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innehat, nach TTblouf dieses Winters nieder* legen.

der Vorkriegszeit seien auch nach der Stabilisierung der Währung die deutschen Unternehmungen in der Weise vorgegangen, daß zunächst ein kurz- fristigerKrcdite ausgenommen worden sei, der, sobald die Investitionen vollendet und der Kapital­markt hergabebereit gewesen sei, in eine lang- fristige Schuld verwandelt worden sei.

Bis ;um Jahre 1928 fand die Umwandlung der kurzfristigen Kredite in langfristige Anleihen auch regelmäßig statt. Al» sich dann neue Re- parationvoerhandlungen am Horizont abzeich­neten, war diese Umwandlung nicht

®e5dmer Kommerzienrat Dr -Ina. h c Ernst von Borftg wird sein Amt al» Vorsitzen­der der Vereinigung Arbettgeberverbäno

in e h r zu

Oie letzte Landtagssitzung.

Wie man un» mitteilt, hat auch

Amerika und seine Schuldner.

Mellon fordert den Kongreh auf, den Tatsachen Rechnung zu tragen.

Oer Reichskanzler über die Entstehung der kurzfristigen Kredite.

Auch eine Rede, die nicht gehalten wurde. - Amerikas Aufgabe in den kommenden Verhandlungen.

sowohl der Erekutiv« wie der Legislative amerikanischen Regierung die Pflicht auserlegt. dieVerpsltchtungen unserer Schuld-

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großer

Kleine politische Nachrichten.

3m Zusammenhang mit dem Ableben des Erz­bischof- Dr. Fritz In Freiburg und der Frage seiner Rachfolgrrfchast sind Bestrebungen im Tange. Mainz wieder zu einem Erz - bifchofssttz zu machen. Es heißt dabei, es sei schon lange der Wunsch aller Katholiken In der Diözese Mainz, daß dem BischofSlltz des hi. Dvnifazius In Mainz wieder die alte Würde zu- erkannt werde. Wie weit diese Erwägungen greif­bare Gestalt an nehmen, muh abgewartet werden.

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ne r au überprüfen, ebenso wie ißre Fähig­keit, diese Verpa chtungen in der Zeit drut die ganze Welt umfassenden Depression zu erfüllen. Glaubt irgend jemand, dah die Regierung der Vereinigten Staaten von Deutschland ver­langen kann, die amerikanischen Besatzung«- kosten zu bezahlen, wenn eine solche von un- gestellte Forderung ohne weitere« Forderun­gen anderer Gläubiger, die Repara­tionen restlos zu erfüllen, zur Folge haben würde? Diese Umstände sollten zur Genüge dar­tun, dah wir unsere Verantwortung gegenüber dem amerikanischen Volk, da- wir vertreten, und gegenüber den Schuldnern, deren Zahlungsfähig- keit wir selbst zu bestimmen unternahmen, ver­letzen würden, wenn wir auf dem Buch­staben unserer Schuldscheine beste­hen und uns weigern würden, die Tatsachen zu untersuchen und zu berücksichtigen. Der Kongreh sollte In der Lage sein, durcheine Kommis­sion zu etm ttdn, wie die Dinge tatsächlich liegen und den neu entstehenden Problemen Rech­nung tragen.

Der Stahlhelm zum llniformverboi.

Magdeburg, 13. Dez. (TU.) Der Bun­de S v o r st a n d deS Stahlhelm-, der am SamS- tag und Sonntag In Magdeburg tagte, hat eine Entschließung gefaßt, In der eS u. a. heißt: .3n tiefster Empörung hat der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, von dem Uniform- und Abzcichen- verbot Kenntnis genommen. Bor 13 Jahren haben nach vierjährigem Krieg die Freikorps und

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auch für den Mißtrauen«antrag gegen Minister Leuschner gesprochen. 3m Leitaufsah vom Samstag hat der Druckfehler­teufel durch Verstellung zweier Zable^ Unfug ungerichtet: Der Winterh'.lseantrag der RS SAP. würde auf da- Reich umgerechnet 1,3 Milliarden Mark (nicht 3,1 Milliarde) erfordern.

helfe, wenigstens einen Teil der Ursachen deS Bol­schewismus zu beseitigen. ES genüge nicht, den Krieg nur auf den Schlachtfeldern zu liquidieren, sondern er müsse auch au« dem täglichen Leben der Völker endlich verschwin­de n. Die Verewigung dcS Kriegshasses durch Versailles führe zu einer Zerreißung der Solidarität der Rationen und zur Weltrevolution.

Hitler fuhr bann fort: .Meine Bewegung er­kennt jede von Kaufmann zu Kaufmann gemachte private Schuldverpflichtung an. DaS Recht, ein Volk aber auSpolitifchenGrün- den für unabsehbare Zeiten mit Tri­buten zu belasten und dadurch zum Dauerbankerotteur zu machen, wird die nationalsozialistische Bewegung niemals anerken­nen. Unsere Parole wird heißen: Der Welt geben, was wir ihr gerechter Weise schuldig sind, Dem deutschen Dolle aber sichern, waS es als souveränes Volk zum Leben braucht. Wir wollen nichts andere« als eine Monroe-Doktrin für alle Deutschen unter dem Motto: Deutschland den Deutschen.-

Hitler an Amerika.

Eine nicht gehaltene Rundfunkrede. Der Kampf gegen den Bolschewismus. Die Schuldenfrage. ^Deutschland den Deutschen."

Berlin, 12. Dez. (WTB.) Auf dem Iahres- bankett der Amerikanischen Handelskammer verlaS an Stelle des im letzten Augenblick verhinderten Reichskanzlers De chLwirtschaftsmi .i'terDr. W a r m b o l d eine Rede Dr. Brünings. Der Kanzler erinnert daran, daß alle Einsichtigen sich darüber einig feien, daß eS nur ein Mit­te l gebe, um Schulden an das Ausland au be­zahlen, nämlich den wirtschaftlichen Ueberschuß. Aber bis zum 3ahre 1929 hätten die Auslandkredite die wirkliche Sachlage ver­schleiert. Als dieser Schleier gefallen ist und die Auslandkredite ausgeblieben sind, hat der harte Zwang der wirtschaftlichen Rotwendigkeit zu einem Ausfuhrüberschuß geführt, wie wir ihn in der deutschen Wirtschaftsgeschichte noch nicht erlebt haben.

L, erfüllt mich mit der größten Sorge, und e» ist ein völliger Widersinn, daß jetzt säst alle Länder um Deutschland herum und am meisten gerade die Länder, die von Deutschland Schuldenzahlungen erwarten, mit allen Mitteln sich zum Kampfegegen die deutsche Ausfuhr rüsten. Und doch muß die deutsche Wirtschaft, gerade um al» ehrlicher Schuldner die aufgenommenen Kredite zurückzahlen zu können, in Zukunft die deutsch« Ausfuhr nochwelter steigern. Aus diesem Wege wird die Welt nicht in Ordnung kommen. Man muß sich entscheiden: Entweder man läßt un» exportieren, dann können wir bezahlen, oder man verhindert unseren Export, dann macht man un» die Zahlungen polltscher Schulden selbst unmöglich. Die Zeit der Illu­sionen ist vorbei.

Es droht nachgerade ein Schlagwort zu werden, als feien die nach Deutschland geflossenen ame­rikanischen Anleihen in der Hauptsache zu städtischen LuxuSbauten verwen- o c t worden. Was hier etwa gefehlt worden ist, soll nicht beschönigt toerben. Ganz falsch wäre es aber, wenn man dies verallgemeinern wollte. Die Länder und Gemeinden sind an dem Gesamtbetrag der AuSlandanleihen, die seit 1924 im Ausland ausgenommen worden sind, nur mit etwa 12 Prozent beteiligt 3nSgesamt sind von der deutschen öffentlichen Hand während der Jahre 1924 bi« 1930 18.5 Milliarden Mark Anleihen k3nland- und AuS- landanleihen zusammen) ausgenommen worden. Aus diesen Anleihen sind in den sieben 3ahren von 1924 bis 1930 nur insgesamt 2 6 5,2 Mill tonen Mark für Zwecke a u S ge­geben. die man bei weiter Auslegung vielleicht als Luffusausgaben ansprechen löinte.

Der jährliche Zuwach» an Erwerbstätigen in Deutschland habe e» notwendig gemacht, n e u e » Ä a. vital z u investieren. Die Schwäche des deut­schen Kapitalmarktes Infolge der Inflationszeit habe dazu geführt, baß man dieses Kapital au» dem uustanbe holte, zumal eine Kräftigung des Inneren Kapitalmärkte» durch den sich von Zahr ;u Jahr steigernden Abfluß an Reparation»- betrögen nicht zu erzielen gewesen sei. Wie in

Berlin, 12.De,. (TU.) Sine Rede Hitlers, die er im amerikanischen Rundfunk halten wollte, wird nun von der amerikanischen Presse veröffent­licht. Hitler ging dabei aus von der Gründung der RSDAD im 3ahre 1919. 3m Augenblick der Gründung habe Deutschland zum erstenmal a m Rande des Bolschewismus gestanden. Hitler sei der Ucberzeugung gewesen, baß der Sieg de« Kommunismus in Deutschland ber Anfang einer allgemeinen Weltkatastrophe sein würbe. Ein solcher Stoß gegen Deutschland müßte sich unwei­gerlich sofort nach außen hin fortsehen. Der Kampf gegen den Kommunismus fei unge­heuer und schwer. Die durch den unvernünftigen Haß diktierte politische und wirtschaft- liche Behandlung Deutschlands seit Versailles habe über sechs Millionen Kommunisten hervorgebracht, die sich selbst als Spihentruppe der Wcltrevolution von Moskau erklärtes Würde Amerika heute im selben Hundertsah 12 Mil­lionen Kommunisten zählen, mit denselben Z'e'en, dann würde es die Rotwendigkeit, den Kampf mit äußerster Entschlossenheit aufzunehmen, ver- stehen. Hitler hoffe deshalb, daß auch Amerika

Märkte hielten sich für die bevorstehende große Reparation»anleihe frei. Die Inlän­dischen Schuldner glaubten für die Zeit der neuen Reparationsregelung mit einem erheblich günstigeren Zinsfuß rechnen zu können. Al» die Verhandlungen Über die Reuregelung der Reparationen Im Frühjahr 1930 zum Ab­schluß gekommen waren, war da» wirtschastliche Gesicht der Mell ein andere» geworden. Die Krise, vorher auf einzelne Überseeische Agrar­länder beschränkt, Halle die großen 3 n - dustrlestaaten ergriffen, die Kapital­märkte verwüstet. Mll der erwarteten Konsoli­dierung war et auf lange Zelt vorbei. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten blieben be­stehen und bilden noch heute ein ständige» Moment der Beunruhigung, da» die Miedergesundung der Mell verhindert.

Die Rode des Kanzlers schließt: 3ch wieder­hol«, daß die Bemühungen nur dann Er­folg haben können, wenn alle Beteiligten, besonders alle beteiligten Regierun­gen , dafür sorgen, daß die oft verkündeten Grundsätze solidarischen Zusammen­wirkens sich jetzt endlich, in letzter Stund«, in die Tat umsetzen. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat durch sein Eingreifen im 3uni d. 3. den Weg gewiesen. Aus seine und des amerikanischen Volkes Stel­lungnahme wird es auch weiterhin bei der Lösung diese« Problems entscheidend an­kommen.

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nicht unter dir am 10. 3anuar 1927 bestehenden Löhne sinken dürfen. Diese Löhne liegen nach Durchführung der Rotverordnung ganz erheblich unter den Löhnen von 1927. Wir verwahren uns dagegen, baß die Sisendahnbeamten und -Arbei­ter von der Rotverordnuna in einem Ausmaß getroffen werden, das eine heute noch nicht über^ sehbare Verelendung des gesamten Eisenbahner- ftanbe« zur Folge haben muß.

Washington, 12. Dez. (WTB) Im Kongreß erklärte Finanzminister Mellon, die Negierung widersetzt sich einer Streichung der Schulden. Es ist jedoch die Pflicht der Negierung, den Tat­sachen Rechnung zu tragen, und es muß festgestelll werden, daß einige unserer Schuldner nicht ihrer vollen Zahlungspflicht gegen un» genügen können bevor wir­kungsvolle Maßnahmen zur wirtschaftlichen (Erho­lung burchacsuhrt find. Die Veränderungen im ver­gangenen Jahr Haven die Sch uldenlast Groß­britanniens gegenüber den Vereinigten Staa­ten ungeheuer an ft eigen lasten. Heute ist der Kurs des Pfundes 3,315 Dollar, das bedeutet einen Minderwert von 32 Prozent gegenüber dem letzten Jahr, als das Pfund auf pari stand.

Seine Schulden an un« find in Golddvl - (ar zahlbar. Bei dem Paristand bc« Pfund Sterling bedarf das britische Schatzamt 32 800 000 Pfund, um uns 159 500 000 Dollar zu zahlen. Roch dem Stand bc« Pfund Sterling vom 10. De­zember würben hierzu im gegenwärtigen Finanz- zahr 48 100 000 Mark notwendig fein. baS würbe ein Mehr von 15 300 000 Pfund oder von 47 Prozent bedeuten. Richts kann über­zeugender die Veränderung der Lage dartun, die

Die schwarze Bauernsohne in Rheinhessen.

Eine amtliche Warnung.

Darmstadt, 13.DeZ. Amtlich wird mit­geteilt:Am Sonntag (6. Dezember, wurde von ber sogenanntenLanobewegung" In UelverS- heim In Rheinhessen eine Bauerndersammlung unter dem Vorsitz deS bekannten Herrn Otto ö t a 11 m a n n in Uclversheim abgehalten, bei der der Hauptschriftleiter deSRhein- und Hesse­bauer", G l a h n, über das ThemaSchwarze Bauernfahnen über Deutschland'^ referierte. Das Ergebnis der Versammlung war ein Beschluß, in dem zur Einstellung sämtlicher Lei­stungen und Abgaben an das Reich, die Länder und Gemeinden aufgefordert wird; die Zahlungen an Berufsgenossenschaften, Landwirtschaftskammern usw. sollen nicht mehr entrichtet werden; Licht- und Wasser- rechnunge-n sollen nur noch mit der Hälfte bezahlt werden. Verschiedene rhein- hessische Blätter haben sich mit diesen Beschlüssen befaßt und sie moralisch unterstützt. Demgegen­über muß daraus htngewiesen werden, daß die Drahtzieher solcher Versammlungen sich nach den §§ 110 und 111 deS Strafgefehouch- (Aufforde­rung zum Ungehorsam gegen Gesetze und zum Steuerstreik) und auch nach der Verordnung de« Reichspräsidenten vom 15. September 1924 schwer strafbar machen. Bei der zuständi­gen Staatsanwaltschaft ist ein Verfahren gegen die betreffenden Personen bereits an­hängig gemacht worden. Die Polizeibehör­den sind angewiesen, solche Versammlungen nicht mehr zuzulafsen und mit jedem Mittel eine der­artige Verhetzung der bäuerlichen Bevölkerung zu unterbinden. Zu welchen Folgen eine solche Verhetzung führt, hat man in Schleswig-Holstein gesehen. Es muß deshalb erwartet werden, daß der einsichtige Teil der Bevölkerung sich gegen­über derartigen hetzerischen, die Staatsautorität untergrabenden Treiben in Zukunft ablehnend verhält."

Goldausfuhrverbot in Japan Erste Krisenmaßnahmc bco neuen Leiyuiat-zravinetth.

Tokio. 13.Dez. (WTB.) 3nurai c« ge­lungen, daS neue Kabinett zu bilden. Das Finanzministerium übernimmt T a c a h a s h i. das 5vtleg«mlniftccium Araki und das Marinemini­sterium O s u m i. Der neue Premierminister will auch bas Außenmini st erium überneh­men, man glaubt jedoch, baß diese Betrauung nur provisorischen Eharalter hat. B o s h i s a w a , der bald auS Paris zurückerwartet wirb, soll diesen Posten übernehmen.

DaS neue japanisch« Kabinett hat mit sofortiger Wirkung ein allgemeines GoldauSsuhrver- bot durch Gesetz verkündet. 3apan schließt sich damit der Gruppe von Ländern an, die den Goldstandard aufgehoben ßaben. Der Beschluß der neuen Seihukai-Regicrung bezweckt, bem raschen Sinken der Goldreser­ven der Donk von 3apan Einhalt zu tun. 3n den letzten Monaten fielen die Reserven auf 580 Millionen Ben, verglichen mit 819Mill lionen Ben im Rovember 1930 und 1 062 700 000 Den im Rovember 1929. Man ist ber Ansicht, baß die Einsetzung bc« Seitzukai-KabinettS mit fei­ner »3nflations"-Polltik vielleicht einen vorüber­gehenden lüi.stlichen Aufschwung zur Folge haben wird, aber aufmerksame Beobachter erwarten eine Reaktion. Die Schwäche bes Setyukai-Partei- anhangeS Im Parlament wirft Zweifel auf ob he fähig lein wird, den neuen politischen Stürm, ber sich Donuberciten scheint, zu überleben. Man glaubt, baß die neue Regierung nur kurz- lebig und nur der U « berga ng zu einer n a - tionalcn oder Koalitionsregierung fein wird die fähig ist, da« Land durch die kri­tische wirtschaftliche, finanzielle und politische Lage zu steuern, der es sich gegenübergestellt sieht.

, m Deutschland vor dem Aeußersten gerettet. Die Bildung ber Reichswehr wurde erst hierdurch ermöglicht. Zwölf 3ahre hat ber Stahlhelm selbstlos unter größten Opfern ohne Lohn unb Anerkennung sichfürdie Wiederwehrhaftmachung bc« beut- schenVolkeS al« Voraussetzung deutscher Frei­heit eingesetzt. Heute verbietet man dem Stahl­helm nicht nur sein symbolische« Abzeichen, son­dern sogar das Tragen des alten Ehrenkleide«.

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Dagegen erheben wir den schärfsten Ein­spruch." - Unter Hinweis auf die bevorstehen­den internationalen Kon erenzen erklärt der Bun­desvorstand bann, baß ber Stahlhelm angesichts der ungeheuren Rotlage, die durch die fehlerhafte Annahme de« Boungplanes verschärft worden fei, seinen rücksichtslosen Kamps für Deutschlands Frei­heit auch ohne Uniform und Auf­märsche fortfehen werde. Der Geist unb nicht die Form werbe siegen. Mit welchen Mitteln unb mit welcher Form sich biefer Geist in Zukunft auS- wirken soll«, werde der Stahlhelm selbst bestimmen.

Gandhi Ist in Nom al» Gast be» italienisch«, General» unb Flugzeugerbauer» Morri» in besten Villa abgestiegen. Den ganzen Tag über umlagerten Scharen von Neugierigen unb Photographen die Villa. Ganbhi befichtigte bie bekanntesten Sehen». Würdigkeiten Am späten Nachrnillag wurde er von Mussolini empfangen.

Der litauische Staat-präsibenl 6m e t o na ist auf weitere Neben 3aßrc zum Staatspräsidenten gewählt worden.

Aus aller Welt.

Starker Käuferandrang am Silbernen Sonntag in Berlin.

Trotz de- anhaltenden regnerischen Wetters war der Silberne Sonntag Tn allen Gegenden Berlin« recht lebhaft. Schon vor 15 Uhren waren vor allem di« großen Warenhäuser in der Leipziger Straße, am Aleranderplatz und in Reuköttn von Menfchcnmassen dicht belagert. Am Aleeanderplatz selbst mußten vor Eröff­nung der Geschäfte von der Polizei Stricke gezogen werden, bie ein Ueberfluten der Fahrdämme durch da« Publikum hintanhalten sollten. Ueberhaupt hatte bie Polizei in allen Teilen ber Stadt genug zu tun. um den Fahr- unb Fußgängerverkehr in geregelten Bahnen zu halten. Alle Anzeichen sprechen schon jetzt f ü t ein über Erwarten gute« Geschäft. Kur» nach 18 Uhr bie Läden sind bis 19 Uhr offen gewesen begannen bie Geschäfts­straßen sich allmählich zu leeren. Dafür setzte um diese Zeit ein Massensturm aus die städ­tischen Verkehrsmittel ein, so daß auch die BVG- an ihren Kassenerfolgen merken wird, daß in Berlin Silberner Sonntag war.

Blutige Zusammenstöße auf dem Hamburger Dom.

Auf dem Hamburger Dom, kurz vor Abschluß be« WeihnachtSmarktes, kam es gegen 19 Uhr zu schweren Zusammen­stößen zwischen Anhängern bet KPD. und einem Polizeiposten von fünf Mann. Die Kom­munisten hatten versucht, auS ber über den Platz wogenden Menschenmenge heraus einen D«- monstrationSzug zu bilden. Auf den Po­dien vor den verschiedenen Gchaustellerbuben er­schienen plötzlich Kommunisten, bi« Ansprache an die Meng« hielten. Rasch hatte sich ein Zug von vielen hundert Personen formiert Al« bie Dom- wache bem Zuge entgegentrat, kam es zu Tätlich­keiten, bei denen auch Stein« und Eisen- stücke gegen bie Beamten geschleu- bert würben. Rach einigen Schreckschüssen feuer­ten die Beamten scharf in bie Menge, wobei ein Mann getötet, vier Personen schwer unb ein« Anzahl leichter verletzt wurden.

Lin Meister de» Zlrku» gestorben.

Der berühmte Jongleur N a ft e 111 ist am 6am- tagabenb in feinem Wohnort Bergamo in Ober- Italien an Gehirnblutung plötzlich a e ft o r b e n. Nastelli, ber Frau unb brei Kinder Qin« terläßt, wäre am 19. Dezember 35 9 a b r e a 11 ge­worden. Nastelli war einer der großen Artisten der Jetztzeit Besonder» In Deutschland, da» feine zweite Heimat geworden war, und in Amerika feierte feine einzigartige Geschmeidigkeit Triumphe.

Der Briefträger Mörder Rein» jam lobe verurteilt

Da« Schwurgericht II Berlin verurteilt« nach vierstündiger Beratung den 24jährigen Maurer Ernst Rein« wegen Morde« in Tateinheit mit schwerem Raub mit TodeSerfolg zumTodeuid 8um Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer. Sein« Schwester, So^ie Rein«, wurde wegen Hehlerei zu sieben^Monaten Gefängnis, welch« durch d« Untersuchungshaft verbüßt sind, verurteilt. Di« Mutter. 3ba Rein«, wurde freig«sproch«n. Der Verur­teilte hatte, um mühelos zu Geld zu kommen, einen Geld briefträger in seiner Wohnung ermor­det und war mit dem geraubten Gelde in Be­gleitung seiner Schwester nach Genua gereist, wo er nach wenigen Tagen verhaftet werden konnte.

Lin Auto mll brei Insassen in bie Lippe gefahren.

Ein mit drei Personen besetzter Kraftwagen wollte in (Srubenburg auf die Zähre fahren, um sich übersetzen zu lassen. Der Wagen fußt aber über bie Fähre hinweg in bl< Lippe. Der Wagenführer und «in Händler au« Oberhausen tonnten noch rechtzeitig bie Wagentür öffnen und s i ch au« dem Wagen retten. Dem dritten Insassen gelang e« nicht mehr, auS dem Wagen herauszutommen. Erst nach zwei Stunden konnte da« verunglückt« Auto mit der Leiche de« ertrunkenen dritten 3nsassen geborgen werden.

Die Sachverständigen im Lübecker luberkulose-Prozest.

In ber . Samstagoerhanblung be» Tuberkulose- Prozesses betonte ber al» Sachverstänbige vernom­mene Professor Bruno Lange, er fei voll­kommen überzeugt, daß ab Urfache be» Lübecker Unglück» ein Rückschlag be» BLG. nicht angenommen werden könne. Der nächste Sach­verständige, Professor Ludwig Lange, führte au», daß er da» BTT. für unschädlich halte. Die Lübecker Borgänge seien völlig unge­wöhnlich 3m Gegensatz zu Professor Bruno Lange meinte er, er traue e» sich zu, im Lübecker Caboratorium unter ben heutigen Bedingungen einen reinen BTG hervorzubringen. Allerdings seien verschiedene Einrichtungen de» Caboratorium» zu bemängeln. Abschlie­ßend erklärte Professor Ludwig Lange: Professor Deycke hat eine Aufgabe übernommen, über deren Schwierigkeiten er sich nicht im klaren unb ber er objektiv nicht gewachsen war. Der nächste Sachverstänbiae, Geh. Rat Professor Dr. Hahn, bemängelte gleichfalls bie Zu stäube im Laborato­rium, erklärte aber, baß er gegen Professor Drucke unb die Schwester Anna Schutze keine Einwendun­gen zu erheben habe. Man muffe wohl lagen, daß jfa nach allgemeinem Urteil zu der Herstellung de» BTG. geeignet gewesen seien. 3m übrigen hätte man seiner Meinung nach den BTG. direkt vom Pasteur-Institut beziehen sollen. Professor Kelle (Frankfurt a. SW.) erklärte, er lehne die Schutzimpfung, bie er zwar für unschädlich halte, ab, well er der Ansicht ist, sie sei wirkungs­los. Auch er wandte sich scharf gegen bie 3 u ft ä n b e im Laboratorium unb verlas einen Brief Professor Talmette», in bem e» heißt, er, Tal- mette, fei deshalb nicht nach Lübeck gekommen well e» ihm peinlich gewesen wäre, auszuiagen, baß Kol­lege Professor Deycke Unrecht baran getan habe, die Herstellung de» Impfstoffe« in einem ungeeigneten Laboratorium vorzuneh­men. Tr habe Derständnis für Professor Deycke unb tiefe» Mitgefühl mit feinem Leib.

beutfchnationalc Abgeordnete nationaleoz!ali'.ifchen An!rag au" Winler-ilfe a b* gelehnt und Im Laufe der späteren Debatte