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Die kleine Mcoleüe.

Vornan von Paul Hain.

19 Sortierung

Nachdruck verboten

im

Sie blickte Wördehoff hllflos an.

Ach du denkst da zu schlimm. Lieb

Doch doch! Ich hab schon ein wenrg recht, Hubert, ilnh es war ja auch so,, ich hab ja mehr an dich gedacht als an Papa

Er lächelte tröstend.

Mach' dir nicht den Kopf schwer. Rtcolette. Es wird ja nicht gleich so schlimm werden, llnö ich werde jetzt mehr Obacht geben und thn ab­lenken. Kun, da ich weih, dah Schaffen schadet, will ich schon aufpassen."

O ja, Hubert wir beide

Es war schon wieder ein froheres Leuchten irr ^Durch ihr Denken glitt daS selige Erlebnis im Wald und deckte alle traurigen Gedanken zru Roch bina ia um sie der Dust der Buche und die Süßig­keit der ersten Küsse, diese köstliche Heimlichkeit erfüllte wieder ihre Seele und ließ kerne Schatten

Ricolette rief ihn heran.

Er kam mit schleppenden Schritten, etwas ge­bückt. Einen Rechen im Arm.

Guten Abend. Fräulein, guten Abend. Herr Wördehoff", sagte er dienernd.Es wird diese Rächt noch ein Gewitter geben."

.Ach wo es ist ja so laue Luft?, meinte Wördehoss, .und der Himmel ganz klar. Llebri- gens hat's ja am Rachmittag geregnet"

.Da2 war n Vorboten. Aber über'm Wald steht schon Wetterleuchten Von hier siebt man das nicht. Lind die Lust ist steif. Ich kenn' doch sowas. Da hinten Über den Verg klettert ein Gewitter und diesmal kommt es bestinrmt rüber."

aufkommen. .. ,,. .

.Ich bin so glücklich -". flüsterte fre.

Wördehoff zog sie leicht an sich.

Mein Königreich sagte er dicht an ihrem Ohr.Mein liebes Wunder - du -

Dann sahen sie still beisammen und flüsterten sich zuweilen Worte zu, wie eben nur Liebende sie haben, und jedes Wort war eine Kostbarkeit.

.Olun könnte Papa aber doch endlich kommen", sagte Ricolette nach einer langen Weile fast vor­wurfsvoll. _ ,, ce

Heute mag er noch nach feinem Gusto schaffen . beschwichtigte Wördehoff.Morgen wird es an­ders werden."

Aber es ist ja schon ganz dunkel."

Die Sterne blinzelten über ihnen.

Lieber den Hof lam Prinz, daS Windspiel, ge­laufen, und schnappte nach Mücken. Hinter ihm tauchte sein besonderer Freund, der alte Jacobus, aus dem Gemüsegarten auf.

Er wollte noch rebsellger werden, aber Rico- lette unterbrach ihn.

.IacobuS, willst du nicht mal nachsehen, was Papa macht?"

Er kratzte sich hinterm Ohr.

.Gnädiges Fräulein wissen doch toerm der Herr Professor bei der Arbeit ist, bann bann ist es nicht gut, ihn zu stören."

3a, das wuhte Ricolette sehr wohl. Sie wuhte auch, daß ein Klopfen ober Rütteln an ber Tür des Musikzimmers einen furchtbaren Wutaus­bruch Kinnas zur Folge haben konnte.

Wördehoff sagte:

3ch werde mal nachsehen

Rein, nein bleib", rief Ricolette erschrocken aus und errötete, da ihr einfiel, dah Jacobus am Tische stand. Der tat so, als Hütte er nichts ge­hört. Kratzte sich noch einmal im Haar, strich sich den grauen Vollbart lang und meinte:

Ra denn werd ich mal gehen Wird schon das Beste sein. Schlimmstenfalls gibt's eben ein kräftiges Donnerwetter!"

3a, geh nur, 3acobuS. Sage, wir warten hier schon so lange auf ihn."

Wenn s man Zweck hat, Fräulein."

Er schlürfte ins Haus.

Run bin ich aber neugierig", sagte Wördehoff. 3a, ja - die Herren Künstler von Gottes Gna­den sind doch ein besonderes Geschlecht."

Du auch, Hubert?" fragte Ricolette lächelnd. .,3ch denke, du bist weiter nichts, als ein lie­ber, starker Mensch, dem immer daS Herz klingt. Ein Dichter, der Freude schentt"

Er griff nach ihrer Hand.

Ich will es werden, Ricolette! Hier, bei dir hab ich mein wahres Dichtertum gefunden. 3n dir liegt meine Stärke meine Zukunft."

Ach Gott ich kleines dummes Waldmädel!"

Du meine Prinzessin!"

Ein neuer Rausch kam über ihn.

Du weißt ja nicht, was du für mich bist! Aber du sollst es schon einmal erfahren!"

Ricolette legte den Kopf an feine Schulter.

Die Dunkelheit hatte alle Scheu in ihr vertrie­ben. Sie versteckte ihr Fühlen nicht mehr.

Prinz hatte sich lange an die Erde gelegt und wedelte ab und zu mit dem Schwanz. Er wußte wohl, daß es hier angebracht war, sich zu freuen.

Da klangen gedämpfte Töne auf.

Klavierspiel!

3acobus mußte wohl sämtliche Türen bis zum Musikzimmer hin weit offengelassen haben. Auch die dicke Bohlentür stand auf.

Lind die Töne wirbelten durcheinander in brei­ten Dissonanzen, die sich wieder auflösten in mäch­tigen Harmonien, um gleich darauf von neuem durcheinanderzutaumeln. Wie zerrissen. Als fän­den sie sich nicht mehr zusammen.

Dann stockte alles einige Augenblicke lang.

Lind leise, sehnsüchtig schwang ein Liedermotiv

auf suchend ringend um Melodie brach ab, setzte wieder ein, reiner, klarer, voller in der Ton­füllung um plötzlich wieder in einem Wirbel durcheinanderbrausender Akkorde unterzugehen.

Wördehoff saß wie erstarrt.

Fest hielt et Ricolettes Hand.

Da tauchte 3acobus wieder in der HauStür auf.

Leise zog er sie hinter sich zu. Sein Gesicht sah höchst mißmutig aus.

Die Musik brach ab.

Was ist denn?" fragte Ricolette hastig.

Jacobus brummte:

Der Herr Professor hört überhaupt nicht iS ganz bei der Arbeit. Lind so sehr an die Tür schlagen kann man doch auch nich"

.Rein nein

Aber Zeit wär's, daß er schon aufhörte. Sonst gibt's nachher wieder na, ich will nichts sa­gen"

Danke, 3acvbus," nickte ihm Ricolette zu. .Er wird schon von allein aufhören."

Der Alte trollte sich.

Wördehoff wollte keine schmerzliche Stimmung von neuem aufkommen lassen und so bat er:

Komm wir gehen noch in den Garten. Es ist so ein ruhiger Abend."

3a", sagte Ricolette.Dort ist es schöner als hier."

(Sie erhoben sich und schritten über den dunklen Hof.

Der Garten war voll betäubender Schwüle. Müde plätscherte der Bach am Zaun.

Sie setzten sich direkt daneben auf die Bank nie­der schweigsam - der heißen Stunde hin­gegeben.

Plötzlich unterbrach Wördehoff die Stille.

Jacobus wird doch noch recht haben. Sieh nur die schwarze Mauer da hinten über der Waldsilhouette. Sie verschlackt die Sterne"

Roch ist es ruhig und friedlich", sagte Rico» leite kaum hörbar und schmiegte sich an ihn.So sitzt cs sich gut. Wie die Rosen dustenl"

Lins zuliebe, Ricolette - nur für unS!"

Lind die Zeit tropfte dahin.

3mmer weiter schob sich die Wolkenmauer über die Berge hinüber es wetterleuchtete stärker ringsum. Die Lust war nicht mehr so still. 3n den Sträuchern rauschte plötzlich der Wind, strich in kurzen, kühlen Böen über den Garten.

Das Plätschern des Baches nahm einen härteren Klang an, wurde lauter, rauschender, bewegter.

Lind mit einemmal waren die Sterne am Him­mel fast ganz verschluckt von dem dunklen Ge­wölk. Rur hier and da blinzelte rroch ein Licht­punkt schüchtern hindurch.

Da fröstelte Ricolette.

Sie hob den Kopf.

Run müssen wir doch gehen, Hubert. O wie der Himmel schwarz ist. Man könnte sich ordent­lich fürchten."

,3a- diesmal wird es schlimmer al* Im Wald. Gut daß wir za Hause sind. ES muß schon spät fein

Sie standen auf.

ilcberall leuchtete eS nun über dem Himmel. Hand in Hand verliehen sie den Garten. Hinter ihnen fegte aufrauschend der Wind und zerzauste die Sträucher, bog die Bäume um und riß an den Blumen.

Eie erreichten lausend daS HauS.

Ferner Dvnnerhall ertönte. Doch während fte aufatmend in der Vorhalle standen, hörten fte aus dem Musikzimmer gedämpfte Akkorde breit herausklingen.

®utc Rächt, Ricolette."

Gute Rächt da"

Hast du Furcht vor'm Gewttter?"

Rein o nein ich bin so müde vom Gluck. Schwer lösten sich ihre Hände voneinander.

13.

Als Wördehoff in sein Zimmer trat, daS Licht andrehte, leuchtete ihm vom Tisch der bunte Blu­menstrauß entgegen, den Ricolette im Walde ge­pflückt hatte.

Er öffnete die Fenster weit.

Eine schwüle, stickige Luft herrschte im Zimmer Run strömte es kühl von draußen herein. Er blieb am Fenster stehen und sah in die Rächt hinaus, die nun fast ununterbrochen von fahlen Lichtreflexen zerrissen wurde.

Dann wieder war es für Sekunden ganz still. Die Lust hing wie ein Sack über den Wäldern^

Lind plötzlich fuhr eine Fackel quer über ben Himmel alles sekundenlang in rot-fahleS Licht eintauchend und ein Donnerschlag krachte und splitterte hinterher, daß die Erde dröhnte.

Erschreckt flatterten unter den Dachsparren ein paar Käuze auf, tummelten durch den Lichtschein wie Gespenster, verschwanden im Dunkel.

Da praslelte der Regen herunter.

Der Wind peitschte in kurzen, pfeifenden Stö-, ßen. Blitze zuckten breit über den Himmel. 3m Walde krachten und splitterten die Bäume, und wenn für Augenblicke die geheimnisvollen Ge­walten der Lust verstummten, dann drang deutlich das Brausen des Bache« da unten, der zum stür­zenden Wasser angeschwollen war. zu dem Lau­schenden und Schauenden am Fenster herauf.

Wördehoff stand lange so und blickte in dett Aufruhr der Elemente hinaus.

Da entlud sich die Ratur aus ihrer ungeheuren Spannung heraus, die so lange schon die Menschen geängstigt hatte.

Lind morgen?

Morgen sah die Welt wieder blank und schön aus. der furchtbare Druck der Luft hatte sich gelost, die Ratur atmete wieder frischer und freier.

(Fortsetzung folgt.)

im Johannessaal.

437D

Der Vorstand.

Schulwesens.

Lich - Turnhalle!

422 D

Sehr gut erhaltene

425 D

Der geheimnisvolle Kavalier

II.

III.

'42 V

195 C

«aaßs Weinstube

Die Goldmine

Groteske in 2 Akten

Vortrag von Herrn Pfarrer Lenz, Gießen, über:

Eine neueste Stimme auf dem Gebiete des

atemraubende Spannungunerhörtes Tempo tollkühne Sensationen.

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