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Aus der Provinzialhaupistadt
Gießen, den 10.3anuar 1931.
(erbat.
Taren für Sonntag 11. Januar
de-nKanatMu Shutter Pfund ron 1,00 Mk. an; Butter 1,20 3nf£eSii 't6 1.30; Watte 30 bis 35; Wrr.mg 10 dis 15; DruifeS Wrihiraut 8 bis 10; Rotkraut 10 brS 15; gelbe iftoxtttt ve^ tibm 10 12; rote Rüben 10 bis 15; Spmat
He Luft dtt , 25 bis 30; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grunft>hl 15
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IGO; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 8 bis 10; )L-crretti<f> 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis !) Kartoffeln 3,5 bis 4; Aepsel 30 bis 45; Ncnen 20 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig ;(> bis 50; junge Hähne 90 bis 1.20; Suppen - USncr 90 bis 1,20; Gänse 1,00 bis 1,10; Russe b bis 60; Käse (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben lötüd) 70 bis 80; Eier 15 bis 16; Blumenkohl j) bis 70; Salat 25 bis 30; Endivien 20 bis 30; eNer-Kohlraöi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich |0 bis 15; Sellerie 10 bis 50; Kartoffeln (Zent- Ki) 2,50; Weißkraut 6,00 bis 7,00; Wirsing ;0) bis 8,00; Rottraut 9,00 bis 10,00.
Bornotizen.
— Lageskalender für Samstag. Vortrag von Missionar Walter, 20 U6r, in der Stadtkirche. .Zanket nicht auf dem Wege. - Drutschnatipnaler Arbeiterbund: Dortrag von P. Äüffer über .Deutschnationale Dolkspartei und Arbeiterschaft", 20,15 Uhr, im Postkller. — fteichskurzschriftgesellschaft Babelsberger: Gene-
IVon der Pressestelle der Landesuniversi- iä t G i e ß e n wird milgeteilt: Die Juristische Fakultät hat den Prälaten der Hessischen Evangelr- Ichen Landeskirche in Darmstadt D. Dr. phil. Wi l - hrlm Diehl gelegentlich seines 60. Geburtstages ehrenhalber zum Doktor der Rechtswissenschaft promoviert. DaS 5n- jioni wurde heute vormittag bei der Bezlückwun- Idrnng durch den Prodekan der Juristischen Fakul- litt, Prof. Dr. Frölich, mit einer Ansprache Erreicht. . . „ .,
□Jon der Stadt Butzbach wurden dem Prälaten D. Dr. Diehl zu seinem Geburtstage Me Mtüdwünsche der Stadt ausgesprochen, und ihm 'Lhlerbei eine von der Kunstgewerblerin Frl. Mar- garethe Kranz von Butzbach angefertrgte Federzeichnung der St. Markuskirche mit sr-loender Widmung übersandt: »Dem hochve-.e)r- ^teix Herrn Prälaten D. Dr. Wilhelm Drehl, dem Drrfasser wichtiger wissenschaftlicher Arbe.ten zur vefchichte Butzbachs, zu seinem 60. Geburtstag in ^.dankbarer Anerkennung seiner Berdienste gewid- flmet von der Stadt Butzbach." Bemerkt sei hierher, daß Prälat D. Dr. Diehl anläßlich der <5ed>3- lundertjahrfeier der Stadt Butzbach eire geschlcht- liche Abhandlung über ^a"dgraf PhrUPP von Vuhbach, seine Bauten und S uMen, verfaßt hat. Weiterhin hat er die Ge,^ra).e des hiengen Kuge-
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Rückkehr zum Ich.
Man hat in dem letzten Jahrzehnt viele- in Ke Rumpelkammer angeblich überlebter An- chauungen geworfen. Auf Scheiterhaufen, auS lenen flammende Schlagwörter und blendende begriffssetzungen sinnverwirrend loderten, wurden „muffige" Spießer- und Großväterwelten rerbrannt. Äugend berauschte sich an dem Voll- zesühl einer Freiheit, für die ihr größtenteils ein veltanschaulicher Boden fehlte, auf dem es sich nicht nur von heute auf morgen stehen ließ. Das eigene Selbst wurde zum Ball, den man um- anzt«. Der Ellenbogen und «ine Kautschulmoral nachten solcher Tüchtigkeit freie Bahn. Und bei il-kbem wurde der Mensch doch zum Herden- .ier! An Stelle der in sich geschlossenen Person- ichkeit trat der Massemnensch, das entwurzelte Produkt einer Scholle, die mit Phrasen gedüngt
Da«, was dem Menschen in der heutigen Zeit 'Qanctften Existenzkämpfe- tocit mepr ncx^ als Islkrilher allein „Steden und Stab fein kann, das Zuhause, der ruhende Pol der eigenen vier »Wände, der Iungbrunnen des häuslichen Leidens, wurde als „altfränkisch, steifleinen, Hausladen" usw. mit einer großspurigen Handbewe- ;ung als nicht mehr „diskutabel" abgetan. Drau- 5en lodten ja tausend zerstreuende Möglichkeiten ^sogenannter Unterhaltungl Vergnügen um jeden Preis mußte die innere Hohlheit übertünchen. Well man kein Ich geformt hatte, konnte man mch sich selbst nichts sein. Man jagte al- 03a-' kazzo hinter Seifenblasen her!
'' Und nun will allenthalben die Vernunft wieder Einkehr halten. Wenn es auch vorerst nur eine almkehr wird, „wo ein Wille ist, ist auch ein Weg". Der Weg, auf dem der an eine Scheinwelt Ee Sohn buchstäblich heimkehrt ins Vater-
Licht um nun darin von einem Gegensatz anderen zu fallen und mit Stumpf und . verbrennen, was er vorher himmelhoch! rt hatte. Auch hierbei bleibt die be- „goldene Mittelstraße" das brauchbarste lixier. Das Maßhalten und „alles zu sei- t", sollten die Wegweiser in der neuen ichtung sein.
nlichkeit muß die Hast ablösen, der Mut zu ►er Sammlung, die den Wert und Unwert nge erkennen läßt. Abseits von dem Ge- nd den Eiiitagssliegen-Moden, die nur hen spiegeln. Ohne abgrundtiefer Seelen- wucyer oder Perlenfischer zu werden, sein Ich für eine kurze Weile umschalten auf einen ruhigeren Hang, sich mit Menschen unterhalten, die sich Wind haben um die Rase wehen lassen, empfangs- villig fein für das Verwertbare und Zukunftsträchtige aus den Erfahrungen anderer, nicht bloß i Zeitraffer, Verdiener- und Amüsiermaschine, fon- bcm Mensch unter Menschen sein wollen, nicht mit ab-, sondern mit aufgeblendetem Gesicht einander gegenüberstehen, das ist Pfadsindertum zum Ich.
Dann wird auch da- Ziel erreicht werden, um ||W cs sich verlohnt, auch einmal auf etwas zu Lrerzichten. dessen Verlust den Gewinn nie auf- ilt-icgen kann. Weil dieser Gewinn kein anderer .»ist als du selbst. Das: .Lerne dich selbst erfew- ^ne'nl" des altgriechischen Orakels ist das beste -rVätsellösesPiel an den langen Winterabenden, an ^dcnen die natürlichen Voraussetzungen hierzu geil geben sind.
Ehrungen des Prälaten D. Dr. Diehl.
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«raussage.
He, Lust haussonds geschrieben.
JlSteSt Daten für Lonntag II.Jannar.
Lattung und in g 1841: ^oh entdedt Land im Südpolargebiet; - [war S 1 831: der Kolonisator und Derlagsbuchhandler H.
u7l bls2Gr°d^ _ Ttel)et geboren.
Taren für Montag. 12. Januar.
J1..?Teil iwch 1746: der Pädagoge Heinrich .Ut^ozzi in
ftH Hohen Druckt $äci$ geboren; - 1829: der Schriftsteller Fr. v.
nach idblcgel gestorben.
Gi.gcncr Wochcnmarktpreise.
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j Celsius. -
Das Landesmissionsfest am 11. Zanuar.
Don Dekan Mdmann-Gedern.
Eine kurze Schau über die Arbeitsgebiete der Basler Mission, die am Landesmissionsfest besonderes Interesse beansprucht, well für sie her. kömmlich an diesem Sonntag in allen Kirchen unsres Landes die sog. Epiphaniaskollekte erhoben wird, mag die Gegenwartslage der Mission aufzeigen.
Durch China tobt ein gewaltiger Sturm. Hier begegnet man einer Nichtachtung des Christentums ohnegleichen, wofür folgendes außerordentlich charakteristisch ist. Von dem nationalen Christenrat war in einer Eingabe an das Unterrichtsministerium um Freigabe des Religionsunterrichts und der religiösen Betätigung an Missionsschulen gebeten wor- den. Obwohl dieses Recht der Mission bisher noch nie bestritten worden war, erfolgte in dem Ant- Wortschreiben der chinesischen Ünterrichtsbehörde eine schroffe Ablehnung aus sog. Billigkeitsgründen. Aber trotz der behördlich sanktionierten Bekämpfung des christlichen Einflusses wird auch von Erweckungen in China berichtet, die zum großen Teil getragen sind von aus dem chinesischen Volk selbst heroorgegangenen Evangelisten. Und um die Jahreswende traf die Freudenbotschaft ein, daß die beiden bisher von kommunistischen Räubern ge- angengehaltenen Missionare nun endlich die Freiheit erlangt haben nach beinahe lijährigem Harren.
In Indien, dem Land der national-revolutio- nären Gandhi-Bewegung, zeigt sich neben den dadurch bedinaten schwierigen Verhältnissen erfreuliche Aufgeschlosienheit für die Gedanken des Evangeliums und manch schöner Erfolg der Arbeit in den Missionsschulen.
Auf der Goldküste in Westafrika, dem ersten
Arbeitsfeld der Basler Mission, wo eine gefestigte und auch stets wachsende Missionskirche vorhanden ist, sind die Türen für das Wort Gottes weit offen, sowohl im Dorderland, wo man die Missionare freudig willkommen heißt, als auch im Hinterland, das neue Ausdehnungsmöglichkeiten bietet. Unter der tatkräftigen Führung eingeborener Christen schreitet der Ausbau der Arbeit rüstig vorwärts, und die Zahl der Taufen ist recht ansehnlich.
Kamerun zeigt trotz verschiedener Krisen verheißungsvolle Fortschritte. Ein eingeborener Lehrer schreibt von einem ooraeschobenen Posten im Grasland: „Diese Menschenfresser sangen an, gut zu werden durch Jesus Christus. Jetzt erntet man» was die früheren Missionare gesät haben."
Das Missionsgebiet auf der Insel Borneo ist gekennzeichnet durch die heldenhafte Geduldsarbeit der Missionare, die bort einem fast unüberwindlichen Heidentum gegenüberstehen, in ihrem Wirken aber auch häufig gehemmt werden durch die infolge des Klimas sehr oft auftretenden Tropenkrankheiten. Aber auch hier findet Gottes Wort seinen Weg zu den Herzen der Heiden, und der Erflog wäre wohl größer, wenn mehr Arbeitskräfte zur Verfügung stünden.
Licht und Schatten, beides zeigt sich wie in der heimatlichen Christenheit, so auch draußen auf den Missionsfeldern. Aber der endliche Sieg des Lichtes ist gewiß. Dieser Glaube, der aus Liebe rettende Heilandsarbeit treibt und sich durch nichts irre- I machen läßt, lasse in allen hessischen Missionsfteun- den den Geist der ersten Zeugen aufwachcn! Und so gehe reicher Segen aus von dem diesjährigen Lan- desmissionsfest!
Oie Bürgersteuer-Berechnung.
Von der Stadtverwaltung wird uns getrieben:
Ueber die Burger st euerpflicht der Hausangestellten, Knechte, Gewerbegehilfen, Lehrlinge, Lehrmädchen usw. besteht vielfach noch Unklarheit. Es darf auf Grund der bisherigen Veröffentlichungen als bekannt vorausgesetzt werden, daß einkom- mensteuersreie Personen, also Personen mit einem Einkommen von weniger als 10U RM. monatlich, nur die Hälfte der Bürgersteuer zu bezahlen haben. Bei einer Hausange stellten z. B., die neben voller freier Station eine monatliche Barvergütung von 30 RM. erhält, würde sich folgende Berechnung ergeben: 30 RM. Barvergütung und volle freie Station im Wert von 25 RM. (für die Steuerberechnung zugrunde zu legender Wert) ergeben zusammen ein monatliches Einkommen von 55 RM., mithin unter 100 RM. monatlich, jo daß nur die halbe Bürgersteuer, also 3 RM. zu 6630!)len sind. Sofern also die Monatsvergütung für Januar Ende dieses Monats zur Auszahlung kommt, sind zu diesem Termin 3 RM. als Bürgersteuer vom Arbeitgeber einzubehalten und unter Beifügung des auf Seite 4 der Steuerkarte abgedruckten Abschnitts 1 innerhalb 8 Tagen nach dem Zahltag — also bis zum 8. Februar lfd. I. — an die Stadtkasse Gießen — Postscheckkonto 8315 Frankfurt a. M. — abzuführen. Der Abschnitt 2 ist, falls sich bis dahin die Veraütungsverhältnisse nicht geändert haben, innerhalb 8 Tagen nach dem auf die Auszahlung für März 1931 folgenden Termin mit fölgendem Vermerk an die Stadtkasse Gießen abzugeben: „zweite Rate nicht zu bezahlen, da einkommensteuerfrei".
Für die Berechnung der gesamten Monatsver- gütung erscheint es notwendig, nochmals auf die für Steuerzwecke gültige Bewertung der Sachbezüge hinzuweisen. Es werden berechnet:
1. volle freie Station (einschl. Wohnung, Heizung und Beleuchtung)
a) für weibliche Hausangestellte, Lehrlinge, Lehrmädchen und sonstige gering bezahlte weib- RM.
liche Arbeitskräfte monatlich 25,—
b) für männliche Hausangestellte, Knechte, männliche und weibliche Gewerbcaehilfen und für Personen, die der Angeftelltenoersi- cherung unterliegen monatlich 46.—
c) für 21 n g c ft e 111 e höherer Ordnung, z.B. Aerzte, Apotheker, Hauslehrer und Lehrerinnen, Hausdamen, Geschäftsführer, Werkmeister, Gutsinspektoren usw. m 0 - natlich 60,—
2. freie Station: f der unter 1 bezeichneten Sätze.
3. freie Wohnung für (verheiratete) Deputatempfänger in der Land- und Forstwirtschaft jährlich 40,—
Sofern die von mehreren Arbeitnehmern ein- behaltenen Beträge an die gleiche Gemeindekasse abzuführen sind, kann dies in einer Summe geschehen. In derartigen Fällen wird die Bezeichnung des Arbeitnehmers zweckmäßig in der Weise bewirkt, daß der Arbeitgeber den auf der unteren Hälfte der 4. Seite der Steuerkarte des Arbeitnehmers befindlichen Abschnitt 1 bzw. 2 abtrennt, seinen (des Arbeitgebers) Firmenstempel auf den Abschnitt aufdrückt und den Abschnitt binnen einer Woche der Stadtkasse übersendet. Der sich auf die gleiche Bürgersteuerrate beziehende Abschnitt la bzw. 2a ist dagegen nach Ausdrücken des Firmenstempels dem Arbeitnehmer als Quittung auszu- händigen. Hat der Arbeitgeber nur die Bürgerfteuer» raten für wenige Arbeitnehmer an die gleiche Gemeindekasse abzuführen, so kann die Bezeichnung des Arbeitnehmers statt durch Ueberfenbung des Abschnitts durch einen entsprechenden Vermerk auf der Zahlkarte oder Postanweisung vorgenommen werden; dabei sind die Arbeitnehmer nach Name, Wohnort, Straße und Hausnummer oder mit der Steuerkartennummer genau zu bezeichnen. Die einbehaltene Bürgersteuer ist von dem Arbeitgeber in dem für Steuerzwecke zu führenden Lohnkonto gesondert zu vermerken.
raltxrfammlunq In „Stadt Lich". — Damen- vereiniaung 1877/78: Monatsversammlung, 20 Uhr, In „Stadt Mainz". — Lichtspielhaus, Bahn- hofstraße: „Das Land des Lächelns" und um 14,30 Uhr: „König Drosselbart und Rotkäppchen". — Rstoria-Lichtspiele: „Rin-Tin-Tin, der König der Wildnis" und „Mein Herz gehört Mr“.
— Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Goldmarie und Pechmarie", Anfang 14,45 Uhr; „Das Land des Lächelns", 18,30 bis 20,30 Uhr. — Konzertverein Gießen: Konaert- und Klavierabend, 17 Uhr, in der llniversitäts- aula — Dortrag von Missionar Walther, 20 Uhr, in der Stadtkirche, über „Wo ist unsere und unseres Volkes Rettung?" — Oberhessischer Kunstverein und Gesellschaft der Gießener Kunst- freunde: Ausstellung „Der schone Mensch in der Kunst aller Zeiten", 11 Uhr, Turmhaus am Drandplah. — Mtv.: Turngang nach Steinbach, 14 Uhr, Ludwigsplatz. — Eisenbahn-Fahrbeamten: Versammlung, 15 Uhr, bei Hopfeld. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „König Drosselbart und Rotkäppchen", 11,15 Uhr, und „Das Land des Lächelns , ab 16 Uhr. — Astoria-Lichtspiele: „Rin-Tin-Tin, der König der Wildnis" und „Mein Herz gehört Mr“.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die nächste Woche bringt als Premiere ein Lustspiel Shakespeares, und zwar „Der Widerspenstigen Zähmung". Die Spielleitung hat Peter Fassott, der das Stück vom regietechnischen Standpunkt aus in modernisierter Form herauSbringen wird. — Lehars Operette „Das Land des Lächelns“ hatte auch tn Gießen einen erstaunlichen Erfolg zu verzeichnen. Die Intendanz hat sich, vielen Wünschen entsprechend, entschlossen, nochmals eine Fremdenvorstellung dieser Operette anzusehen. Die Vereinigten Operettentheater Dochum-Hamborn werden morgen 18.30 Uhr mit dieser Operette gastieren. Diese Aufführung ist zugleich Me letzte Operettenaufführung für Monat Ianuar. — Die Komödie „Die erste Frau Selby" wird am Dienstag, 13. Ianuar, wiederholt werden. Die Rolle der „Elfte" spielt Lony Leuth ols. — Die erste Wiederholung von Shaws politischer Komödie ..Der Kaiser von Amerika" findet am Mittwoch, 14. Ianuar, statt.
— Der Goethe-Bund teilt uns mit: An Stelle des verhinderten Dichters Ren4 S ch i ck e l e konnte der junge Dichter Edwin Erich D w i n g e r, der Verfasser der großen Werke „Die Armee hinter Stacheldraht" und „Zwischen Weiß und Rot", zu einer Vorlesung aus eigenen Werken für den
23. Februar gewonnen werden. Der Abend dürfte ein literarisches Ereignis ersten Ranges werden. Wester war es der Intendanz des Stadttheaters und der Leitung des Goethes-Bundes möglich, das seinerzeit verschobene Gastspiel der berühmten „Weintraubs - Syncopators" endgültig auf den 22. März festzulegen. Im übrigen bleibt das Vortragsprogramm des Goethe-Bundes bestehen. (Siehe heutige Anzeige.)
— Die Oberhessifche Gesellschaft für Ratur - und Heilkunde hält am Montag, 12. Ianuar, im Hörsaal de- Physiologischen Instituts die Hauptversammlung ihrer beiden Abteilungen ab. Im Rahmen der Versammlung werden zwei Vorträge gehalten. Räßeres im heutigen Anzeigenteil.
— Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veranstaltet am Donnerstag, 15. Ianuar. in der Reuen Aula der Univerfität einen Vortragsabend mit Lichtbildern. Pfarrer a. D. Dr. Alfred Kaufmann spricht über „Palästina". Räßeres in der heutigen Anzeige.
— Die Gesangsschule Frau Dr. Meyer veranstaltet am Donnerstag, 29. Ianuar, im großen Hörsaal der Universität ein Wohltätig- keitskonzert zugunsten der Gießener Schwestem- station. Frau Franke-Zondervan (ehemalige Altistin der Nürnberger Oper) hat ihre Mitwirkung zugesagt. Zum Vortrag gelangen Arien, Lieder und Duette. Räßeres im heutigen Anzeigenteil.
" Auszeichnung eines Gießener G e - lehrten. Don der Pressestelle der Landesuniversität Gießen wird mitgeteilt: Der ordentliche Professor für deutsche Philologie an unserer Landesuniversität Dr. Karl Vietor hat für das Früh- jahrs- und Sommersemester 1932 eine Einladung als Gastprofessor an die Columbia-Universität in Neuyork erhallen.
•• Fremdenvorstellung im Gießener Stadttheater. Man schreibt uns: Die Intendanz hat. um vielen Wünschen auch der auswärtigen Besucher Rechnung zu tragen, für Sonntag, 11. Ianuar, Me Vereinigten Operettenbühnen Tvchum-Hambom zu einem Gastspiel verpflichtet. Die Operettenbühne gastiert auf Grund vieler Anfragen nochmals mit der Operette „Das Land des Lächelns" von Franz Lehär, der neuesten Schöp- sung des bekannten Komponisten, die allenthalben ausverkaufte Häuser und auch in Gießen großen Erfolg bei den früheren Ausführungen erzielte. Die Schlager Mefer Operette sind bereit- Allgemeingut geworden. Die Intendanz macht nochmal-
darauf aufmttffam, daß Mc Operekke. rttoe® zahlreiche Rachfragen vorliegen, zum letzten SRoIn aufgeführt wird, und daß es außerdem die letzt» Operettenvorstellung des Monats Ianuar ist» Operettengutscheine haben Gültigkeit. Beginn bet Vorstellung 18.30 ülhr. Ende 21.30 Uhr, — Ebenso fei auf Mc letzte Märchenvorstellung von .Golb- maric und Pechmarie“ (Frau Holles hirrgewiesen. Beginn 14.45 Uhr (nicht 15 Uhr).
'• Gastspiel deS Gießener Stadt" theaters in Großen-Linden. Ma« chreibt uns: Heute, Samstag, 10. Ianuar, wirr» das Gießener Stadtthealer ein einmaliges Gastspiel in Großen-Linden geben. Es wird das> Lustspiel „Geschäft mit Amerika" aufgeführt. ‘Sie Vorstellung beginnt 20.15 Uhr. Durch Mefe Werbevorstellung sollen die Bewohner von Großen-Linden, Leihgestern, Hochelheim, Lützel» linden, Hörnsheim für ihre bodenständige Bühne, bas Stabttheater Gießen, interessiert werben. Die Werbeaufführung findet im Saale bei Gastwirt Schaum statt.
*• Der Oberhessische Kunstvereinbe-< ginnt feine Veranstaltungen im neuen Iahre nron» gen Sonntag, 11. Ianuar, gemeinschaftlich mit bef Gesellschaft der Gießener Äirnftfreunbe mit einer Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz, bi welcher „Der schöne Mensch in der Kunst- aller Zeiten" zur Darstellung kommt. Sie besteht aus photographischen Reproduktionen hervorragender Kunstwerke von der Anftke bis zur neueren Zeit, welche einen besonders wertvollen Teil der auf der Mathildenhöhe in Darmstadt' stattgehabten gleichnamigen Ausstellung bildeten und dort größtes Interesse hervorriesen. Die Er-- ösfnung findet vormittags 11 Uhr mit einer Für* zeit Einführung durch Herrn llniversitätsprofes* fvr Dr. Rauch statt, welcher die fetzt dem kunst* wissenschaftlichen Institut der älniversität gehörige Kollektion zur Verfügung gestellt hat. ist zu hoffen, daß die xntereffante Ausstellung sich auch tn Gießen regen Besuchs erfreuen wird. Den Mitgliedern des Kunstvereins wird als Reu* jahrsvergünstigung ein auf Veranlassung de« Kunstvereins Kassel neu hergestellter Piperdrucst der „Asnath“ aus Rembrandts berühmtem Ge-- mälde: Iacobs Segen (in der Kasseler Galerie) zu sehr mäßigem Vorzugspreise angeboten. Das Bild ist in der Ausstellung ausgehängt unb kamt dort bestellt werben. Näheres in der gestrigen Anzeiae.
** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei g» wöhnlichen Preisen geöffnet. Die Räume sind g<* heizt.
” Anlagenkonzert findet morgen, Sonn* tag, 11 Uhr, durch das Musikkorp- unfere# Bataillons bei günstiger Witterung in der öüb-* anlage statt. Leitung: Obermufifmeifter Löben Die Musikfolge ist: 1. Choral „Unser Herrscher, unser König"; 2. Große Fantasie aus der Opesl „Lohengrin" von R. Wagner; 3. Militärmarsch Rr. 1 von F. Schubert; 4. Potpourri aus bett Operette „Äis Dreimäderlhaus" von Schubert»' Berte; 5. zwei Märsche a) „Hessischer Fahnens marsch", Heeresmarsch I, Rr. 105, Landgraf Ludwig Vlll. (Präfenttermarsch des l.Hesfischen Grenadier-Bataillons), b) Marsch des ehemaligem Großherzoglich Hessischen Leibgarde-Infanterie- Regiments, ßanögraf Ludwig VIII. (Armeemarsch II, Rr. 238), Parademarsch des 1. Hessischen Grenadier-Bataillons 15. Insan^rie-Regi- rnents.
** Städtische DrennholAvarsteige^ rung. Bei der gestrigen ersten städttschenBrennholz-Versteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen, Försterei Hochwart, wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheitev 12,20 Mk., Eichenscheiter 7 Mk., Duchenknüppel 9,60 Mk., Eichenknüppel 6,20 Wk^ Gichenrund- schefter (Gartenpfosten) 10,80 Mk. pro Raummeter; Buchenreisig 18 Mk. pro 100 Wellen.
** Friedberger Pferdemarkt. Die Anmeldungen zum Friedberger Frühjahrspferdemarki mit Prämiierung am Dienstag, 17. Februar, können vom 15. Januar ab bei der Bürgermeisterei oori» genommen werden. Auf die Anzeige in der heutigen Nummer fei verwiesen. Mit dem Markte wird auch die übliche Verlosung verbunden werden. Außer wertvollen.Gebrauchs- unb Einrichtungsgegenständei, kommen als Hauptpreife vier Fohlen zur Ausspie^ lung.
Snefkosten bet Be-akiwn.
Frau Maria P. in Gießen. An Arbeitslos«, die seit l.Rovember 1930 in Fürsorge stehen, wird für 26 Wochen Arbeitslosenunterstützung und für 32 Wochen Krisenunterstützung gewähr^ Insgesamt kommen also 58 Wochen Fürsorge« aus der Arbeitsb)sen- und Krisenfürfvrge « Betracht.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, 11. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanias Landes-Mifsionsfesk.
Stadtkirche. 9.30 Uhr: Missionar Walther; 11g Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr- 17: Pfr. Becker; 20: Dortrag; Missionar Walther. Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johannen gemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer. -< Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11g Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. Llifabeth-üleinkinderschule. 9.45: Dfr. llic. Waas; 11g Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. — filein-Cinoen. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinder- gottesdienst. — wieseck. 9.30; Kollekte für die Heiden» Mission; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Vuseck. 14g Kollekte für die Heidenmission. — Kirchberg. IfcJ Kirchberg; 13.30: Lollar. — Leihgestern. 10.301 Hauptgottesdienst; 19: Abendgottesdienst. — hausew- Garbenteich. 10: Garbenteich; 13: Hausen. — Lich» 10: Stistsdechant Kahn; Chorschule; Kollekte für die Mission; 13: Kindergottesdienst; 20: Pfarrvikar Draudt; Kollekte. — Watzenborn-Steinberg. 13g Hauptgottesdienst.
Katholische Gemeinden.
Samstag, den 10. Januar.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag, 11. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanie.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommuniock der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommu» nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20r Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Mesitz mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt.
Montag, den 12. Januar.
Laubach. 7.30 Uhr: Messe.
Eonntagsdieutt d. Aerzte n.Avotbeken am 11.1 A vr. Meyerhvff. Dr. S3olf. Engelapothetz
Zahnarzt: Dr. Jäger.


