Ausgabe 
13.3.1931
 
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gen zu vermeiden. Aus der plötzlich auftrctendeir Ernährungsstörung wird leicht eine chronische, und die chronische Störung ist schwierig zu behandeln. Wenn man sieht, dah bei regelrechter Behandlung mit einer Teepause und vorsichtiger Milchabgabe der Erfolg auSbleibt, so erinnere man sich, dah man in den letzten Iahren mit einer sog. Sauer­milch. Früchte-Kur große Fortschritte gemacht hat. Wir sehen, auch hier wieder kann man die Milch bei der nervösen Durchfallsstöruna in anderer Form als beim nervösen, nicht gedeihenden Säug­ling verwenden, und di.' gleichen Erfolge, die man mit der Milchsäure-,Zitronensäure-Dollmilch, Ei- weihmilch. Buttermilch im Säuglingsalter erzielt hat. können auch beim nervösen Kleinkind, ja auch beim Schulkind, mit einer Sauermilchernährung, gemeinschaftlich mit reichhaltiger Ditamingabe und Früchten, erreicht werden.

Obstbaum-SchädlmgSbetämpfung.

Alljährlich fallen bis zu 40 Prozent der deut­schen Obsternte den Schädlingen zum Opfer. Alm diesen Ausfall zu vermeiden, ist eins gute Obstbaumhaltung für die Dolksernährung un­bedingt erforderlich. Deshalb ergibt sich für jeden Gartenbesitzer die moralische Pflicht, die O b st- b a u m sch ä d l i n ge mit allen Kräften zu bekämpfen, um so mehr, als auch sein eigenes Interesse mit der Erhöhung der Erträge verbunden ist.

Darüber hinaus besteht aber auch eine gesetz­liche Dcrpflichtung, auf die das Kreisamt Gießen im Amtsverkündigungsblatt vom 6. März hin­weist. Dort heiht es u.a.:

Es^besteht die Verpflichtung für Baumbesiher, binnen" 4 Wochen nach Aufforderung der Orts- polizei dürre Bäume und Aeste aus Feld und Gärten zu entfernen ..."Baumbesiher sind verpflichtet, Bäume, Sträucher und Hecken von Aaupennestern zu befreien." Es heiht weiter:Die Bäume in Feld- und Garten­grundstücken und Hofreiten sind von M i st e l n zu reinigen." Schließlich ist für Baumbesitzer oder Nutzungsberechtigte die Verpflichtung fest- gehalten, dah die mit Blutläusen behafteten Bäume binnen acht Tagen nad) der öffentlichen Benachrichtigung durch die Ortspolizeibehörde zu reinigen sind.

Bei Zuwiderhandlungen gegen diese gesetz­lichen Bestimmungen kann nicht nur auf Geld­strafe erkannt werden, die Polizei kann vielmehr auf Kosten des Säumigen die Durchführung der Schädlingsbekämpfungsarbeiten durchführen las­sen. 3m Aintsverkündigungsblatt wird zum Schluß darauf hingewiesen, dah die gegenwärtige Zeit besonders geeignet ist zum Bespritzen der Bäume.

Bornotizen.

Tageskalcnder für Freitag. Bund jur christliche Erziehung in Hous und Schule: Re- zitations- und Liederabend, 20 Ufjr Johannesfaal. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die Privatsekretä­rin". Astoria-Lichtspiele:Das Mädchenschiff". Palast-Lichtspiele im Einhorn: Sensations-Gastspiel Afra", 20.30 Uhr.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute geschlossen! Mor­gen, Samstag, 20 Uhr, im Freitag- Abo nnemen t einmaliges Gastspiel von Max

Adalbert mit seinem Berliner Ensemble in der KomödieDer Mann der schweigt" von O. Malin. Zu diesem Gastspiel haben Zchncr- karten keine Gültigkeit, Abonnenten zahlen er­mäßigte Operettenpreise, Vichtabonnentcn Ope- retlenpreisc. Sonntag. 15. März, 14 Uhr ge­schlossene Gcwerlschaftsvorstellung,Weekend im Paradies", Spielleitung Heinrich Hub, 18.30 Uhr als FvemdenvorsteUung zum letzten Male der diesjährige erfolgreiche FaschingsschwankDas öffentliche Acrgernis", Spielleitung Heinrich Hub.

Der Goethe-Bund hat, wie er uns mitteilt, für kommenden Sonntag die bekannte dänische Di^terin KarinMichaeliszu einem Dortrag der Werkstatt einer Dichterin" mit anschließender Dorlesung aus eigenen Werken nach Gießen eingeladen. Mit dieser Deranstal- tung bietet der Gocthe-Bund wieder ein inter­essantes literarisches Erlebnis. Denn es- ist eine seltene Gelegenheit, diese bedeutende Frau und Dichterin persönlich kennen zu lernen. Der Besuch des Abends ist dringend zu empfehlen. (Siehe heutige Anzeige.)

D i e Volkshochschule bittet uns, auch an dieser Stelle nochmals auf den morgen, 20 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität stattfindenden m u ° sikalischen Volkskun st abend hinzuweisen, der von dem Kammerorchester der Volkshochschule unter Mitwirkung von Frau Minna Wolff (Ge- sang) und Frau Elfriede Fischer (Klavier) aus­geführt wird. Näheres siehe heutige Anzeige.

Familienabend der Lukasge- meinde. Man schreibt uns: Lieber Luthers t Leben, namentlich in seiner späteren Zeit, sind wir sehr genau unterrichtet. Der Gießener Kirchenhistoriker Gustav Krüger hat sestgestellt, daß wir für manches 3ahr, Tag für Tag. über den Reformator Bescheid wissen. Besonders auch weiß die Geschichtswissenschaft die Reisen, die Luther gemacht hat, darzulegen. Da ist 'es von besonderem 3nteresse für unser engeres Dater- land, festzustellen, wann Luther das Hessenland berührt hat. Reichsbahnamtmann Dörr hat sich seit Jahren damit beschäftigt, über Luthers Reisen durch Oberhessen ins Klare zu kommen und will am nächsten Sonntag bei einem Familien­abend der Lukasgemcinde über seine Ergebnisse Mitteilung machen. Die Deranstaltung wird außerdem noch durch musikalische und gesangliche Darbietungen ausgestaltet werden. (Siehe heutige Anzeige.)

Militärkonzert. Am kommenden Sonn­tag, 20.15 Uhr, findet im Caf6 Leib ein Militär- konzert der Kapelle des hiesigen Bataillons unter der Leitung von Obermusikineister L ö b e r statt, («iehe heutige Anzeige.)

Daten für Samstafl, 14 März.

1803: der Dichter Fr. G. Klopstock in Hamburg gestorben; 1804: der Komponist Johann Strauß in Wien geboren: 1883: der Sozialist Karl Marx in London gestorben.

** Der Gießener Stadtrat wird sich in seiner Sitzung am nächsten Dienstag, die wir gestern bereits meldeten, u.a. mit folgenden Vorlagen zu beschäftigen haben: Erhebung der Getränkesteuer und der Biersteuer, Kanalgebühren, Müllabfuhrgebühren, Neufestsetzung der Wasserprcise, Arbeitsvergebungen

der verschiedensten Art, Krediterweitcrung für Für- sorgearbciten und eine Anzahl Kreditbewilligungen für Arbeitszwecke.

* Fremdenvorstellung im Gieße­ner Etadttheater. Man schreibt uns: Am Sonntag, 15. März, wird das Etadttheater im Rahmen der sonntäglichen Frcmdenvorstel» hingen den neuesten Schwank Franz Arnolds ..Das öffentliche Aeraernis" unter der Spiel- sührung Heinrich Hubs zum letzten Male zur Aufführung bringen. Der Schwank beherrscht seit dem Weihnachlstage 1930 den Berliner Spielplan und konnte vor einigen Tagen mit demselben Er­folg wie bei seiner Araufführung die 75. Ausfüh­rung erleben. Beginn der Vorstellung 18.30 Ahr. Ende 20.30 Ahr.

* Schulpersonalie. In den Ruhestand ver­setzt wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vorn 1. April ab der Fortbildungsschullehrer Theodor Zeltler an der Fortbildungsschule zu Gießen.

ee 8 2. Geburtstag eines Gießener Bürgers. Seinen 82. Geburtstag begeht am 15. März in geistiger und körperlicher Frische der Kriegsvcteran von 1870/71 Herr Adolf Ä reu ter, Sonnen strahe Rr. 6 wohnhaft. Der alte Herr ist ein gebürtiger Gießener.

** Oberschlesien-Gedenken in den hessischen Schulen. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat an die hessischen Schulen einen Erlaß gerichtet, in dem es u.a. heißt: Am 20. März 1931 sind zehn Jahre seit der Ab­stimmung in Oberschlesien vergangen. Ich empfehle, an diesem Tage in einer geeigneten Stunde des Unterrichts der Bedeutung des Tages zu gedenken." Der Minister macht außerdem die Schulen mit Rundfunkanlage auf die Übertragung der in Preu­ßen stattfindenden Gedenkfeiern der oberschlesischen Jugend aufmerksam.

** Wer i ft der Eigentümer? Von der Po­lizei wurden vor einiger Zeit die aus Gartenhaus­einbrüchen eines jungen Paares herrührenden ge­stohlenen Gegenstände sichergestellt, indessen von den rechtmäßigen Eigentümern noch nicht abgeholt. Es handelt sich um eine feldgraue Hose, ein schwarz- seidenes Halstuch mit grün-roter Einfassung, eine kleine weiße Tischdecke mit Blumen ein Damen- Sommerkleid, geblümt mit schwarzer Halseinfassung, eine kleine blaue Strickweste, blau abgesetzt, ein Paar schwarze Damenspangenschuhe eine Beißzange, einen Meißel, einen Schraubenzieher und um ein Taschenmesser mit gelber Hornauflage. Eigentümer wollen sich an die Kriminalpolizei wenden.

** 3m Lichtspielhaus läuft zur Zeit mit gutem Erfolg ein hübsches Tonfilmlustspiel D i e Privatsekretärin" unter der ein­fallsreichen und geschmackvollen Regie von Wil­helm Th iele, der die großen ZugstückeLiebes­walzer" und ..Drei von der Tankstelle' inszeniert hat; dieses jüngste Werk (Greenbaum-Emelka- Produktion) ist ein modernes Märchen, eine opc- rettenhafte Begebenheit von liebenswürdiger An- Wahrscheinlichkeit, deren psychologische Wirkung vollkommen klar ist. Selbst wer einsichtig genug ist, zu erkennen, dah die AeberschriftSo ist das Leben!" für die scheinbar ganz zwanglos unferm Alltag entnommene Fabel nicht paßt, wird immer noch getrösteten Herzens nach Hause gehen, denn: so könnte das Leben doch einmal fein! Ein Wunschtraum: die kleine Sekretärin, die

nicht nur ihre Anstellung in der großen Dan! bekommt, sondern auch noch Herz und Hand des gewaltigen Bankdirektors dazu. Die nied­liche. gar nicht divahaste Renate Müller (aus demFlötenkonzert" bekannt), der immer sympa­thische Hermann Thimig und Felix Dres- s a r t, ein Komiker mit Gemüt, spielen die erste Geige im Ensemble. Zu dem Manuskript von Franz Schulz hat Paul Abraham ein paar luftige und fangbare Schlager komponiert. Man verbringt einen unterhaltsamen Abend.

"Sparerbund, OrtsgruppeGießen. Die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Sparer­bundes hielt am Mittwochabend imPrinz Earl" einen öffentlichen Lichtbildervortragsabend ab. Der Vorsitzende, Stadtratsmitglied Rentier Rei­ber, wies auf die wirtschaftliche Lage hin, gab einige geschäftliche Mitteilungen und erinnerte an die Deranstaltung des Sparerbundes am 26. März im Katholischen Dereinshaus, in der der Engländer Divian Stranders gesprochen hatte. Der jetzige Abend stelle gewissermaßen die Fort­setzung des damaligen Dortragsabends bar. So­dann sprach Herr Lorenz an Hand einer Licht­bilderserie über das Thema1000 3ahre fran­zösische Raubpolitik". Ein großzügig angelegter geschichtlicher Rückblick vermittelte einen Eindruck von der Machtpolitik der Franzosen, als deren Opfer sich Deutschland immer dann erwiesen habe, wenn die ilneinigteit die deutschen Dolksstämme in Ohnmacht warf. Ein zweiter Bildstreifen gab einen ileberblid über die durch den Versailler Friedensvertrag dem deutschen Daterlande ent­rissenen Gebiete. Anter dem TitelWas wir ver­loren haben" lernten die Besucher die landschaft­lichen Schönheiten Elsaß-Lothringens, der Pro­vinz Posen, des Memelgebietes und Oberschlesiens kennen. Ein dritter Film zeigte in übersichtlicher Weise den Derlust des deutschen DolksvermögenS, der durch den Dawes- und Doungplan veranlaßt, zur Verarmung unseres Volkes geführt hat.

3rieffaffen der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

G. S. Lv. Zu 1.: Die Möglichkeit bestand erst­malig für das Rechnungsjahr 1926; zu 2.: bei Belastung bis höchstens 20 v. H.; zu 3.: erst für das Rechnungsjahr 1929 vier Klassen: 1. ohne Belastung, 2. 10 v. H. Belastung, 3. bis 20 v. H. Belastung, 4. bis 30 v. H. Belastung; zu 4.: An­träge mußten bis spätestens 31. März des je­weiligen Rechnungsjahres bzw. der beruhenden Rechtsmittelfrist gestellt sein. Falls trotz An­tragstellung eine Entscheidung noch nicht ge­troffen, dürfte eine Erinnerung unter Darstellung des Tatbestands genügen.

L. R. K. 1. Der Geschäftsstelle muß, wenn sie Offerten zustellen soll, eine Adresse angegeben werden. 2. Bei postlagernden Sendungen ist nur Angabe der Chiffre nötig.

2TI. Sch. in 23. Die Höhe der Witwenrente nach dem Reichsversorgungsgesetz richtet sich nach dem Alter und dem Wohnort der Witwe. Ist die Witwe 50 Jahre alt oder erwerbsunfähig (66,66 v. H), so beträgt die Witwenrente z. B. in Ortsklasse D inonaL lief) 41,55 RM., ist sie unter 50 Jahre alt, monatlich 34,65 RM. lieber die Höhe des Witwengeldes kann die zuständige Regierung Auskunft geben.

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ndesalter mit der biß* ungsinethvde nicht recht auf die Bedeutung der t werden. Falsch wäre )cr GefchmaÄrichtuns Speisen, wie Gurken, tleincn Mengen sind Tesiandieil der fit* nnüse, M und Milch-

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Kind zum ®c- 5 '"solchen Fällen der Mutter sowieso ann hier einen sehr das Kind ausreichend gemisch ernährt wird, m sich einfach so, dah lch oder Dollmilchbrei bis 5 Monaten schon chrung zugibt. Beson­der leiden nun unter chwierigleiten in der handelt es sich um lichlcit, bald um eine entlichr Ernährungs- neine Milchnahrungs- )rn, sehen wir heutzu- künftige Mutter schon Kinde meist Obst- oder

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