben ausgezahlt werden müssen. Damit die Landes- versichcrungSanstalten in die Lage versetzt wer­den, die am Ersten jeden Monats fälligen In­validenrenten an die Rentenberechtigten durch di« Post auszahlen lassen zu können, ist es un­bedingt erforderlich. daß all« Arbeitgeber ihren Verpflichtungen pünktlichst nachkommen. ES kann kein Arbeitgeber bet unterlassener Markenver­wendung sich damit entschuldigen, dah er die erforderlichen Mittel aus feinem Guthaben bei einem Geldinstitut nicht erhalten habe. Gleich­zeitig wird daraus hingewiesen, dah Arbeit­geber sich strafbar machen, wenn sie Lohnabzüge zum Zwecke des Ankaufs von Invalidenmarken tätigen, ohne die Invalidenmarken zu verwenden.

" P r eu h i s ch - S ü d d eu t s ch e Klassen­lotterie. Die Erneuerung der Lose zu der Hauptziehung hat planmähig spätestens bis zum 1. August, 18 ilfrr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Einnahme zu geschehen.

Oderheffen.

Gewitterschäden in der Wetterau.

y. Echzell. 26. Iuli. Gestern (SamStag) nackmittag entlud sich in unserer Gegend ein sehr schwere- Gewitter mit furchtbarem Sturm, wolkenbruchartigem Regen, untermischt mit Hagelschlag. Besonders schwer wurden in der Werterau die Gemarkungen Beienheim, Reichels­heim. Heuchelheim, Gettenau, Echzell und Grund- Schwalheim heimgesucht. Der Sturm entwur­zelt« viel« Bäume, zerknickte zahlreich« Telegraphenstangen. warf die Eetreidehaufen auf dem Felde weit weg, und zwei schwer be­ladene Heuwagen auf der Römerstrah« zwischen hier und Dorheim um. Auch an den Gebäuden wurden die Dächer b« s ch ä d i g t und teilweise abgehoben, so dah die ganze Ge-

Adreßbuch

6er Stadt und des Kreises Gießen.

Der Abschnitt M mit den (Ünfräacn ber Buchstabe«

7! bis S

in ba« alphabetische Emwohner- unb Airmerlvtttzeich- ni« ber Stabt Sichen liegt 2 logt, vom Donnerstag, dem 30., b>s einschließlich Freitag, den 31. Zull zu jedermanns Einsichtnahme in unserer Geschäftsstelle offen.

vie zuständige Einwohnerschaft Gießens sowohl als die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und Un­richtigkeiten kann keine Haftung übernommen werden.

Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen

Schulstraße 7

Eingang von der Kaplaneigaffe ans.

acnb nach dem älnwetter ein Bild der Verwü­stung bot. An mehreren Stellen war der Straßen­verkehr durch umgestürzt« dicke Bäum« gesperrt. Aus den Felbern lag da- noch nicht gemähie Getreide wi« gewalzt auf dem Boden. Der Schaden ist sehr groh und zur Zeit noch nicht abzuschätzen.

Landkreis (Bietzen.

00 Klein-Linden, 28. Juli. Am Sonntag unternahm ber G e f l ü g e i z u ch t o e r e i n Klein-Linben einen Ausflug nach dem Oberen Harbthof bei Gießen. Unter sachkun- biger Führung konnten bie Einrichtungen bes Uni- versitätsversuchsgutes besichtigt werben. Besonberes Interesse wurde den mustergültigen Anlagen der Geflügelzucht entgegengebracht. Aus dem Rückwege wurde ber Gold- unb Silbersafanenzucht von Ludwig Schäfer in Heuchelheim em Besuch abgestattet. In feiner letzten Versammlung beschloß ber Verein ben Beitritt zum Landesverband hessi­scher Geflügelzüchter und damit zum Bund deutscher Geflügelzüchter.

-H ©rünberg, 28. Iuli. In kurzer Zeit steht hier die Wahl eine- Beigeordneten bevor, da Anfang September die Amtszeit des Beigeordneten Keller abläuft Der Gemeinde - rat hat die Wahl auf den 30. August anberaumt. Beigeordneter Keller, der vorher Gemeinde­ratsmitglied war, hat in seiner Amtszeit fast zwei Iahve, vom 10. Ianuar 1929 bis 2. Ianuar 1931, die Dürgermcistergeschäfte der Stadt ge­führt. Er hat sich durch sein gerechtes unparteii­sches Wir^n im Interesse der Stadt die Achtung weiter Dürgerkreise erworben.

Kreis Lauterbach.

H e r b ft e i n , 26. Juli. (WSR.) Rach regem Wahlkampf fand am Sonntag In unserem Luft­kurort Bürgermei st erwähl statt. Der bis­herige Bürgermeister Kübel wurde mit 597 Stim­men wiedergcwählt, während auf seine Gegenkandi­daten Gemeinderat Dehn 210 Stimmen und Hans Kübel 100 Stimmen entfielen. Don 1056 Wahl­berechtigten stimmten 910 ab.

Die Wetterlage.

ingö

norsnavi

ADtrd-.en-

Parts

Ovonrtmos 0 neuer. Q nam Bedeckt 0 wolkig. G gedeckt e Regos

* Sehnet aüriupeio «Rebel norwii,jr^)Wind$tilic.«0'xhr leitete» osi einige» SOdjuawest q stürmische» Rordwejl . Oie Piene fliegen mit gern wmdt. Pie do den Met-onm Menenden Ztik len geven die Temperatur an. Pie umen vergingen Orte mit gltidiceA

-teereiniveaw umgerethnele» Luftdruck

Wettervoraussage.

Das Biscayahoch dehnt sich ostwärts über Frankreich nach Süddeutschland aus. Unter dem Hochdruckeinsluh wird sich zunächst die Wetter­lage bessern und Erwärmung eintreten. Da jedoch zwischen den britischen Inseln und Island eine neue Störung im Anzug ist, so dürste das schön« Wetter nur von kurzer Dauer sein. Durch di« Südseite der neuett Störung wird im Lause de- Freitags warme Luft nach Deutschland «in» dringen, in deren Begleitung Anzeichen erneuter Wetterverschlechterung auf treten.

Vorhersage für Donnerstag: Hut leicht wolkig, mehr aufheiternd, trocken, wärmer.

Lufttemperaturen am 28. Juli: mittags 14,7 Grad Celsius abends 15 Grad: am 29. Juli: morgens 13,9 Grad. Maximum 20,7 Grab, Minimum 10,8 Grab. Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Juli: abenbs 21,8 Grab: am 29. Juli: morgens 17,2 Grab Cel­sius. Niederschläge 0,3 nun. Sonnenscheindauer 9 Stunden.

Verantwort!, f. d. Feuilleton: i-V. Dr. Lang«.

Gegen Hornhaut

Hühneraugen, verdickte Hvrnschwulen an Händen und Fühen hat sichCtolin als sauberstes und bequemstes Mittel zur aründlichenBeseitigung aller hatten Haut-WucherunAM besten» bewährt. Packung für mehrmaligen Gebrauch mn genauer Gebrauchsanweisung 60 Pf. 3n allen Chlorodont-Dettaufs- stellen zu haben