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Zieht man das Ergebnis aus den eirrgehenden Betrachtungen des neuen Haushaltsplanes, so ist festzustellen, daß er sowohl in der Detriebsrech- nung, wie auch in der Dermöaensrechnung der un­erfreulichste Plan seit der Markstabilisierung ist, nicht durch die Schuld der Stadtverwaltung oder deS Stadtrates, sondern lediglich als Folge deS ständigen weiteren Abgleitens der deutschen CEDtrt- schaftsverhältnisse.

Erfolge der hessischen Ziegenzucht.

Der Lairdesverband der Ziegenzucht ver­eine für den Dolksstaat Hessen führte auf der Ausstellung der Deutschen Landwirt - schafts^Sesellschaft (DLG.) in Hannover 22 Zie­gen bzw. Böcke bei dem Wettbewerb in Eintel- klassen vor. Hiervon wurden 20 Stück mit Preisen bedacht. Acht Ausstellungsziegen stammten aus der Provinz Starkenburg, vornehmlich aus dem bekannten Zuchtort Pfungstadt, der Rest aus O be rhessen.

Die aus Oberhessen bei den Cinzelprä- miierungen vorgeführten Tiere erhielten nach­stehende Preise: Bock der Stadt Lauterbach Is-Preis und Ehrenpreis der Landwirtschafts- kcrmmer für Hessen: Stationsbock Leu sel II. Pr.: Bock der Gemeinde Billertshausen III. Pr.; StationSbock Alsfeld Anerkennung: Bock der Gemeinde Hattenrod In-PveiS: Dock der Ge­meinde Angersbach II. Pr.: Ziege des Hch. Münster (Hattenrod) Is-Preis und Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer für Hessen; Ziege des .Rau IV. (Hattenrod) IV. Pr.; Ziege des o Schwarz (Griedel) II.Pr.; Ziege des

Leonh. Decher t (Maar) II. Pr.: Ziege deS Hch. Dreut II. (Griek^l) III. Pr.: Ziege des Ehristoph Scheid VI. (Grohen-Duseck) IV. Preis.

Oberhessen stellte somit in den beiden wichtigsten Klassen, der Klasse der älteren Böcke und der Klasse der älteren Ziegen, die Spihen- tiere. 3m Milchlei st ungs Wettbewerb erhielten die Ziege des Hch. Rau IV. (Hatten­rod) einen II. Preis, die Ziege von Münster (Aattenrod), r

Außerdem wurde der Sammlung des Landesverbandes der Ziegenzuchtvereine für den Dolksstaat Hessen der la- und Sie­gerpreis des Reichsernährungsministeriums zugesprvchen.

Schwerer Verkehrsunfall.

Zwei Schwer, und ein Leichtverletzter.

Marburg. 12. Juni. (MSN.) In der Deutsch- Hausstraße ereignete sich gestern gegen 22 Uhr ein schwerer Berkebrsunsall. Als der Reisende Roth­man n aus j)annDoer, der Sohn des Garagen­besitzers Röll aus Marburg sowie der Autoschlosier Hellmann aus Marburg damit beschäftigt wa­ren, eine Panne an dem Auto des Reisenden aus- zubessern, fuhr ein hiesiger Geschäftsmann mit feinem Auto in rasender Fahrt so dicht an dem unter einer brennenden Straßenlaterne stehenden Auto vorbei, daß er die drei an ihm beschäftigten Personen umriß und etwa 20 Meter mitschleiste. Rach kurzem Halten fuhr der rasende Autofahrer weiter, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Rothmann erlitt einen doppelseitigen Schenkelbruch, eine Gehirnerschütterung und innere Verletzungen, so daß an seinem Auskommen gezweifelt wird, wäh­rend Röll einen Schenkelbruch und Hellmann schwere Quetschungen daoontrug. Wie festgestellt wurde, ist der Führer des rasenden Autos betrunken gewesen.

Oer Frankfurter Kreditbrief- fchwindelversuch.

30 Kreditbriefe gefälscht.

WSR. Frankfurt a. M., 12.3uni. Der versuchte Kreditbriefschwindel in Frankfurt ent­puppt sich jetzt als eine sehr genau vorbereitete Sache internationaler Gauner. Das Kreditbrief­papier ist echt und wurde von einem ungetreuen Bankbeamten in Montevideo (Uruguay) den drei Gaunern geliefert, die etwa 30 Kreditbriefe auf Beträge von 3000 bis 4000 englische Pfuikd fälschten. Zwei von den Burschen wurden, wie bereits gemeldet, gefaßt: einer, der 31 Jahre alte Pedro Gomez enttarn. Gomez ist der einzige, der noch über einige Geldmittel verfügen dürft«- Weitere Fahndungsmaßnahmen sind bereits ge­troffen worden.

Das Rote Kreuz in Hessen.

Helft helfen! Roikreuztag am 14. Zuni.

Wenn der Rotkreuztag herannaht und man sich mit Bekannten über seinen Zweck unterhält, muß man immer wieder die Beobachtung machen, wie wenig eigentlich manche Kreise unseres Vol- kes von dem Wesen und der Tätigkeit des Roten Kreuzes wissen. Deshalb ist es vielleicht nicht ohne Rutzen, wenn nachstehend ein kurzer Ueberblick über die Tätigkeit in Hessen ge­geben wird.

Der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz, der nun seit 66 3ahren besteht und

in 53 Zweigvereinen und 80 Sanitätskolonnen etwa 7000 Mitglieder

zählt, hat in den letzten 3ahren insofern seine

Struktur perändert, als die Freiwilligen Sani­tätskolonnen an Bedeutung außerordentlich ge­wonnen haben. 3hre Zahl ist von 21 im Jahre 1919 aus 80 in diesem 3ahre angewachsen, und cs vergeht kaum ein Dtzonat, ohne daß sich neue Formationen bilden. Das ist ersreulich, denn bei der außerordentlichen Ausdehnung unserer Der- kehrsverhältnisse besteht für jedes größere Ge­meinwesen ein starkes Bedürfnis, eine pflichteifrige und gut ausgebildete Mannschaft zu besitzen, welche in der Lage ist, bei Unfällen rasch und zuverlässig erste Hilse zu leisten. DieS wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern, denn der Krastwagenverkehr breitet sich immer mehr aus, der intensive Sportbetrieb unserer 3ugend führt zur häufigen Ansammlung großer Menschenmas­sen, und auch die vermehrte Maschinenverwen­dung in Industrie und Landwirtschaft hat zur Folge, daß Unfälle leiber weit häufiger vorkom­men, als in früheren Jahren.

Reuerdings haben die Freiwilligen Sanitäts­kolonnen ihre Tätigkeit über die Krankenbeför- derung und die erste Hilfe hinaus noch erweitert, indem sie auf Anregung des Hessischen Landes- vreins noch neue Dienstzweige ausgenommen ha­ben. Hier ist zunächst der

Slraßenhilfvdienst

»u nennen, in dem an allen durchgehenden Stra­ßen ein ununterbrochenes Reh von Unfallmelte- unb Hilfsstellen eingerichtet wurde, welche letztere mit mehreren gut ausgebildeten Sanitätsleuten besetzt und mit Tragen und Verbandsmaterial ausgerüstet sind. Ferner ^wurden an allen größe­ren Badeplähen an Rhein und Main gemein­

sam mit der Deutschen Lebcnsrettungsgesellschast Rettungswachen ausgestellt. Und endlich wurde eine große Zahl von Kolonnen mit Gas­schuhgeräten ausgerüstet und ausgebil­det. Daneben werden in jedem Winter im Ein­vernehmen mit den Unfallberufsgenossenschaften eine große Anzahl von Betriebshelfern für die Industrie ausgebildet und wird die Heranwachsende Jugend in den höheren Schulen in der ersten Hilfe in regelmäßigen Lehrgängen unterrichtet. Wie groß die Tätigkeit der hessi­schen Sanitätskolonncn ist, erhellt daraus, daß im Jahre 1929 die Zahl der Krankentransporte 5585 und die der Hilfeleistungen 22 149 betrug. Im Jahre 1930 ist die Zahl der Krankentransporte auf 8246 und die der Hilfeleistungen auf 25 732 gestiegen.

Ein wichtiges Arbeitsgebiet des Landesvereins ist nach wie vor die

Fürsorge für die Altveleranen und Invaliden

aus den Kriegen von 1866 und 1870/71, sowie für die Kriegerhinterbliebenen und Kriegsbeschä­digten des Weltkrieges.

Der gleichfalls schon 64 Jahre bestehende Lan- desfrauenverein vom Roten Kreuz (der Alice-Frauenverein) widmet sich in erster Ginie der Krankenpflege. Er bildet Kran­kenschwestern in vier Mutterhäusern aus, unter­hält die Schwesternschaften in 25 hessischen Kran­kenhäusern und Krankenpflegestationen (430 Schwestern), betreibt die Krankenhäuser Alice- Hospital in Darmstadt und Alice-Heim in Mainz, und ist bestrebt, diese Anstalten mit allen neuen und erprobten Einrichtungen zu versehen.

In einer besonderen sozialen Abteilung bear­beitet er in großem Umfange die

Mittelstandsfürsorge, Studentenfürsorge und Erwerbslosenfürsorge.

Gerade in letzterer Hinsicht haben beide Vereine gemeinsam im vorigen Winter durch Kinderspei­sungen, Einrichtung von Freizeiten für erwerbs­lose Mädchen und Schaffung eines Tageraumes für erwerbslose Frauen und Mädchen ihr Teil zur Linderung der großen Rot beizutragen ver­sucht.

Ebenso haben sie im Schloß Bingenheim in Oberhessen schon vor mehreren Jahren ein Kinderheim errichtet, in dem zahlreiche er­holungsbedürftige Kinder jedes Standes Auf-

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Am 14.3uni: Tag des Roten Kreuzes.

Dom Wirken des Roten Kreuzes: Ein Kranker wird zur dringenden Operation mit dem Flugzeug nach dem nächsten Ort mit Krankenhaus befördert.

nähme finden, wobei die Kosten der je vier Wochen dauernden Kur teilweise oder ganz vom Hessischen Roten Kreuz, der Arbeitsgemeinschaft beider Vereine,'getragen werden.

An Hausangestellte beiderlei Geschlechts, die mindestens 20 Jahre in der gleichen Familie ge­dient haben, verleiht das Hessische Rote Kreuz jedes Jahr am Osterfest Anerkennungen in Ge­stalt silberner Broschen und Radeln.

Es darf schließlich noch erwähnt werden, daß das Hessische Rote Kreuz im vorigen Winter die Anregung zu einer

gemeinsamen Rothilfesammlung aller Spihen- verbände der freien Wohlfahrtspflege

in Hessen gegeben hat, deren Ergebnis 70 000 Mark betrug und im wesentlichen auch für die Erwerbslosen verwetrdet wurde.

Man wird zugeben müssen, daß diese umfang­reiche und in eminentem Sinne gemeinnützige Tätigkeit, weil sie jeden Volksgenossen ohne Rück­sicht aus seinen Stand, auf seine Konzession und seine politische Gesinnung zugutekommt, jede Förderung und Unterstützung verdient.

Und so hofft das Rote Kreuz, daß sich auch am 14. Juni die Herzen und Hände unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen öffnen, um es in den Stand zu setzen, sein menschenfreundliches Werl fortzusehen und möglichst noch weiter aus­zubauen. Jede, auch die kleinste Gabe wird will­kommen fein!

Mit dein Rotkreuztag ist eine behörd- l i ch genehmigte öffentliche Samm­ln n g verbunden. Jede Spende, die der Samm­lung zuflieht, kommt vermöge der in den Rot­kreuzvereinen geleisteten ehrenamtlichen Tätigkeit restlos den Anstalten, Heimen und Einrichtun­gen des Roten Kreuzes und damit unmittelbar den Hilfsbedürftigen zugute.

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 12. Juni. Ein Provisionsreisender aus Frankfurt a. M. hatte sich im Oktober 1930 in einem Gasthof eines Landortes emgemielet, um in der Gegend Fußbodenöl zu vertreiben. Eines Tages kehrte er von seinen Geschäftsgängen nicht mehr zurück und schrieb von einem andern Ort dem Wirt, er würde in den nächsten Tagen bezahlen. Das war aber nicht der Fall: erst nach Monaten erhielt dieser sein Geld von der Firma des Rei­senden, der selbst Rame und Wohnort seines Gläu­bigers vergessen haben wollte. Wegen Rückfall- betrugs angeklagt, wurde er mangels aus­reichenden Beweises freigesprochen; seine Angabe, er habe geglaubt, seine Zech^chuld bei dem Wirt könne gegen die Forderung seiner Firma aus Oellieferung aufgerechnet werden, war nicht einwandfrei zu widerlegen.

Zwei Handwerksburschen hatten im Mai d. I. in Bad Wildungen den Geldbehälter eines Scho- koladenautvmats erbrochen, aus dem Stations­gebäude in Butzbach der Dutzbach-Licher Bahn einen Kasten gestohlen, in dem sie Geld vermuteten, der aber Verbandszeug enthielt, und schließlich aus einem Hof in Eberstadt Hemden und Strümpfe entwendet. Der eine erhielt fünf Monate zwei Wochen, der andere wegen Rückfalldiebstahls e i n

3ahr neun Monate Gefängnis. Beide erkannten das Urteil an.

3m Januar 1929 waren ein Schlosser, ein Mel­ker und dessen Geliebte, in eine 3agdhütte bei Blofeld eingebrochen und hatten dort alle mög­lichen Sachen mitgenommen, die sie teils verkauf­ten, teils für sich verwendeten. Wegen Rückfall­diebstahls wurde der Schlosser zu einem 3 ahr Zuchth aus verurteilt: der Melker erhielt acht und seine Geliebte drei Monate Gefängnis. Auch dieses Urteil wurde alsbald anerkannt.

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 14. Juni. 2. Sonntag nach Trinitatis,.

Sladlkirche. 8 Uhr: Pfr-Becker; zugleich Christen­lehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Pfr. Mahr: 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinde; Pfr. Mahr. Zohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfir­mierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarrassistent Seemann; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer: 20: Bibelbesprechung im Jo- hannessaal: Pfr. Ausfeld. Kapelle des Alken Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kin­derkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. Elisabeth-Kleinklnderschule. 9.45:. Pfr. Lic. Ußaas. Bei schönem Wetter Waldgottesdienst im Bergwerkswald. 3m Saale der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. Neue Aula. 11.15: Universitätsgottesdienst; Predigt: Professor D. Rudolph. Klein-Linden. 9: Hauplgottesdienst; Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.30: Kin­dergottesdienst. Wicseck. 9.30. Alken-Vuseck. 11. Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend: 13.30: Mainzlar. Haufen-Garbenteich. 10: Hausen, anschließend Chri­stenlehre: 12.30: Garbenteich. Dahenborn-Skein- berg. 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. Lich. 8: Stiftspfarrer Draubt; 9.30: Stiftsdechaot Kahn: Christenlehre für die männliche Jugend.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 13. Juni.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 14. Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte-, 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten: 8: Kommu­nion: 9: Hochamt mit Predigt. 11: Messe mit Predigt: 14: Christenlehre und Andacht: 15: Ver- sammlung der Jungfrauen-Kongregation. Ech­zell. 10.45: Hochamt mit Predigt. Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt: 20: Christenlehre und Andacht. Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt.

Montag, den 14. Juni.

Laubach. 7.30 Uhr: Messe.

Mittwoch, den 16. Juni.

Hungen. 6.15 Uhr: Messe.

9 weil es nicht teurer ist als gewöhnliches Benzin.

OER FACHMANN

DER RECHNENDE,

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Auto-Benzin, das sich bei den Versuchsprüfungen 1929 auf der Avus als ein Kraftstoff von besonderer Wirtschaftlichkeit erwiesen hat.

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