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Die Avt der hessischen Anwärter des höheren Lehramts.

Warnung vor dem philologischen Ltudium.

Dom Hessischen Philologen-Der- band geht uns eine Zuschrift zu. in der u. a. gesagt wird:

Die Lage der hessischen Anwärter des höheren Lehramts, die schon seit Jahren trostlos ist, hat sich in der letzten Zeit durch Maßnahmen der hessischen Regierung weiter verschlechtert. 3m Dezember wurde die Gesamtheit der hessischen Anwärterschaft durch die vom Landtag be­schlossene Kürzung der Anwärtervergütungen schwer betroffen: der neue Staatsvoranschlag 1931 verkümmert darüber hinaus den hessischen An­wärtern des höheren Lehramts ihre schon seither so dürftigen Anstellungsauslichlen.

Ss ist in der Oeffentlichkeit nicht genügend be- kannt, wie rigoros das Gesetz vom 10. Dezember 1930 die Bezüge der hessischen Anwärter beschnitt und wie beispiellos dieses Vorgehen Hessens in ganz Deutschland ist. Die Einkünfte der hessischen Anwärter bleiben erheblich hinter denen der An­wärter gleicher Dienstkategorien in anderen deut­schen Landern zurück. Auf die Studienassessoren wirkt sich die finanzielle Benachteiligung so stark auS. daß der hessische Studienassessor im 6. Dienst­jahr noch um 640 Mark in seinem Jahreseinkom­men hinter dem zurückbleibt, was sein Kollege Baden, Bayern, Sachsen und Württemberg schon im 1. Dienstjahr bezicht.

Die neue Regelung der Anwärtervergütungen trifft gerade die Anwärter des höheren Lehramts besonders schwer, weil durch die nun schon seit Jahren planmäßig vollzogene und im neuen Vor­anschlag fortgeführte Verminderung der Stellenzahl ihre Anstellungsaussichtei^ immer schlechter geworden sind. Wenn der Staats­

voranschlag 1931 ein halbes Hundert akademischer Lehrerstellen an höheren Schulen erneut aus den Inhaber setzt, so bedeutet das eine völlige Anstellungssperr« in der philologi­schen Laufbahn für fünf bis sechs Jahre! Dazu gehen die Aussichten für hessische Anwärter, im höheren Schulwesen außerhalb Hessens ein Unterkommen zu finben, von 3ähr zu 3ahr zurück, da heute überall ein Lieberangebot eigener Kräfte vorhanden ist. 3a. es wird in Preußen sogar erwogen, den nichtpreuhischen An­wärtern zu kündigen. So werden bis 1936 un­gefähr 1OOO hessische Anwärter deS höheren Lehramts stellenlos sein! Ss ist völlig unersichtlich, waS mit diesem Strom des Rachwuchses geschehen, wie er untergebracht wer­den soll.

Lim den Zustrom zu regeln, hat sich jetzt die Regierung zu der Einführung einesnumerus clausus für den Philologenberuf entschlossen. Diese Rotmaßnahme ist zu spät getroffen worden: man hätte schon vor Jahren nach wirksamen Maßnahmen LImschau halten müssen, um Angebot und Rachfrage einigermaßen aufeinander abzu- stimmen.

Die A u s s i ch t e n für Len philologischen Rach- wuchs sind so katastrophal schlecht, daß man jedem Studenten der Philologie den Rat erteilen sollte, sich nach Möglichkeit beizeiten nach einem anderen Beruf umzusehen, oder aber sich keiner Täuschung darüber hinzugeben, daß er in der philologischen Laufbahn mit einer Warte­zeit von mehr als einem Dierteljahrhundert zu rechnen hat. An alle Abiturienten sollte man, wenn man ihnen wohl will und sie vor schweren und zermürbenden Enttäuschungen bewahren möchte, die ernsteste und eindringlichste War­nung vor dem Studium der Philo­logie richten damit die jungen Menschen nicht ihre finanziellen und geistigen Kräfte auf ein Studium wenden, an dessen Ende das Richts steht.

Oeutschland-Zlug 1931.

An Stelle des Europa-Rundfluges, der auf deutschen Antrag hin bekanntlich nur nod) alle zwei 3ahre stattfindet, wird der Aero-Club von Deutschland in diesem 3ahre am 15. und 16. Aug. denDeutschland-Flug" organisieren. Der neue Wettbewerb besteht wie der Europa-Runds lug au« einer technischen Prüfung und einem Strecken­flug, mit acht Landeplätzen über insgesamt 2000 Kilometer. Die technischen Prüfungen in Staaken werden vor dem Streckenflug abgewickelt, da die Besten dieser Konkurrenz auf dem eigentlichen Fluge in Form vonOutminutcn Vorgaben erhalten und auf diese Weise ein Handicap- Rennen für Flugzeuge geschaffen wird. Hm den Grundgedanken des Handicaps zu erreichen und gleichzeitig zu erzielen, daß der Erst-Ankom- mende auf den Zwangslandeplähcn und beim Lieberfliegen des Zielbandes am Start- und Ziel- Hasen Berlin-Tempclhof tatsächlich jeweils der Erste der Gesamtwertung ist, werden für jeden Tag feste Etappen und Zwangsaufenthalte vorge­schrieben. 3m Gegensatz zu den 3nternationalen Rundflügen ist hier dem Piloten also die freie Hand genommen. Der Wettbewerb ist offen für deutsche und österreichische Leichtflugzeuge der 1. und 2. Kategorie.

Stallmeister a. O. v. Goehen f.

3n seiner Wohnung in Hoppegarten ist am Mittwochfrüh der langjährige Führer des deut­schen Rennsports und Vorsitzende der Obersten Rennbehörde. Landesstallmeister a. D. Hans v. Goehen, an den Folgen einer Grippe und Lungenentzündung im 77. Lebensjahre gestor­ben. 3m Rennsport führte der Verstorbene als Vorsitzender der Obersten Behörde für Voll­blutzucht und Rennen noch bis Ende vorigen Jahres die Geschäfte und legte erst kurz vor den letzten Wahlen sein Amt aus Gesundheits­rücksichten nieder.

131-km-Geschtvindigkeii auf Skiern.

Der St. Moriher-Kilorneter-Lancä" fand am Montag auf einer eigens hierfür abgesteckten 150-Meter-Strecke auf dem Corviglia seine zweite Wiederholung. Die im Vorjahre von Gustav Lantschner (3nnsbruck) auf Spezial-Renn- skiern erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit von 105,675 Stunden-Kilometer wurde diesmal nicht gan$ erreicht. denn der Einheimische Cesare CH log na brachte es nur auf ein Stundenmit­

tel von 104,652 Kilometer, er fuhr aber zwischen zwei obgesteckten Punkten auf dem steilsten Teil der Strecke mit 131,762 Stund.-Kilom. die über­haupt größte Geschwindigkeit. Der Schweizer Abfahrts-König" David Zogg wurde mit einer Leistung von 104,220 Stund.-Kilom. Zweiter vor Albrecht Stoll (Salzburg), der auf Touren- Skiern mit 101,664 Stund.-Kilom. die VorjahrS- bestleistung um vier Kilometer überbot und in dieser Kategorie Sieger blieb.

SkiKursuö

des Deutschen Kanu-Verbandes.

Das Wasserwandern im Kanu und der Ski­lauf sind zwei Sportarten, die sich in idealer Weise ergänzen. Bietet doch der Skilauf dem Kanufahrcr in der Winterzeit di« beste Ge­legenheit, sich auf Sliwanderungen in der Ra- tur zu tummeln und dabei zugleich Sport zu trei­ben. Der Skiläufer hat sich in vielen Fällen dem Wasscrwandern während der Sommer­monate zugewandt. Aus diesem Grunde sind vielen Kanuvercinen Sligruppen und den Eki- vereinen Kanugruppen angegliedert worden. Auch die Gießener Paddlergilde hat eine Ski­abteilung geschaf en, die in den benachbarten Gebirgen eifrig dem Skilauf huldigt. Ski-Ver­band und Kanu-Verband haben diesen engen Zusammenhang ihrer beiden Sportarten auch bereits vor Jahren durch einen Freundschafts- Vertrag bekräftigt. Run hat vor kurzem der Deutsche Kanu-Dcrband seinen ersten Ski-Kursus veranstaltet, den der Bayern-Kreis organisierte und in seinem Gebiet beim Spitzinghaus nah« Schliersee abhielt. Etwa 60 Kanufahrer, haupt­sächlich aus Rord- und Mitteldeutschland, be­nutzten die Gelegenheit, mit Verbairdskarnera- den zusammen die Anfangsgründe der weißen Kunst zu erlernen. Fortgeschrittene konnten ihr bereits vorhandenes Können erweitern. Der gute Erfolg dieses ersten Ski-Kursus wird di« Veran­staltung zu einer alljährlich wicderkehrenden Er­scheinung machen.

Am Sonntag, 22. Februar, findet bei günstigen Schneoverhältnissen (derzeitige Schneehöhe 30 bis 50 cm Pulverschnee) in der Gegend von Königsberg und Hohensolms ein L a n g l a u f (zirka 4 bis 5 km) und ein Abfahrts-Hindernislauf (zirka 0,8 km) um die Ski Meisterschaft der P a d d - lergildeGießen statt. Außerdem können DSV.- Mitglieder an den Läufen teilnehmen.

Rückschau auf Oberhof.

Die durch tiefe Schneelage und trotz wechseln­der Temperaturen günstige Ski-Föhre ausgezeich­neten Tage von Oberhof sind zu Ende. Die FIS.- Vertreter sind wieder nach allen vier Windrichtungen abgereist und die Lauser der nordischen Nationen, die Sieger in ollen Wettbewerben, in ihre Heimat zurückgekehrt.

Am Samstag begann die Wanderung vom tief gelegenen Bahnhof Oberhof noch dem Kurort, der für Tage Mittelpunkt der europäischen Ski-Welt wurde.

Zu Fuß. auf Brettern, in Schlitten und Auto» zogen Taufende von Sportvlcuten und Schau­lustigen zum Startplatz

an der Tambacher Straße und vor allem in den waldigen Talgrund, in dem die Hindenburg-Schanze: dieschönste Deutschlands" in unglaublich kühner Linie sich hoch hinaufschwingt. Trotz aller Anerken­nung, die man den Oberhofern für die Vorbereitung einer so gigantischen Veranstaltung spenden muß, ging doch das allgemeine Urteil dahin, daß der Publikumszustrom, der am Sonntag seinen Höhe­punkt erreichte, den viel zu engen Rahmen zu sprengen drohte, und daß die örtlichen Behörden einem solchen Riesenrennen denn doch nicht gewachsen waren. Die Verpflegungs- b a s i s war viel zu klein und obendrein nutzten die Oberhofer die F ÄS. Ä o n j u n f t u r durch über­mäßige Prcisfordcrungen weidlich aus. Als Kurio­sum sei vermerkt, daß die Verkehrspolizei am Samstag und Sonntag während des Springens das Anschnallen im Ort verbot

So sehr man im einzelnen an der Verkehrs-, Unterkunfts. und Verpslegungsbasis in Oberhof Mängel zu rügen hat, so uneingeschränkt muß man die technische Durchführung der Rennen selbst an­erkennen. Die Langlauf, und Dauerlaufstrecke war bis ins Kleinste ausgetüftelt. In Profilierung, Ab­steckung und Vorspur-Arbeit merkte man die Rou­tine des alten NorweqeivFahrers und Thüringer

Der 19jährige Norweger Birger Ruud bei seinem Rekordsprung über 58,50 Meter.

Langläufers Gustav Rüther. So sehr auch gerade diese typische Norweger-Streckenführung den nordi­schen Teilnehmern zustatten kam, so furchtbar wird sich die Abkehr von alpinen Methoden, der Verzicht auf jedeKraftmeierei" bei der Streckenführung zugunsten der deutschen Läufer ausgcwirkt haben. Absolut betrachtet, waren die Leistungen der Thü­ringer, Schlesier und Bayern in jeder Hinsicht be­friedigend.

3m 18-Kilometer-Langlauf placierten sich von neun startenden Rorwegern und von vier Schwe­den je drei, von 28 Deutschen ebenfalls drei und von zwölf Tschechen nur einer. 3nteressant ist, daß ein Schnelligkeits-Rekordmann wie der Par- senn-Sieger David Zogg im Langlauf erst an 54. Stelle (!) landete. Man ersieht hieraus klar, wie wenig auch die Skilangstrecke mit dem eigent-

Der Norweger Gröttumsbraaten, der den 17-km-Langlauf mit 1:23,54 gewann.

ltchen skitechnischen Können zu tun hat, wie sehr sie vielmehr vom Dauertraining und tonbitio- neller Vorbereitung abhängt. 3m

Sprunglauf der verschiedenen Klassen ist der Llnterichied zwischen den Rorwegern und Mitteleurvpäern in Oberhof weit geringer in Erscheinung getreten. Für die Rorweger war die Schanze in ihrer technischen Form ein Kinder­spiel. Die zierlichen Kerlchen wie Birger Ruud und der junge Andersen fcgencn über Die Kante in die Tiefe als gäbe es für sie keine Schwerkraft und keine Gleichgewichtsprobleme. Ein Mann von der Gedrungenheit eines Gustl Müller hatte es naturgemäß weit schwieriger, gute Figur in der Luft zu machen. Vielfach hielt man seine schlechte Placierung in der Kombi­nation gerade deswegen für ungerecht, mag sie nach Punkten auch noch so genau errechnet sein. Denn er der Mann, der dreimal hinterein­ander die Deutsche Skimeisterschast gewann ist und bleibt trotz alledem der leistungs- fähigste deutsche Skiläufer, der einzige, der im alpinen Gelände mit Schweizern und Tschechen, ja vielleicht sogar mit Rorwegern, Schritt zu halten vermag.

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DerFranzoseHostin stellte im beidarmigen Stoßen der Halbschwergewichtsklasse mit 153 kg einen neuen Weltrekord im Gewichtheben auf.

Vivi Ann« Halten, Schwedens Eiskunst­laufmeisterin, hat ihre Meldung zu den Welt­meisterschaften am 28. Februar uno 1. März im Berliner Sportpalast abgegeben.

Änefkasten Oer Redaktion

Otto Sch. in D. 3m Verlag Offene Worte, Berlin W 10, ist das BuchDeutsche Wehrrnacht- Gintellung" erschienen, bas die gewünschten An­gaben enthält.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt R r. ,1 2 vom 17. Februar enthält: Bekämpfung von ansteckenden Krankheiten. Prüfung von Lichtspielvorführern. gelbereinigung Annerod.

(Schluß des rebaftlonellen Teils.)

40 v. h. unter Friedenspreis, sind heute Automobile zu kaufen. Ein« Erscheinung, die am auffälligsten die große Nationalisierung und schärfste Kalkulation im Automobilbau zeigt. Bei dem BMW. wurden bei den neuen Modellen 1931 ohne Erhöhung der Ver­kaufspreise eine ganze Reihe von Neuerungen vor­genommen: vergrößerte und verstärkte -Ganzstabl- tarosserie, neue Form und reichere Ausstattung. Am bedeutsamsten aber ist der Einbau der Schwingachse. BMW. ist der erste Vierzylinder-Kleinwagen, der mit Schwingachse serienmäßig gebaut wird, daher die ausgezeichnete Kurvenlage, die erhöhte Fahr­sicherheit und größere Durchschnittsgeschwindig'eit.

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