Donnerstag, 19. März Ml
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
ttr.tö Zweites Blatt
SJ.«fpori
tingfter Mühe und geringstem Zeitaufwand zu erreichen ist. Hur solche Bewegungen dürfen a, .sgesühr. werden, die unbedingt notwendig sind. Auch bad Handwerkszeug w.rd auf seine Eignung geprüft. Vic.cs wird an ihm geändert. Drrch alles dieses wird bewirkt, daß der Arbeiter in der gleichen Zeit erheblich mehr leisten kann als vorher. Infolgedessen kann die Arbeitszeit herabgesetzt werden, ohne dah die auf ihn entsal.e.ide Lohnsumme eine geringere w.rd. Sie sinkt, da in gleicher Zeit mehr Glücke fer.ig werden, für das einzelne Stück bleibt aber, auf die Zeit berechnet, die gleiche, ja erhöht sich sogar vielfach. Dabei verläht der Arbeiter infolge der verringerten Arbeitszeit und der Verhütung unnötiger Ermüdung die Arbeitsstätte frischer als früher. Die gewonnene Zeit kommt ihm für die Pflege der Gesundheit und die Beschäftigung mit Liebhabereien zugute.
Freilich läßt sich beim Taylorsystem oft eine gewisse Mechanisierung für den einzelnen Ar.eiter nicht vermeiden. Sie geht teilweise sogar so weit, daß in manchen amerikanischen Betrieben die Arbeiter stets nur die gleiche Bewegung ausführen, dah sie immer nur die gleiche Schraube einschrauben oder gar das gleiche Loch bohren. Die Arbeitsteilung wird in denkbar weitester Weise durchgeführt. Dadurch kann die Ausbildung des geschickten Qualitätsarbeiters verhindert werden. Das muh aber nicht sein. InsbcOn- dere in Deutschland hat man cs im allgemeinen verstanden, die Vorteile des Taylorsystems in einer Weise zu verwerten, die deutschen Verhältnissen angopaht ist und die Vachteile eines allzuweit getriebenen „Taylvrismus" zu verhüten.
Taylor und sein System.
Zu Frederik Wins'.ow Taylors 25 Geburtstag am 20. März Don Dr. Franz Rittler.
Sternfahrt der Reit- und Fahrvereine nach Schotten.
Schotten stand am vergangenen Samstag und Sonntag im Zeiche.i des deutschen Pferdes. Der Provinzialverband der ländlichen Reit- und Fahr- vereine Oberhessens hatte eine Sternfahrt nach Schotten angeseht. Gegen 2 Llhr trafen von allen Seiten etwa 70 Fuhrwerke mit z. T. ausgezeichnetem Pferdcmatcrial nach Zurücklegung von 30—60 km in Schotten ein. Die Stadt war festlich geschmückt. Am Wasserwerk war Sammelpunkt, eine Konditionsprüfung fand auch hier durch verschiedene Tierärzte statt. Die Pferde hatten sich sehr gut gehalten. Eine Rundfahrt durch die Stadt und eine Auffahrt auf den städtischen Wiesen in der Vogelsberg- strahe schloß sich an. Abends fand in der dicht besetzten T rnhalle ein Degrühungsabend statt. Unter Fanfarenklängen wurden die Standarten in die Halle gebracht. Der Provinzialvorsitzende. Rittmeister a.D. Leipvld, hielt die Begrüßungsansprache« Ec wies besonders auf die Wichtigkeit einer ordentlichen Ausbildung im Fahren in der heutigen verkehrsreichen Zeit hin. Sein „Hoch" galt der gastlichen Stadt Schotten, die für eine so freundliche Aufnahme der Reiter gesorgt hatte. Bürgermeister Menge! dankte im Ramen der Stadt. Herr Kreis- direktvr Dr. 3 ann hieß die Gäste im Ramen des Kreises Schotten herzlich willkommen. Dr. Denker von der Landwirtschaftskammer gab die Ergebnisse der Konditionsprüfung bekannt. Landstallmeister S ch o e r k e , der Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, befaßte sich in treffenden Worten mit der Reiterei. Mehrere Filme, die das richtige Fahren und prachtvolle Bilder vom deutschen Pferd und dem deutschen Reitsport zeigten, wurden vorgeführt. Der MusikvexLin Schotten ergänzte das reichhaltige Programm durch schöne musikalische Darbietungen. Am näch-
Durch den Ingenieur Frederik Winslow Taylor hat das wirtschaftliche und technische Leben auf der ganzen Welt eine Umgestaltung erfahren, wie nie zuvor. Sein Einfluß bewirkte, daß sich zwei Zeitalter voneinander schieden. Das alte, gekennzeichnet durch Arbeitsverfahren, die im mittelalterlichen Handwerk und seinen Zünften wurzeln, verschwindet. Eine neue Zeit steigt empor, die durch dtp zu ihrem Schlagwort gewordene Dezcichnwig „R a t l o n ältst e r u n g" gekennzeichnet ist.
Aber die Rationalisierung stellt nur ein« Folge, stellt nur einen Teil! dar, was sich aus Taylors Le^nSwerk ergibt. Er selbst bezeichnet dieses als „w i f s e n s ch a f t l i ch e D e t r re b s - f übrung". Don dem, was darunter zu per- flehen ist. können wir uns am besten einen Begriff machen, wenn wir die alten handwerklichen Arbeitsverfahren sowie die, die sie ausübten, mit den neuen und den in ihnen Deschästigten vergleichen.
Vor allem einmal ist cs d e r M e n s ch s e l b st, dem Taylor seine eingehende Aufmerksamkeit zu- toanbte. Vielfach ist behauptet worben, baß er ihn zur Maschine gemacht habe. Diese Rotwend.gkeit ergibt sich keineswegs und jeben- falls nicht zwingenberweise aus bem Taylor- System. Taylor hat im Gegenteil bic Forderung auf gestellt, daß der Mensch und seine Arbeit zusammen passen müssen. Darauf hat man früher wenig, meist sogar keine Rücksicht genommen. Der Sohn des Schuhmachers wurde w eder Schuhmacher, der des Schneiders wieder Schneider. Häufig bestimmten materielle Gesichtspunkte die Berufswahl. Wenn_ sich irgendwo der Onkel Schlosser bereit erklärte, den Jungen bei sich als Lehr.ing aufzunehmen, so muhte dieser eben das Schlosserhandwerk erlernen. Rur in ganz vereinzelten Fällen wurde körperliche Eignung berücksichtigt. Der Schmied nahm nur kräftige Burschen, die die schweren Hämmer schwingen konnten. Wer körperlich über- ha,upt schwach war, wurde Schneider oder, sofern er eine schöne Handschrift schrieb, Schreiber. Die Folge mamgclnter Eignung war. daß sich viele in ihrem Beruf unglücklich fühlten, weil sie merkten, daß sie nicht vorwärts, dah sie nicht über mittelmäßige Leistungen hinauskamen. Sie blieben hinter andern zurück, bekamen schlechtere Löhne, verloren ihre Arbeit. Richt wenige verzweifelten schließlich am Leben.
Taylor stellte den Grundsatz auf, daß jeder, der einen Beruf ergreift, vorher geprüft werden müsse, ob er sich dazu eigne. Die Prüfung habe sich Vicht nur auf die körperlichen, sondern auch auf die seelischen Eigenschaften zu erstrecken. Der Feinmechaniker z. B. müsse nicht nur gelenkige Finger und ein feines Gefühl in ihren Spitzen haben, sondern er müsse aiud) über Schnelligkeit der Auffassung, über Ordnungssinn und noch manches andere verfügen. Eine neue Wissenschaft entstand, die „P sh ch o te ch nik". Sie stellt sich die Aufgabe, Verfahren für bic Prüfung der in den Beruf Tretenden aus zu arbeiten, durch die ein klarer Uebcrblid über ihre körperlichen und seelischen Eigenschaften erhalten werden kann. Aus Grund dieser Prüfung sagt man ihnen, wofür sie sich am besten eignen. Dadurch findet eine Auswahl statt, die bei geringerer Anstrengung des einzelnen unbedingt zu einer Steigerung der Leistungen führen muh. Jeder soll an den Platz gestellt werden, an den er feiner Ratur nach gehört, an dem er es zu etwas bringen kann.
Der zweite Teil des Taylorschen LebenswerkeS bezieht sich auf bic Arbeit. Hier hat Taylor mit allen Verfahren grün blich aufgeräumt, soweit sie Ermübung unb Zeitvergeudung bedeute
ten. In den alten Werkstätten hing man das Handwerkszeug schön an den Wänden auf ober man legte es in Schublaben, ohne sich viel dabei zu denken. Brauchte man ein Stück, so muhte man hoch hinauf oder tief hinunter langen. Man mußte sich bücken oder gar herumdrehen. Alles unnütze und unnötige Bewegungen, die eine raschere Ermüdung der Arbeitenden herbeifühnen. Die Zeit, die sie beanspruchten, ging für die eigentliche ^r^duktive Aroeit verloren. Taylor nimmt in zahlreiche., Berufen die einzelnen Bewegungen v.r Reihe nach durch. Er fertigt Filme an, durch die sie festgehalten werden. An den Gelenken und den Fingern der Arbeiter befestigt man. wo es nötig erscheint, kleine Glühlampen, so dah sich die Bewegungen im Film als leuchtende Linien hcrausheoen. Die gleichzeitig aufgenommene Seluntenuhr läßt die Zeit genau erkennen, die jede Bewegung erforderte. Bei diesen Arbeiten wird Taylor von seinem Schüler G i l b r e t h unterstützt, der sie nach seinem am 21. M r, 1915 erfolgten Tode weiter fortführt. Dars Studium der bei der Arbeit erfolgenden Bewegungen läßt jeden Mangel, jeden Fehler deutlich erkennen.
Auf Grund dessen, toa£ man bei den Bewegungsstudien ermittelte, werden neue Arbeitsverfahren ausgearbeitet. Das Handwerkszeug wird derart gelegt, daß es mit ge
lten Morgen, bei sonnigem Wetter, fuhren die Gespanne wieder ihrer Heimat zu.
Fußballklub 1926 Großen-Äuseck.
Durch das Ausscheiden dreier Spieler, die sich einer anderen Sportbewegung angeschlossen haben mußte Ersah eingestellt werden, der sich zwar gut behauptete, der Torhüter jedoch, ter aus der Jugend genommen wurde, war den Anforderungen nicht ganz gewachsen, er dürfte indessen für spätere Zeit Die besten Aussichten haben. Ehringshausen trat komplett an und die Mannschaft lieferte ein Spiel, das in jeder Weise gefallen konnte. Technische Feinheiten, verständnisv'lle Kombination unb ein ausgeprägtes Flügelspiel waren der Mannschaft zu eigen. Grohen-Buseck überraschte seine Anhänger aber ebenfalls nach ter testen Seite. Die Mannschaft spielte sehr einheitlich. Allerbings würben viele ter Angriffe ter Einheimischen kurz vor dem gegnerischen Tore entweder durch Lattenschüsse oder knappe Ausbälle zunichte. Das Spiel stand zur Halbzeit mit 2:1 zugunsten der Gäste. Ehringshausen holte erst kurz vor Schluß noch vier Tore auf, worunter ein Eigentor der Busecker zu verzeichnen ist. Großen- Buseck reihte einen zweiten Treffer an. Schiri Rabe (Spielvereinigung 1900) leitete äußerst sicher.
$. (Sp. 23. 1026 Steinbach.
Steinbad) I — Ettingshausen I 8:1.
Am Sonntag trafen sich die I. unb II. Mannschaft von Steinbach unb Ettingshausen auf bem Sportplatz von Ettingshausen. Die II. Mannschaft eröffnete das Turnier unb lieferte sich einen span- nenben Kampf. Steinbach trat ersatzgeschwächt an unb mußte sich ten flinken Cttingshäusem mit 3:0 beugen. Im Spiel ber ersten Mannschaft sah man eine schone Leistung der S'einbacher, die bereits in der vierten Minute den ersten Erfolg buchen konnten, dem gleich darauf ter zweite
Verwirrung im Bankhaus.
Eine unwahrscheinliche Geschichte.
Don 3- W. Bart.
Der Portier, welcher im Bankhaus Warben & Co. in seiner Loge Dienst tat, sprang mit einer Beweglichkeit, die man seiner Korpulenz nicht zugetraut hätte, aus dem Verschlag heraus, um die betreßte Koppe vorn Kopfe zu reißen und sich tief zu verneigen. Diese Aufmerksamkeit galt einem älteren Herrn mit weißem Spihbart und Monokel, der jugendlichen Schrittes durch die Halle ging. Cs war Mr. Warden in eigener Person, der Chef des Hauses. Er betrat ten Lift und beantwortete den Gruß, indem er zwei Finger an den Hutrand brachte. Dann entschwand er. Leicht grunzend ging der Portier nach seiner Loge zurück und ließ sich erschöpft in den Lehnstuhl fallen, um die unterbrochene Zeitungslektüre wieder aufzunehmen. 3m Buche des Lebens war aber vorgezeichnet, daß der arme Mann an diesem Tage nicht zur Ruhe kommen sollte, beim, als er mechanisch über bic Drille nach ter in Bewegung geratenen Drehtüre blickte, erstarrten seine Züge. Dann gab er sich einen Ruck unb stürzte zum Aufzug, wo er bie Tür aufriß unb sich gleichzeitig verneigte. Dec Chef war schon toicber gekommen, grüßte mit zwei Fingern unb schwebte mit bem Fahrstuhl nach oben. Entgeistert starrte er dem Phantom nach unb ba er im Dienst Antialkoholiker war und von Komplexen nur wußte, daß man Häuser- ansammlungen damit bezeichnete, überzeugte er sich in einfacher Weise von der Wirklichkeit, indem er sich in das Ohrläppchen kniff. Zwischen dem ersten unb zweiten Erscheinen tes Chefs lag ein Zeitraum von einer halben ©tunte, ater bas Merkwürbigc war, baß er nach bem erstenmal nicht mehr heruntergekommen war. 3n diesem Falle wäre es den Argusaugen des Portiers nicht entgangen; unb trohbem betrat er von neuem bas Haus. Da stimmte etwas nicht, das war bem Mann klar unb er wollte ten Hausbetekliv barüber befragen.
Er nahm den Hörer ab, um „Hallo" zu rufen, brachte aber nur ein „Ha—“ hervor das andere blieb ihm im Hals stecken, denn b.rch bie Drehtür betrat schon toicber ber Chef bie Halle. „Gerechter Strohsack', zitterte es burch bic Por- ticrfcclc, „bad Haus ist voller Chefs." 3ctzt konnte es nur ein.Gauner sein, ter sich als Mr.
Warten vcrkleibet hatte. Mit biefer Erkenntnis zog sich ein roter Schleier vor feine Blicke. Er zielte, bann schoß er wie ein Rashornbulle auf ten Mann zu, bet grüßenb eben zwei Finger heben wollte, wickelte um seine Hand des Erstaunten gepflegtes Dar.haar, fuhr mit der Faust zu dessen Rase herauf, um Anlauf zu nehmen, stemmte das Knie gegen seines Partners Magenhöhle und wollte ihm mit einem gewaltigen Ruck den falschen Bart herunterreißen. Darauf ertönte ein Geheul, das durch das Echo der hohen SjaPe ganz fürchterlich Hang. Der Bart war echt. Erschreckte Beamte bemühten sich alsbald um ihren Chef unb veranlaßten den Abtransport des blaffen Portiers in die 3rrenanftalt. Seine Beteuerung, daß drei Mr. Warden das Haus betreten hätten, hielt man für sichere Zeichen des Wahnsinns.
Während sich in der Halle dieser bedauerliche Dorfall abfbiclte, wunderte man sich in ber zweiten Etage, wo bie Chefzimmer lagen, über bie seelische Veränderung, die Mr. Warden an diesem Tage zeigte. Er faß zwar im Arbeitszimmer wie sonst, sah auch genau so aus unb klemmte mit ber gewohnten Geste bas Monokel ins Auge, aber er war von einer faszinierenden Heiterkeit, wie man sic an ihm noch nie wahrgenommen hatte. „Miller", sagte er zum Por- turiften, „fragen Sic einmal bei der Hauptkasse an, wieviel Bargeld vorhanden ist, denn ich benötige sofort einen größeren Betrag." Dienstbeflissen eilte der Beauftragte davon unb als er durch das Zimmer ter Sekretärin kam. fragte er sie, ob sic wisse, was der Chef hrutc habe. „Wissen Sic, was er zu mir gesagt hat?" fragte bie Dame glücklich zurück. „Er sagte, ich solle ihn von meinem Butterbrot abbeißen lassen. So nett war er noch nie."
Dom Hauptkassiercr erfuhr ter Prokurist, baß etwa 80 000 Dollar in Banknoten im heutigen Bargeldverkehr entbehrlich wären, unb dieser sagte es dem Chef. Alsbald wanderten 60 000 Dollar in das Cheszim'-^r. unb ter Herr des Hauses verstaute sic in eine Aktentasche. Dann telephonierte er mit bem Hausdetektiv und schickte ihn mit einem Auftrag weit fort, ilm diese Zeit betrat Mr. Warden II. das Gebäude und, wie erwähnt, wunderte sich ter Portier, seinen Ches zum zweitenmal erscheinen zu sehen. 3n ter oberen Etage ging ter Mann direkt auf das Chefzimmer zu unb trat ein. Mr. Warden I. faß noch in seinem Lehnstuhl, aber cs war ihm gerate eingefallen, baß cs Zeit sei. sich aus bem
Staube zu machen, nachbem er so gut unb ausgiebig Bankier gespielt hatte. Er toar nämlich in seinem Hauptberus ter UniDerfalga ncr Fox, ber ber Polizei durch seine Missetaten schweren Kummer bereitete. Seine Spezialität waren Der- wandlungskünste und er verstand es meisterhaft, in ber Maske verschiebener Persönlichkeiten seine kapitalkräftigen Mitmenschen hineinzulegen. Augenblidlich mimte er ten Bankier Warben, nachdem er bas Original burch eine fingierte Dorladung nach bem anbern Ente von Chikago gelodt hatte. Es berührte ihn daher sehr unangenehm. als bie Tür aufging unb Mr. Warben eintrat.
Da geschah aber etwas Sonberbares. Der Cintretenbe war gar nicht erstaunt, einen Doppelgänger anzutressen, sondern reichte diesem die Hand und entschuldigte sich außerdem. „Sie staunen. Mr. Warden", erklärte er, „daß Ihr Spiegelbild frei umherläuft, aber ich habe eine angenehme ileberrafdjung. und Sic werden daher verzeihen, daß ich mir erlaubt habe, mich in Sie zu verwandeln." Sprach's und stellte einen weißen Spihbart neben sich auf den Schreibtisch. „3ch bin's."
„Leiter", dachte ter große Gauner und knickte zusammen, denn er hatte ten berühmten Detektiv Craggs erkannt und erwartete das Ente. Mit wachsendem Staunen vernahm er daher die weiteren Ausführungen tes Kriminalisten:
»Als Sie mich neulich mit ter Aufgabe betrauten, das Verschwinden eines Perlenhalsbandes Ihrer Frau Gemahlin aufzuklären, dachte ich gleich, daß das Schmuckstück sich noch in Ihrem Hause befinden müsse. Sorgfältige Rach- forschungen über das Vorleben Ihrer Dienerschaft ergaben, daß eines ter Stubenmädchen an Kleptomanie gelitten habe, womit ter Fall sehr einfach wurde. Es hantelte sich jetzt nur noch darum, das Versted zu finden und ba Sie mir jete Vollmacht gegeben hatten, erlaubte ich mir, in Ihrer Maske bie Wohnung zu betreten und als Mr. Warten das Mädchen zu einem Ge- stänbnis zu bewegen, ba Kleptomanen Fremden gegenüber stets verstockt sind. Ich habe mich nicht getäuscht und Sie werten zufrieden sein. Hier ist ter Schmuck."
Ratürlich war Fox zufrieden; gerührt streichelte er den großen Detektiv, bann steckte et bie Perlen in bie Tasche unb läutete dem Prokuristen. „Miller", sagte er zu ihm, „führen Sie ten Herrn sofort zur Kasse imb lasten Sie ihm 2000 Dollar
folgte. Ettingshausen rückt fobann etwa« auf. fand aber in tein Schlußtrio tes Gegners ein schwer zu nehmendes Bollwerk. Ein Elfmeter für Steinbach tourte unhaltbar verwandelt. Schließlich wurden mit 4:0 die Seiten gewechselt. Etsingshauscn kam bald nach Anstoß durch ein Mißverständnis ter Steinbacher Hintermannschaft zum Ehrentor, dem die Gäste noch vier weitere Erfolge entgegensetzten.
Geräte-ÄZetturuen
de» 3. Bezirks des Gaues Hessen der DI.
Am Sonntag fand in Geiß-Ridda das Geräteturnen des 3. Bezirks statt. Am 2lbend vorher veranstalteten der Ortsverein und der Bezirksverein gemeinsam einen Werbeabend in ter neuen Turnhalle, ter sehr gut besucht war. Der Turnverein stellte die in ter DT. bekannten plastischen Gruppen „Knechtschaft, Aufruhr. Freiheit" sehr wirkungsvoll; die Turner.nnen aus Echzell zeigten ihr Kön. en in rhythm schen Hebung n. Das Volks- ftüd, „Andreas Hoser', g.schickt aufgeführt, ging mit großem Beifall über die Bühne. Die Turn- tocttiämbfc, die am Sonntag zum Aus trag gelangten, hatten viele Zuschauer herbeigelockt, die ang.rcgt und aufmerksam bic Hebungen an ten Geräten unb die sonstigen Darb etungen versolg- tcn. Besondere Leistungen zeigte die von Bezirks- turntoart Ze schky zusammengestellte Bezirksriege. Die gesamte Veranstaltung nahm einen harmonischen Verlauf.
Handball im Labn-Oünsberg-Gau.
To. Londorf H — To. Avendorf 1:1 (1:1).
Zu diesem Spiel trat Londorf nur mit neun Mann an, spielte aber doch durchweg überlegen. Bis zur Pause waren beide Mannschaften je einmal erfolg reich, ein Ergebnis, das bis zum Schluß keine Aende, rung erfuhr.
50 Jahre Turnverein.
Der Turnverein V i 1 b c I .(DI.) begeht in diesem Jahre sein 50jähriges Jubiläum durch Geräte- und Aolksturnwettkampse, die für bas Gebiet des Mittelrheinkreises offen find.
Heimische Ausscheidung für die Gerätemeisterfchast der OT. Am 26. April finden in Essen die Deutschen Geräte Meisterschaften statt, für die die vom Turnausschuß der DT. letzthin beschlossenen neuen Wettkampfbestimmungen bereits Gültigkeit haben. Der heimische Mittelrheinkreis kann zehn Geräte- turner nach Essen entsenden. Um sie festzustellen, findet nächsten Sonntag in D a r m st a d t ein A u s - jcheidungsturnen statt. Dafür lagen bei Schluß des Meldetermins die Anmeldungen folgender bekannter mittelrheinischcr Geräteturner vor: Frey (Kreuznach), Kipp (Klein-Auheim), G e n ß (Mainz. Kastel), Krimmel (Kostheim) Fiedler (Darmstadt), K. Haßler, Robert Haßler und Helmer (Frankfurt a. M.-Bornheim), Härnis (Nie- berrab), R. Seth (Großen-Linden). Ausfallend ist, baß vom Gau Hessen außer Seth nicht auch S i n n - well (Bad-Nauheim) in der Meldeliste vermerkt ist, zumal dieser als vorjähriger 6. Kampfspielsieger in Breslau unb 3. Kreisturnfestsieger in Hanau sichere Aussichten auf gute Placierung hätte.
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Mannschaften des Gaues Hessen im Kunstgerälekurnen.
Nächsten Sonntag findet ber Kunstturnkampf ber althessischen Städte Alsfeld, Treysa und Ziegenhain in Alsfeld seine erste Wiederholung. Der dem Gau Hessen angehörende Tv. Alsfeld steht in diesem Kampfe zwei Vereinen des Oberweserkreises gegenüber.
Ein neuer Gerätewettkampf wurde dieser Tage zwischen Tv. 1860 Bad-Nauheim (Gau Hessen), Tgde. Hanau und T. u. Fechtklub Fulda vereinbart. Diefem Kampf dreier sehr leistungsfähiger Turnvereine, der erstmals am 3. Mai in Hanau zum Austrag kommt, sieht man in Turnerkreisen mit lebhaftem Interesse entgegen.
austezahlen. die Anweisung unterschreibe ich später." Mit gegenseitigen Dankestezeugungen verabschiedeten sich die beiten Herren. Der Detektiv hatte seinen Spihbart am Schreibtisch stehen gelassen unb Fox klebte ihn an bic Wanb, wo er sich wie ein Ansilopenhorn ausnahm.
Mittlerweile hatte sich unten in ter Halle bic eingangs erwähnte Szene abgespielt; ter Leibtragente toar ter wirkliche Mr. Warten. Er war etwas früher in bic Dank gekommen als Fox annahm. Als er sich naeß bem Attentat notbürftig erholt hatte, bestieg er gekränkt ten Lift, fuhr nach eben unb massierte batei seine schmerzende Ecsichtshaut. Aussteigend sah er sich dem Detektiv gegenüber, klemmte das Monokel ins Auge unb freute sich, enblich wieder einem vernünftigen Menschen zu begegnen. „Ah, ba ist ja mein lieber Craggs I" begrüßte er ihn.
Die Welt meinte es aber an diesem Tage schlecht mit Mr. Warten. Der Detektiv sah ihn einige Sekunden verwundert an, dann schob er zweimal den -Unterliefet vor unb zurück und sagte: „Ha, bas riecht nach Fox." Wie wenn er bet bem Portier gelernt hätte, faßte er dem Bankmann in den Bart, beschrieb mit ter wickelnden Hand eine Wendeltreppe, stemmte das Knie gegen ten Magen tes Unglücklichen und mühte sich, dessen Bart abzuziehen. Während ter Detektiv staunte, daß dies nicht gelingen wollte, schrie Mr. Warten aus ausrichtigem Schmerz und über das doppelte älnrecht, das er erlitt. Dann massierte er in ehrlicher Empörung den Detektiv mit leichtem Kinnhaken. Diesen günstigen Augenblick benützte Fox zu feinem Abgang.
„Rur so weiter, junger Mann!" klopfte er im Vorbeigehen dem Kriminalisten auf die Schulter unb entschwanb.
„Hat man mir auch ten Bart ausgerissen?" rief ter Bankier bem Gauner nach, tenn er war so aufgeregt, baß er diesen infolge der großen Aehnl ich leit für sich selbst hielt. Fox war aber schon dahin, unb an diesem Tage triumphierte bas Laster.
Der Detektiv bekam infolge tes Aergers eine leichte Gelbsucht unb bald darauf ein freundliches Schreiben:
Sehr geehrter Herr Craggs, ich glaube, Sie werten zu dick und eignen sich nicht mehr zum Detektiv. Werden Sie Leber Schriftsteller und schreiben Sie eine Geschichte.
Das ist hiermit geschehen.
(Deutsch von Ralph Urban,}


