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Aeitag, 20. Zebruar (931

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 45 Zweites Blatt

schloß die

und verurteilte den Landwirt zu einer

Nachdruck verboten.

Sic war

12 Fortsetzung.

litat

Amtes waltet, 99 Mark und Der vom Prä- ließ noch ein*

Gesang- seinem Ver-

u. a., üblich jedoch Geld­Hast)

Milde run, Jahr sol!

eins stellt.

' G a r b e n t e i ch , 19. Febr. Im GasthausZum weißen Roß" hielt der GesangvereinF r o h - s i n n" sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Nach einem einleitenden Musikstück begrüßte Lehrer M o r° s ch e l die Mitglieder und Gäste und gab einen ge­drängten Rückblick über das abgelaufene Vereinsjahr. Er erinnerte dabei besonders an das Wettsingen auf derLiebigshöhe" in Gießen, an dem der Verein teilnahm, und an die Sängerfahrt an den Rhein. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden die Mitglie­der Ludwig Bopp und Heinrich kringel VI. aus Anlaß ihrer 25jährigen Vereinszugehörigkeit zu Ehrenmitgliedern ernannt. Für 35jährige aktive San- aestätigkeit erhielt Ludwig Pfeffer eine Uhr als Geschenk überreicht. Der Abend brachte außerdem einige Ehordarbietungen unter der Leitung des Ehormeiftcrs Harnisch (Steinberg), eine Reihe musikalischer Darbietungen und ein drciaktiges

Kora aber sann und sann.

Was sollte sie tun, um endlich dem geliebten Manne gegenüber den rechten Ton zu finden?

2..___die Frau seines alten Vaters.

Stürzte denn nicht der Himmel ein über diesen Mummenschanz, den das Leben sich da erlaubt hatte? Was sollten ihr in Zukunft Reichtum und Schmuck, wenn ihr die höchste Erfüllung ver-

versucht werden. Auch in diesem wieder ein L i e d e r t a g, der in

althergebrachter Weise mit einem Wertungs­singen verbunden sein wird, stattfinden. Der 14. Juni wurde dafür bestimmt. Als Ort dcS Liedertags wurde Odenhausen lLahn) ge­wählt. Alle Dundesvereine haben an deni Wcr- tungssingen teilzunehmen. Jeder Verein hat einen selbstgewählten und einen aufgegebenen Ehor zu fingen. Eine Wertung der Leistungen nach Punkten soll nicht stattfinden: dagegen soll nach einer eingehenden Besprechung die Leistung eines jeden Vereins gewürdigt werden.

3m weiteren Verlaufe der Tagung sprach man sich 7wch gegen die Gründung von Gesangsabteilungen in den Spor t- ve re inen aus, da dadurch noch mehr, wie seit­her, den Gesangvereinen der Vachwuchs ent­zogen wird.

Die Vorstandswahl erbrachte die ein­stimmige Wiederwahl des seitherigen engeren Vorstands, der sich aus folgenden Herren zu­sammensetzt: Eberle (Lollar), l.Dors: Luft (Geilshausen), 2. Dors.: Walter (Winnen), 1. Schriftf.: Dietz (Staufenberg), 2. Echriftf.: Latsch (Daubringen), Rechner. Mit den Dank­worten des 1. Vorsitzenden und dem gemein-

SpfundO-»5

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nungsablagc durch den Rechner der nun schon 25 Jahre seines ergab einen Kassenbestand von ein Varvermögen von 525 Mark.

den Papieren von mir zusammen angelegt. Ich habe d'.r immer pünktlich hohe Zinsen zahlen können, doch jetzt es ist mir nicht möglich, dir das Vermögen deiner Mutter auszuzahlen."

Weshalb nicht, Vater?"

Weil ich habe mich verspekuliert! Baickier Reinstein teilte es mir mit. Er ist selbst Leid­tragender bei der unglücklichen Sache."

So!"

Ich hätte cs nicht tun sollen. Es war dein Geld. Doch es ist die ganze Zeit über immer olles glatt gegangen. Ich hatte llnfummen dabei gewonnen."

Wozu entschuldigst du dich? Du hast es für gut befunden, das Geld deiner Frau zu verspeku­lieren. Also ist's auch gut so Ich werde also dann einen anderen Weg einschlagen und mög­lich ist's schon, daß er nun auf den Chauifeur herauskommt. Doch sei beruhigt: der alte Vame der Kentner wird nicht in Mitleidenschaft ge­zogen."

Hör' mit diesem Unsinn auf. es wird sich ein anderer Ausweg finden lassen. Ich habe nicht ahnen können, was du in Wien für Sachen an- stellst. Wärst du Offizier geblieben, würde ich alles wieder eingerenkt haben. Die Schuld fällt immer wieder auf dich zurück."

Ja! Das sehe ich ein."

Der alte Graf duckte sich unter den ironischen Worten. Vach einer Weile sagte er:

Selbstverständlich zahle ich dir das Erbe aus. Vur etwas Zeit mußt du mir lassen. Und Kentnerhof wird dir doch auch einmal gehören."

Behalte du es vorläufig noch recht lange, Vater."

Welche Summe benötigst du vorderhand?"

Bemühe dich nicht, Vater. Du hast jetzt selbst Sorgen. Und ich helfe mir schon allein weiter."

Du sollst nicht ohne Geld gehen. Vein! Das sollst du nicht!"

Wir werden ja sehen. Ueberlege in Ruhe, Vater."

Eine Möglichkeit wäre noch. Vimm dir den Schmuck von deiner Mutter. Er ist zum größten Teil noch vorhanden. Die Kentnerschen Familien­juwelen befinden sich mit dabei."

Karl Kentner hörte, wie furchtbar es dem Va­ter war, in feiner Schuld zu sein und daß er sich aus diesem Grunde sogar von dem Schmuck trennen wollte.

Er schüttelte mit dem Kopse.

Vein. Vater! Du vergißt, daß dann der Schmuck verloren wäre. Ich mühte ihn verkaufen, wenn er mir etwas nützen soll."

Ja. das ist wahr. Bleibe vorläufig hier: ich will überlegen."

Gewiß, es hat ja Zeit."

Es erging dem alten Grafen eigentümlich. Sein Stolz auf den Sohn war nicht gestorben, trotz

allem. Und doch war es unmöglich, daß sie alle drei unter einem Dache wohnen konnten.

Kora!

Der alte Herr wußte nicht mehr, was gut und was nicht gut war. Er wußte nur, daß niemand ihm Kora nehmen durfte.

Eichenscheiter 7,90 Mk.

Münchholzhausen, 19. Febr. Ein hie­siger Landwirt hatte zwei von ihm selbst ge­züchtete Schweine geschlachtet und in der Mei­nung, daß dies gestattet sei, in Pfunden ausge- wogeii und verkauft. Er erhielt ober wegen Uebertrctung der Gewerbeordnung einen Straf­befehl über 15 Mark Geldstrafe zugcstellt. Der Landwirt erhob Einspruch und betonte daß derartige Schlachtungen im Dorfe feien. Das Gericht verwarf ben Einspruch

sidenten verfaßte Jahresbericht

mal die wichtigsten Begebenheiten der Vereins­geschichte der letzten 25 Jahre am geistigen Auge vorüberziehen. Ter Dercinsdiener Wörner er­stattete Bericht über den Besuch der Singstun- den. Als Vorsitzender wurde Wilh. Port II. einstimmig gewählt. Einstimmig crso gie auch die Wiederwahl der Vorstandsmitglieder Otto H a -

fträfe von 10 Mark (oder zwei Tagen _ und zur Tragung der Kosten. Der Verurteilte erkannte die Strafe nicht an und will die nächste

)( Rupper tsburg, 18. Febr. Der Ge­sangverein Sängerbund hielt seine 49. Ge­ne r a l v c r s a m m l u n g ab. Der Ehrenvor­sitzende Jak. B ö ch e r gedachte zunächst des ver­storbenen Mitglieds Hch. Eiffert. Die Rech- ' ' ~ ' W. Lehr II..

Der Mnn der das Lachen verlernt hat. Vornan von Gert Gothberg.

Copyright by Martin Feuchtwanger. Hoile (Saale)

Die dem «Hessischen Sängerbund" angeschlossenen Vereine haben an die Tonsehervereintgung einen bedeutend geringeren Beitrag zu leisten, als nicht organisierte Vereine. Die Ueberwachung der Vereine durch die Dezirksvertreter der Ton- setzervereinigung soll von jetzt an noch strenger gehandhabt werden.

Eine längere Aussprache entwickelte sich über die Beitragsleistung der Arbeits­losen. Ohne prinzipiell bte Deitragspflicht za berühren, soll in besonders harten Fällen eine

B per WM' weine Sich» ,»ine Wirten <m»' «S«

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deren WAert.

vereinL i e d e r k r a n hielt in einslokalZum Löwen" sein diesjähriges Konzert ab. Der Besuch der Veranstaltung war sehr gut. Der 1. Vorsitzende W. Jung hieß Mitglieder und Gäste willkommen. Das Programm des Abends brachte eine Reihe gesanglicher und musikalischer Darbie­tungen, die durchweg starken Beifall fanden. Be­sonders gefielen die Ehordarbietungen des Vereins. Es gelangten hauptsächlich Volkslieder zur Auffüh­rung, die unter der bewährten Leitung des Diri­genten Oberrealelhrer Blaß (Großen-Linden) oor züglich wiedergcgeben wurden. Ein Theaterstück, das von den Mitgliedern des Vereins mit viel Sorgfalt wiedergegeben wurde, fand ebenfalls alle Anerken­nung. Sangesbruder Winter erfreute mit einigen Liedern. Der Vorsitzende dankte zum Schluß allen Mitwirkenden, besonders aber dem Dirigenten, der seit 12 Jahren seine Kraft in den Dienst des Der-

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bermehl. O. Wörner und W. Wegner, sowie die Veuwahl von 5n:br. 2c ibn er.

§ Ulrichstein. 19. Feor. Am Montag fand die amtliche llcbctgabc her Geschäfte an unseren neugewä hl ten Bürg er» meister Geiß statt. Am Abend bewegte sich ein stattlicher Fackelzug durch die Ortsstraßen zu dem Hause des neuen Bürgermeisters, wo der Männcrgesangverein zur Feier des Tages einige Lieder vortrug. Am Montagabend sprach Pfarrer Ladenberger aus Sttyj in Ga­lizien in unserer Kirche über daS Leben der deutsch-evangelifchen Gemeinden in Galizien. Der Redner entwarf ein packendes Bild von der Lage des kleinen Häufleins von Deutschen, daS dort im Lande lebt. Vor 150 Jahren durch Kaiser Joseph II. inS Land gerufen, haben die Deutschen seitdem mit äußerster Stand­haftigkeit und Treue in der fremden Umgebung an ihrem Volkstum und ihrem evangelischen Glauben fcstgehalten. Besonders schwer haben sie es, seitdem Galizien nach dem verlorenen Krieg von Oesterreich abgetrennt und zu Polen gekommen ist. Zahlreiche schöne Lichtbllder ver­vollständigten das von dem Vortragenden ent­worfene Bild und machten einen tiefen Eindruck auf die Besucher. Dienstagabend wurde der Vor­trag im Schulsaal in Feldkrücken Wiede» holt.

Steinberg, 18. Febr. Der Manner­gesangvereinHarmonie" hielt in der Wirtschaft von Wilhelm Kaiser seine General­versammlung unter der Leitung des 1. Vorsitzen­den, H. A. Langlih, ab. Der Schriftführer erstattete den Tätigkeitsbericht. Reben der Durch­führung des Fahnenwtthesestes besuchte der Ver­ein die Sängerfeste in Ortenberg und Ober- Seemen. Die Kasienverhältnisfe ergaben ein er­freuliches Bild. Ter Monatsbeittag wurde auf 30 Pfennig herabgesetzt. Die DorstandSwahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vors. H. A. Langlih: 2. Vors. K. Weidner: Rechner: O. Carl: Schrift­führer O. Langlih I : Beisitzer: W. Klehm, Heinr. Klehm: Otto Rau, Karl Preusch.

Preußen.

Mrctä Wetzlar

* Krofdorf, 20. Febr. Wie uns von der Preußischen Oberförsterei Krofdorf mit­geteilt wird, entsprachen die in Vumrner 42 des Gießener Anzeigers" mitgeteilten Erlöse der staatlichen Holzversteigerung in Krofdorf nicht den Tatsachen. Der Durchschnitts- preis für Tuchenscheiter betrug vielmehr 11,80 Mark, für Vuchenknüppel 9,50 Mk. und für

Instanz anrufen.

# Volpertshausen, 19. Febr. Bei dem gestrigen gemeinsamen N u tz h o l z v e r f a u f des Amtes Rechtenbach wurden auf größere Posten Eichenstammholz unserer Gemeinde überhaupt keine Gebote abgegeben, trotzdem es sich flum Teil um recht gute Qualitäten handelte. Die Gemeinde beab­sichtigt nunmehr, das Holz zur Submission aus, zuschreiben. ____________________

feiner Gattin an gedeihen läßt. Jeder Mensch weiß, daß du ihr Geliebter warst."

Karl Kentner schwieg noch immer.

Seine Gedanken gingen zurück.

Bereute er etwas?

Vein! Viemals!

Alles war gut so! Alles war in OrdnungI

Die Harwtsache aber blieb, daß niemand die Wahrheit wußte! Daß niemand wußte, daß die schöne stolze Maria von Worthy Graf Donen- birchners Geliebte gewesen war. Lind niemand wußte, daß Graf Karl Kentner beinah dieselbe Maria zur Oattin genommen hätte. Diese Frau, die sich von einem Dohnenbirchner hatte küssen lassen, die ihm gehört hatte.

Ich kann dich hier nicht brauchen. Einen Frauenjäger nicht." .

Der alte Herr zischte es förmlich dem Sohne entgegen. Aus den Worten sprach offenkundiger, eifersüchtiger Haß. zwr.j:i ,. .

Ich hatte nicht die Absicht, hier zu blei­ben. Ich gehe sowieso!"

Darf man fragen, wohin du zu gehen ge­denkst? In der Verwandtschaft wird man sich be­danken. Sie sind alle stolz auf dich gewesen. Mit dem Makel, der jetzt an dir haftet, komme beber keinem nahe!"

Der Sohn lächelte.

Ich weih ja, sie sind alle makellos.'

Es klang wie Spott in seiner harten, klaren Stimme. .

Der Vater blickte ihn an und senkte den Blick.

Dann sagte er:

Das ist jetzt auch nicht die Hauptsache.

Viel wichtiger ist, was du zu tun gedenkst."

Ich gehe ins Ausland."

Ja, wohin, wenn ich fragen darf? Willst du viÄleicht Chauffeur bei einem Vabob werden?"

Das ist ziemlich gleich. Hauptsache ist doch wohl, daß hier in Oesterreich der Paria des alten Geschlechts dcr Kentner verschwindet. Was aus ihm wird, dürfte niemand kümmern."

Schweigen. .

Die Brust des alten Herrn arbeitete heftig Unb wenn ich dir anbieten würde, Gut Eskar in Ungarn zu bewirtschaften?"

Vielen Dank. Es ist tatsächlich sehr freund­lich von dir. Ich muh aber leider ablehnen, weil ich bereits anders disponiert habe."

Dann kann ich es nicht ändern. Es war mehr Entgegenkommen von meiner Seite., als du nach dieser infamen Sache verdient hast."

Stimmt! Doch nun wollen wir uns gegenseitig nicht unnütz aufhalten mit Redensarten, die an den bestehenden Tatsachen nichts ändern. Ich be­sitze das Vermögen meiner Mutter. Damit werde ich kaum nötig haben, als Chauffeur mein Brot zu verdienen. Es wird sich etwas anderes finden.

Der alte Herr zuckte zusammen.

Das Vermögen Leiner Mutter? Es war mit

sagt blieb?

Kora hatte keine Ahnung, daß der Kentnersche Reichtum gefährdet, ja, daß er zum großen Teil bereits verschwunden war.

Ihre Gedanken galten vorerst nur dem jungen Grafen. Ihr unruhiges, leidenschaftliches Herz rief nach ihm Tag und Vacht. Die Maske der schwesterlichen Zuneigung hielt sie nur noch müh­sam fest.

Sie war ein Jahr jünger als er. Mütterliche Gefühle, auch wenn sie nur erheuchelt waren, kamen in diesem Falle gar nicht in Betracht. Er würde dies wie jenes schroff zurückweisen. Dabei empfand sie mitten in diesem Kampfe, in dem sie sich befand, die Zärtlichkeiten des alten Mannes doppelt lästig.

Viemand war da. der ihr helfen konnte. Vie- mand! Der junge Graf wies jede Gemeinschaft mit der Frau seines Vaters weit zurück; das hatte er ja genügend bewiesen. Ihn mit ihrer grenzenlosen Liebe belästigen, das wäre das Grausamste, was sie sich selbst antun konnte.

Was aber sollte geschehen?

Etwas muhte doch geschehen?

In der dritten Vacht nach seiner Ankunft stand sie im Mondschein auf der Holzgalerie, die an der Westseite des Schlosses sich befand. Ge­spenstisch sahen die geschnitzten Holzfiguren von ihrem Sockel auf sie herab. 2m Park raunte und wisperte es leise.

Regungslos stand »Kora da. Ihr schönes weißes Gesicht mit den lodernden Augen war zum Him­mel erhoben. Unaufhörlich raste der Gedanke in ihrem Hirn:

Wenn er stürbe! Er ist alt und gebrechlich. Warum konnte der Schlag nicht besser treffen?"

Scheu sah die junge Frau sich um.

War es nicht eine Sünde, was fie dachte?

Aber eine Sttrnme in ihr raunte:

Die Jugend hat ein Recht auf das Leben! Das Alter hat die Pflicht, zu weichen. Und du hast damals Karl Kentner nicht gekannt. Vie­mals hättest du den alten Wann genommen, wenn du den jungen Grafen schon seinerzeit gesehen hättest."

(Fortsetzung folgt.)

Oberheffen.

Stadtvorstand in Lauterbach.

A Lauterbach, 18. Febr. In der jüngsten Stadtvorstandssihung verlas BürgermeisterW alz einen zwischen der Stadt Lauterbach und Medi­zinalrat Dr. Ku llrn ann einerseits und dem Verein für Heimatgeschichte und Kunst anderseits abgeschlossenen Mietvertrag, der dahin geht, daß Dr. Kullmann einen Teil seiner Dienstwoh- irung dem Verein für Heimatgeschichte und Kirnst als Ausstellungsräume zur Dersiigung stellt. Der (Stabthorftanb billigte den Mietvertrag.

Der Stadtvorstand beschäftigte sich sodann u. a. weiter mit der ärztlichen Ueber- wachung der Schulkinder, die auf etne Anregung hin auf den ganzen Kreis Lauterbach ausgedehnt werden soll. Diese Maßnahme wurde allgemein anerkannt, unter der Voraussetzung, daß sich auch der Kreis zur Hälfte an den Kosten beteiligt. Die nötigen Aufwendungen wurden vom Stadtvorstand bewllligt. Der Landwirt Jo­hannes B u ch h a u p t trat mit einem Gesuch an die Stadt heran, sie möge ihm den seinerzeit ge­leisteten Zuschuß von 127 Mk., den er bei dein Anschluß seines Anwesens an das elektrische Orts­netz geleistet hatte, wieder zurückerstatten. Dem Gesuch wurde entsprochen. Ein Gesuch der Ab­deckerei Willi Voll aus Schlitz um Erhöhung der jährlichen Vergütung auf 1000 Mk. für Ab­holung der Konfiskate aus dem hiesigen Schlacht­haus wurde abgelehnt.

Unter »Mitteilungen" gab der Bürgermeister von den kürzlich mit der Oberpostdirektton in Larmstabt wegen des Postneubaues ge­führten Verhandlungen Kenntnis. Die Oberpost- direktton ist nunmehr mit der Heberna^me der fraglichen 9000 Mk. einverstanden, so daß nach Einwilligung der Reichspostdirektton die Erstel­lung des Postneubaues in der Bahnhofstraße so gut wie sicher ist.

Lumdatal-Sängerbund.

I O d e n h a u f c n a. d. Lahn, 19. Februar. Der Lurndatal - Sängerbund", Mitglied des .Hessischen" undDeutschen Sängerbundes", hielt, hier einen Sängertag ab. Der hiesige Ge­sangvereinLiederkranz" leitete die Veranstal­tung mit zwei Liedervorträgen unter Leitung von Lehrer Reinhardt ein.

Der Dundesvorsihende, Berufsschullehrer Eberle (Lollar), begrüßte dann die Sänger und gab einen Bericht über das abge- laufene Vereinsjahr. Er erinnerte an das vorjährige Wertungssingen in Vordeck, das gezeigt habe, daß die Leistungen der Dundes- Dcreine eine sehr beachtenswerte Durchschnitts­höhe erreicht haben. Der Vorsitzende berichtete weiter über die mit dem Gauvorstand des Gaues Gießen-Stadt und Land", sowie mit dem Pro» vinzialvorsitzenden Gengnagel wegen einer besseren Gaueinteilung gepflogenen Verhandlun­gen, die aber noch nicht zu einem befriedigen­den Ergebnis geführt haben. Eine Kommission soll die Sache weiter bearbeiten. Der Dor- Nhende ermahnte die Bundesvereine, ttoh der Schwere der Zeit nicht nachzulassen in der Pflege des deutschen Liedes.

Schriftführer Walter (Winnen) verlas er­gänzend einige Protokolle. Der durch den Dun- desrechner Latsch (Daubringen) gegebene Rechenschaf ts bericht zeigte eine günstige finanzielle Lage des Bundes. Auf eine Anfrage teilte der Redner mit, daß die beiden Ton­fehervereinigungenAfma" undGema" sich zusammengeschlossen und alle bestehenden Verträge gekündigt haben. In Zukunft werden keine Vorzugsverttäge mehr mit Organisationen von weniger als 5000 Mitgliedern abgeschlossen.

Theaterstück, das starken Beifall fand. Tanz beschloß die wohlgelungene Veranstaltung.

>. Ettingshausen, 19. Febr. Die auf den 8. März angesetzte Dürgermei st erwähl in unserer Gemeinde findet nicht statt. Es ist nur ein Wahlvorschlag eingLreicht worden, der auf den seitherigen Bürgermeister Ludwig Opper lautet. Dieser ist somit einziger Bewerber und gilt als gewählt. So sind unserer Gemeinde Wahlkämpfe, durch die die Einigkeit und der Friede ün Dorf gestört werden, erspart geblie­ben, und der seitherige Bürgermeister darf seine einhellige Wiederwahl als einen Beweis der Anerkennung ans^hen. die ihm von der Bürger­schaft für die Art feiner Geschäftsführung ge­zollt wird.

Lich, 19. Febr. Der hiesige Geflügel­züchterverein hielt bei Gastwirt Hermann Stein seine Februar - Monatsver­sammlung ab. Vach der Erledigung einiger Dereinsangelegcnheiten hielt Herr Funk (Gie­ßen) einen nahezu dreistündigen Vorttag über Aufzucht und Haltung des Geflügels". Der Redner erläuterte in gründlicher Weife die Zu- fammenfehung des Eies, die Entstehung des Lebe­wesens unb die Entwicklung des Kükens: weiter ging er auf die Krankheiten des Geflügels ein und sprach über zweckmäßige Unterbringung und Fütterung. Mit einigen wertvollen Anregungen über Zuchtwahl schloß der Redner seinen bei­fällig aufgenommenen Vorttag. Der erste Vor­fitzende dankte dem Redner für die aufschluh- reichen Ausführungen.

Kreis Büdingen.

WSN. Büdingen, 19. Febr. In den Waldun- gen bei Blofeld traf ein Förster auf der Streife durchs Revier einen Wilderer an, dcr gerade mit dem Ausweiden eines Rehes beschäftigt war. Als der Wilderer den Jäger gewahr wurde, legte er sein Gewehr an und schoß nach diesem. Der -schuß ging jedoch fehl. Nun gab der Forstbeamte einen Schuß ab. Der Wilddieb flüchtete darauf mit einem Aufschrei ins Unterholz. Obwohl der Jäger sofort die Verfolgung aufnahm, entkam der Wilderer unerkannt.

ch Ortenberg, 18. Februar. Am Sonntag heranftaltctcte der Orgelvirtuose von der Au aus Mainz in unserer Kirche ein Konzert. Ter Künstler hielt, was sein Ruf versprach, und verstand es. unserer alten Orgel die herr­lichsten Töne zu entlocken und ihre ganze Klang­fülle offenbar werden zu lassen. Das Konzert war alsHistorische Orgel-Feierstunde" gedacht, in der der Gast Kompositionen von der Minne­sängerzeit bis zu den Werken von Grieg und Max Reger zu Gehör brachte. Herr von der Au erwies sich auch als vortrefflicher Bariton- fängcr und erfreute mit einigen Liedern. Den Be­suchern war das Konzert ein schönes Erlebnis.

Kreis Schotten.

Seine Stimme klang ruhig, fast heiter.

Kora blickte vor sich nieder.

Was konnte sie nur noch sagen, um ihn noch ein Weilchen hier festzuhalten?

Er war angenehm enttäuscht. Vichts mehr von jener leidenschaftlichen Frau war an Kora. Wollte sie ihm durch ihre Fürsorge beweisen, daß sie ihre damaligen Worte bereute? Vun, von chm aus sollte gewiß alles vergessen sein. Sie war doch nun einmal die Frau des Vaters!

Wie gesagt, ich bin Ihnen für den freundlichen Willkommengruh zu außerordentlichem Dank ver­pflichtet. Ich hoffe. Ihnen meinen Dank einmal beweisen zu können."

Eine tiefe Verbeugung bann ging er toeirer.

Kora aber senkte das Gesicht in den weißen Rosensttauch. _ , _w

Wenn boch alles nur ein Traum Ware? Wenn ich doch noch die arme Zirkusreiterin wäre, rein und schuldlos! Dann würde er mich sicher einmal luffen Und wenn es auch nur ein einziges Mal wäre. Ich liebe ihn! Ich schreite mit offenen Augen auf den Abgrund zu. in den ich versinken muh. wenn diese Liebe nicht von mir toeutit.

Kora drückte ihre Lippen auf die Hand, um die sich vorhin die seine mit flüchtig warmem ' Druck gelegt.

..Ich liebe dich! Ich hebe dich!

Und wieder klagte der Vachtvogel. Cs tlang, als stöhne auch er:

Ich liebe dich! Ich liebe dich!"

..Ich wundere mich, wie du nach dem, was in Wien vorgefallen ist. noch hierher kommen kannst. Ich hätte dich für feinfühlender gehalten."

Graf Kentner sah im Lehnstuhl unb blickte auf den Sohn, der groß unb breitschultrig bort brü­hen am Kamin lehnte.

Der sah ihn ruhig an, seine Sttrnme klang ebenso ruhig, als er sagte:

Wieso? Ich wühle nicht, warum ich nicht mehr nach Hause kommen dürfte."

Vein? Vun. bann muh ich es bir erst sagen, bah bu dich wie irgendein Pferdeknecht aufgeführt hast. Ich finde überhaupt keine Worte, um das zu kennzeichnen, was ich von dir denke."

-Der Sohn schwieg.

Und um ein Weib'. Vaturlichl Wann geschähe denn so etwas nicht um irgendeine Frau! Ich ver­stehe dich nicht. Um eine verheiratete grau! Man kacht in Wien über die Verzeihung, die der Fürst.

famen Gesang eines Volksliedes Tagung.

Landkreis Gießen.

* Leihgestern, 19. Febr. Der