Amtsverkündigungsblati
für die provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen
7Ir. 59 »scheint Dien-tag und Freitag. 25. August 2ur durch die Post zu beziehen. 1931
IahaltS-Ueberficht: Die Hegezeit der Feldhühner - Die Einfuhr von Dieb aus stark verfeuchten Gebietsteilen. — Das Vertilgen der Blutlaus. DaS Ergebnis der Hauptkörung 1931 im Körbezirk Gießen-Grünberg. — Die Erhebung einer Biersteuer. — Feldbereinigung Trohe. — Dienstnachrichten.
Bekanntmachung
betreffend die Hegezeit der Feldhühner.
Bom 14. August 1931.
Auf Grund des § 3 der ^Verordnung, die Ausführung des Iagdstrof gefestes, insbesondere Anordnungen wegen der Hegezeit betreffend, uom April 1930 (Reg. Bl. S. 41) habe ich den Aufgang der Hühnerjagd für das ganze Land auf Montag, den 24. August 1931, festgesetzt
Darmstadt, den 14. August 1931.
Der Minister des Innern. 3. B: Schwa mb.
Bekanntmachung
die Einsuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen betreffend. Dom 17. August 1931.
Auszer den in meiner Bekanntmachung vom 5. Juni 1931 genannten Ländern und Regierungsbezirken gilt bis auf weiteres auch der Regierungsbezirk Pfalz als start verseucht im Sinne meiner Anordnung vom 13. Januar 192« (Reg. Bl. 5.3).
Alles aus diesen Gebietsteilen nach Hessen eingesührte Zucht- und Nutzvieh (Rinder. Schafe, Schweine und Ziegen) unterliegt demnach der sunstägigen Absonderung nach Maßgabe der in der genannten Anord nmifl gegebenen Borschristen
Darmstadt, den 17. August 1931.
Der Minister des Innern. 3.8.: Diehl.
Betr.: Ausführung der Polizeiverordnung über das Vertilgen der Blutlaus vom 19. November 1904.
An den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des kreise».
Wir machen darauf aufmerksam, daß gemäß § 3 der obengenannten Polizeiverordnung der Rundgang der Kommission nunmehr alsbald statt- zusinden hat Bis spätestens zum 1. November 1931 erwarten wir Ihren Bericht, ob der Polizeiverordnung entsprochen wurde und welche Beobach lungen gemacht wurden.
Gießen, den 20. August 1931.
Kreisamt Gießen. 3- B.: S ch m i d t.
Bekanntmachung,
betr. das Ergebnis der Hauptkörung 1931 im Körbezirk Gicßeu-Grünberg.
Nachstehend bringen wir zujammengcstellt das Ergebnis der Haupt torung der Faseltiere im Kreise Gießen (Dicnstbezirk des Bcterinärrates Dr. Fuchs in Grünberg) zur allgemeinen Kenntnis.
Es wurden besichtigt:
55 vullen. davon mit der Note in Haltung sehr gut: 15 Bullen: 3 Ettings hausen (Gemeindebullenstall); 1 Harbach. K. Döring; 1 Lindenstrulh, Peter Zinn kann; 3 Weitershain, Hr. Kirch IL; 1 Rüddingshausen, Hr Scherer II. 1 Londorf, W. Stange; 2 Stangenrod. O. Horst, K. Feuerstein; 3 Geilshausen, G.;
mit der Note in Haltung gut: 33 Bullen: 1 Röthges. O. Gondrum; 2 Münster. W. Heß II.. Ehr. Pfeffer, 1 Ober Bessingen. G. Keil; 2 Nieder Bessingen, G.; 1 Harbach. K. Döring; 1 Göbelnrod. W. Becker; 3 Oueckborn, G.; 2 Reinhardshain, W. Reinmuth, Schneider; 2 Rüddingshausen, Ioh Grün, W. Sohl; 1 Odenhausen, O Konrad; 2 Beltershain. Aug. Schaaf. K. Petri , 2 Kcsselbach. Fr. Becker, Gg. Schmelz; 2 Londorf, 3. Fr. Lich, Fr. Lich 11„ 4 Avendorf G.;
3 Grunberg, K. Heß; 2 Lumda, Hr Maus, 1 Stockhausen, K. Bing mann; 1 Weickartshain, K. Schmitt;
mit der Note in Haltung genügend: 7 Bullen: 2 Lauter, K. Schmitt, Phil. Pfaff; 1 Göbelnrod, O. Lipp; 2 Saasen.^O. Koller, W. Erbes; 1 Weitershain, K. Rahn; 1 Weickartshain, K. Schmitt.
22 Eber, davon mit der Note in Haltung sehr gut: 4 Eber: 1 Lauter. O Bolp; 1 Ettingshausen. 03., 1 Reinhardshain, Hr. Becker II.; 1 Londorf, Gg. Becker;
mit der Note gut: 15 Eber: 1 Ober Bessingen, K. Walter; 1 Nieder Bessingen; Hr. Hosmann, 1 Harbach, K. Döring; 1 Göbelnrod, W. Becker, I Oueckborn, K; 1 Saasen, W. Schepp II.; 1 Linden struth. W. Schmitt II.; 1 Weitershain, K. Schlosser; 1 Geilshausen, W. Stehh; 1 Beltershain, Hr. Hosacker; 1 Avendorf, Gg Schaaf; 1 Grünberg, Ehr. Bück; 1 Stangenrod, K. Sauer II.; 1 Lumda, Hr. Nicbergav, 1 Weickartshain, W. Becker;
mit der 'Note genügend: 1 Rüddingshausen, Hr. Seid;
mit der Note ungenügend: 2: 1 Odcnhäusen, Reinheimer; 1 Kessel bach (krank), Hr. Wagner.
20 Ziegenböcke, davon mit der Note in Haltung sehr gut: 2: 1 Harbach, K. Döring; I Lumda, Ioh. Orth;
mit der Note gut: 13 Böcke: I Lauter, E Männche, 1 Röthges, Aug Roder; 1 Münster, K. Heß; 1 Ober Bessingen, Kath. Keller Wwe;
1 Ettingshausen, G; 1 Oueckborn, G; 1 Weitershain, K Keller, I Rüddingshausen, E. Foulstich Wwe.; 1 Londorf, Hr Opper.
1 Allcndorf, G . 2 Grünberg, O. Gebauer; 1 Stangenrod, A. Lind; mit der Note genügend: 4 Bocke: 1 Göbelnrod, O Wilhelm; 1 Lin denstruth, Aug Schmaus; 1 Odcnhäusen, L Wallcnscls Wwe.;
1 Kesselbach, Ioh. Meisinger;
mit der Note ungenügend: 1 Saasen, W. Erbes
3 Schafböcke mit der Note in Haltung gut: 1 Lauter. 1 Oueckborn; 1 Allen darf, Hr. Damm.
Vicht angckörl konnten werden je 1 Bulle der Gemeinden Röthges und Gobclnrod, die in zu jugendlichem Alter angekaust waren; aus demselben Grunde ein Ziegenbock in Beltershain, 2 Schafböcke in Harbach, 1 in Reinhardshain, 1 in Allcndorf wegen ungenügenden Körperbaues bzw. Gefahr der Inzucht.
Abgekört wurden: a) wegen schlechter Körperbeschafsenheit je 1 Bulle der Gemeinden Röthges, Harbach, Oueckborn, Reinhardshain, Weickarts Hain, Stockhausen, 1 Eber in Nieder Bessingen; b) wegen Unfruchtbarkeit 1 Bulle in Göbelnrod, c) wegen Gefahr der Inzucht 1 Bulle der Gemeinde Weitershain, I in Avendorf, 1 in Kesselbach, 1 Eber in Ober-Bessingen, 1 in Allcndorf, je 1 Ziegenbock in Stangenrod und Weitershain.
Angekürl wurden: 1 Ziegenbock in Ober Bessingen, je 1 Schafbock in Lauter und Oueckborn.
Den Gemeinden Münster und Harbach wird der Austausch der Ziegenböcke empfohlen.
Die fehlenden und die abgekörten Foseltiere sind alsbald zu ersetzen.
Gießen, den 19. August 1931.
Kreisamt Gießen. 3.13.: Schmidt.
Bekanntmachung.
Bctr.: Die Erhebung einer Bicrsteuer.
In den Gemeinden Allertshausen, Altcn-Vufeck, Virklar, Vonnenrolh, Röthges und Staufenberg kommt vom l. September 1.3. ab die vier- slcuer zur Erhebung.
Die von dem Herrn Minister des Innern genehmigte Biersteuerord nung liegt vom 27. August bis cinschl. 29. August l. I. jeweils von 10 bis 12 Uhr vormittags auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht aus.
Gießen, den 25. August 1931.
Kreisamt Gießen. 3.13.: Dr. Brau n.
Bekanntmachung.
Betr.: Die Erhebung einer Biersteucr in der Gemeinde Grünberg.
In der Gemeinde Grunberg kommt vom 1. September l. 3. ab die erhöhte Vicrsteuer zur Erhebung.
Die von dem Herrn Minister des 3nnern It. Verfügung vom 21. August 1931 zu Nr. M. d. 3. 37813 genehmigte Nachtrags Biersteucrordnung liegt vom 27. bis einschl 29. August l. 3. jeweils von 10 bis 12 Uhr vormittags auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht auf.
Grünberg, den 25. Aug. 19.31.
Hessische Bürgermeisterei Grünberg. Dr. M i l d n e r.
Bekanntmachung
Betr.: Fcldbereinigung Trohe; hier: den Kostenausschlag.
In der Zeit vom 28. August bis einschließlich 3. September 1931 liegt auf dem Amtszimmer der Hesfischcn vürgermeisterei zu Trohe
der stostenausfchlag mit Abschrift des ttommifsionsbefchlusses vom
8. Juli 1931, Ziffer 2
zur Einsicht der.Beteiligten offen.
Einwendungen hiergegen sind bei Mcidunq des Ausschlusses während der Osfenlegungszeit daselbst schriftlich und mit Gründen versehen cinzu- reichen.
Friedberg, den 21. August 1931.
Der Hessische Feldbereinigungskommissar.
Gez.: 3. D.: Ohly, Regierungsrat.
vienstnachrichten des Kreisamte».
Schrcinermeister Ludwig Schepp von Hausen wurde zum Beigeordneten der Gemeinde Hausen gewählt und verpflichtet.
Konrad Jung II. aus Holzheim ist zum Polizeidiencr der Gemeinde Holzheim ernannt und verpflichtet worden.
Druck der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerel. R Lange. Gießen
Wenn ich mich schon fett langem von der Oper enttäuscht fühle, so spielen persönliche Interessen und Empfindungen hierbei keine Rolle. Keineswegs fühle ich mich etwa opernmüde in dem Sinne, daß ich nicht mehr in der Oper singen könnte. Ganz im Gegenteil. Meine Stellungnahme ist rein künstlerischer und theoretischer Art. In der ersten Schaffensperiode brennt ein Künstler, wenn er seine Rolle formt. Solange diese produktive Arbeit ihn in Anspruch nimmt, läßt er alle theoretischen Erwägungen über das Kunstwerk selbst beiseite. So geschieht es ost. daß ein Dirigent, der beim Anhören einer Symphonie oder einer Oper feinen Genuß empfindet, während der Vorarbeiten zu der Ausführung diese- ihm scheinbar fremden Werkes von der produktiven Arbeit so gepackt wird, daß er in der Schaffensfreude alles andere vergißt. Einer der berühmteften Dirigenten der Welt hat einmal aesagt: .Ich kann Wagner, wenn ich in der Oper sitze, nicht genießen. Wenn ich aber eine Wagner-Oper dirigiere, empfinde ich den höchsten Genuß." Diese Stellungnahme eines Künstler- *um Werk selbst ist außerordentlich charakteristisch und erklärt die Tatsache, daß auch ich mich früher mit der Oper alS Kunstform wenig beschäftigt habe, da mich die Arbeit an meinen Rollen vollständig in Anspruch nahm. Rach der Periode des produktiven Schaffens tritt eine Periode ein, in der der Künstler auf dem Gipfel feines Könnens steht, jedoch nicht mehr vorwärts farm, da er schon sein Letztes gegeben hat. Das ist die Periode der Selbstkritik und des Grübelns. In diesem Stadium ist mir die Oper in ihrem wahren Licht erschienen Dor allem, was ist Oper? Ein Wert, das aus einem Kompromiß -wischen Dichtung und Musik geboren ist. Richt einmal das Wort Oper hat Sinn. Denn die ursprüngliche Bezeichnung dieser Kunstform lautet aus italienisch .Opera" und ist eine Mehrzahl bes lateinischen Wortes .opus“, d. h. .Werke", also eine vollständig nichtssagende Bezeichnung. Dor einigen Jahrzehnten hat man als Gegenstück Bu der Oper das Musikdrama ins Feld geführt.
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jedoch tatsächlich beinahe gar keine Oper mit einem vernünftigen Text, ganz unabhängig davon, ob es sich um konventionelle Opern oder Musikdramen handelt. Texte altitalienischer Opern gelten als Verkörperung des Blödsinns. Aber die schwache Philosophie und die Weltanschauung der Texte mancher Musikdramen können, von einem höheren Standpunkt aus betrachtet, auch nicht gerade als besonders geistreich erscheinen. Das. was die Oper erstrebt in ihrer äußersten Vollendung — vollkommene Harmonie zwischen Text und Musik — ist nur im Monolog des Zaren Doris in der gleichnamigen Oper von M v u s s o r g s k i erreicht worden. In anderen Opern ist der Text oft so blöd, daß ich mich schäme, ihn zu singen; und das Schlimmste ist, daß diesem Hebel nicht abgeholfen werden kann, denn die Verbesserung des Textes im Einklang mit der Musik stößt auf unüberwindliche Gegensätze. Was die Oper nicht erfüllt, das finden wir öfters in dem einfachen Lied. In Beziehung auf Harmonie von Text und Ton sind vor allem Schuberts Lieder vorbildlich. Als Meisterwerk der Dollkommenheit in dieser Beziehung dürfte man den.Doppelgänger" bezeichnen.
Es ist dermoch erstaunlich, wieviel Aufmerksamkeit der Oper in Oeffentlichkeit und Presse geschenkt wird. Riesensummen werden für die Erhaltung von Opernhäusern, die oft nur mit Verlust arbeiten, aufgebracht. Diskussionen über Opemkrisen und Wege der Opemreform prallen hart aufeinander. Sogar ein Theatergenie vom Range Stanislawskis organisiert ein Opernstudiv und sucht neue Wege. Dabei habe ich nie eine Operninszenierung gesehen, die mich vollständig befriedigt hat. Offenbar liegt der Grund darin, daß Vollkommenheit auf diesem Gebiete unerreichbar ist. Es scheint mir auch, als ob wir einer Operndämmerung entgegengehen. Die neue Produktion hat bisher nichts Hervorragende- herausgebracht, und der Opemspielplan der Welt farm sich nur auf eine beschränkte Zahl gut bewährter Stücke stützen.
trifft. Dem Tonfilm gehört die Zukunft, und ich glaube, daß er das Erbe der Oper übernehmen wird. Es klingt heute lächerlich und kaum glaublich. aber es ist eine Tatsache, daß vor kaum zwei Jahrzehnten ein Sänger, ber den Mut hatte, im Film eine Rolle zu übernehmen, seine Verabschiedung aus dem Opernensemble riskierte. Ich habe schon damals an den Film geglaubt und war einer der ersten, die im stummen Film aufgetreten sind, aller mich umbrandenden Entrüstung zum Trotz. Riemand wollte mir damals glauben, daß es eine Zeit geben würde, in der die besten Künstler im Film spielen. Heute braucht man aber kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, daß eine neue Form musikdramatischer Kunst im Tonfilm ihre Morgenröte erlebt.
Seltsame Liebesboten.
Aus verklungenen Tagen der Romantik, da es rwch keine Post und keinen Telegraphen und kein Telephon gab. dringt zu uns nod) seltsame Mär von merkwürdigen Boten, die die liebliche Kunde Über Länder und Flüsse in starke Festungen trugen. Der Falke, den die Dame vom Söller ihres Durg- gemachs fliegen lieh, gab dem Geliebten ersehnte Botschaft; das Hündlein muhte zum stummen Sprecher werden, wie es die Ge lch .ch e der Kastel- lanin von Dergy verrät. Doch auch in unseren Tagen ist die Romantik noch nicht ausgestorben, denn noch immer stellen sich den Liebenden Hindernisse aller Art entgegen und auch heute weih sich ihr erfinderischer Girat seltsame Liebesbvten dienstbar zu machen. In Schottland richteten sich vor einigen Jahren ein Paar Liebende, denen das harte Gebot der Ellern einen Briefwechsel unter normalen Umftänten verwehrte, eine Taubenpost ein. Jeder von ihnen hatte ein Paar Brieftauben, die sie, ohne daß es bemerkt wurde, einander zuschickten. Endlich aber brach für die schottischen Romeo und Julia der Tag des Glücks an; die Eltern gaben den Widerstand auf. sie konnten nun die Taubenpost mit der gewöhnlichen Post vertauschen. Eierschalen sind gewih ein recht
Dienstag, 25. August 1931
Ku^ze C'porhwtisen.
)cr Fußballkampf Horb- gegen Deutschland in Hamburg endete vor 20 003 Zu^ iuem mit einem überraschend hohen 6:1 (5:1) g der Westdeutschen, deren Torschützen Ku- ra und Ezepan hießen.
)ci den Taubstummen - Spielen ge* in Deutschland da- Endspiel des Fuhballtur* es gegen Oestereich mit 4:1 (2:0).
Destdeutschland gewann den Leicht* letik-Länderkampf gegen Holland in Münster 56:46 Punkten.
Die Deutsche Seniorenmei ster- a f t im Tennis fiel an Altmeister O. Froih - im. der im Endspiel den Berliner LI hl 6.1« schlug. *
5ci den Europameisterschaften im itoimmen in Pari- gewann die deutsche Was- »allmannschaft ihr erste- Spiel gegen die hechoslowakei mit 3:1 (2:1) Treffern.
Beim Schleizer Dreieck-rennen r Rüttchen (Erkelenz) auf RSU. die beste t des Tages.
Amtsgericht Gießen.
)er Kraftwagenoerkchr birgt auch, insoweit die Verbringung der Fahrzeuge in Betracht kommt, obren in sich, die dcn Erlaß einer Polizeiverord- ig über die Beschaffenheit der zur Unterbringung irderlichen Anlagen nötig machten. Gegen diese orbnung hat ein Autobesitzcr verstoßen, indem einen aus Holz gebauten und in der Nähe anbe- Gebäude stehenden, also im Sinne der Verord- ig feuergefährlichen Schuppen in zwei Nächten 3 Warnung als Garage für feinen Kraftwagen utzte. Er erhielt eine Geldstrafe von 10 Mark teUnerinnen in Gast, und Schankwirtschaften ürfen aus naheliegenden Gründen der Anmel- gen bei der Polizei. Sie wurde von einem Gast- t in einem Falle unterlassen, gegen den deshalb Strafbefehl in Höhe von 60 Mark erging. Den en den Strafbefehl erhobenen Einspruch begrün- ! er damit, es handle sich um ein schon einige jre in seinem Haushalt tätiges Hausmädchen, das • ausnahms- und aushilfsweise zur Bedienung
Gäste eingefprungen sei, namentlich während Krankheit seiner Frau und bei zufälliger Ab- enheit der Wirtsleute. Die Beweisaufnahme er- • jedoch, daß sich diese angeblichen Ausnahmen art oft und in einer Weise wiederholten, die die olgung der einschlägigen Verordnung durchaus langte. Dem Angeklagten wurde von der Polizei Wirt ein gutes Zeugnis ausgestellt. Es blieb r bei der Beurteilung, weil er, was die Tätigkeit Hausmädchens anlangt, es nicht verstand, Wirt- ists. und Haushaltungsbetrieb so, wie cs der rorönüng entsprach, auseinanderzuhalten. Doch rde die im Strafbefehl feftgefetzte Geldstrafe erlich herabgesetzt.
In den aus Holz gebauten Notwohnungen in der iserallee leben zwei Nachbarfamilien miteinander Unfrieden und ständigen Streitigkeiten, die an- inend ihren Höhepunkt am 9. April l. 3. dadurch eicht haben, daß die eine Nachbarin ihren beiden dersachern, Vater und Sohn aus der anderen milie, Salzsäure ins Gesicht spritzte, so daß darin andwunden entstanden, und die Getroffenen ärzt- e Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Trotz der den Tag gelegten gefährlichen Handlungsweise Angeklagten, einer 60jährigen Frau, wurden (er mildernde Umstände zugebilligt, und die letz- en namentlich in der Erregung gefunden, in der sich offensichtlich infolge der oben angedeuteten rhältnisse befand. Die Strafe lautete auf eine ldstrafe von 80 Mark, an deren Stelle im Un- dringlichkeitsfalle eine entsprechende Gefängnis- ife tritt.
\ Ilthändler sollen bei dem Ankauf von Gegenstän- doppelt vorsichtig sei, wenn sie nicht riskieren
llen, wegen Hehlerei bestraft zu werden, falls
rkwürdiges Material für Liebesbriefe. Durch fall aber wurden sie einmal Träger einer L.e- ibotschaft, die ein Fräulein aus Kanada zum -aß auf ein Ei malte, das nach England ging, s vielsagende Ei fiel in die Hände eine- liebeS- >ürftigcn Witwers auf der anderen Seite deS lantischen Ozeans, er las daS Geständnis, Ra- n und Adresse der Dame, ein Briefwechsel ent* ___nd und die beiden, die eine Eierschale zusam- mengesührt. sind heute ein glückliches Paar. — Richt minder romantisch war der Beginn der Liebe zwischen einem Fräul-in und einem Pflanzer in Louisiana. Die Dame warf eine Flasche in den Fluß, nachdem sie vorher ein LiebeSgeständ- niS hineingelegt hatte; ein junger Pflanzer fischte die Botschaft aus dem Wasser auf, erwiderte dazärtliche Geständni-, die beiden trafen sich und waren zwei Tage danach verheiratet. — Ern Korb mit Rosen oder Früchten ist im Grunde genommen eine harmlose Aufmerksamkeit, die ein Herr feiner Angebeteten darbringt. Aber wenn der größte Apfel des Fruchtkorbes in seinem Innern ein Briefchen birgt, dann bekäme das Ge'chenk in den Augen der Eltern ein ganz anderes Aussehen, ... wenn sie davon wüßten. Glücklicherweise haben aber Liebende ihre Geheimnisse, die sich in Blumen und Früchten trefflich verbergen lassen. Eine unauffällige Korrespondenz zwischen Liebenden ist auch schon öfters durch das gegenseitige Leihen von Büchern betrieben worden. Ein Pärchen m Rewcastle machte sich die längsten Mitteilungen, indem bestimmte Buchstaben mit einem Bleistift fein unterstrichen waren und sich zu Worten au- sammensehten. Damit auch jemand, dem die Bleistiftzeichnungen etwa auffallen möchten, n.chts lefen könne, war der erste Buchstabe am Ende und der letzte am Anfang des Buches angegeben.
Oochschulnachnchten.
Professor Dr. Friedrich Bering. Ehefairzt der Städtischen Hautklinik in Essen, hat den Ruf auf den Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Umberfitat Köln als Nachfolger von Professor F. Zinher angenommen und bereits seine Ernennung zum ordentlichen Professor in K ö l n erhalten.
Amtlich wird die ErnenTiung des o. Professor- Dr. Erich Bräunlich von der Universität Königsberg vom 1. Oktober 1931 ab zum Ordinarius der orientalischen Phttologie an dev Universität Leipzig bestätigt.


