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Schwarzwald.

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Aus der Provinzialhaupistadt.

Gießen, den 26. Oktober 1931.

Wenn es der Fremde sagt.

Cs herrscht bei uns vielfach und leider schon seit alten Zeiten die Hebung, daß ein Wort dann eine stärkere Wirkung hat, wenn es ein Fremder spricht. "Nicht feiten nimmt man von Fremden lieber die falschen Urteile als Wahrheiten hin, statt vom Nachbarn die Wahrheit gelten zu lassen. Aber manchmal kann auch der Fremde ein sehr zutreffendes Urteil besitzen, und wenn es dann richtige Wirkung hat, warum soll man es dann nicht gelten lassen?

3m Grunde ist es ein wenig beschämend, wenn dieser Tage in einem Dortrage in Zürich, also im deutschsprachigen Nuslande, der Nedner sagen konnte:Lassen wir es den Berlinern, wenn sie einProsit Neujahr!" wünschenI Wir sagen auf gut deutsch: C guets neues Char! Wir brauchen keine lateinischen, französischen oder englischen Sprachbrocken, sondern wir drücken es echt und wahr auf gut deutsch aus, was wir zu sagen haben. Wir brauchen kein direkt und momentan, keine Produktion und erst recht keinen Pro­duktionsprozeß, denn unsere Sprache ist reich genug, um das alles treffender und schöner aus­zusprechen. Wenn ein Gottfried Keller sagte: Wir achten jedes Land, aber unser Land lieben wir, so sagen wir: Wir achten jede Sprache, aber unsere Muttersprache lieben wir."

Der Ausländer also spricht sich gegen die Ver­nachlässigung der deutschen Sprache im deutschen Mutterlande aus. Und das Schlimme daran ist, daß er recht hat. Nicht so sehr die Sprache des einfachen Mannes ist es, die mit fremden Brocken gespickt ist: der spricht sich meist klipp und klar und rein deutsch aus, ja, er ist im Gebrauch der Sprache, in der Formung von eigenwilligen Wor­ten sehr oft Überaus geschickt. Nein, gerade die Sprache des Mannes, der oft sehr stolz ist auf seine Bildung, ist mit einer Menge von ent­behrlichem Flitterkram behängt. Wenn man einem von ihnen sagen würde, er halte sich nicht rein, so würde das wohl eine schlimme Auseinander­setzung vor dem Kadi ergeben. Aber seine Sprache nicht reinzuhalten, erscheint ihm nicht nur als Sünde, sondern er ist vielleicht stolz darauf, daß er einen solchen Wortreichtum besitzt. Daß es ein zweifelhafter Stolz ist, darüber entsteht wohl kein Streit.

Aber die verschluderte Sprache findet sich in neuerer Zeit auch in andern Kreisen. Zwei Vor­träge wurden letzter Tage in allernächster Nähe gehalten. Sie wandten sich an einen Kreis von Menschen, die in verstreuten Siedlungen leben und deren Umgang sich vor allem auf Feld und Flur, auf Haus und Hof beschränkt. Ein Fremd­wörterbuch hat keiner von ihnen jemals in der Hand gehalten. And doch hagelte es in den Vor­trägen Fremdwörter, es hieß nicht schlicht: Wir wollen Arbeit!,sondern man sprach davon, daß man wieder in den Produktionsprozeß einge­gliedert zu werden wünscht. Man redete von Or­ganisation und Nationalisierung, von Deflation und Sanierung und all dem Kram, unter dem sich wohl die meisten Hörer recht wenig vor­stellten.

Gewiß ist es nicht nötig und auch nicht zweck­mäßig, wie ein Beckmesser solche Dinge zu beur­teilen. Dennoch ist es möglich, sich einige Gedan­ken darüber zu machen, daß sich im doppelspra­chigen Auslande starke Anwälte für die Reinheit der deutschen Sprache finden. Sie fehlen gewiß auch nicht im Reich der Deutschen selbst, und sie finden auch noch viel Arbeit vor. Wenn aber sie einmal überflüssig würden, wenn sich in dieser Beziehung eine Arbeitslosigkeit einstellte, dagegen wären gewiß keine Einwendungen zu erheben.

r.

Oie Mitnahme von Reichsmark- Zahlungsmitteln ins Ausland.

3m Publikum ist die Ansicht verbreitet, daß die Mitnahme von Reichsmarkzahlungs­mitteln ins Ausland ohne weiteres gestattet ist und daß sich die Devisenverordnung und die ver­schärften Vorschriften der sechsten Durchführungs­verordnung nur auf Vorschriften ausländischer Wäh­rung erstrecken. Diese Ansicht ist irrig. Die zugelassene Freigrenze von 200 Reichsmark umfaßt Zahlungs­mittel jeder Art. d. h. die Mitnahme oder Ausfuhr von Beträgen, deren Wert über 2 0 0 Reichsmark hinausgeht, bedarf der oor- h»erigen Genehmigung der zuständigen De- oifenbewirtschaflungssielle. Um Unannehmlichkeiten, Beschlagnahme des Geldes an der Grenze und Unter­brechungen der Reisen zu vermeiden, sei hierauf be­sonders hingewiesen.

Bornotizen.

TageskalenderfürMontag: Kauf­männischer Verein, Ortsaewerbeverein, 20 Hhr, Neue Aula, Vortrag überWie kommt eine Opernaufsührung zustande? Ein Blick hinter die Kulissen". Deutsche Dolkspartei, 20.30 Uhr, Mitglieder-Versammlung,Hindenburg". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Bomben auf Monte Carlo".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen. Dienstag, zum letztenmal Calderons SpielDas große Welttheater" nach Hof- mannsthal unter der Spielleitung von Peter Fassott (4. Vorstellung im Dienstag-Abonnement), 20 bis 22 Uhr. Siehe heutige Anzeige.

Die Hausfrauenberatung Gießen veranstaltet Donnerstag, 29. Oktober, im Caf6 Leib einen Lichtbildervortrag über das Thema:Der Fußboden und seine sachgemäße Pflege". Mit der Veranstaltung wird eine Ausstellung einschlägiger Artikel verbunden sein. Den Hausfrauen ist Gelegen­heit gegeben, die besten Methoden der Fußboden­pflege kcnnenzulernen. r äheres in der heutigen An­zeige.

Waschvorführungen bei I. B. Häu - s e r. Am morgigen Dienstag findet im Laden der Firma I- B. Häuser eine Waschvorsührung statt. Der Waschmeister der Miele-Werke wird den Haus­frauen das neueste Modell der ,,Miele"°Elektro» Wafchrnafchine varsühren. Die Veranstaltung sei der Beachtung unserer Hausfrauen empfohlen. Näheres in der heutigen Anzeige.

** Wer i st zu Kinderspeisungen noch bereit? Beidem Alice-Frauenverein sind noch zahlreiche Kinder angemeldet worden, denen ein freier Mittagstisch während der Notzeit des Winters dringend nötig ist. Eine ganze Anzahl Familien haben sich für diesen Teil der Gieße­ner Winternothilfe bereits gemeldet, es fehlen aber noch Familien zur Speisung der immer noch verbleibenden hilfsbedürftigen Kinder. Wer hilft

da? Anmeldungen nimmt Frau Sanitätsrat Dr. Schliephake, Goethestrahe 44, Telefon 3470, gerne entgegen.

Fund ln der Werkstatt. Auf Benachrichtigung an die Staatsanwaltschaft wurden von der Landes- kriminalpolizeistelle in Gießen Ermittelungen an- gestellt, durch welche die Vermutung der Falsch­münzerei in Hungen bestätigt wurde. Nach den bis­herigen Feststellungen hat der eine der früheren Geschäftsinhaber, der sich zur Zeit aus Wanderschaft befindet und in Sachsen weilen soll, in Gemeinschaft mit einem Filialleiter aus Hungen, der geständig

* Straßensperrung. Die Wegeübersüh. tzUng an der Badenburg über die Bahnstrecke Gie­ßenKassel ist, wie aus einer Bekanntmachung im Amtsverkündigungsblatt heroorgeht, für die Dauer von sechs Wochen für den Fuhrwerksverkehr ge­sperrt.

** Falschmünzerei in Hungen? Der heutige Polizeibericht meldet: Im vorigen Jahre

Gießener Winternothilse 1931/32

Helft den Notleidenden!

Zede Gabe ist willkommen!

Sachspenden an das Stöbt. Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer 9, erbeten,- auf Wunsch erfolgt Abholung. Telephon 2858.

Geldspenden nehmen auch die Äanlen und Sparkassen entgegen,- ferner sind Einzahlungen auf das Winternothilfe-Konto Nr. 3372 bei der Äezirkssparlasse Gießen möglich.

eröffneten zwei junge Leute in Hungen eine Speng­lerei, die anfangs gut ging, später aber nachließ, so daß die Geschäftsinhaber in Schwierigkeiten ge­rieten und den Betrieb schließlich verkauften. Als der neue Besitzer im Sommer d. I. die Werkstatt aufräumte, fand er darin eine Form zur Herstel­lung von Fünfmarkstücken, und als im Verlaufe des September in Hungen ein falsches Fünfmark' stück im Verkehr auftauchte und behördlich eingeAO- gen wurde, erstattete der neue Firmeninhaber bei der Gendarmerie in Hungen Anzeige über seinen

ist, und sich zur Zeit auf freiem Fuße befindet, die Form für die falschen Fünfmartstücke hergestellt. Bis jetzt steht aber noch nicht fest, ob auch falsches Geld gemacht wurde, ebenso ist bisher noch nicht geklärt, ob oder inwieweit der andere der früheren Geschäftsinhaber, der sich zur Zeit in Grünberg auf­hält, mit der Affäre seines früheren Kompagnons etwas zu tun hat. Die polizeilichen Ermittlungen werden fortgesetzt.

weitere Lokalnachrlchten lm zweiten Blatt.

Regreßklage gegen den Zavag- Anfsichisratsvorsihenden Hoff.

Frankfurt a. M., 24. Okt. (WSN.) Gegen den früheren Aufsicbtsratsvorsitzenden der Favag, Hoff, ist von einem deutschen Aktionär Regreßklage vor der 12. Zivilkammer des hiesigen Landgerichts erhoben worden. Die Klage stützt sich darauf, daß Hoff der Vorwurf gemacht wird, daß er nicht nur fahrlässig, sondern auch vorsätzlich zum Nachteil der Aktionäre gehandelt habe.

Wettervoraussage.

Durch die Zufuhr polarer Kaltluftmassen hat sich das Hochdruckgebiet über den britischen Inseln ge­kräftigt und dehnt sich weiter östlich nach dem Fest- lanoe hin aus. Die Störungsreste füllen sich dabei immer mehr auf, so daß durch sie außer vorüber­gehender Haufenwolkenbildung eine Wetterbeein­flussung nicht mehr zu befürchten ist. Vielmehr wird sich der hohe Druck auch bei uns geltend machen und vielfach heiteres und trockenes Wetter veranlassen. Da immer noch Kaltluft zuströmt und in klarer Nacht ungehinderte Ausstrahlung vor sich geht, wird sich der Nachtfrost etwas verschärfen.

Vorhersage für Dienstag: Nachtfrost, vielfach aufheiternd, vorübergehend auch bewölkt, trocken.

Vorhersage für Mittwoch: Stellenwert Frühnebel, weiterhin Nachtfrost.

Lufttemperaturen am 25. Oktober: mittags 7,4 Grad Celsius, abends 0,4 Grad: am 26. Oktoberr morgens 0,6 Grad. Maximum 7,4 Grad, Minimum 0,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 25. Oktober: abends 6,2 Grad: am 26. Oktober: mor­gens 3,6 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 2/4 Stunden.

Oie Wetterlage.

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Diese Darstellung zeigt deutlich du filtrierende Wirkung der Feuchtigkeit im Mundende einer Atikah ohne Mundstück. Der Tabak ist dunkler geworden als bei der Mundstück-Cigarette, bei der das Mundstück das Eindrin­gen der Feuchtigkeit verhindert.

Von der Wasserpfeife zur Cigarette ohne Mundstück

Die Wasserpfeife nimmt der Abendländer als eine Tatsache hin, die mit dem Gepräge des Orients wie er es sich vorstellt bis zur Selbstverständlichkeit verbunden ist. Die we­nigsten Abendländer wissen jedoch, welche eigentliche Bewandtnis es mit ihr hat.

Der Orientale ist Kenner und Liebhaber guten Tabaks. Aber auch der beste Tabak ent­hält bittere Stoffe, die sein Aroma beeinträch­tigen. In der Wasserpfeife wird der Tabakrauch durch das Wasser geleitet, das den größten Teil dieser Stoffe absorbiert, aber die milden aroma­tischen Stoffe unbeeinträchtigt durchläßt.

Deshalb raucht der Orientale nur Cigaretten ohne Mundstück, die dem gleichen Prinzip wie die Wasserpfeife unterliegen. In das Mundende dringt Feuchtigkeit ein und macht es zu einem Filter, der die scharfen, bitteren Stoffe im Rauch zum großen Teil absorbiert. Der Rauch, der io den Mund gelangt, ist angenehm kühl, mild und aromatisch. Das erklärt, weshalb nicht nur der Orientale, sondern überhaupt die weitaus größte Mehrzahl der Raucher in aller Welt ohne Mundstück raucht.

In Deutschland ist Atikah die meistge- rauchte Cigarette ohne Mundstück. Nicht nur weil sie kein Mundstück hat, sondern auch weil sie aus einer besonders feinen, aromatischen Mischung türkischer Tabake hergestellt wird.

ATIKA

AUSLESE-CIGARETTEN

Selbstverständlich

OHNE MUNDSTÜCK