vor Gericht.
WEN. Mainz. 17. Rov. Am 19. August
Men.
«boten.
Nachdruck verboten.
6- Fortsetzung.
des
großer Opli-
wird, wenn wenn Kinder
Balers gelauscht, der noch niemals so ausführlich über den Bruder gesprochen; — dieser Punkt wurde am liebsten gar nicht in der Familie berührt. Obwohl er sich im stillen ost schon selbst die
bei ein be
mal auftauchen: mein Bruder Alerand^r ist all seinem bizarren, absonderlichen Wesen vornehmer Mensch; wir würden uns ganz stimmt einigen!"
Aufmerksam hatte Hanno der Erzählung
Ls half ihr kein Zögern, kein Widerstreben; sie mochte mitgehen. Frau Lenz band ihr ein sauberes to«ihes Schürzchen um; die Dürste fuhr glättend üt5et die widerspenstigen Löckchen, und Hand in tzind gingen die beiden Unzertrennlichen neben her Gräfin einher.
Wan mußte an dem kleinen Kramladen von Wählers vorüber. Die Lotte stand vor der Tür und machte große Augen, als sie die drei sah.
Inga reckte sich und steckte ihr hochmütiges Kwmtessengesichtchen auf. II nb es war wohl auch nüf)t ganz ohne Absicht, daß in diesem Augenblick di.e Gräfin sich besonders herzlich zu Ebba neigte.
Ms sie vorüber waren, lachte die Lotte höhnisch auf. „Pah, wie sie sich mit Ebba, dem Findelkind, gehoben! Und wenn sie es alle abstreit^n, sie ist bcd) ein Findelkind!"---
aufhielt. Er schrieb nie, erwartete auch keine Rachrichten, Reinshagen war ihm ganz gleichgültig; monatelang war' er seinem Besitz fern, lind eines Tages erklärte er, er sei europamüde, das Morgenland mit seinen tausend Wundern und Geheimnissen lockte ihn! Er übergab mir Reinshagen, wofür ich ihm jedes Jahr auf der Deutschen Dank in Derlin eine beträchtliche Summe zu hinterlegen hatte. Davon konnte er in großem Stil leben, ohne arbeiten zu müssen. Wir trennten uns in vollkommenster Freundschaft. Ich hatte ja längst gelernt, mit seinen Absonderlichkeiten zu rechnen. Rormal, wie andere Menschen, war er ganz bestimmt nicht; er hatte etwas Pathologisches an sich. Dann haben wir nie mehr von ihm gehört. Rach meiner Ansicht ist er bei seinem unregelmäßigen Leben und sei -er schwachen Eesundhe't längst gestorben. Bielleicht drüben in Asien — unter anderem Ramen auch noch — es war mit ihm ja nie zu rechnen. Und sollte er dennoch — wider Erwarten — ein-
1 «icfrl
ii Boden geworfen und durch einen Stich ober- fall) des rechten Auges verletzt. Die Kriminal-
»lizei in Mainz, die sofort die Ermittlungen ifnahm, stellte als Täter den Bauarbeiter Oskar i e ck e , den Arbeiter Anton R e t t i n g e r , :it Kupferschmied Peter Kröhle, den Schlosser cinrich Mathes und den Schlosser Fritz uppe fest. Während Riecke, Rettinger und
Die 1. Fußballmannschaft Lollars trug ein Freundschaftsspiel in Kirchhain aus und muhte dort die Aeberlegenheit der Gastgeber anerkennen. Lollar lieferte wohl ein schönes Spiel, hatte aber einige Bersager in der Mannschaft. Das Spiel endete 7:3 für Kirchhain, zu Halbzeit stand das Spiel 5:3.
1900 11 — Tv. Wetzlar II 4:4 (2:2).
Mit demselben Ergebnis wie am vorletzten Sonntag DfL. Wetzlar 11 und 1900 II trennten sich die zweiten Garnituren des Tv. Wetzlar und der Spielvereinigung 1900. Die Plahbesitzer fanden sich zunächst besser zusammen und lagen 2:0 in Führung. Bei Seitenwechsel hatten die Gäste jedoch gleichgezogen. Das Spiel blieb weiterhin verteilt Obwohl man bei den Spielvereinigungsleuten den einheitlichen Spielaufbau vermißte, hatten sie bis 1 Minute vor Schluß mit 4:3 die Oberhand. Da gelang den Turnern, allerdings auf stark anfechtbare Art (Heberschreiiung des Wurfkreises) der Ausgleich.
Die Jugend mußte durch die gleiche Mannschaft des Tv. Wetzlar eine hohe 16:2-Absuhr hinnehmen. Der neu eingestellte Torwächter war äußerst schwach, die Mannschaft spielte reichlich zerfahren.
Handball im Gau Hessen (O.T )
Tv. Grohen-Linden I — Tv. Dorheim I 12:1 (4:1).
Eine hohe Riederlage mußten die Dorheimer in Großen-Linden einstecken. Bei der Pause führten die Gastgeber bereits 4:1. 15 Minuten vor Schluß lautet die Partie noch 5:1. Obwohl die Grohen-Lindener nun ihren Halbrechten durch Verletzung verloren, konnten sie mit weiteren sieben Toren das Endresultat Herstellen. — Für eine äleberraschung sorgte die Jugend, indem sie in Hochelheim mit 3:2 Sieger blieb.
Allendarf (Lch.) — Klein-Linden 4:0 (1:0).
Am Sonntag trafen sich die beiden Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel in Allen- dorf. Es kam ein ziemlich hartes Spiel zustande, das in der Hauptsache durch ein erbittertes Ringen um den Sieg heraufbeschworen wurde. Allendorf blieb schließlich doch, nachdem es in der Halbzeit bereits mit 1:0 in Führung lag. sicherer Sieger.
ftoners. Das Gericht verurteilte gestern den Imgeklaaten Ri ecke wegen schweren Land- flisdensbruches zu LMonaten Gefängnis. 6« Angeklagten Rettinger und K r ö h l e zu k 4 Monaten und die Angeklagten Mathes
Frage vorgelegt hatte — ..was Alexander wiederkehrt — und — von ihm da sind?"
Doch, da Graf Reinshagen ein
anschließen werden.
Kreis Biedenkopf.
_L Waldgirmes, 17. Rov. Der hiesige „Volkschor" veranstaltete am Sonntag unter Mitwirkung desälnion-QuartettsFrank- f u r t a. M. im neuen Saalbau Raabe ein wohlgelungenes Konzert. Die Darbietungen des Chores, wie auch die Dorträge des Quartetts fanden lebhaften Deifall. In der Hauptsache gelangten einfache Volkslieder (das Programm wies u. a. zehn Lieder von Silcher auf) zu Gehör. Das Konzert war sehr gut besucht.
Teilweiser Lichtstreik in Frankfurt.
WSR. Frankfurt a. M., 17. Rov. Rachdem die Bemühungen des Frankfurter Einzelhandels, eine Herabsetzung der elektrischen Strompreise, namentlich für die Schaufensterbeleuchtung, zu erreichen, ohne Erfolg geblieben sind, haben sich die maßgebenden Geschäfte des Einzelhandels verpflichtet. Samstags und Sonntag die Schaufen sterbeleuch- t u n g spätestens um 10 Uhr abends, an den anderen Tagen bereits um 9 Uhr abends einzustellen.
Kindheit gekommen war. Ebba hatte ihm die Mutter erhalten, mehr als einmal hatte der Vater es gesagt. Und was war das Kind den Eltern! Wie einsam wären sie ohne Ebba gewesen, seit er die Schule in der Stadt besuchte, und wie beruhigt konnte er nachher auf der Universität sein, da die Mutter durch das Heranwachsende Mädchen so mancherlei Arbeit und Zerstreuung hatte.
Der junge Christian begleitete Ebba auch öfter nach dem Schlosse. Graf Hanno war ebenfalls zu den Ferien da; er studierte einige Semester Landwirtschaft. Er war ein großer, blonder Mensch, rasch und temperamentvoll, voller Herrenbewußt- sein und Kraft.
Die ruhigere Schwester fürchtete sich ein wenig vor ihm, während sie zu Christel ein großes Vertrauen hatte, der es gut verstand, mit dem Mädchen umzugehen, über das Hanno als eine Daga- telle hinwegsah.
Der Tag war heiß geworden, heiß von Sonnen- glut und Arbeitsleistung, ein echter Hochsommerund Erntetag. —
Run war ein erquickender Abend gekommen, und Graf Reinshagen saß mit Frau und Sohn bei einem Glase gut gekühlten Moselweins noch auf der Terrasse. Inga lag schon zu Bett.
Hanno lag ein wenig träge im Korbsessel und rauchte eine Zigarette.
„Heute fühle ich meine Knochen; ich bin tatsächlich etwas müde." Er gähnte leicht hinter der vorgehaltenen Hand.
„Ist das ein Wunder, mein Sohn? Du bist ja seit vier Uhr auf den Beinen!" bemerkte die Gräfin, „kaum, daß du richtig zu Mittag gegessen hast; du mutest dir wirklich zu viel zu."
„Laß ihn, Bathilde, ich habe mich heute über ihn gefreut. Er muh den Leuten mit gutem Beispiel vorangehen, wenn er hier einmal Herr sein wird."
„Herr--!“
Ein nachdenklicher Zug glitt über Hannos tiefgebräuntes Gesicht — „ob ich es hier wirklich einmal sein und bleiben werde —?" fragte er plötzlich.
„Das ist doch selbstverständlich, Hanno!" „Eigentlich möchte ich es auch annehmen, Mama! Aber wenn Onkel Alexander noch einmal auftauchen würde — ?"
Betroffen sahen sich Hannos Eltern an. Wie kam der Sohn mit einem Male darauf?
„Das ist ja Unsinn. Hanno!" entgegnete der Graf, „warum malst du Gespenster an die Wand? Onkel Alexander lebt längst nicht mehr — seine Gesundheit war immer sehr zart — er ist tot."
„Das weiß man nicht genau! Es ist nicht ausgeschlossen, daß er zurückkommt — und dann seine Ansprüche auf Reinshagen geltend macht!"
Heftig schüttelte der Graf den Kopf, als wollte er etwas Unangenehmes abwehren. »Mehr als
Die 2. Mannschaft verlor in Leihgestern Sieg und Punkte. Das Ergebnis lautete bei Halbzeit 2:1 für Lollar. Leihgestern glich aber kurz nach Halbzeit aus und erzielte durch einen Clfmeterball den Siegestreffer.
Arbeiter-Turn- und Gportbund.
Rodheim I — Gleiberg I 5:0.
Zu einem Freundschaftsspiel traten beide Mannschaften in Rodheim an. Die Einheimischen waren den Gästen technisch und körperlich überlegen und konnten einen sicheren Sieg landen.
Odenhausen I — Sichertshausen I 3:6.
In einem flotten Spiel konnten die Gäste einen sicheren Sieg erringen.
Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.
Gerhard siegt in Herne (Westfalen).
Am Sonntag brachte der Herner Athletik-Club auf der Strecke Herne—Recklinghausen—Herne einen 20-Kilometer-Lauf zur Durchführung. Unter den 32 Bewerbern setzte sich der 1900er Gerhard alsbald an die Spitze und wurde unangefochten Erster in der guten Zeit von 1:10:04 Stunden. Der Lauf fand unter starker Anteilnahme der Bevölkerung statt, die den Sieger — Gerhard holte sich am Sonntag zum viertenmal die Ehrenplakette der Stadt Herne — lebhaft feierte. Rachstehend die Ergebnisse: 1. Gerhard, Gießen 1900, 1:10:04 Std.; 2. Hannemann (Heeresmeister im Marathonlauf), Minden, 1:12:11 Std.; 3. Starke, Schlieren, 1:13:28 Std.; 4. Kelm, Hamm, 1:13:30 Std.; 5. Sippel, Schlieren, 1:13:59 Std.; 6. Grasse, Sodingen, 1:14:29.
Ferien!---
Welch beseligendes Wort für Kinder!
Richt in die Schule zu müssen, diese frohen S-munerwochen nach Herzenslust ohne Schulaufgaben genießen zu können, wie lange hat man sich |<on darauf gefreut! Auch im Schulhause war Freude; brachten die Ferien doch für längere 3;dt den Sohn heim!
Der achtzehnjährige Christian stand im letzten Schuljahre; Ostern würde er das Abiturienten- etiimcn machen und dann die Universität beziehen, um zu studieren. Er war ein bildschöner schlanker Mensch mit träumerischen Augen, der Eltern gan- ;er Stolz. Er fand Ebba verändert, scheu, zurückhaltend; auch war die Sti imung im Hause anders al? Ostern, so gedrückt, so ernst.
Bald wußte er den Grund. Geschrieben hatte mnn ihm nichts, um ihn nicht zu betrüben; früh genug würde er das Schlimme ja erfahren!
„Arme, kleine Ebba!" sagte er leise.
Die mußte das zartbesaitete Kind leiden!
All seine Liebe bot er auf. wieder das frühere unbefangene Kinderlachen zu hören. Er ging mit Hr spazieren in die Felder oder in den Wald; w°e paßte er sich ihrem kindlichen Vorstellungs- krnse an, sie im Erzählen bildend und belehrend!
Mit leidenschaftlicher Innigkeit hing sie an ihm, iraö von seiner Seite war dieses Gefühl womöglich n«ch stärker. Wirkliche Geschwister, einem Blut entsprossen, hätten sich nicht zärtlicher lieben ISunen. Und in ihm war noch ein Gefühl der Dankbarkeit, weil durch dieses Kind wieder Sonne im fein Elternhaus und dadurch auch in seine
srievberg.
lov. Der diesjährige Ra« s gclicrn unb heute abge« sch infolge des günstigen :ien 2efuchei. ö^mbuben M für Merhaitung bet eiche DeckaMünde in btt er Strafte zum Raufe an« le Waren vorn Tpätmch _ 2m heutigen zweiten Tcz L 2ufgctriöcn waren 551 yahlt für Ferkel bis fe$ Mach ton sechs bis ae ■f uni) ton acht bis zwei L Der Handel war mitte kleiner Ueberstand.
Süvlngen.
lot). Das am Markt-!-; m Siern", eines der älti- cr Stadl, ift eingegai' । ;u DohiMcken 2ettm- aus wechselte in den letzten Mer, war auch der Stadl
mist war, war es ihm noch immer gelungen, diese Bedenken weit wegzuweisen; warum sich denn mit unnützen Sorgen das Leben beschweren?
„Ich bin der gleichen Ansicht wie du, Reinhold!" bemerkte die Gräfin, „es ist sehr schade um solche Menschen, wenn sie nicht zu einem inneren Abschluß kommen. Wie ein Fluch ist es, der einen so außerordentlich und vielseitig begabten Mann so ruhelos macht. Doch warum wollen wir uns den ganzen Abend über Onkel Alexander unterhalten? Ich bin überzeugt, er denkt nicht an uns, wenn er noch leben sollte. Wie gefällt dir dein früherer Spielgefährte, der Lehrerssohn?"
..Gut! Sehr gut! Er ist ein prächtiger Mensch. Wir sind allerdings zwei ganz entgegengesetzte Raturen; dennoch verstehen wir un- ganz gut."
„Ich hoffe, daß das auch weiter der Fall sein wird."
Man sprach noch allerlei, bis die Gräfin die Herren mahnte, zur Ruhe zu gehen; der nächste Tag würde ebe-falls wieder ein heißer Arbeitstag werden.
(Fortsetzung folgt.)
■Mamma bietet W* Janj oollftflnbigea Vßonbon steigert
na®»niH n1 *. r cgb r iTunb 5« 6aimJ! daraus, baß auu/ en.
» Seil einigen lagen N ,r Milch. Sulter unö >kte infolge Konkurrenz einer , wesentlich gesu-" A wirb für 16
S 1,40 M. das
Hillen sich die Stahlhelmgruppen von vciinz, Finthen und Mombach unter Führung
Mainzer Ortsgruppenführers Staatsanwalt $r. Wolf geschlossen zur Beerdigung eines den iriL. Ilainbachcr Jungstahlhelmers nach Mombach be- zur gib tn. Auf dem Rachhauseweg, der in kleineren dt au^nVUn9cn Iruppen angetreten wurde, wurden die Stahl- hmA Himer von Kommunisten und Reichsbannerleuten len. £ ^Mittung'" ^gegriffen. 11. a. wurde der, Führer Dr^W o l f entncr I L
e
' ■Ü-H die Diiu L, ' ^btbcfl -UPP« l*li. xvuyi-eiuu u.iv
SÄfKft " .......... ‘
Sil ««ns &
wSm;ein6Nll IrohHlchen; zwei Meba„
unb Cft Ä
-Vorsitzenden des I^H^unbbenOto »ttereuw, Fabrikant tzeir.
,e-n' 2-v. Das an
ErntebankseK, bei ‘Wgltcbern, toie auch v« «besucht war, nahm eina "e zweistimmige Chorbar. Mel, Debichtvorträge und len die Zuhörer. 3m M, Mg, die auf Tkrankfafl itfanb, ftanb eine fimtvßt
zwölf Jahre sind seit dem feierlichen Verzicht vergangen."
„Der Verzicht aber war nicht gerichtlich festgelegt, es ist doch nichts Rotarielles da."
„Sein EdelmannswortI Und das mutz uns genügen! Da er freiwillig verzichtet hatte, konnte ich ihn nicht dazu drängen, noch einen Rotar zu rufen, es hätte mir widerstrebt!"
„Gewiß, Vater, ich begreife! Du aber wirst auch begreifen, daß mir manchmal Gedanken kommen! Wie nun, wenn er eines Tages zurückkehrt — vielleicht in bedrängten Verhältnissen — oder er hat geheiratet, bat Kinder — und diese Kinder machen Ansprüche? Für sich hatte ja dein Bruder immer auf Reinshagen verzichtet! Von möglichen Rachkommen ist nicht gesprochen worden — und diese wären seine gesetzlichen Erben!"
Der Graf machte ein gequältes Gesicht.
„Eine Heirat halte ich bei Alexanders Ansichten für ganz ausgesch.ossen! Wie kommst du heute nur gerade auf diese Angelegenheit, die mich, ich gestehe es offen — trotz aller Vernunftsgründe — häufig genug beunruhigt? Denn du hast recht: hätte er Kinder, so wären diese seine berechtigten Erben! Doch ich weise jene Sorge als unbegründet immer weit von mir!"
„Wie ich darauf komme, Vater? Weil ich unser Reinshagen über alles liebe und nicht gewillt wäre, es herzugeben, wenn da irgend jemand Fremdes hergelaufen käme und Ansprüche machte! ' sagte Hanno energisch, „ich halte unser Eigentum im wahrsten Sinne des Wertes, durch deine Arbeit und Umsicht neu für uns erworben und verdient!"
Zustimmend nickte der Graf; der Sohn sprach ganz in seinem Sinne.
„Hoffentlich bleiben uns solche Weiterungen erspart. Mein älterer Bruder war ein großer Phantast; er war ganz anders als andere Menschen! D.r Wirklichkeit stand er ganz verständnislos und interesselos gegenüber, er lebte nur in der Kunst! Er war ein nach allen Seiten hochbegabter Mensch, — Dichtkunst, Malerei, Schauspielkunst — alles fesselte ihn. im Komponieren versuchte er sich auch — sein Klavierspiel war hinreißend — und er war auch ein prächtiger Mensch, schön wie ein Apoll, von bezaubernder Liebenswürdigkeit; er konnte eine wahrhaft unheimliche Macht über andere haben, jeder muhte ihm den Willen tun. Ich weiß es von mir selbst, wie oft gab ich ihm nach, gegen meine Ueberzeugung. Für Reinshagen, das ihm nach unseres Vaters Tode zu- fiel, hatte er nicht das geringste Interesse. Die praktischen Sorgen stießen ihn geradezu ab, verleideten ihm sogar den herrlichen Besitz, den ich ihm verwaltete, da er viel auf Reisen war; fast das ganze Jahr war er fort in Berlin, München, Dresden, Wien, im Gebirge, an der See — nie aber wußten wir genau, wo er sich
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Die Ligareserve war, 10 Mann traten nur an, im Berbandsspiel in Rauborn wenig vom Glück begünstigt. Aber auch die Leistungen waren nicht hervorragend, besonders die des Torwarts, so daß es nicht verwunderte, daß der recht spielstarke Gastgeber 6:1 Sieger blieb. Die Lehrmannschaft siegte gegen Heuchelheims 1. Elf 1:0. Dem Spielverlauf nach hätte das Ergebnis höher lauten müssen, denn die Dlauweihen waren ständig überlegen. __
Die 4. Mannschaft blieb spielfrei. Die 5. Mannschaft schlug in Krofdorf den Verbandsneuling 10:1, obwohl auch hier zu Beginn nur 8 und später nur 10 1900er zur Stelle waren.
Iugendspiele.
Den bisherigen Griolgsserien konnten die Jugendmannschaften wieder eine neue anreihen, von 5 Spielen wurden wieder 4 gewonnen, und zwar spielten: Die 1. Jugend in Wetzlar gegen die 1. Jugend des SV. 3:0 (2:0). Die mit zwei Ersatzleuten spielenden 1900er waren den körperlich stärkeren und wuchtigeren Wetzlarern technisch überlegen, vor allem klappte es gut zwischen den Innenstürmern. Daß Wetzlar zu keinem verdienten Torerfolg kam, ist dem Gießener Tormann anzurechnen. Die 2. Jugend besiegte die 2. Jugend des gleichen Vereins mit dem gleichen Resultat 3:0 (2:0). Die ganze Mannschaft zeigte ein hervorragendes Spiel und war dem Gegner in allem bei weitem überlegen.
Die 3. Jugend spielte gegen die 1. Jugend von Garbenteich und gewann 2:0. Der Gast war nicht schlechter, sein vorbildlicher Eifer war sogar hoch anzuerkennen, der Sturm jedoch versagte.
Die 1. Schüler: Klein-Linden 1:0 (0:0). Bis jetzt haben die 1. Schüler keines ihrer Pflichtspiele verloren und zeigten auch in diesem Treffen gute Zusammenarbeit. Der Sturm allerdings muh noch mehr den abschließenden Schutz pflegen. Die Gäste gaben sich alle Mühe, versagten aber auch
vor dem Tor.
Die 2. Schüler wurden von Heuchelheims Schülern 3:1 (2:0) geschlagen. Gießen war überlegen, konnte aber von den vielen Chancen nur eine gegen den Gästetormann (!)zum Erfolg ausnutzen. Die Gäste verdanken ihre Tore dem Leichtsinn des linken Verteidigers von 1900.
$(£. 1929 Klein-Linden.
Klein-Linden 1. 3ug. — Leihgestern 1. 3ug. 3:5.
Durch verschiedene Umstellungen und Ersatz mußte Klein-Linden von den eifrigen Gästen eine verdiente Niederlage hinnehmen. Von einer einheitlichen Aktion des Sturmes war nichts zu sehen. An der Niederlage ist auch die Verteidigung und der Tormann nicht ganz schuldlos.
Sportabteilung des Turnverein Lollar.
Die 1. Handballmannschaft weilte in Rordeck zu Gast und konnte die 1. Mannschaft von Nordeck mit 2:1 schlagen. Die Lollarer bewiesen damit ihre Stärke und dürften nunmehr ernsthaft Anwärter auf die Meisterschaft ihrer Klasse sein. Lollar hatte in Rordeck jederzeit das Heft in der Hand und spielte bis Halbzeit 1:1. Rach der Halbzeit spielte Rordeck ganz überragend und Lollar konnte trotz heftiger Gegenwehr Rord- ecks ein zweites Tor erzielen.
Wessen Kind bin ich?
Vornan von Fr. Lehne.
(Urheberschutz durch C. Ackermann, Romanzentrale
Stuttgart.)
Horizontes, und uns wieder in Gottes reinen Wind stellen, der „von den Bergen kommt". Er will, daß wir von unserer Straßenhast lassen und wieder einmal im Schritte echter Frommheit gehen hin zu den Dingen, die nicht von dieser Welt sind.
In solcher Weise wird der moderne Strebendstich- Bcmühende den Bußtag und seine Besonderheit erfassen. Gerade in den stillen Stunden dieses Tages wird er von neuem den Sinn aller Menschenwerdung erleben, wird das empfinden, was Goethe einmal mit dem Ausdruck bezeichnet, daß „sich viele Häute vom Herzen lösen", oder wie er an einer anderen Stelle sagt, daß er „mehrmals aus ethischem Schutt und Trümmer seine innere Existenz wieder herstellen mußte".
Das „Immer-wieder-am-Anfang-stehen" will uns der Bußtag als ein echter Gottestag lehren. Und wir werden seiner Gnaden teilhaftig werden, wenn wir guten Willens sind.
Kreis Wetzlar.
O Wetzlar, 17. Rov. In der Schauburg Hofstatt fand eine gut besuchte Versammlung der Landwirte des Kreises Wetzlar statt. Dr. Baur von der Landwirtschaftskammer Bonn hielt einen Vortrag über die Auswirkung der „Deutschen Woche" im Hinblick auf die deutsche Landwirtschaft. Der Redner behandelte besonders das Problem der Einfuhr fremder landwirtschaftlicher Erzeugnisse und wies dabei auf die Bemühungen anderer Länder hin, ihre einheimische Landwirtschaft zu schützen. Anderseits müßten, so führte der Redner weiter aus, auch die deutschen Landwirte auf Verbesserung der Produktion, aus Sortierung und gute Verpackung mehr Wert legen. Schließlich forderte er zum genossenschaftlichen Zusammenschluß auf. Im Anschluß daran wurden ein Film von der DLG.-Ausstellung in Hannover, ein weiterer Film aus der Praixs des Landwirtes und ein Film von der technischen Seite landwirtschaftlicher Detriebssührung gezeigt. — Die evangelische KirchengemeindeWetz» lar hat das durch die Zusammenlegung der Oberförstereien überflüssig gewordene Dienstgehöst der Först erei am Stoppelberg mit den dazugehörigen Ländereien gepachtet. Die Räume sollen als evangelisches Freizeit e n h e i m Verwendung finden.
Q Groh-Rechtenbach, 17. Rov. In der Gastwirtschaft Depler fand eine gut besuchte Versammlung von Pächtern und Verpächtern von Grundstücken statt, in der über die Herab- sehungderPachtPreise verhandelt werden sollte. Rach längerer Aussprache fand ein Vorschlag Annahme, daß wegen des Gemeindepachtlandes um eine 30;orojcntige Pachtermäßigung eingekommen werden soll. Rach Genehmigung durch den Gemeinderat hofft man, dah sich auch private Grundstücksverpächter dieser Regelung
i 6em NiN' „
8,fonbtin UriD^lQllonh' in ten tf«in‘n «Lhen um 6 tirüUtn unb 5 @runb M SOG MG ZM
isieigt"'
m3 Ruppe zu j e 3 Monaten Gefängnis. Ruppe erhielt außerdem wegen Werfers nie Steinen 2 Wochen Hast.
preutzew
Rechtes Buhiags-Erleben.
Von Reinhold Braun.
Die größten Menschen, die ich gekannt habe und die Erde und Himmel vor ihrem Blick frei halten, waren demütig und wußten, was sie stufenweise zu schätzen hatten. Goethe.
Buße! Da steht das Wort, fremd, kühl, ragend im msrbittlichen Ernst, steht da ohne Zeit, ganz in sich. Saum ein anderes Wort wird von unserer Zeit so serbisch abgelehnt wie dieses. Ein Spott ist es ihr, !i;n Aergernis, dünkt sie ein Ueberholtes.
iUber gerade diese Tatsache zeigt unsere Abwegig. Int vom Ziele unseres Lebens und dem unserer Seele, zeigt unsere Verstiegenheit, aber auch unsere shlimme Erd. und Ding-Verkrampftheit. Immer fietnber wird dieser seelische Tag unter seinen Brü> «rit stehen, den Welttagen jeglicher Gestalt.
-lur bann, wenn wir erkennen, baß er ein Tag , efter Drbnung ist, finb wir auf bem Wege zur Neu- kfxelung unseres Lebens. Ihn leichtnehmen, heißt Mla feinsziel unb -wert verkennen. Ihn aber mit ber letzten, christlichen Schwere nehmen, beutet, ber re«le roieber bas Recht geben, bas ihr gebührt, heißt, en Strom ernster Besinnung ihr neue Kraft zu-
fjljren.
GSin Mensch, ber im Sinne ber gestalterischen Lebensauffassung noch büßen kann, um besten Innen, oell steht es gut, unb er hat Freube baran, reif unb 8c statt zu werben, lieber bie Zeit unb ihre arm- liltgen Zustänbe blickt er hinaus in ein Reich höherer ilrd unb Freiheit.
Als einen Tag erster Drbnung müssen wir den Biigtag roieber nehmen, weil er seinem tiefsten tiefen nach ein echter unb rechter Mensckentag fein dB, an bem eben ber Mensch unb feine Seele clles bebeutet. Mit heiligem Ernste forbert er von fd ermann: Tu ab das Zufällige deines Daseins! tio rt von der Amtlichkeit, der Uniform jeglicher Art, braus aus deinem Rahmen und hin zu dem Men. |d>en in dir und hin zu allen, deren Sinn noch ptn reinen Menschen hindrängt, zu Echtheit und fee lenhaftem Leben, zu wahrem Wert.
Äußtag will mit einer Unerbittlichkeit wie kein engerer unser Zentrum, unser Eigenstes und Erstes! kr will, daß wir im Tiefsten zu einem bereiten L'tfer werden, daß der Grund unseres Wesens Auf- loäerung erfahre, daß wir lange verschlossene Türen eff-nen, wieder Weite erleben und den Glanz ewigen
ßin lleberfall auf Stahlhelmleute ' vor Gericht.


