Ausgabe 
28.4.1931
 
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Dienstag, 28. April Ml

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten)

Nr. 98 Zweites Blatt

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Sauberkeit, die etwa an Dürer orientiert sein

Oberhessischer Kunstverein

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könnte man findet u. a. die Kopie von Dessen bekannterMadonna mit der Heuschrecke" ver­einigt sich mit einer bis zur Verzerrung ge­steigerten Intensität des Ausdrucks, welche bald an Darlach, bald an Dix erinnert, obwohl* diese beiden mit ganz anderen Mitteln wirken.

Eine in der körperlichen Bewegtheit und der dramatischen Haltung der Figuren fast unheim­liche Schilderung geben die sechs Kupferstichblätter der FolgeGefangener von Chillon" (Illustra­tionen nach Byron) aus Schönlebers Nachlaß.

Bon den anschließenden Landschaften ist die Sizilianische Ebene" technisch besonders inter­essant durch die überraschende 'Raumwirkung von ausgesparten, also an sich negativen Bild­elementen.

Ganz eigenartig in der Auffassung, reif und durchgeformt in der Technik, in der Leidenschaft­lichkeit der Gebärdensprache troh grundsätzlich anderem Stil an Barlach erinnernd: eine Reihe von biblischen Themen, wieKain und der Tod", Kain und Abel",Der Herr erscheint dem Elias",Elias und die Baalspriester" undDas Opfer des Elias". Das hier niedergelegte, ganz unmittelbare, nachgestaltende Erlebnis des bibli­schen Mythos läßt wiederum an die gefühls­mäßige Naivität mittelalterlicher Menschen denken.

Aehnliches wäre zu sagen von dem Kupferstich- zhklus der Illustrationen zum zweiten Teil des Faust", die sich mit einer höchst eigenwilligen Phantasie Schauplätze und Gestalten der Dichtung bis in merkwürdige Einzelheiten hinein beleben. (DieGrablegung" könnte der überhitzten Dor- stellungskraft des weiland Hieronymus Dosch entsprungen sein.)

Eine Reihe von Porträts, wenn die Dezeich- nung gestattet und zutreffend ist, im vorderen Teile des Saales, wird unter der gemeinsamen LieberschriftMenschen" vereinigt; hier ist mit einer enormen Konzentration versucht worden, das Wesentliche und Eigentümliche eines Typus in den Umrissen und Gesichtslinien der Kopfe zusammenzudrängen. (Man sieht da: das Kind, den Psychiater, den Komödianten, den Gelehrten, den Irren, die Dirne, den Offizier.) Dei einigen dieser Köpfe hat man den Eindruck, daß sie ohne den medizinisch geschulten Blick Schönlebers gar

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Ein Denkmalder deutschen Ingenieure von dem Bildhauer Eberhard Encke wird anläßlich der Jubiläumsfeier des Vereins Deutscher Inge­nieure in Alexisbad im Harz aufgestellt, wo der Verein vor 75 Jahren gegründet wurde.

von Laßberg"

Was wissen wir von der uns am nächsten und nützlichsten umgebenden Umwelt, den Haus­tieren? Was seit mehr als einem Menschen­alter die Forschung Neues zutage gebracht hat. bietet in gedrängter Form das neueste Heft der Süddeutschen Monatshefte (München) mit dem TitelGeschichte der Haustiere". Groß ist die Fülle des -gebotenen Stoffes und um­fassend die ganze Anlage des Heftes, dessen reicher Inhalt hier nur angedcutet werden kann: Das Pferd, Das Rind, Das Hausschaf, Die Ziege, Das Hausschwein, Der Haushund, Die Katze, Das Kaninchen, Das Hausgeflügel, Insekten und Wür­mer als Haustiere, Die Biene, Fischzucht, Edel­pelztiere, Exotische Haustiere. Wer also Beleh­rung haben will über eines der umfangreichsten Gebiete und überdies den neuesten Stand der Wissenschaft, der greife zu diesem Heft.

ist der Beitraa von Cäcilie Hülshoff überAnnette Freiin

nicht oder kaum in dieser zugespitzten Form ent­standen sein würden.

Die wenigen Aquarelle (Landschaften), die man vorfindet, wirken weniger farblich, d. h. also eben als Aquarelle, viel eher in ihrer Gesamthaltung als zufällig koloristische Variationen des größeren graphischen Werkes.

Miniaturhaft im Format, dennoch im Stil durchaus dem Gesamtbilde sich einfügend, er­scheint die in einer Vitrine ausgelegte Gruppe niederbayerischer Städte. -y-

diesem Spiel zwar nicht di? geschlossene Leistung wie gegen den Lokalrivalen im ersten Tresen, siegten aber, trotz verstärkten Widerstandes der Daubringer, verdient. Die Gäste wurden ver­schiedentlich sehr gefährlich, Böckler im Tor hatte viel Arbeit, da er manchen Fehler seiner Vorder­leute gutmachen mußte, erledigte sich aber seiner Aufgabe mit beruhigender Sicherheit.

Die Daubringer drängten zu Beginn deS Kampfes, vom Rückenwind unterstützt, hatten da­bei verschiedenen, durch gute Kombination erar­beitete Chancen, die nicht ausgenutzt tourten. Das etwas hohe Spiel der Gäste macht« den Hiesigen Schwierigkeiten. Schließlich aber fanden sich die DfD.er und durch eine schöne Einzel­leistung brachte zunächst W. Wagner die VfB.er in Führung. Halbzeit 1:0. Wagner verwandelte nach dem Wechsel eine Flanke von Linksaußen, ein raffinierter Strafstoß von Schmidt erhöhte das Ergebnis auf 3:0, schließlich beschloß Wagner einen geschlossenen Angriff mit dem 4. Treffer. Dom VfB. gefielen neben Döckler besonders Schneider, Post und Kreß; die Daubringer hatten in Fenster, Launspach und Hilberg ihre Besten. Das Spiel wurde hart, wenn auch nicht unfair, durchgeführt. Die Daubringer hätten das Ehren­tor verdient. Der Sieg brachte ter Liga Re­serve des VfB. die Meisterschaft der 1. Gauklasse.

Westdeutsche Fußball-Meisterschaft.

Die Endspiele um die Westdeutsche Fußball­meisterschaft wurden am 26. April in Aachen mtt einem Treffen Alemannia Aachen gegen VfB. Bielefeld fortgesetzt. Trotzdem Aachen den Vorteil des heimischen Geländes und die Unterstützung von 12 000 Zuschauern hatte, mußte es doch dem Westfalenmeister einen klaren 2:5(0:l)Sieg über­lassen. Die Bielefelder Elf spielte einen recht guten Fußball und war besonders in ter zweiten Halb­zeit klar überlegen. Alemannia Aachen ist damit für den Titel tereits ausgeschaltet und hat auch kaum noch eine Chance, einen Platz zu belegen. In der Endspiel-Tabelle führen Fortuna Düssel-

Steuerproiest des Bad-Nauheimer Einzelhandels.

* Bad-Nauheim, 26. April. Der gestrigen 21. Generalversammlung der Vereinigung des Bad-Nauheimer Einzelhandels e. 25.,

Hochfchulnackrichten.

Zum ordentlichen Professor für Papierfabrik kation und deren Maschinen an der Technischen Hochschule in Darmstadt ist vom 1. April 1931 ab der Oberingenieur Walter Brecht in Augs­burg berufen worden. Dr. Brecht ist Nachfolger des von den amtlichen Pflichten entbundenen Geh. Daurats Prof. Friedrich Müller.

Professor Dr. A. E. Brinkmann in Köln hat den an ihn ergangenen Rus auf den kunst­historischen Lehrstuhl an der Universität Berlin als Nachfolger von Geheimrat Goldschmidt an­genommen.

Zum Ordinarius der Anatomie und Physiologie der Pflanzen an der Wiener Universität ist der ehemalige Direktor der botanischen Institute und des internationalen Fremdenlaboratorium, des Botani­schen Gartens zu B u i t e n z o r g auf Java Dr. Karl Faber berufen worden.

Zeitschriften.

Der Naturforsch« r". (Vereint mit Natur und Technik".) Herausgegeben von Prof. Dr. Walther Schoenichen. Hugo Dermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. Aus dem viel­seitigen Inhalt des April-Heftes dieser populär- wissenschaftlichen, im besten Sinne aufklärenden Zeitschrift, deren inhaltliche Zusammensetzung dem regen Interesse weiter Kreise auf das glücklichste entgegenkommt, möchten wir mit besonderer Emp­fehlung auf die folgenden Beiträge aufmerksam machen. Eine vortreffliche entwicklungsgeschicht­liche Untersuchung -stellt der illustrierte Aufsatz Die Erforschung ter individuellen Entwicklung und ihrer Formkräfte" von Pros. Dr. Mangold dar. Für den Zoologen und Tierfreund dürften di« «xakte UntersuchungLibellen bei der Ei­ablage" von Br. M. Klein, und eine lehrreiche Zusammenstellung überGeschlechtsunterschiede in ter Gefiedersärbung" von besonderem Interesse sein. Eine Abhandlung von Prof. Dr. Lakowih informiert übersichtlich und eingehend überDie Vegetation ter Ostsee". Weitere vortreffliche Beiträge unterrichten überNeues aus der Welt ter Meteore", in der RubrikNaturschutz" über Eine biologische Forschungsstation auf Hidden­see", überBaukultur und Gesteinskunde" (illu­striert). Ueberhaupt ist das Heft mit zahlreichen, gut reproduzierten Abbildungen ausgestattet.

Die letzte Nummer von Westermanns Monatsheften bringt u.a. eine Abhandlung überSternglaube und Kunst" von Dr. G. F. Hartlaub. Max Ostrop behandelt den Sport in der Halle. Den Lebenslauf amerikanischer Millionäre schildert Dr. Erich Müller in sehr lebendiger Weise.

Mitten in der Nacht erreicht man bei 2slahu« die türkisch-shrischeGrenze. Die Bahn macht hier einen Knick und führt in einem breiten Winkel nach Aleppo, mitten hinein m das französisch« Mandatsgebiet. An den Tele­graphenstangen zieht sich Stacheldraht ent­lang. Offenbar sind die Franzosen ihrer Sache hier, dicht an der Grenze, nicht so sicher.

Am Morgen schon ist aber die Erinnerung an Has gewaltsam modernisierte Reich Kemals nur noch schwach. Man ist im Orient in ferner ganzen ans Kitschige grenzenden Buntheit. Fez Turban, Dolche im Gürtel der Araber, Häuser mit flachen Dächern, Zelte nach Deduinenart auf den Feldern, Kamelkarawanen, die, was die Schnelligkeit ihres Fortbewegens anlangt, noch von keinem Amerikanismus angekränkelt smd. Die Leute haben Zeit, tote vor Iahrtausenden. Und sie leben auch... _ .

In den Städten jedoch haben die Franzosen allem schnell den Stempel ihrerculture auf» gedrückt. Französische Zeitungen, syrisch« Bauk­noten, aber als Rechnungseinheit bet ter Be­völkerung der französische Franc. Und fragt man einen der eingeborenen Gendarmen, deren Gürtel von Patronen strotzen, nach seiner Herkunft, so will er kein Araber fein, auch kein Syrer.

Non monsieur, ist seine Antwort,je suis F r a n ; a i sl Syrien ist kein Mandatsgebiet mehr, sondern mitsamt seiner Bevölkerung wenigstens in der Theorie ein nicht unbeteu- tenter Baustein bei ter Errichtung einerNatron von hundert Millionen Franzosen ...

Quer durch das Reich Kemal Paschas.

Ein deutsches Meisterwerk im Taurus. - Frauenschleier in Anatolien. - Syrien unter der Trikolore.

Don unserem Sonderberichterstatter Arpad (Sorget.

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Spielvereinigung 1900 Gießen.

Spielvereinigung 1900 (Liga) Spv. Alsfeld 06 I 1:2.

Das Spiel, das am Sonntagnachmittag vor wenigen Zuschauern die genannten beiden Mann­schaften im Felde sah, litt unter den schlechten Bodenverhältnissen. Die kurz vor dem vorgesehe­nen Spielbeginn niedergehende Gewitterregen schuf auf dem Spielfeld kleine Seen, die den freien Lauf des Balles immer wieder beeinfluß­ten. Der schwere, nasse Boten machte den Mann­schaften sehr zu schaffen - Übrigens, die Als­felder fanden sich besser damit ab. Die Alsfelder stellten auch ihre ganze Spielweise auf die Boden­verhältnisse ein, spielten zielbewußter auf das Tor, während die Blauweißen im Kombinations­spiel das Heil sahen. Das muß, u. C., als ein Fahler bezeichnet werden, denn ter Boden gestat­tete ein genaues Zuspiel nicht. Die Spielvereini­gung hatte für diesen Kampf einige Spieler aus ter Jugendmannschaft als Ersah für Langs­dorf, Heilmann und Best auf gestellt. Als Halb­linker spreite Schmidt (der Torschütze des Ta­ges), als Mittelläufer war L i P P e r t aufgestellt, und beide bewährten sich. Bon Günther (Rechtsaußen) konnte man das nicht behaupten, er vermochte sich nicht ganz durchzusetzen. Der Posten des Mittelstürmers war durch einen neuen Mann zuverlässig beseht. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. Dec Schiedsrichter (Philipp, Großen-Duseck) entschied im allgemeinen zur Zu­friedenheit und hielt das Spiel flüssig.

3m Zeichen einer leichten Ueberlegenheit ter Gäste begann das Spiel. Die 1900er wurden

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(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Aleppo, April 1931.

Der kurze Dlütentraum vom Goldenen Horn, der Garten Eden, den die Küste des Golfs von Isntid darstellt, wie schnell ist dies alles aer- tonnen' So, wie alle Blütenträume! Und endlos, trostlos, dehnt sich das a n a t o 1 i s ch e Hochland bis zu schneebedeckten Bergen, die keinen Namen tragen. Solange noch die nulte Lust des Mittelmeeres segenspendend in den Tälern wirken kann, sieht man welche Selten­heit im Zeitalter der Weltagrarkris«! z u - ftieöene Bauern. Manchmal sind Aus­tausch-Emigranten aus Makedonien darunter, dann sieht man wohlbestellte Bauernhöfe, denn die Leute tarnen nicht ohne Erfahrung und meist auch nicht ohne Geld aus Europa und bilden nun hier einen zivilisatorischen Grundstock, wir­ken unbewußt als Lehrmeister und richtunggebend, während die Griechen, die in ihr Ursprungsland zurückkehrten, dort nur das bäuerliche Prole­tariat vermehren halsen.

Dem Reiche Kemal Paschas fehlen aber im übrigen das Kapital und die Men­schen, um die innere Kolonisation im anato­mischen Hochland zu fördern. Erde, soviel man säch nur wünschen kann, aber niemand, der sie zu bearbeiten vermag. Allerdings ist das Land nicht überall zum Anbau geeignet, auch d a s Wasser fehlt bisweilen, und auf manchen Eisenbahnstationen erscheint niemand, ter den Reisenden Eßwaren zum Kauf anböte. Das be­sagt viel, wenn nicht alles, denn sicherlich wurden die Bewohner auch meilenweite Wege nicht scheuen, wenn sie ein paar Piaster verdienen könnten. Aber sie haben selber nichts ...

Auffallend ist die mohammedanische Frömmigkeit, der man allenthalben be­gegnet. Einen Fez zu tragen, das würden sich die Leute ja nicht erlauben, denn es ist ver­boten; aber die Moschee ist im Dorfe, wie einem versichert wird, nach wie vor geistiger Mittel­punkt, und man möchte es nach den Erfahrun­gen in Konstantinopel nicht für möglich halten die Frauen tragen trotz Kemal Pascha den Schleier. In Aegypten, wo der Schleier offiziell erlaubt ist, lehnt gerate die Landbevölkerung den Schleier aus Zweckmäßigkeitsgründen ab. In ter Türkei, wo er verboten ist, trägt ihn vor allem die Bäuerin. Den Fez tragen viele wenigstens zu Hause und man erzählt sich, daß manche Fanatiker seit vielen Jahren nicht mehr di« Straße betreten haben, weil sie auf die Kopf­bedeckung, die die Religion ihnen vorfchreibt, nicht verzichten wollen. Aber, daß Jahrhunderte sich nicht mit einem Federstrich fortwischen lassen, das ist ja bereits eine Binsenwahrheit auf dem Gebiete der neuesten Geschichte des Orients.

Die Stadt Konya, ungefähr in der Mitte des anatolischen Elendsgebietes. liegt 1000 Meter über dem Meeresspiegel. Bald bemerft man denn auch noch Schnee in den Furchen des Bodens, und das macht die Landschaft noch trostloser. Am Nachmittag nähert sich die Bahn dem Tau­rus, und nun o fenbart sich ein fast unbekanntes Reich der natürlichen und ter technischen Wunder. Was Deutschland mit dem Dau der Bagdad- bahn geleistet hat, das wird hier an Ort und Stelle erst klar. Die himmelanstrebenden Berge, in deren Gipselschnee das Abendrot verglüht, sind von einer Unzahl von Tunnels durchbohrt. Die meisten sind so lang, daß man dem Rauch einen Ab uq durch D eie besondere öeitenauegänge schalfen mußte, durch die ter Reisende für Augen­blicke eine grandiose Alpenwelt erblickt. Di« Täler füllen sich, je weiter man nach Süden kommt, um so mehr mit der Blütenpracht des Frühlings. Der Bahndamm zeugt von einer un­erhörten Kühnheit, denn man blickt von einem schmalen Hang Hunderte von Meter hinab in die Ebene von Adana, wo Orangen und Zitronen wachsen und weite Palmenhaine den Raum bis zur nahen Küste füllen ..._________________________

immer etwas in ihrer eigenen Spielhälfte zurück- gehalten, machten sich aber schließlich freier und gestalteten das Spiel ausgeglichener. In ter 15. Minute fiel das erste Tor im Anschluß an eine Ecke, von Schmidt entschlossen verwandelt, Dem Alsfelder Torhüter entglitt ter Ball und rollte in das Tor. Der Ausgleich ließ aber nicht lange auf sich warten. Schon die nächste Minute brachte eine kritische Situation vor dem Tor der Hiesigen. Der Halblinke ter Gäste setzte einen scharfen Schuß auf das Tor, Sack warf sich nach dem Ball, mußte ihn aber im Liegen ent­gleiten lassen. Mit 1:1, das Ergebnis entsprach dem Spielverlauf, wurden die Seiten gewechselt. Nach ter Pause tarnen die 1900er mehr auf, versäumten aber in fruchtlosem Kombinations­spiel, in zu sorgfältigem Spiel die prächttgsten Torgelegenheiten, die sich des öfteren boten. Zu allem Ueberfluh jagte Henrich «inen Elfmeter auf den Mann, nachdem er sich vorher ein Täu­schungsmanöver von recht zweifelhaftem Erfolg gestattete. Schließlich erwies sich in ter 40. Mi­nute der Torwart der Hiesigen als nicht ganz auf dem Posten, und die Alsfelder schossen den durchaus zu verhindernden Siegestreffer. Das Ergebnis dieses Kampfes konnte sehr gut anders lauten, indessen war der Sieg ter eifrigen Gäste verdient; den 1900cm aber sollte diese Nieder­lage, die sie durch an sich leichtvermeidbare Fehler taktischer Natur hinnehmen mußten, eine Lehre fein.

D f. Ä.

DfD.-Ligareserde Meister der 1. Gauklasse.

Am Sonntag wurde das letzte Spiel der Son- terrunte ausgetragen. Die DfD.er zeigten in

Hans Otto Schönleber

Die neue Ausstellung im Oberhesfifchen Kunst» verein ist diesmal dem Werk eines einzigen Künstlers gewidmet: Kollektivausstellung des im 3ahre 1930 verstorbenen Ma rs und Graphikers Dr. med. Hans Otto Schönleber; er war der Sohn des bekannten Landschafters und Direktors ter Karlsruher Kunstschule; über seinen äußeren Lebensgang unterrichten einige Bemerkungen in ter Vornotiz vom letzten Samstag.

Die hier zusammengestellte Kollektion umfaßt mit ganz wenigen Ausnahmen graphische (Blätter in verschiedenen Techniken und in größe­ren, stofflich zusammengehörigen, zyklisch vereinig­ten Folgen. Eine Reihe von Holzschnitten, im rückwärtigen Teile des Saales, befaßt sich mit landschaftlichen Motiven verschiedener Art, die insgesamt einen Zug zur Monumentalität, zur großen und manchmal dämonisch aufgewühlten Naturgebärde nicht verkennen lassen; hier fehlt auch fast überall eine figürliche Staffage; wo sie eingeführt ist, wie in dem HolzschnittDer alte Mann", wird das Landschaftsthema sogleich ins Menschliche erweitert, und das Blatt wirtt wie ein Ausschnitt aus einem ter zahlreichen älteren Totentänze. Dagegen ist gelegentlich eine groß- [inige oder durch Maße und Raumbeherrschung imponierende Architekturgruppe in die Landschaft einbezogen (Südliche Dergstadt",Stadt am Meer").

Schon hier ist im Technischen, in ter Faktur ter Holzschnitte, Schönlebers Vorliebe für 'die großen Altmeister seiner Kunst zu spüren, deren Einfluß man kaum übersehen kann. Trotz dieser (im guten Sinne) altertümlichen Technik ist Schön­leber ein ganz moderner Mensch gewesen, der leidenschaftlich und grüblerisch um Ausdruck mit den Mitteln seiner Kunst bemüht war, und ter auch in seinen Motiven vielfach vollkommen gegen­wärtig wirkt. Auf der Vereinigung von gleichsam historischen und zeitgenössischen Elementen in seinen Blättern beruht überhaupt sowohl das Charakteristikum wie ter eigentümliche Reiz dieser QhidfteHung. Die handwerkliche Exaktheit und

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die starken Besuch aufwies, ging «ine Protest- Versammlung gegen die Steuerer- Höhung in Hessen voraus, in der Syndikus Dr. Moeßner - Darmstadt eingehend zu der Frage Stellung nahm. In der Aussprache waren besonders beachtlich die Ausführungen des Bankvorstandes R. Stamm, der darauf hinwies, daß durch die Erhöhung der Steuern ins Ungemessene eine Ent­wertung der Grundstücke herbeiyeführt werde, was wiederum eine beträchtliche Kürzung der Kredit­möglichkeiten zur Folge haben müsse. Er erwartet, daß sich die Kreditgenossenschaften und Dolksbanken in ganz Hessen dem Protest des Einzelhandels an­schließen werden. Einstimmig nahm die Versamm­lung folgende Entschließung an:Die Bad- Nauheimer Einzelhändler, die sich heute allesamt zur Protestoersammlung gegen die neuen hessischen Steuererhöhungen vereinigt haben, schlie­ßen sich der vor einigen Tagen vom Landesverband des hessischen Einzelhandels der hessischen Regie­rung zugestellten Entschließung voll und ganz an und unterstützen fie nachdrücklichst. Bad-Nauheim als ein Saisonplatz ist ohnehin be­sonders schwer durch die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse betroffen; seine Wirtschaft ist außer­stande, die neuen Steuererhöhungen zu tragen. Die Bad-Nauheimer Einzelhändler erwarten, daß das hessische Finanzamt Friedberg angewiesen wird, bis zur Aufhebung der neuen Steuern größte Schonung walten zu lassen und durch Stundungen alle Härten auszugleichen. Beschlossen wurde ferner, sich an einer großen öf­fentlichen Protestkundgebung aller wirtschaftlichen Organe zu beteiligen.

In der anschließenden Generalversamm­lung des Einzelhandels, dessen Mitglieder­zahl im abgelaufenen Jahre von 105 auf 117 gestie­gen ist überzeugte nach Erledigung des geschäftlichen Teils ' Syndikus Dr. M o e ß n e r - Darmstadt in einem Referat von der Notwendigkeit der Organi­sation im Einzelhandel.

Daten für Mittwoch, 29 April.

Sonnenaufgang 5.04 Uhr, Sonnenuntergang 19.41 Uhr Mondaufgang 16.18 Uhr, Monduntergang 3.54 Uhr.

1806: der Dichter Ernst Freiherr von Feuchters- leben in Wien geboren.

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Daß der deutsche Männergesang noch auf der Höhe steht, weist der ArtikelAus der Geschickte des deutschen Männergesangs" von Dr. Rich. Kötzschke nach. Zu erwähnen ist ter, Beitrag ......

Freiin von Droste zu von Droste-Hülshoff und ihre Schwester Freifrau