italienische Reubau-Viertel sind' entstanden, in den Hauptstraßen hört man m'nrdestens eben so viel Italienisch wie Deutsch. Von Militär und Faschisten wimmelt es. Zwei kleine deutschsprachige Zeitungen, die faschistische „Alpen- zeitung" und der „Dolomitenbote", beide mit zahlreichen Inseraten in italienischer Sprache, lassen die deutsche Bevölkerung nur als eine verschwindende Minderheit erscheinen. Ueberall Fesseln, militärische, wirtschaftliche und kulturelle Fesseln. n
Wie verhält sich die Bevölkerung dazu? Sie wehrt sich mit dem Willen zum Deutschtum und wartet ab. Mit den harten Bauernschädeln in den hochgelegenen Dörfern führen die italienischen Lehrer und Lehrerinnen einen lauten, aber vergeblichen Kampf. Die deutschgesinnte Geistlichkeit unter dem Bischof von Briren, Dr. Geißler, besitzt in dem Recht, den Religionsunterricht in deutscher Sprache erteilen zu dürfen, das beste Mittel zur Erhaltung der deutschen Sprache. 3n den Städten scheinen die Italiener, wenn man die zahlreichen jungen Deutschen mit den Faschisten- a b z e i ch e n sieht, dagegen mehr Anhänger gewonnen zu haben. Aber nur scheinbar. Wer nämlich nicht den faschistischen Organisationen angehört, wenn auch nur als passives, als nur zahlendes Mitglied, erhält keine Anstellung bei italienischen Firmen, und als selbständiger Gewerbetreibender keine Konzession. So hat sich auch in den Städten das System einer klugen Abwehrhaltung ausgeprägt, bei der Anpassung von Anbiederung in der Regel genau unterschieden wird. Man trägt die Fesseln mit Klugheit und Charakter. Unö imponiert sogar dem Italiener, dem nichts verächtlicher ist als nationaler Verrat.
In letzter Zeit ist nun viel von Milderungen des italienischen Regiments die Rede gewesen. Was ist daran wahr? Gewiß ist die Zeit vorüber, wo von Vergeltungsgelüsten und Sieger- stolz geleitete Trienter von Trient aus die „eroberten" Gebiete rücksichtsloser noch, als es Rom verlangte, regierten. Seitdem aber die Provinz Bolzano besteht und besonders, seitdem derPräfekt Dr. Marziali auf Weisung Roms ein maßvolles.
schroffe Maßnahmen klug vermeidendes Regiment führt, hat aus außen- und handelspolitischen Gründen eine Zeit der taktischen Schwankung en begonnen, die sich in gelegentlichen Milderungen zeigten. So wurden in Meran, das ja zu 80 v. H. deutsche Gäste zählt, wieder gemischtsprachige Plakate an Stelle der rein italienischen für die Dauer der Saison gestattet. Eine Wiener Operettentruppe gastierte im Stadttheater. Anregungen zum Wiederaufbau des deutschen Sportbetriebe?, allerdings unter faschistischer Oberleitung, wurden den früheren Führern gegeben. .Uni) schließlich das wichtigste Zugeständnis: Mitte Oktober vorigen Iahres fand in Meran nach zehn Iahren wieder ein T r a ch t en t c st für ganz Südtirol statt, bei dem etwa 10000Deutschevcr den Äugender italienischen Behörden in Volkstrachten und mit Andenken an die Hofer-Zeit vorüberzogen, so daß die Veranstaltung der Meraner Kurverwaltung den Charakter eines deutschen Tages, eines deutsche Volksfestes annahm, das auch den letzten ausländischen Zweifler von dem urdeutschen Charakter von Land und Leuten überzeugen mußte.
Sind die Fesseln nun gelockert? Gewiß nicht! Rech gibt es keine dauernden und keine wichtigen Milderungen, noch keinen Abbau der Sprachverbote. Was geschehen ist, sind Milderungen für einen Tag, wie beim Trachtenfest, oder für einige Wochen, wie bei den zweisprachigen Plakaten während der Meraner Saison. Taktische Milderung en, weil Italien das Geld der deutschen Reisenden für seine Zahlungsbilanz zu schätzen weiß. Schließlich zwingt aber einmal die außenpolitische Spannung mit Frankreich uird Iugoslawien die Italiener, auch für die Südtiroler einen Modus vivendi zu finden, ohne den die deutsch-italienischen Beziehungen immer beschattet bleiben werden. Wenn die Reugruppierung der europäischen Mächte in dem gleichen | Tempo wie von 1918 bis 1930 fortdauert, wird es i kaum noch ein Iahrzehnt dauern, bis der Vertrag unterzeichnet ist, der den Südtirolern mehr als nur eine aus taktischen Gründen bedingte Lockerung ihrer Fesseln bringen wird.
Spielvereinigung 1900 Gießen
Spieloereinigung 1900 (Liga) gegen VfB. Kurhessen Marburg (Liga).
Die erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 hat sich für den kommenden Sonntag einen Gegner aus dem Oberhaus verschrieben. Rach verhältnismäßig langer Pause dürfte damit den Fußballanhängern auch auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe wieder einmal ein hochwertiges Spiel geboten werden. Die Mannschaft des Marburger VfB., die sich in der nunmehr abgeschlossenen Derbandsspielsaison sehr tapfer geschlagen hat, stellt für die 1900er einen Gegner dar, der die Platzbesiher auf eine harte Probe stellen wird. Zwar konnten die Marburger ihr letztes Gastspiel in Gießen gegen den VfB. nur mit 2:1 für sich entscheiden, bewiesen aber in jenem Spiel eine wesentliche Ueberlegenheit im Feldspiel, die auch den 1900ern leicht gefährlich werden kann. Der Mannschaft ist eine Homogenität zu eigen, deren Auswirkung nur durch eine ■ Unsicherheit des Sturmes vor dem Tor beeinträchtigt wird. Eine sehr flinke Läuferreihe, eine sichere Verteidigung und ein zuverlässiger Tormann machen jedem Gegner der Sieg sauer. Unter t diesen Umständen dürften die Hiesigen gut tun. auf Sieg zu spielen, dabei auch die Flanken gut 5" zu bedienen und im übrigen einmal alle Kampfkraft aufzubieten, um wenigstens ein ehrenvolles - Ergebnis zu erzielen. Vor allem sollte die Mannschaft komplett antreten, sich nicht allen möglichen Eventualitäten aussehen und sich damit schon von Anfang an in das Hintertreffen bringen. Die Gießener Fußballanhängerschaft hat gerade in der letzten Zeit eine Reihe von Enttäuschungen erlebt, die sich schließlich einmal für die Vereine sehr unangenehm auswirken können. Wenn auch ein Sieg der 1900er gegen die Marburger Kurhessen eine Ueberraschung bedeuten würde, so hofft man doch allgemein auf einen schönen anregenden Kampf.
Vor dem Ligospiel steht die Ligareserve in einem Freundschaftsspiel der Ligamannschaft (2. Dezirksklasse) „Teutonia" Laubach gegenüber. Hierbei kann man den Hiesigen, bei dem anerkannt guten Können der Gäste, wenig Gewinn- chaircen einräumen. Rur durch ein aufopferndes Spiel können die Schwächen in der Mannschaftsausstellung überwunden werden. Den Reigen der Spiele am Sonntagvormittag auf dem 1900er- Sportploh an der Liebigshöhe eröffnet die dritte Mannschaft in einem Gesellschaftsspiel gegen Riederwalgcrn (Kreis Marburg) erste Mann- schast. Anschließend treffen 1900 s vierte Elf und Riederwalgerns zweite Elf aufeinander. Der jeweilige Epieiausgang ist offen. Treten die Blauweißen in bester Aufstellung an und wissen den eigenen Platzvorteil zu wahren, so sollte der Gegner eigentlich nicht als Sieger heimkehren.
Jugend.
Am Scmntagmitlag steigt auf dem Platz an der Liebigshöhe Wohl ein interessantes Iugend- treffen, und zwar stehen sich gegenüber 1900 I. Iugend und VfB. I. Iugend. Beide Mannschaften spielen einen guten Fußball und jede wird in stärkster Aufstellung antreten, um aus diesem Lokaltreffen als Sieger hervorzugehen. Unter Leitung eines guten Schiedsrichters erwartet man ein faires Spiel. Das Vorspiel auf dem VfB.- Platz gewann 1900 mit 3:2. Wer jetzt das Treffen für sich entscheidet, ist schwer vorauszusagen, doch ist man geneigt, dem Platzverein auf Grund seiner letzten beständigen Erfolge ein kleines Plus zu geben.
Außerdem spielen die Schüler und die I. Iugend gegen die gleichen Mannschaften des VfB. auf dessen Platz.
BfB.-Gießen.
Am Sonntag tritt die Ligamannschoft zum letz- tenmal in dieser Saison zum Kampf um die Punkte an, und zwar liefert sie der Liga Ockers- Hausens das schon mehrmals verschobene Rückspiel. Das Vorspiel auf hiesigem Platz endete mit einem knappen 1:0 der VfBer. Für diese ist das Treffen insofern von Bedeutung, als sie hier die letzte Gelegenheit haben, ihre verhältnismäßig schlechte Tabellenstellung noch etwas zu verbessern. In Anbetracht ihrer in den letzten Privatspielen gezeigten mäßigen Leistungen ist hierzu jedoch wenig
Hoffnung vorhanden, es fei denn, daß sie an die Lösung dieser Aufgabe mit besonderem Ernst herangeht. Rur unter Einsatz aller Energie wird es ihr möglich sein, die Verbandsspielseris 1930/31 im besten Falt mit einem knappen Sieg zu beschließen. Der am Schluß der Tabelle stehende Platzverein hat in letzter Zeit anscheinend wieder eine gute Form erreicht. Vor 14 Tagen mußte sich ihm der Meister der Bezirksklasse, „©er- mania"»Marburg, auf eigenem Platz mit 2:1 beugen. Jedenfalls wird es einen harten Kampf geben, bei dem der Gegner den nicht zu unterschätzenden Vorteil des eigenen, wegen seiner Unzulänglichkeit von fremden Mannschaften gefürchteten Platzes hat.
Die Ligareserve fährt ebenfalls nach auswärts. Sie wiederholt in Lollar das Rückspiel gegen die dortige erste, das beim erstenmal nicht anerkannt wurde. Wenn die VfB.-Elf gewinnt, ist sie Meister ihrer Klasse Bei einem Unentschieden stehen drei Vereine punktgleich und haben dann Entscheidungsspiele um die Meisterschaft auszutragen. Der Ausgang des Treffens ist ungewiß.
Auch die dritte Mannschaft ist auf dem Plan. Sie hat auf eigenem Platz Daubringens zweite im vorletzten Verbandsspiel zum Gegner. Ihr sollte man schon eher einen Sieg Voraussagen können.
Während die .^1-Iugendmannschaft Gegner der gleichen der Spielvereinigung 1900 auf deren Platz ist, empfängt die >X2°Elf ihren Lokalgegner auf dem Waldsportplah. Sie dürfte um eine Niederlage kaum herumkommen.
FußbaUklub 1926 Großen-Buseck
Die Ligamannschaft des FC. 26 Großen-Bu'eck fährt am Sonntag nach Grünberg, um der »artigen ersten Mannschaft ein Freundschaftsspiel zu liefern. Die Spielstärke der Mannschaft des FC. Grünberg hat in letzter Zeit eine Steigerung erfahren und Großen-Buseck wird alle Kräfte auf- bicten müssen, um das Spiel zu bestehen. Der Torhüter des FC. Großen-Buseck ist jetzt vollwertig erseht und wird der Mannschaft einen guten Rückhalt bieten. Die Leistungen des Vorsonntägs geben der Mannschaft für die Zukunft gute Chancen. Die erste Iugendmannschaft fährt'nach Flensungen-Mücke, um dort einer Rückspielverpflichtung zu genügen.
Sportverein 1928 Garbenteich.
Am Sonntag empfängt die 1. Mannschaft die gleiche des Sportvereins „Germania'*, Wetterfeld. Garbenteich tritt in kompletter Ausstellung an und sollte einen knappen Sieg zu erringen vermögen. Eine zum ersten Male aufgestellte Alte-Herren-Elf empfängt die gleiche vom Sporttlub „Viktoria" 1912 Ridda. In diesem Tressen dürften die Gäste Sieger bleiben. Vormittags empfängt die 1. Schülermannschaft die gleiche von Hermannstein, Hier werden die Plah- besiher Sieger bleiben.
Handball der Sp.-Dg. 1900
Am Sonntag sind die beiden Handballmannschaften der Spvg. 1900 vor eine entschieden schwerere Aufgabe gestellt, als an den letzten Sonntagen. Sie stehen in Butzbach der ersten und zweiten Elf der dortigen Schutzpolizei gegenüber. Die Polizisten haben bislang an den Verbandsspielen des Mainbezirks tcilgenommcn und sich auch dieses Jahr einen Platz in der Spitzengruppe gesichert. Das Abschneiden der Spielvereinigungsleute wird in erster tiinic davon abhängen, wie sich der Ersatz, mit dem sowohl die erste als auch die zweite Garnitur die Reise nach Butzbach antreten müssen, bewährt.
Handball im Gau Hessen (D. T.)
Am Sonntag trägt die erste Mannschaft des hiesigen Männerturnvereins auf dem Sportplatz am Schiffenberger Weg gegen die gleiche Mannschaft des Turn- und Sportvereins Butzbach ein Handball-Freundschaftsspiel aus. Die Butzbacher Mannschast, die in den letzten Verbandsspielen etwas zu spät in Schwung kam und zum Teil auch durch Pech nur den vierten Tabellenplatz einnehmen konnte hat sich in letzter Zeit gu einer sehr beachtlichen Spielstarke entwickelt. Daß die Gäste aber auch schon in den Verbands» spielen ziemlich auf der Höhe waren, bewies das Spiel gegen die erste Mannschaft des Mtv. Gießen, in dem die Männerturner als Tabellenerster die einzige in den Verbandsspielen er»
Lor 300 Jahren erstürmten die Truppen des bayrischen Generals Tilly (im Kreis oben) während des Dreißigjährigen Krieges die evangelische Stabt Neubrandenburg in Mecklenburg und zerstörten sie völlig. An diesem Erinnerungstage findet in Neubrandenburg eine große Feier mit historischem Trachtenaufmarsch statt.
Der Sport im Reiche.
Am Sonntag hält kalendermäßig der Frühling seinen Einzug. Von den noch etwas eisigen Rord- ostwinden werden sich jedoch Turner und Sportler wenig stören lassen, sondern in guter Stimmung den Lenz in ihrer Weise willkommen heißen.
Im Fußball werden in allen Landesverbänden die Meisterschaftsspiele fortgesetzt. In Berlin tritt Tennis Borussia im zweiten Kampf dem Polizei-SD. Stettin gegenüber, während Hertha/BSC. und Viktoria 89 den ersten Entscheidungskampf um die Meisterschaft der Abteilung A austragen. Ein Länderspiel tragen in Prag die Tschechoslowakei und Ungarn aus.
Das Ereignis im Hockey ist der erste offizielle Länderkampf zwischen Deutschland und Frankreich in Paris.
Im Handball geht am Sonntag in Halle das Schlußspiel um den DSB.-Pokal zwischen den Auswahlmannschaften von Brandenburg und Mitteldeutschland vonstatten. • Auf den übrigen Plätzen werden die Meisterschafts-Endspiele bei Turnern und Sportlern fortgesetzt.
In der Leichtathletik kommt in Stuttgart unter Beteiligung von Turnern und Sportlern das letzte Hallensportfeft zur Durchführung.
Bei den Turnern stehen die zahlreichen Aus- scheid^ngslampfe für die Deutschen Gerätemeister
schaften in Essen im Vordergrund des Interesses.
Die Veranstaltungen im Schwimmen bc* schränken sich auf die Feste in Göttingen, Offenbach und Alten-Efsen.
Schon am Samstag wird der traditionelle! Wettkampf der englischen Universitäten Cam-- bridge und Oxford im Rudern auf der Themse: ausgetragen. Weiterhin ist man auf das Ab- schneiden der Achtermannschaft der Rudergesellschaft Trier in der Londoner Strommeisterschaf b gespannt.
Im Radsport neigt sich die Rennzeit auf den Winterbahnen ihrem Ende zu. In der Franl- u e. Fe, ha e kommt l letzte Dera, st Itung eilt Achlstunden-Mannschaft»rennen in der Rächt vorn Samstag zum Sonntag zur Durchführung. Ir r Berliner Sportpalast beschließen die Unions- Amateure mit einem Dreistundenrennen die Saison und Weltmeister Möller geht am Samstag in Brüssel an Öen Ablauf. Die ersten große r Fernfahrten wie Mailand—San Remo und „Rund um Flandern" kommen unter deutscher Beteiligung zum Austtag.
Im Motorsport wird die neue 'Rennzeit mit dem ersten Meisterschaftslauf für Motorräder am Sonntag auf der Eilenriede bei Hannover eröffnet.
tittene Riederlage hinnehm en mußten und dadurch um die Meisterschaft kamen. Die Gießener, die in stark geschwächter Aufstellung an- treten, werden sich sehr anftrengen müssen, wenn sie nicht wieder eine Enttäuschung erleben wollen.
Handball im Lahn - Oünsberg - Gorr
Das Spiel Staufenberg I gegen Allendorf I fällt infolge des in Schneppenhausen bei Darmstadt stattfindenden Waldlaufs des Südwes.d.utschen Turn-Bundes aus. Es spielen dafür Allendorf I gegen Londorf II. Der Platzbesiher dürfte knapp in Front zu erwarten fein.
Oie Heffenriege in Butzbach
Die Kunstturnriege des Gaues Hessen der D. T., allgemein „Hessenriege" genannt, wird am 29. März im Hessenturnkampf zu Mainz den vergangenen Herbst errungenen Wanderpreis des hessischen Staatspräsidenten gegen die Gaue Rheinhessen und Rhein-Main zu verteidigen haben. Sinter Führung von ©auobertumtoart W. Will (Gießen) weilte die Riege am Samstag in Butzbach. Der Besuch galt einmal dem 2. Gau- Vertreter Schneider, der die Riege schon oft auf ihren Fahrten begleitet hat, dann aber aud> dem Zweck, im Rahmen einer Werbeveran- ftaltung des Butzbacher Turn- und Sportvereins vor dem Mainzer Kampf nochmals in gemeinsamem Auftreten die Kräfte zu erproben. Obwohl die Riege mit Ersatz angetreten war, fanden ihre Darbietungen an den verschiedensten Geräten den starken Beifall des vollbesetzten Hauses. Der Vorsitzende des T- u. Spv. Butzbach, Dr. mcd. Rau, und Gauvertreter Schneider hießen die Gäste willkommen, und ®auobertumtoart Will fand Worte des Dankes für die gastliche Aufnahme. Die Darbietungen des T.- u. Spv. Butzbach, der alle seine Abteilungen auf die Bühne brachte, waren Beweis für die vielseitige und gründliche Arbeit, die in der alten Turnerstadt von dem angesehenen Verein geleistet wird.
Gelungener Rückflug des Segelflugzeugs „Darmstadt".
Sinter Führung des Motorflugzeuges der Rhön- Rossitten-Gesellschast, Pilot Ingenieur Riedel, ist das Segelflugzeug „Darmstadt" mit dem Piloten Starck am Freitag, 10.40 Uhr, auf dein Franlfurter Flugplatz erneut gestartet. Der Schleppzug schraubte sich über Frankfurt und Offenbach zu einer Höhe von 2400 Meter hoch, zog verschiedene Schleifen und erreichte in der Richtung Darmstadt eine Höhe von 3150 Meter. Hier warf der Pilot die Leine ab und führte verschiedene Kurvenflüge zur Vornahme äro- dynamischer Messungen aus. Rach über einstündigem Kreuzen über Darmstadt landete das Segelflugzeug auf dem Griesheimer Sand. Mit diesem Schleppversuch ist eine Reihe von Feststellungen abgeschlossen, die zur Ausführung von Segelslügen in der Ebene von Wichtigkeit sind.
Wintersport-Saison-Gchluß
Bilanz oom hoherodskopf.
Der Winter gibt kalendermäßig mit dem kommenden Sonntag seine Herrschaft auf. In den Mittelgebirgen bringt der ausklingende Winter zugleich den Schluß des Wintersportes mit sich, während in den Alpen noch über Ostern hinaus lebhafter Betrieb auf den Schneefeldern herrscht. Der vergangene Winter brachte unserem heimischen Vogelsberg einen sehr intensiven Sportbetrieb, der zwar sehr spät, erst
Mitte Januar einsetzte, in der Folge aber hervorragende Sportmöglichkeiten bot. Der Schnee lag lange Zeit über einen Meter hoch, lange lag auch rauher Reif über Buchen und Tannen und der Wald präsentierte sich in märchenhafter Pracht.
Insgesamt 9 Wintersportveranstaltungen konnten zur Durchführung kommen, darunter 5 größere Wettbewerbe: erstmalig gelangten auf dem Hoherodskopf Skiwcttkämpfe des Verbandes mitteldeutscher Skivereine zum Austrag. Um die Durchführung haben sich u a. oftmals die Mitglieder des Gießener Skiklubs verdient gemacht. Die Veranstaltungen waren stets sehr gut besucht und auch die Zuschauer kamen, besonders bei den Sprungkonkurrenzen, auf ihre Rechnung. Die Schneeoerhältnisse waren fast durchweg sehr gut, so daß an den Sonntagen auf der „Rennbahn" und am Hang nach Breungeshain herab stets großer Betrieb herrschte Sehr angenehm fiel in diesem Jahre auch die Einrichtung eines Hilfsdienstes auf, den die Freiwillige Sanitätskolonne Schotten in Verbindung mit der Bergwacht durchführte. Die Hilfsmannschaften mußten verschiedentlich in Aktion treten. Meist waren die Verletzungen zwar nur leichter Natur, darüber hinaus wurden fünf ernstere Fälle ge- zählt. Die Zahl der Unfälle ist in Anbetracht btc überaus großen Beteiligung am Skisport Verhältnis' mäßig sehr gering. Den Hilfsmannschaften, die sich selbstlos zur Verfügung stellten, gebührt herzlicher Dank.
Die Skiläufer, denen der Vogelsberg zu einet? zweiten Heimat — und sei es mir der Wochenendheimat — geworden ist, räumen nun den Wandernden das Feld, denn die Frühlingssonne ist bereits eifrig damit beschäftigt, die letzten Schneereste auf’ zulösen.
Deutsche Waldlaufmeisterschast.
Zum erstenmal tragen Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik und die Deutsche Turnerschaft die Deutsche Waldlaufmeisterschaft gemeinsam aus, und zwar am 26. April in Hannover. Wie stets, besteht diese Meisterschaft aus einem Einzel- und einem Mannschaftslauf. Der Einzellauf ist offen für jeden Deutschen.
Kurze Gportnotizen.
Einen Fußball - Freundschaftskampf hoben -Süd- und Westdeutschland für Karfreitag nach Saarbrücken vereinbart. Im Vorjahre blieb Westdeutschland in Gladbeck überraschend 5:2 siegreich.
Der westdeutsche Stürmer Hohmann wird demnächst seinen Verein, VfL. Benrath, verlassen und aus beruflichen Gründen ein Iahr noch Pirmasens übersiedeln, wo er sich dem FK. anschließen will.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt
* Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 19 vom Dienstag, 17. März, enthält folgendes: Die Maß- und Gewichtspolizei und die Durchführung der Nacheichung im Kreise Gießen im Jahre 1931. — Abgang der Landgestütsbeschäler nach den Deckorten. — Die Erhebung der Stempelabgabe für Luxuswagen, Luxusreitpferde und Federwagen. — Die Ausführung des Gesetzes über den Urkundenstempel vom 12. August 1899. — Die Erhebung einer Bier steuer in der Gemeinde Londorf. — Die Wassergenossenschaft Flur V Gemarkung Beuern. — Zehn- jährige Wiederkehr des Abstimmungstages in Ober- Schlesien. — Dienstimchrichten.


