Aus -er Prvvinzialhauptffadt
Gießen, den 18. Dezember 1931.
Und er staunt...
Der Weihnachtsmann, vor Schrecken bläh, sucht aller Wünsche Zettel aus:
„Bei meinem Dort! Was ist denn das!
Ist denn die Welt ein Aarrenhaus?
Gibt es denn keine Kinder mehr? Wo bleibt des Festes tiefer Sinn! Es geht ein Ungeist, irr und schwer, durch Menschenspiel und Leben hin!
Der Knabe, der sonst kindlich froh, aufs bunte Schaulelpferdchen sprang, verlangt heut' einen Radio für allgemeinen Weltempfangl
Die Eisenbahn bestellt er gar, — gleich einem Fachmann mit Diplom, — mit Rückwärtskopplung bei Gefahr und — bitte sehr — für Wechselstrom!
Dem Dater geht es.wohl sehr schlecht. Cs wünscht ein Ruch der arme Mann, in dem er über Wechselrecht sich gründlich unterrichten kann.
Un& ferner wünscht er Schriften sich von Politik und Eifersucht, von Streit und Kampf, und namentlich von Zwangsvergleich und Steuerflucht.
Mama nahm einst, bescheiden, klein, mit Hauspantoffeln gern vorlieb. Heut' muh es gar ein Eisschrank sein, doch mit elektrischem Betrieb!
Es müssen Fön und Sauger her, und ein Geschirrspülautomat, und selbstverständlich nebenher ein Dauerwellen-Rpparat!
Und erst das Fräulein, schon bejahrt, wünscht neue Ragelpolllur, ' sowie Mixturen eig'ner Art zum Zwecke der Verjüngungskur.
Sie schreibt: „Und ferner schickst Du doch mir Zigaretten, stark und viel, und dann vor allem will ich noch ein Lehrbuch über Sex Appeal I"
Puck.
Zehn Gebote zweckmäßiger und sparsamer Ernährung.
1. Verwende immer das, was die Jahreszeit in Deutschland bringt. Kaufe nichts ein, was viel Abfälle gibt, was nach viel aussieht, ohne gesund und nahrhaft zu sein. Kaufe preiswert und achte auf die deutsche Herkunft der Waren.
2. Iß und trink nicht mehr als du Hunger und Durst hast Zuviel Essen und Trinken überlastet und ermüdet den Körper und schädigt den Geldbeutel. Billige Hausmannskost ist besser als teure und gewürzte Luxuskost.
3. Halte die Mahlzeiten regelmäßig ein. Vermeide morgens und abends schwer verdauliche Speisen. Iß nicht zu heiß und nicht zu kalt, iß langsam und kaue gründlich.
4. Iß gemischte Kost. Fischgerichte nicht vergessen. Verwende reichlich Obst und Gemüse, um die tägliche Kost zu verbessern.
5. Iß Roggenbrot statt Weizenbrot, mit Butter, Käse, Quark, Marmelade oder Honig bestrichen. Dazu als Getränk saure, süße oder Magermilch, oder frisches Obst.
6. Iß reichlich Kartoffeln, die durch ihre vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten die Grundlage einer billigen und guten Ernährung bilden und außerdem billig, nahrhaft, vitumin- und nährsalz» reich sind.
7. Verwende Grützen, Suppenmehle und Mehlspeisen aus deutschem Getreide, ebenso die Hülsen- früchte, sie sind nahrhaft, wohlschmeckend und billig.
8. Dämpfe oder dünste das Gemüse anstatt es zu kochen. Gieße das Brühwasser nicht weg, es gibt eine gute Suppe. Sorge dafür, daß deine Kost durch Milch und Obst genügend Kalk enthält. Gewöhne dich an kochsalzarme Nahrung.
9. Bereite das tägliche Mahl mit Sorgfalt und Verständnis. Koche die Speisen nicht länger als nötig. Richte sie appetitlich an. Laß nichts umkommen, verwerte alle Reste.
10. Sei sparsam in allen Dingen. Achte darauf, daß Preis und Nährwert der Speisen in Einklang miteinander stehen Sparsamkeit und überlegter Verbrauch im Kleinen führt zu Gesundheit und Wohlstand in Familie und Staat.
Aufrechterhaltung der Anwartschaft in der Angestelltenversicherung.
Für die Zeit vom 1. Januar 1926 an ist es zur Aufrechterhaltung der Anwartschaft erforderlich, dgh jeder Versicherte vom 2. bis 11. Kalenderjahre seiner Versicherung jährlich mindestens 8, vom 12. Kalenderjahre an jährlich mindestens 4 Beitrags, monate nachweist. Die Anwartschaft erlischt zu. nächst, wenn diese Mindestzahl nicht erreicht wird. Sie lebt aber wieder auf, wenn der Versicherte die erforderlichen freiwilligen Beiträge innerhalb der zwei Kalenderjahre nachentrichtet, die dem Ka- lendersahr der Fälligkeit folgen. Es können also die
** Sportmöglichkeit am Hoherods- k o pf. In der vergangenen Nacht ging auch über dem Hoherodskopf leichter Schneefall nieder, der zwar nicht lange anhielt, aber doch über den Harsch eine leichte Pulverschneeschicht legte. Die Temperatur liegt 10 Grad unter Null. Das Wetter ist sehr klar. Sportmöglichkeit ist, obwohl der Schnee teilweise verweht ist, vorhanden. Die Schneehöhe beträgt etwa 8 Zentimeter.
** Blumenspenden.Vermittelung. Seit Jahren besteht in Deutschland die bisher noch wenig bekannte Einrichtung, Dlumengebinde für alle Gelegenheiten durch Vermittlung der ortsansässigen Blumengeschäfte an allen Orten des 3n- und Auslandes in Auftrag zu geben. Cs ist dadurch die Möglichkeit vorhanden, Blumenarrangements und Pflanzen jeder Art in taufrischem Zustande und pünktlich, den Wünschen der Besteller entsprechend, zu liefern. Die Einrichtung ist so getroffen, daß der Auftraggeber sich an ein dieser Einrichtung angeschlossenes ortsansässiges Blumengeschäft, oder an einen Gartenbaubetrieb wendet, von dem aus der Auftrag in doppelter Ausfertigung mit Karte oder sonstigem Vermerk des Auftraggebers an eine ebenfalls der Organisation angcschlossene, am Bestimmungsort seßhafte Firma weitergegeben wird. Umgehende Bestätigung der Auftragserfüllung geht dann dem Vermittler zu. Ueber die gewissenhafte und pünktliche Ausführung der Aufträge wacht der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber in Ber- lin, an dessen Unterabteilung „ Fleurop" über 4000 Mitglieder des In- und Auslandes — selbst in Uebersee — beteiligt sind. Zahlungen sind zugleich mit der Dermittelungsgebühr an die Firma zu leisten, die den Auftrag vom Kunden entgegen» genommen hat. Hierdurch werden Verpackungs» gebühren und Porto gespart Bei nicht zufriedenstellender und unpünktlicher Ausführung des Auftrages wird die schuldige Firma aus der Mitgliederliste des Verbandes der „Fleurop" gestrichen und für weitere Ausführung von Aufträgen gesperrt. Für die bevorstehenden Feiertage ist die Inanspruchnahme dieser Einrichtung besonders zu emp'ehlen. Selbst Aufträge kleineren Umsangs werden sorgfältig zur Ausführung gebracht. Im heutigen Anzeigenteil sind die für Gießen und Umgegend in Betracht kommenden Firmen angegeben.
** Gründungsoersammlung der A l - tersoereinigung 1882/193 2. Dem Beispiel der früheren Jahrgänge folgend, haben sich auch die im Jahre 1882 geborenen Gießener Einwohner zu einer Altersvereinigung zusammen- geschlossen. Der Gründungsoersammlung ging eine Besprechung voraus, in der bereits zum Ausdruck
etwa noch erforderlichen Beiträge für öas Iahr 1929 noch bis zum 31. Dezember 1931 nachentrichtet werden.
Der dem Reichstage vorliegende Entwurf eines Gesetzes zum Ausbau der Angestelltenversicherung sieht allerdings vor, daß alle Anwartschaften bis zum 31. Dezember 1929 als aufrechterhalten gelten sollen, auch wenn in einzelnen Jahren zu wenig Beiträge oder keine Beiträge entrichtet wurden. Da aber noch ungewiß ist, ob und in welcher Form dieser Entwurf Gesetz wird, empfiehlt es sich, die zur Aufrechterhaltung der Anwartschaft erforder- lichen 'Beiträge bis zum Schlüsse des Jahres 1931 nachzuentrichten, denn nach Eintritt des Versicherungsfalles ist die Rachentrichtung freiwilliger Beiträge regelmäßig unzulässig. Die freiwilligen Beiträge werden nicht zurückgezahlt, auch wenn sie wegen einer etwaigen späteren Gesetzesänderung nicht notwendig gewesen wären.
Freiwillige Beiträge sind in der dem jeweiligen Einkommen entsprechenden Gehaltsklasse, mindestens aber in Klasse B zu entrichten. In Klasse B können Beiträge nur von solchen Versicherten geleistet werden, die ohne Einkommen sind, oder deren Einkommen im Mongt den Betrag von 100 Mk. nicht übersteigt.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag: Stadttheater Gießen: „Die Wunderlampe" und „Die Puppenfee, 19.30 bis gegen 22 Uhr. — Oberhessischer Kunstverein: Künstlerhilfe. Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr. — Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule: 20 Uhr Jo- hannesfaal, Weihnachtsfeier. — Lichtspielhaus, Bahn, yofstraße: „Panik in Chikago". — Astoria-Lichtspiele: Seltersweg: ,Jm weißen Röhl".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr 12. Vorstellung im Freitag-Abonnernent. Erstaufführung des Märchenspiels „Die Wunderlampe" von Werner Schmidt. Spielleitung: Volck, Cuj6, Bäulke. Mitwirkende: Damen: Berger, Doering, Sachse, Schubert-Iüng. ling Walther-Lederer, Wielander; Herren: Bruck, Fofsott, Geiger. Hub, Janscheck, Kühne, Michel, Nieren, Paetsch, Volck. Sodann kommt unter der Spielleitung Heyser, Cuss, Bäulke die Pantomime „Die Puppenfee" von Gaul und Haßreiter, Musik von Bayer, in dieser Spielzeit erstmalig in neuer Inszenierung und Ausstattung zur Aufführung. Mit- wirkende: die Puppenfee tanzt Frau Bäulke; Damen: Doering, Koch, Schubert-Jüngling; Herren: Bruck, Geiger. Hub, Janscheck, Kühne. Nieren, Paetsch, Volck. Ende gegen 22 Uhr.
kam, daß mit Rücksicht auf die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse von größeren Veranstaltungen abgesehen werden müsse. Auch in der Gründungsversammlung wurde betont, daß in Anbetracht der augenblicklichen Lage die finanzielle Belastung der einzelnen Alterskollegen auf das Mindestmaß zu beschränken fei. Von den 179 Alterskollegen waren in der Gründungsoersammlung, die am Mittwoch im Saale des Hotel Schütz stattfand, eine stattliche Anzahl erschienen. Die Verhandlungen wurden geleitet von Karl Dierlamm, der bei der Vorstandswahl zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Die übrigen Wahlen zum Vorstand hatten folgendes Ergebnis: Louis Vogt (2.Vorsitzender), Emil Marquardt (1. Schriftführer), Georg Ewald (2. Schriftführer), Wilhelm Laudon (1. Rechner), Adolf Mörler (? Rechner), Hermann Kirchner (Pressewart), sowie Louis Schorin a n n , Wilh. F l e ck e n st e i n . Fritz M e i st e r, Walter S ch o n e b o h m , Dr. Werner N e u • mann-Spengel, Ludwig Klingler, Karl Uhl und Ludwig Kratz (Beisitzer). Der Vergnü- gungsausschuß besteht aus den Alterskollegen Franz Weinhardt, Alfred Thormann, Heinrich Wigger, Eduard G o n d n e r, Karl Pfeil, Theodor K l e i n h e n n, Karl Schneider, Karl Rau, Ludwig W e h r u m , Hch. Appel und Max Walldorf. Zur Bestreitung der erforderlichen Ausgaben wurde die Erhebung eines kleinen Beitrags, der für alle tragbar ist, beschlossen. Bei den weiteren Verhandlungen wurde zum Ausdruck gebracht, daß neben der Pflege echter Kameradschaft eine weitgehende gegenseitige Unterstützung angestrebt werden müsse.
** Grenzlandabend im DHV. Jrn Der- bandsheim des Deutschnatipnalen Handlungsgehilfen- verbandes sprach — wie man uns berichtet — Dr. Reusch (Gießen) über: „Auslandsdeutschtum an der Westarenze unseres Vaterlandes, von Flandern bis Elfatz-Lothringen". Der Redner schilderte die französisch-kulturellen Einflüsse, denen das Deutschtum im Westen seit etwa 150 Jahren ausgefeht ist, und zeigte, daß es vor allem das Bürgertum fei, das dem französischen Einflüsse in den genannten Gebieten unterliege. An der ganzen Wcstgrenze des Deutschtums machen sich seit dem Kriege Bewegungen bemerkbar, die Befreiung von der Bevormundung durch Frankreich anstreben, so die Autonomie- wegungen in Elsaß-Lothringen und in Flandern. Besonders das Erwachen der Flamen und ihren Kampf für die Selbstverwaltung schilderte der Redner sehr anschaulich. Das Verhältnis zwischen Fla- men und Wallonen, die Erfolge der flämischen Bewegung bei der Heeresverwaltung, bei der Dienstsprache und an den Hochschulen wurden eingehend behandelt. Der Redner fand aufmerksame Zuhörer und starken Beifall.
•* ®er Ortsausschuß der Reichsver- sicherungsanstalt für Angestellte, umfassend die Bezirke Giehen-Stadt, -Land, Friedberg und Büdingen, hielt — wie man uns berichtet — am Samstag seine diesjährige Herbsttagung in Gießen ab. Rach kurzen geschäftlichen Besprechungen begann die Sitzung mit einem Vortrag über die Funktionen der wichtigsten Körperorgane und dtzren Erkrankung, der von Vertrauensarzt Med.-Rat Dr. W a 1 g e r gehalten wurde. Der Vortragende verstand es, die verschiedenen Krankheiten an Hand von Röntgenfilmen eingehend zu erklären. Dem Vortrag wurde bis zu Ende mit.größtem Interesse gefolgt. Anschließend sprach Oberinspektor Busse über „Die Angriffe auf das Vermögen der Reichsversicherungsanstall für Angestellte". Aus den Ausführungen des Redners war zu entnehmen, daß immer noch von verschiedenen Seiten Anstrengungen gemacht werden, die Angestelltenversicherung mit der Invalidenversicherung zu vereinigen. Ferner berichtete Herr Busse über Anwartschaft, Ersatzzeiten und freiwillige Versicherung. Er betonte, daß die Versicherten über diese Punkte noch sehr wenig wissen, und er bat die Vertrauensund Ersatzmänner, die Versicherten in jeder Weise aufzuklärcn. Unter Punkt „Verschiedenes" wurde zur Sprache gebracht, daß die Schutzbestimmungen für das Verkaufspcrfonal (Sitzgelegenheiten in den Einzelhandelsgeschäften) geprüft werden sollen. Man mühte sich desshalb mit Gewerberat Dr. Meyer (Gewerbeaufsichtsamt) in Verbindung sehen. Die sonstigen, unter Punkt „Verschiedenes" gestellten Fragen wurden von Oberinspektor Busse fachmännisch beantwortet.
** Erfolge Gießener Kanarienzüch- t e r. Auf der vom 11. bis 13. Dezember in Marburg abgehallenen Ausstellung des Verbandes der Kanarienzpchtvereine für Oberhessen, das Lahn- und Dillgebiet wurden folgende Mitglieder des Gießener Kanarienzucht- und Vogelschutzver- eins mit Ehrenpreisen ausgezeichnet: In der Selbstzuchtklasse: R. Frenze!, Gießen, 300 P., 5. Ehrenpr. (große "oldene Med.); H. Becker, Gießen, 297 P., 6. Chrenpr. (silb. Med.); Gg. Krug II., Lindenstruth, z94 P., 8. Ehrenpr. (silb. Med.); H- Schmidt, Gießen, 275 P., 10. Ehrenpr. (silb. Med.). In dec Allgemeinen Klasse: H. Schmidt, Gießen, 302 P., 5. Ehrenpreis (silb. Med.); Frau R. Frenz el, Gießen, 294 P-, 6. Ehrenpr., (silb. Med.); Gg. Krug 11., Lindenstruth, 291 P., 7. Ehrenpr. (silb. Med.).
*• Weihnachtsfeier der Arbeitsinvaliden und - Witwen. Man berichtet uns:
Am Sonntag veranstaltete der Zentralverband der Arbeitsinväliden und -Witwen Deutschlands, Ortsgruppe Gießen, im Gewerkschastshaus eine Weihnachtsfeier. Die Feier war sehr gut besucht und wurde eingeleitet durch die Musikkapelle Meyer, Wieseck. Weiter wirkte Frl. M. D i e - rau mit, die in einem Dorspruch auf die Bedeutung der Organisation und den Zusammenschluß der Arbeitsopfer hinwies. Rach einem ab» wechslungsreicken Programm, das bestritten wurde durch die Musikkapelle Meyer und den Arbeiter- Gesangverein „Eintracht" hielt Gauleiter I a x t. Darmstadt, eine Ansprache, in der er zunächst auf die Bedeutung des Weihnachtsfestes hinwies und sich anschließend mit der wirtschaftlichen Lage der Arbeitsopfer unter der Auswirkung der Rotverordnungen beschäftigte. Dabei betonte der Redner den Wert des Zusammenschlusses zur Vertretung der Interessen der Arbeitsopfer. Zur Verschönerung der Feier trug die Theatervereini- gung Gießen mit einer Aufführung bei; außerdem brachten Walter Drück und die Geschwister Lutz Gedichte zum Dortrag. In seinem Schlußwort dankte dann der Gauleiter allen Mitwirkenden, besonders auch den Helferinnen der Arbeiterwohlfahrt, die durch Kaffee und Kuchen, gestiftet vom Konsumverein, für das Wohl der Besucher sorgten.
** Wem gehört der Hase? Bei der Kriminalpolizei wurde gestern ein schwerer Hase abgeliefert, dessen Läufe zusammengebunden sind. Der Hase wurde von einem Hund an der Wiese bei der Alicen- straße apportiert. Allem Anschein nach ist der Hase gestohlen worden, der Dieb hat sich dann im Besitze seines Raubes nicht sicher gefühlt und den Weihnachtsbraten fortgeworfen. Eigentümer mögen sich bei der Kriminalpolizei melden.
Eingesandt.
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Anerkennung der Hausfrau.
Schon in der Bibel schließen die Sprüche Salomos mit dem Lob der guten Hausfrau uud rühmen sie namentlich als fleißige Mehrerin des häuslichen Wohlstands. Daher hat der junge Goethe in seinem Götz das Wort ausgenommen: „Wohl dem, der ein tugendsam Weib hat", und in späteren Iahren hat er sich — freilich reichlich spät — doch noch entschlossen, seine Christiane zu heiraten; er kommt nicht in den Derdacht, daß er es getan hat, weil eine Haushälterin teurer sei als eine Gattin. Und Schiller rühmt in seiner Glocke von der Hausfrau: «Sie mehrt den Gewinn mll ordnendem Sinn." Aber so recht handgreiflich anerkannt wurde es trotzdem öffentlich noch nie, was eine Hausfrau wert ist.
Das geschah bei der Bürger st eue r. Bei gleichem Einkommen der Familie zahlt der verheiratete Bürger ein volles Drittel mehr als der Unverheiratete. Oder vielmehr, die treue Hausfrau zahlt noch einmal die Hälfte, was ihr Mann von dem gemeinsamen Einkommen an Bürgersteuer zu zahlen hat. Zahlt er 36 Mark, so zahlt sie 18, macht zusammen aus derselben Kasse 54; zahlt er 54, so zahlt sie 27, macht zusammen 81 Mark. Glückliche Familie!
Man sprach einmal von Junggeselle n- steuern; welche Torheit! Junggesellen leben bekanntlich teurer als Verheiratete. Junggesellen werden durch Sondersteuer zur Ehe getrieben; Ehen werden mit Kindern gesegnet, und Kinder werden für den Staat teure Arbeitslose. Außerdem ist die Zahl dauerhafter Junggesellen zu klein, um namhafte Summen einzubringen; ein Junggeselle kann sich immer verheiraten, ein Ehemann löst viel schwieriger das Band seiner Che. Also: eine tüchtige Steuer auf die Ehe! Ist das nur Scherz oder Wirklichkeit?
O. H.
Mangelnde Straßenkenntnis bei der Stadtverwaltung.
Wie kommt es, daß man an zuständiger Stelle nicht den Marktplatz von der Markt- st r a ß e unterscheiden kann? Schon bei der letzten Landtagswahl bedurfte es sehr energischen und scharfen Auftretens, um meiner Wahlpflicht zu genügen. Genau dieselbe Adressenverwechslung geschah anläßlich der Zustellung der Bürgersteuerbescheide, so daß ich das Vergnügen hatte, zwecks Rückfrage beim Finanzamt vorzusprechen. Wer ersetzt mir den Schaden, falls man es mir durch falsche Adressierung unmöglich macht, die Dürgersteuer rechtzeitig zu bezahlen, und wer den Zeitverlust, der dadurch entsteht, daß ich wegen einer Angelegenhell, für die ich keineswegs verantwortlich gemacht werden kann, allen möglichen Behörden nach laufen muh?
Einer, der es hier nicht leicht hat. Dr. K.
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DIE DEUTSCHE WELTMARKE
Wenn überall
& Weihnachtsglocken läuten
in London und Warschau, in Stockholm und Rom — dann hören Sie unter dem Weihnachtsbaum mit einem
Radio-Apparat von Teleffunken
iMVIIII die feierlichen Weihnachtsstimmen aus aller Welt


