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gen Einstellung des amerikanischen Volkes kommt Der Beitritt der Bereinigten Staaten zu kei­ner Art Sicherheitspakt in Frage. Mn- fet Land muhte das immer wieder ohne Mm» schweife betonen und Frankreich würde ein grv-

Senator B o r o h.

ßes Mnrecht gegeben, wollte es das Gegenteil glauben machen. Mebcr die Reparationen kann ich nur wiederholen, was ich schon ausgeführt habe, nämlich, dah Deutschland den direk­ten angerichteten Schaden bezahlen muh. Es fehlen uns ober genaue Angaben und deshalb beabsichtige ich, Laval zu empfehlen, fest­zustellen, ob die bisher bezahlten Sum­men ausreichen, um seine Ausgaben für den Wiederaufbau der Kampfgebiete völlig zu decken. Wenn nein, bann muh Deutschland natürlich seine Zahlungen fortsetzen.

Borahs Rede hat in Paris peinlich berührt.

Paris, 25. OtL (TM ) Die Erklärungen Sena­tor Bohras gegenüber den französischen Presse­vertretern haben in Paris Meberraschung und Bestürzung ausgelöst. Der .Petit Pa- riHen spricht von einem Schachzug Hoovers, Hoover habe durch die Hinzuziehung Bohras zu den Besprechungen dem französischen Minister­präsidenten ein Bild von den eigenen Schwierigkeiten geben wollen, denen er im Senat gegenüberstehe. Ein solches Dorgehen sei um fc unannehmbarer, als Laval streng unter .Verschluß" gehalten wurde und nicht einmal auf dem Laufeichen darüber gewesen fei, was um ihn herum vorgehe Mnter diesen Mmständen müsse man sich ernstlich fragen, ob es sich nicht um ein Einschüchterungsmanö- ver handele. Alles in allem stelle die Erklärung Bohras einen ärgerlichen Zwischenfall dar, der große Zweifel an dem Ausgang der Besprechun­gen aufkommen lassen müsse. .Petit Journal" weist ebenfalls auf die großen Schwierigkeiten hin, die einer Annäherung der beiberfeitigen Standpunkte auf f a st allen Gebieten ent- gegenstehen. 3n Kreisen, die Hoover nahestänben, hebe man immer toieber hervor, baß eine Zu­sammenarbeit mit irgendeinem europäischen Lande unnütz sei, solange der augenblickliche Status quo in Europa nicht grundlegend ge­ändert werde. Man gehe sogar soweit, die Mn- Nachgiebigkeit Frankreichs in bet Frage bes Ver­sailler Vertrages für b i e amerikanische Krise verantwortlich zu machen. Bei den Ausführungen Dorahs müsse man besonders be­rücksichtigen, daß et und seine Anhänger fast täglich mit Hoover zusammenkämen und daher einen nicht zu unterschätzenden Ein­fluß auf ihn ausübten.

Das Echo in Krankreich.

Frankreich hat seine Handlungsfreiheit behalten.

Paris, 26. Oft. (WTB. Funkspruch.) Das Com- muniqu6 über die Unterredung Hoovers mit Laval wird noch nicht allgemein besprochen. Soweit Kom­mentare oorliegen, sind sie außerordentlich zurückhaltend, verschiedene Blätter erklären sogar unumwunden, daß das Ergebnis der Be- sprechungen recht bescheiden gewesen ist. Agen­tur Havas sieht einen ersten Fortschritt, weil als Aufgabe der Abrüstungskonferenz die Organisation einer soliden und dauerhaften Grundlage für den Frieden bezeichnet werde und weil die Repara­tionsfrage nunmehr mit der Kriegs- schuldenfrage verbunden und erklärt werde, daß Frankreich vor einer neuen Ini­tiative, die seine Handlungsfreiheit auf dem Oe- biete der Reparationen einschränken könnte, b e wahrt bleibe. Die offiziöse Telegraphenagentur be­tont, daß dies vielleicht das konkrete Ergeb- n i s der Reise fei. Der Chefredakteur desfDlatin, der die Reife mitgemacht hat, sagt: Wenigstens in einem wichtigen Punkte haben wir erreicht, daß Amerika seine Haltung der unserigen a n g e p a ß t hat. Es bedeutet schon viel, in einem Punkte recht zu behalten, und das gestattet die Hoff­nung, daß man eines Tages auch in den anderen Fragen recht bekommen wird.

»Journal" (nationalistisch) bezeichnet ben Wortlaut bcs Kommuniques als absichtlich farblos gehalten. Alle Worte seien genau ab­gewogen unb sagten vielleicht mehr, als sie zu sagen erscheinen. Laval habe zwar trotz seiner zwei Mnterrcbungcn mit Senator Dorah sich nicht zu seiner Ansicht bekehren können und es sei deshalb eine politische Zusammenarbeit unter ben gegenwärtigen Mmftänben unmöglich. Die fran­zösische Delegation werbe aber Washington genau so wie Berlin verlassen, nämlich unter Wah­rung ber Aktionsfreiheit Frank­

reichs. .A v enir" (nationalistisch) sagt: Man Darf nicht betrübt sein, wenn bieser Besuch große praktische Ergebnisse nicht ge­habt hat. Hoover hat ja seine Besprechungen boch noch nicht abgeschlossen. Es hat s i ch n i ch t s geänbert. Das ist sehr schön, unb bas wirb uns nur 400 000 Franken kosten. Wir kennen anbere Reisen, bie kostspieliger waren.

.Quotibicn (radikalsoz.) ruft aus: .Ist denn Laval in London, Berlin unb Washington gewesen etwa nur um des Pompes der Empfänge und des leeren Geräusches der Reden? Worte, nichts als Worte!!" 3m .Populaire" erklärt der Führer ber französischen Sozialisten Leon Blum: Der Würfel ist gefallen. Die Wa­shingtoner Reise bringt eine neue Snttäu- s ch u na. 3n allen wesentlichen Punkten gehen biefe Besprechungen mit einem Mißerfolg aus. Man erlebt ein »R e i n auf jede Reuregelung ber Schulben unb Reparationen, ein .Rein" auch auf bie Abrüstung. Mnter biefen Mmftänben ist bie Abrüstungskonferenz zum Februar nächsten Jahres von vornherein zum Miß­erfolg verbammt.

Die nationalistische Coty-Presse erklärt, daß das Ergebnis der Washingtoner Besprechungen gleich Rull ist.Ami du Peuple" führt aus, der Leiter her französischen Regierung habe eine überflüssige Reise gemacht: er habe seine Zeit damit verloren, eine systematisch verschlossene Tür, die von einem Cerberus, der sich B o r a h nennt, bewacht wird, öffnen zu wollen.Figaro" äußert, die Chefs der Regierungen hätten Lösungen und Der- pflichtungen auf später vertagt. Eine Der- ständigung sei nicht erzielt worden. Man erlebe wieder das dem französischen Parlament so eng ans Herz gewachsene Dertagungssystem

Jliuifolini fordert erneut Revision der Verträge.

Der wahre Friede ruht nur aus Gleichberechtigung und Gerechtigkeit.

R ca pcl, 25. Olt. (TM.) Zur Feier des Mar» I sches auf Rom ist Mussolini in Reapcl einge­troffen. Eine Ehrensalve von 19 Schüssen der Kriegsflotte kündigte bie Ankunft bes Duce an. Danz Reapel war auf ben Beinen, um ihn begeistert in Empfang zu nehmen. 3m Regie­rungspalast wurde Mussolini vom Kardinalerz- m|d)of_ erwartet. Rach einem kurzen Empsang öcc höchsten Würdenträger begab sich Mussolini in der Mniform eines Ehrenkorporals der Miliz zum großen Rapport der faschistischen Bundes­direktorien. Mussolini hielt eine Ansprache, in der er u. a. daraus hinwies, daß der Verzicht auf ausländische Darlehen 3talien in eine bevorzugte Steilung gebracht habe. Es sei au der Zeit, daß die Dauer der Partei­zugehörigkeit nicht mehr als Vorrecht be­trachtet werde. Eine vieljährige Parteizugehörig­keit könne die bctrcffcnbcn wohl mit Stolz er­füllen, bod) dürfe dieser Gesichtspunkt weder die Ausnahme neuer Kräfte in die Reihen der Partei verhindern, noch ein ausreichender Grund für Revisionen der gegenwärtigen Parteimitglieder lein. 3n Zukunst würden nut noch diejenigen Mitglieder ausgeschlossen werden, die aus poli­tischen oder moralischen Gründen sich des vchwarzhemdes unwürdig erweisen sollten.

vor einer nach vielen Zehntaufenden zählenden Volksmenge hielt Mussolini Dann eine zweite Rede, in der er zu den außenpolitischen Fragen Stellung nahm. Schon vor neun Jahren, so sagte er, hat das faschistische Italien In London das Problem der Reparationen und Kriegsschulden in Öen Grundgedanken ausgeworfen, die heute an der Tagesordnung sind. Wir fragen uns: Sollen wirklich 60 furchtbare lange Jahre über die Welt liehen, bevor unter das tragische Verrechnungsbuch des Soll und Haben das WortSchluß- gefetzt wird? Es ist ein bdjulbbudj, aufgebaut auf den Blulopfcrn von 10 Millionen Zfien- fdjen, die nicht mehr das Licht der Sonne er- blitfen. Und kann man sagen, dah unter den Völ­kern Gleichberechtigung herrfchl, wenn der eine Teil bis zu den Zähnen bewaffnet dasteht und der andere zur Webrlofigkeit verurteilt ist? (Stürmifche Zustimmung.) wie kann man von dem europäischen Wiederaufbau fprechen, wenn nicht einige Bcftimmunqen gewisser

Jriebensöerträge abgeänber I werden, die ganze Völker an den Abgrund Des materiellen Zusammen­bruchs und der moralischen Verzweiflung gebracht haben. (Reue längere Beifallsrufe.) wieviel Zeit soll noch vergehen, bis man sich davon überzeugen wird, daß in dem wirtschaftlichen Apparat der Gegenwart etwas se st gefahren, wenn nicht zerbrochen ist? 3n diesen Fragen liegen die genauen Direk­tiven, mit denen man dem wahren Frieden dient, der sich von dem Gedanken der Gerechtigkeit nicht trennen läßt. Sonst ist er ein von Rache und Furcht diktiertes Protokoll. (Lebhafter und lange wieder­holter Beifall.)

Der Mißerfolg des Völkerbunds.

Vertagung des Mandfchurci ztonfliktd bie Mitte November

Genf, 24. Olt. ,WTB.) Der Völkerbunbsrat hat feine Verhandlungen über den Konflikt in der Mandschurei vorläufig abgeschlossen und s i ch aus den 16. Rovembec vertagt, um dann erneut zu der Lage Stellung zu nehmen. Es ist dem Völkerbundsrat nicht gelungen, einen Beschluß im Sinne der bekannten Entschließung des Rate- herbeizuführen. Der japanische Vertreter hat bei der namentlichen Ab­stimmung gegen die Entschließung deS Rates gestlmmt und sie dadurch, da zu ihrer Annahme Einstimmigkeit erforderlich war. zu Fall gebracht. Die Entschließung sah bekanntlich für 3apan die Verpflichtung vor. biS zur nächsten Tagung am 16 Rovemoer seine Truppen vollständig aus der Mandschurei in die Sifenbahnzone zurückzuziehen, jur die Ratsentschließung stimmten sämtliche an­deren RatSmitglieder. Die japanischen Ge­genvorschläge wurden gegen die Stimme 3apans von den anderen Ratsmitgliedern ab* 0 e lehnt. Der Vertreter der Vereinigten Staaten hat an der Abstimmung nicht teil- genommen, da Die Vereinigten Staaten nicht Mit- gned des Völkerbundes sind. Der Vertreter 3apanS erklärte, 3apan habe nicht die Absicht, mit Ehina Krieg zu führen. Es bestehe auch keinerlei Kriegsgefahr. 3apan habe auch kei- xr 0 6 c n fl 6 0 b'41c n in der Mandschurei. S« werde seine Truppen zu-

cückziehen, wenn es die Meberyugung gewonnen habe, daß das Leben und das Eigentum der japanischen Staatsangehörigen in den betreffen­den Gebieten gesichert seien. Die Entschließung des Rates erfülle nicht die 'Bedingungen, die 3apan in dieser Hinsicht stellen müsse.

Japan ist verstimmt.

Wird es aus dem Völkerbund austreken?

London, 24. Oft. (WTB.) Reuter meldet aus Tokio, die bärtigen amtlichen stellen seien über die Haltung des Bölkerbundes enttäuscht und verstimmt. Es werde kein Hehl daraus gemacht, daß man entschlossen fei, die Frage eines Aus­trittes aus dem Völkerbunde ernstlich zu erwägen. Man erklärt, der Völkerbund fei seinen Idealen untreu geworden, indem er nicht auf der Heiligkeit der Verträge bestanden habe. Die grundlegende Streitfrage sei die der Vertrags- rechte Japans. Diese Frage sei umgangen wor­den. Japan sei in -sorge, weil der chinesische Außen- Minister Dr. Wang forderte, Japan solle die süd­mandschurische Eisenbahn sowie das Liautung- Gebiet einschließlich Port Arthur und Dairen z u rückgeben, wogegen China gestatten würde, daß Japaner ungehindert in China wohnen unb reifen Dürften. China will nämlich den aus dem Jahre 1915 stammenden Vertrag nicht anerkennen, es macht geltend dah erunter Zwang- zustande gekommen sei. Japan bestehe aber Darauf, Daß auch Der Vertrag aus Dem Jahre 1915 anerkannt roerDe, Die Heiligkeit von Verträgen unD Die Sicher­heit des Friedens bildeten Die Grundlage Des Völ- ferbunDes. Wenn Daher Der Völkerbund der Sicher­heit des Friedens wegen Chinas Standpunkt unter­stützt, fo müsse er auch in Uebereinftimmung mit Dem GrunDsatz Der Heiligkeit von Verträgen Japans StanDpunkt anerkennen.

Wahlen in Der Schweiz.

Bern, 25. Oft. (WTB.) Rach heftiger Propa- ganDa Der Parteien fanden Die Wahlen für Die Gesamterneuerung des schweizerischen Nationalrates statt. Der Nationalrat ist die Kammer Des Parla­ments, Die durch direkte Dolkswahl be­stellt ist. Er zähste bisher 198 Mitglieder, nunmehr jedoch durch Erhöhung der Wahlziffer nur noch 187. Die zweite Kammer, Der Ständerat, zählt 44 Mit­glieder als Vertreter der Kantone Das bisherige Verhältnis ber Parteien im Nationalrat war fol­gendes: Bürgerliche Parteien insgesamt 73,8 d. Sy, Sozialdemokraten plus 2, Kommunisten 26,2 d. Sy In Basel haben sowohl Die Kommunisten, als auch Die Rechtsparteien viel Stimmen verloren, während die Parteien der bürgerlichen Mitte und bie So­zialdemokratie ihre Stimmen vermehrten. Die Sitz- Verteilung bleibt dieselbe, wie im alten Nationalrat. Sieben Mandate, davon vier bürgerliche, zwei so­zialdemokratische unb ein kommunistisches. Weitere Ergebnisse liegen aus den kleinen Kantonen der Mittelschweiz vor. Acht Kantone weisen die gleiche Parteienvertretung wie bisher auf. In Schaffhausen ist entgegen den allgemeinen Erwartungen der bis­herige kommunistische Kandidat wiederdewählt wor­den. Die zur Stunde über die Ständerats­wahlen vorliegenden Ergebnisse zeigen gegenüber der alten Besetzung auch keinerlei Veränderung. In Basel wurde wiederum ein freisinniger Kandidat mit 3000 Stimmen Mehrheit vor dem sozialdemo­kratischen Kandidaten gewählt.

Kommunalwahlen in Anhalt.

Starte sozialdemokratische Verluste.

Dessau, 25. Oft. (WTB.) Am Sonntag fan­den In Anhalt die durch Landtagsbeschluß um ein 3ahr verzögerten Wahlen zu den Stadtver­ordnetenversammlungen und Kreistagen statt. Die Wahlbeteiligung war im ganzen Lande äußerst rege. Sie betrug schätzungsweise durchschnittlich 90 v. H. der Wahlberechtigten. Die Wahlen ver­liefen im allgemeinen ruhig. Die Srgebnisie der Wahlen, die kurz vor Mitternacht aus allen Krei­sen und Gemeinden Vorlagen, werden gekennzeich­net durch die Tatsache, daß in sämtlichen Kreisstädten bürgerliche Mehrhei- t e n zustandegekommen sind. 3n Dessau, wo die Demokraten bisher den AuSschlag gegeben haben, ist die bisherige Mehrheit, die von So­zialdemokraten Kommunisten und Demokraten ge­bildet wurde, gebrochen. Bemerkenswert ist, daß gegenüber der Reichstagswahl 1930 d i e So­zialdemokraten durchweg starke Ver­lust e erlitten haben. Prozentual noch stärker hat die S t a a t s p a r t e i an Stimmen eingebüßt, die in den Kreistagen überhaupt nicht mehr und von den 5 Kreisstädten nur noch in Köthen vertreten ist Gegenüber der ReichStagSwahl haben bie Kommunisten mit Ausnahme von Dessau überall um 1000 Stimmen und darüber z u ge­nommen. Die stärksten Verluste erlitten die So­zialdemokraten im Kreis und Stadt Dessau (13 bisher 14). Die Rationalsozialiften, die zum erstenmal mit eigenen Listen auf­traten, haben ihren Erfolg zum größten Teil auf Ko st en der bürgerlichenParteien errungen (in Dessau 15 gegen 0). So haben die Deutschnationalen, die bisher in Dessau mit 5 Sitzen vertreten waren, keinen Sih mehr erhalten. Die Dolkspartei ist von 6 auf 2 Eitze zurückgegangen. Aehnlich sieht es im übri­gen Lande aus. Ein großer Teil der bürgerlichen Stimmen ging durch Zersplitterung ver­loren. So hatten die Parteien und Gruppen der bürgerlichen Rechten in Dessau allein sieben selb­ständige Liften ausgestellt.

Die Staatspartei in Hessen.

WSR. Frankfurt a. M.. 24. Oft. Auf der Landesausschuhsihung der Deutschen Staatspartei in Frankfurt a. M. Dementierte der Abg Schreiber im Verlaufe eines poli­tischen Referats ausdrücklich die in die Presse ge­langte Rachricht über seine Haltung zur hessischen Regierung. Schreiber erklärte, daß er sich in seiner Landtagsrede eindeutig zu all den Maßnahmen der hessischen Regierung be­kannt habe, die während der Teilnahme der Demokratischen Partei an dieser Regierung getrof­fen wurden. Auch die Staatspartei habe nicht die Absicht, da- zu verleugnen wo« in elfjähriger Zusammenarbeit mit den übrigen Koalitionsparteien mit dem Einverständnis der Demokratischen Partei geschehen ist. Die Staats- Partei habe jedoch zur jetzigenRegierung deshalb kein Vertrauen, weil sie ent. gegen den Vorschlägen deS Abgeordneten Schrei- berzu einerdurchareisendenVerwal- tungSreform im letzten 3ahre jede 3ni- tiative vermissen ließ. Seine Haltung in diesem Punkte fei nicht neu, vielmehr habe er sich schon seit vielen Monaten immer wieder zu dieser Auftassung bekannt.

Aus aller Wett.

Reichskonfereuz bes Reichsbundcs Der Kriegsbeschädigte«.

Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Krieg-» teilnehmer und Kriegerhinterbliebenen hattte cm ReichSkonferenz einberufen, um zu der gegenwäv» tigen Lage der deutschen Kriegsopfer Stellung z» nehmen. Vundesvorsivender Roa betonte, dah da- Gesetz für die Kriegsbeschädigten im letzte» 3ahre hauptsächlich von Der mit den Parlamente» stet- im Kampfe befindlichen Dureaukratic in eine» Trümmerhaufen verwandelt worden sei. Mnter De» Rotverordnungen seien Sperrfristen in das Reichs» Versorgungsgesetz eingesetzt und die entgegenstche» den gesetzlichen Bestimmungen aufgehoben worde». Die zweite Rotverordnung hatte zum Ziel, eine» 3ahresbetrag von 113 Millionen Mark beim Kriegsopferetat einzusparen. Anstatt nur allge­meine Rentenkürzungen in gerechter Zuteilung durchzuführen, et'olgte eine Mmänbcrung der fog, Ortszulagen. Dadurch habe man eine seh» unterschiedliche und verschiedene Ortsklassen b* sonders hart treffende Rentcnkürzung geschaffen Auch in dieser Rotverordnung habe eS dieBurecn». fratie verstanden, Rechtsansprüche in Kanna» spräche umzuwandeln, so insbeiondere bei der Hei^ bebanblung Zwar sei es möglich gewesen, einigt Aenderungen der Rotverordnung zu erreichet, aber die Auswirkungen für Die arbeitslose» Kriegsbeschädigten und für Die im öffentliche» Dienst Stehenden seien außerordentlich bart.

Die Zusatzrentcngewährung müsse grundsätzlich in andere Formen gebracht werden. Em Ver­treter deS Reichsarbeitsministerium- versicherte, daß alle- getan werde, um Die auch von Der Regierung als untragbar erkannten starken öitw schränkungen auf dem Gebiete de- Versorgungs­wesens wieder zu beseitigen. Von einer weitere, Belastung Der Kriegsopfer Dürfe jeDenfalls keim Rede sein. 3n Der Aussprache brachten Die jabu reich au- Dem Reich erschienenen Vertreter zum Au-Druck, daß da- Reich unbewußt ein sehr ge­fährliches Spiel mit der Krieasbeschadigtenvev» lorgung treibe. Mnter den Kriegsbeschädigte» herrsche Erbitterung über die ungerechte Behand­lung durch eine verständnislose Bureaukratie, Man habe das Gefühl, daß ein wütender Rechew- stift über den lebendigen Menschen Hinwegstreich«. Es liege zweifellos im Interesse des Staates diese berechtigte Mißstimmung unter Den Kriegs» beschäDigten balD zu beseitigen.

U-Bool-Zufammenskoß Im Finnischen Meerbusen.

Im Finnischen Meerbusen ereignete sich 35 See» meilen westlich von ßeningraD eine schwere Kata­strophe. Ein Dort mdnöoricrcnDes russisches Unterseeboot tauchte zur Wasseroberfläche auf und kollidierte mit dem gerade Die Stelle pak fierenDen Deutschen Dampfer(9 r a t i a". Der mit Holzfracht von LeningraD abgefahren war 2a» russische Unterseeboot ist sofort aesunken. Auch der deutsche Dampfer hat ein schweres Leck erhalten und ist nach Leningrad umgekehrt. Du ganze Besatzung Des U-Bootes ist gerettet

Witterungsumschwung im Schwarzwald.

Das EnDe Der abgelaufenen Woche hat auf Dem SchwarzwalD unD in Den Tälern einen starken Witte, rungsumschwung gebracht. Föhnwetter hatte Die Temperaturen in Den Tälern bis zu 18 Grab unD auf Den Höhen bis zu 12 Grab über Null an- steigen lassen. In ber Nacht zum Sonntag sankDie Temperatur unter Den Nullpunkt Der | starke Regen, etwa 70 Millimeter, ging In Dieser < Nacht in Eisregen über um bei weiter sinkenden Temperaturen sich in Schnee zu verwandeln, so Dah Die für Diese Jahreszeit abnormenSchnee- h ö h en von 15 an für Die Hochlage unD 10 an für bie tieferen Lagen erreicht werben.

Bauern verhindern eine Zwangsvollstreckung.

In Diekshoern bei Brunsbüttel (Holstein) sollte bei einem Hofbesitzer beschlagnahmtes Korn ab geholt werden. Die Aktion wurde von einem größeren Aufgebot von Landjägern gesichert. Als die Arbeiter b-r mit der Abholung beauftragte» inrma erschienen, rotteten sich ungefähr hundeck Lanbleute zusammen, um die Beschlagnahme bes Korns zu verhindern oärfe, bie bereits ge­füllt waren wurden angeschnitten. Da die Land­jäger ber Menge ber Demonstranten gegenüber machtlos waren, mußte bie Zwangsvollstreckung eingestellt werben

Zwei Kinder durch die Fensterscheiben aus dem dritten Stock gestürzt.

In Breslau stürzten bie vier unb zwei Jahre alten Kinder bes Zuschlägers Rother während ihre (Eltern zur Arbeit gegangen waren, vom dritte» Stock auf bie Straße. Sie blieben mit schwe- renDerletzungenbewußtlosliegenIm Krankenhaus würbe bei beiben ®ehirnerfd)ütterun| unb innere unb äußere Verletzungen feftgcftclh M» hofft, sie am Leben zu erhalten Die Kleinen batte» ausberFensterbankgespielt, wahrend die ältere Schwester Hausarbeiten verrichtete

Anastasia Tschaikowskn in einer deutschen Kuranstalt.

Die viel umstrittene angebliche Zaren­tochter Anastasia Tschaikowsky, die nach ihrem Aufenthalt in Amerika seit August vorige» 3ahreS für verschwunden galt, befindet sich nu» in der Kuranstalt 3 lten bei Hannover. 3h» Paß, von dem Deutschen Generalkonsul in Heu* York ausgestellt, lautet auf Den Ramen An« AnDerson unD bestätigt eine halbjährige Aufent­haltserlaubnis zu Besuchszwecken in Deutschland, Frl Anderson wurde begleitet von einer Finn- länDerin, Die sich als Krankenschwester ausgad und Frl. Anderson etwa ein halbe- 3ahr lang in einer Privatirrenanstalt bei Reuyork gepflegt baden wollte. Frl. Anderson, die bei der An­kunft einen sehr verschüchterten Eindruck machte, erklärte, sie sei Frau Tschaikowsky, geborene Groß­fürstin Anastasia Rikolajewna Romanow- 21 ul ihren Erzählungen, die sie mit zahlreichen vor­läufig von der Direktion der Anstalt in Obhut genommenen Dokumenten belegen kann, geht her­vor, daß sie Im letzten 3ahr In den Vereinigte» Staaten gegen ihren Willen in einer Privat­irrenanstalt und zuvor ein Vierteljahr in eine» Privathaus von aller Welt abgeschlossen ge­halten wurde Die Anstaltsleitung selbst enthält sich jedes Mrteils über die 3Dentität der Persön­lichkeit ihre- Gaste-, teilt aber mit. daß di« Dame mit den Rerven sehr herunter sei.

Zwei Todesopfer eines Einsfurzunglücks.

3n Allmend-Hosen (Amt Donaueschingen) stürzte beim Legen von Gebälk für Den Rauba» eine- in Diesem Jahre abgebrannten Gasthauses eine Giebelwand ein. Von Den Zimrnev» leuten. Die auf Dem Reubau arbeiteten, bemerkte nur ein Lehrling Da« Wanken De- Giebel« und konnte rechtzeitig beiseite springen. Zwei Zimmev» leute wurden unter Den Schu t t massen be­graben unD konnten nur al« Leichen geborge» werden. Der Lehrling erlitt erhebliche Verletzu»» gn.