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Kommunismus in China und in Rußland, verlieren dabei kann aber weiter Nordamerika, das noch nicht weiß, wie es sich dazu stellen soll, und verlieren muß England, das ganz außerstande ist, den weiteren Verlust seiner ostasiatischen Interessen und Position aufzuhalten, das vielmehr mit der Rückwirkung der Krise im Fernen Osten und seiner eigenen Krise in London gemeinsam auf Indien rechnen muß.

Gemeinsame Bekämpfung nun dieser ganzen Krise? Aus Gens? Aus den Debatten dort über die Wirtschaftskrise? Was hier dem Völkerbund iugemutet wird: die gemeinsame wirtschaftliche Zu- ammenarbeit herbeizuführen, das geht ganz offen« iar über seine Kräfte. Das heißt, daß wie zuletzt das Auftreten der Schweiz in Genf zeigte jeder seinen eigenen West zu gehen iucht, nicht geneigt zu Opfern für die Gesamtheit, andern geneigt, sich abzusperren gegen die anderen n eine Binnenwirtschaft hinein, die dann zwangsläufig zur Binnenplanwirtschaft weiter sich entwickeln muß, mit staatlicher Kontrolle des Außenhandels, mit staatlicher Beherrschung der Dcoisenwirtschaft, mit staatlicher Preispolitik wie weit ist man denn überhaupt noch von dem entfernt, was man Sozialismus nennt?

Rein kapitalistisch gesehen ist das Problem gestellt: wie kann man, oder kann man überhaupt zu einer Neuverteilung der Goldvorräte der Welt kommen, die jetzt, weltwirtschaftlich sinnlos, in Frankreich und Amerika in so hohem Maße ton« zentriert sind? Die Goldwährung ist heute In der Welt in der Gefahr, sich selbst ad absurdum zu führen. Aufgehalten werden könnte das nur durch eine Zusammenarbeit der Notenbanken und der Re« gierungen, an der die maßgebenden und entschei­denden Faktoren Frankreich und Amerika beteiligt wären. Don selber gleicht sich unzweifelhaft die un­natürliche Kapitalbewegung von heute nicht aus, die man zutreffend dahin charakterisiert hat, daß ihre Ströme bergauf flössen, nämlich von den Län­dern des Kapitalmangels in die Länder des Kapitalüberschusses. Von selbst wird, wie gesagt, diese Entwicklung nicht rückgängig gemacht werden, die Zeit ist vorbei, wo dergleichen in sich zum Ausgleich gelangte. Es kommt aufden poli­tischen Entschluß an. Denn was immer die Notenbanken tun, steht unter politischen Erwägun- gen und Entschlüssen.

Daß dann zunächst beim Schuldenpro­blem angefangen werden muß, ist klar. Nach dem Weltfeierjahr Hoovers infolge der deutschen Zah­lungsunfähigkeit nun die englische Katastrophe diese Erschütterung hält das Weltschuldengebäude einfach nicht aus. Daß die Entschlüsse darüber nicht mehr nur in der Hand von Amerika sind, beweift am besten die dringliche Einladung an den sranzö- fischen Ministerpräsidenten nach Washington. Man empfindet darüber in Daris Genugtuung:In dieser entscheidenden Stunde , sagt derTemps ,führen die Vereinigten Staaten und Frankreich das Spiel der Welt." Nach dem Kelloggpakt, den man in Frankreich den Briand-Kelloggpakt nennt, vielleicht jetzt ein Laval-Hooverpakt über die Schulden? Da­bei aber ist es Frankreich nicht wohl. Wenn Laval nach Washington fährt, so wird von ihm der Mut zu Entschlüssen erwartet. Zu Entschlüssen, von denen nicht weniger abhängt als das Schicksal des Weltkapitalismus überhaupt; zu Ent- fchlüsfen, die dadurch noch schwieriger werden, daß sie von der reinen Politik (Abrüstungsfraae) gar nicht getrennt gehalten werden können. Deutschlands Entwicklung in diesem Jahr war der Vorbote, Eng­lands Krise ist der zweite, ganz große Akt. Nehmen wir die Wirtschaftssituationen im übrigen Europa, in großen Teilen Asiens und Südamerikas dazu, .so ist allerdings unsere Formel nicht übertrieben, daß es sich in diesen Schicksalsmonaten um Leben X und Sterben des weltkapitalistischen Systems über­haupt handelt!

Oberbeffen.

Landkreis Gießen.

Grohen-Linden, 26. Sept. 3n der gest­rigen Notiz über die Herb st Versammlung der Evangelisch-kirchlichen Frauen­vereine in Hessen, mußte das Thema des vorgesehenen Vortrages nichtFrauenturnen und Notzeit" sondernFrauentum und Not­zeit" lauten.

r. Lang-Göns, 25. Sept. Bei der Ge­meindeobstversteigerung wurden ziem­lich geringe Preise erzielt. 3n der Haupt­sache kamen Wirtschaftsäpfel und -birnen zur Versteigerung. 3m allgemeinen kostete der Zent­ner am Vaum etwa 1 Mark, manchmal noch weniger. Das Tafelobst erbrachte 2,50 bis 3 Mk. je Zentner. Der Preis für Zwetschen ist sehr zurückgegangen. Arn hiesigen Bahnhof wurden Zwetschen für 2,50 Mark der Zentner ein^e- laden. Die meisten Zwetschen liefern die Ein- wohner von Grüningen.

! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 25. Sept. Bei den Versteigerungen des Obstes an den Provinzialstrahen Lang-Göns Hochelheim, Kirch-GönsLang-Göns, Großen- LindenLang-Göns, Großen-LindenKlein-Lin­den usw., waren Wohl veranlaßt durch die so­fortige Barzahlung an Ort und Stelle die Preise sehr niedrig. Es kamen in der Hauptsache die Sorten: Schöner von Boskop, Gelber Edelapsel, Goldparmäne, Landsberger Renette, Goldrenette von Blenheim und Har­berts Renette zur Versteigerung. Durchweg stellte sich der Zentner am Baum auf etwa 1 bis 1,50 Mark, selten höher. Die Wirtschaftsäpfel: On­tario, Hollandrenette, Streifling usw. waren noch billiger. Allerdings war das Obst nicht überall erstklassig.

* Bersrod. 25. Sept. Am vorigen Sonntag fand hier ein M i s s i o n s f e st statt, an dem die Gemeinde und die Nachbarschaft regen An­teil nahmen. 3m Festgottesdienst predigte Missionar Groh, Gießen, der jahrelang an der Goldküste im Dienste der Basler Mission stand. 3n der Nachversnmmlung sprachen Missio­nar Müller. Wiesbaden, der in China tätig war, und Missionar Groh. Zum Schluß dankte der Ortsgeistliche, Pfarrer Schmidt, Beuern, den beiden Missionaren für ihre interessanten Ausführungen. Ferner dankte er dem Kirchen­gesangverein von Beuern (unter Leitung seines Dirigenten S ch o m b e r) und dem Posaunenchor von Bersrod (unter Leitung seines Dirigenten Münch), die mit ihren Weisen das Fest ver­schönern halfen. Die Festkollekte ergab 123 Mk.

Starkenburg.

WSN. Groß-Gerau, 25. Sept. Donners- taanachmittag logierte sich hier im Hotel .Zum Adler" eine von auswärts kommende Frau ein, die sich kurz vor 19 Uhr in ein hiesiges Geschäft begab und sich eine Anzahl Kleidungs­

stücke ins Hotel bringen ließ. Während sie die Botin in ihrem Zimmer warten ließ, ver­schwand sie unter der Angabe, die Sachen anprobieren zu wollen, durch eine Neoentür. Den Wirt hat sie um die Zimmermiete ge­prellt. Man nimmt an, daß die Schwindlerin Groß-Gerau mit dem Zuge in Richtung Mainz verlassen hat.

preuhen.

Kreis Wetzlar.

Z Krofdorf, 25. Sept. Hier wurde ein D b ft« und Gartenoauverein gegründet der bis jetzt 33 Mitglieder zählt. Vorsitzender ist Bahnbeam- ter 3 o st. Der Verein wird am nächsten Sonntag im Saale der Gastwirtschaft Moos eine Ausstellung von allerlei Gartenfrüchten, einschließlich Obst, veran­stalten, um so das Interesse an der Obstvaumzucht und dem Gartenbau noch weiter zu fördern.

5 Wißmar, 25. Sept. 3m hiesigen Rathaus fand gestern unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Brockmeier, Krofdorf, eine Sitzung der Amtsvertretung des Amtes Launs- bach statt. Die Versammlung befaßte sich u.a. mit dem Antrag der Fraktion der SPD. auf Abbau der Deam te ngehäl ter um 30 Prozent. Regierungsafsessor Dr. L o e r, Wetz­lar, als Vertreter der Aufsichtsbehörde teilte der Amtsvertretung mit, daß nach den Bestim­mungen der Notverordnung der preußischen Staatsregierung und der dazu ergangenen Aus­führungsvorschriften die Amtsvertretung für den vorliegenden Antrag der SPD. auf Abbau der Beamtengehälter nicht zuständig sei, son­dern Bürgermeister und Kreisausschuß die De- amtenbesoldung innerhalb vier Wochen nachzu­

prüfen und evtl, zu ändern haben. Trotzdem beschloß die sozialdemokratische Mehrheit der Amtsvertretung, die Besoldung des Bürger­meisters, des Rentmeisters und der zwei Ober­sekretäre um 30 Prozent zu kürzen. Der Bürger­meister gab bekannt, daß er die Pflicht habe, Beschlüsse der Amtsvertretung, die deren Be­fugnis überschreiten oder die Gesetze verletzen, zu beanstanden. Da ein solcher Fall hier vor­liege. beanstande er den Beschluß; die Amtsvertretung könne innerhalb einer Frist von zwei Wochen gegen die Beanstandungsverfügung die Klage im Derwaltungsstreitver- fahren bei dem Kreisausschuß in Wetzlar ein­bringen und zur Wahrung ihrer Rechte einen besonderen Vertreter bestellen. Unter dem Vor­sitz von Gemeindevorsteher Dodenbender, Salzböden, als Beigeordnetem des Amtes be­schloß die Amtsvertretung mit 10 Stimmen, die Klage im Derwaltungsstreitverfahren zu erheben und den Gemeindevorsteher und Beigeordneten Dodenbender mit der Wahrnehmung ihrer Rechte zu beauftragen. 3m weiteren Verlauf der Versammlung wurde noch beschlossen: Die Entschädigung derAmtsverordneten für Teilnahme an Sitzungen der Amtsvertretung, oder r,n Kommissionstagungen wird um 3 0 Pro- zent gekürzt. Außerdem lagen ein Antrag des Amtsverordneten P f a n n vor, die Ent- schädigungsgelder um 30 Prozent zu kürzen, und ein Antrag der Fraktion der SPD., 50 Prozent zu kürzen, aber ent­gangenen Arbeitsverdienst zu ersetzen. Der Vor­sitzende wies darauf hin, daß der letztgenannte Antrag eher eine Erhöhung der Tagungsgelder bedeute. 3m Verlaufe der Aussprache wurde dieser Antrag dann zurückgezogen und dem An­trag Pfann entsprechend beschlossen.

)( H o h e n s o l m s, 24. Sept. Die d o r f k i r ch - lichen Vereinigungen für Oberhessen und die anschließenden Gebiete veranstalten vom 5. bis 7. Oktober im hiesigen Schloß in Verbindung mit der Heimvolkshochschule eine dorfkirch - lief) e Freizeit. 3m Mittelpunkt der Be­sprechungen stehen besonders wichtige und zeit­gemäße Fragen, wieDie Politik auf dem Dorfe". Die Kerngemeinde auf dem Dorfe" und andere mehr. Als Referenten sind u. a. gewonnen: Medizinalrat Dr. Balser, Büdingen; Pfarrer Veerhofs. Marburg; Privatdozent Lic. Dr. Brunner; Studiendirektor Lic. Dr. Neu- bauer. Hofgeismar; Pfarrer Dr. Hey mann, Langsdorf, und Privatdozent Pfarrer Lic. Laun, Okarben.

a Groß-Rechtenbach, 25. Sept. Die Der« fteigerung des Gemeindeobstes brachte einigermaßen befriedigende Preise. Für Wirtschafts« äpfel wurden 2 bis 3 Mark, für Tafelobst (Schöner von Boskop, Goldreinette von Blenheim usw.) 5 bis 6 Mark je Zentner am Baum bezahlt. Birnen koste­ten pro Zentner 2 bis 3 Mark.

Q Niederkleen, 25. Sept. Die Preise bei der diesjährigen Versteigerung des Gemeinde- o b st e s waren teilweise sehr niedrig. Für geringes Obst am Baum wurden 2 bis 3 Mark, für besseres Obst 5 bis 6 Mark bezahlt.

4/6 Millionen Defizit in Mainz.

WSN. Mainz, 25. Sept. 3n einer Bespre­chung mit der Presse zeichnete Oberbürgermeister Dr. E h r h a r o ein Bild von der Finanzlage der Stadt Mainz Daraus ergibt sich daß das Rechnungsjahr 19 3 0 mit einem Fehl­betrag von rund 2,5 Millionen Mark abschloß. Der Haushaltsplan für 1931, wie er vorn Stadtrat festgestellt worden war. wics einen Fehlbetrag von rund 1,2 Millionen Mark auf. Nachdem die Rechnungsergebnisse der ersten fünf Monate des Rechnungsjahres Vorlagen, wurden von der Stadtverwaltung die Einnahmen- und Ausgaben-Ansätze berichtigt unddie AuSgaben- Ansähe, wo eine Möglichkeit bestand, gesenkt. Der Abschluß deS so berichtigten Voranschlages ergibt einen Fehlbetrag von rund 4,6

MillionenMark. Diese Erhöhung des Defi­zits ist bedingt durch Rückgang der Einnahmen, sowie durch das weitere beträchtliche Anwachsen der Wohlfahrtsausgaben.

Kirche und Schule.

OekanaiStag des Dekanats Schotten.

wg. Wingershausen, 25. Sept. Der dies­jährige Dekanatstag des DekanatsSchot- t e n fand am Mittwoch hier statt. Er wurde ein­geleitet durch einen gut besuchten und durch die Mit- Wirkung des Kirchengesangvereins verschönten Got­tesdienst, in dem Pfarrer Weimar (Gonters­kirchen) predigte.

Nach der Eröffnung der Verhandlungen begrüßte Dekan Widmann (Gedern) die Abgeordneten der Dekanatsgemeinden und wies in einer tunen An- spräche auf den Ernst der kirchlichen Lage hin. Der Iahresoericht über den kirchlichen und religiös- sittlichen Zustand der Gemeinden des Dekanats für 1929 und 1930 wurde von dem Dekanstellvertreter Pfarrer Römer (Schotten) erstattet; er gab ein recht erfreuliches Bild des kirchlichen Lebens im De­kanat und löste eine lebhafte Aussprache aus. Die Prüfung der Rechnungen der Dekanats- kasse und des Dekanatsmisfionsvereins für 1929 und 1930 ergab keine Beanstandungen. Der von dem Vor­sitzenden vorgetragene Voranschlag der Deka­natskasse für 1931 und 1932 wurde einstimmig an­genommen. An Stelle von Pfarrer Römer (Schot- ten) der wegen Arbeitsüberlastung das Amt als Rechner des Dekanats-Misfionsvereins niederlegte, rourbt Pfarrer Gruft (Ulfa) gewählt.

Der Abgeordnete Lehrer D e b u s (Ruppertsburg) hielt hieraus einen Vortrag über das ThemaAus«

gaben der Gemeinden im Abwehrkampf der Kirche". Die Ausführungen fanden starken Beifall und wurden in der Aussprache nach verschie- denen Steilen hin ergänzt. Bei der wegen Wegzugs von Pfarrer Fritsch (Herchenhain) nach Kelster­bach notwendig gewordenen Wahl eines geistlichen Stellvertreters des Dekans oder feines Stellvertreters im Dekanatsausschuß wurde Pfarrer Wolf (Win­gershausen) gewählt.

Aus Antrag von Pfarrer Kornmann (Laubach) fand ferner folgende, das Pädagogische 3 n - ft i t u t betreffende Entschließung einstimmige Annahme:Der Dekanatstag des Dekanats Schotten erklärt, daß sich die bei ihm vertretenen Gemeinden mit der angeordneten Verlegung des pädagogischen 3nftituts von Darmstadt nach Mainz im Interesse des evangelischen Lehrernachwuchses unter keinen Umständen abfinden werden. Sie betrachten es viel­mehr als ihre Aufgabe, nachdücklichst ihre Rechte zu wahren und im Kampfe gegen diese Maßnahme nicht zu erlahmen, weil sie dem evangelischen Volksteil Hessens, besonders Oberhessens, uttd dem Landvolk schweres Unrecht zufügt. Sie erwarten eine gründ­liche Aenderung des jetzigen Zustandes, der den elementarsten Forderungen konfessioneller Parität in

Sonntag, 27. September.

7.00: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Morgenfeier der Freireligiösen Gemeinde Frank­furt a. M. 10.30;Die Walküre", 2. Aufzug. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung. 12.00: Schall­plattenkonzert. 12-50: Die Programme der Sonn­tags- und Montagskonzerte des Frankfurter Orchester-Vereins, Bericht von Hans Rosbaud. 13.05: Schallplattenkonzert. 14.00: Stunde des Landes. 15-00: Stunde der 3ugend. 15.30: Von Hannover: Länderfußballspiel Deutschland gegen Dänemark. 17.10: Wiesbaden: Nachmittags­konzert des Städtischen Kurorchesters. 18.00: Vor­trag. 18.30:Sein Steckbrief", Charakterkunde aus dem Aeußeren des Menschen, Gespräch zwi­schen Hellmuth Bergmann und Dr. Paul Laven. 19.00: Stunde der Bühne. 1.Der Winterspiel­plan des Frankfurter Schauspielhauses", Bericht des Intendanten Alwin Kronacher. 2.Der Winterspielplan des Frankfurter Opernhauses", Bericht des 3ntenöanten Prof. 3osef Turnau. 19.45: Zither- und Mandolinenkonzert. 20.30: Nobelpreisträger, 2. Grazia Deledda. 21.00: Der Ring des Nibelungen:Die Walküre", 2. Aus­zug. 22.35 bis 24.00: Cafö Wien: Tanzmusik.

Montag, 28. September.

7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 1515: Vortrag. 17.05: Nachmittagstonzert d. Rundfunkorchesters. 18.40: An deutschen Kriegsgräbern in Frankreich", Vortrag von Dr. H. Horny. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.45: Wiener Volksmusik III. 20.30:3rrationalismus und moderne Medizin", Novellen von Dr. Denn, Berlin, vorgetragen vom Verfasser. 21.00: Konzert des Rundfunk­orchesters. 22.15: Zeitbecicht,Die Weltkrise vor dem Völkerbund", Debatten aus Genf.

Dienstag, 29. September.

7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert- 15 20 bis 15.50: Hausfrauen- Nachmittag. 17.00: Aus Pforzheim: Nachmittags­konzert des Symphonieorchesters Pforzheim. 18.40:Hochschule und Geistesleben in Austra­lien", Vortrag von Prof. A. Lodewycky, Mel­bourne. 19.05:Deutsche Dichtung in Frank­reich", Vortrag von Hans Adalbert Freiherr von Maltzahn, Paris. 19.45: Freiburg: Volks­tümliches Konzert des Handharmonika-Klubs Freiburg. 20.30: Deutsche Humoristen, Lean Paul. 21.45: Kaleidoskop, eine bunte Stunde. 22.35 bis 23.30: Tanzmusik.

keiner Weise gerecht wird." Mit Gebet durch Pfarrer Wolf und einem Schlußwort des Dekans wurden die Verhandlungen geschlossen.

Sorgen der Gesangvereine.

Das deutsche Musikleben steht in diesem Herbst vor einer schwerwiegenden Frage:Wie soll die beginnende Wintersaison durchgeführt werden? Wie ist es möglich, trotz der Not der Zeit die bisherigen Konzerte und Aufführungen, wenn auch in bescheidenem Rahmen, durchzuführen bzw. fortzusetzen? Diese Sorge bedrückt Theater- und Konzertunternehmer, nicht zuletzt auch unsere Ge­sangvereine, die schließlich einen kleinen, aber immerhin bisher lebenskräfttgen Zweig des Musiklebens ausmachen. Die Theater sind dazu übergegangen, die Gagen ihrer Schauspieler und Sänger zu kürzen und haben ihrWinterProgramm eingeschränkt und suchen mit allen möglichen Mitteln der gegenseitigen Unterstützung, des Aus­tausches, der Kollektivwirtschaft sich über Wasser zu halten.

Das alles sind keine Auswege aus der Not, sondern mühsame Versuche, den Augenblick zu überwinden, Versuche, die optimistische» Hoffnung auf eine bessere Zukunft geboren hat. Alle diese künstlichen Brücken, die die Krise überwinden sollen, kömmen für die Männerchöre kaum in Frage. Die Struktur der Männergesangvereine ist eine andere, eine eigene, die nicht mit Orchester oder Theater verglichen werden kann. Eins ist ihnen allen gemeinsam: Sie kämpfen um ihre Existenz, auch sie drohen, von den Verhältnissen erdrückt zu werden. Die Vereine sind im Grunde genommen noch schlimmer getroffen als die an­deren Kunstinstitute. Hier hilft keine öffentliche Hand in einem Maße, das etwa mit der Sub­vention der Theater und Orchester zu vergleichen wäre.

Der Verein ist, von verschwindend geringen Ausnahmen abgesehen, auf sich selbst gestellt und muh feinen Etat aus den Beiträgen der Mit­glieder finanzieren. Diese aber sind heute auch nicht mehr in der Lage, erhebliche Beiträge für diesen Zweck aufzubringen.

Die Arbeitslosigkeit hat manche Lücke gerissen und droht, Vereine in besonders gefährdeten Gegenden zur Auflösung zu bringen.

Vereine mit 50 v. H. Erwerbslosen sind keine Seltenheit mehr. Das hat zur Folge, daß auto- mattsch alle Ausgaben auf das AeUherste abge- drosselt sind. Kaum, daß der Chormeister befahlt werden kann, wenn nicht gar das Amt von einem Nichtberufsmusiker ohne Entgelt ausgeübt wird. Beschaffung neuer Noten wird trotz Entgegen­kommen der Verleger und Sortimenter erschwert, da die nötigen Mittel fehlen. Wo sind die Zeiten hin, da ein Verein im Jahre drei oder vier Konzerte vor ausverkauftem Hause veranstalten konnte? Heute schwebt über jedem Konzert die bange Frage:Wie groß wird der Verlust sein?" An einen Gewinn wagt niemand mehr zu denken.

Größte Beschränkung im öffentlichen Auftreten ist daher die bedauerliche, aber logische Folge der augenblicklichen Zustände.

viele vereine verzichten in diesem Jahre über­haupt auf die Veranstaltung eines Konzerts.

Liegt darin nicht der Untergang der ganzen Bewegung, die allmählich absterben muß? Auf den ersten Blick hin könnte man tatsächlich diese Folgerung ziehen. Die Gefahr des Untergangs rückt zweifellos bei den Vereinen in bedrohliche Nähe, die einzig und allein ihren Zweck in der Abhaltung von Konzerten sehen und keine an­deren Ziele haben, als mit einer möglichst guten Leistung vor das Publikum $u treten.

Bedeutend leichter wird jenen Vereinen die Bekämpfung der Krise, die zwar auch gelegentlich mit Konzerten hervortreten, die aber ihr Hauptziel im Singen selbst sehen, für die die wöchentliche Zusammenkunft Selbstzweck ist, die fingen zu ihrer eigenen Freude und Er-

Mittwoch, 30. September.

7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattemonzert. 15.15 bis 16.00: Stunde der Jugend, Konzert des Rundfunk-Orchechers. 17.05: Operelten-Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18.40: Zur Negerfrage in Südamerika". Vortrag von Dr. Pfaff. Giesbera. 19.05:Kunde und Depo­sitenkasse", Gespräch zwischen Dr. Brandt von der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft und Eberhard Beckmann. 19.45: Unterhaltungs­konzert des Balalaika-Orchesters Stuttgart. 20.15: Leonce und Lena", ein Lustspiel von Georg Büchner. 21.45: Unterhaltungskonzert der Funt- kapelle Haas.

Donnerstag, 1. Oktober.

7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.30: Stunde der 3ugend. 17.05: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: Dücherstunde, CßMen im Buch. 19.05:Das Winterprogramm des Südwestfunks", von Ernst Schoen. 19.45: Unterhaltungskonzert des Phil­harmonischen Orchesters. 20.15: Dalladenstunde. 20.45: Konzert für Violine und Orchester.

Freitag, 2. Oktober.

7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.30:Soll die höhere Schule höhere Ansprüche an die Schüler stellen?", Vortrag von Studienrat Dr. 3. Gelharo. 17.00: Nachm.ttagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: Die geistige Lage Luxemburgs, Dichtung der 3ungen, Vortrag von Albert Hoefler, Esch- Alzette. 19.05:Das Konzertprogramm des Kul­turkartells der modernen Arbeiterbewegung in Frankfurt a. M", Vortrag von Konrad Broh- witz. 19.45: Anekdoten. 20.00: Aus dem Musen- saal desRosengartens" in Mannheim: Neue Chormusik. 21.30:Bei uns zu Lande", Eduard Möricke. 22.45: Tanzmusik.

Samstag, 3. Oktober.

7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 1205: Schallplattenkonzert. 15.15: Aus dem Nibelungen­saal desRosengartens" in Mannheim: Kinder- fingen anläßlich der neuen Chormusik. 17.05: Nachmittagslonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: Spanischer Sprachunterricht. 19.15: Von Tharau (Kreis Königsberg): Ein ostpreuhischer Abend auf dem Dorf Aennchen von Tharau. 20.15: Wettsingen (über die beste Leistung in den ein­zelnen Stimmgattungen und üoer die beste Ge­samtleistung entscheiden die Hörer). 21.15: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 22.30: Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft.

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