Aus der Provinzialhauptstapt.
Drehen, den 29. Mai 1931.
Hausbesih und Steuerzahler.
vorn Siorstand des Hausbesitzer-Vereins Gießen wird uns geschrieben:
„Allgemein ist die Ansicht verbreitet, daß die Hauseigentümer durch die Aufwertung der Hypotheken aus 26 v. H. des Vorkriegswertes einen großen Gewinn erzielt hätten. Wie aber dieser Ge- winn in der Wirklichkeit aussieht, soll durch die nachstehende Rentabilitätsberechnung einwandfrei bewiesen werden.
Unterlagen über die Rentabilität eines Hauses mit einem Friedenssteuerwert von 50 000 Mark.
Steuerwert 50 000 Mark.
Friedensmiete 2870 Mark oder 5,7 v. H. Mteteinnahmen 1931 (gesetzliche Miete Mark vorn 1. April 1931 122 v. H.): 3487,05
Ausgaben: Mark
Staatliche Grundsteuer 169,20
Staatlilye Sondersteuer 803,25
Erhöhung derselben, weil über
5 v. H. Verzinsung 117,20
Städtische Grundsteuer 196,55
Stödiiscye Sondersteuer 385,—
Erhöhung derselben, weil über
5 v. H. Verzinsung 58,60
Brandversicherung 40,—
Kanalgebühren 51,94
Kaminfeger 13,20
Wassergeld 96,85
Zinsen von 7500 Mark Auf
wertungshypothek 375,—
Vermögenssteuer von 22500 Mk. 67,50 Abschreibung, 0,75 v. H. von
40 000 Mark Brandversicherungswert 300,—
Reparaturen, 25 v.H. der Miete 875,35 Haftpflichtversicherung, Schnee-
reiniaung, Interessenvertretung
usw. 35,— 3584,64
Mithin ist noch ein Fehlbetrag von 97,59 enthalten. Dabei ist noch nicht einmal in dieser Berechnung die Verzinsung des in dem Hause investierten eigenen Kapitals enthalten, das in Höhe von 22500 Mark zur Vermögenssteuer mit einem Steuer, betrag von 67,50 Mark herangezogen wird. Man müßte doch von seinem eigenen Kapital auch mindestens die Zinsen haben die man für fremdes Kapital zahlen muß, also heute 5 o. H. Der Fehlbetrag erhöht sich somit noch um den Betrag der Zinsen von einem eigenen Kapital in Höhe von 22005 Mark, das sind bei 5 v. H. gerechnet 1125 Mark. Mithin ist ein Ge s a m t f e h l b e t r a g von 1222,59 Mark vorhanden. Reben diesem Fehlbetrag verbleibt dem Hauseigentümer als Trost noch die unbezahlte Stelle eines Hausverwalters offen."
Das Sparen in Hessen.
Der Hessische Sparkassen» und Giroverband, dem von den 35 hessischen öffentlichen Sparkassen 34 als Mitglieder angehören, erstattet einen ausführlichen Bericht über das Jahr 1930 den hessischen Sparkassen einschließlich der sichten über die Entwicklung der Spareinlagen. Trotz der ilngunft der Zeiten hat das Jahr 1930 den hessischen Sparkasse neinschliehlich der gutgeschriebenen Zinsen einen Zuwachs von 34,8 Millionen Mk. gebracht. Die Spareinlagen erreichten damit Ende 1930 die Summe von 238,6 Millionen Mk. = 57,63 Prozent des Ende 1913 vorhandenen Dorkriegsstandes von 414 Millionen Mark. Die letztere Summe wurde im Verlauf von vielen Jahrzehnten, der für Ende 1930 nachge- wipsene Bestand dagegen in der verhältnismäßig kurzen Zeitspanne von 7 Jahren angespart. So lehr diese günstige Entwicklung den Sparsinn Der Bevölkerung lobt, so darf anderseits doch auch Licht verkannt werden, daß Wohl kaum in diesem Maße gespart worden wäre, wenn nach der Vernichtung des Sparkapitals durch die Inflation die Rot der Zeit zu neuem intensiven Sparen nicht geradezu gezwungen hätte. Beben den reinen Spareinlagen von 238,6 Millionen Mk. verwalteten die hessischen Sparkassen Ende 1930 noch 14.4 Millionen Mk. Depositen und 18,1 Millionen Mark Girogelder, insgesamt die stattliche Summe von 271 Millionen Mk. Die Einzahlungen einschließlich der Zinsgutschriften beliefen sich auf 132,6 Millionen Mk., Die Rückzahlungen auf 97,8 Millionen Mk. Aus dem Unterschied ergibt sich der Zuwachs von 34,8 Millionen Mk. Die Zahl der ausgegebenen Sparbücher betrug Ende 1930 bei sämtlichen hessischen Sparkassen 305 000, der Zugang in 1930 rund 33 000 Bücher. Im Laufe des Jahres 1931, spätestens aber in 1932, dürfte die Vorkriegszahl von 328 000 Sparbüchern erreicht werden. Schon jetzt hat jeder vierte Hesse ein Sparbuch bei einer öffentlichen Sparkasse. Der Durchschnittsbetrag des Guthabens .astf einem Sparkonto errechnete sich Ende 1930 auf 782 Mk. (Reichsdurchschnitt 592 Mk ), der Sparbetrag auf den Kopf der Bevölkerung Hessens auf 182 Mk. (Reichsdurchschnitt 168 Mk.). Wie in der Vorkriegszeit, pflegen die Sparkassen in erster Linie den Realkredit ihres Ar- beitsgebietes. Von den Spareinlagen waren Ende 1930 bei den hessischen Sparkassen nicht weniger als 53 Prozent in Darlehen gegen Hypothek angelegt. Auf Darlehen an Gemeinden entfielen nur 24 Prozent. Zur Förderung des Woh - rungsbaues haben die Sparkassen In den rückliegenden Jahren erheblich beige tragen. Bis Ende 1930 wurden für diesen Zweck 52,6 Millionen Mark in 9 251 Posten bereitgestellt: das Bau- Handwerk erfuhr dadurch eine wesentliche Unter- stühung.
Bei den vorstehenden Zahlen sind die aufzuwertenden Spareinlagen außer Betracht gelassen.
Was wird die Aowerordmng bringen?
Erste Verlautbarungen über die Beratungen des Kabinetts.
(Letzte Rachrtcht.)
Berlin, 29.Mai. (TU.) Drahtmeldung.) Das Reichskabinett hat am heutigen Freitag mit der ersten Beratung der neuen Sanierungsnotverordnung begonnen. Die neue Rotverordnung wird aus mehreren Abschnitten bestehen, von denen einer den sachlichen Lrsparnismöglichkeiten gewidmet fein wird. Die höhe der hier zu erzielenden Lrfparniffe steht noch nicht endgültig fest, wird aber auf 120 b i s 15 0 Millionen Mark geschäht, wovon ein großer Teil auf den Etat des Dehrministe- riums entfallen wird. Gesprochen wird in diesem Zusammenhang von Abstrichen am Wehr- haushalt in höhe von 50 Mill. Mark. Lln zweiter Teil befahl sich mit den Reform- vorlagen bei den Sozialversicherungen. Während die Jnvalidenveksicherung, die zur Zelt noch nicht auf den Plänen ist, die der Reichsarbeitsminister und der Reichsfinanzminister ausgearbeitet haben, verschont bleiben dürfte, wird bei der Arbeitslosenversicherung und bei den übrigen Versicherungen dieser Art voraussichtlich ein gewisser Ceiffungsabbau Platz
greifen. Vorgesehen ist auch eine Erhöhung der Arbeltslosenbeitragssähe. Die Einbeziehung höherer Einkommensteuer in die Arbeitslosenversicherung ist unserem Vernehmen nach bisher nicht geplant. Die ursprünglich als Beschäftigungssteuer vorgesehene Rotabgabe ist in den Besprechungen zwischen Dr. Dietrich und Dr. Sfe- gerwald auf sämtliche Einkommen ausgedehnt worden, so daß sie heute als reine Krisensteuer anzusprechen ist, die in der Form eines besonderen Zuschlags zur Einkommen- u n d L o h n st e u e r, bei den Beamten in der Form eines Gehaltsabzugs, in Erscheinung tritt. Die Prozentsätze, nach denen sie erhoben wird, werden gestaffelt sein, wobei die höhe der Sähe zur Zeit noch offen ist. Die Umsatzsteuer, von deren Erhöhung früher einmal gesprochen wurde, spielt in den Vorschlägen, die der Reichsarbeitsminister und der Reichsfinanzminister dem Kabinett unterbreitet hat, keine Rolle mehr. Dagegen scheint mit einer Heranziehung der Zucker- fleuer zum Ausgleich des Haushalts ziemlich sicher gerechnet werden zu können.
Da aber die Durchführung der Aufwertung sich ihrem Ende nähert, wird spätestens im Laufe des Jahres 1932, vielleicht schon für den Schluß des Jahres 1931, eine Zusammenfassung des seit 1924 datierenden Reugeschäftes mit den Aufwertungsbilanzen möglich sein.
Daten für Freitag, 29. Mai.
Sonnenaufgang 4.19 Uhr, Sonnenuntergang 20.26 Uhr. — Mondaufgang 18.19 Uhr, Monduntergang 2.41 Uhr.
1500: der portugiesische Seefahrer Bartholomen Diaz am Kap der guten Hoffnung gestorben: — 1594: der Feldherr Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim geboren; — 1880: der Philosoph Oswald Spengler in Blankenburg am Harz geboren.
Bornotizen.
— Eduard Wesener, der, wie bereits mit* geteilt, einen Ruf an das Thaliatheater in Hamburg folgend, Gießen verläßt, tragt am 2. Juni um 20.30 ilfjr im großen Saale des neuen Studentenheims aus eigenen Arbeiten vor. (Siehe heutige Anzeige.)
— DerZentralverband derArbeits- invaliden und -Witwen Deutschlands veranstaltet am kommenden Sonntag, 10 Tlhr, in den Asroria-Lichtspielen eine Filmvorführung, die im heutigen Anzeigenteil angekündigt wird. Interessenten seien darauf hingewiesen.
*
*• Die Gefahren des Badens an unbeaufsichtigten und verbotenenStel* len. Die Sommerzeit mit ihrem umfangreichen Freibadebetrieb läßt es angezeigt erscheinen, auf die Gefahren hinzuweisen, die mit dem Baden an unbeaufsichtigten und verbotenen Stellen verknüpft sind. Es muß dringend vor der Benutzung solcher Stellen zum Baden gewarnt werden. Der Mangel an Hilfseinrichtungen, plötzliche Tiefen im Flußbett, Versumpfung und Verkrautung des Bodens, Steilheit des Elfers usw. geben häufig Anlaß zu Unglücksfällen, die in den letzten Jahren einen erheblichen Umfang angenommen haben. Aufgestellte Warnungs- und Verbotstafeln, die auf die Gefährlichkeit des Badens an der betreffenden Stelle Hinweisen, müssen durchaus beachtet werden.
** Ungültiger Poliz-eiausweis. Wie das Polizeiamt Gießen mitteilt, ist der Dienstausweis Rr. 42 des Polizeihauptwachtmeisters Karl Bücher in der Rächt vom 15. auf 16. d. M. hier verloren gegangen. Dieser Personalausweis berechtigte gleichzeitig zum Führen von Schußwaffen und war auf dem Polizeiamt Gießen ausgestellt. Das Polizeiamt hat diesen Ausweis für ungültig erklärt. Dem Polizeihauptwachtmeister B ö ch e r wurde ein neuer Dienstausweis ausgestellt, der die Rümmer 91 trägt.
** Benefizvorstellung der Mitglieder des Gießener Stadttheaters. Man schreibt uns: Die Mitglieder des Gießener Stadttheaters veranstalten am Samstag, 30. Mai, ihre Benefizvorstellung, deren Reinertrag der Ferienkasse zufließt. Eine besondere Gelegenheit für die Theaterfreunde, ihren Dank für die künstlerische Arbeit des Ensembles abzustatten, zumal die Schauspieler jetzt drei Monate ohne Beschäftigung sein werden. Unter der Spielleitung von Heinrich Hub gelangt der Schwank „Lumpenparadies" von Engel und Horst zur etnmaliaen Aufführung. Trotz der heißen- Tage gewährleistet die Ventilationsanlage einen angenehmen Aufenthalt im kühlen Zuschauerraum. Um allen Kreisen Gelegenheit zum Besuche zu geben, wird die Vorstellung nicht zu erhöhten Operettenpreisen, sondern bei gewöhnlichen Schauspielpreisen gegeben. Der Dorstellungsbeginn ist auf 20.30 Uhr festgesetzt, damit vor allem die- beruflich Tätigen den Beginn der Vorstellung nicht zu versäumen brauchen.
** TheatervorstellungfürErwerbs- lo s e. Die Volkshochschule veranstaltete gestern nachmittag zu bedeutend ermäßigten Preisen wieder eine Sondervorstellung unseres Stadttheaters, die geeignet war, die zwangsläufig zur Untätigkeit verurteilten Mitbürger den grauen Alltag für zwei Stunden vergessen zu lassen. Zur Aufführung gelangte der Schwank von Arnold „Das öffentliche Aergernis", der sehr beifällig aus
genommen wurde. Die Darsteller: Hauer, Hub, Linkmann, Wesener, die Damen Schubert-Jüngling, Doering, Wielander, Jahn, Walther-Lederer brachten das Stück mit viel Schwung auf die Bühne und ernteten starken Beifall.
Oberheffen.
Ziegenmarki in Lich.
• Lich, 28. Mai. Gelegentlich des L i ch e r Pfingstmarktes wurde, wie alljährlich, auch der Ziegen - und Lämmexmarkt abgehäl- ten. Der Auftrieb war verhältnismäßig gut, das Material kann in bezug auf Qualität als recht hochstehend bezeichnet werden. Der Verkauf war sehr schleppend. Es kamen nur vereinzelt Käufe zum Abschluß. Das Ergebnis der Prämiierung war folgendes: Kl. 1. Aeltere Böcke, 1 .Pr. Gemeinde Hattenrod, 2. Pr. Gemeinde Großen-Buseck, 3. Pr. Gemeinde Laubach: Kl. 2. Einjährige Böcke, 1. Pr. Gemeinde Laubach, 3. Pr. Gemeinde Inheiden und Lich: Kl. 3. Aeltere Ziegen, 1. Preise Heinr. Münster, Heinr. Rau IV., Hattenrod, Ehr. Schsld VI. und Heinr. Wagner III., Großen-Buseck, 2. Preise Wilh. Gorr, Lich, Elisabeth Seipp, Hattenrod, Dalth. Philipp III., Steinberg, Otto Fink, Hattenrod, Gotthard Stein, Wilh. Keil II., Ettingshausen, Heinr. Rühl II., Utphe, 3. Preise Heinr. Sann, Ettingshausen, Wilh. Kaiser, Bellersheim, Hch. Kd. Köhler, Bettenhausen, Heinr. Stengel, ®g. Högel, Laubach, Hugo Keil, Andr. Burkart, Ettingshausen; Kl. 4. Zweijährige Ziegen, 1. Preise Wilh. Wagner I., Großen-Buseck, Adam Zinn, Gießen, 2. Preise Karl Münster, Hattenrod, Jakob Lerch. Lich, Joh. Pet. Dietz L, Lich, Heinr. Becker, Gießen, Karl Otto. Jäger, Laubach, 3. Preise Karl Görlach III., Eberstadt, Heinr. Größer IV., Wilh. Wagner IX., Großen-Buseck, Gg. Schäfer, Lich, Konr. Hofmann, Bersrod; Kl. 5. Einjährige Ziegen, 1. Preise Heinr. Jo?, Ettingshausen, Heinr. R«u IV., Hattenrod, 2. Preise Heinr. Frank II., Christoph Scheld IV., Großen-Buseck, Jakob Raumunn, Laubach, 3. Preise Heinr. Jost, Heinr. Wagner VI., Großen- Buseck, Jakob Lerch, Lich, Karl Stark, Ettings- hausen; Kl. 6. Zeitziegen, 2. Preise Heinr. Münster, Hattenrod, Gotth. Stein, Ettingshausen, 3. Preise Heinr. Stengel I., Laubach, Wilh. Keil II., Ettingshausen, Rud. Weber, Jnheid'en.
Landkreis Gießen.
ck. Heuchelheim, 29. Mai. Das Fest der goldenen Hochzeit begehen heute in körperlicher und geistiger Frische der Postagent Jakob Kreiling und Ehefrau, Katharina Elisabeth, geb. Renner. Der Jubilar, der als Leiter der hiesigen Postagentur weit über die Grenzen Heuchelheims bekannt ist, gibt die Agentur, nachdem er sie 37 Jahre geleitet hat, am 1. Juni ab.
f Treis (Lumda), 28. Mai. Zahlreich hatten sich am Dienstag die Mitglieder des hiesigen Kriegervereins zu ihrer Vierteljahrsversammlung bei Kamerad Will eingefunden. Galt es doch, drei Kriegervereinsveteranen zu ehren, ' denen die „Hassia" Auszeichnungen verliehen hatte. Präsident Bing überreichte unter ehrenden Worten dem Kameraden H. Göbel III. die „Hassia"°Ehrenmünze für 45jährige und den Kameraden Phil. Rabenau und Peter Preiß das „Hassia"-Abzeichen für 40jährige Mitgliedschaft. Den Bericht über den in Gießen abgehaltenen „Hassia"-Bezirkstag erstattete Kamerad Wilhelm E u l e r. Es wurde beschlossen, den Schießstand „Am Busch" vorschriftsmäßig herzustellen, damit dem Schießsport ungehindert gehuldigt werden kann. Auch wird bald eine Jugcndgruppe des Vereins ins Leben treten. Das Dezirksfest zu Klein-Linden wird von dem Verein in möglichster Vollzähligkeit besucht werden.
Kreis Friedberg.
WSR. R i e d e r - Fl o r st a d t, 28. Mai. Das große Fisch st erben in derRidda hat wieder eingesetzt. Fische von vier Pfund und darüber wurden tot abgeschwemmt. Den Pächtern entsteht dadurch Schaden, daß sich herausgestellt hat, daß Fische unterhalb der Horloffmündung nicht mehr am Leben bleiben können.
Starkenburg.
Offenbach, 28. Mai. (WSR.) Am 12. November 1930 verschwand spurlos die in Sprendlingen bei Offenbach verheiratete Frau Stanislawa Baumgarten, geb. Marzak. Trotzdem das Verschwinden der Dermißtenzentrale des Landeskriminalamts gemeldet war, war es bisher nicht gelungen, ihren Aufenthalt festzustellen. Eine jetzt aus dem Leben geschiedene Verwandte der Vermißten, eine Frau Brand, hat nun in einem hinterlassenen Brief erwähnt, daß Frau Baumgarten getötet und in einem Garten vergraben worden sei. Das Landeskriminalpolizeiamt Darmstadt ging der Mitteilung sofort nach. Nachgrabungen bestätigten die Angaben der Frau Brand, denn es gelang, die Leiche der vermißten Frau Baumgarten freizuleaen. Im Zusammenhang damit wurden heute der Ehemann der Ermordeten, wie auch der Ehemann Brand fe st genommen.
Dreu&en.
Kreis Wetzlar.
CO Hochelheim, 28. Mai. Die größere Vertretung der Kirchengemeinde befaßte sich in einer unter dem Vorsitz von Pfarrer Schneider abgehaltenen Sitzung mit der R>» ^Anstellung einer Krankenschwester. Die Vertretung erkannte die Rotwendigkeit dieser Anstellung an. Die Aufbringung der Mittel aus der Gemeinde soll durch einen freiwilligen Krankenpflegeverein erfolgen. Zur Unterhaltung der Krankenpflegestation soll eine kirchliche Umlage erhoben werden. Für die Einrichtung der Station stehen rund 300 Mk. aus Mitteln des Frauenvereins zur Verfügung. Als Anstellungstermin ist der 1. August in Aussicht genommen.
<> Dornholzhausen, 28. Mai. Der älteste Einwohner des Ortes, Anstreichermeister Heinrich Mack, feierte seinen 90. Geburtstag. Der hiesige Frauenverein brachte dem Jubilar unter Leitung von Pfarrer Schneider, Hochelheim, ein Ständchen.
Kirche und Schule.
Landkreis Gießen.
)( Lich, 27. Mai. Das alljährlich am dritten Pfingsttag in Kloster Arnsburg gefeierte Jahresfest der Erziehungsanstalt hatte auch in diesem Jahre seine oft bewährte Anziehungskraft ausgeübt. Ueber 2000 Teilnehmer aus der näheren und weiteren Umgebung waren gekommen, um sich im festlich geschmückten Waldesdom, zum erhebenden Gottesdienst zu versammeln. Rach einem Vortrag des Posaunenchors Gambach und nach einer liturgischen Einleitung, gehalten von Stiftsdechant Kahn, Lich, sprachen als Festprediger Pfarrer Weinberger, Friedberg, und Pfarrer Rohrbach, Frankfurt a. M. Rach einer Kaffeepause begann im Hof der Anstalt die ebenfalls gut besuchte Rachversammlung. Pfarrer Lenz, Gießen, erstattete den Jahresbericht. Pfarrer Rohrbach sprach das Schlußwort. Als Festgabe für die Anstalt gingen 220 Mk. ein.
Kreis Friedberg.
— Bad-Rauheim, 26. Mai. Der Bund f ür Bibel und Bekenntnis hielt hier eine aus allen Teilen Hessens besuchte Landes- tagung ab. Mit einem öffentlichen Gemeindeabend wurde die Tagung durch den 2. Vorsitzenden, Pfarrer Schrimpf, Dieburg, eröffnet. Anschließend hielt der seitherige Generalsuperintendent D. Zöllner, Düsseldorf, einer der führenden Männer der deutschen evangelischen Kjrche, einen Vortrag über „Die Stellung der Kirche in den wirtschaftlichen Röten unserer Zeit". Er zeichnete die tieferen Gründe der wirtschaftlichen Rot und die zersetzende Wirkung dieser Rot auf unser Volksleben, um anschließend darzutun, wie die Kirche als der barmherzige Samariter unfi> als die Gottesstimme der sozialen Gerechtigkeit helfen kann und muh. Anderntags wurden die Verhandlungen vom 1. Vorsitzenden des Landesverbandes, Dekan Schäfer, Michelstadt i. O., geleitet. Rach der von Oberkirchenrat D. Wagner, Gießen, gehaltenen Morgenandacht sprach wieder Generalsuperintendent D. Zöllner, diesmal über das Thema „Die Kirche im Kampf". Er führte u. a. aus, daß die wahre Kirche Christi nur eine Bekenntniskirche sei, die für alle Stände und Lagen die klare Stimme Gottes und damit die heilige Hüterin des Volkes fein müsse. Weiter sprach Pfarrer 03 ei b t von der Frankfurter Paulskirche über „Das Ringen um den evangelischen Gottesbegriff".
Rundfunkprogramm.
Samstag, 30. Mai.
7.30: von Bad Münster a. St.: Frühkonzert des Kurorchesters. 12.10: Schallplattenkonzert. 15: Stunde der Jugend. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Frankfurter Motette. 18.40: „Der Staat und die Evangelische Kirche", Vortrag von Präsident Bähr, Kassel. 19.10: Eine Viertelstunde Deutsche Reichspost: „Das Reisen im Postkraftwagen", Vortrag von Postinspektor Dender. 19.25: Spanischer Sprachunterricht, erteilt von Dr. H. Petrieoni. 19.45: Erlebte Geschichten. Von Marieluise Fleißer, vorgetragen von der Autorin. 20.15: 2m weihen Röhl. 22.35 bis 24: Tanzmusik.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bi« 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen
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