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zu führen, für Deutschland und Oesterreich mit sich bringe. Dor allem sei zu berücksichtigen, welcher internationale Druck in der Zwischen­zeit auf Oe st erreich la st en werde. Di« Dossische Zeitung" bezeichnet die Situation für Deutschland als nicht erfreulich. Die deutsch­österreichische Zollunion sei vertagt, aber die Not­lage Europas verbiete die Verschleppung unumgäng­licher Entscheidungen. DieD e u t s ch e Tages­zeitung" so richt von einer schweren Enttäuschung und ist der Auffassung, daß D r. C u r t i u s hätte eingreifen müssen, um Schobers schwachen Versuch einer selbständigen Auslegung zu unter­stützen. Jedenfalls sei die Zollunion aufs Schwerste gefährdet. DerT a g" stellte die Frage, ob nicht für Deutschland jetzt die Stunde gekommen sei, aus der gewonnenen Klarheit über die wahren Ten­denzen in Genf die Folgerungen zu ziehen, ein Parkett zu verlassen, auf dem nicht nach fairen Spielregeln Politik getrieben werde und auf dem die Gerechtigkeit der Macht und der Machtgier geopfert werde.

Schober ist optimistisch.

Angeblich keine Erschütterung des deutsch- österreichischen Standpunktes.

Gens, 18. Mai. (121.) Der österreichische Außen. Minister Schober erNärie heute gegenüber Presse­vertretern, daß er mit den Ergebnissen der heutigen Verhandlung im Völkerbundsrat zufrieden sei. Der Standpunkt Deutschlands und Oesterreichs sei nicht erschüttert worden. Es sei lediglich ein Aufschub der Verhandlungen durch die Einholung eines Rechtsgutachlens des Haager Gerichtshofes vorgenommen worden. In nicht einem einzigen Punkte fei eine Abweichung von der bis­her eingeschlagenen Linie erfolgt, von deutscher und österreichischer Seite sei stets erklärt worden, daß man eine Prüfung der rechtlichen Seite des Zollabkommens nicht scheue, und man habe stets mit einer Einholung eines Rechts- gutachlens des Haager Gerichtshofes gerechnet. Jedoch vertreten die deutsche und die österreichische Regierung gemeinsam den Standpunkt, eine wei­tere Prüfung der Frage nicht anerken­nen zu können, wenn die rechtliche Seite geklärt sei. Dieser Standpunkt sei nunmehr auch im Völker­bundsrat durchgedrungen.

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt fei an ihn die Aufforderung gerichtet worden, bis zur end­gültigen Entscheidung des Völkerbundsrates kein f a i t accompli zu schaffen. Er habe be­reits damals diese Zusicherung ab­gegeben und habe daher auch heule seine Zustimmung zu dem Vorschlag des englischen Außenministers Henderson erteilt. 3n den letzten Tagen hätten wiederholt sehr eingehende und teils äußerst schwierige Verhandlungen stattgefunden, in denen unter Anwendung verschiedenster Mittel ver­sucht worden sei, die österreichische Regierung zu einer Aenderu ng ihrer Haltung zu bewegen. Dennoch sei es vollauf gelungen, den Plan u n - eingeschränkt aufrechtzuerhalten. Die österreichische Regierung befinde sich in allen Fragen in voller Aebereinstimmung mit der deutschen Re­gierung, mit der alle Fragen gemeinsam über­legt und gemeinsam durchgeführt wor­den wären. Durch nichts könne der verabredete gemeinsame Weg unterbrochen werden.

Oie deutsche Auffassung.

Befremden über die Pression Hendersons.

B e r l i n, 18. Mai. (TU.) Auf deutscher Seite wird ausdrücklich geltend gemacht, daß der letzte Teil des englischen Antrages in keiner Weise mit der deutschen Abordnung vorher vereinbart war. Man gibt dem größten Befremden darüber Ausdruck, daß der eng­lische Außenminister in einer rücksichts­losen, den diplomatischen Gebräuchen in keiner Weise entsprechenden Art unmittelbar die österreichische Regierung vor diese Frage gestellt hat. Man nimmt an, daß die Aufrecht­erhaltung des Status quo bis zur Entscheidung des Völkerbundsrates die Bedingung war, die B r i a n d an die Einholung des Rechtsgutachlens geknüpft hat. Sachlich wird auf deutscher Seite die Auffassung vertreten, daß hierdurch in keiner Weise eine Aenderung der Lage eingetreten sei, da bis zur Einholung des Gut­achtens der Abschluß der deutsch-österreichischen Zoll­oerhandlungen keineswegs vorgesehen ge­wesen war und somit ein neuer Tatbestand nicht vor­liege. Eine Rückwirkung dieser Festlegung der österreichischen Regierung auf den.Gesamt­plan wird nach deutscher Auffassung in der An­nahme des Antrags von Henderson n i cht erblickt, jedoch gibt man auf maßgebender deutscher Seite dem größten Befremden über das Vor­gehen Hendersons Ausdruck.

Ein Gefühl der Erleichterung in London.

OieLandiagswahlen in Oldenburg

Das Land Oldenburg zählt im ganzen nicht viel mehr als eine halbe Million Einwohner, umfaßt also noch nicht einmal ein Prozent [einer Gesamt- beoölkerung des Deutschen Reiches und hat an seiner Seelenzahl gemessen etwa die Größe einer Stadt wie Breslau. Es ist also zu klein, um aus i>er Verschie­bung innerhalb der Wähler allgemeine Rückschlüsse auf die Lagerung im ganzen Reich schließen zu können. Immerhin haben die Oldenburger Wahlen für alle Parteien seit Wochen schon eine symp - lomatischeBedeutung gehabt. Sie haben eine Riesenpropaganda entfaltet, weil sie sich von dem Ausgang dieser Wahl psychologische Wir­kungen für die Reichspolrtik versprachen. Das ist übertrieben, eben weil in einem so kleinen Rahmen doch die Stimmabgabe stark von lokalen Interessen bedingt wird. Man kann zwar dagegen einwenden, daß Oldenburg kein einheitliches Staats­gebiet ist, sondern in das eigentliche Oldenburg die Lübecker Enklave in Schleswig-Holstein und den Be­zirk Birkenfeld zerfällt, daß also immerhin Stich­proben aus drei ganz verschiedenen Gegenden unseres Vaterlandes^vorliegen. Aber trotzdem bleibt richtig, daß hier nicht Gesichtspunkte der Reichspolitik, sondern eben der Landes- und zum Teil der Kommunalpolitik für die Orientierung der Wähler den Ausschlag gegeben haben und daß also von einer Allgemeingültigkeit der Erfahrungen in Oldenburg nicht gesprochen werden kann.

Aber mit diesen Cinschränkungen lohnt es sich doch, die Zahlen zu studieren, um daraus mit allen Vorbehalten einige Rückschlüsse zu ziehen. Dabei ist das hervorstechendste Ergebnis, daß die nationalsozialistische Welle noch nicht abgeebbt ist, daß es im Gegenteil den Rationalsozialisten gelungen ist, ein volles Drittel der Stimmenzahl, die sie bei den letzten Reichs­tagswahlen hatten, hinzuzugewinnen. Man kann das erklären aus der stark bäuerlichen Mischung der Bevölkerung, man kann vielleicht auch fesb- stellen, daß die Nationalsozialisten selbst mit größeren Erwartungen in den Wahlkampf ge­zogen sind, daß sie geglaubt haben, mindestens mit Hilfe der Deutschnationalen die Mehrheit im Landtag zu gewinnen. Davön sind sie noch weit entfernt geblieben. Aber ihr Erfolg bleibt

trotzdem beachtenswert, ist also auch ein Beweis dafür, daß die starke LInzufriedenheit immer noch im Wachsen ist. Die Deutschnationalen haben gegenüber den Reichstagswahlen einen Rückschlag zu verzeichnen, der zwar nicht be­deutend ist, aber immerhin zehn Prozent der Stimmen ausmacht. Die Hauptleidtragenden sind die bürgerliche M i t t e l p a r t e i e n , Bolkspartei, Staatspartei und Wirtschaftspartei haben sogar gegenüber dem September wieder fast die Hälfte ihres Bestandes verloren. Rur der Zentrumsblvck steht nach wie vor un­erschüttert. Auch die Sozialdemokraten haben eine erhebliche Einbuße erlitten, die nur zum Teil den Kommuni st en zugute gekommen ist. 3n kleinem Ausmaße scheint hier den Natio­nalsozialisten ein Einbruch in die Stellung der Sozialdemokraten gelungen zu fein, mit dem Er­gebnis freilich, daß eine Mehrheitsbildung jetzt nach keiner Seite möglich ist, so daß wahrschein­lich kaum etwas anderes übrig bleibt, als das gegenwärtige Deamtenkabinett toeiter zu halten.

Was sagt die presse?

Ein Warnungszeichen auch ans Ausland.

Berlin, 18. Mai. (END.) Die Abendblätter unterstreichen in ihren Erörterungen über den Ausgang der Landtagswahlen in Oldenburg die Tatsache, daß es den Nationalsozialisten trotz ihres starken Stimmenzuwachses nicht gelungen sei, die absolute Mehrheit zu erzielen. Andererseits aber sei auch eine Linksmehrheit nicht vorhanden. DasBerliner TagebI. betont besonders die Tatsache, daß in der Stadt Oldenburg die Nationalsozialistische Partei leinen neuen Fort­schritt zu verzeichnen habe. Oldenburg trage über­haupt agrarischen Charakter; das sei das Bedeut­same am Erfolg der Nationalsozialisten. Jlhr Feld sei das flache Land. Das seiner Natur nach gemäßigte, staatserhaltende, im Nord westen Deutschlands von alters -her liberale Bau­er n t u m werde aus Erbitterung über die un­heilvolle Agrarpolitik zur Beute radikaler Phrase. DieBossische Zeitung" bezeichnet das Oldenburger Ergebnis als ernstes Stimmungs-

Auch Paris ist befriedigt.

Prograrumätzige Abwicklung".

Paris, 18. Mai. (TU.) Die Vertagung der Zollunion hat in der französischen Presse all­gemein befriedigt. Obgleich die Blätter noch keine Gelegenheit gehabt haben, zu den Ausführun­gen der verschiedenen Redner Stellung zu nehmen, läßt sich schon jetzt aus den Berichten der Genfer Sonderberichterstatter der großen Pariser Presse ersetzen, daß man auch in französischen Völkerbunds­kreisen mit derprogrammäßiaen Abwick­lung" des ersten Abschnitts der Aussprache zu­frieden ist. Als besonders erfreulich bezeichnet man die Erklärung Schobers, der jedenfalls nach französischer Ansicht ausdrücklich versprochen hat, das deutsch-österreichische Abkommen bis zur endgültigen Stellungnahme des Völkerbundsrates, d. h., nachdem vom Haager Schiedsgerichtshof er­folgten Gutachten nicht weiterzuverfolgen. Den Haupterfolg sieht die französische Presse in der Ueberweisung an den Haager Gerichtshof, da da- durctz zwangsläufig eine Frift bis zum Abschluß des Zo l l vertrages einge­schaltet werde.

Matin sieht die von der französischen Diplomatie in Genf errungenen Erfolge außer in der Aufschie- bung der deutsch-österreichischen Verhandlungen in der Herstellung einer einheitlichen Front der Großmächte und in der Kenn­zeichnung des politischen Charakters der Zoll- annäherung.Petit Parisien" erklärt, daß die deutsch-österreichische These von der Unterscheidung der politischen und juristischen Seite des Annähe­rungsplanes einerseits und der wirtschaftlichen Seite anderseits erschüttert worden sei.I o u r n 6 e I n d u st r i e l l e" schreibt, daß Schober in Genf die Verpflichtung übernommen habe, sben Status quo aufrechtzuerhalten, aber man werde die deutsch-öster­reichische Handelsdiplomatie nicht hindern können, bis zum Urteilsspruch im Haag die mitteleuropäischen Fragen zu behandeln. In der Zeit bis zum Haager Urteil müsse Frankreich deshalb seine Ar­beiten zur wirtschaftlichen Organisie­rung Europas nicht aussetzen! es würde sonst nach dem Haager Spruche vor vollendeter Tat­sache stehen.

Ungarn protestiert gegen das Diktat von Trianon.

Budapest, 17. Mai. (TU.) Am Vorabend der Dölkerbundsratstogung wurde hier am Sonntag eine große Kundgebung gegen den Friedensvertrag von Trianon abgehal­ten. Hunderttausende nahmen an den Auszügen und Kundgebungen teil. Der Aufzug der Massen am

Donaukai dauerte fast zwei Stunden. Am Freiheits­platz fand eine große Kundgebung statt, die vom geschäftsführenden Präsidenten der ungarischen Re- oisionsliga,° dem Staatssekretär a. D. I l o s v a y, eröffnet wurde.Heute bitten wir nur", erklärte der Präsident der Liga,morgen müssen wir aber be­reits fordern und ich kann nur sagen, Gott behüte diesen Kontinent vor den Gefahren 'eines neuen, an Furchtbarkeit alles übertreffenden Krie­ges." Tiberius Eckhardt erklärte, daß die Ungarn, die jenseits der Trianonschen Grenze leben, nur durch Gewalt davon zurückgehalten werden könnten, an dieser großen Kundgebung teilzunehmen. Der Gedanke über die Notwendigkeit der Revision der Friedensverträge nehme immer mehr Platz ein. Es werde nur noch darüber gestritten, wann die Revision geschehen müsse. Die Revision sei von internationalem Interesse. Auf der Grundlage der Friedensverträge könne in Europa weder eine poli­tische und wirtschaftliche Entwicklung noch ein dauer­hafter Friede erreicht werden. Der italienische Publi­zist Gino C u c ch e 11 i, wandte sich scharf gegen Frankreich und erklärte, daß die ganze Kleine Entente- Politik Frankreichs nichts als Furcht vor dem großartigen Wiedererwachen Deutschlands fei.

Sin monarchistischer Bischof wird aus Spanien ausgewiesen.

Madrid, 18. Mai. (TTl.) Der 3nnei^* Minister übergab der Presse «ine Erklärung, in der es heißt, er habe den Bischof von D i t o r i a (in der baskischen Provinz Alava) auffordern müfsen, unverzüglich das Land zu verlassen, da er den politischen Frieden seiner Diözese gefährde. 'Sm Gegensatz zu anderen Kirchenfüvsten habe der Bischof jede Gelegen­heit benutzt, um reaktionäre Propa­ganda zu treiben. Der Bischof hat in der^ver- gangenen Nacht das Land verlassen und sich nach Frankreich begeben.

Aus aller Welt.-

Der neue Generalvikar in Rom.

Papst Pius XL hat den Kardinal Francesco Marchetti-Selvaggiani zum Nachfolger des verstorbenen Kardinals Pompilj als General­vikar von Rom ernannt. Kardinal Marchetti- Selvaggiani, der im 60. Lebensjahre steht, war mehrere Jahre AuditorinderNuntiatur in München, wo er sich unter Nuntius Früh- wirth, dem jetzigen Kardinal und Kanzler der Heiligen Römischen Kirche große Sympathien zu erwerben wußte. Während des Krieges wirkte Marchettt-Selvaggiani an der Spitze der charitativen Einrichtungen des Heili­gen Stuhls in Bern. 1920 wurde er erster Run-

Henderson hat Zeit gewonnen.

London, 18. Mai. (TA.) Die Nachricht aus Genf, daß die Angelegenheit des österreichisch- deutschen Zollabkommens dem Haager Gerichts­hof überwiesen werden soll, ist in den politischen Kreisen in London mit dem Gefühl einer gewissen Erleichterung ausgenom­men worden. Mit Befriedigung wird festgestellt, daß die englische Diplomatie einen verhältnis­mäßig leichten Sieg über die sich streiten­den Parteien Europas errungen habe und daß es Henderson gelungen sei, seinen ursprünglichen Plan zur Ausführung zu bringen, der darauf hinausgegangen sei, das Zollabkommen zunächst nur vom juristischen Standpunkt zu betrachten und durch di« Aeberweisung an den Haager Ge­richtshof Zeit zu gewinnen. Er hosie, daß durch dieses Verfahren die getrübte europäische Atmosphäre sich wieder bessern könne. Diese Wendung liege ihm besonders wegen der Abrüstungsziele am Herzen. Gleichzeitig glaube man in London, daß eine spätere Er­örterung über das Zollabkommen ruhiger und sachlicher verlaufen könne, zumal sich dann viel­leicht auch die Ansichten über den französischen Europaplan mehr geklärt haben. Mit dieser Auf­fassung mischt sich die Ansicht, daß die Aeber- weisung an den Haager Gerichtshof der An­fang des Endes des österreichifch- deutschen Abkommens fein könnte, wenig­stens soweit seine ursprüngliche Form in Frage kommt.

Das (Europatomitee berät. 1. Brland, 2.Dr. Lurttu«,3.Hellderlon.

zeichen. Es zeige, unter welchem ungt* heuere n Druck die Reichsregierung stehe. Sie kämpfe gegen Strömungen, die, durch be­denkenlose Agitation übersteigert, eine Realität darsteUten, mit der Polittk und Wirtschaft, 3n » und Ausland rechnen müßten. Auch die stärkste Autorität könne auf die Dauer nicht aus­reichen, wenn nicht von außen «ine Erleich­terung materieller und psychologischer Art ein­trete.

Derß o f a I a n 3 e i g e r" sieht in den Wahlen einen eindeutigen Gradmesser für die Reichspolitik. Nur das Zentrum habe sich gehalten. Alle anderen Parteien, die das Kabinett Brüning stützen oder tolerieren, seien schwer, bis zur Vernichtung, ge­schlagen worden. Welche Folgerungen werde Brüning aus dem oldenburgischen Wahlergebnis ziehen? Keine? Vermutlich. DieDeutsche Allgemeine Zeitung" wünscht, daß die Wahl ein neues ernstes Warnung speichen auch nach Genf hin fein möge. Frankreich scheine die Wahrheit nicht sehen zu wollen und nicht sehen zu können. DieB ö r s e n z e i t u n g" bedauert die Zersplitterung des bürgerlichen La­gers. Hätten die Wirtschaftspartei und die Christ­lich-Sozialen, die zusammen über 7000 Wähler hätten, sich entschließen können, mit einer anderen Rechtspartei zusammenzugehen, so «älL.n die Stim­men ihrer Wähler nicht umsonst abgegeben, und ein Mandat für die Rechte wäre gesichert. Damit hätte eine Rechtsregierung die Mehrheit gehabt! DieDeutsche Tageszeitung" warnt davor, in dem starken Anschwellen der national­sozialistischen und der beträchtlichen Zunahme der kommunistischen Sttmmen bei den neuen An­hängern eine parteipolitische Gebundenheit vor- auszusehen. Vielmehr zeige sich hier ein« nur allzu verständliche Reaktion auf dieNot- läge des Landes, die sich in den zumeist ländlichen Devölkerungskreisen Oldenburgs be­sonders start auswirken mußte. Rur in der be­schleunigten Inangriffnahme weiterer agrarpoli­tischer Notmatznahmen und einem baldigen Aufrollen der Tribu.tfrage, dem letz­ten Grund des Elends, liege der Schlüssel zu einen Gesundung der Wirtschaft und damit der Be­ruhigung der Bevölkerung. DerAngriff" bezeichnet es als selbstverständlich, daß die Na­tionalsozialisten als stärkste Partei des Landes Anspruch darauf erheben werden, bei der Frag« der Regierungsbildung führend zu sein.

ttus bei der Republik Oesterreich. 1923 kehrte er als Sekretär der Kongregation der Glaubens- Verbreitung nach Rom zurück.

Ein fünfjähriger Junge versehentlich erschossen.

Ein schweres Unglück ereignete sich in Scher- pensee (Bezirk Aachen). Dort spielte ein fünf­jähriger Junge auf der Straße. Gerade in dem Moment, als ihn seine Pflegemutter nach Hause holen wollte, entlud sich die Dien st pi st ole eines Zollbeamten, der am Fenster seines gegenüberliegenden Hauses mit derReinigung seiner Waffe beschäftigt war. Die Kugel verletzte die Mutter am linken Oberarm und linken Unterschenkel und traf den kleinen Jungen in den Hinterkopf, so daß er sofort tot war. Der Beamte würde festgenommen und ins Untersuchungs­gefängnis geführt.

2Hil dem Balkon in die Tiefe gestürzt.

Sn Mannheim löste sich am Hause Waldhof­straße 79 ein im fünften Stock nach dem Hof befindlicher Balkon, auf dem sich vier er­wachsene Personen befanden, und stürzte in den Hof. Die 30 Jahre alte Ehefrau Knaus blieb schwer verletzt im Hof« liegen und starb auf dem Transport ins Krankenhaus. Ihr Ehe­mann stürzte mit den beiden andern Personen auf den im vierten Stock befindlichen Balkon. All« drei zogen sich schwere Verletzungen zu.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die kühlere Luft, welche gestern ihren Weg über die britischen Inseln und die Nordsee genommen hat, ist nach Deutschland vorgedrungen und hat namentlich im westlichen Deutschland die Morgentemperaturen bis unter 10 Grad gebracht. Gleichzeitig hat damit der hohe Druck im Nordwesten weitere Ausdehnung in der Richtung nach dem Festlande gewonnen. Er dürfte auch bei uns wetterwirksam werden und wieder mehr aufheiterndes und später wärmeres Wetter in Aussicht stellen. Vorerst bleibt es jedoch im Bereiche der Ozeanluft noch kühl und wolkig.

Aussichten für Mittwoch: Bewölkt mit Aufheiterung, noch kühl, meist trocken.

Aussichten für Donnerstag: Weitere Besserung, aufheiternd und wärmer.

Lufttemperaturen am 18. Mai: mittags 18,8 Grad Celsius, abends 13 Grad; am 19. Mai: morgens 11,2 Grad. Maximum 18,8 Grap Minimum 9,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Mai: abends 20,1 Grad; am 19. Mai: morgens 14 Grad Celsius. Niederschläge 0,3 mm. Sonnenscheindauer 9H Stunden.