Ausgabe 
24.3.1931
 
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Oie Kirchensteuer-Ltnterschlagung

Die Chlorodont-Zahnbürste

. 1

Das nach und

von zwei Jahren sechs Monaten unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren.

Nagel hatte, wie seinerzeit berichtet, in den Jahren 1924 bis 1930 sein Amt als Vorsitzender der Kirchensteuersynode der Evangelischen Landes­kirche Frankfurt a. M. und das ihm geschenkte große Vertrauen gröblich mißbraucht und von den ihm anvcrtrauten Steuergeldern nach und nach 161000 Mark unterschlagen. Die unterschlagenen Beträge hat Nag^l restlos seiner Korsettenfabrik zugeführt, um sie vor dem Zusammenbruch zu be­wahren. Der Staatsanwalt hatte in Anbetracht der Schwere der Tat drei Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust beantragt. Der Haftbefehl wurde aufrechterhalten.

Brerpreiserhöhung in Zranksurt.

WSR. Frankfurt a. M., 23. März. Die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Verdoppelung derBiersteuer wird von den Konsumenten getragen werden müssen. Die Brauereien lehnen die llebernohme dieser Mehr­belastung ab. Die Gastwirte wollen die neue Steuer auch nicht tragen und werden sie daher auf die Biertrinker abwälzen. ES ist also die Erhöhung des Bierpreises um 2 Pfennig für drei­zehntel Liter in Aussicht genommen.

in Frankfurt.

2'A Jahre Gefängnis.

Frankfurt a. M., 23. März (WSN.)

Äriefkaften der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

E. U. in ft. Eine Witwenrente nach dem Reichs- verforgungsgesetz kommt nur in Frage, wenn der Ehemann an den Folgen einer Dienstbeschädigung verstorben ist. (Militärversorgung.)

Die neue l,8-citer-6Zylindec-Opel-cimousine der Adam Opel AG., Rüsselsheim am Main, ist der Wagen der die Welt der Automobilisten stark be­schäftigte. Nach Aeußerungen der Fachpresse dürfte dieser Wagen der Schlager des Jahres 1931 werden. Er stellt vollkommen neue Begriffe über Qualität, Leistung und Preiswürdigkeit auf. Die Opelwerke bringen mit diesem Wagen ein Automobil aus den Markt, das einen weiteren Fortschritt in der Motori­sierung Deutschlands darstcllt und für den Export große Bedeutung haben kann. 473V

Frankfurter Schöffengericht verurteilte heute vierstündiger Verhandlung den Kaufmann früheren Stadtverordneten Friedrich Nagel we­gen Unterschlagung, Urkundenunterdrückung, Un­treue und Betrugs zu einer Gefängnisstrafe

Eine größere Beranstaltung soll Qlnfang Oltal zur Durchführung kommen. Als Veranstalter tritt der Gau Giehen-Wehlar im Bezirk Hessen-Han­nover des Westdeutschen Spielverbandes auf. Milt der Durchführung wurde die Spielvereini­gung 1900 betraut, die ihrerseits ihren Zugend- leiter Herrn Vondran beauftragt hat, dis Vorarbeiten in Angriff zu nehmen und dis Oberleitung zu übernehmen. Das Programm des Tages steht bereits in groben Umrissen fest.

So soll z. B. am Vormittag im Rahmen der vorgesehenen leichtathletischen Wettkämpfe ein Fußballwettkampf einer Auswahlmannschaft des Gaues Giehen-Wehlar gegen die 1. Zugend- mannschaft der Spielvereinigung 1900 stattfinden. Leichtathletische Wettkämpfe, die so organisiert sein werden, daß jedem aktiven Zugendlichen Ge­legenheit gegeben ist, sich an einer Konkurrenz zu beteiligen, sollen durchaeführt werden. An diesen Wettkämpfen sollen sich nach Möglichkeit alle Vereine des Gaues Giehen-Wetz.ar vetei- ligen. Wenn die Zugendmannschasten und Zu­gendabteilungen einigermaßen vollzählig teil­nehmen, so ist damit zu rechnen7-d<ch an jenem Tage etwa 500 Zugendliche in Gießen weilen dürften, um ihre Kräfte im Wettstreit zu messen. Die Kämpfe werden auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 stattfinden.

Außerdem veranstaltet die Spielvereinigung 1900 am gleichen Tage einen Elternabend, der ein umfangreiches Programm bringen dürfte. Vorgesehen sind Hebungen einfacher Körperschule, des Bodenturnens, Hebungen der weiblichen Zu- gend, Darstellung vonLebenden Bildern" aus dem Sportbetrieb, schließlich sollen im Rahmen des Abends zwei kurze Vorträge stattfinden, die den Eltern den Wert und die Bedeutung der Leibesübungen für ihre Kinder eindrucksvoll vor Augen führen sollen. Dr. Möckelmann, der Leiter des Znstituts für Leibesübungen an der Universität wird über das ThemaSchule und Zugend" sprechen, ein zweiter Vortrag soll sich mit dem ThemaZugendsport und Beruf" befassen. Der Redner für diesen Vortrag ist aller­dings noch nicht endgültig bestimmt.

Zrühjahrsgeländelauf

des 2. Bezirks des Gaues Hessen der DT.

Bei ungünstiger Witterung fand am Sonntag der Frühjahrsgeländelauf des 2. Bezirks des Gaues Hessen der DT. in der Gemarkung Klein- Linden statt. Vorbereitet vom Dezirksvolks- turnwart Albert Weigel, wickelte sich der Wettkampf glatt und ohne Unfall ab. Die Renn­strecke auf der Wetzlarer Straße, eine sonst glatte und saubere Straße, behinderte infolge der Feuchtigkeit den Lauf sehr. Das Ergebnis ist folgendes:

Strecke 5 0 0 0 Meter, Teilnehmer Jahr­gang 1912: 1. Sieger Heinrich Stein, MTV. Gießen, 20:7 Minuten, 2. Gustav Wesche, MTV. Gießen, 20:10 Min.

Strecke 3000 Meter, Teilnehmer Zahr- gang 1913 und 1914: 1. Sieger Werner Lan­genohl, TV. Heuchelheim, 11:31 Minuten, 2. Hch. Rinn, TV. Heuchelheim und Ernst Resseldreher, TD. Heuchelheim 11:32 Minuten.

Strecke 2000 Meter, Teilnehmer Jahr­gang 1915 und später: 1. Sieger Albert Römer, TV. Heuchelheim, 6:50 Minuten.

Bei den Mannschaftskämpfen erhielten in der Männerstufe mit 5000 Meter Laufstrecke den ersten Sieg MTV. Gießen, und in der Jugend­oberstufe mit 3000 Meter Laufstrecke den ersten Sieg TV. Heuchelheim.

Handball im Gau Hessen (O.T.)

T. u. Spv. Butzbach I - Mlv. Gießen 2:3 (2:2).

Am Sonntag standen sich auf dem Mtv.-Platza am Schiffenberger Weg die ersten Mannschaften des Turn- unö Sportvereins Butzbach und des Gießener Männerturnvereins im Handball-Freundschaftsspiel gegenüber. Unter den schlechten Bodenverhältnissen hatten die Spieler sehr zu leiden. Während die Gäste mit ihrer kompletten ersten Mannschaft antreten konnten, mußten die Männerturner wieder nut mehrfachem Ersatz das Spiel bestreiten. Auf beiden Seiten waren die Hintermannschaften die besten Mannschaftsteile.

Gleich nach dem Anwurf entwickelte sich ein flot­tes gleichverteiltes Spiel, das die Mto.-Mannfchaft nach etwa einer Viertelstunde mit 1:0 in Führung sah. Durch Stellungsfehler der Gießener Verteidi« gung erzielten die Gäste kurz hintereinander zwei Treffer und konnten die Führung an sich reißen, doch gelang den Mtv.ern kurz vor der Halbzeit der Ausgleich. In der zweiten Halbzeit kamen die Gie­ßener etwas mehr in Schwung. Etwa in der Mitts der zweiten Spieli)älfte gingen sie durch einen Strafwurf wieder in Führung, während den Butzi bachern ein weiterer Erfolg versagt blieb.

Kurze Sportnoiizen.

Bei dem internationalen Tennis» Turnier in Cannes konnte sich C i l l y A u m mit Miß Ryan als Partnerin durch einen 6:3, 6:4- Sieg gegen Petschel-Tauny die Schlußrunde des Damendoppels erkämpfen, in der das deutsch-irische Paar auf die Engländerinnen Satterthwaite-Thomas trifft.

Eine glänzende Beteiligung hat das nationale Schwimmfest von Magdeburg 96 am 28. und 29. März gefunden. 46 Vereine gaben 156 Einzel- und 60 Mannschaftsmeldungen ab.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Spv. 1900 (Liga) VfB. fturhesfen Marburg 2:3.

Nach langer Zeit hatte man auf dem Platz der Spielvereinigung Gießen wieder einmal Gelegenheit, ein ausgezeichnetes Spiel zu sehen. War man ur­sprünglich der Meinung, daß sich die Gießener mit der Verpflichtung der Marburger Kurhessen einen Gegner verschrieben haben, der als hoher Sieger den Platz verlassen würde, so sah man sich bald eines Besseren belehrt. Die Hiesigen lieferten dem Gast eine abgesehen von einigen Schwächeperio­den gleichwertige Partie und überraschten ihre Anhänger aus das Angenehmste. Die Blauweißen mußten ohne Adelberger und Heilmann antreten. Der eingestellte Ersatz bewährte sich indessen gut. Die Verteidigung erwies sich als sehr schlagfertig, die Läuferreihe war in hoher Form, der Sturm zeigte sich besonders in der zweiten Halbzeit sehr aktiv, vermochte jedoch nicht, eine Reihe zwingender Chancen auszunützen. Die geschickte Verteidigung der Gäste und nicht zuletzt ein zuverlässiger Tor­mann verhinderten jeden Erfolg. Das Spiel wurde sehr fair durchgeführt, lediglich gegen das Ende trat eine etwas härtere Note zutage.

Der Spielverlauf stand während der ersten Viertelstunde ganz im Zeichen der Marburger, die während dieser Zeit den Gegner kaum an den Ball ließen. Die Hiesigen konnten sich zuerst nicht finden und mußten bereits in der vierten Minute den Ball im eigenen Netz hängen sehen. Brambach stürzte, an ihm vorbei wurde der Ball in das Tor gelenkt, nachdem er unmittelbar zuvor abgewehrt hatte. Kaum eine Minute später wurde er ein zweitesmal überrascht. Als nach eifrigem Hin und Her in der 15. Minute bereits das dritte Tor für Marburg fiel, hielt man eine hohe Niederlage der 1900er für unausbleiblich, sah sich jedoch in der Folge angenehm enttäuscht. Die Blauweißen kamen mächtig auf, ließen sich durch die überraschenden Erfolge der Gäste nicht verblüffen, wurden vielmehr ernsthaft gefährlich. Einige Schüsse auf des Geg­ners Tor jähen den Tormann auf dem Posten, ver­schiedentlich gingen die Bälle darüber und daneben. In der 35. Minute wurde ein Elfmeter, veranlaßt durch Handspiel, von Henrich getreten, prompt ver­wandelt. Dieser Erfolg gab der Mannschaft neuen Impuls und bald darauf wurde eine glänzende Kombination der Hiesigen (Henrich erwies sich dabei besonders geschickt) durch Schneider, der entschlossen schoß, durch das zweite Tor gekrönt. Kurz vor der Pause mußte Brambach, durch eine Kopfverletzung gehandicapt, ausscheiden. Sack, der ehemalige Tor­hüter, ersetzte ihn vollwertig. Mit 3:2 wurden die Seiten gewechselt.

Die zweite Halbzeit begann mit einigen ener­gischen Offensiven der Gäste, die Angriffe wurden jedoch von der Verteidigung immer wieder zum Stehen gebracht. In der 'Folge entwickelten sich die 1900er zum völlig gleichwertigen Gegner. In einem spannenden, hartnäckigen Ringen, daß gegen das Ende der zweiten Halbzeit etwas härtere Formen annahm, drängten die Gäste auf ein höheres Er­gebnis und die Hiesigen auf den Ausgleich. Keiner Mannschaft mar jedoch sichtbarer Erfolg beschieden. Die Marburger siegten auf Grund ihrer reiferen Technik und ihrer genaueren Zusammenarbeit nicht unverdient. Die Blauweißen errangen durch ihren erhöhten Eifer das als sehr ehrenvoll zu bezeich­nende Ergebnis. Der Schiedsrichter war dem Spiel, von entschuldbaren Kleinigkeiten abgesehen, ein ge­rechter Leiter.

BfB.-Gießen.

VfB. Liga Ockershausen Liga 2:1 (0:1).

Am Sonntag trug die Liga des VfB. ihr letztes Verbandsspiel der nunmehr beendigten Der- bandsspielserie aus. Es gelang ihr zur freu* diaen Aeberraschung aller VfDer den FE. Ockershausen auf dessen Platz mit 2:1 zu schla­gen. Durch diesen Sieg hat die Liga des VfB. wieder klar bewiesen, daß sie über Können und Technik verfügt, und daß manches Ver­bandsspiel hätte siegreich beendet werden kön­nen, wenn der notwendige Kampfgeist und der Willen zum Sieg vorhanden gewesen wäre. Es war ein schwerer Gang, denn Ockershausen ist heißer Boden. Die VfBer waren fast während des ganzen Spieles überlegen. In der ersten Halbzeit siel, von der zu weit aufgerückten Ver­teidigung verschuldet, der Treffer der Platz­besitzer. Erst gegen Schluß des Spiels vermochte VsB. durch Sauer und Fehling zwei Tore zu erzielen und den Sieg sicherzustellen.

Aus dem Spielverlauf: Gleich nach An­stoß zeigt sich, daß VfB. infolge Lieberlegenhüt in Läuferreihe und Verteidigung mehr vom Spiel hat, als der Plahbesiher. Die leichte lleberlegen- heit der Hiesigen hielt bis zum Schluß der Halb­zeit an. Ockershausen kam in der Mitte der ersten Halbzeit durch einen seiner bekannten Durch­brüche zum Führungstreffer. Der VfB. ver­mochte trotz größter Anstrengungen eine Ver­besserung des Resultats nicht zu erzielen. Auch in der zweiten Halbzeit ist Gießen dauernd über­legen, aber es will nichts glücken. Der Sturm der VfDer zeigt ein reichlich schwaches Spiel. Erst als gegen Schluß des Spieles Dingel mit Schneider wechselt, bekam die Arbeit des Stur­mes mehr Schwung. Ausgleichs- und Sieges­treffer sielen kurz hintereinander. Der Sieg hätte bei besserem Schußvermögen des Sturmes höher ausfallen können.

OFB.-Zugend-Werbetag am 3. Mai.

Für die nächste Zeit sind zwei Werbeveran­staltungen vorgesehen, die den Zweck verfolgen, die schulentlassene Jugend der Sportbewegung zuzuführen, im Interesse der körperlichen Er­tüchtigung, die kommende Generation für die Leibesübungen zu interessieren und die Eltern zu­gleich damit vertraut zu machen, wie in den Sportvereinen gearbeitet wird. Aus diesem Grunde soll am Sonntag auf Veranlassung der Dpielvereinigung im Lichtspielhaus, Bahnhos- straße, ein Filmvortrag veranstaltet werden, in dem verschiedene Gebiete sportlicher Betätigung im Bild erläutert und den Zuschauern näher­gebracht werden.

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Volkshochschule und Parteien.

Dom Professor Dr. August Messer, 1. Vor­sitzender des VereinsVolkshochschule Gießen" werden wir um die Veröffentlichung der nach­stehenden Zuschrift gebeten:

Bei der gegenwärtigen Hochspannung des poli­tischen Lebens ist es für viele ganz selbstverständlich, alles parteipolitisch einzurangieren und zu bewer­ten. Auch die D o l k s h o ch s ch u l e entgeht diesem Schicksal nicht. Man macht ihr den Vorwurf, daß sie ihre unterrichtliche Tätigkeit nur in einer ge­wissen politischen Richtung durchzuführen versuche; das heißt also, daß sie P a r t e i p o l i t r k treibe.

Es wäre doch wohl richtig gewesen, ehe man solchen Vorwurf öffentlich erhebt, sich mit dem Vorstand der Volkshochschule ins Benehmen zu sehen. Jedenfalls ist es der ehrliche und konsequente Wille des Vorstandes, für die Volkshochschule ge­nau so die Idee der Objektivität, der S achl ichke i t und damit der eb e rp a r ter­lich k e i t zu verwirklichen. wie das durch frte Idee unserer anderen Hochschulen, insbesondere der Universität, gefordert ist. Aus den zahlreichen programmatischen Erklärungen von feiten des Vorstandes seien hier nur zwei Sätze aus dem Programm der Volkshochschule vom Sommer­semester 1928 herausgehoben:Wir beschreiten nicht den politischen Weg, sondern den der Erwachsenen b i l d u n g, für die wir, da sie sich an mündige Menschen weirdet, an ähnlich gearteter Autonomie festhalten, wie sie andere Hochschu­len besitzen. Wirlei st endaherauch keine Bildungsarbeit für politische Par­teien oder Gruppen."

Diese Idee der äleberparteilichkeit würde aber viel zu engherzig und darum falsch aufgefaht. wenn man daraus folgern wollte, wir müßten alle die Fragen, um die der Parleikampf geht, sorg­fältig vermeiden, oder wir dürften keine Lehrer zulassen, 'die im politischen Leben bestimmte Par­teirichtungen vertreten.

Es ist mit unserer Bildungsaufgabe ohne wei­teres gegeben, daß wir allegroßenKultur- fragen der Gegenwart, also auch die politischen und wirtschaftlichen, zum Gegenstand einer mög­lichst objektiven Darstellung und Erörterung zu machen bestrebt sind. So wenig aber jemand schon deshalb zum Universitätslehrer ungeeignet ist. weil er auch im politischen Leben eine bestimmte Partei vertritt, so wenig gilt das für Lehrer an der Volkshochschule. Freilich, wer als Lehrer mit uns arbeitet, von dem sehen wir voraus, daß er sich für biete feine Lehrtätigkeit an die Idee der äleberparteilichkeit, der Objektivität, innerlichbindet. Er würde unser Vertrauen mißbrauchen und der Leit­idee der Volkshochschule entgegenwirken, wenn er seine Lehrtätigkeit zur Propaganda für eine bestimmte Partei (sei es, welche auch immer) aus- nühen wollte. Seine Ausgabe ist nicht parteimäßige Beeinflussung, sondern politische und wirt­schaftliche Bildung. Analoges gilt für die Be­handlung anderer Kulturprobleme, so religiöser, ethischer, künstlerischer usw. Eben darum sind uns auch Lehrer aus allen Parteirichtungen will­kommen! Richts bedauern wir tiefer, als daß be­stimmte Richtungen mit Mißtrauen oder Ableh­nung uns gegenübersteh-en. Eben dadurch tun sie selbst alles, um das herbeizufühven. was sie an­geblich bekämpfen, nämlich eine parteimäßige Ge­staltung der Volkshochschule. Denn dann bildet sich der Zustand heraus, daß nur bestimmte Parteien die Mittel für unsere Arbeit bewilligen und nur Personen bestimmter Parteirichtung als Lehrer lich uns zur Verfügung stellen.

Slnfere Arbeit ist eine durchaus öffentliche. Kon trolle, auch von feiten parteipolitisch Ein­gestellter. ist uns willkommen. Rur bitten wir, diese nicht kleinlich zu üben, uns etwa vorzurech­nen: ihr habt da 3 Lehrer, die der Partei A an­gehören, also müßt ihr auch 3 aus der Partei B und C haben! Bei unseren bescheidenen Mitteln sind wir im wesentlichen auf solche angewiesen, denen die Idee der Volkshochschule Herzenssache ist und die bereit sind, Opfer dafür zu bringen. Solche stehen uns leider nicht in beliebiger Zahl zur Verfügung. Auch sei daran erinnert, daß ein bedeutsamer Teil unserer Arbeit in der Pflege sachlicher Aussprache liegt. Da ist es je­dem möglich, seine eigene Richtung zur Geltung zu bringen, wenn er den Eindruck hat, daß sie in der ~ Darstellung des Dozenten zu kurz gekommen sei. Auch denke man daran, daß die Idee der Ob­jektivität eine hohe und schwer zu ver­wirklichende ist. Es wird also stets möglich sein, Einzelfälle anzuführen, wo es etwa einem Lehrer nicht gelungen ist, sie voll zu realisieren. Aber helfen wir uns doch einander! Jedenfalls wird die Mithilfe des Vorstandes stets zur Verfügung stehen. Gerade die Gestaltung unseres innerpoliti­schen Lebens in der Gegenwart, die fast täglichen Kämpfe mit Verwundeten und Toten, läßt es als eine nationale Aufgabe wichtigster und dring­lichster Art erscheinen, daß unser Volk es lerne und sich darin übe, trotz der Zugehörigkeit zu Par­teien und der Begeisterung für sie, doch der Zu­gehörigkeit zur überparteilichen deutschen Volksgemeinschaft nicht nur in der Theo­rie, sondern auch in der Praxis sich bewußt zu bleiben. Kein besseres Mittel gibt es dazu, als die Beteiligung an der sachlichen Arbeit und Aussprache der Volkshochschule. Darum Ange­hörige aller Parteien, aller sozialen Schichten vereiniget euch zum Dienst an der Idee der Volkshochschule und damit der Volksgemeinschaft! Bürger Gießens, fefjvt in unserer Volkshochschule einen gemeinsamen geistigen Besitz, der euch allen zugehört!

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck. 23. März. Der Arbeiter- iGesan ^vereinSängerkranz" und der Freie Turn - und Sportverein hielten am Samstagabend eine Werbeveranstaltung für die Schulentlassenen und ein Kinderturnen ab, die sehr gut besucht waren. Rach einem Eröffnungslied durch den Gesangverein und einer Ansprache des Vorsitzenden, sowie des Kreisvertreters, der ein sehr interessantes Referat über sportliche Betäti­gung des Menschen hielt, rollte sich vor dem stark interessierten Publikum ein sportliches Programm ab, das man als sehr gut bezeichnen darf. Den

Reigen eröffneten die Kleinsten mit Mattenturnen und auf der schwedischen Bank. Hebungen an P erd und Barren folgten. Singspiele, Hänschen un Traum und des Morgens in der Früh, sowie Vier Jahreszeiten gaben dem Abend das richtige Ge­präge. Gymnastik und Körperschule der älteren Schüler, ebenso Barren- und Pferdturnen vervoll­ständigten das Programm. Zn weiterer Abwechse­lung kamen noch Singspiele der Kinder, sowie Pferd- und Barrenturnen der Zugendturner zur Aufführung. Auch die Aktiven mit ihren Gipfel­leistungen an Barren. Pferd und Reck fehlten nicht. Die Turnerinnen mit ihrem Matrosenreigen konnte man gleichfalls bewundern. Den Abschluß bildete ein Tanzstück. Alles in allem wurde den Besuchern ein Gesang- und sportlicher Abend geboten, wie er wohl besser nicht ausgestaltet werden kann.

r. Lang-Göns, 23. März. Zm hiesigen evangelischen Gemeindehaus sand gestern eine Ausstellung der Arbeiten unserer Mäd- chenfortbildungsschule statt. Zn ge­schmackvoller und appetitlicher Ausmachung wur­den nicht nur theoretische Rezepte und Cinzel- bestandteile. sondern vor allem fertig zubereitete Speisen und Backwaren gezeigt. Auch die prak­tische Seite der Hauswirtschaft (Reinigung des Geschirrs usw.) kam zur Darstellung. Die Aus­stellung war sehr stark besucht, besonders von Frauen und Mädchen. Sehr freundlich war das Lob, das den Arbeiten der Schülerinnen und ihrer Lehrerin allgemein gespendet wurde. Der Unterricht wurde im verflossenen Schuljahre von Frl. liefert (Gießen) erteilt.

! Hungen, 23. März. 3m Schulhause fand am Samstagnachmittag eine Ausstellung weiblicher Handarbeiten und des Hauswirtschaftsunterrichts statt. Von den An­fangsarbeiten des zweiten Schuljahres bis zur Kochfertigkeit des dritten Fortbildungsschuljahres konnte man den Entwicklungsgang beobachten. Die saubere Ausführung der ausgestellten Ar­beiten zeugte nicht nur von dem Fleiß der Schülerinnen, fonöern waren auch ein Beweis dafür, daß die Lehrkräfte. Handarbeitslehrerin Auguste Falk und die technische Lehrerin Elisa­beth Schultheis, das ihnen übertragene Amt mit großer Gewissenhaftigkeit führten.

Kreis Büdingen.

!! Büdingen, 22. März. Pros. Schmidt- gen vom Raturhistorischen Museum in Mainz hielt im Büdinger Geschichtsverein einen Vortrag überEiszeitjäger in Rhein­hessen". Der Redner verstand es trefflich, einen Eindruck von den Steppen und Eisfeldern zu geben, die vor etwa 115 000 Zähren das rhein- hessische Land bedeckten. Er schilderte die Men­schen und Tiere der damaligen Zeit so natur* wcchr und überzeugend, daß es eine Freude war, den Ausführungen zu folgen. Der Redner machte u. a. feine Zuhörer mit den Oertlichkeiten der Funde bei Wallertheim in Rheinhessen (Ziegelei Schick) und am Linsenberg bei Mainz in guten Lichtbildern vertraut, wo in jahrelangen Gra­bungen und Forschungen das Material gebor­gen werden konnte, das die Rekonstruktion des Menschenvolkes und der Tiere ijjrer Zeit er­möglichte. Treffende Vergleiche zu den Menschen und Tieren unserer Zeit, Hinweise auf die vor­zeitlichen Zeichnungen in spanischen und fran­zösischen Höhlen ließen die Gestalten des Vor­trages im richtigen Lichte erscheinen. Lebhafter Beifall wurde dem Redner zuteil.

Kreis Schotten.

§ Ulrichstein, 23. März. Die gestern hier vorgenommene Beigeordnetenwahl hatte folgendes Ergebnis: Sparkassenrechner Georg M e i s k i 163 Stimmen. Landwirt Wilh. Zohs. Friedr. Stein 102 Stimmen und Schmiedemeister Wilh. Schmidt 99 Stimmen. Demnach muß Stichwahl zwischen den beiden Erstgenannten stattfinden.

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