Ausgabe 
13.6.1931
 
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SJL-tfpont

Wer wird deutscher Fußballmeister?

Hertha BSC. Berlin und SV. München 1860 im Finale in Köln.

3m Kölner Stadion wird am Sonntag der Schlußstrich unter eine Angelegenheit gezogen, die in diesem Jahre wie sonst nur selten die Gemüter der deutschen Fußballgemeinde in Erregung und Wallung versetzte. Aach allerlei Zwischenfällen und dem von einer Reihe von unglücklichen Zu­fällen bedingten Ausscheiden der süddeutschen Ersten und Zweiten hat sich der deutsche Meister des Dorjahres wieder für das Endspiel quali­fiziert, in dem er unerwartet wieder auf einen süddeutschen Vertreter, den SD. München 1860, trifft.

Daß die "Berliner in diesem Jahre bei der Art ihrer Bevorzugung hinsichtlich der Ansetzung ihrer Spieltermine und Orte bis ins Finale gelangen würden, hatte man erwartet. Allgemein rechnete man mit einer Wiederholung der vorjährigen End­spielpaarung zwischen Hertha BSE. und Holstein Kiel. Beinahe wäre es auch so gekommen, wenn nicht München 1860 durch den Sieg über Kiel den bewußten Strich durch die Rechnung gemacht hätte.

Süddeutschland hat also wiederum einen Der- tretet im "Rennen und es wäre durchaus verfehlt, diesem nun ohne weiteres eine sichere "Niederlage gegen die Berliner zu prophezeien. 3n der "Vor­schlußrunde benötigte der deutsche Meister eine Verlängerung der Spielzeit, um sich des HSD. erfolgreich zu erwehren, während die Münchener gegen Holstein, das in seinemRekord" einen Sieg über den Dresdener Sporlclub hat, eigentlich recht sicher gewann. "Verfolgt man den "Verlauf der bis­herigen Runden, so hat sich München ohnedies erheblich schwerer getan als sein sonntäglicher Geg­ner, der vor allen Dingen völlig ausgeruht in die Endspiele gehen konnte.

Hertha/BSC. besitzt eine gute und schlag­kräftige Mannschaft. Das wird den Berlinern nie­mand bestreiten wollen. Dor dem tollkühnen, manchmal aber auch unzuverlässigen Geelhar steht eine solide Verteidigung. Die Läuferreihe hat in Müller, der in seiner Veceinsmannschaft weil mehr zu zeigen in der Lage ist, als im Länderspiel gegen Oesterreich, einen überragenden Führer und im Sturm sind Hanne Sobeck, Ruch und Kirsey die treibenden Kräfte und die gefährlichsten Leute.

München 1 860 hat sich seit der Ucbernahme des Trainings durch den allen Karlsruher Inter­nationalen Max Breunig zu einer Klassemann­schaft entwickelt. Die glänzende Form in den Trost- rundenspielen der Gruppe Südost wurde gegen Ende dieser Runde von einer vorübergehenden Schwächung abgelöst und inzwischen scheinen die Löwen"" ihre alte Stärke wieder gefunden zu haben, Der beste Mann der Elf ist der Mittel­läufer Pledl, vor dem ein ganz ausgezeichneter Sturm steht, dessen bester Mann der Internatio­nale Lachner ist. Aber auch Stiglbauer, Oelden- berger und Huber sind ausgezeichnete Könner. Die Hintermannschaft, vornehmlich der Torwart Riemke, ist zuverlässig und sicher. Spieltechnisch werden die Münchener ihrem g u'en Gegner nichts nachstehen. Hertha hat den Süddeutscher aber die größere Härte und die längere Erfahrung und Routine voraus. Den Kampf selbst betrachten wir als offen. Schiedsrichier des Treffens ist Fis- f cnetoer tf) (München-Gladbach).

DsB.-Gießeu.

VfB. Liga Germania 01 Bieber.

Am Sonntag hat die Ligamannschaft des VfB. auf dem Waldsportplah einen Vertreter aus dem Maingebiet zum Gegner. Die Ligamannschaft der Germania" Bieber spielt in der ersten Bezirks­klasse zusammen mit Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach u. a. und spielte in dieser achtbaren Ge­sellschaft immer eine gute Rolle, wenn es der Mannschaft auch nicht gelang, an die Spitze zu kommen. Der Gegner stellt eine kampferprobte Els, in der verschiedene fähige Fußballspieler tätig sind. So hat zum Beispiel der Verteidiger Lukas einen guten "Namen, der linke Läufer Stahlheber und der Mittelläufer Meier sind Stützen der Mann­schaft: außerdem verdient der Halblinke Kühnle genannt zu werden. Gut ist auch Winter im Tor.

Die DfBer stehen vor keiner leichten Aufgabe. Es bedarf aller Energie, wenn die Grün-Weißen

gewinnen, oder auch nur ehrenvoll abschneiden wollen. Die Mannschaft muß immer noch ohne Harrpt antreten, allerdings steht an feiner Stelle diesmal nicht Fehling, sondern ein neuer Mann, namens Greger früher Duisburg), der aller­dings erst zu beweisen haben wird, in welchem Maße er sich in die Mannschaft einfügt. Außer­dem besieht die Möglichkeit, daß ein weiteres neues Mitglied mitwirkt. Im übrigen tritt die Mann­schaft in folgender Aufstellung an: "Böckler: Hen­richs, "Dingel: Leutheuser, Kreß, Lehrmund: Schmidt, Fehling, Greger, Fcuster, Ritter. Auf den Ausgang dieses Kampfes darf man gespannt sein

Die Ligareserve des VfB. ist spielfrei. Die dritte Mannschaft fährt bereits heute nach Flensungen und trägt gegen den Gastgeber ein Propaganda­spiel aus. Am Sonntag nimmt dann die "Mann­schaft an einem Pokalturnier des Gastvereins teil. In Flensungen wird guter Fußball gespielt. Die Dritte wird hier im Handgalopp kaum Siege zu erringen vermögen.

Die AH.-Mannschaft tritt auf dem Waldsport- plcw der gleichen vom Tv. Wieseck zum Rückspiel entgegen. Das Vorspiel endete 4:4.

Jugendspiele.

Vor Eintritt der Sperre sind alle Jugendlichen des VfB. nochmals auf dem freien Rasen tätig. Die 1. Iugendmannschaft trifft in - l a r auf die gleiche des dortigen VfB. In Aßlar dürften die Gießener einen schweren Stand haben. Die 2. Jugend empfängt die 1. Jugend von Älein-h.-cDen; aus uicfem Kamps dürften die unsrigen BfBer als Sieger hervorgehen.

Beide Schülermannichaften toe len in Wieseck um gegen die gleichen Mannschaften des Tv. Wieseck zu spielen.

Zugendspiele

der Spielvereimgung 1900.

21m Sonntag sind die letzten Wettspiele. 1900 hält noch einmal fiecr(d)au über seinen Nachwuchs und sendet alle Jugendmannschaften ins Gefecht.

Die 1. Jugend hat sich als Abschluß dieser Spielserie etwas Besonderes vorgenommen und keine geringere als die A 1. Jugend der Eintracht- Frankfurt verpflichtet, die in ihrem Bezirk an füh­render Stelle steht. Der Gast tritt in stärkster Auf­stellung an und wird den typischen süddeutschen Fußball vorführen. 1900 erscheint ebenfalls mit seiner besten Jugend und wird von Anfang bis Ende alles aus sich herausgeben müssen, um die Abschluhprobe in Ehren zu bestehen und damit zu zeigen haben, daß seine letzten stetigen Erfolge nicht nur Zusallserscheinungen waren.

Die 2. Jugend trägt ein längst fälliges Rückspiel aus und erwartet die 1. Jugend aus Ettingshausen. Die 3. Jugend empfängt die 1. Jugend aus Duten­hofen zum Rückspiel. Der Gast besitzt noch wenig Spielerfahrung.

Die l-8-Schüler fechten bereits Samstag nachmit­tag ein Rückspiel gegen die BsB.-Schüler aus. Beide Mannschaften sind wohl gleichstark uNd wird es dq> her ein heißes Ringen um den Sieg geben. Die I-A-Schüler werden sich bemühen, ein Rückspiel ge- Aen die Schüler des SB. Wetzlar, wohl die beste «chülermannschaft des hiesigen Bezirks, eine schwere Niederlage wieder auszugleichen. Sämtliche Spiele finden auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 statt.

Leichtathletik der Sp.-Bg. 1900.

Kommenden Sonntag veranstaltet die Kasse- lerTurngemeinde veichsoffene Wettkämpfe, an denen auch die Mitglieder von DSB.-Ver- cinen startberechtigt sind. Auch die 1900er werden sich auf der herrlichen Hessenkampfbahn einfinden. Sie sind vertreten durch drei Aktive und sieben Jugendliche. Von den erstgenannten beteiligt sich am Stabhochsprung, Weitsprung und über 110-Meter-Hürden Heini Jung. Be­sonders für die Hürdenstrecke yat sich Hopfen­müller prepariert, er wird außerdem Las Speerwerfen bestreiten. Lieber 100 Meter Kl. III will sich Schwab versuchen. Die Jugend hat die fünf ausgeschriebenen Wettbewerbe belegt, näm­lich 100 Meter, 1000 Meter, Hochsprung, Speer­werfen und 4xl00-Meter-Staffel. Koch, Felsing, Guthardt, Gräf, Baumstieger, Mooh und Schlarb

Oie Wundemixe Helen Madison kommt nach Europa.

fielen Madison, die 16jährige amerikanische Wunderschwimmerin, die 15 Weltrekorde hält, wird in diesem Sommer eine Europareise antreten, bei der sie in mehreren Zentren des Schwimmsportes starten wird.

bestreiten die Konkurrenzen. Schaaf läuft die 5000 Meter und will sich um eine besondere Zeit bemühen. Außerdem bestreitet er voraussichtlich die 1500 Meter.

Auch der VfB. entsendet seine besten Leicht­athleten. In der Leistungsklasse I bestreitet W. Müller die 100 Meter, Steines den Stab­hochsprung. Kugelstoßen und Diskus M o h l und Gugel. In der Leistungsklasse II will Müller die 200 Meter lausen. Reih geht mit guten Aussichten zu den 1500 Meter an den Start. 3m Hochsprung wird Steines, der schon in Wetz­lar 1,70 Meter sprang, die Farben seines "Vereins vertreten. Diskus und Kugelstoßen werden auch hier M o h l und Gugel bestreiten. Willi Mül­ler ist für den Weitsprung in Klasse III gemeldet. Frauen und Jugend entsendet der VfB. nicht.

Die Gießener Leichtathleten werden es in diesen Wettbewerben nicht so leicht haben wie in Wetz­lar. "Namhafte Konkurrenz aus allen Teilen des Reiches ist am Start. Man hofft auf ein gün­stiges Abschneiden und zum mindesten auf einige günstige Plätze.

Handball im Gau Hessen (O.T.)

To. Großen-Linden.

Während die 1. Mannschaft am kommenden Sonntag pausiert, tragen die zweite und die Schü­lermannschaft Freundschaftsspiele gegen die glei­chen Mannschaften des Tv. Klein-Linden in Klein- Linden aus. Die Iugendmannschaft tritt auf eige­nem Platze gegen Dutenhofens Jugend an.

F.E.Teutonia" W.-Steinberg.

Am kommenden Sonntag treffen sich die zweite Mannschaft des FC. Teutonia Wahenbom-Stein- berg und der Spielvereinigung 1926 Leihgestern in Steinberg zum Gesellschaftsspiel. Das Vorspiel in Leihgestern endete 6:4 für Watzenborn-Stein­berg. Ob bei diesem Spiel der Platzbesitzer das Spiel für sich entscheiden kann, muh in Frage ge­stellt werden. Die I. Dchülermannschaft fährt nach Steinbach, um sich mit der dortigen Schülermann­schaft im Gesellschaftsspiel zu messen. Man rechnet den Watzenborn-Steinbergern ein kleines Plus zu.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bi? 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen

Preußen.

KreiS Wetzlar.

<t> Wißmar. 12. Juni. Eine schlimme Erfah­rung mußte ein hiesiger Butter- und Gierhändler machen. Er hatte seit einiger Zeit einen Hand­werksburschen in Diensten, der sich bald das Ver­trauen seines Herrn zu erwerben wußte, bis er jetzt plötzlich unter Mitnahme eines Geld­betrages von etwa 140 Mark und einer Ubr verschwand. Die Polizei hat die Rachfor­schungen nach dem Flüchtling auf genommen und auch schon Spuren gefunden. In unserem Ge­meindewald macht sich der äußerst schädliche "Buchenrotschwanz. ein kleiner Schmetter­ling, bemerkbar, der jetzt an die Buchenstämme seine Eiablage vornimmt. ihn der drohenden Ge­fahr, die durch Massenauftreten der im Herbst geschlüpften jungen Raupen entstehen würde, zu egegnen, sollen unter Mithilfe der Schulkinder, soweit eS möglich ist, die Schmetterlinge gefangen und die »Eierfpiegel" zerstört werden.

# Ahbach, 12. Juni. Der Landwirt Friedrich Will von hier erzielte auf der DLG.-Ausstel­lung in Hannover einen großen Erfolg. Er er­hielt auf einen Bullen und auf eine Kuh je einen 1. Preis, auf die Kuh außerdem noch einen Ehren­preis.

6 Hochelheim, 12. Juni. Gute Aus­sichten für eine reiche Ernte bietet in diesem Jahre der Behang der Kirschbäume. Schon in der näcbften Woche werden die ersten Frühkirschen geerntet werden können. Auch bei K e r n o b ft kann auf eine befriedigende Ernte gehofft werden, während der Behang der Zwet- schenbäume unterschiedlich ist.

O Groß-Rechtenbach, 11. Juni. 3n- folge der Sperrung der Straße Klein-Linden Lützellinden (Wasserleitungsbau in Klein-Linden) werden auf der Postautolinie Gieße n Hochelheim die Haltestelle Abzweigung Groß- Rechtenbach auf der Vormittagsrückfahrt von Gie­ßen und die Haltestellen Groß-Rechtenbach und Klein-Rechtenbach auf der Abendrückfahrt von Gießen bis auf weiteres nicht mehr angefahren.

00 Hörnsheim, 11. Juni. Da der Gemeinde­rat die Erhebung der Gemeindebiersteuer ablehnte, hat der Kreisausschuß in Wetzlar die Biersteuer vom 1. Juni ab mit den einfachen Sätzen für die hiesige Gemeinde eingeführt. Auch für fiochelheim wurde die Biersteuer vom Kreisausschuß beschlossen.

I Dornholzhausen, 11. Juni. Bei der öffentlichen Verpachtung der Gemeinde, j a g d wurden zunächst die beiden Jagdbezirke ein­zeln und dann zusammen ausgeboten. Für den Ge­samtjagdbezirk bot Kaufmann Ottmar Wetzel aus Frankfurt a. M. 910 Mark. Da die bisherige Pacht 1610 Mark betrug, wurde der Zuschlag nicht erteilt.

Rundfunkprogramm

des Frankfurter SenderS.

(Aus betRadio-Umschau".)

Sonntag, 14. 3uni.

7 bis 8 Uhr: Hafenkonzert aus dem Bremer Freihafen. 8.15: Kassel: Morgenfeier, veranstal­tet von der evangel. Freiheiter Gemeinde zu Kassel. 9.15: 6 tu nix des Chorgesangs. 10.45: Oberursel: Iugendtag der christlichen Gewerk­schaften. 11.30: Leipzig: Reichssendung, Kantate zum 2. Sonntag nach Trinitatis, von Ioh. Seb. Bach. 12.15: Schallplattenkonzert: Puc- cini-Kvnzert. 14: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16: Wiesbaden: Kon­zert des Kurorchesters. 18: Erlebte Geschich­ten von Andreas Zeitler. 18.25: Elisabeth-Kirche Marburg. 19.30: Bunter Abend. 20.45: Cann­statt: Blasmusik des Philharmonischen Bläfer- vrchesters. 22: Mannheim: Jazz auf zwei Flü­geln. 22.50 bis 24: Tanzmusik.

Montag, 15. Juni.

7.30: Bad Orb: Konzert des Kurorchesters. 11.50: Schallplattenkonzert. 16.30: Schlangenbad: Konzert des Kurorchesters. 18.15:Vollmensch und Rollmensch in Henrik IbsensBrand" und Peer Ghnt", Vortrag von Clemens Taesler. 18.45:Vorn Fliegen", Vortrag von Ernst Fuhr­mann. 19.15: Englischer Sprachunterricht. 19.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 21.20: Die Eder­talsperre. Hörbild. 22: Rach Leipzig: Zeitbe­richt. 23 bis 24: Tanzmusik.

10000

KM FAHRT DES A.V. D.

9 FORDWAGEN STARTEN

9 FORDWAGEN AM ZIEL

DER 100000 - KM -WAGEN ERRANG

AUF DIESER FAHRT DEN 1. PREIS

8 WEITERE FORDWAGEN ERZIELTEN

1 TEAM PREIS

7 ERSTE PREISE 1 ZWEITEN PREIS SOLCHE ERFOLGE KANN JEDERMANN VOM FORDWAGEN ERWARTEN, DENN DIESE LEISTUNGEN SIND VOM KONSTRUKTEUR IN DEN FORDWAGEN HINEINGEBAUT FORD MOTOR COMPANY A.G., KÖLN AM RHEIN