Ausgabe 
24.6.1931
 
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Ur. 145 (Elftes Blatt

181. Jahrgang

Mittwoch, 24. Juni |95(

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

Der Reichskanzler über die politische Lage.

Ernste Mahnungen an das deutsche Volk.Volle Zustimmung zum plan Hoovers.-Zu einem französischen Ehequers bereit.

Berlin, 23. 2uni. (WTD.) Reichskanzler Dr Brüning sprach heute abend über den Deutsch- landsender über die allgemeine politische Lage. Er führte dabei aus:

Alle Dölker der Erde stehen unter dem tiefen Eindruck des historischen Schrittes, den am Sonntag der Präsident der Bereinigten Staa­ten unternommen hat, um der ungeheueren Krise, die fast über alle Dölker hereingebrvchen ist, zu steuern und denen Hilfe zu bringen, die ihr zu erliegen drohen. Das deutsche Dolk und die deutsche Regierung haben mit herzlicher Dank­barkeit die Dorschläge des Präsidenten Hoo­ver angenommen.

Eine neue Hoffnung für (Europa und Deutschland sehen wir aus diesem Vorschläge erwachsen.

Er bringt Deutschland eine Hilfe in einem ent­scheidenden Augenblick feiner Geschichte, in dem die Schwierigkeiten bis zum Aeußer- st e n sich aufgetürmt haben. Der erste wirksame Anfang für eine bessere Zukunft ist erfolgt; aber warnen muh die Reichsregierung vor dem Glauben, als ob durch diesen Dorschlag des ame­rikanischen Präsidenten, wenn er von allen in Frage kommenden Rationen angenommen wird, wir über die Gesamtheit der uns bedrängenden Röte hinweg seien.

Wenn die Reichsregierung in den wiederholten harten Maßnahmen der Rotverordnung vom De­zember und der letzten Rotverordnung versucht hat, die hereinbrechenden Gefahren zu meistern, ge­zwungen war, dem deutschen Dolke das Aeuherste an Lasten und Einschränkungen zuzumuten, um über die kommenden Monate und vor allem über den nächsten Winter hinwegzukommen, so war sie sich dessen bewußt, daß

das Jahr 1932 aller Voraussicht nach den Höhe­punkt der finanziellen Schwierigkeiten bringen würde. Wenn auch die Reichsregierung den Haus­halt des Reiches für den Fall, daß nicht eine wei­tere Derschlochierung der Wirtschaftslage eintritt, für das laufende Eiatsjahr ausgeglichen hat, wenn sie sogar einen erheblichen Betrag für die Ge­meinden verfügbar macht, um ihnen die wachsen­den Lasten für diejenigen Arbeitslosen zu erleich­tern, die weder von der Dersicherung noch vom Reich unterstützt werden, so bleibt zunächst im Jahre 1931 die Lage der Länder und Gemeinden noch ungeklärt. Die vom Reich überwiesenen Steuern werden nach der Schätzung der Reichs­regierung um Hunderte Millionen zurück- gehen. Dazu treten die großen Ausfälle, die bei den Ländern und Gemeinden infolge der schlechten Wirtschaftslage bei Gewerbesteuern, Grundvermögenssteuern und Hauszinssteuern zu erwarten sind. Das Sinken der Einkommen und Löhne im Jahre 1931 wird dazu führen, daß im Jahre 1932 erst die volle Wucht der Steueraus- fälle die Haushalte von Reich, Ländern und Ge­meinden belasten wird.

Dazu kam die akute Gefahr, die wir in den ver­gangenen zwei Jahren wiederholt durchlebt haben, daß in Derfolg einer Reihe von wirtschaftlichen Vorgängen sich eine ungeheuere Unruhe bemerk­bar machte und aus dieser Unruhe heraus vom Ausland her gewaltige Mengen kurzfristiger Kre­dite plötzlich abgezogen wurden. Mit einem Schlage zeigte sich in ihrer ganzen Gröhe die seit langem vorausgesehene Gefahr, daß

die deutsche Wirtschaft in den Jahren der Schein­blüte zu einem erheblichen Teil mit inländischen und ausländischen Mitteln aufgebaut wurde, die nur auf kurze Zeit gegeben oder in Unterneh­mungen investiert find, aus denen sie nicht von heute auf morgen herausgezogen werden können.

Der Dersuch, der nunmehr zum dritten Male gemacht tinirbe, große Teile dieser kurzfristigen Kredite plötzlich aus Deutschland abzurufen, hat den Sturm, der heute als beschworen angesehen werden kann, herveigeführt. Dieser Sturm hat aber gleichzeitig allen Einsichtigen in drastischer Schärfe die Verbundenheit der Wirt­schaft im Positiven und im Regattven vor Au­gen geführt. Er hat aus der Rot einzelner Döl­ker, und besonders Deutschlands, eine Rot der ganzen Welt gemacht. Er hat gezeigt, daß die Lebenshaltung bedingt ist durch die Lebenshaltung auch anderer Dölker. Wenn e i n Land schwer lei­det, können auf die Dauer andere Dölker, die mit ihm in wirtschaftlicher Verbindung stehen, ihre Prosperität nicht erhalten.

Zu glauben, daß nach Annahme des Vorschlags des Präsidenten Hoover alle Röte in Deutsch­land beseitigt wären, wäre die gefährlichste Illu­sion. in die sich das deutsche Volk hineinwiegen könnte.

Die Reichsregierung hat die harten Maßnah­men zur Rettung der Finanzen ergreifen müssen und muß an ihnen fest halten, weil das Durchhalten ohne Reparationszahlungen in den nächsten anderthalb Jahren außerordentliche Anfor­derungen stellen wird, oie hat erklärt und hält daran fest, daß sie bereit sei, Härten und b e sonders drückende Maßnahmen der Not­verordnung a b 3 u ä n b e r n. Sie ist aber nicht in der Lage, irgendwie an dem gesamten finanziellen (Ergebnis der Notverordnung rütteln zu lassen. Nur unter Sicherung ihres finanziellen Gesamtergebnisses wird bei Annahme der Initiative des Präsidenten Hoover es möglich fein, die oben erwähnten weite­

ren Einnahmeausfälle des Jahres 1932 auszu­gleichen.

Das deutsche Dolk würde sich um jedes Verständ­nis der Welt und um jedes Vertrauen bringen, wenn es nicht festhalten würde an dem Grundsatz einer

absoluten auch unter Opfern durchzuführenden Sanierung unserer öffentlichen Finanzen.

Die Gesundung der Finanzen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Schaffung des Vertrauens. Der Vertrauensbeweis, der in dem weltgeschicht­lichen Schritt des Präsidenten Hoover liegt, kann nur Früchte tragen, wenn das deutsche Volk fest ent­schlossen ist, aus eigener Kraft den Weg der g r Ö ß- ten Sparsamkeit auf allen Gebieten weiter­zugehen.

Das vorgeschlagene F e i e r j a h r soll nach der Proklamation des Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht nur der Wiederher­stellung des internationalen Vertrauens auf wirt­schaftlichen Gebiet und damit dem wirtschaft­lichen Wiederaufbau der Welt dienen, es verfolgt gleichzeitig den Zweck, die poli­tischen Beziehungen zwischen den Län­dern von störenden Spannungen z u b e- freien und eine auf überzeugter Zusam­menarbeit der Staaten beruhende friedliche Weiterentwicklung zu fördern und zu sesttgen.

Beides steht in einem notwendigen Wechsel­verhältnis. Ohne Gesundung der Wirtschafts- und Finanzbeziehungen ist keine Beruhigung der poli­tischen Lage, ohne außenpolitische Beruhigung keine Deseittgung der Wirtschastsnot denkbar. Das Gedeihen Europas und der Welt hängt davon ob, daß diejenigen, die ein tra­gisches Geschick im Weltkrieg zu Feinden werden ließ, nunmehr entschlossen und weitsichtig a u f beiden (Seiten sich zu den Entschlüssen auf» raffen, welche die beklemmende Rot der Stunde von ihren Regierungen und Ländern fordert. Für dieses große Ziel wird der amerikanische Vor­schlag Raum schaffen, wenn er von den in Frage kommenden Ländern in demselben hochher­zigen (Seifte angenommen wird, in dem er von seinem Llrheber gemacht worden ist.

Die deutsche Regierung Ist bereit, mit allen Kräften an der Erreichung dieses Zieles der amerikanischen Initiative mitzuarbeilen. Sie hat den aufrichtigen willen, auch von der politischen Seite her zusammen mit allen Regierungen an die Lösung der Fragen heranzugehen, die für die Beruhigung (Europas von Bedeutung sind.

3e mehr die schwere wirtschaftlich« und soziale Rot sich mildert, unter der das deutsche Volk leidet, um so stärker und einmütiger wird seine Bereitschaft und seine Fähigkeit hervor tret en., ein Bollwerk der Ruhe und Ordnung in Europa zu sein. Die Gröhe der Stunde und die aus ihr sich ergebende Verantwortlichkeit lassen mich die Hoffnung unb die Erwartung aus­sprechen, daß alle diejenigen, die für die For­mung der öffentlichen Meinung von mahgeben- dem Einfluß sind, sich bewußt bleiben, von welch entscheidender Bedeutung in diesem Augenblick die Maßhaltung und Selbstdisziplin bei allen unseren Volksgenossen in allen Aeuhe- rungen und Kundgebungen sind für Deutschland und für Europa.

Die deutsche Regierung ist sich bewußt, daß bei alledem der zukünftigen Gestaltung der Be­ziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eine besonders wichtige Rolle zufällt.

Wenn in der Entwicklung dieser Beziehungen manche Schwierigkeiten und Hemmun­gen hervvrgetreten sind, wenn es in der Oef- sentlichkeit auf beiden Seiten der Grenze viel­fach zu bewegten Auseinandersetzungen gekom­men ist, so halte ich trotzdem an der Äeber- zeugung fest, daß alles nicht unüber­windbar ist, daß vielmehr bei beidersei­tigem guten Willen Mittel und Wege sich finden lassen werden, um das Ueberein- stimmende und Gemeinsame in den In­teressen der beiden Länder in den Vordergrund zu bringen und im Bewußtsein der beiden Völker so zu verankern, daß es die Gewähr der Dauer in sich trägt.

Weil ich davon überzeugt bin, daß eine wirk­lich ausgeglichene und fruchtbare Zusammenarbeit unter den Völkern Europas und die für den lebendigen Wirtschafts-Austausch mit der Reuen Welt nottvendige Stabilisierung des europäischen Friedens erst an dem Tage gesichert erscheint, wo zwischen den beiden großen Rachbarvölkern Ver­gangenes seelisch überwunden ist und der Blick sich gemeinsam der Zukunft und ihrer geistigen, wirtschaftlichen und 'polittschen Gestal­tung zuwendet, gerade deshalb ist es das Be­streben der von mir geführten Regierung.

über Verstimmungen des Augenblicks hinaus­zudenken und alles sachlich Verantwortbare zu tun, um die großmütige Aktion des Präsidenten Hoover ihrem verdienten und im Interesse (Europas und der Welt notwendigen (Erfolge zuzuführen.

Di« deutsche Regierung wird «s ihrerseits an gutem Willen nicht schien lassen. Ist die E i n i - gung über das Feierjahr zustand e-

gekommen, so wird es um so leichter fein, in offener Aussprache den Weg frei­zumachen für eine großzügige prak­tische Zusammenarbeit der beiden Länder.

Ich würde es begrüßen, wenn sich für eine solche einleitende Aussprache eine Gelegenheit fände, wie sie neulich die Zusammenkunft in Ehequers für eine (Erörterung zwischen Deutschland und England geschaffen hat.

Die Aufgaben, vor denen Frankreich und Deutsch­land stehen, sind für beide Länder zu groß und zu dringend, als daß es nicht möglich sein sollte, ist vertrauensvollem und rückhalt- losemMeinungsaus tausch einen gemein­samen Boden zu finden, von dem aus die Lö­sung dieser Aufgabe aussichtsvoll in Angriff genommen werden kann.

Das Echo in Berlin.

Berlin, 24. Juni. (ERB.) Die Rede des Reichskanzlers Brüning, die trotz der späten Stunde, in der sie gehalten wurde, von dem größ­ten Teil der Berliner Morgenblätter in großer Aufmachung auf der ersten Seite gebracht wird, wird bisher nur von einigen Zeitungen in kurzer. Kommentaren besprochen.

DerVorwärts" nennt die Rede in ihrem außenpolitischen Teil eine gute und mutige Tat. Brünings Bekenntnis zur deutsch- französischcn Zusammenarbeit gerade

Washington. 23. Juni. (WB.) 3m Staats­departement wurde heule betont, daß Hoo­vers Vorschlag, einen einjährigen Feiertag für alle Regierungsschulden bedeute, einschließlich der i m Qoungplan als nicht aufschiebbar bezeichnetenTeilbeträge der Reparations­zahlungen. Rur unter dieser Bedingung, so wurde ausgeführt, könne der Plan das erstrebte Ziel einer Erleichterung der deutschen kritischen Lage erreichen. Wit Rücksicht auf gewisse, in französischen Blättern zum Ausdruck gebrachte Empfindlichkeiten gegen eine angebliche Ueberrumpelung der französi­schen Regierung wurde im Staatsdepartement heute folgende Erklärung abgegeben: Der amerikanische Vorschlag ist vor seiner endgültigen Formulierung nicht mit irgendeiner fremden Regie­rung besprochen worden. Der Präsident, der die Lage in Deutschland, wie man verstehen kann, mit großer Besorgnis verfolgt hat, handelte, als die deutsche finanzielle Krise an den beiden leh- len lagen der vorigen Woche zeigte, daß, sofern er nicht sofort handele, eine Katastrophe unmit­telbar bevorstehe. Frankreich war die e r st e der fremden Mächte, die in Kenntnis gesetzt wurden, als er sich zum handeln entschloß. Das war am Freitag. Bezüglich des im Hoover-Vorschlag erwähn­ten Datums, 1. Juli 1931, wurde erklärt, man habe dieses Datum als Beginn vorgeschlagen, weil das amerikanische Llalsjahr am 1. Juli be­ginne. Mil Rücksicht auf die Dringlichkeit der Lage hoffe man, daß die übrigen Mächte inner-

Paris, 23. Juni. (WTB. Drahtbericht.) heute vormittag fand wie wir in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe bereits berichtet haben. D. Red. im Elysee unter dem Vorsitz des Präsidenten Doumer ein ITC i n i ft errat statt, in dem der Vorschlag Hoovers auf einjährige Zahlungsaussehung geprüft wurde. Rach dem ossi- ziellen Lommuniqus erstattete Außenminister B r i a n b Bericht über die Bedingungen, unter denen die französische Regierung mit diesem Vor­schlag befaßt wurde. Finanzminister F l a n b i n unb Bubgefminifter Pistri sprachen über bie Fol­gen, bie bie Durchführung bet amerikanischen Anregung auf bie französischen Finanzen haben würbe. Die Diskussion über biefes Thema wirb im Laufe eines ZHinifterrats morgen vormittag fortgesetzt werden. Dabei wirb auch bet Text der Antwort festgelegt werden, die dem Präsidenten Hoover zugestellt werden soll.

Oer Grundzug

der französischen Antwort.

Paris, 22. Juni. (WTB.) Ministerpräsident Laval, Außenminister B r i a n b, Finanzminister FlanbIn nnb Francois Poncet haben gestern abend in einer Konferenz den Entwurf der

in diesem Augenblick verdiene uneingeschränktes Lob. Es sei jetzt an Frankreich, die Anre­gung Brünings zu beantworten. Die deutschen Sozialdemokraten und die französischen Sozialisten würden den Dersuch Brünings nicht nur will­kommen heißen, sondern auch auf da- lebhafteste unterstützen.

Die »D. A Z." bezeichnet die Rede als das offene und ehrliche Angebot zu einer rückhaltlosen, vertrauensvollen Aussprach« zu einem .französischen ChequerS". Das Blatt fragt: Wird die Welt, wird vor allem P a - r i s diese Handlung von beispielloser Hochherzig­keit in ihrer ganzen Tragweite zu würdigen ver­stehen?

DerTag" glaubt, daß bei Brüning der Ge- dank eine Rolle gespielt habe, trotz der eisigem Zurückhaltung, die man in den letzten Wochen in Paris zeigte, den Versuch eines a l l g e m e i - nen Friedensangebots an Frank­reich stellen zu müssen. Wenn der Vor­schlag Hoovers angenommen werde, dann stünden durch diese Rede des Reichskanz­lers die neuen Tributverhandlungen im Zei­chen eines von Deutschland betontenguten Willens", der für den Kampf um die Zu>- lunft nicht die richtige Vorbereitung sei. Wenn die Rede Brünings beruhigend wirken sollte, so wäre das zunächst vielleicht ein Erfolg. Ob aber für die Dauer in dem vom Kanzler gewählten Ton mit Frankreich zu sprechen sei, sei sehr zwei­felhaft.

halb der noch zur Verfügung stehenden 8 Tage Hoovers Vorschlag annehmen.

Keine günstige (Stimmung für Paris.

Washington, 23. Juni. (WTD.) Die Re­gierung hat keine amtliche Mitteilung darüber erhalten, daß Frankreich Gegen­vorschläge zu Hoovers Plan zu machen ge­denke. Man übt in den Kommentaren zu den Pressemeldungen aus Paris über ein« solche Möglichkeit sehr große Zurückhaltung. Angesichts der gestrigen Erklärung Stimsvns, wonach Hoo­vers Dorschlag die gewünschte Wirkung nur dann findet, wenn er unverzüglich angenom­men werde, hält man es für wahrscheinlich, daß ein französischer Dorschlag für eine be­deutende Abänderung des Plans in Wa­shington sehr ungünstig ausgenommen wer­den würde.

Amerikanische Ziffern für Frankreich.

Paris, 23. Juni. (WTB.) Nach Informationen eines Pariser Mittagsblattes hat der Unterstaats­sekretär des amerikanischen Schatzamtes Mills dem französischen Handelsattache in Washington zur Weiterleitung nach Paris zwei Zifferntabel- l e n übergeben, von denen die eine belegt, in wel­chem Maße bei Inkrafttreten des hooverschen Mo­ratoriums Frankreich finanziell betrof- fen würde. Die andere Tabelle zeigt die finan­ziellen Folgen für Frankreich im Falle der Ablehnung des Vorschlages.

französischen Antwort an Präsident hoo- Der fertiggestellt. Roch am gleichen Abend teilte Ministerpräsident Laval dem Botschafter der Ber­einigten Staaten die Grunbzüge bet Ant- roo rtnote mit. wie havas melbef, scheint der In- halt ber Antwort mit der bereits gestern früh ver­öffentlichten Auslassung des diplomatischen Mit- arbeltecs ber Agentur havas übereinzustimmen, bah nämlich Frankreich auf ber Zahlung ber ungeschützten Annuität 1 93 1 /32 be- ft e h t, bie Summe aber ber Bank für Internatio­nalen Zahlungsausgleich zur Verfügung stellt, bie fie ihrerseits an bie interessierten Mächte als Dar­lehen weiterleiten könne. Um bas burch das Aus­bleiben ber deutschen Zahlungen im französischen haushalt entstandene Defizit zu decken, werbe Frankreich kurzfristig - Schahscheine aus­geben.

Ein Fühler?

London, 24.Juni. (WTB. Funkspruch.) wie der Pariser Korrespondent desRews Lhronicle" meldet, dürfte die französische Regierung Vorschlägen, das Moratorium für Kriegsschulden und Reparationen auf 2 Jahre aoszn- dehnen. Dieses Angebot würde mit dem Vorschlag einer von Amerika unb den Alliierte»

Ein neuer Appell Washingtons.

Besonders an Frankreichs Adresse.

Frankreichs Entscheidung erst heute.

Oer französische Kabinettsrat berät heute morgen weiter.