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Hr. 48 Zweites Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)
Danrerstag, 26.8 bruar !05f
Oberbeffen.
Oer Büdinger Kreisvoranschlag.
L 'Bübingen, 25. Febr. 3n der heutigen Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Büdingen wurde Der Kreisvoranschlag, einschließlich des Voranschlags des Kreiswohl- fahrtsamtes und des Kreiskinderheims CBingen- heim, für dos Rj. 1931 beraten und in Eirmachme und Ausgabe auf 604 554,03 Mk. feftgcfct)t Die Kreistagsf ihung wurde auf den 14. März anberaumt.
Der Kreis-Haushaltsvoranschlag für 1930 schloß in Einnahme und Ausgabe mit 600 832,76 Mk. ab.
Gemeinderat in Grünberg.
- Gründer g, 24. Febr. 3n der jüngsten Gerneinderatssihung machte der Bürgermeister zunächst Mitteilung, daß die Holzschneiderei ®g. Haas & (So. Los I der Holzsudmission zu ihrem Angebot übernehmen will und sich auch bereit erklärt hat, anstatt der ursprünglichen Menge von 350 Festmeter die jetzige Menge von 514,35 Festmeter zu kaufen. Los 11, das die Holzhandlung Friedrich Dahmer zu den gleichen Preisen erhalten sollte, kann nach Ansicht, der Forstbehörde nicht geschlagen werden, da der für den Stadtwald vorgesehene Hieb von 3000 Festmeter in diesem 3ahre schon erreicht ist.
(Sine weitere Mitteilung des Bürgermeisters besagte, daß die Einführung einer gilialftcuer jetzt nicht mehr möglich ist, da dies nach reichs- aesehlichen Bestimmungen vor dem 1. Januar 1931 hätte geschehen müssen.
3n der Frage des Nachtschuhes schlug der Bürgermeister vor, den jetzigen 6 Nachtwächtern, durchschnittlich älteren Leuten, demnächst zu kündigen und dafür einen jungen Mann von 25 biS 35 3ahren anzustellen. Die seitherige Aufwendung von 120 Mk. im Monat würde sich dadurch nicht wesentlich erhöhen. Grundsätzlich ist man mit einer Aenderung des jetzigen Zustandes des Nachtschuhes einverstanden, jedoch soll die Finanzdeputation die Frage erst noch einmal beraten, besonders auch prüfen, wie weit eine Heranziehung des Feldschutzperionals zu diesem Zwecke möglich ist.
Da die als Notstandsarbeit vorgesehene Herstellung von 100 Kubikmeter Klopssteinen beendet ist, sollen nochmals 100 Kubikmeter gewonnen werden unter der Bedingung, dah der Mindestlohnsah für den Kubikmeter 5,80 Mk. beträgt.
Zu dem Punkte Massermesfer verlas der Bürgermeister ein Gutachten der Materialprü- sungsstelle der Technischen Hochschule in Darmstadt, das sich für Mehrstrahler mit Flügelrad und Naßläufer ausspricht und die Fabrikate der drei Firmen: Siemens & Halske, Berlin: Friedrich Lux, Ludwigshafen, und Bopp & Reuther, Mannheim, als gleichwertig bezeichnet. Ein Gutachten von dem Wasserwerk Offenbach erwähnt, dah nach dem Einbau von Mehrstrahlern der vorher bei Einstrahlern bestehende Wasserverlust von 33,33 Prozent auf 12 Prozent zurückgegangen fei. Nach längerer Aussprache wurde gegen 5 Stimmen die Einführung von Mehrstrahlern beschlossen und gleichzeitig in geheimer Abstimmung mit 6 Stimmen die Lieferung der Firma Siemens & Halske, Berlin, übertragen.
Landkreis Gießen.
: Beuern, 24. Febr. Die Spar- und N o rschußkasfe I Beuern hielt im Saale des „Holländischen Hof" ihre diesjährige General- Versammlung ab. Präsident Hofmann begrüßte die Mitglieder. Direktor Sommeriad erstattete den Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr, aus dem zu ersehen mar, daß sich die Genossenschaft günstig entwickelte. Der Umsatz betrug im Jahre 1930 614 000 Mk., die Spareinlage 87 009 Mark und der Wert der eigenen Papiere 5020 Mark. Die Rechnung für 1930, die mit einem Gewinn von 2262 Mark äbjchließt, wurde genehmigt. Die Zahl der Mitglieder ist auf 109 angewachsen. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. 20 o. H. des Gewinnes sollen auf die ein» gezahlten Geschäftsanteile verteilt werden Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde Direktor Sommerlab einstimmig wiedergewählt, wäh-
Sintflut in Nord- und Süditalien.
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Der Markusplatz In Venedig unter Wasser.
renb vom Aufsichtsrat Karl Hofmann- Beuern und Gemeinderechner S tumpf > Reiskirchen mit 30 und 44 Stimmen wiedergewählt wurden. 3m Anschluß daran fand eine rege Aussprache statt, in deren Verlauf das Vorstandsmitglied Rechnungsrat a. D. Schiff nie-Gießen feiner Freude über den wachsenden Sparsinn der Landbevölkerung Ausdruck gab. — Der hiesige Volksbildungsoerein hielt hier einen Vortragsabend im Saale des „Holländischen Hof" ab, in dem der Amtsarzt Dr. Binfack von Gießen über „Krankheiten und deren Verhütu na" sprach. Der Vortragende führte in klaren Worten, die durch eine Reihe von einschlägigen Lichtbildern noch unterstützt wurden, den aufmerksamen Zuhörern vor Augen, wie man leben, wohnen und sich verhalten muß, um sich selbst und seine Angehörigen vor Krankheit zu schützen. Die wertvollen Winke und Anregungen fanden reichen Beifall.
+ Grünberg, 23. Febr. Am Samstagabend fand im „Taunus" die Hauptversammlung des Turnvereins statt. Aus dem Jahresbericht des ersten Sprechers und den Berichten der einzelnen Fachwarte ergab sich, dah der Verein im abgelaufenen Jahre sich rege an den Gauveranstaltungen beteiligte: er konnte 47 Einzelsiege und 2 Mannschaftssiege erringen, darunter einen ersten Sieg in der Unterstufe auf dem Gauturnsest in Kirchhain. Die Gründung einer Handballabteilung erfolgte, erfreulich war der Zugang an jüngeren Mitgliedern. Die Mitgliederzahl betrug am 1. Januar einschließlich der Schüler und Schülerinnen 189 gegenüber 185 im Vorjahre. Die Rechnungsablage ergab bei 3287,18 Mk. Einnahme und 3168.03 Mk. Aus- gäbe einen Hebcrschuß von 119,15 Mk. Setp Verein war es möglich die auf dem Turnplätze neben der Halle noch ruhende Restfchuld von 300 Mk. zu tilgen. Den Bemühungen des Vorstandes gelang es, die dem Verein, als gemeinnützigem Verein, zustehende Ermäßigung der Sonder- gebäubeftcuer für die Turnhalle zu erreichen. Die Dorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Lehrer Wenzel 1. Sprecher. Dermessungsrat Lichtenfels 2. Sprecher, Fabrikant Karl Schmidt Kassenwart, Buchhändler Karl Büt - t e I Stellvertreter. Kanzleibeamte Heinrich L i st- mann Schriftwart, Fabrikant H Schmidt III. Stellvertreter, Schreinermeister Fritz Gehringer Zeugwart. Da der seitherige Turnwart
Ludwig Frank infolge Wegzugs fein Amt niedergelegt hat. wurde an seine Stelle Karl Schma - Del als erster Turnwart gewählt, dem als weitere Turnwarte Philipp Bender, Karl Keil und Karl Möser beigegeben wurden. Als Frauen tu rnwarte wurden Fritz Gehringer, Gertrud Bock und Friedrich Frank gewählt, Leiter der Llltersriege wurde, wie seither, Heinrich Schmidt III., für volkstümliche Hebungen wurde Otto Ma11hies gewählt, der mit Schulamtsanwärter Heinrich Seid auch die Schülerabteilung leitet, während Lehrer Wenzel und Gertrud Bock die Schülerinnen übernehmen, für Spiele wurde Otto Römer bestimmt. Als Vertreter für den Gauturntag wurden Lehrer Wen- z e l und Heinrich Schmidt III. gewählt. ES fand noch eine rege Aussprache über turnerische Angelegenheiten statt, u. a. regte Turner Noll (Göbelnrod, früher Gießen) die Gründung einer Fechtriege an, deren Leitung er übernehmen will.
Kreis Schotten.
Eichelsdorf, 23. Febr. Unter Verwendung eines zinslosen Darlehens konnte die hiesige Pfarrei einen Lichtbilderapparat (Epidiaskop) erwerben. Tie Anschaffungskosten sollen durch Zuweisung von Heberfdjüffen sowie durch Leihgebühren und freiwillige Gaben aufgebracht werden.
Kreis Alsfeld.
l. Nieder-Ohmen, 24. Febr. Am Samstagabend fand in der Wirtschaft von Hch Ziegenhain die Generalversammlung des hiesigen Kriegervereins statt. Der 1. Vorsitzende, Lehrer Schäfer, erstattete den Jahresbericht Der Verein zählt 97 aktive und 6 passive Mitglieder An Unterstützungen wurden von der „Hassia" und dem Verein zusammen 480 Mi ausgezahlt. Der Rechner verlas den Jahresabschluß, wonach ein Heber- schuß von 59 Mark sich ergab. Das Vereinsvermögen beträgt rund 1400 Mk. Nachdem dem Rechner Entlastung erteilt worden war, schritt man zur Wahl des Vorstandes. Durch Zuruf wurde Der alte Vorstand wiedergewählt. 1. Vorsitzender Lehrer Schäfer, 2. Vorsitzender Mehgermeister Kratz, Schriftführer Otto Erb, Rechner Hch. Becker XL; Gegenschreiber Lehrer Dem; als Beisitzer: Dr. mcd. Kistner, Hch. Theist, Hch Grün IV., Fr. Laub und L. Wistner,
DereinSdiener A SchellhaaS DaS langjährige Mitglied JohS Schäser wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Von einem Scheibenschiehen soll vorläufig abgesehen werden. Mit dem hiesigen Kleinkaliberschützenverein ist wegen der Benutzung des Schießstandes ein Vertrag zustande getommen, der in der vorliegenden Form angenommen wurde. Am 7. März soll ein Lichtbildervortrag von Oberstleutnant von Hagen übel »Die Kämpfe um Verdun" gehalten werden.
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Oie Eisenbahnberaubungen bei Steinau.
WSN. Hanau, 25. Febr. DaS Erweitert« Schöffengericht Hanau hatte sich gestern mit den schweren Eisenbahnberaubungcn, die vom August bis Dezember 1929 zwischen den Stationen Steinau und Schlüchtern auf der Strecke Frankfurt-Debra stattg^funden haben, zu beschäftigen. Angeklagt waren sieben Personen, nämlich der wegen Eisenbahnberaubung bereits schwer vorbestrafte Arbeiter Wilhelm Jahn aus Steinau, der Schuhmacher Wilhelm Lotz aus Steinau, der frühere Kaufmann Karl Bauer aus Frankfurt a. M., der frühere Dahnschaffner A. 3 ahn aus Steinau und die drei Söhne der Besitzerin der Dielmühle bei Steinau, Heinrich, 3o eph und August Müller. Die infolge des ansteigenden Geländes bei Steinau langsam fahrenden Güterzüge waren bestiegen, die Wagen erbrochen, die Bahnsendungen hinausgeworsen und dann in die Dielmühle geschafft worden, um dann später im Auto und durch die Dahn nach Frankfurt zu kommen, wo sie Karl Bauer in Empfang nahm und an unbekannte Personen veräußerte. Wilh. Jahn erhielt eine Gesamtstrase von vier 3ahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust unter Einbeziehung einer im September v. I. über ihn verhängten Strafe von drei Jahren Zuchthaus: Wilh. Lotz erhielt neun Monate Gefängnis: Heinrich Müller zweieinhalb Jahre Gefängnis: Joseph Müller zwei Jahre, August Muller vier Monate, Karl Bauer ein Jahr neun Monate Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust, Adam Jahn zwei Wochen Gefängnis.
1000-Oollar-preiS für einen deutschen Dichter.
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Manfred Hausmann, der junge Worpsweder Erzähler und Lyriker, erhielt für fein Buch „Kleine Liebe zu Amerika" den von dem amerikanisch.n Industriellen Ralph Beaver Straßburger gestifteten Jahrespreis von 1000 Dollar für deutsche Literatur, die Amerika zum Gegenstand hat — Viele unserer Leser werden sich der Im „Gießener Anzeiger" erschienenen Arbeiten Hausmanns mit Vergnügen erinnern.
Taten für Freitag 27. Februar
1869: der Kunftschriftsteller Karl Scheffler in Hamburg geboren; — 1924 der Schriftsteller Eugen Zabel in Berlin gestorben.
Die Entdeckung des Schnupfen-Erregers.
Die Vermutung eines deutschen Forschers in Amerika bewiesen.
Von Dr med <Rurt Heymann.
Freunde und Feinde der Aerzte haben uns Medizinern oft Den Vorwurf gemacht, dah wir „nicht einmal" einen Schnupfen heilen könnten, und in Frankreich behauptet ein geflügeltes Wort: das Einzige, was Die Medizin dem Schnupfen hat anhaben können, war. ihn „Ko- ryza" zu nennen. Wir wollen ruhig zugeben, daß dies alles richtig ist; nur verwechselt der Patient gewöhnlich die Banalität einer Erkrankung, ihr häufiges, allerorten und zu allen Zeiten beklagtes Vorkommen mit der Schwierigkeit, diesem Hebel auf den Grund zu gehen. Hm eine so offensichtliche Infektionskrankheit wie den Schnupfen, der zu dem unauslöschlichen Traditionsgut mancher Familien gehört, zu bekämpfen, muß man zunächst einmal ihren Erreger au find em Ohne diese Entdeckung muh das ganze Heer der rein symptomatisch wirkenden Mittel und Mittelchen an ungewisser Stelle angreifen, ob es sich nun um eine Wärmeapplikation mit leuchtenden Lampen oder um Hil squellen aus dem Pflanzenreich zwischen Pfefferminz und Eukalyptus handelt.
Die Aerzte sind die ersten gewesen, die es den Patienten auszureden versucht haben, den Schnupfen allzu leicht zu nehmen. Sie haben die Erkrankungen der Nebenhöhlen der Nase und des Mittelohrs beschrieben und auf die Minderung der Widerstandsfähigkeit gegenüber der Allgemeinerkrankungen als Folgen des Schnupfens hingewiesen. Sie haben gezeigt, dah die Lebenskraft anderer Mikroben, die sonst nur harmlos auf unfern Schleimhäuten herum- schmarotzen, durch den Schnup en gewaltig gesteigert wird, so dah nun Streptococcen (Eitererreger) und die Erreger der Lungenentzündung oder der Influenza leichtes Spiel haben. Gerade diese auf unserer Nasenschleimhaut vegetierende Bakterienflora machte es stets so schwer, den Schnupfenerreger zu finden. Während der akuten Nafenentzündung oder Rhinitis findet sich bald dieser, bald jener Mikroorganismus
in größeren Mengen, und man ist versucht, ihn als den Hebeltäter anzusprechen. Aber so einfach liegen die Dinge nicht. Der deutsche Arzt Kruse hat im Jahre 1914 den Erreger schon in Händen gehabt und richtig charakterisiert, als er mit dem filtrierten Nasensekret akut Verschnupfter bei Gesunden einen Schnupfen Hervorrufen konnte, — ater eine Identifizierung des Erregers ge.ang ihm nicht. Der Engländer Foster ging einen Schritt weiter: er impfte das Schnupfenfiltrat auf Dlutnährboden und fand eine ganze Menge von Mikroorganismen, —aber welche Mikrobe war die richtige?
3n Amcrita hat man vor kurzem einen Preis von 6000 Dollar für die Auf findun g des Schnupfenerregers ausgesetzt, und das mag dem Ei er Der Forscher Mills und Do» chez angespornt haben. Zunächst studierten sie bei einer stattlichen Anzahl Gesunder ihre im normalen Zustand in der Nase und im Rachen befindlichen Mikroorganismen: so (ernten sie ihre Ausgangsmilroben llora kennen. Dann bekam dieses und jenes ihrer menschlichen Versuchskaninchen einen Schnupfen. Nun studierten sie. welche Veränderungen die gefundenen kleinsten Lebewesen durchmachten, und sie erkannten schon jetzt: keiner der gefundenen Erreger war der richtige. Denn keiner trat zu Beginn des Schnupfens in vermehrter Menge auf. So schalteten sie die Hypothese aus, dah es sich beim Schnupfen um einen g.wöhn.ichen Krankhei.serieger handeln konnte. Demnach mußte es sich um ein sogenanntes filtrierbares Virus handeln. Hierunter versteht man einen Krankheitserreger, der mit unfern Hilfsmitteln nicht sichtbar zu machen ist. von dem man aber weiß. Daß er durch enge Filter hindurchzutreten vermag. Eine Reihe schwerer Krankheiten — Gehirnentzündungen. Gürtelrose, Pocken. Gelbfieber — entstehen durch diese Hltravira.
Nun gingen die Forscher dazu über, zahlreiche Versuche an Sch i mp ansen zu machen. Diese Affen sind tatsächlich außerordentlich schnupfenempfindlich und leiden dabei unter denselben Erscheinungen wie der Mensch. Wenn ein Wärter Der ihnen Das Futter bringt, verschnupft ist. bricht sofort bei sämtlichen Schimpansen Der Schnupfen aus. er ist für sie also ansteckend wie beim Menschen. Bevor die Versuche begannen, wurden Die Affen genau daraus unter- sucht, welche Mikroorganismen auf ihren Schleim
häuten leben; sie ähnelten denen Des Menschen. Der Schimpanse war also das ideale Versuchstier. 3eder bekam seinen isolierten Käfig, der ebenso sterilisiert wurde wie die Nahrung Der Tiere So gelang es. Die Schimpanfen schnupfen- rei zu halten. Nun trat ein Versuch an Menschen hinzu. Einem Mann mit rischer Rhinitis wür- Den Nase und Rachen mit einer sterilen Nährlösung gespült, und diese Lösung wurde Darm durch ein Porzellan ilter geschickt. War nun ein filtrierbarer Krankheitserreger im Spiel, so mußte die Lösung imektiös für den Schimpansen sein. Unter weiteren aseptischen Vorsichtsmaßregeln wurde das Filtrat Schimpansen in die Nase eingespritzt, und auch Kontrollversuche wurden dabei nicht vergessen. Von den 16 verwendeten Tieren bekamen 7 Den Schnupfen, also 44 Prozent. eine Zahl. Die mit der von Kruse beim Menschen geiunDenen ungefähr übereinstimmt. Dieser experimentelle Schnupfen war toieDer ein ausgezeichnetes Studienobjekt: die gewöhnlichen Mikroorganismen wurden ebenso vervielfacht wie beim Menschen, wo sie zu so viel 3rrtümem Veranlassung gegeben hatten. Außerdem traten dieselben klinischen Erscheinungen und dieselben Komplikationen im gleichen prozentualen Verhältnis wie beim Menschen auf.
Die Hebertragbarkeit des Schnupfens durch ein Hltravirus war nun schon bewiesen, aber es wurden noch Kontrolluntersuchungen gemacht. Erhitztes Filtrat war wirkungslos. Filtrate von schnupfenreichen Menschen machten die Affen nicht krank Nun mußte noch gezeigt werden. Daß Die Infektion von Mensch zu Mensch die gleiche ist. wie vom Mensch zum Affen. Einige noch schnupfenfreie junge Leute meldeten sich freiwillig. Sie ließen sich 5 bis 6 Tage isolieren und ihre Nasenrachenflora studieren; die brauchbaren Personen wurden alsdann gleich den Affen mit dem filtrierten Nasensekret Schnupfenkranker gespült, und wieder erkrankten 44 Prozent von ihnen. Es war ein richtiger Schnupfen mit entzündeter. verstopfter, laufender Nase und roten, entzündeten Bindehäuten, mit Rachenkatarrh und intensivem Husten.
Der wissenschaftliche Wert dieser Hnterfuchun» gen besteht darin. Daß nun endlich Der Schnupfenerregereinwandfrei iden- tifiziert worden ist, womit eine Hnzahl anderer Arbeiten, die alle behaupteten, Den Erreger gefunden zu haben, ausgeschaltet wird. Eia
deutscher Forscher ist schon 1914 aus dem richtigen Wege gewesen, als Kruse ein HltraviiuS als Erreger ansprach. Während des Krieges sind diese Hntersuchungen dann zum Stillstand gekommen. und später wurden sie in Amerika wieder ausgenommen. Eine andere Frage ist, ob bald praktische 'Erfolge dieser Entdeckung zu erwarten sind, ob es in absehbarer Zeit eine schnup, en freie Menschheit geben wird. Wichtig hierfür ist der HmftanD. daß die Prozent- Sahl von 44 in allen Versuchen die gleiche ist. Eine solche Hebcreinftimmung findet sich selten; man kann sagen, daß hier mehr vorliegt als ein Zufall; die Zahl 44 offenbart uns das Geheimnis. warum schließlich nicht alle Menschen unS zu allen Zeiten Opfer der 3nseltion werden. Vermutlich beherbergen die freibleibenden Personen Immunsto se, deren man sich zu Jmpsungs- zwccken bemächtigen könnte. Aber dann erhebt sich wieder Die Frage, ob man lieber verschnupft oder geimp t sein möchte! Die 3mpfgegner werden jedem alls den Schnupfen vorziehen.
Auch die gelungene Hebertragung — durch das Filtrat — von Mensch zu Mensch und vom Menschen auf den Affen ist ein Fortschritt: Wir haben nun das ideale Versuchstier gesunden, mit dessen Hil e man Dem ganzen Problem Der Erkältung zu Leibe gehen kann. Bekanntlich ist ja Die Rolle Der Abkühlung bei der „Erkältung" noch immer nicht ganz geklärt, obwohl sich viele helDenmütige Aerzte in schaudervollen Selbstversuchen tagelang allen möglichen Kälteeinflüssen ausgesetzt Haven. Gerade dann, wenn man einen Schnup en braucht, bekommt man ihn nicht — wenigstens war das bisher so. Heute ist Die experimentelle Schnupfen Übertragung nach amerikanischer Technik ein Leichtes. Ein weiterer Vorzug der amerikanischen Versuche besteht Darin, Daß wir jetzt vermuten können, warum wir Aerzte bisher vor dem Schnupfen vielfach Die eigene Nase gerümpft haben: offenbar, weil er keine bleibende 3mmunitä! hinter läßt, wie z. B. Masern, Typhus, Cholera. So hat es unS eben Doch kaum gelohnt. Aber nun wir wissen. Daß manche Personen zeitweise immun finD, wird man diese Immunität näher studieren, und man kann dann Doch auch auf eine praktische Lösung der Schnupfenbehandlung und -Verhütung hoffen. Nur werden bis Dahin, fürchte ich, mxh viele Taschentücher naß werden.


