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unternommene Reise die Aufstiegs-Siedlung als erfolgversprechend bezeichnet haben.

Welches sind die Wesensmerkmale der Auf­stiegs-Siedlung? Was unterscheidet die Auf­stiegs- oder Primitivsiedlung von der Alt-Sied- lung? Schlagwortartig läht sich die Antwort wie folgt präzisieren: 35- bis 50prozentig« Herab­setzung der Gesamtpreise. Errnähigung der Belastungen (Renten) entsprechend dieser Kaufpreisverminderung. Einschaltung d « S Siedlers in den Bauprozeh und damit erhebliche Berbilligung der Baukosten und der bisher so teuren Zwischenwirtschalt. Herabsetzung bet Anzahlungssumme um 50 bi- 75 Prozent. Beschränkung der Wohntäu me, aber ausreichende und luftige Stallungen. Durch­hau von alten GutSgebäuden zu Sied­lungsgehöften.

Die Bezeichnungprimitiv", die man übrigens nicht allzu wörtlich zu nehmen braucht, ist dahin zu verstehen, dah dasüppige" Siedeln der letzten Jahre abgelöst werden soll durch ge­diegenes und einfache- Bauen, dah stattLuruS"-Siedlungshäuser um einen kras­sen Ausdruck zu gebrauchen etwas be­schränktere Wohnräume geschaffen wer­den. Trotzdem sollen die Wohnräume der Auf­stiegs-Siedlung menschenwürdige Behausungen sein. Man geyt beim Aufstiegs-Siedlungsverfah- ren von der Heberlegung aus, dah es für den Siedler weit wichtiger ist. etwas einfacher zu wohnen, durch die so erreichten Ersparnisse aber niedrigere Renten und Kaufpreise zu erhalten und auf diese Weise seine Eristenz- grundlage mehr als bisher zu sichern. Während die Ställe der Aufstiegs-Siedlung luftig und möglichst geräumig gebaut werden, legt man beim Aufstiegs-Siedlungsverfahren weniger De- wicht auf grohe Scheunen. Die sind we­nigstens bei Reubau Aufstiegssiedlungen etwas knapper als bisher gebaut. Der Siedler muh also sein Korn frühzeitig dreschen und Stroh­mieten setzen. Es ist aber dafür Sorge getragen, dah er in der Scheune genügend Platz für die Unterbringung des Biehfutters erhält, wie überhaupt die Aufstiegs-Siedlung sich in ihrer ganzen Bauweise aus Biehwirtschaft einrichtet. Bei der neuen Siedlungsform wird voraus­gesetzt. dah der Siedler sein Gehöft von Jahr zu Jahr vervollkommnet. Die Gebäude werden von vornherein so aufgezogen, dah bau­technisch die Möglichkeit zu Erweiterungsbauten besteht.

Besonders billige und auch geräumige Auf­stiegs-Siedlungen erreicht man durch intensivsten Durchbau alter Gutsgebäude zu Sied­lungsgehöften. DaS Siedeln nach dem bisherigen Verfahren litt an einem Grundfehler. Die Sied» lungsträgerin stellte zunächst die Siedlungen fer­tig. und dann suchte sie sich Siedlungsinteressen­ten. Bei der Aufstiegs-Siedlung steht der Siedler im Vordergründe. Die Siedlungsträgerin stellt nicht erst die Siedlungsobjekte fertig, sondern sie sieht sich bei dem Ausstiegs-Siedlungsverfahren vor Beginn der Besiedelung nach ge­eigneten Siedlern um. Sie bespricht mit diesen den Siedlungsbau, beteiligt sie an Heberlegun- gen übet die Bauart ihrer eigenen Siedlung, läht sie ihr Siedlungsgehöft selbst aufbauen, bewerkstelligt die bisher so teure Zwischenwirt- schaft mit den Siedlern selbst. Der Siedlet wird also sein eigener Maurer und Zimmermann. Bei bisher in abhängiger Stellung befindlichen Sied­lern wird hierdurch das Verantwor­tungsgefühl des Besitzers geweckt und gepflegt. Der Siedlungsbau und besonders die leidige Zwischenwirtschaft wird durch Beteiligung der Siedler an den Bauarbeiten bedeutend ver­billigt. Der Siedler hat weit mehr Freude an selbstgeschaffenem Werk als an einer solchen Sied­lung. die ihm fix und fertig hingestellt wird. Cr wird weit weniger an dieser selbstgebauten Siedlung auszusetzen haben.

Sine Reubau-Siedlung von 60 Morgen kostet alles in allem 2024 000 Mark gegenüber 40 000 bis 45 000 Mark nach dem System der Alt- Siedlung. Der Gesamtpreis für eine Aufstiegs- Siedlung unter Verwendung alter Gebäude ist noch um 2000 bis 4000 Mark niedriger. Wenn man bedenkt, dah früher die Baukosten bei bet Mf-Siedlung bei einer 60-Morgen-Stelle sich auf 16 000 bis 18 000 Mark beliefen, und die Preise für Siedlungsgüter erheblich höher waren, so erkennt man, wie es möglich war, so auher- ordentlich billige Aufstiegs-Siedlungen herzu- stellen. DieRenten" ermäßigen sich entspre­chend diesen niedrigen Aufbaukosten auf 12 bis 18 Mark pro 1 '< Hektar gegenüber bisher 20 bis 30 Mark. Die Anzahlung für Siedler, wohl die schwierigste Seite der Siedlung, ist bei der Aufstiegs-Siedlung erheblich geringer. Mit 1500 bis 2500 Mark Eigenkapital kann ein Land- arbeity eine krisenfeste Aufstiegs-Siedlung erhal­ten. öhne dah er. wie bisher, noch darauf an- gewiesen wäre, fich Reh mverdienst zu suchen oder den Arbeitsmarkt zu belasten.

Die Methode der Aufstiegs-Siedlung ermög­licht ohne Zweifel in fast doppeltem Umfange als bisher d i eR ü ck s i c d l u n g" von früher in der Landwirtschaft Tätigen, die Ansehung der nicht erbberechtigten Bauernsöhne und der Land­arbeiterkinder. und stellt einen beachtlichen Fort­schritt deS deutschen Siedlungswesens dar. Aller­dings muh der AuffiiegS-Siedler bescheidene Ansprüche an seine Wohnverhält­nisse zu stellen sich gewöhnen und sich mit zwei Stuben, einer Wohnküche und einer Speise­kammer einrichten können. Mancher städtische Er­werbslose mit einer Hinterhaus-Unterkunft und viele Landarbeiter werden ihn mit seinen zwar einfachen und beschränkten, dafür aber gediegenen und menschenwü d gm W. hnungen b'neiden. Auch bcrjenige, der befürchtet, dah die billige Bau­weise der Aufstiegs-Siedlung auf Kosten ihrer Haltbarkeit geht, wird durch eine Rachprüfung der tatsächlichen Verhältnisse sich leicht eines besseren belebten lassen. Denn daS ist das Merk­würdige, dah aus bisherigen Gegnern der Auf­stiegs-Siedlungsmethode nach einer Besichti­gung-reife meistens überzeugte Anhänger ge­worden sind.

tticstcncr DZochcnmarktprcisc.

'Gieße >'..''H^W^eutige Wochenmarktpreise: Butter 120 bis 13v ms ^wchbutter von 100 Pf. an), Matte 30 bis 35, KäseW^ Stüd) 60 bis 140. Wirsing 7 bis 8 «pro 4 bis 5 Mk).

Weihkraut 5 bis 6 «pro ZentM^l 2 bis 2,50 Mk ). Rotkraut 7 bis 8 «pro Zcntncrh^biS 5 Mk.), gelbe Rüben 8 bis 10 rote Rüben 8 bis 10. Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 5. biS 6. Grünkohl 10 bis 12. Rosenkohl 20 bi- 25. Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 40 M^SO. Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 dis

Fünf Nobelpreisträger an einem Tisch.

Anläßlich der Anwesenheit des amerikanischen Physikers Professor Millikan in Berlin fand im Hause des berühmten deutschen Physikers Profeßor von Laue eine Zusammenkunft statt, bei der sich nicht weniger als fünf Nobelpreisträger von Weltruf trafen. Don links nach rechts: Professor N e r n st, der Berliner Elektrophysiker: Professor Albert Einstein, der Schoofer der Relativitätstheorie: Geh. Rat Professor Max Planck, der Schöpfer der Quantentheorie: Professor Robert A. M i l l t k a n, der Er­forscher der Kosmischen Strahlung: Professor Max von Laue, der theoretische Physiker der Berliner Universität.

Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 4 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk ), Aepfel 8 bis 10 (pro Zentner 4 bis 7 Mk ), Birnen 8 bis 10, Dörrobst 30 b s 35, Rüsse 35 bis 40, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 90, Gänse 70 bis 80, Honig 40 bis 50 Pf. pro Pfund: Tauben 50 bis 60, Eier 13 bis 14. SalaL 8 bis 10, Blumenkohl 20 bis 60, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 biS 15 Pf. pro Stück.

Aus der provinzialhaupistadi.

Gießen, den 14.November 1931.

Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde.

Die Veranstaltungen dieses Winters begannen mit einem vielseitigen und packenden Vortrag von Pro­fessor Dr. E. Wu n d e r l i ch (Deutsches Ausland­institut, Stuttgart) überDas moderne P o - l c n". Zunächst ging der Redner auf die anthropo- geographische Struktur unseres östlichen Nachbarn ein. Immer wieder betonte er, daß Polen eines der uneinheitlichsten Gebilde Europas ist, durch das eine scharfe anthropogeographische Grenzlinie hindurch- geht. Dies zeigt sich z. B. in der sprunghaften Ab­nahme der Bevölkerungsdichte, in der Verteilung des ländlichen Besitzes, in der räumlichen Verbreitung der Konfessionen und der Nationalitäten. Aus die Nationalitätenfragen gründlicher eingehend führte er aus, daß das Staatsvolk der Polen nur reichlich 55 o. H. der Gesamtbevölkerung ausmacht, während die Minderheiten, die besonders die Randgebiete des Staates bewohnen, an erster Stelle die Ukrainer, infolge der früheren polnischen Nationalitätenoolitik in einem Zustand ständiger Innerer Auflehnung leben. Noch komplizierter werden diese Verhältnisse durch das Ostjudentum, das in den Städten Kongreh. polens bis zu 80 v. S). der Bevölkerung ausmacht, und das eine schwierige Erbschaft aus der russischen Zeit darstellt. Das Deutschtum, bas sich vor allem in dcn uns 1918 entrissenen Gebieten findet, hat zahlenmäßig durch die Entdeutschunaspolitik und die Agrarreform schwer gelitten und Dürfte noch mit 7,3 o. f). an der Zusammensetzung der ©efamtbeoöl- ferung beteiligt sein. Der polnische Korridor wies schon 1921 allenthalben polnisch kafchubische Mehr- Helten aus. Aber noch heute heben sich die deutschen Siedlungen durch Wohlstand und Sauberkeit heraus, und die ehemalige reicysdeutsche Ostgrenze ist noch jetzt als Kulturgrenze deutlich erkennbar.

Damit hatte sich der Redner den wirtschaftlichen Verhältnissen zugewandt, denen er den zweiten Teil seines Vortrags widmete. Polen, das 1918 aus öster­reichisch ungarischen. russischen und reichsdeutschen Landesteilen neu erstanden ist, hat es bisher nicht vermocht, diese drei Areale verschiedener Herkunft zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammenzuschwei- ßen, wenn auch ein gewisser Fortschritt seit 1918 nicht zu verkennen ist. Hinderlich für einen raschen Auf- schwung ist der noch frühkapitalistische Zustand der Wirtschaft im Verein mit der Tatsache, daß rund 60 v H. der Bevölkerung Analphabeten sind. Die kangreßpolnische Industrie, die einst das ganze rus­sische Reich als Absatzgebiet hatte, leidet heute schwer unter Absatzschwierigkeiten.

Alles in allem erweckte der interessante und mit reichem Beisall aufgenomene Vortrag den nach­haltigen Eindruck, daß Polen mit seinen 30 Millionen Menschen auf 328 000 Quadratkilometer und mit seiner gut geschulten Armee einen sehr ernst zu nehmenden Faktor im politischen Kräftespiel Europas darstellt. In seiner engen Anlehnung an Frankreich ist es, wie der Redner sich ausdrückte, zu einem Stück deutschen Schicksals geworden. H. L.

* Pferdemarktlotterie-Gewinne ab- holen! Eine Anzahl Gewinne aus der Oktober- Pferdemarktlotterie ist bisher noch nicht abgeholt worden. Die Stadtverwaltung macht darauf auf­merksam, daß die Gewinner ihre Ansprüche um- gehend geltend machen müssen, da sonst anderweitig über die Gewinne verfügt werden muß.

DieSchüler"-Monatskarten der Reichsbahn für Lehrlinge. Schüler und Studierende erhalten bei der Reichsbahn Schüler- Monatskarten zur Hälfte des Preises für ordentliche Monatskarten ohne Beachtung ihres Alters. Lehr­linge genießen diese Vergünstigung aber nur bis zum 20. Lebensjahr. Die Altersgrenze für Lehrlinge hat den Nachteil, daß die von den höheren Schulen kommenden Lehrlinge nach Vollendung des 20 Le­bensjahres den vollen Monatskartenpreis entrichten müssen. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten hat deshalb, auf Anregung aus seinen Mitgliederkreisen, an die Reichsbahn.Hauptverwaltung eine Eingabe gerichtet, die die Beseitigung des bestehenden Un­rechts fordert. Mindestens set eine Angleichung Der Altersgrenze an die allgemein in der Sozialversiche­rung übliche von 21 Jahren gefordert.

"VortragimKausmännischenVer- ein und Ortsgewerbeverein. Zu dem zweiten Vortrag des Kaufmännischen Vereins und Ortsgewerbevereins hatte sich der Berliner Physiker Wilhelm P a u ck das ThemaPhysi­kalische und technische Sensationen von heute" gewählt. Schon der Ausbau aller möglichen Apparate in der Reuen Aula lieh auf allerlei interessante Enthüllungen schlichen. Aus der gro­ben Fülle der physikalischen und technischen Er­rungenschaften, die wir der Forschungsarbeit im letzten Jahrzehnt verdanken, verstand der Vortragende einer zahlreichen Zuhörerschaft die­jenigen In den Vordergrund seiner Betrachtun­gen zu stellen, di« sich aus den neueren An­schauungen über die Ratur der elektrischen Er­scheinungen und über den Aufbau alles Stoff­lichen ergeben haben.Das Atom als Kraft­quelle",Elektrizität aus Licht",sichtbare Töne", tönendes Licht",gefilmte Musik",gefunkte Bilder",elektrisches Fernsehen" usw. wurden durch wohlgelungene Experimente gezeigt. Die Wirkung der Ultravioletten Strahlen aus die verschiedenen Bilder und die wunderbaren Fi­guren, welche die Klangfarben der Töne her­vorzauberten, erregten Erstaunen. Das grohe Kapitel wurde von dem Vortragenden in ge­meinverständlicher Weise meisterhaft in zusam­mengedrängter Form behandelt. Reicher Bei­fall bekundete den Dank der Zuhörerschaft.

Overheffen.

Gemeinderai in Laubach.

Laubach, 13. Rov. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde durch Bürgermeister H ö g y an Stelle des aus dem Gemeinderat ausgeschie- denen Zimmermanns Otto Schmidt fi. der Glasermeister Hermann Hertel als Gerneinde- ratsmitglied verpflichtet.

Sodann wurde in Anwesenheit des Forstmeisters Job (Forstamt Laubach) über die für den kom­menden Winter in Aussicht genommene Holz- f ä 11 u n g beraten. Da bei der derzeitig schlechten Lage auf dem Holzmarkt mit einem weiteren Sinken der Holzpreise zu rechnen ist, soll eine gekürzte Ruhholzfällung stattfinden. Hierdurch wird auch eine beschränkte Zahl von Holzfällern benötigt. In der Hauptsache sollen dabei besonders Bedürftige berücksichtigt werden. Die Arbeitszeit wurde auf sieben Stunden täglich festgesetzt.

Die hiesige Jugendherberge, die zwei Räume im oberen Stock der Turnhalle umfaßt, ha: sich als unzulänglich erwiesen. Es wurde be­schlossen, durch Schaffung eines dritten Raumes die Jugendherberge zu erweitern.

Durch die Aenoerung der Hessischen Bauord­nung kann das Ortsbau st atut aus dem Jahre 1892 hinsichtlich der anteilmäßigen Be­teiligung der Anlieger an den Kosten der Errich­tung von neuen Straßen, Gehsteigen, Kanali­sationsanlagen und Straßenbeleuchtungen e r - gänzt werten. DieWegebaukommi im w.rdmit der Vorbereitung der Angelegenheit biS zur nächsten Sitzung beauftragt

Von der oberhessischen Pferdezucht.

Berstadt, 12. Rov. Zu Beginn dieser Woche wurde hier durch die Landwirtschafts­kammer bzw. den Landwirtschaftskammerauslchuh Obcrhesfen eine gröhcrc Veranstaltung durch­geführt, die ein« Hebersicht über die Leistun­gen der oberhess i s chen Pferdezucht ermöglichte. Den Auftakt bildete eine sehr gut besuchte Versammlung der Pferdezüchter- Vereinigung Berstadt und Umge­bung. Dr. Denker- Darmstadt hielt «inen Vortrag über das Th.-ma:Gegenwarls'ragen zur Förderung der Pferdezucht". Am DieStag- vormittag sanden die DaucrzugleistungS- prüsungen für Warmblutpferde statt. Unter sechs Gespannen wurde das Gespann der Her­ren Becker und Fenchel in Griedel (Fayrer Eugen Dietz) zum Lieger erklärt. Auch die Höchstleistungsvrü'ung der Kaltblüter am ameri­kanischen Kraftmehwagen nahm unter schwierigen Verhältnissen einen befriedigenden Verlauf In der Klasse I für Pferde im «Gesamtgewicht von vierundzwanzig Zentnern wurde dem «Gespann von F. Wolf II-Berstadt der 1. Preis zu- erfannt. In der Klasse II (Pferde von vierund­zwanzig und achtundzwanzig Zentnern) war das (Gespann von Stoll und Groth- Echzell das beste, und in der Klass« über achtundzwanzig Zeiuner erhielt ein «Gespann von W. Mar­lo f f - Reichelsheim den 1. Preis zuerkannt. Im Anschluh daran erfolgte die Prämiierung, für die fünfzig Stuten besten Material- berett- ftanden. Die höchste Auszeichnung, die Staate- medaille des Hessischen Staat-ministcriums, er­hielt die 4jährige Kaltblut-Stu'e Tilla. Dunkel­

fuchs v. Tenophon (Besitzer und Züchter Heinrich Dreut U.-Griedel), bei den OIbenburgern die sehr gute, dunkelbraun« Stute von Gustav We­ber- Ober-Hörgem. Sehr starken Anklang fand die zum ersten Male burd)geführte Hufbe­schlagsprämiierung Hier erhielt der Lchmiedemeister H. Müller HL von Unter» Schmitten den ersten Preis.

Tie Prämiiernngsergcbniffe.

Klasse I (Arbeitsschlag, drei- bi- vierjährige Stuten): 2. Preis H. Dreut U.-Griedel, An­kennung W R c u h l - Ober-Hörgem, K. Rau I.-Berstadt. E Pauli- Langsdorf und K. Junker- Inheiden.

Klasse II (Arbeitsschlag. zweijährige Stu­ten): 3b-PreiS Ph Schultheis I.-Echzell, An­erkennung A Müller I.-Berstadt und Hugo Schmidt- Berstadt.

Klasse III (Wagenschlag, drei- bis vier­jährige Stuten): 1. Preis ' StaatSmedaiUc) D. Weber- Ober-Hörgern. 2b-PreiS P. H o f - mann-Hoi Güll, 3 Preis W Eifer-Mu- schenheim, M. Bender Ww.-Gambach. W H. Fenchel- Griedel. O W. Velten- Lang- GönS. R Schmidt- Steinheim. E. Walter- LangSdorf. Anerkennungen erhielten H. L ch o 11 - Griedel, O Metzger I.-Münzenberg und A. Becker- Griedel.

Klaff« IV (Wagenschlag, zweijährig« Stu­ten): 1. Preis (Ehrenpreis deS Re.chsverbandeS): R. K o ch-TraiS-Münzenberq. 3 Preis« K Meß- Buhbach. Jungviehweide Warthof und O Bel­te n - Lang-GönS. Anerkennungen erhielten H. Kammer-Bellersheim. Eugen StraSheim- Griedel und Jungviehweide Warthof.

Ergebnisse Der Cciffungsprüfungm.

Höchstleistung-Prüfungen an ameri­kanischen Zugkraft-Meßwagen für Plerd« d«S Arbeitsschlages (Klasse III): 1. Preis W Mar­lo f f - Reichelsheim. H. Stoll V. und A. Groth U.-Echzell. Fr. Wolf II-Berstadt. 2. Preis P. Hofmann -Hof Düll und R. Grieb-Berstadt: 3. Preis H. Dreut II.» Griedel.

Dauerzugleistungsprüfung Im schwe­ren Zug und im Trab für Pferde deS Wagen» schlageS: 1. Preis Becker und Fenchel- Griedel. 2. Preis R Schepp-Ober-Hörgern, 4. Preis K. Frank- Berstadt.

hufbefchlag-Prämllerung.

1. Preis Schmiedemeister Müller lU-Unter» Schmitten, 2. Preis Alle-- Gambach. 3. Preis Strasheim- Griedel und W. Kaiser- Ber­stadt.

Landkreis Gießen.

£ TBlefed, 12. Rov. «Gestern abend fand ein« Sitzung des DemeinderatS statt, die sebr stark besucht war. Die Submission von 387 Fest­meter Ruhholz wurde der Firma B. R u h n. Lol­lar, mit 11 Mk. pro Festmeter genehmigt. Eben­so erhielt die Firma August Rohm. Wieseck. den Zuschlag für 36.5 Festmeter. je Festmeter für 12.80 Mk. Der MandatSniederleaung des GemeinderatS Karl Bremer (SPD.) ent­sprach der Gemeinderat mit 7 gegen 6 Stimmen. Den wichtigsten Punkt der Sitzung bildete die Be­sprechung über die W i n t e r b e t & i I f e. Wieseck als größte oberhessische Landgemeinde und reine Arbeitergemeinde leidet wohl am schwersten un­ter der Wirtschaftskrise. Die Mittel, die der Ge­meinderat zur Verfügung stellen konnte, sind längst aufgebraucht. Trotzdem beschloß Der Gemeinderat, zu den vom KreiSauSschuß bewilligten 2 Zenter Briketts einen dritten Zentner zu liefern. Fer­ner soll ein vom «Gemeinderat. der Fürsorgekom- mission und der ErwerbSlosenvertretung zu be­stimmender Ausschuß sich mit dem privaten HilsS» werk befassen, um bei den Gemeindemitgliedern, die durch Derdlenstmögllchkelt noch in der Lage sind, für die in großer Rot befindlichen Einwoh­ner etwas beizufteucm. eine Sammlung vor­zunehmen. Aeußerungen von Kommunisten, die Gemeinde zahle an WohlsahrtSernpsänger nur 3 bis 5 Mk. pro Woche, wurden vom Bürgermei­ster alS unwahr zurückgewiesen, ebenso erklärte Bürgermeister S ch o m b e r. eS fei noch von kei­nem Erwerbslosen das Wassergeld durch Pfän­dung eingetrieben worden oder da- Wasser ab­gestellt. Dem Ersuchen der Erwerbslosen um Heberlassung eine- SchulsaaleS konnte nicht ent­sprochen werden, jedoch will die «Gemeinde einen Saal mieten und die entstehenden Kosten über­nehmen.

£ Wieseck, 14. Nov. Dieser Tage hielt der Vorstand der hiesigen Dolkshochfchule ein« Sitzung ab, in der über die Ausgestaltung des dies­jährigen Winterkurses beschlossen wurde Mit den Vorträgen soll erst am 18. November begonnen wer­den Eröffnet wird die Vortragsreihe durch einen Vortrag mit Lichtbildern über Den deutschen Osten. Weitere Vorträge haben übernommen Dr. M a - lech (Gießen), Dr. Michel und Rektor Petri (Wieseck) Für Erwerbslos« sind sämtliche Vorträge unentgeltlich, für andere Zuhörer ist Der Beitrag auf nur 1 RM festgesetzt. Der Vorstand glaubt, da­durch der wirtschaftlichen Notlage Rechnung zu tragen und hofft, daß viele Einwohner die lehr­reichen und unterhaltsamen Vorträge besuchen wer­den.

gck. G r o h « n - B u s« ck, 13 Rov. Kommenden Sonntag veranstaltet der hiesige «Beflügel» und Kaninchen zuchtveretn im Saale deS Gastwirts Wagner eine totale Ausstellung Rund 120 Rurnrnern sind bereite angemeldet. Mit der Ausstellung sind eine Prämiierung und eine Ver­losung verbunden. Eine große Zahl Ehren» und andere Pre.se stehen zur Verfügung.

Daubringen, 13. Nov Zu dem Bericht vom Donnerstag, 5. November, über die Abschieds- f e i e r für Lehrer Dr. B a l s e r wird uns ergänzend mitgeteilt daß dem scheidenden Lehrer zu Ehren beide hicsige Gesangvereine Liederoorträge zu Ge­hör brachten.

TreiS (Lumda). 13 Rov. In seiner jüng­sten Sitzung beschäftigte «ich der Gemeinderat mit der Bereitstellung von Mitteln für die W o h l s a h r t S e r w e r b S l o se n. Obwohl Bier- und Dürgersteuer schon eingekührt sind, muh man jetzt unter dem Druck« der Rot die Biersteuer verdoppeln und die Ge - tränkestcuer «Inführen Der Schweinehirt wird ab 1. Dezember abgebaut. Die elektrisch« Schulheizung muß aufgegeben werden, da sie gegenüber der Kob'enhei.zung zu viele Hnkosten verursacht. Aber diese Sparmaßnahmen allein werden n icht aus reichen, um daS durch die Dohl- sahrtslasten entstehende Defizit zu decken. Wenn der Staat nicht durch Bereitstellung von Mitteln cingrctft. ist der finanzielle Zusammenbruch der «Gemeinde unvermeidlich.

u. Klein-Linden. 13. Rov. Rach zwöN- jähriger Tätigkeit als Leiter der hiesigen Bahn­meisterei 3 schied Reichsbahn-Oberinspektor Eon-