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litifche Lage Die Fraktion stellte sich ein­mütig auf den folgenden Standpunkt: Die Rü­st u n g - s r a g e fei zu einer klaren Entscheidung reif. 3m Interesse des europäischen Frieden- müsse dem deutschen Volk endlich die Wehr­hoheit,urückgegeben werden. 2lb,ulehncn sei vor allem jede durch einzelne technisch-militä­rische Zugeständnisse erkaufte Anerkennung der Versailler Gntwafsnung-beslimmungen. Auch in der Tributfroge ergebe sich die Unsinnigkeit des Versailler Vertrages und der Äricg»-- schuldlüge. Rur eine bewußt nationale Politik könne Deutschland vom Druck der französischen Militärpolitik befreien und die Möglichkeit schaf­fen, den deutschen Proletarier zum Eigentümer und Staatsbürger zu machen.

Gtaatspartei und Notverordnung.

Milderung überhöhtcrAgranölle gefordert

Berlin. 17.De). (DDZ.) Die Fraktionsge» meinschaft der Deutschen Staatspartei nahm im Reichstag in Anwesenheit des ReichS^inanzmini- sterS Dietrich, der Vertreter des FraktionS- vorstandes und der preußischen LandtagSsraktion eine eingehende Beratung der Vierten Rotverord- nung vor. Ungeachtet aller Bedenken erkannte die Fra't'on an. daß die Rotverordnung einen umsassendenernsten undstarkenVer- such zur Milderung derschwerenRot darsteut. Besonders begrüßte sie, daß hier zum ersten Male unternommen werde, den weiten Krei­sen der Verbraucher. Beamten. Angestellten, Arbeiter und Sozialrentner die ihnen wieder zu­gemuteten schweren Opfer durch eine durch­greifende Senkung der Preise und Lebenshaltungskosten tragbar zu machen. Tie Fraktion bedauert jedoch die Lücke in ter Rotverordnung, die dadurch entstehe, daß man an den überhöhtenZöllen. namentlich Agrarzollen, vorübergegans-en sei. Die Aus­füllung dieser Lücke wurde gefordert. 3m übrigen erwartet die Fraktion, daß die Regierung f ü r einewirksameundgerechteDurchfüh- rung der Preissenkung sorgt, und daß die Bestimmungen zum Schuhe desin­neren Friedens so angewendet werden, daß sie den Grzessen des Radikalismus Einhalt ge­bieten. Ferner erwartet die Fraktion noch die Milderung verschiedener Härten Lurch die Ausfü^rungsbestimmungen. S.e Wil nach deren Erlaß zu den einzelnen Teilen Anträge stellen.

Eine neue Notverordnung in Hessen?

Ter Ausgleich dcö Staatshaushalts.

WSR. Darmstadt. 17. Dez. Wie die Offenb. 31g. meldet, soll in aller Kürze eine hessische Notverordnung, die den Finanzaus­gleich mit den Gemeinden durch Bereit­stellung entsprechender hessischer Mittel regelt, er­scheinen. Zu dieser Meldung erfahren wir: 3n Hessen wird auch unter Berücksichtigung der dem Lande auS der letzten Reichsnotverordnung ent­stehenden Einsparungen daS Defizit. daS der Finanzminister kürzlich mit 8 bis 9 Millionen Mark bezeichnete, nicht auSgeräumt. Es dürfte richtig fein, daß innerhalb des Finanz­ministeriums Besprechungen im Gange sind, um unter allen Umständen einen aus­geglichenen Etat durchzuführen. Ob aber eine bevorstehende Rotverordnung schon in den nächsten Tagen zu erwarten ist. ist kaum anzu- nehmen.

Der Vorsitzende des 3. LandtagSauSschusseS lPetitionsausschusses) hat die Mitglie­der für Dienstag zu einer Sitzung eingeladen. Es werden lediglich Wahl- oder Mandats­anfechtungen zur Aussprache stehen. Reben der Mitteilung des Landeswahlleiters über den Ausgang der Wahl vom 15. Rovember wird auch der Präsident des Staatsgerichtshofes die An­fechtungsklage der Landtagswahlen durch die Wirtschaftspartei Hessens be­kanntgeben. Gleichzeitig wird der sozialdemokra­tische Antrag auf Ungültigkeitserklä­rung der Mandate der nationalsozialistischen Abgeordneten Lenz. Döring und Hauer behandelt werden, der damit begründet wird, daß die ge­nannten Abgeordneten entgegen den Vorschriften deS LandtagSwablgeseheS am Wahltage nicht in Hessen wohnten, sondern heute noch in Heidelberg, Wiesbaden und Frankfurt. Ebenfalls wird die umstrittene Wahl deS Abgeordneten Schäfer, Offenbach, einen Gegenstand der Beratungen bilden.

OieSiaaisiheaierin Preußen. Kassel und Wiesbaden sollen die -Heater selbst übernehmen.

Berlin, 17. Dez. (TU.) Die Mitteilung über die baldige Schließung der preußischen Staatsthea­ter Wiesbaden und Kassel sowie des Ber­liner Schillertheaters Haden einen Pro­teststurm der betreffenden Gemeinde- Verwaltungen ausyelöst. Die Regierung weist darauf hin. daß eine Kürzung der Zuschüsse für die genannten Theater einer endgültigen Schließung der Betriebe nicht gleich- z u s e tz e n sei. 3n diesem Sinne dürfte der Kultus­minister Pläne in Erwäoung gestellt haben, die staatlichen Betriebe mit ihrem geeigneten Fundus und Einrichtungen den Gemeindeverwal­tungen kostenlos zur Verfügung zu stellen, so daß die Weiiersühruna der Theater­betriebe entweder al» gemischt wirtsä)aftliche ober private Betriebe ermöglicht werden würde. Eine Ent. scheidung ist noch nicht gefallen. Fest steht nur, daß da» Finanzministerium mit Rücksicht auf den Fehl­betrag sich außerstande steht, für das kommende 2ahr die Zuschüsse an die Staatstheater weiter zu zahlen. Dagegen ist beabsichtigt, diese Zuschüsse noch wahrend der gegenwärtig lau- fenben Spielzeit weiter abzuführen. E» sei im übrigen zu erwägen, daß die Theater ersucht werden, sich ebenso wie die Theater anderer großer Gemeinden auf eigene Fuße zu stellen.

Lohnvereinbanmg im Buchdruckgewerbe.

Berlin, 18. Dez. (TU.) Zwischen den Tarif- Parteien des Buchdruckgewerbes ist folgende Vereinbarung getroffen worden: Der bis zum 30. Rovember 1931 in Geltung gewesene Lohn­tarif wird unverändert bis - um 31 De­zember 19 31 verlängert Mit Wirkung ab 1. 3anuar 1932 wird auf Grund der vierten

Oie Arbeit des Reichskommiffars für Preisüberwachung.

Oie Handelsspanne bei Brot und Fleisch. Oie kommunalen Verkehrs, und Werktarife.

Berlin, 17. Dez. (TU.) Sklchskommifsar G o er­de l e r äußerte sich heute vor Pressevertretern über die Ergebnisse seiner bisherigen Tätigkeit. Degen der Senkung der Brotp reise Hot Ooerbe- (er den Bürgermeistern der Städte über 100 (XK) Emwohner bestimmte Vorschläge gemacht, auf die er noch in dieser Woche eine Antwort erwartet. Goerdeler hofft infolgedesien, die Brotpreisfrage noch vor Weihnachten möglichst einheitlich regeln zu können.

Wegen der Jleischpreije schweben »ur Zeit noch Verhandlungen mit dem Deutschen Fleischerverband über eine Herabsetzung der Preisspanne, die ört­lich überall verschieden ist und teilweise außerordentlich schwankt. Goerdeler hofft, _ diese Verhandlungen noch heute abschließen zu können. Es wird wahrscheinlich dazu kommen, daß der Deutsche Fleischeroerband von sich aus in eine Herabsetzung der Spanne für zunächst drei ÜJlonatf einwilligt, vorbehaltlich einiger Aenderungen für Städte, wo die Voraus- setzungen für eine einheitliche Senkung nicht in vol­lem Ilmrange zutreffen.

A u s Wunsch des Einzelhandelsver­bandes hat sich Goerdeler ferner mit einer für das Weihnachtsgeschäft wichtigen Frage, nämlich der Preise für Haus- und Küchengeräte beschäftigt und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß die Preise für diese Gegenstände auf etwa 10 o. H. über den Preisen der Vor­kriegszeit liegen. Selbstverständlich werden trotz dieses Verhältnis mäßig niedri­gen Preises aud) hier d i e Senkungs­möglichkeiten noch weiter geprüft werden.

Schwieriger als bei Brot und Fleisch wird sich die Preissenkung für Gemüse, Eier usw. durchführen lassen wegen der verschiede­nen örtlichen Bedingungen. Um eine gewisse einheitliche Linie innezuhalten, sollen die kommunalen und Landesbehörden durch eigene Kommissare die Preissenkungsaktion durchführen. 3n Berlin hat sich der Flcischpreis in den letzten Tagen bereits etwas nach unten bewegt.

3m Hinblick auf das bevorstehende Weihnachts­geschäft sind an den Preisscnkungskommissar aus den verschiedensten Kreisen zahlreiche Wünsche herangetragen worden, die Einzelhandelspreise möglichst noch vor Weihnachten zu senken- Heber die örtlichen Derkchrstarife sind in den letzten Tagen in verschiedenen Verhandlungen mit den beteiligten Stellen Verfahrenswege fest­gestellt worden, um die Verkehrstarife zu senken. Die für Berlin in Aussicht genommene Sen­kung der Verkehrstarife stellt einen wesentlichen Schritt in der Richtung der Ver­kehrstarife dar. Gördeler nimmt an, daß a b 1. 3anuar auch die S t r a ß e n b a h n v e r - toaltungen im übrigen Deutschland dem Berliner Beispiel gefolgt fein würden.

3nderGas-undElektrizitätsprels- frage fei behauptet worden, daß eine Senkung

der Kohlen- und KokSpreise zweifellos auch hier PreiSfenkungSmöglich.'eiten eröffne. Gördeler wies demgegenüber darauf hin, daß für gewiffe Ge­biete die Senkung der KohlensyndikatSpreise über­haupt keine Rolle spiele, da in einzelnen Ge­bieten jo nicht nur Syndikatskohle, sondern bei­spielsweise auch obcrschlef.sche und englische Kohle verbraucht würden Die Frage der Gas- und E.e.t.izitätSpr: fe sei deshalb schwieriger, als die P.ewsen.ung auf anderen Gebieten, da hier die Finanzzuschläge eine erheblich« Roll« spielten. Auch hier dürfe nichts unternommen werden, was sich später bei der allgemeinen Finanzpolitik rächen würde. Trotzdem habe er den Verwaltungen der Gas- und Elektrizitäts­werke gewisse Momente, z. B. auf dem Gebiete des ZinS - und LohnwesenS eröffnet. Es handele sich hier um eine Frage deS Vertrauens in die örtlichen Derhältniffe. Die Verwaltungen der deutschen Gaswerke, ebenso wie deS Deut­schen Städtetages stünden grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß die Preissenkung in wirtschaft­lich gedrängter Form m i t g e m a ch t werden müffe. Die einfachste und schnellste Form fei nach Ansicht GördelerS In der Gas- und SlektrizitätS- frage, auf die Schlußrechnun g einen Rabatt zu gewähren. 3n der Wasser- Preisfrage bedürfe eS ebenfalls einer Prü­fung der örtlichen Verhältnisse.

Oie Verordnung über Preis­schilder und Preisverzeichnisse.

Ab 1. Januar im Bäcker-, Metzger- und Friscurgcwcrbe.

Berlin, 17. Dez. (TU.) Der Reichskom - m i H a r für Preisüberwachung Dr. G o e r- betör hat nunmehr die angekündigte Verord­nung über Preisschilder und Preis­verzeichnisse erlassen. Die Verordnung be­stimmt, daß ab 1.Januar 1932 für Brot- und Kleingebäck, FrischfleischjederArt und imFriseurgewerde von den Geschästinhabcrn gut sichtbare Preisschilder und Preis­verzeichnisse zum Aushang gebracht werden müßen. Bei Brot, und Kleingebäck sowie bei Frischfleisch ist außer dem Preis auch stets das Gewicht anzugeben. Die Verordnung giU sowohl für den Verkauf in Läden wie auch für den Verkauf auf dem Warenmarkt, in der Markthalle und im Straßenhandel.

Die obersten Landesbehörden sollen die Polizei­behörden anweisen, die Befolgung der erlaßenen Vorschriften durch polizeiliche Verfügung anzuordnen. Ferner sollen die obersten Landes- beworben dem Preiskommissar Nachricht geben, wenn infolge hartnäckiger und böswilliger Zuwiderhand- lung gegen die Vorschriften in dieser Verordnung die Schließung von Betrieben angezeigt er­scheint.

Verordnung des Reichspräsidenten vom 8. De­zember 1931 der Spitzenlohn auf den am 10. 3anu a r 1 927 t a r i f v e r t r a g l i ch in Geltung gewesenen Sah von 48 Mk. festgesetzt. Die sich aus dieser Festsetzung des Spihenlohnes für die einzelnen Lohn- und Orts­klassen ergebenden Tlnterschiedsbeträge kommen auch dann in Abzug, wenn ein über dem Tariflohn liegender G e s a >n t l o h n verein­bart ist. Diese- Lohnabkommen ist erstmalig zum 30. April 1932 am 31. März 1932 kündbar.

Lohnschiedssprvchim Ruhrgebiet.

Essen, 17. Dcz. (WTB.) Zcchenverband und Bergarbeiterverbände traten heute vormittag zu­sammen, um nach den Bestimmungen der Rot- verordnung die vom 1. 3 a n u a r 1 9 3 2 ab geltenden Lohnsätze settzulegen. Da die Gewerkschaften eine gütliche Einigung ablehnten, setzte der Schlichter, Pros. Dr. B r a h n, die neuen Löhne folgendermaßen bindend fest:

1. Sämtliche Tariflöhne deS bestehen­den Tarifvertrages werden um 10 Prozent gekürzt.

2. Diese Regelung tritt am 1. 3anuar 1932 in Kra^t und läuft b iS zum 30. April 1932. Sie kann erstmalig zu diesem Termin mit monat­licher Frist gekündigt werden. Ersolgt keine Kün­digung, so läuft der Vertrag mit gleicher Kün- digungs'rist jeweils einen Monat weiter.

Die Gewerkschaften erklären, die Unter­nehmer hätten sich unter Berufung auf die Rot­verordnung auf den Standpunkt gestellt, daß eine Lohntarif ndigung überholt sei. Die Rotverordnung schreibe eine Senkung der Dergarbeiterlöhne um 10 Prozent vor. so daß nur ein in diesem Sinn gehaltener for­meller Rachtrag zum Tarifvertrag notwen­dig sei. Eine derartige Vereinbarung sei von den Gewerkschaftsvertretern mit der Begründung ab gelehnt worden, daß bereits die letzte Lohnreduzier u n g eine große Em­pörung unter den Bergarbeitern ausgelöst habe. Unterdessen sei aber der Förderanteil weiter gestiegen und der Lohnanteil weiter zurückgegangen. Ein neuer! eher Lohnabbau im Ruhrbergbau würde den Lohn- index auf den Stand von 1 925 herab­drücken.

Die Unternehmer verwiesen diesen Aus­führungen gegenüber auf di« Derlustrech- n u n a e n vom März d. 3 und legten dar. daß inzwischen eine weitere ErlöSvertchlech- t c r u n g eingetreten fei. Ein Lohnabbau von 10 Prozent würde nickt einmal alle Ko­sten eines Preisabbaues in dieser Höhe auSgleichen.

Da unter diesen Umständen eine Vereinbarung nicht zu erzielen war. lallt« der Schlichter den oben gemeld^t-n Lck'.edSkpruck

Aus aller Wett.

Weihnachtsfeier de» Deutschen Verein» in London.

Der Deutsche Verein in London feierte im Hhdepark-Hotel unter dem Vorsitz de» Präsi­denten Mae Lindlar da» Weihnachtssefih Der deutsche Botschafter war durch eine Erkältung am Erscheinen verhindert, dagegen wohnte Frei­frau v. Reurath der Feier bei. 3in Glanz der Lichter eine» DeihnachtSbaumeS waren unter

dem Gesang deutscher Weihnachts» und Volks­lieder mehrere hundert Mitglieder der deutschen Kolonie zu einer Gesellig­keit beisammen, an deren Schluß der Vorsitzende den Trinkspruch auf den englischen König, den Reichspräsidenten v. Hindenburg und daS bcut'chc Vaterland ausbrachte. Lindlar gab bekannt, daß der Betrag, der bei früheren Gelegenheiten für Geschenke für di« Teilnehmer verwendet zu wer­den pflegte, diesmal der Deutschen Winter­hilfe zur Verfügung gestellt worden sei.

Die Gutachten über da» Lalmettc-Dcrsahren.

Im Lübecker Tuberkuloseprozeß wurden die von Professor Dr. Bruno Lange dargelegtcn Unter­suchungsergebnisse von Professor Dr. Hahn- Berlin bestätigt. Bemerkenswert dabei Ist, daß die beiden Gutachter getrennt voneinander und auf verschiedene Art zu den gleichen Schlußfolgerungen gelangt sind. Darauf erstattete Professor Dr. Hans Much- Hamburg sein Gutachten. Versuche mit einem B.E.G -Stamm von Professor Dr. Kirchner- Hamburg hätten ergeben, daß das B.E.G. ge­spalten werden könne. Versuchstiere, die mit einem der Spaltungsprodukte geimpft worden feien, feien an Tuberkulose aeftorben. Auf Grund dieser Forschungsergebnisse sei er von Pro­fessor Calmette nach Paris zur Nachprüfung dieser Versuche eingeladcn worden. Obgleich der Hambur­ger Senat dem zustimmte, habe die Reichsregierung erklärt, daß für sie diese Nachprüfung ohne Inter­esse sei. Deshalb sei sie unterblieben. Professor Much erklärte, daß die Todesfälle nur durch eine Virulenz st eigerung der B C. G. in Lübeck zu erklären seien. Professor Uhlenhuth - Frei­burg I. B. züchtete mehrere D.C.G.-Stämme und versuchte, neue Varianten festzustellen. Dabei wurde ein neuer Top gefunden, der wie eine Kul­tur Heubazillen aussah. Außerdem ist man zu einer neuen Slrichform gekommen. Diese Strichform er- wies sich für Meerschweinchen hochpathogen. Die Meerschweinchen seien unter den Augen der Forscher an Tuberkulose erkrankt. Man müsse nach diesen Forschungsergebnissen mit dem C a l m e 11 e - D e r f a h r e n sehr vorsichtig fein. Nachdem bekundet ist, daß solche Rückschläge Vorkommen können, könne man wohl sagen, daß die Calmette-Impfung nicht auf einer s o sicke­ren Basis steht, daß man sie allgemein zur An­wendung bringen sollte.

Albertus Magnus wird heilig gesprochen.

Wie der.Kölnischen Volkszeitung" au» Rom ge­meldet wird, hat d e r P a p st dem Antrag der Riten­kongregation auf Heiligsprechung des seligen Albertus Magnus stattgegeben. Der Papst wird aller Voraussicht noch vor Neujahr die Äanom- fationsbufle unterschreiben. Albertus Magnus war 1193 zuLaulngen (Schwaben) geboren und entstammt dem Ge'cklecht der Grafen von Ballstädt. Als Dreißigjähriger trat er in den Orden der Do­minikaner. Den größten Teil feines Leben» oer- brachte Albertus Magnus in Köln, wo er u. a auch Thoma» von Aquino zu feinen Schülern zähste. Unter den Gelehrten des 13. Jahrhunderts besaß er die höchste Bildung. Als scholastischer Priester ragte er namentlich durch große Kenntnis der arlftoteli- schen Philosophie hervor. Seine für die damalige Zelt ungewöhnlichen Kenntnisse in der Physik Chemie und Mechanik brachten ihn in den Verdacht der Zauberei. Don 1254 bi« 1256 verwaltete er als Provinzial die Deutsch« Ordensprovinz, von 1260

bis 1262 war er Bischof von Regensburg. Dieder- Host wurde er von Päpsten und Fürsten wich, tigen diplomatischen Aktionen betraut. 1280 beschloß er in Köln fein fiebert

Schreckliche Folgen der JloL

Zn dem bei Bernau in der Mark gelegenen Siedlungsgebiet von Buchholz ist in einer Laube ein zweijähriges Mädchen an einem der letzten Frosttage buchstäblich erfroren. Die Lau- benbewohner sind fo arm daß sie sick nicht das geringste Heizmaterial kaufen konnten. Da» wenige Geld, da» sie vom Dohlfahrtsamt empfingen, mußte restlos zum Einkauf von Lebensmitteln verwendet werden. Wahrend die Estern von der Wohnstätte ab- wesend waren, rutschte da» nur dürftig bekleidete Minb in eine Ecke der ungeheizten Bretterlaude und wurde hier vom Tode ereilt. Bei der Rückkehr sanden die Eltern ihr Töchterchen erfroren auf.

Eine grausige Hypothese.

Das Rätsel um den Hamburger Zugführer Siemsen, der am 21- Rovember unter geheim­nisvollen Umftänbcn aus dem Packwagen deS Güter zugeS Hambur gB e r 11 n verschwand, ist noch nicht geklärt. 3eyt taucht eine Vermutung auf, die zwar ungeheuerlich klingt, aber nicht ohne weiteres von der Hand zu weiten ist. 3n der Gradower Bevölkerung erhält sich das Gerücht, daß Öiemfen bei der Fahrt über d i e im Neubau begriffene Eloebrücke in den unverdeckten Schacht des Brückenpfeiler-, in dem fich noch Wasser befand, gestürzt fei. Da der Schacht eine ansehnliche Tiefe hatte, fei mit der Möglich­keit zu rechnen, daß Siemsen beim AuSgiehen des Schachte- mit Zement fein Grab in dem Pfeiler gesunden hat. Dazu teilt bit Reichsbahndirektion Altona mit, daß sie un Augenblick diese Möglichkeit nicht unbedingt ver­neinen könne. Eine Stellungnahme fei während der Abwesenheit der zuständigen Baudezernenten nicht möglich Man ist in der Reichsbahndirektion allerdings der Ansicht, daß eS unbedingt hätte bemerkt werden müssen, wenn sich der Unfall an der Baustelle Augctragcn hätte, da doch dort ständig Arbeiter an­wesend waren. 3m übrigen fei der Deton- fchacht von viel zu geringer Tiefe, als daß Siemsen unbemerkt mit emgemouert hätte werden können.

Philadelphia ohne Geld.

New Vork Herold" beschäftigt sich mit der Geld» not der Stadt Philadelphia, die mit saft zwei Mil­lionen Einwohnern die drittgrößte Stadt der USA. ist. Das Blatt berichtet, der Bürgermeister habe mit- geteilt, daß 2600 Beamte ihre Tätigkeit eingestellt hätten. E» sei unmöglich, ihre Gehälter auszuzahlen da die Verhand­lungen des Stadtrats mit den Banken über die Ge­währung einer Anleihe von 3,5 Millionen Dollar gescheitert feien.

In 13 lagen von Australen nach England.

Der australische Rekordslieger KingSsord Smith legte am Mittwoch die letzte Strecke sei­ne- Fluges von Australien nach England zurück, indem er von Frankreich nach London flog. Für seinen Flug hatte er ln-gesamt 1 3 T a g e be­nötigt. Smith hatte dreiviertel Tonnen Weih- nachtspost von Australien an Bord, barunte» 50 000 Briese.

Da» 100 000-Reichsmark-Los.

Der 100 000-Mark Gewinn der Preußisch- Süddeutschen Zllafienlotterie entfiel auf die Nummer 265 653, in der ersten Abteilung in Achtelteilen nach Hessen-Nassau. in der zweiten Abteilung in Achtelteilen noch Berlin.

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Wettervoraussage.

Langsam geht die östlich« Ausdehnung des Hock^ drucksgcbietes weiter vonstalten. In feinem Kern, der noch über der Nordsee lagert, erfolgt weiterer Druckanstieg. Auch bei uns hat da» Barometer stei­gende Tendenz, so daß wir allmählich mit in do» Zentrum de» Hochs gelangen. Infolgedessen hält an den nächsten Tagen da» Frostwetter noch an, wobei während der ruhigen und meist klaren Nacht die Tieftemperoturen weiter sinken werden. Wohl be­wegt sich im Bereich der Kaltluft zur Zeit in Deutschland ein ausgedehntes Dolkenfeld mit ver­breiteten Schneefällen fubmäru, da» aber bis in unser Gebiet nicht oorgreifen wird, oder jedoch nut vorübergehend ju stärkerer Bewölkung und ver­eintesten Schneeiällen führen dürfte.

Au»sichtenfür6amstag: FrostweUer mit nächtlicher Verschärfung, bewölkt und ausheiternd, meist trocken.

Aussichten für Sonntag: Fortdauer des Frostwelters, leicht bewölkt und aufheiternd

Lufttemperaturen am 17. Dezember: mittag» 1,7 Grad Celsius, abend» 1,5 Grad, am 18. Dezember: morgen»3,6 Grad Maximum 2 Grad, Minimum 33 Grad Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 17. Dezember: abends 0,8 Grad: am 18 Dezember: morgen» 0,4 Grob Celsius. Niederschläge 0,1 mm. Sonnenscheindauer 4H Stunden.